Durchhaltevermögen

Ich habe hier lange nicht mehr geschrieben, weil ich sehr viel um die Ohren hatte, beruflich auf der Arbeit, mit der Notarausbildung, aber auch privat. Das ist auch weiterhin so, weshalb ich auch künftig in den nächsten Monaten wahrscheinlich nicht oder kaum bloggen werde. Am meisten kämpfe ich mit meiner Lernblockade, da die Prüfung in wenigen Wochen ansteht. Das kenne ich leider schon alles von meinen beiden Staatsexamen. Ein wenig Hoffnung gibt mir, dass ich die Staatsexamina damals gleichwohl irgendwie geschafft habe. Und ich versuche mich auch damit zu motivieren, dass das Notarexamen die letzte Examensprüfung ist, die ich in meinem Leben machen muss. Danach mache ich nur noch freiwillige Prüfungen, auf die ich selbst Lust habe (ich möchte z.B. nach dem Ganzen mal Spanisch lernen).
Vom Verstand her ist mir das „Muster“ bei meiner Prüfungsangst klar, aber bei der Umsetzung, dagegen anzugehen und konsequent zu lernen, statt das Lernen immer wieder neu aufzuschieben und mich am liebsten irgendwo vergraben zu wollen, bis das Unheil vorbei ist, versage ich täglich neu.

Immerhin habe ich mich in den letzten Wochen zumindest beim Aufschieben mit Lerntechniken auseinandergesetzt. Da gibt es einige interessante Youtube-Videos, die ich mir beim Prokrastinieren angeschaut habe. Schließlich habe ich weder in der Schule, noch im Studium und Referendariat gelernt, wie man sinnvoll lernt. Das ist vielleicht ein Fortschritt im Vergleich zu Früher und gibt mir etwas Motivation und Hoffnung, aber das Lernen des Prüfungsstoffes ersetzt es leider nicht.

Na ja, ich werde mich schon irgendwie durchkämpfen und habe nicht vor, vorzeitig zu resignieren, auch wenn es mir immer wieder schwer fällt.

Sehr unterstützend sind meine Eltern. Das weiß ich wirklich sehr zu schätzen.

Gar nicht hilfreich ist dagegen mein Bruder, der trotz Erklärung meinerseits dauerbeleidigt ist, dass ich mich auf meine Baustellen konzentrieren muss und im Kampf mit mir selbst bzgl. des Anfangens mit dem Lernen keine Zeit und Lust (und auch keine Energie) habe, um mit ihm zu zocken, geschweige denn, ihn zu besuchen oder sonstwie zu bespaßen bzw. mir seine ewigen Monologe und Stimmungsschwankungen nebst cholerischen Ausbrüchen reinzuziehen. Das ist leider nichts Neues. Er hat das schon immer gemacht, egal, ob ich gerade Abiturprüfungen oder meine Staatsexamen hatte.

Auch kürzlich zu Weihnachten hat er einen bizarren, filmreifen Auftritt hingelegt. Leider war er Weihnachten nämlich mit seiner Freundin zu Besuch bei unseren Eltern. Schon beim Reinkommen durch die Haustür hat er mich angepampt, da ich ja keine Zeit für ihn gehabt hätte dieses Jahr und der werte Narzisst sich dadurch von mir bösartig herabgesetzt fühlt. Nachdem er bereits das gemeinsame Raclette-Essen sabotiert und mit seiner Aggression für alle ruiniert hat, ging es mit mir weiter. Ich kann das gar nicht wiedergeben, was mir dieser gestörte Mensch an Gehässigkeiten, krassen Verdrehungen nebst schrägen Vorwürfen so alles ins Gesicht geschrien hat. Einfach so, ohne erkennbaren Anlass und ohne vorherigen Streit. Auch das ist typisch für ihn. Auch seine offenen Gewaltandrohungen sind mir bereits hinlänglich vertraut. Neu ist, dass ich ihm diesmal klipp und klar mit der Polizei „gedroht“ habe. Joa, so kann man Weihnachten auch verbringen. Auch unsere Eltern hat er krass beschimpft und beleidigt. Unserer Mutter hat er indirekt mit Suizid gedroht, weil er denkt, dass er sie so am besten verletzen kann. Unser Vater ist kurz vor Weihnachten am Herzen operiert worden und chronisch sehr krank, nicht nur am Herzen. Er sollte eigentlich Stress vermeiden, weil das schlecht für sein Herz ist. Sowas ist meinem Bruder scheißegal. Unser Vater hat von meinem Bruder ebenfalls die volle Breitseite an Aggressionen abbekommen. Das Ganze wohlgemerkt, ohne dass wir meinem Bruder objektiv irgendetwas getan hätten.

Letztes Jahr Weihnachten, bei dem mein Bruder nicht erschienen ist, war das einzige friedliche Weihnachten in meinem Leben, an das ich mich erinnern kann. Mein Bruder hat so ziemlich jedes Weihnachtstreffen in irgendeiner Weise „plattgemacht“ mit seinen Ausbrüchen. Anschließend kommt er später an und will sich „entschuldigen“, wobei er dabei erneut jederzeit wieder austicken kann, wenn man da anders reagiert, als er das will. Seine Reue ist immer nur sehr oberflächlich und flüchtig. Unserer Mutter ist er dabei z.B. gleich wieder aggressiv-pampig über den Mund gefahren, als sie etwas dazu sagen wollte. Außerdem ist er dann auch sehr anstrengend und belastend, weil er einem dabei vorheult, was für ein schlechter Mensch er sei und er aber auch nicht anders könne etc. (es kommen dann auch wieder Abfälligkeiten, die er einem reindrückt, und merkwürdige Verdrehungen von ihm, so dass er die Verantwortung für sein Verhalten zum Teil wieder bei anderen sucht). So war es auch diesmal.

Mein Bruder ist ein absolutes Arschloch und ich fand es sehr belastend mit ihm, auch dass er so schlimm psychisch krank ist und das wohl auch lebenslang bleiben wird. Das tut mir einfach nur noch weh zu sehen, was aus ihm geworden ist. Früher war er zwar auch oft ein Arsch, aber da war er zugänglicher und es gab noch gute Momente mit ihm.

Ich habe den Kontakt mit ihm bis auf Weiteres abgebrochen, weil ich das mit ihm nicht mehr ertrage und derzeit wirklich genug eigene Baustellen habe. Das hatte ich ihm verbal, aber auch später schriftlich mitgeteilt und kurz erklärt. So wirklich respektieren tut er das nicht, heute hatte ich z.B. wieder anonyme Anrufe von ihm. Ich bin nicht drangegangen.

Mir ging es nach Weihnachten wirklich nicht gut. Gleichzeitig musste ich zwischen den Feiertagen wieder arbeiten. Der ganze Erholungseffekt vom Urlaub war binnen Stunden zerstört. Vor Weihnachten war ich eine Woche im Urlaub, ich bin in den sonnigen Süden geflogen und hatte einen schönen Urlaub. Das Fliegen war echt interessant, weil ich bisher nur einmal nach England geflogen bin als Jugendlicher. Meinem Bruder habe ich von meinem Urlaub nichts erzählt, weil er mir den sonst nur wieder kaputtzumachen versucht hätte. Der Hinflug war aber doch etwas gewöhnungsbedürftig für mich, weil es sich einfach für mich unnatürlich anfühlt, so hoch über dem Boden zu sein und zu wissen, dass es das war, wenn das Flugzeug abstürzen sollte, ohne dass man selbst noch etwas tun könnte. Aber auf dem Rückflug fand ich diese Situation bereits viel vertrauter. Wir mussten wieder zurück nach Deutschland durch dieses Sturmtief fliegen und sind bei starkem Regen und Wind etwas holprig gelandet. Das war irgendwie angenehm aufregend. Vielleicht stelle ich hier mal Fotos rein, die ich während des Flugs aus dem Fenster gemacht habe.

Ich wünsche allen einen guten Rusch ins neue Jahr und alles Gute für eure Wünsche für das neue Jahr. 2024 steht nach dem chinesischen Tierkalender im Zeichen des Holz-Drachen, der für Wohlstand und Glück steht sowie aufgrund des Holzelements auch Durchhaltevermögen und Ehrgeiz fördert. Na, wenn das nicht mal ein Lichtblick für meine Prüfungsvorbereitung ist.^^

Kryptonite

Die Zeit vergeht so schnell … .

Derzeit schlage ich mich unverhofft wieder mit meiner Prüfungsangst herum, da die Klausuren für die Fachanwaltsausbildung bevorstehen und ich wie bereits im Examen schon lange vorher beim Lernen blockiert bin, das dann komplett vor mir herschiebe und mich in einem sinnlosen unsichtbaren Kampf mit mir selbst aufreibe, so dass ich bis zu den Prüfungen selbst in gewisser Hinsicht psychisch erschöpft sowie von mir selbst angenervt und enttäuscht bin, außerdem kommt da immer dieses lähmende Ohnmachtsgefühl hinzu. Schlafstörungen könnte ich auch noch ergänzen, aber die habe ich eh chronisch auch in Nicht-Prüfungszeiten. Dass mir kognitiv die ganzen Mechanismen und Gründe für Prokrastination bestens bekannt sind, nützt mir leider wenig.

Dazu kommt der Weggang der Diva, der auch kanzleiintern wieder einiges umgeworfen sowie meinen Kollegen und mir reichlich Zusatzarbeit beschert hat; die Diva wird uns noch zu Ende des Monats endgültig verlassen, nachdem erst der Oktober als Deadline angekündigt war. Ich bin ein Gewohnheitsmensch, brauche lange bis ich mich an Menschen, Abläufe etc. so richtig gewöhnt habe und mag danach weder ständige Änderungen, noch endgültige Abschiede.

Viel Zeit zum Abschiednehmen wird mir nicht bleiben, da der Monat bei mir mit vielen Terminen und immerhin einer Woche Urlaub belegt ist. Im Moment sehne ich mir in dem gefühlten „Teilchaos“ sowas wie eine verlässliche, gute Alltagsroutine herbei, aber das wird noch dauern. Immerhin wird es ohne die Diva und ihre Art bei uns deutlich ruhiger ablaufen. Die Diva hat so ziemlich jeden bei uns regelmäßig gestresst, vermutlich auch sich selbst, und hatte bekanntlich auch so ihre speziellen Launen. Von daher hält sich meine Trauer in Grenzen, aber ein wenig traurig bin ich doch, weil ich sie trotz allem irgendwie gut leiden konnte.

Allerdings scheine ich da bei uns der Einzige zu sein; die meisten sind froh, dass sie geht, und teils auch sauer auf sie, da die Diva eine unnachahmliche Art hat, anderen bis zuletzt menschlich vor den Kopf zu stoßen, ohne es zu merken. Und da sie als (ehemaliger) Chef und Inhaber ganz oben in der Hackordnung steht, sagt es ihr natürlich niemand. Personalführung ist weder die Stärke der Diva, noch von Chef 2. Da gab es schon diverse Situationen der 3. Art. Manches ist hier echt geradezu wie Slapstick, kann man keinem erzählen.

Na ja, ich werde mich schon irgendwie durchschlagen und auch die blöden Klausuren überstehen. Vielleicht komme ich später nach all dem ganzen Kram auch wieder mehr dazu, hier zu schreiben. Außerdem habe ich mir eine Liste gemacht mit all den Dingen, die ich nach all dem mal machen möchte. Mir hilft das mit der Liste immer, um den Impuls, mich vom Lernen abzulenken, zumindest bzgl. einiger Teilbereiche auf null reduzieren zu können (zB bzgl. PC-Spiele). Allerdings bleibt leider noch genug, das mich auch weiterhin vom Lernen abgehalten hat bzw. auf das ich stattdessen ausgewichen bin, um dem Lernen aus dem Weg zu gehen. Mein vernünftiges Ich würde meinem Chillout-Ich dafür gerne in die Fresse hauen, während Letzteres mir zuflüstert, dass ich doch erst mal etwas Schönes machen soll und ja danach noch lernen kann … . Irgendwie muss ich mir mal unabhängig von den anstehenden Klausuren einen sinnvollen Kompromiss zwischen den beiden überlegen.

Mein Lieblingslied derzeit:

Müder Ostermontag

Gestern abend bin ich wieder zurück in meine Wohnung gefahren. Kurz vorm Ziel hat mich ein sehr zügig fahrendes Fahrzeug auf der ansonsten völlig leeren Autobahn überholt. Beim Wiedereinscheren vor mir hat das andere Fahrzeug einen Stein (?) aufgeschleudert, der just mit meiner Frontscheibe kollidierte. Das Geräusch war sehr hässlich.

Sehr schön, am Freitag habe ich einen TüV-Termin, vor dem ich nun die Scheibe austauschen lassen muss. Mal sehen was die Werkstatt morgen sagt, sonst werde ich den TüV-Termin verschieben müssen. Ich bin ja schon erleichtert, dass auch die Werkstatt, in der die Scheibe ausgetauscht wird, Öffnungszeiten hat, die mit meinen Arbeitszeiten harmonieren.

Sonntagnacht habe ich kurzentschlossen endlich mal meinen Blog überarbeitet, weil ich den seit Längerem übersichtlicher gestalten wollte. Mit dem Ergebnis bin ich recht zufrieden. Allerdings sollte ich nicht immer so lange Beiträge schreiben, das würde auch das Einsortieren in die Kategorien erleichtern und die nötigen Schlagwörter begrenzen. Diesen lästigen Anzeigefehler bei den Anführungsstrichen konnte ich allerdings nicht beheben; manchmal wird in den Beiträgen am Wortende ein tiefes Anführungszeichen angezeigt, obwohl in dem Beitrag im Bearbeitungsmodus alles richtig angegeben wird. Mhm … .
Edit: Ah, habe die Ursache gefunden.

Ansonsten habe ich heute meinen Bruder zurückgerufen, weil er eine rechtliche Frage hatte. Heute hatte er erfreulicherweise sowas wie einen lichten Moment (ich nenne das immer scherzhaft für mich bei ihm „luzides Intervall“, weil er dann vorübergehend quasi recht normal und vernünftig tickt, aber das hält nicht allzu lange an und man muss als Gegenüber seine Worte nach wie vor sehr gut abwägen).

Da ich es trotz allem für ihn selbst und aus eigennützigen Gründen begrüßen würde, wenn er sein Leben doch geordnet bekäme und zufrieden leben würde, habe ich mich sogar ca. 30 min mit ihm unterhalten. Na ja, also er hat davon etwa 27 min. über sein Leben geredet, aber immerhin mal nicht aggressiv, fordernd und cholerisch. Andererseits heißt das bei ihm nichts; schon gar nicht, dass er umsetzen würde, was er selbst in seinen lichten Momenten für sein Leben für sinnvoll erachtet. …

Es ist immer so ein Balanceakt: Einerseits ist es konstruktiv, ihn dann zu unterstützen. Das ist für ihn sehr wichtig – man kann da also viel kaputt machen, wenn man ihn in solchen Momenten abweist. Andererseits darf man ihm bei seinen Überlegungen aber „nicht zu sehr“ gut zureden. Man muss ihn in dem Gefühl bestätigen, dass alle (vernünftigen, konstruktiven) Erwägungen, die er äußert, seine ureigenen Ideen sind (nicht, dass wir ihm diese als Familie vorher seit Jahren schon empfohlen haben, wenn er einen Rat haben wollte^^).
Zu viel darf man ihm auch nicht „gut zureden“, auch am besten keine Kritik äußern, sonst macht er aus einer Art Trotz das exakte Gegenteil; im Zweifel bekommt man dann die volle Breitseite an Aggressionen ab. Wer cholerische Menschen kennt, die hoch empfindlich sind, dürfte eine Vorstellung davon haben, was ich meine. … Joa, heute hat das alles soweit geklappt. Hoffentlich lässt er mich die nächsten Tage in Ruhe.

Insgesamt ist der heutige Tag komisch und sehr „lahm“ gewesen. Relativ gut war nur mein Gewicht mit 54,6 kg; am Freitag waren es noch 55,3 kg. Heute habe ich im Grunde nichts gemacht, stand neben mir und konnte mich auch zu fast nichts aufraffen. Dabei habe ich mehr als ausreichend geschlafen, pah!

Gerade dieses „neben sich stehen“ ist sehr hinderlich. Man ist irgendwie anwesend, aber zugleich auch abwesend und „gar nicht richtig da“. Ein bisschen als wäre man in einem Wachtraum, als Beobachter. In diesem Zustand habe ich mehr aus verpeilter Routine heute nachmittag quasi mein Mittagessen gegessen, ohne Hunger zu haben. Ein bisschen hatte ich auch die Hoffnung, dass mein Körper dadurch noch richtig wach werden würde und dieser blöde innere Zustand enden würde. Das hat nicht funktioniert.

Warum ich danach dachte, dass etwas Zucker für mehr Wachheit sorgen könnte, weiß ich nicht recht; ich habe zumindest mal aufgeschnappt, dass auch Unterzuckerungszustände oder niedriger Blutdruck sowas auslösen können. (Mein Blutdruck war zuletzt btw wieder niedrig-normal bzw. mit irgendwas von 93:60 sogar niedrig … warmes Wetter am Samstag/Sonntag eben).
Jedenfalls habe ich den Osterhasen komplett gegessen. Im Anschluss war mir schlecht, welch‘ Überraschung. Erst wollte ich das ignorieren, aber nach kurzer Abwägung habe ich mich übergeben und war danach dann endlich mal etwas mehr beisammen. Schade um das Essen.

Wahrscheinlich bin ich heute Abend dann richtig wach, wenn ich ins Bett müsste. Was für ein verpennter Tag. Ob Koffeinspritzen helfen würden?

Ich mag die Stimme/Sängerin; der Song und das Video erinnern an Billie Eilish:

Privatleben

Wenigstens habe ich durch mein nie langweilig werdendes Berufsleben die letzten beiden Tage kaum Hunger, geschweige denn Appetit gehabt. (Gegessen habe ich gleichwohl ausreichend Kalorien, schließlich möchte ich ja leistungsfähig bleiben bzw. leistungsfähiger werden). Und bis auf einen Rückfall mit anschließendem Übergeben am Dienstagabend, anstatt zum Sporttraining zu gehen, geht es mir insgesamt wieder etwas besser – oder ich bin einfach nur zu betäubt bzw. erschlagen innerlich; keine Ahnung, ist auch egal.

Wenn das mit dem Berufsleben besser läuft, kümmere ich mich mal um mein Privatleben. Dort persistieren nämlich die bekannten Baustellen wie zu wenig Bewegung/Sport im Alltag, zu wenig Sonne bzw. an die frische Luft gehen am Wochenende, mangelnde bis schleppende Haushaltsführung … ich habe hier so eine aktualisierte To-Do-Liste, auf der seit Wochen, teils auch Monaten, dieselben Aufgaben stehen, die ich auch weiterhin aufschiebe.

Aber es gibt Hoffnung: Die gewaschene Wäsche steht nun nicht mehr in meiner Wohnung, sondern seit Sonntagabend in meinem Keller auf dem Wäscheständer. Wie schnell schimmelt eigentlich Wäsche? …

Wie machen das andere Menschen nur, dass sie auch in ihrem Privatleben zu so vielen Sachen motiviert sind, so viel Energie haben und (private) Aufgaben ohne Aufschieben erledigen?
Persönlich bin ich ja nicht einmal zum Zocken oder Fernsehen etc. motiviert. Selbst am Wochenende schiebe ich das Zocken meiner eigentlichen Lieblingsspiele so lange vor mir her, bis das Wochenende wieder vorbei ist. Und wenn am Wochenende die Sonne scheint, fühle ich mich eher gestresst, weil ich dann ja vernünftigerweise wenigstens kurz nach Draußen gehen sollte. Stattdessen schiebe ich auch das Rausgehen solange auf, bis die Sonne untergegangen ist und schlucke zur Gewissensberuhigung Vitamin-D-Kapseln.

Für diesen Samstag habe ich in einem Anfall geistiger Umnachtung einem Bekannten zu dessem Geburtstagsparty zugesagt. Dabei finde ich Partys ohne Drogen wie Alkohol (oder früher Gras) in den allermeisten Fällen ausgesprochen öde.

Ja, mit den richtigen Menschen kann man auch ohne Drogen Spaß haben. Das setzt aber voraus, dass auf solchen Feiern die für mich richtigen Menschen sind, was meiner Erfahrung nach ausgesprochen selten der Fall ist. Drogen erhöhen dagegen die Passung bzw. ist es dann auch egal, welche Gestalten da eigentlich noch sind und wie uninteressant die Gesprächsmöglichkeiten bleiben. Am besten habe ich bzgl. Partys immer die Kombination aus guten Freunden + ggf. spontan gut kompatiblen anderen Gästen und Cannabis und/oder Alkohol gefunden. Wobei ich Cannabis deutlich besser verträglich für den Körper und vom Rausch her angenehmer fand. (Gerade die veränderte Sinneswahrnehmung der Umgebung und diesen entspannt-tranceartigen Zustand habe ich gemocht; das ist nochmal anders, als der angenehm-benebelt-tranceartige Zustand infolge von Nichtessen.) Außerdem sind auch die anderen Bekifften deutlich erträglicher, als viele Betrunkene. … Am angenehmsten finde ich es aber, egal ob nun betrunken oder bekifft, wenn man seine Ruhe hat und nicht mit den anderen interagieren muss => vor allem in Diskotheken ist es schwierig, eine ruhige Ecke zu finden, all die Lichteffekte, die Musik und die Szenerie insgesamt auf sich wirken zu lassen, ohne dabei von Mitmenschen gestört zu werden.

Dank einer Histaminintoleranz vertrage ich Alkohol auch mit einer Überdosis an Antihistaminika ziemlich schlecht und den Geschmack alkoholischer Getränke mag ich nicht, wenngleich mir die Wirkung je nachdem willkommen ist; ganz besonders in langweiligen Gesellschaftssituationen wie Feiern, von denen man nicht so schnell wieder abhauen kann.

Da hilft zumindest der theoretische Gedanke, dass ich mich zur Not betrinken könnte, um nicht mehr allzu anwesend sein zu müssen innerlich. In die Praxis umgesetzt habe ich diesen Gedanken nur sehr selten. Betrunken (oder ganz früher auch bekifft) zu sein empfielt sich gerade bei solchen Veranstaltungen eh nie und den Rausch genießen kann man dabei auch nicht, weil man sich ja nach Außen hin zusammenreißen muss/sollte.

Mal sehen … am besten wäre es wohl bzgl. der Feier am Samstag, spät zu erscheinen, nüchtern zu bleiben und nach einer Weile wieder zu verschwinden, wenn es mir nicht wider Erwarten gut gefallen sollte. Wäre auch eine gute Übung, weil ich nämlich dazu neige, in dem Fall trotzdem noch zu bleiben, weil ich vor Ort unter all den Leuten jedes Selbstgefühl für mich verliere (Hunger, Unlust bzw. lieber alleine Zuhause sein wollen etc.); Müdigkeit setzt sich noch am ehesten irgendwann durch.

Absolut antriebslos

Am liebsten würde ich einfach liegenbleiben. Ich habe nicht einmal genügend Antrieb für die einfachsten Tätigkeiten.

Dazu kommt das komische diffuse Müdigkeitsgefühl trotz genügend Schlaf, die Wassereinlagerungen u. a. in Gesicht und Beinen sowie das ständige Kältegefühl von innen, obwohl es hier warm ist.

Ich fühle mich nicht gut, mein Körper ist mir derzeit fremd und ich bin so indifferent allem gegenüber, aber irgendwie muss ich aufstehen und wenigstens ein bisschen was machen. Das wäre vernünftig, ich weiß nur nicht wie … .

Vereinte Gegensätze

Die vegane Zucchini-Bulgur-Pfanne (Tiefkühlkost) wurde durch die 300g gebratenes Rinderhackfleisch mit Ketchup gut ergänzt.

Anderes hat sich bei mir nicht so gut zusammengefügt:
Die gesamte Woche habe ich bislang jede Nacht viel zu wenig geschlafen. Andererseits halten die körpereigenen Drogen aka Endorphine und Adrenalin mich tagsüber auf der Arbeit wunderbar wach und aktiv. Nur abends nach der Arbeit kommt die Quittung.

Als ich gestern gegen 18:20 Uhr gerade durch die Tür in den Feierabend schlüpfen wollte, wollte mein einer Chef noch „kurz“ mit mir sprechen. (Der Ausgang liegt an seinem Büro und ich hatte ihm gerade Tschüss gesagt und die Türklinke bereits in der Hand … )

Wie soll ich sagen: Wir haben uns dann noch glatt ca. 40 Minuten bis 19 Uhr wie immer bei derartigen Gesprächen gut unterhalten und dabei alle möglichen anliegenden beruflichen Fragen etc. abgekaspert.

Lustigerweise saß er bereits selbst in seiner Jacke am Arbeitsplatz, bereit zu gehen, als es 18:20 Uhr war. So saß er noch in seiner Jacke da, als wir fertig waren. … Als ich mich um 19 Uhr dann endgültig verabschiedet habe, hat er noch irgendwas weitergearbeitet (wobei ich nicht glaube, dass das noch allzu lange gedauert hat; er wird irgendwann kurz nach mir gegangen sein.) … Er wollte eigentlich 2020 weniger arbeiten. So viel zu seinen guten Vorsätzen.^^ … Irgendwie macht hier jeder Überstunden. Wobei er ja für sich selbst arbeitet, im Gegensatz zu den Angestellten.

Schlecht war nur, dass ich durch das Gespräch zu spät zum Kampfsporttraining gewesen wäre. Das wäre an sich kein echtes Problem für die Leute dort, aber ich mag Zuspätkommen nicht. Gerade oder obwohl ich in meiner Freizeit zu den eher chronisch unpünktlichen Menschen zähle, weil ich aufgrund von Motivationsproblemen und inneren Ambivalenzen gegenüber der jeweiligen Verabredung dazu neige, zu spät aufzubrechen.

Das ist ein Grund, warum ich mich privat ungerne verabrede bzw. das spätestens kurz vor dem Termin immer ein Stück weit bereue. Und das, obwohl es dabei fast nur um Traininstermine beim Kampfssport oder um Verabredungen mit guten Freunden geht. Also an sich Verabredungen, an denen ich ein eigenes Interesse habe. Aber ich habe dann gleichwohl andererseits keinen Bock auf die Verabredung und „Kontakt mit Mitmenschen“.

Wie hoch mein Widerwillen ist, hängt auch sehr von meinen Energiereserven ab, die leider regelmäßig schnell erschöpft sind. … Wenn ich erst einmal auf dem Weg zum Termin bin, sind diese Ambivalenzen meistens verschwunden; die Termine gefallen mir dann auch idR gut vor Ort. Aber bis dahin ist es immer ein zäher Kampf mit mir selbst.

Beruflich bin ich dagegen frei von derartigen inneren Konflikten und pünktlich.

Ironischerweise bin ich bei regelmäßigen privaten Terminen wie dem Sporttraining einer der Menschen, die dadurch pünktlich unpünktlich kommen, also bspw. immer ca. 5 Minuten zu spät. Das fällt auch dem jeweiligen Umfeld irgendwann auf <= eigentlich finde ich das (ständige) Zuspätkommen unangenehm und auch „blöd“ von mir, andererseits resigniere ich da auch oft, solange es bei irgendwas um die 5 Minuten Zuspätsein bleibt.

Gerade beim Sporttraining verzögert sich das Training für die Kinder unmittelbar vorher auch oft etwas, so dass ich dann de facto glücklicherweise doch noch gerade so pünktlich zum tatsächlichen Trainingsbeginn bin.

Na ja, gestern wäre ich jedenfalls eher so 15 Minuten zu spät gewesen und hatte auch davon ab keine Lust auf das Training. (Hinterher wird das Training wieder so, wie letzten Freitag. Das brauche ich nicht nochmal und dafür sind mir die kostbaren Abendstunden unter der Woche zu schade.) So bin ich nicht hingegangen.

Da ich recht erledigt war, eigentlich eine absolut sinnvolle Entscheidung, wenn ich den Abend konstruktiv genutzt hätte und mal früh ins Bett gegangen wäre. Aber es gab noch so viel, das mich interessiert hat und ich wurde dann gegen 21 Uhr wieder deutlich wacher, als ich kurz nach Feierabend gewesen war.

Außerdem habe ich mich gestern letztlich erneut seit dem letzten Mal Anfang Januar übergeben. Auslöser war das übliche Muster. Ich halte dieses Verhalten nicht für sinnvoll, aber es tut mir auch nicht Leid. Es ist dann eben so. Es sollte nur nicht wieder zur festen Gewohnheit werden.

Für akut problematisch erachte ich dagegen meinen Tag-Nacht-Rhythmus und den Schlafmangel. Es hat sich so eingeschlichen, dass ich gerade unter der Woche meine Freizeitstunden sehr weit in die Nachtstunden ausdehne. Sicher auch als Ausgleich zum relativ langen und intensiven Arbeitstag.

So sehr ich die Arbeit insgesamt mag und dazu intrinsich motiviert bin, so sehr mag und brauche ich auf der anderen Seite viel „unverplante“ Zeit für mich, in der ich meinen anderen Interessen nachgehen und den Arbeitstag reizmäßig verarbeiten kann. Blöde Introversion.

Jedenfalls hat sich bereits gegen Ende 2019 eine Art Teufelskreislauf eingeschlichen, der folgendermaßen aussieht:

Unter der Woche gehe ich jeden Tag zu spät ins Bett. Bis zum Freitag lässt sich das kompensieren. Den Freitagabend mache ich nach dem Kampfsporttraining bis 4 Uhr morgens oder länger durch, weil ich einfach so wach bin, von der Zeit Montag-Freitag Nachholbedarf habe und ich ja am nächsten Tag nicht zur Arbeit muss.

Zwar nehme ich mir jedes Wochenende neu vor, diesen Freitag mal früh ins Bett zu gehen, aber das klappt nie, weil ich dann Freitagnacht keinerlei Lust dazu habe. Selbst wenn ich sogar recht früh um Mitternacht ins Bett gehe, verschlafe ich jeden Samstag. Ich kann mir Wecker stellen, wie ich will, ich penne über 12 h von Freitag auf Samstag.

Entsprechend stehe ich Samstags nachmittags auf, brauche Stunden, um richtig wach zu werden (wie in besten Unterfunktionszeiten früher; nur da eben täglich) und gehe natürlich von Samstag auf Sonntag ebenfalls erst spätnachts ins Bett.

Dann geht das Spiel mit den Weckern und dem Verschlafen Sonntags weiter, so dass sich mein Tag-Nacht-Rhythmus weiter Richtung „nachtaktiv“ verschiebt.

Ich weiß nicht, ob das nicht auch biologische Mitursachen hat, weil ich seit der Schulzeit in allen Ferien binnen ein, zwei Tagen so einen Tag-Nacht-Rhythmus hatte, der sich immer weiter nach hinten verschoben hat (so dass ich irgendwann sogar wieder in der „Normalzeit“ war vorübergehend. Eben mehr so 26-h-Rhythmus statt 24-h.)

Es kostet mich jeden Tag Disziplin, nicht in so einen Tagesrhythmus abzugleiten.

Man muss kein Hellseher sein, um zu wissen, dass es in der Nacht von Sonntag auf Montag dann auch nicht viel besser läuft. Außer dass ich da immerhin den echten Vorsatz habe, möglichst vor Mitternacht ins Bett zu gehen. … Letztlich funktioniert das aber mehr schlecht, als recht, und zuletzt gar nicht.

Was unter der Woche funktioniert ist, dass ich durch die Wecker wach werde und es irgendwie Dank fester Routinen schaffe, pünktlich und wach zur Arbeit zu kommen und dort (gut) zu funktionieren.

Sobald Feierabend ist und ich Zuhause bin, fühle ich mich sehr gleichgültig + benommen und stehe ein bisschen neben mir (vielleicht tue ich das schon auf der Arbeit ohne es mitzubekommen, man ist da so dichtgetaktet beschäftigt ?)… Disziplin in meiner Freizeit bzgl. Sport, „Pünktlich-Ins-Bett-Gehen“ und teils auch Essen (nicht zu viel oder zu wenig), funktioniert nicht.

Genaugenommen funktioniere ich mit steigendem Schlafmangel privat gar nicht mehr. Ich habe auch z. B. seit Sonntag hier gewaschene Wäsche auf dem Wäscheständer, die ich einfach nur zusammenfalten und in den Schrank einsortieren müsste. Dauert vielleicht maximal 15 Minuten. => Ich bekomme das nicht hin.

Ich hoffe, dass ich es wenigstens heute vor Mitternacht ins Bett schaffe. Morgen früh habe ich auch noch einen Arzttermin vor der Arbeit. Das wird eh eng.

Rotten from the inside …

Nein, nicht ich, sondern die Wohnzimmerwand hinter dem Sofa. Es handelt sich hierbei ungünstigerweise um eine Außenwand, die insofern aufgrund der schlecht isolierten Gebäudestruktur erhöht anfällig für Schimmelbefall ist. Das gilt auch, wenn man richtig lüftet, was ich stets so gehandhabt hatte. Mit Schimmel hatte ich davor noch nie Probleme in einer Mietwohnung, obwohl ich meine Wäsche immer in der Wohnung getrocknet habe (aber dafür auch in der Zeit immer extra viel gelüftet habe).


Eigentlich hatte ich nach meinem Einzug sowie professioneller Renovierung der (damals schimmelbefallenen) aktuellen Wohnung extra darauf geachtet, dass das Sofa nicht direkt an dieser Wand steht. Im Verlauf der Zeit hat sich das Sofa durch Benutzung blöderweise unbemerkt bis an die Wand verschoben, so dass sich der Schimmel dahinter bilden konnte. Ich hätte damals besser direkt Holzklötze dazwischen stellen sollen … .

Meine Eltern haben den heimlichen Verfall meiner Behausung heute zufällig entdeckt. Ich hätte selbst mal das Sofa von der Wand weggerückt und mir die Wand dahinter angeschaut, wenn ich das Schimmelproblem nicht naiverweise für erledigt gehalten hätte, da ich als Hauptursache des damaligen Schimmels meinen Vormieter ausgemacht hatte:
Dieser hatte in der Wohnung seinerzeit sämtliche Heizkörper über den Winter abgedreht, um Geld zu sparen. Die Miete hat er gleichwohl nicht bezahlt. … Solche Mieter braucht man als Vermieter!

Na ja, die Wand muss nun erst einmal richtig trocknen und danach geht es dem Schimmel mit Spiritus an den Kragen. … Das Ganze ist nicht dramatisch, wenngleich mich sowas trotzdem etwas ärgert.

Ansonsten war der Tag recht entspannt, obwohl ich heute Vormittag verpennt hatte:
Gegen 11 Uhr wurde ich wach, stellte fest, dass mir noch maximal eine Stunde Zeit blieb, bis meine Eltern eintreffen würden und ich davor noch duschen, putzen und idealerweise noch etwas aufräumen mussste.

Zwar habe ich nicht mehr alles geschafft, aber das Wichtigste. Es gab noch ein paar organisatorische Sachen zu klären sowie das ein und andere zu besprechen und danach sind wir in einem Steakhaus essen gegangen. Der Koch hatte es leicht mit uns, da wir alle Steak in Pfeffersauce mit Pommes wählten.
An sich bin ich bei Steak immer etwas skeptisch, weil ich es absolut nicht mag, wenn Fleisch so durchzogen ist oder so „Sehnen“ da drin sind. Das war mir schon als Kind fies, weshalb ich früh zum reinen Filetesser geworden bin in punkto Fleisch. Irgendwie ekelt es mich bei Fleisch schnell. Das gilt auch bei Aufschnitt, wenn die „Maserung“ mir missfällt, weil da z.B. so „Glibberstücke“ erkennbar sind. Fleisch an sich mag ich sehr.
Das Steak heute war sehr gut!

Vorhin habe ich noch eine Waschmaschine angestellt und werde noch ein bisschen was erledigen, das gestern liegengeblieben ist. Für die Arbeit muss ich auch noch was vorbereiten, sonst dauert mir das Montag zu lange. Außerdem ist montags idR viel los, da komme ich im schlechtesten Fall gar nicht dazu.

Ein bisschen zocken werde ich auch noch und mir evtl. nachher die Simpsons oder South Park anschauen. Gestern habe ich erfahren, dass die Hauptspielfigur Arthur Morgan in Red Dead Redemption 2 am Ende stirbt und man zwar danach die Waffen etc. behält, aber die Pferde sind danach auch alle weg.
Einerseits finde ich es toll, dass die Spielemacher sich das getraut haben, so konsequent waren und es kein Happy End gibt. Andererseits mag ich den Charakter und natürlich auch meine im Spiel liebevoll „hochgelevelten“ Pferde, vor allem die schwarze Araberstute. So ein Mist. Es wird mir schwerfallen, mich nach dem eigentlichen Spielende mit dem neuen Protagonisten samt neuem Gaul anzufreunden, die man danach spielt.

Sport lasse ich dieses Wochenende sein; ich könnte allenfalls ein paar Liegestütz machen. Wenn ich fit bin, schaffe ich davon ca. 50 Stück; sauber ausgeführt bis zum Boden. Im Moment werden es entweder 50 „unsaubere“ Liegestütz, also nicht ganz bis an den Boden, oder eher so ca. 20/30 mit etwas gutem Willen. Dazu kommen noch Sit-Ups => je 30 zur Seite und 40 gerade, also 100 Stück.

Ich gehöre zwar zu den Menschen, die aufgrund eines niedrigen Körperfettanteils, guter Gene und einer sportlichen Vergangenheit einen sichtbaren Sixpack haben mit Anfang 30, obwohl ich dieses Jahr kaum was an Sport gemacht habe und Vollzeit sitzend im Büro arbeite bis ca. 18:30/19 Uhr, aber ich habe körperlich abgebaut.

Innerer Zerfall eben, man wird nicht jünger. Wobei ich recht jung aussehe, da ich nicht die ausgeprägteste Mimik habe, weder zum Rauchen, noch zum Trinken geneigt habe und daher kaum Falten habe. Dazu kommt die sehr schlanke Figur, mit zum Glück leicht „androgynen“ Touch vom Körperbau her.
Je nachdem, welche Kleidung ich anhabe und in welchem Kontext mich Fremde getroffen haben, hielten die mich zunächst für allenfalls gerade mal volljährig – bis ich angefangen habe, zu sprechen bzw. sie auch meine spezielle (unverstellte) Art mitbekommen haben.

Heutzutage kann ich damit in meinem Sinne spielen, als Kind und Jugendliche habe ich unbeabsichtigt teils unheimlich auf andere gewirkt:

Ich war als Kind schon altersuntypisch sehr ernst, introvertiert + höflich-freundlich außerhalb von Privatkontakten, aber auch eigenwillig. Daran hatte auch meine damaligen Kieferorthopädin zu knabbern, die mich lange wie geistig zurückgeblieben behandelt hat, immer erst small talk halten und so viel Privates wissen wollte, bevor sie endlich zur Behandlung der Zähne übergegangen ist.
Ich fand die Termine bei ihr immer sehr anstrengend zwischenmenschlich, weil sie so neugierig auf mein Privatleben war. Was geht das sie an, ob ich mein Zeugnis bekommen habe, welche Noten ich habe, ob wir ein Haustier haben usw. => ich habe als Kind beim besten Willen nicht verstanden, warum sie sowas alles wissen möchte, weil ich ja bei ihr wegen der Behandlung meiner Zähne war und wir ein Dienstleistungsverhältnis hatten, kein Freundschaftsverhältnis.

Wir haben so oft aneinander vorbei kommuniziert, bis es eines Tages zu folgendem denkwürdigen Gespräch kam:
Ärztin: „Gestern war doch Zeugnistag. Hast du auch ein Zeugnis bekommen?“

Ich (gedacht): Warum soll ich kein Zeugnis bekommen haben?! Sie weiß doch, dass ich zur Schule gehe … .
Verwirrt und um eine höfliche Reaktion bedacht, entgegnete ich: „Ja, ich habe ein Zeugnis bekommen.“

Damit sollte die Frage ja beantwortet sein, dachte ich naiverweise.

Doch die Ärztin wirkte irgendwie unzufrieden, als hätte ich falsch geantwortet, seufzte und sagte (sinngemäß): „Aha, also wenn dein Zeugnis nicht so toll war und du deshalb über dein Zeugnis nicht reden möchtest, ist das ok.“

Ich: (gedacht) wtf?

Ich: „Nein, ich bin mit meinem Zeugnis ganz zufrieden.“

Die Ärztin wirkte erneut frustriert, also war meine Antwort wohl wieder falsch? Sie schaut mich erwartungsvoll an, ich schaue verwirrt zurück, bis es schließlich aus der Ärztin herausplatzt:
Ärztin (sinngemäß): „Na jetzt sag‘ schon, wie ist dein Zeugnis denn ausgefallen? Welchen Notendurchschnitt hast du?“

Ich (gedacht): „Ach darum ging es ihr. Warum fragt sie das nicht einfach direkt?“, und nenne ich ihr meinen Notendurchschnitt von 1,3. Die Ärztin wirkt überrascht, strahlt mich an und trällert honigsüß: „Das ist doch ein sehr gutes Zeugnis, das muss dir doch nicht peinlich sein.“

Auf eine Erwiderung verzichtete ich, nun leicht verstimmt, weil ich es immer gehasst habe, wenn man mir etwas Falsches unterstellt hat im persönlichen Bereich. Kurz: Ich fühlte mich sehr missverstanden. Danach ging die Behandlung der Zähne, weshalb ich ja da war, endlich los. Später während der Behandlung setzte die Ärztin nach:

Ärztin: „Dass ist mir eh schon bei dir aufgefallen, du redest kaum und bist so in dich gekehrt. Ich habe hier so viele Patienten in deinem Alter. Die kommen ganz anders in den Behandlungsraum, so fröhlich, und erzählen von sich aus direkt, was sie in den Ferien machen usw., nur du machst das nicht und bist immer so still. Ich möchte mal wissen, ob das einen besonderen Grund bei dir hat?“

So wie sie die Frage nach dem „besonderen Grund“ betont hat und dass angeblich nur ich so (unnormal) sei, klang es eher, als vermutete sie, dass mir mal etwas Schreckliches passiert und ich seitdem traumatisiert oder geistig retardiert sei.

Fieberhaft suchte ich damals nach der rettenden Antwort, da ich mich schlagartig wie ein Alien und irgendwie verkehrt fühlte (mal wieder). Dass ich auch von meinen Interessen her etwas anders, als viele Gleichaltrige war, war mir längst selbst aufgefallen, wobei ich das nicht problematisch fand und soweit auch keine nennenswerten Probleme hatte. Zumal ich auch Freundschaften hatte, die dann eben nicht aus meinen Interessen wie der Antike, das Alte Ägypten oder der nordischen Götterwelt, Thriller (für Erwachsene) und Dokumentationen über alles mögliche bestanden, sondern eben aus Fußballspielen, Herumalbern usw..
Mir fiel ein, dass meine Eltern mein Verhalten gerne liebevoll als „introvertiert“ (und sensibel, überempfindlich, „autistisch“, neugierig, verträumt etc.^^) bezeichneten, weshalb ich in meiner Erklärungsnot zur Ärztin erwiderte:
„Hm … ich bin eben .. introvertiert.“

Ärztin (mehr zu sich selbst): „Ach introvertiert, das ist es!“

Danach hat sie mich normal bis sogar sehr freundlich behandelt und nicht ständig mit ihren gesprächigen anderen Patienten in meinem Alter verglichen. Plötzlich war es ok, dass ich mit ihr vor der Behandlung nicht erst über unsere Haustiere etc. plaudern wollte. Schreckliche Frau, mir war sie auch aufgrund anderer Vorfälle während der Behandlung stets suspekt als Kind.

Gelernt habe ich, dass man nur das Zauberwort treffen muss. … Ganz so, wie in diesem Gedicht. Plötzlich ist es dann ok, wie man ist. Obwohl ich vorher auch nicht verkehrt war, mich nur auch Dank solcher Personen so gefühlt habe.

Im Nachhinein tut sie mir fast etwas Leid. Sie hätte mit mir besser nicht diese komische Art versuchen sollen, in der einige Erwachsene gerne mit Kindern reden, sondern besser so mit mir sprechen, wie sie auch mit erwachsenen Patienten gesprochen hätte. Dann hätten wir uns gut verstanden. Meine Eltern haben auch nie in dieser „Babysprache“ mit mir gesprochen.

Es lebe die Biologie

Gestern habe ich ausnahmsweise nach dem späten Aufstehen nichts gegessen und (erneut) festgestellt, dass ich zu körperlichen Verrichtungen viel motivierter werde, wenn ich länger nichts esse. Kurz: Ich bekomme plötzlich nach mehreren Stunden Nichtsessens Antrieb. Am effektivsten, wenn ich gleich den Tag mit Nichtsessen bis abends beginne.

Dieser biologische Effekt ist mir zwar längst bekannt, allerdings etwas in Vergessenheit geraten. Ein bisschen bin ich auch davor zurückgeschreckt, weil es für mich persönlich mit ein Inbegriff der positiv-suchtartigen Erfahrungen während der Essstörung war. Dort natürlich noch mal intensiver aufgrund Dauerhungerns. Ich habe dann auch nach einer Weile eine stärker werdende Abneigung dagegen, überhaupt etwas zu essen. Die Hürde wird umso höher, doch etwas zu essen, je länger das Nichtessen anhält. Auch ohne Essstörung; es dürfte irgendwie biologisch erklärbar sein.
(Anmerkung: Den Tag über nichts zu essen und erst abends etwas ohne akribisches Kalorienzählen, aber keine Unmengen, würde ich nicht als Hungern bezeichnen, auch nicht als Fasten, wie es zuletzt als Trend gepriesen wurde.)

Wie auch immer, ich werde mir diesen vorgeschriebenen Effekt ab sofort gezielt moderat zu Nutze machen, um meine ansonsten vorherrschende Antriebslosigkeit zu bekämpfen. Abnehmen und Essen mehr zu wertschätzen, wären als Nebeneffekte auch sehr willkommen. Quasi mehrere Fliegen mit einer Klappe.

Ich werde das ab sofort an den Wochenenden machen, erst ab ca. 8 Uhr die anstehenden Aufgaben erledigen, u. a. auch immer je einen Raum putzen etc. und Essen gibt es erst nachmittags bzw. wenn die Aufgaben erledigt sind.

Unter der Woche werde ich nichts ändern, da frühstücke ich auf dem Arbeitsweg eine Banane oder einen Früchteriegel oder eine belegte Brothälfte. Für die anstehende geistige Arbeit, bei ständiger Ansprechbarkeit & Aufnahmebereitschaft, parallel zur eigentlichen Kernarbeit, ist das so besser.

Dezentes Miniaturfasten am Tag verhilft zu mehr körperlichem Antrieb, aber bereichert nicht die höheren kognitiven Fähigkeiten. Letztere brauche ich aber bei der Arbeit (beim Putzen, Um- und Aufräumen etc. dagegen nicht; auch zum Zocken und Chillen ist der dezente Trancezustand ideal).

Silvester wird gechillt, vorhin gab es Raclette mit meinen Eltern. Putzen und Aufräumen hat Dank des gestrigen erst spät Essens endlich geklappt. Auf 2020.