
Es ist verdammt lange her, dass ich hier zuletzt geschrieben habe. Ab und zu habe ich an den Blog gedacht und überlegt, etwas zu schreiben, aber es dann wieder aufgeschoben und ja auch aufgehoben.
Seit dem letzten Beitrag hier hat sich in meinem Leben eine ganze Menge getan, sehr zum Positiven hin. Ich mache es mal lieber kurz, bevor mich die Schreibmotivation wieder verlässt:
- Ich habe meine notarielle Fachprüfung (aka das Notarexamen)
überstandenbestanden.
Die mündliche Prüfung, bei der es mir in der Nacht davor aus Angst vor der Prüfung absolut dreckig ging, ist sogar recht gut gelaufen. Improvisieren rulez! Die schriftliche Prüfung ist sehr gemischt ausgefallen. Ich habe mal wieder wie ein Kaninchen vor der Schlange mit dem Lernen (ja, dem Anfangen zu lernen) in Schockstarre bis knapp 2 Wochen vor Beginn der Prüfung gewartet, um dann erst recht festzustellen, dass ich natürlich nichts kann und ab da täglich gegen die nicht mehr verdrängbare innere Panik anzukämpfen und irgendwie den scheiß Prüfungsstoff in den Kopf zu bekommen, innerlich immer so kurz vorm Verzweifeln.
Wenn ihr mich berechtigterweise fragt, was zum Teufel ich eigentlich in all den Wochen/Monaten vorher getrieben habe, kann ich euch sagen, dass ich in all den Monaten davor versucht habe, mit dem Lernen anzufangen. Jeden Tag neu, und jeden Tag habe ich dabei neu versagt. Nach der Arbeit konnte ich mich abends einfach nicht zum Lernen aufraffen, obwohl ich den ganzen Abend daran gedacht habe, dass ich jetzt gleich aber wirklich noch lernen muss, und an den Wochenenden lief es auch nicht besser. Meine Freizeit konnte ich so natürlich auch nicht genießen, denn ich wollte ja eigentlich lernen. Das wachsende schlechte Gewissen hing all die Monate als immer größer werdende, erdrückende Gewitterwolke über mir. Die letzten drei Wochen vor der Prüfung hatte ich zum Glück Urlaub genommen. Wobei ich trotzdem noch rund eine Woche gebraucht habe, um wirklich loszulegen. Nicht, dass ich es nicht auch da jeden Tag bereits ab der ersten Urlaubswoche versucht hätte, nur es hat einfach nicht geklappt. Ich kann das leider nicht besser erklären und natürlich verstehe ich rational jeden, der mein Verhalten in der Zeit als bescheuert einstuft.
Einerseits waren die Crashkursskripte meine Rettung, aber gleichzeitig waren die natürlich immer noch zu umfangreich, um mir den ganzen Stoff innerhalb kürzester Zeit ins Hirn zu saugen. Immerhin ist ein bisschen was hängegeblieben und irgendwie habe ich dann offenbar doch was gelernt. Wobei ich immer noch nicht kapiert habe, wie man lernt. Ich finde das Lernen zu lernen sauschwer. Ohne Scheiß! … Auf der Arbeit, in der Praxis, muss ich irgendwie nicht (bewusst) lernen, um dazuzulernen => ich tue einfach, was ich tue. Es passiert einfach, so wie früher in der Schule und zum Teil auch im Studium und Referendariat. Bei Prüfungsstoff funktioniert das leider nicht. So gar nicht. Es ist auch bei der notariellen Fachprüfung im Grunde wieder alles so (selbstsabotierend) gelaufen, wie damals bei meiner „Vorbereitung“ für das 1. und 2. Staatsexamen. Auch wenn ich am Ende mal wieder das nötige Glück hatte. Aber der Stress bis dahin … .
Aber egal, der Mist liegt glücklicherweise hinter mir. Nie wieder Examensprüfungen! Juhu! Endlich bin ich ein freier Mensch. - Ich bin auch beruflich endlich mein eigener Herr. Und zwar bin ich bei meinem (jetzt Ex-)Chef 2, mit dem ich von Anfang an mit Abstrichen am besten ausgekommen bin, in der Kanzlei als Teilhaberin/Mitgesellschafterin eingestiegen. Fortan werde ich ihn hier liebevoll einfach Kompagnon nennen. Wir sind zu zweit, als Team – Triumvirate haben sich nicht nur in der Kanzleigeschichte nicht so gut bewährt. ^^
Jetzt bin ich tatsächlich selbstständig, habe keinen Chef mehr über mir, und bin Gesellschafterin. Das hätte ich mich nie zu träumen gewagt. Mich hat auch der enorme Zuspruch der „Belegschaft“ in der Kanzlei sehr gefreut. Die haben sich fast mehr gefreut, als ich. Und ich kann endlich auch bei der Gestaltung des „zwischenmenschlichen Umgangs“ zwischen Führung und Belegschaft die Dinge so handhaben und (mit-)entscheiden, wie ich sie menschlich fair finde. Das hat sogar positiv auf meinen Kompagnon abgefärbt. Es harmoniert sehr gut mit uns beiden. Wir haben inzwischen sogar eine Rechtsanwältin angestellt, was auch wiederum vieles verbessert hat und mit der es ebenfalls menschlich und fachlich sehr gut passt. - Nach sehr bestärkender und tatkräftiger Ermunterung durch meine Eltern, vor allem durch meinen Vater, habe ich eine wunderschöne Eigentumswohnung erworben. Da war sehr viel glücklicher Zufall und Hilfe meiner Eltern im Spiel und ich freue mich total, dass es alles genau so gelaufen ist. Auch der Schritt war etwas, auf das ich von selbst nicht gekommen wäre.
Mein Vater hatte das insgeheim schon seit einer Weile im Hinterkopf und heimlich immer mal wieder nach passenden Wohnungen für mich geschaut, ohne dass ich das geahnt hätte. Nachdem er zunächst eine Wohnung in der Nachbarstadt gefunden und mir das Ganze schmackhaft gemacht hatte, hat sich die erste Wohnung bei der Besichtigung als Flopp entpuppt. Ich hatte die Idee dann auch wieder für mich abgehakt, aber mein Vater hat abends direkt nachdem wir wieder Zuhause waren an dem Tag, nochmals online geschaut und dann diese für mich traumhafte Wohnung entdeckt.
In der Nacht vor der Besichtigung habe ich noch gedacht, dass da bestimmt irgendein Haken sein muss und mir absichtlich keine Hoffnungen gemacht, um nachher nicht zu enttäuscht zu sein. Aber als wir vor Ort waren, war die Wohnung genauso toll, wie auf den Bildern. Und mit den beiden Verkäufern passte auch menschlich einfach alles auf Anhieb. Beim Kaufpreis waren wir uns direkt einig. Nach guter Tradition habe ich den Kauf mit ihnen dann auch direkt vor Ort per Handschlag besiegelt. Meine Vorfahren waren eben Bauern, bei denen ein Handschlag noch was wert war. Das kann auch ich nicht ablegen und ich finde es eine schöne Tradition, Juristerei hin oder her. Und wirtschaftlich fahre ich hier mit der Eigentumswohnung nebst Darlehenstilgung, Hausgeld etc. besser, als mit der alten Mietwohnung und den dort immer weiter steigenden Mietzahlungen. Zumal meine neue Nachbarschaft menschlich wunderbar ist. - Sportlich läuft es auch gut. Beim Taekwondo machen wir inzwischen mehr Wettkampftraining, was ich am liebsten mag. Auch wenn meine Kondition besser sein könnte, aber ich
sitze ja auch den ganzen Tag und schlafe chronisch zu wenigbin ja auch nicht mehr so jung. Es ist einfach ein schöner Ausgleich zur Arbeit. Und ich kann die Trainingsgruppen dort von den Leuten und Trainern her gut leiden. Auch als Einzelgänger hat man ja so seine geselligen Momente. - Tatsächlich hat sich das Verhältnis zwischen meinem Bruder und mir (sowie das Verhältnis zwischen meinem Bruder und unseren Eltern) gebessert. Mein Bruder verhält sich seit ca. einem Jahr -toitoitoi – deutlich friedlicher und wirkt ausgeglichener. Allerdings bin ich ehrlicherweise etwas skeptisch, wie lange das diesmal anhält. Von mir aus könnte es ja ein Dauerzustand sein, aber da spielt mein Bruder nicht mit. Und in Gesprächen hält er immer noch gerne eher Monologe, als sich zu unterhalten. Wir zocken aber ab und zu wieder was zusammen online per Teamspeak, z.B. Counterstrike, und kürzere „Gespräche“ sind immerhin wieder drin. Seine Freundin zockt ebenfalls mit. Ich rechne es ihr hoch an, dass sie insgesamt einen ausgleichenden positiven Einfluss auf meinen Bruder hat, auch wenn ich mich wundere, wie sie das eigentlich aushält mit ihm (und die beiden haben natürlich auch so ihre Streitigkeiten untereinander). Aber ok, das ist ihre Sache.
Joa, das war es erstmal soweit. Ich möchte heute Abend noch etwas zocken. Aktuell bin ich wieder bei Total War: Warhammer 3 und Assassin’s Creed: Shadows und Origins hängengeblieben. AC-Spiele finde ich, wenn sie neu sind, erst toll und anschließend immer öder, je länger ich das einzelne Spiel spiele. Deshalb war ich von der Spielreihe lange Zeit abgekommen, bevor ich sie wieder neu für mich entdeckt habe. Auch ältere Titel davon. Der Trick bei AC besteht wohl einfach darin, dass man die verschiedenen Spiele davon einfach parallel im ständigen Wechsel spielen sollte. Wenn man ein Spiel davon die ganze Zeit am Stück spielt, wird es schnell öde und die optisch schöne Spielwelt fühlt sich leblos an.
Außerdem kann ich das Spiel „Schedule I“ sehr empfehlen. Das macht sehr viel Spaß, am besten gemeinsam mit anderen. Und dazu am besten von South Park die Folge schauen, in der Randy auf Ketamin mit Hilfe von Chat-GPT eine Cannabisfarm hochzieht. xD
Allen einen entspannten Abend.






