Film- & Spieltipps

Durch einen Bekannten bin ich auf den Film „Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga“ (Netflix) aufmerksam geworden. eigentlich kann man mich mit den Eurovision Song Contest jagen, ich finde die Veranstaltung grausam, aber als Parodie war es sehr unterhaltsam. Mein Favorit ist der russische Auftritt und Nebendarsteller, sehr gut gemacht!

Schaut euch den Film an, dann versteht ihr, warum ich bei dem Auftritt grinsen muss:

Ansonsten habe ich mir am Wochenende die Spiele „Star Wars Jedi: Fallen Order“, „Total War: Warhammer 2“ und „Spirit Of The North“ gekauft.
Ganz so viel bin ich noch nicht zum Zocken gekommen, aber alle Spiel machen soweit einen guten Eindruck. Bei Star Wars Jedi: Fallen Order hätte ich allerdings nicht erwartet, dass es so viele Anleihen an Tomb Raider hat, auch wenn das nun ja nichts Schlechtes bedeutet. Die Tomb Raider-Reihe mag ich sehr. Etwas schade finde ich, dass es kein aktuelles RPG für Star Wars gibt; eben ein Spiel, in dem man sich z.B. zwischen Siths und Jedis entscheiden kann usw.. Das hätte mal was. Zuletzt habe ich endlich auch mal wieder Dead By Daylight gespielt und finde die ganzen Neuerungen in dem Spiel ganz ok; die neuen Survivor gefallen mir auch; die neuen Killer konnte ich bisher noch nicht testen, da man ewig auf ein Spiel warten muss, wenn man als Killer starten will und sich noch nicht hochgespielt hat.

Mit meinem neuen Curved-Monitor bin ich äußerst zufrieden. Entschieden habe ich mich für den AOC CQ32G1, 2560 x 1440, 144 Hz. Außerdem hatte ich mir passend dazu einen „Greifarm“ als Halterung für den Bildschirm besorgt, was sich ebenfalls sehr bewährt hat und deutlich komfortabler ist, als der übliche Standfuß.
Mein alter Bildschirm war recht breit, aber in der Höhe schmal (2560 x 1080), was auch ok war, aber auf Dauer habe ich einfach die Höhe vermisst und wollte daher nicht wieder so einen eher schmalen Bildschirm.
Bei dem Curved-Monitor zahlt sich die gebogene Form tatsächlich aus in den Spielen; ich finde das angenehmer und sehfreundlicher.

Was sonst noch war:
– ich hoffe, mein Kumpel schafft seine Examensprüfung
– schwarze Fingernägel haben etwas; vielleicht lackiere ich mir die öfter im Urlaub; im Beruf würde sich das etwas schlecht machen.^^
– Sonnenuntergänge machen mich melancholisch, keine Ahnung warum.
– das erste Mal wieder Laufen nach einer längeren Pause ist nur halb so schlimm, wie befürchtet
– Backofen-Pommes schmecken mit Pommes-Salz besser
– Warum tragen die Mädchen & Frauen ausgerechnet bei der Rhythmischen Sportgymnastik und beim Turnen eigentlich so knapp geschnittene Kostüme, im Gegensatz zu den Jungs & Männern? Bei den erwachsenen Frauen kann man ja sagen, dass das deren Bier ist, aber bei den Kindern?
Also ich habe mich als Kind immer geweigert, beim Leichtathletik diese doofen „bikiniartigen Hosen“ anzuziehen, die die Oberschenkel so betont haben, um dann halbnackt vor dem Publikum Sport machen zu sollen, während sich die Jungs normal anziehen durften. Ich habe immer meine Hosen und T-Shirts vom Handball angezogen, trotz all der Missbilligung der Erwachsenen (O-Ton meiner Eltern: „Sei doch mal normal, das trägt man eben so; außer dir denkt sich da keiner was dabei.“). Warum soll ich auch beim Sport halbnackt rumlaufen; noch dazu als Kind?! Und bei der RSG machen die ja erst recht all diese „Verrenkungen“ etc.. Als Sportler würde ich darauf bestehen diese Übungen gefälligst in einer Kleidung machen zu dürfen, bei der man nicht unfreiwillig zum Erotikdarsteller für die Zuschauer mutiert.

Letzte Vorkehrungen

bevor es für wenige Tage in den Urlaub gehen sollte. Mein letzter Arbeitstag war mal wieder ein Freitag und nach den unliebsamen Überraschungen durch Chef 1 an jenem letzten Arbeitstag vor meinem letzten Urlaub, freute ich mich, dass dieser Tag soweit gut aussah in meinem Terminplan.

Meine Freude währte nicht allzu lange, da mich eine der ReNos darauf aufmerksam machte, dass in dieser einen Sache die Stellungnahmefrist nächste Woche ablaufen würde. Nun die Sache hatte Chef 1 vor ca. 2 Wochen an sich genommen, so dass ich eigentlich aus der Geschichte raus war. Nicht, dass ich ihn bereits vor zwei Wochen auf das Fristende hingewiesen hatte, als er die Sache ausdrücklich selbst erledigen wollte; das Ganze war im Zusammenhang mit meinem etwas abgesoffenem Dezernat gewesen, siehe die letzten Beiträge hier. Sein O-Ton: „Ach, das ist doch nicht viel Arbeit.“

Blöderweise war die Akte noch auf mich eingetragen. Außerdem wußte ich ja hinlänglich, dass Chef 1 zu einer gewissen „Divenhaftigkeit“ neigt und irgendwie hatte ich ein dummes Gefühl bei der Sache, so dass ich nicht stillschweigend in den Urlaub gehen wollte, ohne mit ihm wegen des Fristablaufs gesprochen zu haben. Besser, als wenn er Anfang nächster Woche den drohenden Fristablauf feststellen sollte und darüber hinaus sich zusätzlich darüber ärgern würde, dass ich just im Urlaub wäre, also für eine inhaltliche Rücksprache nicht zur Verfügung stände – oder noch schlimmer: Dass er den Fristablauf verpennen sollte. …
Andererseits hatte ich meinen letzten Arbeitstag so geplant, dass ich just in time mit meinen wichtigen Sachen fertig werden würde, die vor meinem Urlaubsantritt fertig werden mussten, war wie gesagt an sich aus der Bearbeitung der Sache raus und ich traute Chef 1 glatt zu, dass er mir die Sache kurzerhand aufs Auge drücken würde, was mir an meinem letzten Arbeitstag vorm Urlaub sehr ungelegen käme. Ich war hin- und hergerissen zwischen Ansprechen und nicht Ansprechen.

Grübelnd verbrachte ich die Mittagspause; diesmal immerhin Draußen an der frischen Luft. Dank der Pandemie hatte ich meine Lieblingsbank für mich alleine. Ich hatte keine Lust, mir wieder einen Urlaub versauen zu lassen und wenn ich ihn heute nicht ansprechen würde, würde es mich die ganze Zeit im Urlaub verfolgen.

Nach der Mittagspause sollte ich Glück im Unglück haben: Chef 1 ließ sich blicken, im Gespräch mit einem Kollegen. Sein Gang und seine Stimme verrieten mir, dass er gute Laune hatte. Einen besseren Moment würde ich nicht bekommen. Innerlich mit gemischten Gefühlen, nach Außen hin sachlich-diplomatisch sprach ich die Diva Chef 1 auf den Fristablauf an und rechnete mit so ziemlich allen Reaktionen. Chef 1 schaute überrascht und machte mich sprachlos, als er betroffen meinte: „Oh das habe ich ganz vergessen. Tut mir Leid.“.
Gut, dass ich kaum Mimik habe in solchen Situationen; sonst hätte ich ähnlich überrascht dreingeschaut.
Daraufhin sprang er in mein Büro, wo wir die Sache kurz durchbesprachen. Er hatte eine wirklich sehr gute Idee, bei der ich gerne das Gesicht des Richters und der Gegenseite sehen würde, wenn sie unseren Schriftsatz zu Gesicht bekommen. Hätte ich diese Idee im Staatsexamen geäußert, hätte das definitiv massiv Punktabzug gegeben, aber in der Praxis zählen Taktik, eine gewisse Kühnheit und Psychologie, nicht die schnöde Juratheorie.

Irgendwie schaffte ich es auch den richtigen Moment zu erwischen, um ihm mitzuteilen, dass ich ja nächste Woche im Urlaub sei. Das merkt sich Chef 1 nämlich grundsätzlich nie, obwohl der Urlaub im virtuellen Kalender eingetragen wird und obwohl er darauf bestanden hat, dass ausschließlich er meine Urlaubsanträge zur Genehmigung vorgelegt bekommt. Mit Chef 2 war die Urlaubsgenehmigung viel unkomplizierter, aber das kollidiert mit dem Kontrollbedürfnis von Chef 1.^^

Wie Sie haben nächste Woche Urlaub?! Das ist aber ungünstig, Ihr Kollege … hat da auch Urlaub und eigentlich soll das nicht so sein, dass Sie beide zeitgleich im Urlaub sind.“, reagierte Chef 1 ganz wie erwartet.
Allmählich kenne ich seine Eigenarten; mein Urlaub ist für ihn im Zweifel immer irgendwie ungünstig, wenngleich er den immer bewilligt hat. Btw: Es geht um drei Urlaubstage und länger als fünf Tage am Stück habe ich noch nie Urlaub dort genommen.
Freundlich lächelnd erwiderte ich, dass ich ja meine Urlaubsvertretung geklärt habe und er mir den Urlaub genehmigt hat. Daraufhin war Ruhe.

Wie ich es geahnt hatte, trug er mir kurzerhand auf, die Stellungnahme anzufertigen. Immerhin ging der Arbeitsaufwand und anders als sonst hatte er angeboten, die Stellungnahme selbst fertigzustellen am Wochenende; ich solle das soweit erledigen, wie ich käme, den Rest würde er machen.

Mit der Stellungnahme bin ich fertiggeworden und hatte ein komisches Déjà-vu, als ich auf die Uhr schaute: An meinem letzten Arbeitstag vor meinem letzten Urlaub, als Chef 1 so zickig gewesen war, war es die gleiche Uhrzeit gewesen, als das Zickendrama seinen Höhepunkt hatte. Zurück in die Gegenwart: Chef 1 reagierte ausgesprochen freundlich, als ich ihm das fertige Werk vorlegte. Er war erstmals seit unserem Konflikt gar zum Plaudern aufgelegt, was dann noch länger dauerte. Eine Art Friedensangebot, wenn man so will.

Danach – ich hätte eigentlich seit einer halben Stunde Feierabend und Urlaub gehabt – diktierte ich noch schnell zwei Sachen fertig und schrieb eine Verfügung – eigentlich hätte ich u.a. das in der Zeit gemacht, in der ich nun die Stellungnahme angefertigt hatte; damit war ich dann mit meinen nötigsten Sachen vor meinem Urlaub auch durch. Der Rest hatte bis danach Zeit.

Seitdem genieße ich meinen Urlaub und u.a. meinen neuen Curved-Monitor. Darüber schreibe ich einen separaten Beitrag.

Entspannung

Was warmes, sonniges Wetter so ausmacht … fast alle haben bessere Laune. Außerdem mag ich am Sommer, dass es noch so lange hell bleibt.

Gestern war ich beim ersten Kampfsporttraining seit dem Corona-Lookdown. Wir haben nun noch einmal Training nächste Woche, bevor die Hallen aufgrund der Schulferien wieder zu sind. Ganz toll!
Zum Glück hatte ich mich letzten Freitag nach der Arbeit mit einem Bekannten vom Kampfsportverein auf einer Wiese zum Trainieren getroffen, denn sonst hätte ich alle Schrittfolgen bei den Choreografien vergessen. Erst war ich skeptisch, ob die Verabredung eine gute Idee war, aber das Ganze war unkompliziert und hat mir gefallen. Vielleicht sollten wir vom Verein aus unser Training im Sommer auf Wiesen verlagern. Das hätte was.
Die Grenzen mit jenem Bekannten sind erfreulicherweise auch transparent und verlässlich festgesteckt. Auf dieser Basis mag dann auch ich Sozialkontakte.^^

Beim gestrigen Vereinstraining waren wir gerade mal zu fünft. Etwas affig war die Maskenpflicht für das Treppenhaus in der Turnhalle; wenigstens reichte es, beim Trainieren in der Halle Abstand zu halten. Normalerweise machen wir viel mit Körperkontakt, wobei ich den immer etwas gewöhnungsbedürftig finde; daher hat mir das „Training auf Distanz“ gut gefallen. Nachteilig war nur, dass wir keine Matten benutzen durften. Wenn man wenig Polstermasse hat, vor allem an der Wirbelsäule und den Füßen, weiß man Wiesen und Matten sehr zu schätzen, im Gegensatz zu bloßen Hallenböden.

Apropos Polsterung:
Erfreulicherweise hat sich mein Gewicht auf 53/54 kg eingependelt. Zu verdanken habe ich das dem Umstand, dass ich derzeit nicht sonderlich Hunger und Appetit habe – sicher auch aufgrund des ganzen subjektiven Stresses der letzten Zeit.

Was mich weiter zur Stressquelle Nr. 1 in meinem Leben bringt:
Die Arbeit war erstaunlich ruhig heute, was mir sehr entgegenkam. Selbst Chef 1 war freundlich-geschäftig. Da ich ihm in einer recht umfangreichen Angelegenheit zugearbeitet, die diversen Unterlagen des Mandaten sowie seine vielfältigen Begehren ausgewertet und das recht lange Forderungsschreiben für ihn entworfen hatte, wollte er den Entwurf noch mit mir besprechen. In dem Gespräch war Chef 1 erstaunlich gutmütig; erkannte ungefragt von sich aus an, dass ich damit viel Arbeit gehabt hatte und war insgesamt sehr ruhig.

Freundlichkeit ist bei ihm zum Glück ja kein bis dato unbekannter Zustand, aber irgendetwas war neu. Erst viel später nach dem Gespräch fiel mir das passende Wort für seinen Zustand ein: Abgekämpft.

Normalerweise strahlt Chef 1 immer eine gewisse Grundenergie aus, die sich nochmal steigert, wenn er einen „guten Tag“ hat. Dann kann er äußerst charmant-strahlend + unterhaltsam sein. Gestresst oder etwas müde habe ich ihn zwar auch schon oft genug erlebt, aber selbst da war diese Grundenergie sichtbar. Von dieser Grundenergie war heute so gut wie nichts übrig. … Ich hoffe, er erholt sich.

So, jetzt ist erst einmal Wochenende. Mit viel Sonnenschein! 🙂

Verwirrung pur

Mein Chef 1, das ewige Rätsel. Wo bitte ist das Übersetzungsbuch Chef1 => Katzenhai; Katzenhai => Chef1 . … Und für Chef 2 hätte ich auch mal gerne eines. Inzwischen bin ich einfach nur sehr verwirrt.

Der letzte Stand war ja das unerfreuliche Gespräch freitagabends mit Chef 1. Am Montag darauf war er zum Glück den halben Tag auswärts unterwegs.

Zwischendurch stellten mein junger Kollege und ich verwundert fest, dass die Mitarbeiterinnen in seinen Terminkalender eine neue Sache aus dem Rechtsgebiet A von Chef 1 eingetragen hatten, das ich eigentlich mitbearbeite; eigentlich hätte der Termin daher bei mir eingetragen werden sollen.
Der Kollege meinte etwas ratlos, die Mitarbeiterin habe ihm mitgeteilt, das sei kein Versehen gewesen und habe so seine Richtigkeit. Mich überkam so eine Ahnung … aber das war doch eigentlich nicht möglich, oder jetzt plötzlich doch?

Innerlich ähnlich verwirrt wie er gab ich ihm noch ein paar fachliche Tipps für die Sache, da mein Kollege mit diesen Fällen bislang fast nichts zu tun gehabt hat, außer mal ganz am Anfang ein, zwei Fälle, als wir noch keine Aufteilung hatten, was sich als gar nicht ökonomisch erwiesen hatte.

Später am Nachmittag kehrte Chef 1 zurück und lief geradewegs ins Büro vom Kollegen, welches sich direkt neben meinem befindet. Dank guter Ohren konnte ich vernehmen, wie er dem Kollegen sachlich knapp erklärte, dass ich künftig stärker in dem Rechtsgebiet B von Chef 2 tätig sein werde und der Kollege daher die Sachen aus dem Rechtsgebiet A mitbearbeiten solle. Da war so ein Unterton, bei dem ich hätte schwören können, dass ihm das Ganze unangenehm war. Allerdings scherzte er direkt darauf souverän wie eh und jeh mit dem Kollegen noch munter etwas small-talkmäßig über jene neue Sache.

Danach rauschte er wieder weg, wobei ich ihn an meinem Büro kurz stoppte, um ihm meine eine Ausarbeitung für ihn zu geben, wegen der er am Freitag ja gefragt hatte. Mit der Sache hatte ich viel Arbeit gehabt und wollte da einfach nur einen Haken hinter machen können, um mich den ganzen anderen Sachen zuwenden zu können. Nach den Gesprächen der 3. Art von letzter Woche war mir zwar auch nicht nach einer direkten Begegnung mit Chef 1 zumute, aber drumherum wäre ich ja eh nicht gekommen.
Chef 1 war überrascht, nicht unfreundlich, irgendwie fast verlegen – hatte noch eine inhaltliche Frage, die ich zu seiner Zufriedenheit beantworten konnte und war mit einem knappen, gar nicht unfreundlichen „Wunderbar!“ wieder verschwunden.
Fast hätte man meinen können, es wäre alles wieder gut zwischen uns, aber die Stimmung war selbst in diesem kurzen Moment einfach seltsam, ich kann es nicht besser beschreiben.

Seitdem hatte ich bis auf eine beiderseits knappe Verabschiedung heute Abend keinen Kontakt mehr mit ihm. Nicht, dass ich darüber unfroh gewesen wäre. Ich will nun auch nicht zu viel in jedes kleine Zeichen reininterpretieren – es kann auch einfach sein, dass es Zufall ist und er z.B. anderweitig Stress hatte; evtl. deshalb auch letzte Woche so reagiert hat. Andererseits habe ich das Gefühl, dass er mir aus dem Weg geht – so im Vergleich zu vorher – und dass ich mir diese komische Stimmung zwischen uns nicht einbilde.

Zu einem Teil finde ich das schade – und es tut mir auch bis zu einem gewissen Grad durchaus ehrlich Leid, dass sich die Dinge so entwickelt haben, dass ich nunmehr offenbar primär im Rechtsgebiet B von Chef 2 tätig sein werde und nicht mehr im Rechtsgebiet A von Chef 1, „obwohl“ er mich darin ehrlich freundlich gut „angelernt“ hat und ich das Rechtsgebiet durchaus sehr mag. … Ich kann sehr gut verstehen, wenn er sich daher irgendwie vor den Kopf gestoßen gefühlt haben und gewissermaßen enttäuscht gewesen sollte.

Andererseits hat auch das Rechtsgebiet B von Chef 2 seine Vorzüge, interessiert mich und ich bin von Chef 2 darin ebenso freundlich konstruktiv angelernt worden. Der Stil von Chef 2 ist anders, als der von Chef 1, aber beide haben ihre Qualitäten (und Schwächen).

Außerdem – bei allem Verständnis für meine Chefs – die Arbeitsverteilung, dass ich A und B mache, funktioniert leider vom Arbeitsaufkommen einfach nicht. Zumal wenn beide Chefs mir daraus gerne eilige (+ umfangreiche) Extraarbeiten auf den Tisch legen, ohne sich abzusprechen, und ich ja auch noch daneben mein reguläres Dezernat bearbeiten muss. Das hat in der Vergangenheit nur für Frust auf allen Seiten gesorgt.

Darüber hinaus wäre es schön, wenn ich nicht darauf angewiesen wäre, die Zeichen deuten zu müssen, sondern meine Chefs einfach mal offen ehrlich sagen würden, wie der Stand der Dinge ist und was sie sich überlegt haben. Auch bzgl. ihres Dauerkritikpunktes wegen des Umsatzes und der Fallzahlen, bei dem sie dann immer den Eindruck vermitteln, dass sie für mich draufzahlen würden und eine Weiterbeschäftigung daher höchst ungewiss wäre.

Wobei ich inzwischen herausgefunden habe, wo die Aktenstatistiken bei uns im System hinterlegt sind. Ich hatte immer vermutet, dass das irgendwo erfasst sein muss, wußte aber nicht, wo und ob ich die nötigen Zugriffsrechte habe. Für die Umsatzkonten habe ich die z.B. nicht, wie ich bei der Gelegenheit festgestellt habe. Über die Umsätze habe ich aber einen gewissen realistischen Überblick, da ich darüber selbst eine Liste führe, was Chef 1 auch weiß. Schlecht sind meine Umsätze nicht, aber die Rechnung meiner Chefs, dass ich mein eigenes Gehalt samt Arbeitgeberanteil plus anteilig ReNo-Gehalt + Gewinn erwirtschafte, geht leider noch nicht auf. Mein eigenes Gehalt erwirtschafte ich zwar, zwei Monate war ich jüngst auch drüber, aber so der Gewinn zusätzlich obendrauf war da noch nicht recht dabei. Laut Rückmeldung meiner Chefs reicht ihnen das ja nicht, weshalb ich es nach wie vor für realistisch halte, dass mein Vertrag nicht verlängert wird.

Laut der Aktenstatistik stehe ich von den bearbeiteten Fallzahlen dagegen gut da und bin gar nicht mal weit entfernt von der Fallzahl von Chef 1, während mein junger Kollege an sich auch nicht schlecht ist, aber eben deutlich weniger Akten zu bearbeiten hat laut Statistik. Am allermeisten Akten bearbeitet bei uns Chef 2, auch mit deutlichem Abstand zu Chef 1.
Was die Aktenstatistik nicht erfasst ist, wie arbeitsaufwendig die einzelnen Akten sind. Weiter hinzu kommt, dass Chef 1 z.B. etwas perfektionistisch angehaucht ist und tendenziell mehr als eigentlich nötig schreibt, wie er mir gegenüber selbst mal freimütig eingeräumt hat, während Chef 2 mehr so der „Akkordarbeiter“ ist, der die Sachen zwar gewissenhaft prüft, aber vom Arbeitsaufwand pro Akte eher das Minimalprinzip verfolgt und dabei immer sehr genau die Dollarzeichen in den Augen seine eigene Wirtschaftlichkeit vor Augen hat.
Persönlich neige ich von meinem eigenen Arbeitsstil her eher zu dem, von Chef 1. Inzwischen habe ich in der Hinsicht aber auch von Chef 2 viel gelernt und weiß auch durch mehr Berufserfahrung, wo vertieftere Ausführungen erwartet werden und wo hingegen knappe „Standardsätze“ reichen. Das spart enorm an Zeit.

Tja, irgendwie verstehe ich im Moment überhaupt nichts mehr. … Chef 2 ist derzeit ausgesprochen freundlich (ok, ist er eh meistens) und Chef 1 redet zwar nicht mit mir, aber hat nun völlig überraschend die Idee von Chef 2 mit der anderen Arbeitsverteilung umgesetzt, nachdem er mich noch drei Tage vorher äußerst ungehalten angemacht und mir mitgeteilt hat, dass das nicht infrage käme. … *grübel*

Vorsichtshalber werde ich aber zweigleisig fahren und die Stellensuche woanders fortsetzen. Nicht unbedingt bzgl. einer anderen Anwaltsstelle -da bin ich hier wohl relativ gut dran insgesamt- aber mit Blick auf Work-Life-Balance wären z.B. Stellen im öffentlichen Dienst gar nicht schlecht.

Schadet nicht, mich auf dem Arbeitsmarkt umzuschauen, und außerdem muss ich mir überlegen, ob meine aktuelle Arbeitsstelle für mich dauerhaft das richtige ist, unter Berücksichtigung aller meiner Bedürfnisse.

Es gibt hier vieles, das ich nach wie vor gut bis sehr gut finde, der Anwaltsberuf hat auch seine erfreulichen Seiten, aber es gibt eben auch anderes, bei dem ich echt nicht weiß, ob ich das die nächsten Jahre so „mitmachen“ möchte und ob der Beruf auf Dauer so das Wahre für mich persönlich ist. Ich schließe das nicht aus, aber ich bin mir auch nicht sicher, ob er das ist.

Außerdem traue ich meinen Chefs einfach nicht mehr nach allem. Da können sie ja ansonsten noch so freundlich sein.

So viele Fragen & Fragezeichen … .

Beleidigter Chef

Der heutige Arbeitstag war mal wieder ganz großes Kino. Wenn mir das Ganze nicht chronisch psychosomatisch spürbar auf die Gesundheit schlagen würde, könnte ich darüber lachen.

Damit es mir heute vormittag angesichts der ganzen auf mich wartenden Arbeit auch ja nicht langweilig werden könnte, haben die anderen internen und externen üblichen Verdächtigen mich zusätzlich gut auf Trab gehalten. Ich komme mir in solchen Momenten vor wie eine Flipperkugel, die hin- und her gekickt wird, bis ihr fast schwindelig wird.

Chef 1 rundete den Arbeitstag wunderbar ab. Die letzte ReNo war gerade gegangen, als ich – nur 15 Minuten über meiner vertraglichen Arbeitszeit – abends die heiligen Hallen verlassen wollte. Dummerweise muss man vorher an seinem Büro vorbei. Natürlich hatte er seine Tür offen, so dass mir nichts anderes übrig blieb, als ihm im Vorbeigehen schnell ein schönes Wochenende zu wünschen und den rettenden Türgriff in die vorläufige Freiheit zu greifen. Leider pfiff mich Chef 1 umgehend zurück.

Dummerweise hatte er schlechte Laune. Wenn er gute Laune hat, z.B. nach für ihn erfolgreichen Gerichtsterminen, ist er ausgesprochen umgänglich und strahlend freundlich-charismatisch, aber wehe er hat diese komisch schlechte Laune. …

Überhaupt neigt Chef 1 im Gegensatz zu Chef 2 zu unvorhersehbaren Stimmungsschwankungen, teils mit merkwürdigen Aussetzern in seinem Gedächtnis => selbst wenn er noch vor einer Stunde behauptet hat, die Wand sei blau, und nun steif und fest meint, die Wand sei gelb, etwas anderes habe er nie gesagt, sollte man ihn niemals mit seiner ursprünglichen Aussage konfrontieren.
Am Anfang hatte ich diesen Fehler mal gemacht, aus Verwirrung über sein Verhalten und im Bemühen um sachliche Aufklärung, welche Wandfarbe ich für meine Arbeit nun zugrunde legen soll.

Eine der ReNos von Chef 2 meinte mal zu ihrer Kollegin – als sie sich unbelauscht wähnte – dass sie bekloppt werden würde, wenn sie für Chef 1 arbeiten müsste.
Nun ja – mich macht er auch irgendwie „bekloppt“ mit seiner speziellen Art. Wenn ich nur für Chef 2 arbeiten müsste, wäre mein Arbeitsalltag erheblich einfacher und stressfreier.

Innerlich auf der Hut beantwortete ich höflich seine bohrenden Fragen nach einer aktuellen – sehr umfangreichen, undankbaren – Arbeit, die ich für ihn am heutigen Tag fast fertiggestellt hatte. Die Sache war objektiv betrachtet nicht eilig und eine Erledigungsfrist o.Ä. hatte Chef 1 mir nicht vorgegeben. Hätten die anderen üblichen Verdächtigen mit mir vormittags nicht „PingPong“ gespielt, wäre ich sogar fertig geworden. Es folgte das übliche Spiel, das er schon öfter mit mir gespielt hat an Freitagabenden, wenn ich längst Feierabend gehabt hätte und eh der letzte Mitarbeiter war.

Da die Sache nur fast fertig war, nörgelte er missgelaunt rum, dass er die Sache ja dann am Wochenende fertigstellen müsse, und überhaupt, wie ich mir das eigentlich vorgestellt hätte … .
Sein vorwurfsvoller Blick, der sich in mich bohrte, ließ mich heute innerlich kalt, was ich mir aber tunlichst nicht anmerken ließ; ich gab mich dezent schuldbewusst, da dies das einzige „Besänftigungsmittel“ bei ihm in solchen Situationen ist.

Ich weiß bis heute nicht, was er genau mit dieser Masche erreichen will. Niemand hat je angedacht, dass er die Sache am Wochenende fertigstellen müsse. Die Sache muss überhaupt nicht am Wochenende fertiggestellt werden, sie könnte zeitlich betrachtet auch objektiv betrachtet nächsten oder übernächsten Monat erst fertiggestellt werden.

Höflich bleibend versicherte ich, dass ich die Sache am Montag fertigstellen werde und nutzte die Chance, ihn noch etwas inhaltlich dazu zu fragen, da er die gesamte Kommunikation – auch Telefonate – mit dem Mandanten geführt hatte und leider nichts davon hält, so gewonnene (wichtige) Zusatzinformationen zum Sachverhalt irgendwo in der Akte festzuhalten. Ich hasse das, da ich dann der Depp bin, der später diese Informationen benötigt. Zumal Chef 1 mir übel nimmt, wenn ich diese – nirgends dokumentierten – Zusatzinformationen dann nicht gefälligst in meine Ausarbeitung reinbringe.

Nachdem er mit seinem üblichen Spiel fertig war, ging es heute mal mit einer neuen Spielvariante weiter:
Die ReNos haben heute nur [die und die Diktate] fertiggestellt. Und ReNo Trallala war nur den Vormittag hier. Was haben die ReNos heute noch getan?“ , fragte er mich.

Nun ich nehme an, sie haben das getan, was sie auch sonst an ihren Arbeitstagen tun.“ , erwiderte ich unschuldig.

Dass konnte doch nicht wahr sein. Ich sitze in einem eigenen Büro und die ReNos sind im ganzen Gebäudetrakt verteilt, woher zum Teufel soll ich wissen, was die heute alles genau gemacht haben insgesamt in der Kanzlei?! Zumal ich hier lediglich als Angestellter arbeite und ganz sicher weder die Zeit noch Lust habe, die ReNos zu kontrollieren.

Ein sehr langer kalter Blick von Chef 1 traf mich.

Ja – und was haben die ReNos heute getan? Den ganzen Tag Diktate geschrieben haben können sie ja nicht!“ , beharrte er.

Hatte er jetzt etwa die ReNos auf dem Kiecker? Wirtschaftlichkeit, Effizienz und Dominanz sind ja die drei vom Chef hochgehaltenen Werte, die er auch mir gerne eintrichtert.

Das weiß ich nicht, ich stehe ja nicht neben denen und bin nicht deren Vorgesetzter. Aber soweit ich das bislang mitbekommen habe, kümmern die ReNos sich um ihre [anderen Aufgaben], wenn keine Diktate zu schreiben sind. Und ReNo Trallala hatte heute jedenfalls durchgängig zu tun, wenn ich dort war.“ , entgegenete ich sachlich und vermeintlich bemüht.

Ja, ja – schon gut!“ , murrte mein Chef, bevor er mich wieder durchdringend ansah ohne eine Miene zu verziehen und nach einer kurzen Pause kühl tadelnd nachsetzte, wobei er das Sie wie einen abgeschossenen Pfeil betonte: „Sie haben ja gar keinen Überblick. Sie sollten mal mehr wie ein Selbstständiger denken!“ .

Dazu sagte ich besser nichts, aber immerhin war ich nun entlassen und durfte das äußerst repräsentabel eingerichtete Büro meines Chefs verlassen. Chef 1 hatte genug mit mir gespielt und war nun offenbar bereit, wieder weiterzuarbeiten. Andere Spielbälle zum Abreagieren gab es in der Kanzlei schließlich nach meinem Verschwinden nicht mehr.

In der Vergangenheit hat mich Chef 1 mal über den grünen Klee gelobt, mal abgestraft, es war immer sehr von seiner vorherrschenden Tageslaune abhängig. Ein ständiges Auf und Ab, bei dem man den einen Tag glauben könnte, man würde gefeuert, den nächsten Tag genau andersherum – nur Stabilität und Zuverlässigkeit bzgl. der Zukunftsperspektive, die gab es nie.
Auf vorher anders kommunizierte „Versprechen“ konnte ich mich im Zweifel ebenso wenig verlassen.

Für mich war das ziemlich stressig, auch wenn ich es bislang ein bisschen unter „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ und „typische Chefallüren“ verbucht hatte. Es gibt sicher Menschen, die so einen ständigen Wechsel motivierend finden und sich noch mehr zur Decke strecken, mich verunsichert und stresst das eher. Es fördert nicht das Vertrauen.

Heute hatte ich den Eindruck, dass Chef 1 mich irgendwie endgültig auf dem Kiecker hat und ich final in Ungnade gefallen bin. Blöd, dass ich noch ein paar Monate rumbringen muss – ich fühle mich dort absolut nicht mehr wohl; irgendwie auch ein bisschen bedroht, auch wenn das nur so ein schwer konkret greifbarer Eindruck ist und meine „Antennen“ generell etwas sehr sensibel sind, wodurch sie bereits bei kleinsten Regungen beim Gegenüber ausschlagen. Als Kind hat es mich oft verunsichert, so viel mitzubekommen. Oft habe ich an meiner Wahrnehmung gezweifelt. Zumal die Umwelt einem keine Bestätigung für das Registrierte geben will – bis man Jahre später erfährt, dass man sich das nicht eingebildet hat.

Immerhin trösteten mich die Sonnenstrahlen auf dem Weg zu meinem Pkw und die Aussicht, am Wochenende auf Stellensuche zu gehen. Meine neue Stelle sollte auf jeden Fall besser weit weg von hier liegen. Chef 1 ist leider lokal gesellschaftlich bestens verknüpft sowie zumindest hier vor Ort hoch angesehen und dürfte einen langen Arm haben.

Ernüchterung, …

was bleibt ist eine klare, befreiende Ernüchterung und die Erkenntnis:
Am Ende sind Tigerhaie eben Tigerhaie. Daher muss ein Katzenhai tun, was ein Katzenhai tun muss!^^


Das wird hier nichts mehr. Hier sind Hopfen und Malz verloren!“ ,

schoss mir in dem heutigen Gespräch mit Chef 1 erstaunlich nüchtern die Erkenntnis durch den Kopf bis ins Herz.

Gestern Abend war ich nach einem spontanen Gespräch mit Chef 1 nach Feierabend noch ziemlich betroffen gewesen, weil ich da schon geahnt hatte, dass meine Zukunft in der Kanzlei sehr fraglich ist.
Gestern fand ich das noch schlimm und irgendwie war da wieder das Gefühl, durch und durch unfähig und ein Versager zu sein, der nie „normal“ sein, sondern immer ein Alien unter Menschen bleiben und dadurch letztlich immer scheitern wird.

Paradoxerweise fand ich die Vorstellung, unter den sich immer unschöner abzeichnenden Arbeitsbedingungen in der Kanzlei zu bleiben, ähnlich bedrückend.

Dabei hatte einst alles so gut angefangen … . Ich hatte noch bis gestern trotz allem gedacht, dass ich es mit meiner Arbeitgeberin richtig gut getroffen hätte und die „familiär“ wirkende Binnenstruktur für mich gerade gut wäre.

Wo der Pferdefuß mit Chef 1 bzw. der internen Kanzleistruktur generell liegt, habe ich nun realisiert:
Im Grunde werden die Dezernate der Kanzleipartner de facto wie eigene Firmen in einer Firma (= Kanzlei) geführt. Die beiden Inhaber – Chef 1 und Chef 2 – kommen unter’m Strich gut miteinander aus, aber jeder schaut auf seine Firma und sein Personal, nicht auf die Firma des anderen und dessen Personal. Zu blöd, dass ich in beiden Firmen angestellt und Diener zweier Herren bin, die mich beide als ihr Personal betrachten.
Chef 1 hat heute deutlich gemacht, dass er mich als „Unterstützung für sich!“ eingestellt hat, eine Arbeitsumverteilung (wie von Chef 2 angedacht) käme daher gar nicht infrage.

Im Grunde lässt sich seine Haltung nüchtern und passend übersetzt damit zusammenfassen, dass ich seine (!) Aufgaben gefälligst bevorzugt bearbeiten soll, er mich quasi als seine rechte Hand eingestellt hat, und ich eher Überstunden machen soll, als etwas von seinen Sachen (aber eigentlich auch von den anderen Sachen) liegenzulassen – schließlich mache er das auch – und wie und ob ich es schaffe, all die von den anderen zugeteilten Arbeiten zu erledigen, ist mein Problem. Oh wait – das einzige Problem, das er sieht, ist, dass ich zu langsam sei und da an mir arbeiten müsse.

Tja, ich hatte gestern und heute diplomatisch, aber durchaus direkt aus gegebenem Anlass mitgeteilt, wo ich die Ursachen für das Absaufen „meines“ Arbeitsbereiches sehe.
Das waren durchaus Punkte bei mir, an denen ich auch arbeite, aber eben auch das Problem, dass insgesamt aus allen Bereichen in der Summe zu viel bei mir landet an „zeitgleich zu bearbeitenden“ Sachen.

(Was nicht besser dadurch wird, dass – wenn ich mich just endlich zu den länger liegenden Sachen durchgearbeitet habe, bei denen ich dann noch fast in der zu verschmerzenden Zeit wäre – gerade er oder Chef 2 mir gerne noch umfangreiche/eilige Sachen obendrauf werfen, bei denen sie bevorzugte Bearbeitung erwarten, wodurch die eh schon lange liegenden Sachen noch länger liegen und es wieder andere eiligere Neuzugänge gibt – auf der anderen Seite soll ich aber generell natürlich auch nichts zu lange liegenlassen und alles möglichst der Reihe nach abarbeiten. Sehr witzig!)

<= DAS in Klammern habe ich Chef 1 natürlich nicht gesagt, denn der hatte sich eh schon längst darauf festgelegt, dass das Problem einfach ausschließlich an mir läge.

Im Grunde soll ich mich wie ein Kanzleipartner unter Selbstausbeutung reinhängen, aber ansonsten bitte alle Nachteile eines Angestellten haben; Hauptsache er ist entlastet und ich erwirtschafte für die Kanzlei unter Selbstausbeutung Gewinn, an dem ich nicht beteiligt bin.
So fürstlich ist mein Gehalt in keinster Weise, dass das in irgendeinem adäquaten Verhältnis stünde.

Einziges Problem in der Welt meines Chefs ist, dass der Katzenhai zu langsam sei und nicht wie er es sich in seiner Idealvorstellung ausmalt, eine Akte nach der anderen durchjagt, jederzeit noch für ihn – eigentlich auch noch für alle anderen – springen kann auf Anfrage und dabei noch saftigen Gewinn einfährt. So die eierlegende Wollmilchsau – welcher Arbeitgeber würde sich das nicht wünschen?!^^

Mein Chef 1 ist sogar der felsenfesten Auffassung, dass er dabei noch nett und großzügig zu mir wäre, weil er mir nun gnädigerweise eine weitere Chance zur Besserung gibt. Ich hatte den Eindruck, dass er mich sogar gerne behalten würde – natürlich nur, wenn ich seine vorgestellten Soll-Hürden nehme, was ich wiederum für utopisch halte bzw. graut es mir vor so einer Zukunft. Da kann ich auch gleich sagen: Mein Leben für Ner’zhul!

Den Vogel abgeschossen hat er für mich damit, dass er nun kritisiert hat, dass ich (vermeintlich) keine Überstunden gemacht hätte in letzter Zeit. Auf meinen Hinweis, dass ich jüngst eher regelmäßig in die Mittagspause hinein gearbeitet habe, statt abends länger zu bleiben, hat er nichts gesagt.
Dabei hat er definitiv auch mitbekommen, dass ich auch die letzte Zeit entgegen meiner Vorsätze (zusätzlich zur Mittagspause) auch abends öfter ca. 20 Minuten länger gearbeitet habe.
Noch wenige Monate zuvor hatte er noch moniert, dass ich abends immer Überstunden gemacht habe. Nun sind ihm (vermeintlich) „keine“ Überstunden auch nicht genehm. Inoffizielle Vertrauensarbeitszeit ist schon toll – für Arbeitgeber.

Joa … ich mache fast seit 1 1/2 Jahren täglich Überstunden; freiwillig und in der naiven Hoffnung, dass es irgendwann besser würde. Schließlich gelingt es mir jedesmal, meinen Bereich wieder fast in den grünen Bereich zu bekommen. Doch das Licht am Ende des Tunnels ist bislang jedes Mal nur der entgegenkommende Zug gewesen. Immer wenn ich fast bei Grün gewesen wäre, kam ’ne Schüppe mehr drauf.

Und dass, obwohl ich – wie ich heute schwarz auf weiß in der Aktenstatistik alleine für dieses Jahr sehen konnte – , fast 1/3 mehr Fälle bearbeite, als mein junger Kollege, der mit mir zu gleichen Konditionen angestellt worden ist, extrem selten Überstunden gemacht hat und im Grunde alles macht, was ich mir schon versage, ohne dass er dafür von den Chefs kritisiert würde (ist ja auch das eigentlich normale, gesunde Verhalten, das er an den Tag legt; sei ihm auch gegönnt!). Und dabei erfasst die Aktenstatistik (= „Hellfeld“) noch nicht einmal alles, was tatsächlich an Arbeit erledigt worden ist z.B. bei den ganzen Zuarbeiten (=“Dunkelfeld“).

Als mein Chef 1 heute ernsthaft hat durchblicken lassen, dass sich nichts an der Arbeitsverteilung auf meine Schultern bessern wird, im Gegenteil sogar mittelfristig noch einmal mehr draufkommen soll, und er erwartet, dass ich eben einfach schneller werde (inkl. regelmäßig Überstunden im Zweifel), hat es mir innerlich gereicht.
Bei mir wird alles kritisiert, was bei meinem jungen Kollegen ok ist. Und das, obwohl ich definitiv signifikant mehr zu tun habe als er. Zynisch gesagt soll ich künftig noch mehr der Depp für alle sein; und wenn es nicht funktioniert, liegt es angeblich einzig an mir.

Tja … lieber Tigerhai. Im Grunde hast du dir einen Bärendienst erwiesen, denn für deine (über-)ambitionierten Pläne kannst du dir einen anderen Dummen suchen. So sehr ich deine Fachkenntnisse auch schätze und viel bei dir/euch gelernt habe, durchaus auch in vielen Punkten positiv unterstützt worden bin, und für all dies durchaus dankbar bin, aber mein „Bindungsfaden“ zur Kanzlei ist heute vormittag unwiderbringlich gerissen.

Seitdem bin ich innerlich frei und von einer angenehmen klaren Nüchternheit erfüllt, wo sonst Scham- und Schuldgefühle nebst chronischer Nervösität waren.

Ich habe viele Schwächen, bin sicher an der ein oder anderen Stelle auch zu langsam etc. und ganz sicher bin ich vorübergehend auch – wie oben gezeigt – durchaus manipulier- und ausnutzbar, aber dauerhaft verarschen lasse ich mich nicht. Bei allem gegenseitigen grundsätzlichen Respekt und aller – wohl durchaus auf eure Weise aufrichtiger – Freundlichkeit.
Ich bin mir sogar sehr sicher, dass gerade Chef 1 es tatsächlich nicht verstehen wird, warum ich Ende des Jahres auf Nimmerwiedersehen verschwunden sein werde.

Wie praktisch, dass Chef 2 im Gegensatz zu Chef 1 unbedingt wollte, dass der aktuelle Arbeitsvertrag auch im 2. Jahr noch einmal befristet verlängert wird, obwohl das vorher noch anders kommuniziert worden war.
Dafür bin ich ihm jetzt im Nachhinein sehr dankbar, denn ansonsten hätte ich noch Anfang dieses Jahres den unbefristeten Vertrag unterschrieben, getrieben davon, es dort „schaffen zu müssen“ und ihnen zu Willen zu sein, weil ich da noch meinte, es dort verblüffend gut getroffen zu haben, Chefs wie Kollegen menschlich durchaus geschätzt habe und weiter meinte, ihnen quasi dafür im Gegenzug zusätzlich etwas zu schulden.

Nun geht es ans Bewerbungsschreiben. 🙂

Freiheit für den Katzenhai!^^

Verteilungskämpfe & Chancen

Vorwarnung: Wer keine langen Texte lesen mag, sollte besser wegklicken.

Der heutige Arbeitstag hatte ohnehin ein paar besondere Stressquellen für mich vorgesehen, die sich aber alle letztlich gut bewältigen ließen. Zusätzlich hatte mein einer Chef auch noch gleich zu Beginn verschiedene Anliegen, u.a. Sachen, in denen ich ihn vertreten soll, weshalb es ihn morgens gleich mehrfach in mein Büro verschlug. Als ich schon dachte, ich könnte mich wieder meiner begonnenen Arbeit zuwenden, sollte ich mit in sein Büro kommen. Dort hatte er noch eine eilige Sache, die er kurz erläutert hat, und ich war schon fast wieder aus seinem Büro heraus, um die anderen Arbeiten zurückzustellen und zunächst diese Sache zu erledigen, als er mich noch einmal zurückrief.

Zum Verständnis des Nachfolgenden:

Meinen einen Chef nenne ich mal „Chef 2“. Mein anderer Chef ist der mit dem Kritikgespräch vom Dienstag. Ihn nenne ich mal Chef 1.
Die Zahlen habe ich deshalb so gewählt, weil an sich beide formal gleichrangig sind als Kanzleipartner, aber Chef 1 ist quasi der, der meiner Wahrnehmung nach im Innenverhältnis im Zweifel eher das letzte Wort hat – und das nicht nur wegen seines Altersvorteils. In ihre Dezernate reden sie sich nicht rein; da wird die Hoheit des jeweils anderen absolut respektiert.
Das alles ist für mich aus den Gründen interessant und relevant, die ich nachfolgend ein wenig erklären werde.

Rechtsgebiet A hat ein sehr hohes Arbeitsaufkommen und ist das Hoheitsgewässer von Chef 2, in dem ich mit ihm alleine tätig bin.
In Rechtsgebiet B ist dagegen Chef 1 der Boss; Rechtsgebiet B hat ebenfalls ein hohes Arbeitsaufkommen, verteilt sich aber mit mir auf drei Schultern.

Daneben teile ich mir noch ein anderes weitgestecktes Rechtsgebiet mit einem anderen Kollegen.

Außerdem arbeite ich Chef 1 bei dessem Strafrechtsdezernat zu und übernehme da immer mal wieder eigene Mandate. Strafrecht macht außer meinem Chef und mir hier niemand und ich mochte immer schon sowohl das Zivilrecht, als auch das Strafrecht, so dass ich über die Möglichkeit, hier beides machen zu können, froh bin.

Daneben gibt es noch andere Rechtsgebiete, in denen ich ebenfalls immer mal wieder die ein oder anderen Fälle bearbeite/übernehme. Darunter auch ein weiteres Steckenpferd von Chef 1.

Mein vager Eindruck war bislang, dass sich Chef 1 und Chef 2 nicht so stark miteinander abstimmen bzgl. ihrer Arbeitsdelegation an mich bzw. bzgl der Verteilung des Arbeitsaufkommens auf die jeweiligen Schultern ihrer Untergebenen. Da auch nicht jedes Rechtsgebiet gleich viel Aufkommen hat und ich mit den Rechtsgebieten A und B gleich zwei Felder bearbeite, die ein sehr hohes Arbeitsaufkommen haben und in denen meine Chefs mich gut als Unterstützung/Arbeitsentlastung für sich gebrauchen können, landete kurz gesagt immer mehr bei mir, mit der Folge, dass ich nüchtern betrachtet ständig zu viel auf dem Tisch habe und die Sachen schieben und stark priorisieren muss; nur kommt ja nicht weniger rein, so dass der Berg nicht weniger wird.

Dass sich meine Chefs untereinander so gar nicht abstimmen und nicht mitbekommen, wie viel chronisch bei mir landet und dass ich von den Kapazitäten her ständig am Limit bin, konnte ich bis heute nicht glauben. Ich war mir sicher, dass meine Chefs das alles durchaus registriert haben, aber möglicherweise eher der Ansicht wären, dass ich dann eben einfach zu langsam bin bzw. habe ich mich bislang immer selbst für zu langsam gehalten. Heute sollte ich jedoch eines besseren belehrt werden.

Chef 2 hatte mich wie gesagt zurück in sein Büro gerufen. Er meinte, dass ich ja derzeit sowohl Rechtsgebiet A, als auch B machen würde und ob ich mir von meinen Interessen her vorstellen könnte, künftig nur noch A zu machen während B dann an meinen Kollegen abgegeben würde. Er hätte bei A sehr viel zu tun, sei mit meiner Arbeit sehr zufrieden und ich könnte ihn bei A gut unterstützen, es wäre sinnvoll, wenn er mich da künftig mehr einbinden könnte.
Ihm sei allerdings aufgefallen, dass der Kollege ja deutlich weniger zu tun hätte, als ich. Wie der weitere genaue Wortlaut war, weiß ich nicht mehr, aber er hat erstaunlich deutlich durchblicken lassen, dass er mitbekommen hat, dass mein derzeitiges Pensum insbesondere mit A und B zu hoch ist (und ich ihn dadurch nicht seinerseits so entlasten/unterstützen kann, wie er sich das wünscht).
Jedenfalls habe er schon mit Chef 1 gesprochen; der sei von der Idee aber nicht so angetan gewesen, da müsse man mal schauen (=> kein Wunder; Chef 1 schätzt meine Arbeitskraft nämlich seinerseits).

Solche Neuigkeiten am frühen Vormittag! Da scheint es wohl gefruchtet zu haben, dass Chef 2 meine Urlaubsvertretung gemacht und dadurch insbesondere fast alle meine noch zuvor von mir diktierten Arbeiten nach Fertigstellung durch die ReNos stellvertretend für mich abgezeichnet hat. Trotzdem will ich mich lieber nicht zu früh freuen; noch ist nichts entschieden und es geht erst einmal wie gehabt weiter.

Meine ehrliche Antwort an Chef 2 war (sinngemäß), dass ich sowohl Rechtsgebiet A, als auch B interessant finde und an beiden Interesse habe. Allerdings sei mein Eindruck, dass diese beiden Rechtsgebiete in der Kanzlei jeweils die seien, in denen das Arbeitsaufkommen quantitativ am höchsten sei. Ich hätte gemerkt, dass ich von der Arbeitszeit her nicht in beiden Gebieten gleichermaßen tätig sein könne. Seine Idee fände ich daher sinnvoll und wäre damit einverstanden, dass ich künftig schwerpunktmäßig A mache (und B abgebe).

Mal sehen, wie meine beiden Chefs sich da einig werden. Chef 1 behält mich zwar in seinen anderen Dezernaten, aber so wie ich ihn kenne, wird ihm die Idee von Chef 2 nicht passen. Andererseits ist auch Chef 2 auf seine Weise ähnlich durchsetzungsstark, wie Chef 1. Auch deshalb bin ich neugierig, wie die beiden Tigerhaie das unter sich ausmachen werden.

Mir war gar nicht so bewusst, dass in gewisser Weise beide intern ein wenig in Konkurrenz um mich als Arbeitskraft stehen und sich absolut nicht untereinander abgesprochen haben bzgl. der Verteilung der Arbeitsbelastung auf meinen Schultern; auch weil ich viel zu beschäftigt damit war, schneller und effizienter zu werden, um den Arbeitsberg in Schach halten zu können, nicht als inkompetent/ zu langsam wahrgenommen zu werden und es möglichst allen recht zu machen. Die Arbeitstage sind außerdem immer so schnell rum und zu kurz.

Dazu kam, dass Chef 1 noch vor ein paar Monaten just belustigt reagiert hatte, als ich angedeutet hatte, viel zu tun zu haben; das sei doch nicht viel. Das war mir dann peinlich und ich habe das nicht mehr thematisiert.
Paradoxerweise hatte Chef 1 wiederum später mal im gemeinsamen Gespräch mit Chef 2 und mir bzgl. der näheren Zukunftsplanung gesagt, dass er Bedenken habe, dass mir das Arbeitspensum zu viel werden würde (u.a. weil er mitbekommen hat, dass ich fast ständig Überstunden drangehängt habe. Dass deshalb, weil ich mir doof und „verantwortungslos“ vorgekommen wäre, pünktlich Feierabend zu machen, wenn noch so viel auf dem Tisch liegt, und weil ich ja zeitlich chronisch hinterherhing.) Dass Chef 1 unbegeistert über die Überstunden war, hatte mich völlig überrascht. Allerdings hatten mir die beiden da nur Tipps gegeben, wo sich möglicherweise Zeit sparen lässt.
Die Tipps waren ja auch durchaus hilfreich, gingen aber am Grundproblem vorbei – auch wenn ein Teil von mir immer noch meint, dass ich einfach nur so lange besser, schneller, effizienter, usw. werden müsste, bis es passt. Allerdings habe ich in der Vergangenheit eher noch mehr bekommen, wenn ich tatsächlich durch mehr Routine etc. mehr in gleicher Zeit erledigt bekommen habe, so dass es irgendwie nie gereicht hat, um mal in den grünen Bereich zu kommen, und auch ein wenig frustrierend war.

Seitdem habe ich meine Überstunden in meine Mittagspause verlegt – mache aber gleichwohl auch eine Weile Pause – und mache lieber pünktlich Feierabend. Mittags sind meine Chefs nicht da und abends bekommen sie eben meistens mit, wann ich gehe. Außerdem bin ich mittags leistungsfähiger, als abends.
Optimal ist auch diese Lösung nicht, aber ich wüßte zumindest im Moment keine bessere. Irgendwoher muss ich die Zeit nehmen; auch wenn ich mittelfristig natürlich gerne das Grundproblem mit der unpassenden Arbeitsverteilung gelöst hätte – das geht aber nicht ohne meine Chefs.

Für mich als Katzenhai bietet die Idee von Chef 2 alles in allem deutliche Vorteile => die Arbeiten, die er an mich delegieren will, delegiert er auch jetzt an mich. Außerdem kann man Rechtsgebiet A schlecht „halb machen“ und ich hatte mit diesem Rechtsgebiet bis vor nicht allzu langer Zeit überhaupt nichts am Hut; ich hatte dieses Fachgebiet sogar aufgrund einer Mischung aus teils berechtigten, teils unberechtigten Vorurteilen sowie fast null praktischer oder theoretischer Erfahrung damit ursprünglich kategorisch für mich ausgeschlossen im Vorstellungsgespräch – genauso wie ironischerweise seinerseits Chef 2 als er in der Kanzlei angefangen hat – und was machen Chef 2 und ich jetzt?! Tzz … ^^

Außerdem spricht für A, dass abgestimmt ist, dass ich darin demnächst meinen Fachanwalt machen werde. In A habe ich durch „learning by doing“, die Einarbeitung durch Chef 2 und Autodidaktik in kurzer Zeit erstaunlich viel gelernt, habe da aber noch Unsicherheiten und Wissenslücken, so dass ich da nicht alles übernehmen kann „von der Kragenweite her“. Erfreulich ist aber, dass Chef 2 mit meinen Arbeiten sehr zufrieden ist; auch wenn seine Idee natürlich nicht uneigennützig ist. Aber wenn es auch zu meinem Vorteil ist … .

Rechtsgebiet B mag ich inhaltlich unter’m Strich gleichstark wie inzwischen A. Es wäre aber definitiv deutlich entlastend, wenn ich in B nicht mehr tätig wäre. Dann kann mir Chef 2 meinetwegen auch mehr in A geben. Die Entlastung durch den Wegfall von B würde alles in allem aufgrund verschiedener Faktoren die wahrscheinliche Mehrarbeit in A mehr als aufwiegen. Sich auf ein Rechtsgebiet zu konzentrieren, bindet weniger eigene Ressourcen, als auf mehreren Hochzeiten zu tanzen.

Schade, dass ich Zeit meines Lebens immer Entscheidungsprobleme hatte, weil mich so vieles Verschiedenes interessiert hat. Man kann ja nicht alles machen und alle Interessen befriedigen.
Andererseits fällt es mir in meiner aktuellen Situation leicht, das Rechtsgebiet B abzugeben (ein bisschen schade finde ich es trotzdem, ohne es zu bereuen). Nicht abgeben möchte ich dagegen Strafrecht; aber das lässt sich vom dortigen Pensum her bei mir eh gut integrieren und Strafrecht abzugeben, würde mich insgesamt nicht signifikant entlasten. Außerdem ist Strafrecht eine schöne Abwechslung zum Zivilrecht; beide ergänzen sich gut.

Mal sehen, ob sich Chef 1 von Chef 2 überzeugen lässt; Chef 2 hat hier ein paar gute Argumente auf seiner Seite, auch wenn ich nicht abschätzen kann, wie das Ganze ausgeht.

Die Wirklichkeit ist meistens nicht so schlimm, wie das eigene Kopfkino meint

… außer eine menschenfressende Riesenspinne nähert sich.^^

Meistens ist es aber so, wie mein erster Arbeitstag am Dienstag:

Zu sagen, dass ich mich unwohl gefühlt habe, als ich zur Arbeit gefahren bin, wäre untertrieben gewesen. Andererseits bin ich jemand, der sich bereits als Kind um alles Mögliche und Unmögliche den Kopf zerbrochen und dadurch unnötig irgendwelche Angstszenarien erschaffen hat, von denen in der Realität kein einziges Szenario je so schlimm eingetreten ist, wie ich es mir vorgestellt hatte. Hätten meine Eltern geahnt, was ich alles mitbekommen und über was ich mir alles Gedanken gemacht habe, wären sie wohl ihrerseits beunruhigt gewesen. Sensibel zu sein ist imho für’n Arsch.

Bevor ich weiter ablenke zurück zu meinem Arbeitstag:
Nach dem Betreten der Kanzlei registrierte ich, dass im besten Sinn alles wie immer zu sein schien; später sollte ich feststellen, dass die generelle „Laune“ sowohl der Angestellten, als auch der Chefs sogar etwas besser als sonst war; die Leute wirkten deutlich entspannter. Vermutlich lag es an dem guten Wetter und dem langen Wochenende vorher.

Unbehelligt konnte ich mein Büro betreten, nachdem ich routinemäßig im Vorbeigehen an den anderen Büros die üblichen Grußworte samt Lächeln und passender Stimmlage abgespult hatte. Dass mich niemand aufgehalten hatte, war schon mal ein gutes Zeichen.

Ich habe es eigentlich nicht so mit Sozialkram und all den dortigen ungeschriebenen, für mich bis heute teils etwas mysteriösen bis verwirrenden Regeln, die für andere Menschen kein Problem zu sein scheinen. Solche Routinen wie dieses „Begrüßungsritual“ finde ich daher gar nicht schlecht.
Ich hoffe nur, dass ich nie beim Einkaufen oder so auf meine Kollegen treffe, denn dann könnte es sein, dass ich sie ansehe aber ggf. gar nicht als Kollegen erkenne und betriebsblind an ihnen vorbeilaufe, weil ich sie nicht im Supermarkt erwartet hätte und der ein oder andere Kollege für mich nicht soo leicht wiederzuerkennen wäre in anderer Kleidung etc..

Früher in der Schule oder auch im Studium ist mir das tatsächlich das ein oder andere Mal passiert, was das Gegenüber bestenfalls nur sehr irritiert, schlechtestenfalls verstimmt. Eine langjährige alles andere als unauffällige Freundin hatte sich in der Schule mal die Haare von dunkelbraun auf blond gefärbt. Wie soll ich sagen – ich habe ihr direkt ins Gesicht gesehen, mich gewundert, warum diese vermeintliche 6.-Klässlerin so groß ist und bin unmittelbar an ihr vorbeigegangen, grußlos. … Joa, sie hat es immerhin mit Fassung getragen. Ähnlich auch meine Kumpels später, wenn ich Anstalten gemacht hatte in größeren Menschenmengen wie der Mensa an ihnen vorbeizulaufen, obwohl ich wußte, dass sie irgendwo dort sind. Aus der Nähe habe ich sie immerhin dann doch erkannt (aus der Ferne allerdings nicht bzw. war ich mir nicht sicher – wenn ich sie überhaupt wahrgenommen habe).
Zum Glück sind mir in meiner Freizeit bislang keine Mandanten über den Weg gelaufen; dass fehlte mir noch. …
Den einen Vereinskollegen vom Kampfsport habe ich immerhin im Supermarkt gerade noch rechtzeitig wiedererkannt und das erlernte Sozialskript „Begrüßung 02“ abspulen können. *stolzaufmichbin*

Vielleicht schreibe ich irgendwann einmal einen Blogbeitrag über all die Sachen, die u.a. meine Eltern halb-ernst an leichten Autismus bei mir haben denken lassen. (Mein Bruder war in die Richtung auch auffällig, aber ist so wie ich nie getestet worden; früher war das auch einfach nicht so bekannt wie heuzutage). Als Kind war ich da aber deutlich auffälliger als später. Man lernt ja sehr viel durch Beobachten und Imitieren. Außerdem kann man sich vieles über den Verstand erschließen und durch Übung etc. den eigenen Tarnmodus optimieren.
Ich würde nicht so weit gehen zu behaupten, dass meine Mimikry nicht löchrig wäre, aber sie reicht, um allermeistens als normal durchzugehen und selbst Momente, in denen sie versagt, noch drehen zu können, so dass ich lediglich als etwas eigen rüberkomme, z.B. wenn ich vergesse, bei meiner Mimik schauspielerisch nachzuhelfen.
Keine Ahnung, ob man mir als Kind Asperger Autismus o.Ä. diagnostiziert hätte und ob das überhaupt zutreffend gewesen wäre – ich kann es nicht beurteilen, zumal es fast wieder normal ist, sich gerade als Kind etc. als andersartig zu fühlen und all der Rest – aber heutzutage bin ich zum Glück ausreichend sozialkompetent geworden und habe mich genügend angepasst/geändert, um definitiv nicht als Autist diagnostiziert zu werden. Außerdem könnte ich ja auch einfach nur recht introvertiert usw. oder schlicht anderweitig bekloppt sein.

So, zurück ins Büro (sorry fürs Abschweifen):
Beim Anblick meines Schreibtisches war ich sehr positiv überrascht, denn dieser war sogar deutlich leerer, als ich ihn verlassen hatte. Mein einer Chef hatte zwei Akten kurzerhand selbst erledigt und mir so Arbeit abgenommen. Außerdem konnte ich beruhigt feststellen, dass sowohl auf die ReNos, als auch auf meinen einen Chef als Urlaubsvertretung Verlass ist. Es ist nicht so, dass ich ihnen das nicht zugetraut hätte, nur ist mir bei sowas nie ganz wohl, bis ich sehe, dass es funktioniert. Die noch zu bearbeitenden Neueingänge waren überschaubar; zum Teil waren dort auch Sachen bei, auf die ich schon gewartet hatte.

Ein Blick in den virtuellen Kalender meines anderen Chefs verriet mir, dass dieser bis Nachmittags noch wegen eines Gerichtstermins außer Haus sein würde. Die bevorstehende Begegnung mit ihm und der Umstand, dass er zuletzt ziemlich angesäuert war, wegen einer Sache, für die ich teilweise etwas kann, waren der Hauptgrund, warum ich mich sowohl an meinem ersten Urlaubstag, als auch am Pfingswochenende nicht wohl gefühlt und ein schlechtes Gewissen gehabt hatte. Dass er darauf zurückkommen würde, war sicher, aber scharf darauf war ich nicht.

So war es vielleicht ganz gut, dass er just gegen Mittag auftauchte, als ich noch gar nicht mit ihm gerechnet hatte und durch die Arbeit gut von meiner Sorge abgelenkt war. Zu meiner großen Erleichterung war er gar nicht so angefressen wie befürchtet, sondern sogar recht gut gelaunt. Nach dem üblichen Small Talk kam er dann auch wie es seine Art ist direkt auf die Sache zu sprechen und ließ durchblicken, dass er darüber noch einmal mit mir reden müsse und nicht zufrieden damit sei, wie die Sache gelaufen ist (Anmerkung: Es ging dabei mehr um den internen Ablauf). Erstaunlich entspannt meinte er noch, dass ich aber erst einmal wieder ankommen solle und wir die Tage darüber reden würden.

Es sollte aber doch schneller gehen, was gut war, da ich das nun nicht mehr die Woche über weiter mit mir rumschleppen muss. Nachmittags klingelte er bei mir durch, fragte (mehr der Form halber), ob ich gerade Zeit hätte, und so stand ich kurz darauf in seinem Büro.
Meiner Persönlichkeit kommt sehr entgegen, dass er irgendwie das Talent hat, seine Kritik einerseits stets so zu verpacken, dass deutlich wird, dass er das so nicht haben will, und wie er es sich wünscht, ggf. sagt er auch so wie am Dienstag, dass er angefressen war und warum (gut, dass ich ihm nicht vorletzten Montag über den Weg gelaufen bin^^) – wie er selbst einräumt, ist er auch perfektionistisch und anspruchsvoll sowie manchmal ein klein wenig „launisch“, wenn er seine Erwartungen nicht 1:1 umgesetzt sieht – aber er gestaltet derlei Gespräche zugleich so, dass das Gespräch im Ergebnis konstruktiv ist, sich gar nicht sooo sehr wie ein „Kritikgespräch“ anfühlt und „ein gutes Miteinander“ bewahrt bleibt.

Auch wenn ich solche Gespräche nie mögen werde, hat dieses Gespräch letztlich sogar das gegenseitige Verständnis gefördert und ich habe nun bzgl. der künftigen Handhabung ein wichtiges Fragezeichen weniger im Kopf.

Selbstverständlich bleiben für mein (über-)selbstkritisches Ich noch genügend andere Sachen, wegen der ich mir auch weiterhin im Grunde täglich vorsorglich Sorgen machen und Angstszenarien entwerfen werde, um „vorbereitet“ zu sein und nicht eiskalt erwischt zu werden (wird man im Zweifel trotzdem, nur anders, als erwartet). Sonst wäre das Leben ja auch viel zu stressfrei und angenehm.

Omnimar

Beim ersten Mal Reinhören haben mich die beiden Lieder von Omnimar nicht angesprochen, obwohl ich z.B. den Song „Assassin’s Creed“ sehr mag. Nachdem ich später erneut über diese beiden Lieder gestolpert bin, musste ich meine Meinung revidieren.

(Ätzend finde ich nur, dass gefühlt seit Corona viel mehr Werbung bei youtube ist.)

… oder auch nicht

Falls das ein wahrer fall sein sollte, was ich etwas bezweifle: Von mir hätte der Student die volle Punktzahl bekommen. ^^

Der Geburtstag und die Zeit bei meinen Eltern waren ganz ok, wäre der Zeitpunkt nicht so ungünstig für mich gewesen. Nachdem ich bei meiner Familie fast drei Tage nach einem für mich eher schlechten Essensrhythmus essen musste, noch dazu diverse Sachen, die ich just derzeit nicht hätte essen wollen, war mein eigener Essensrhythmus sowie mein eigenes Hunger-Satt-Gefühl schlicht erodiert. Dazu kam ein äußerst schlechtes Körpergefühl, ein bisschen wie ein Marshmallow; leider kann man seinen Körper nicht wie ein Kleidungsstück einfach ausziehen. Bevor ich zu meiner Familie gefahren war, ist mein Körpergefühl bereits mäßig gewesen, war aber gerade auf dem Weg der Besserung.

Damit es überhaupt etwas besser werden konnte, brauchte es eine gewisse Disziplin und Selbstbeherrschung, auch um die Antriebslosigkeit und das Gefühl unendlicher Sinnlosigkeit zu überwinden. Das ist mir überhaupt nicht leicht gefallen.
Als ich am Samstagabend wiedergekommen bin und festgestellt habe, dass alles für die Katz‘ gewesen und mein Körpergefühl so mies wie schon lange nicht mehr ist und ich noch dazu bald wieder zur Arbeit gehen muss (wo mich evtl. ein immer noch angefressener Chef erwartet) mag das wohl in der Summe der Grund gewesen sein, warum die Zeit bis heute sehr destruktiv verlaufen ist.

Anstatt es mit wenig und gesunder + histaminarmer Ernährung sowie Sport zu versuchen, habe ich so ziemlich das Gegenteil davon getan und mich zusätzlich mehrfach übergeben. Seitdem sind die Wassereinlagerungen, die mein Körper vorher schon hatte, natürlich nicht besser geworden. Außerdem ist seit Sonntagmorgen mein linkes oberes Augenlid gerötet, schmerzt minimal und ist deutlich geschwollen. Außer der Rötung kann ich kein Anzeichen für eine Entzündung entdecken; es wird irgendwie Wasser im Gewebe sein, mehr als ich sonst regelmäßig habe, wenn ich mich nicht histaminarm oder salzig ernähre oder meine Schilddrüsenwerte absinken. Ich freue mich schon total auf morgen; irgendwie habe ich es bis jetzt fast immer geschafft, nach meinem Urlaub fertiger auszusehen, als vorher.

Dass mit dem Körper wird sich wohl wieder einrenken, wenn ich mich die nächsten Tage vernünftig ernähre und eher wenig esse, vor allem nichts histaminhaltiges, und wieder regelmäßig Sport mache. Brennesseltee und Kaliumtabletten habe ich zwar auch genommen, aber ich bin mir unschlüssig, ob das in meinen Fall bzgl. der Wassereinlagerungen hilft. Nur bleiben können die Wassereinlagerungen schon deshalb nicht, weil sie mir in den Beinen spätestens abends schmerzen und weil ich mit ihnen immer phlegmatischer werde und fast jedes Gefühl für mich verliere.

Na ja, egal. De facto bin ich ja selbst schuld und immerhin sind die Familienfeiern und Feiertage damit soweit erst einmal abgeschlossen.

Außerdem habe ich es wenigstens geschafft, mich bei meinen Freunden zu melden und mich für einen Monitor zu entscheiden, der mir sehr gut gefällt. Für privat eher phlegmatisch-antriebsschwache und entscheidungsunfreudige Menschen wie mich ist das eine gewisse Leistung. *duckundweg*