Durchhaltevermögen

Ich habe hier lange nicht mehr geschrieben, weil ich sehr viel um die Ohren hatte, beruflich auf der Arbeit, mit der Notarausbildung, aber auch privat. Das ist auch weiterhin so, weshalb ich auch künftig in den nächsten Monaten wahrscheinlich nicht oder kaum bloggen werde. Am meisten kämpfe ich mit meiner Lernblockade, da die Prüfung in wenigen Wochen ansteht. Das kenne ich leider schon alles von meinen beiden Staatsexamen. Ein wenig Hoffnung gibt mir, dass ich die Staatsexamina damals gleichwohl irgendwie geschafft habe. Und ich versuche mich auch damit zu motivieren, dass das Notarexamen die letzte Examensprüfung ist, die ich in meinem Leben machen muss. Danach mache ich nur noch freiwillige Prüfungen, auf die ich selbst Lust habe (ich möchte z.B. nach dem Ganzen mal Spanisch lernen).
Vom Verstand her ist mir das „Muster“ bei meiner Prüfungsangst klar, aber bei der Umsetzung, dagegen anzugehen und konsequent zu lernen, statt das Lernen immer wieder neu aufzuschieben und mich am liebsten irgendwo vergraben zu wollen, bis das Unheil vorbei ist, versage ich täglich neu.

Immerhin habe ich mich in den letzten Wochen zumindest beim Aufschieben mit Lerntechniken auseinandergesetzt. Da gibt es einige interessante Youtube-Videos, die ich mir beim Prokrastinieren angeschaut habe. Schließlich habe ich weder in der Schule, noch im Studium und Referendariat gelernt, wie man sinnvoll lernt. Das ist vielleicht ein Fortschritt im Vergleich zu Früher und gibt mir etwas Motivation und Hoffnung, aber das Lernen des Prüfungsstoffes ersetzt es leider nicht.

Na ja, ich werde mich schon irgendwie durchkämpfen und habe nicht vor, vorzeitig zu resignieren, auch wenn es mir immer wieder schwer fällt.

Sehr unterstützend sind meine Eltern. Das weiß ich wirklich sehr zu schätzen.

Gar nicht hilfreich ist dagegen mein Bruder, der trotz Erklärung meinerseits dauerbeleidigt ist, dass ich mich auf meine Baustellen konzentrieren muss und im Kampf mit mir selbst bzgl. des Anfangens mit dem Lernen keine Zeit und Lust (und auch keine Energie) habe, um mit ihm zu zocken, geschweige denn, ihn zu besuchen oder sonstwie zu bespaßen bzw. mir seine ewigen Monologe und Stimmungsschwankungen nebst cholerischen Ausbrüchen reinzuziehen. Das ist leider nichts Neues. Er hat das schon immer gemacht, egal, ob ich gerade Abiturprüfungen oder meine Staatsexamen hatte.

Auch kürzlich zu Weihnachten hat er einen bizarren, filmreifen Auftritt hingelegt. Leider war er Weihnachten nämlich mit seiner Freundin zu Besuch bei unseren Eltern. Schon beim Reinkommen durch die Haustür hat er mich angepampt, da ich ja keine Zeit für ihn gehabt hätte dieses Jahr und der werte Narzisst sich dadurch von mir bösartig herabgesetzt fühlt. Nachdem er bereits das gemeinsame Raclette-Essen sabotiert und mit seiner Aggression für alle ruiniert hat, ging es mit mir weiter. Ich kann das gar nicht wiedergeben, was mir dieser gestörte Mensch an Gehässigkeiten, krassen Verdrehungen nebst schrägen Vorwürfen so alles ins Gesicht geschrien hat. Einfach so, ohne erkennbaren Anlass und ohne vorherigen Streit. Auch das ist typisch für ihn. Auch seine offenen Gewaltandrohungen sind mir bereits hinlänglich vertraut. Neu ist, dass ich ihm diesmal klipp und klar mit der Polizei „gedroht“ habe. Joa, so kann man Weihnachten auch verbringen. Auch unsere Eltern hat er krass beschimpft und beleidigt. Unserer Mutter hat er indirekt mit Suizid gedroht, weil er denkt, dass er sie so am besten verletzen kann. Unser Vater ist kurz vor Weihnachten am Herzen operiert worden und chronisch sehr krank, nicht nur am Herzen. Er sollte eigentlich Stress vermeiden, weil das schlecht für sein Herz ist. Sowas ist meinem Bruder scheißegal. Unser Vater hat von meinem Bruder ebenfalls die volle Breitseite an Aggressionen abbekommen. Das Ganze wohlgemerkt, ohne dass wir meinem Bruder objektiv irgendetwas getan hätten.

Letztes Jahr Weihnachten, bei dem mein Bruder nicht erschienen ist, war das einzige friedliche Weihnachten in meinem Leben, an das ich mich erinnern kann. Mein Bruder hat so ziemlich jedes Weihnachtstreffen in irgendeiner Weise „plattgemacht“ mit seinen Ausbrüchen. Anschließend kommt er später an und will sich „entschuldigen“, wobei er dabei erneut jederzeit wieder austicken kann, wenn man da anders reagiert, als er das will. Seine Reue ist immer nur sehr oberflächlich und flüchtig. Unserer Mutter ist er dabei z.B. gleich wieder aggressiv-pampig über den Mund gefahren, als sie etwas dazu sagen wollte. Außerdem ist er dann auch sehr anstrengend und belastend, weil er einem dabei vorheult, was für ein schlechter Mensch er sei und er aber auch nicht anders könne etc. (es kommen dann auch wieder Abfälligkeiten, die er einem reindrückt, und merkwürdige Verdrehungen von ihm, so dass er die Verantwortung für sein Verhalten zum Teil wieder bei anderen sucht). So war es auch diesmal.

Mein Bruder ist ein absolutes Arschloch und ich fand es sehr belastend mit ihm, auch dass er so schlimm psychisch krank ist und das wohl auch lebenslang bleiben wird. Das tut mir einfach nur noch weh zu sehen, was aus ihm geworden ist. Früher war er zwar auch oft ein Arsch, aber da war er zugänglicher und es gab noch gute Momente mit ihm.

Ich habe den Kontakt mit ihm bis auf Weiteres abgebrochen, weil ich das mit ihm nicht mehr ertrage und derzeit wirklich genug eigene Baustellen habe. Das hatte ich ihm verbal, aber auch später schriftlich mitgeteilt und kurz erklärt. So wirklich respektieren tut er das nicht, heute hatte ich z.B. wieder anonyme Anrufe von ihm. Ich bin nicht drangegangen.

Mir ging es nach Weihnachten wirklich nicht gut. Gleichzeitig musste ich zwischen den Feiertagen wieder arbeiten. Der ganze Erholungseffekt vom Urlaub war binnen Stunden zerstört. Vor Weihnachten war ich eine Woche im Urlaub, ich bin in den sonnigen Süden geflogen und hatte einen schönen Urlaub. Das Fliegen war echt interessant, weil ich bisher nur einmal nach England geflogen bin als Jugendlicher. Meinem Bruder habe ich von meinem Urlaub nichts erzählt, weil er mir den sonst nur wieder kaputtzumachen versucht hätte. Der Hinflug war aber doch etwas gewöhnungsbedürftig für mich, weil es sich einfach für mich unnatürlich anfühlt, so hoch über dem Boden zu sein und zu wissen, dass es das war, wenn das Flugzeug abstürzen sollte, ohne dass man selbst noch etwas tun könnte. Aber auf dem Rückflug fand ich diese Situation bereits viel vertrauter. Wir mussten wieder zurück nach Deutschland durch dieses Sturmtief fliegen und sind bei starkem Regen und Wind etwas holprig gelandet. Das war irgendwie angenehm aufregend. Vielleicht stelle ich hier mal Fotos rein, die ich während des Flugs aus dem Fenster gemacht habe.

Ich wünsche allen einen guten Rusch ins neue Jahr und alles Gute für eure Wünsche für das neue Jahr. 2024 steht nach dem chinesischen Tierkalender im Zeichen des Holz-Drachen, der für Wohlstand und Glück steht sowie aufgrund des Holzelements auch Durchhaltevermögen und Ehrgeiz fördert. Na, wenn das nicht mal ein Lichtblick für meine Prüfungsvorbereitung ist.^^

Jump for joy!

Mir geht es heute wie dem Alligator (?), und so konnte mich nicht einmal meine Histaminintoleranz, die wie üblich samstags mal wieder zugeschlagen hat, daran hindern vorhin durch meine Wohnung zu tanzen hüpfen, mit den Armen herumzuwedeln und auf Zehenspitzen herumzutänzeln. 🙂

Gut, dass mich meine Nachbarn dabei nicht gesehen haben. Für Beobachter muss das ziemlich bekloppt aussehen, aber es ist meine Art, meine Freude auszudrücken. Meistens bin ich nur zu gehemmt dafür und mache das nur privat, wenn ich mich unbeobachtet glaube.

Ich bin total erleichtert und ja glücklich, dass sich beruflich und privat alles nun so gut entwickelt hat.

Selbst mit meinem Bruder läuft es gut und ich werde höchstwahrscheinlich mit ihm, seiner Freundin (die ich sehr gut leiden kann) und einem gemeinsamen Bekannten Halloween bei ihm feiern. Da ich meinen Bruder und seine Freundin im August in ihrer Wohnung besucht und dort ein sehr angenehmes Wochenende mit ihnen verbracht habe, freue ich mich tatsächlich darauf. Und den Bekannten von den beiden habe ich auch dabei kennengelernt; der scheint auf positive Weise freakig/nerdig und in Ordnung zu sein. Halloween wird also gut.

Außerdem hat sich die Sache mit dem Übergeben höchstwahrscheinlich final erledigt. Das letzte Mal muss schon ein paar Monate her sein, ich weiß das gar nicht mehr. Und obwohl ich so gut wie keinen Sport gemacht und mich nach Lust und Laune auch durchaus alles andere als gesund und kalorienarm ernährt habe, (wenngleich mir der Berufsstress unter der Woche oft tagsüber auf den Appetit geschlagen ist, abends habe ich aber v.a. auch viele Süßigkeiten gegessen), scheint sich mein Körper wieder normalisiert zu haben.
Rätselhafte Wassereinlagerungen mit komischen Gewichtssprüngen, wie gerade 2019 und 2020 sehr stark, die auch 2021 nicht ganz weg waren, und auch teils aufploppende komische Gelüste nach viel Süßem aufeinmal, sind verschwunden. Mein Gewicht hat sich sogar auf mein ursprüngliches Gewicht eingependelt, das ich vor dem Berufseinstieg konstant hatte, also auf 52 – 53 kg. Im Moment sind es gar 52 kg glatt. Natürlich schwankt das Gewicht auch im Normalfall immer etwas, aber der Schwankungsbereich aktuell und die Entwicklung insgesamt dazu, finde ich sehr beruhigend, was mein Körpervertrauen angeht. Da bin ich nämlich aus früheren Zeiten ein wenig gebranntes Kind.

Das einzige, was aktuell noch „psychosomatisch“ (?) geblieben ist, ist dass ich jede Nacht von Freitag auf Samstag u.a. starken Heuschnupfen von meiner Histaminintoleranz bekomme und bis Samstagnachmittags mehr oder weniger ausgeknockt bin. Es sind schon schwerere Histaminanfälle, die ich dann habe. Kann man sich fast wie bei Migräneattacken vorstellen und ich verbringe dann auch notgedrungen viel Zeit im Bett oder auf dem Sofa, weil ich dann so ko bin.
Erst habe ich das auf falsches Essen und zu wenig Schlaf unter der Woche geschoben, aber das allein kann es nicht sein. So richtig habe ich die Ursache noch nicht raus – es ist auch keine Allergie – aber ich tippe darauf, dass es auch irgendwie in einem Zusammenhang mit dem bisherigen Berufsstress steht. Ich habe auch mal gelesen, dass Stress die Histaminempfindlichkeit erhöhen kann. Daher bin ich zuversichtlich, dass sich auch diese Histaminanfälle in absehbarer Zeit legen werden.

Trotz des heutigen Histaminanfalls bin ich aber wie gesagt insgesamt sehr glücklich, und auch der Anfall an sich hat sich inzwischen weitgehend wieder gelegt. Ich habe vorhin sogar angefangen, endlich mal meine alten Unterlagen aufzuräumen, und habe mir fest vorgenommen, auch noch vor Sonnenuntergang an die frische Luft zu gehen.

Müder Ostermontag

Gestern abend bin ich wieder zurück in meine Wohnung gefahren. Kurz vorm Ziel hat mich ein sehr zügig fahrendes Fahrzeug auf der ansonsten völlig leeren Autobahn überholt. Beim Wiedereinscheren vor mir hat das andere Fahrzeug einen Stein (?) aufgeschleudert, der just mit meiner Frontscheibe kollidierte. Das Geräusch war sehr hässlich.

Sehr schön, am Freitag habe ich einen TüV-Termin, vor dem ich nun die Scheibe austauschen lassen muss. Mal sehen was die Werkstatt morgen sagt, sonst werde ich den TüV-Termin verschieben müssen. Ich bin ja schon erleichtert, dass auch die Werkstatt, in der die Scheibe ausgetauscht wird, Öffnungszeiten hat, die mit meinen Arbeitszeiten harmonieren.

Sonntagnacht habe ich kurzentschlossen endlich mal meinen Blog überarbeitet, weil ich den seit Längerem übersichtlicher gestalten wollte. Mit dem Ergebnis bin ich recht zufrieden. Allerdings sollte ich nicht immer so lange Beiträge schreiben, das würde auch das Einsortieren in die Kategorien erleichtern und die nötigen Schlagwörter begrenzen. Diesen lästigen Anzeigefehler bei den Anführungsstrichen konnte ich allerdings nicht beheben; manchmal wird in den Beiträgen am Wortende ein tiefes Anführungszeichen angezeigt, obwohl in dem Beitrag im Bearbeitungsmodus alles richtig angegeben wird. Mhm … .
Edit: Ah, habe die Ursache gefunden.

Ansonsten habe ich heute meinen Bruder zurückgerufen, weil er eine rechtliche Frage hatte. Heute hatte er erfreulicherweise sowas wie einen lichten Moment (ich nenne das immer scherzhaft für mich bei ihm „luzides Intervall“, weil er dann vorübergehend quasi recht normal und vernünftig tickt, aber das hält nicht allzu lange an und man muss als Gegenüber seine Worte nach wie vor sehr gut abwägen).

Da ich es trotz allem für ihn selbst und aus eigennützigen Gründen begrüßen würde, wenn er sein Leben doch geordnet bekäme und zufrieden leben würde, habe ich mich sogar ca. 30 min mit ihm unterhalten. Na ja, also er hat davon etwa 27 min. über sein Leben geredet, aber immerhin mal nicht aggressiv, fordernd und cholerisch. Andererseits heißt das bei ihm nichts; schon gar nicht, dass er umsetzen würde, was er selbst in seinen lichten Momenten für sein Leben für sinnvoll erachtet. …

Es ist immer so ein Balanceakt: Einerseits ist es konstruktiv, ihn dann zu unterstützen. Das ist für ihn sehr wichtig – man kann da also viel kaputt machen, wenn man ihn in solchen Momenten abweist. Andererseits darf man ihm bei seinen Überlegungen aber „nicht zu sehr“ gut zureden. Man muss ihn in dem Gefühl bestätigen, dass alle (vernünftigen, konstruktiven) Erwägungen, die er äußert, seine ureigenen Ideen sind (nicht, dass wir ihm diese als Familie vorher seit Jahren schon empfohlen haben, wenn er einen Rat haben wollte^^).
Zu viel darf man ihm auch nicht „gut zureden“, auch am besten keine Kritik äußern, sonst macht er aus einer Art Trotz das exakte Gegenteil; im Zweifel bekommt man dann die volle Breitseite an Aggressionen ab. Wer cholerische Menschen kennt, die hoch empfindlich sind, dürfte eine Vorstellung davon haben, was ich meine. … Joa, heute hat das alles soweit geklappt. Hoffentlich lässt er mich die nächsten Tage in Ruhe.

Insgesamt ist der heutige Tag komisch und sehr „lahm“ gewesen. Relativ gut war nur mein Gewicht mit 54,6 kg; am Freitag waren es noch 55,3 kg. Heute habe ich im Grunde nichts gemacht, stand neben mir und konnte mich auch zu fast nichts aufraffen. Dabei habe ich mehr als ausreichend geschlafen, pah!

Gerade dieses „neben sich stehen“ ist sehr hinderlich. Man ist irgendwie anwesend, aber zugleich auch abwesend und „gar nicht richtig da“. Ein bisschen als wäre man in einem Wachtraum, als Beobachter. In diesem Zustand habe ich mehr aus verpeilter Routine heute nachmittag quasi mein Mittagessen gegessen, ohne Hunger zu haben. Ein bisschen hatte ich auch die Hoffnung, dass mein Körper dadurch noch richtig wach werden würde und dieser blöde innere Zustand enden würde. Das hat nicht funktioniert.

Warum ich danach dachte, dass etwas Zucker für mehr Wachheit sorgen könnte, weiß ich nicht recht; ich habe zumindest mal aufgeschnappt, dass auch Unterzuckerungszustände oder niedriger Blutdruck sowas auslösen können. (Mein Blutdruck war zuletzt btw wieder niedrig-normal bzw. mit irgendwas von 93:60 sogar niedrig … warmes Wetter am Samstag/Sonntag eben).
Jedenfalls habe ich den Osterhasen komplett gegessen. Im Anschluss war mir schlecht, welch‘ Überraschung. Erst wollte ich das ignorieren, aber nach kurzer Abwägung habe ich mich übergeben und war danach dann endlich mal etwas mehr beisammen. Schade um das Essen.

Wahrscheinlich bin ich heute Abend dann richtig wach, wenn ich ins Bett müsste. Was für ein verpennter Tag. Ob Koffeinspritzen helfen würden?

Ich mag die Stimme/Sängerin; der Song und das Video erinnern an Billie Eilish:

Osterwochenende

Karfreitag war gut. Zwar habe ich lange geschlafen und war zunächst nicht sonderlich motiviert zu irgendetwas. Aber ich habe mich dann doch zum Packen und einer Runde Laufen überwunden, bei der mir ungewohnt viele Spaziergänger begegnet sind. Außerdem war es für mich ungewohnt hell und heiß; irgendwie schön, aber auch unangenehm.
Die letzten Tage habe ich ja immer bis abends im Büro verbracht und insofern nur am Rande mitbekommen, dass hier quasi schon der Sommer ausgebrochen ist; nachdem es hier letzte Woche noch Minustemperaturen gegeben hat. Ich wusste gar nicht, wie hell es tagsüber in der Sonne ist. Beim Laufen war mir dadurch etwas schwindelig, zumal mir Sport direkt nach dem Aufstehen nicht liegt kreislaufmäßig, aber irgendwie ging es dann doch. Danach ging es zu meinen Eltern.

Karfreitag haben wir Lachs mit so einer Kräutersahnekruste, Kartoffeln, Kräuterbutter und Gurkensalat gegessen. Als Nachtisch gab es Torte; so ein Teil mit Biskuitboden, Pfirsichen und dieser durchsichtigen, süßen Geleemasse. War alles in allem gut.

Abends gab es Käse, Gurken und später etwas Schokolade. Wir haben uns diese Serie mit Pastewka und „Merz gegen Merz“ mit Christoph Maria Herbst (der Stromberg-Darsteller) angeschaut. War lustig, obwohl ich bislang kein Fan von Pastewka gewesen bin. (So ging es mir auch mit der Serie „Dr. Psycho“ mit dem Ulmen, mit dem ich vorher nichts anfangen konnte.) Und den Herbst mag ich eh von Stromberg.

Der Samstag war auch weitgehend entspannt: Frühstück mit Brötchen, danach mit meinem Vater Autoreifen wechseln, Luftdruck etc. kontrollieren etc. und das Fahrzeug polieren usw.. Ich bin immer wieder fasziniert von all den Pflegemitteln, Schwämmen etc., die mein Vater angeschafft hat. Da ist für meinen Pkw alles dabei. Nun sieht der kleine Wagen fast wieder wie neu aus.

Zum Mittagessen gab es heute Möhreneintopf mit Mettwurst und Senf sowie Reibeplätzchen (mit Rübenkraut^^). Später kamen noch Eis und Amarenakirschen plus etwas Erdbeer-Joghurt-Schokolade (Rest von gestern) dazu.

Soweit alles sehr angenehm und friedlich. Getrübt wurde der Friede nur durch die Anrufe meines Bruders, der derzeit mal wieder völlig am Rad dreht und alle terrorisiert; im Moment hat er sich mal wieder auf unsere Mutter eingeschossen. Ich mag dazu gerade nichts weiter schreiben; kurz gesagt ist mein Bruder eben ein pathologischer (erfolgloser) Narzisst, der nicht mit und nicht ohne andere kann.
Die Psycho-Spiele, die er regelmäßig abzieht, sind unter aller Sau. Ironischerweise steht er sich selbst extrem im Weg. Ich denke nicht, dass er sein Leben jemals auf die Reihe bekommen wird. Blöderweise versucht er aus seiner Unzufriedenheit heraus, anderen deren Leben schwer zu machen, wo er kann. Falls ich mal von seinem Tod erfahren sollte, wäre ich wohl nachdenklich, aber auch definitiv erleichtert.

Nicht schlecht …

war der heutige Tag. Mehr schlafen macht mehr aus, als ich vermutet hätte. Dabei bin ich immer noch an sich zu spät ins Bett gegangen. Das sollte ich zuerst angehen.

Büroarbeit war ganz ok heute. Da ich in einer Karnevalshochburg lebe, ist hier derzeit fast ein bisschen Ferienstimmung; ein Teil der Kollegen besteht aus eingefleischten Karnevalisten – der andere Teil besteht aus Zugezogenen wie mir und fremdelt etwas mit derartigen Bräuchen^^. Morgen gibt es hier den ersten Umzug nachmittags, weshalb wir eher frei haben. Rosenmontag ist ebenfalls frei.

Heute konnte ich auch eine gute Stunde eher Feierabend machen, da ich einen auswärtigen Termin hatte, der gut gelaufen ist, und nach dem es sich nicht mehr gelohnt hätte, zurück ins Büro zu fahren. Das Wetter war auch angenehm mild, fast sommerlich.

Zuhause habe ich an sich unnötig zu viel gegessen (der neue Herd und der Kühlschrank sind super! Endlich mal keine Platzprobleme mehr im Gefrierfach etc.!), aber es ist nicht weiter ausgeartet und übergeben habe ich mich auch nicht; allerdings habe ich heute auch wieder keinen Sport gemacht und Dienstag war ich ja auch nicht beim Training. Bei der Arbeit habe ich mich zwar bzgl. der erwähnten Kritikpunkte etwas verbessern können, mein Umsatz ist aber zu niedrig und ich bin insgesamt mit den (geplanten) Arbeiten nicht soweit gekommen, wie ich wollte. (Ok, es kommen auch täglich immer ungeplante Arbeiten dazwischen, die teils direkt bzw. am schnellsten zeitnah zu erledigen sind, teils zu geplanten Arbeiten für später werden, trotzdem … ). Gewicht liegt so bei ca. 55,6 kg, wobei etwa geschätzt mindestens ein 1kg einfach Wasser ist, das demnächst wieder verschwunden ist. Das Wasser kommt glaube ich primär von überdurchschnittlich vielen Kohlenhydraten und mangelnder Bewegung.
Nichts von alledem ist dramatisch, zufrieden bin ich mit allem insgesamt nicht. Vor allem der Punkt mit dem Umsatz bereitet mir chronische Kopfschmerzen (manchmal nicht nur im übertragenem Sinne).

Andererseits muss ich mich insgesamt mehr in Geduld üben, alles auf einmal zu ändern, gerade beruflich wie privat, wird nicht funktionieren. Im Moment sind meine Energiereserven zudem recht gering. Es hilft aber, abends wirklich pünktlich Feierabend zu machen und mittags nach Möglichkeit an die frische Luft zu gehen bzw. einmal aus dem Büro raus. Ich denke, dass es mit dem Sport auch wieder besser und regelmäßiger wird, wenn ich energiemäßig wieder mehr im grünen Bereich bin. Auch mit dem Essen und Abnehmen wird es vermutlich besser laufen, wenn sich mein innerer Stresspegel reduziert.

Heute Abend habe ich immerhin seit Langem wieder Lust gehabt, etwas zu zocken (Red Dead Redemption 2). Das Zocken am Wochenende war zwar auch gut, aber eher wegen der Gesamtkonstellation und weil wir in der (guten) Konstellation seit mindestens 1 1/2 Jahren nicht mehr gezockt haben; auf Zocken alleine hätte ich dagegen am Wochenende keine Lust gehabt.

Meinen Bruder habe ich heute ignoriert; der hat sich das Wochenende so gedacht, dass ich ihn besuche (weil der erwähnte gemeinsame Bekannte ihn ab Freitag besucht) und wir zu Dritt lokal bei ihm zocken.
Abgesehen davon, dass ich eigentlich zu einer Geburtstagsfeier eingeladen bin Samstag und allenfalls Lust auf gemeinsames Zocken über Distanz aka online hätte, möchte ich meinen Bruder nicht besuchen. Das ist genau die Art von „Freizeitstress“, die ich gerade jetzt am wenigsten gebrauchen kann, selbst wenn der Montag frei ist. (Es nervt mich, dass ich durch sein Drängen schon wieder anfange zu überlegen, wie sich ein Besuch bei ihm kompromissweise einrichten ließe). … Ich weiß nicht mal, ob ich wirklich zu der Geburtstagsfeier gehen möchte. Eigentlich wäre ein Samstag ohne irgendwelche Verpflichtungen schön. Am schönsten, ohne ein schlechtes Gewissen gegenüber Dritten zu haben.

Übernächstes Wochenende habe ich den halben Samstag eine berufliche Fortbildung, die inhaltlich sehr sinnvoll und bestimmt interessant ist. Das Wochenende danach bin ich mit S. für den Sonntag verabredet.

Gegen all diese einzelnen Termine habe ich an sich nichts bzw. findet ein Teil von mir die ja selbst gut, aber auf der anderen Seite kosten sie mich Energie, die ich in dem Maß nicht oder gerade so erübrigen kann, was mir dann später anderswo nachhängt. (Ich weiß, dass die meisten anderen Menschen das nicht verstehen können; ich verstehe das nicht einmal selbst)

=> möglicherweise zu viele Reize, nicht nur optisch, sondern auch emotional (Stimmungen anderer etc.) und akkustisch. Es nervt mich schon manchmal, dass ich im Büro wie ein Luchs unfreiwillig die Gespräche und Geräusche aus den Nachbarzimmern höre und quasi die Stimmungen im Raum mitbekomme, wobei die Arbeitsumgebung insgesamt zum Glück eher ruhig und unhektisch ist; in einem Großraumbüro hätte ich wohl jeden Tag abends Kopfschmerzen und Tinnitus-Geräusche; früher in der Schule habe ich einmal tatsächlich kurz nichts mehr gehört und den hohen Lärmpegel fand ich dort immer besonders anstrengend, so dass ich nach der Schule ersteinmal in mein Zimmer gegangen bin und gerade auch akkustisch Ruhe bzw. eine reizarme Umgebung brauchte „zum Runterkommen“. Dito nach Familienfeiern, Ausflügen in Städte etc..

p.s.:
Die Kategorien hier müsste ich mal überarbeiten. Das wird aber dauern. Und nein, die Kategorie „Gesundheit“ bleibt. *fg*

Zeitstress & Müdigkeit

Mein Bruder hatte sich gestern noch gemeldet, ungewöhnlich friedlich, und so hatte es sich letztlich spontan ergeben, dass wir mit einem gemeinsamen Bekannten noch gezockt haben bis kurz vor 2 Uhr. War gut.

Bis ich müde war, wurde es fast 6 Uhr morgens. Spontan lange aufzubleiben, geht bei mir als Eule automatisch, leider. Heute am Sonntag bin ich das erste Mal gegen 10 Uhr wachgeworden, danach muss ich wieder eingeschlafen sein und bin um kurz nach 14 Uhr dann richtig aufgewacht.

Bis ich zu irgendwas fähig war, war es kurz vor 16 Uhr. Außer Einkaufen, Laufen und Zocken hatte ich gestern nichts mehr gemacht. Gewicht war gestern noch bei 53,7 kg – die letzten Monate habe ich die 53 nicht mehr vor dem Komma gesehen. Heute dürfte das Gewicht wieder etwas höher sein, aber die Richtung stimmt.

Um in der „realen Welt anzukommen“ und mich noch wenigstens etwas zu bewegen, werde ich jetzt Laufen gehen -dann eben mal wieder nach Sonnenuntergang- , danach Duschen, Wäschewaschen, Putzen (außer die Fenster, die können warten), Aufräumen und noch etwas für morgen vorbereiten.

Ich weiß nicht, ob ich gestern und auch heute zu viel histaminhaltigen Kram gegessen habe, jedenfalls fühle ich mich so (man kann sich das in etwa wie einen schweren Kater vorstellen; als hätte man gesoffen). Gegen diese Vermutung spricht allerdings, dass ich normalerweise bei zu viel Histamin auch Schnupfen bekomme; das habe ich nicht. Die Müdigkeit hat also wohl doch andere Gründe; keine Ahnung, welche das sind. Hätte ich nicht noch was zu erledigen und müsste ich nicht morgen arbeiten, wäre ich einfach im Bett liegengeblieben.

Nach einem Liter zuckerfreien Energiedrink fühle ich mich immerhin in der Lage, mehr als 20 m am Stück zu gehen und einigermaßen fokussiert zu denken. Mir kommt einfach alles so irreal vor, als wenn man irgendwo weit weg wäre. Außerdem ist meine Stimmung irgendwie etwas gedämpft mit den üblichen „alles ist sinnlos in meinem Leben“-Gedanken; das sollte ich irgendwie zügig ändern.

Das reale Leben und die reale Zeit läuft dummerweise währenddessen weiter.

Lichtblicke

Habe ich schon erwähnt, dass ich Wälder liebe? Egal, ob tagsüber, abends oder auch vereinzelt mal nachts/im Dunkeln, im Wald fühle ich mich wohl und sicher. … Das kommt bestimmt davon, wenn man auf dem Land aufgewachsen ist und mit anderen Dorfkindern oder alleine bis zur Dämmerung viel im Wald gespielt hat und später als Jugendlicher von Feiern nachts am Wald entlang nach Hause gelaufen ist. (Ich liebe es generell nachts unterwegs zu sein.) Gesunde Wälder strahlen so eine Ruhe aus. Egal zu welcher Jahreszeit.

Damit schlagen sie selbst wunderschön türkisfarbene Baggerseen.^^

Gestern bin ich zwar gegen 2/3 Uhr ins Bett gegangen, habe aber letztlich bis kurz vor 12 Uhr geschlafen (und bin auch nur richtig wach geworden, weil meine Mutter angerufen hat). Nach einer gewissen Anlaufschwierigkeit, die ich nach dem Aufstehen gerade an freien Tagen immer habe (unter der Woche zwinge ich mich eben, weil ich ja pünktlich bei der Arbeit sein muss), wurde ich aber munterer und bin sogar bis jetzt halbwegs motiviert. Gewicht ist auch relativ gut: 54,0 kg. Na geht doch. Wenn ich mich besser ernähre und regelmäßiger bewege, sind die 52 kg nicht weit entfernt. Ich sollte das nur jetzt so durchhalten und weiter umsetzen + ausbauen, bevor mich künftige Wassereinlagerungen/Gewichtssprünge nach oben wieder frustrieren.

Vorhin hat mein Bruder angerufen; das Telefonat war wie immer (Anmerkung: Er interessiert sich ausschließlich für sein Leben & seine Bedürfnisse), ließ sich aber glücklicherweise kurz halten => nachdem ich nicht begeistert auf sein „Ich habe Bock, mich diesen Monat mit dir zu treffen!“ mit Terminsvorschlägen reagiert habe, war er beleidigt und hat aufgelegt.

Mein schlechtes Gewissen hält sich in Grenzen, dafür habe ich zu viele Jahrzehnte erheblichen Stress mit ihm gehabt, aber es ist trotzdem doof, dass er es immer zuverlässig schafft, einen eigentlich schönen Tag ein bisschen zu trüben. Es hat mich schon gestern abend etwas gestresst, als ich gesehen hatte, dass er mich angerufen hatte während ich beim Training war. Seine Anrufe verheißen für mich nämlich immer etwas Schlechtes. Er will dann immer etwas von mir, das ich ihm nicht geben möchte, weil ich mich dafür selbst aufopfern müsste. Er versucht dann, verschiedene Knöpfe zu drücken, bevorzugt, indem er auf reumütig und leidend macht, und wird am Ende aggressiv, wenn er damit bei mir nicht zu seinem eigentlichen Ziel kommt (und ich bei der Farce, dass wir ein super Geschwisterverhältnis hätten, nicht mitspielen mag). Kurz: Ich funktioniere dann nicht, wie er mir das zugedacht hat auf seiner inneren Bühne.

Klar, wir haben immer für ihn dann ein super Geschwisterverhältnis gehabt, wenn ich unter Selbstverleugnung ganz und gar auf ihn eingegangen bin und meine Sensibilität dafür verwendet habe, quasi-therapeutisch zu erahnen, was er braucht.

Egal, ich gehe jetzt gleich Laufen, solange die Sonne noch so schön scheint. Hoffentlich sind die üblichen Spaziergänger längst weg; das ist das Einzige, was solche Ausflüge trübt => andere Menschen stören dabei durch ihre bloße Anwesenheit. Auch ein Vorteil von großen Wäldern: Man trifft mit etwas Glück niemanden.
Problem: Man muss das Glück haben, dass so ein großes Waldstück in der Nähe des eigenen Wohnortes liegt. Hier gibt es direkt leider kein derartiges Waldstück, aber etwas weiter weg ist ein Waldstück, das ich noch nicht erkundet habe. Es ist recht weit weg, aber evtl. versuche ich mal, bis dahin zu kommen. Wenn es dort gut ist, würde sich der Weg öfters lohnen.

Danach werde ich etwas Aufräumen und Putzen, später Einkaufen gehen und später zocken oder evtl. mir etwas bei netflix & Co. anschauen. (Wenn mein Bruder nicht ständig so einseitig fordernd, egozentrisch und aggressiv wäre, würde ich evtl. sogar mit ihm zocken; nur ist er eben, wie er ist, und das wird dann für mich kein entspannter Abend, sondern zuverlässig frustrierend. Dafür habe ich keine Kapazitäten. Ohne ihn wäre ich möglicherweise gar nicht so schizoid vom Persönlichkeitsstil geworden – oder sollte das einfach nur eine ausgeprägte Introversion und innere Verträumtheit sein?

Unschlüssig bin ich, ob ich meinen Kumpel T. kontaktieren sollte. Er steckt irgendwo in den letzten Zügen seiner Examensvorbereitung und leidet unter ähnlichen Prüfungs- und Zukunftsängsten wie ich damals. Wie er mir zueltzt geschrieben hatte, geht es ihm dementsprechend mies. Da er sich zwar ähnlich wie ich über Monate sehr zurückzieht, aber da eben doch etwas anders als ich strukturiert ist, weiß ich nicht, ob ich ihn besser eher in Ruhe lasse oder ihm zumindest nochmal schreiben oder gar anrufen sollte … .

Bei mir persönlich war das immer eine Mischung aus Genervtheit + „Sozialstress“, etwas Freude und schlechtem Gewissen, wenn mich einer meiner Kumpels in solchen Rückzugsphasen kontaktiert hat. … Hier kann ich es ja schreiben: So sehr ich meine Kumpels/Freunde schätze: Wenn ich Einträge wie „bei T. melden; S. antworten“ etc. nicht auf meine To-Do-Listen schreiben würde, damit ich mich wenigstens alle Wochen bis Monate mal melde/reagiere etc., würde ich keine soziale Kontaktpflege betreiben. Das heißt nicht, dass mir die Kontakte egal sind, im Gegenteil, nur irgendwie ist da in mir dieses Nähebedürfnis nicht, was andere idR deutlich ausgeprägt haben. Ich komme wohl zu gut alleine zurecht und fühle mich alleine auch am wohlsten, wenngleich ich sporadisch gerne gesellig bin mit den richtigen Leuten …. nur ist das eben sehr sporadisch.

Aus der Hand gegeben und verloren


Es gibt Dinge, die sollte man nicht aus der Hand geben, sonst verliert man sie; für immer.

Kennt ihr das, wenn man Sachen verleiht und wirklich in 90% aller Fälle dem anderen entweder erst selbst hinterherlaufen muss oder die Sache nicht wiederbekommt?

Und wenn man so wie ich eher geduldig ist, steht man hinterher nach Monaten da und stellt fest, dass der andere einem die Sache immer noch nicht zurückgegeben hat. Dooferweise ist dann aber so viel Zeit über die Angelegenheit gewachsen und man hat evtl. auch keinen Kontakt mehr, so dass man dann anfängt abzuwägen, ob sich der Aufwand einer Kontaktaufnahme zu dem anderen überhaupt lohnt. Eigentlich lohnt es sich für mich nicht, andererseits stört es mich als Ergebnis der „guten Tat“, weil man jemandem beim Sport spontan ein Handtuch geliehen hat, weil der seines vergessen hatte etc..

Mich nervt das inzwischen unendlich und ich glaube zukünftig verleihe ich echt nichts mehr. Höchstens noch an meine drei Kumpels. An sich komme ich eh schon selten in die Situation, etwas zu verleihen, aber es ist gleichwohl wenn weit überwiegend negativ von der Erfahrung her … Geld verleihe ich daher schon seit Langem nicht mehr, habe aber bislang noch Gegenstände verliehen … .

Es ist nicht einmal böse Absicht bei dem anderen, aber ich verstehe diese Mentalität dabei nicht, dass man die Sachen nie mehr zurück gibt, außer der andere ist da hinterher wie ein Habicht.

Persönlich achte ich darauf, wenn mir etwas geliehen worden ist, dass der andere die Sache baldmöglichst zurückbekommt. Auch wenn es mal ein paar Monate dauern sollte, habe ich als Verleiher noch Verständnis, aber dass aus Monaten automatisch nie wird bzw. der Entleiher überhaupt keine Eigeninitative zum Rückgeben zeigt, so dass man entweder darauf verzichtet oder selbst hinterherlaufen muss, nehme ich ehrlich gesagt durchaus etwas übel.

Einmal lief es auch letzten Endes eigentlich sogar erfreulich und der Kommilitonin habe ich umgehend verziehen:
Sie hatte sich von mir ein Lehrbuch für Steuerrecht ausgeliehen. Es kamen mehrere Bekundungen, mir das Buch „bald“ zurückzugeben. Irgendwann nach über einem Jahr hatten wir uns aus den Augen verloren, da sie auch in einem anderen Studiengang war und sich nur die ersten Semestervorlesungen überschnitten hatten. Dass sie das Buch ja immer noch hatte, fiel mir ein, als ich es ausnahmsweise für eine Klausur im Steuerrecht benötigte (ansonsten waren die Berührungspunkte mit dem Steuerrecht marginal, vom Steuerstrafrecht abgesehen).
Sie hatte noch ihre alte Handynr., entschuldigte sich aufrichtig unter Übergabe von Weihnachtsgebäck und lieh mir für die Klausur sogar noch ihren aktuellen steuerrechtlichen Gesetzestext aus (meiner war veraltet und nur für die eine Klausur hätte sich die Anschaffung eines neuen Gesetztestextes, der bald darauf seinerseits veraltet gewesen wäre, nicht gelohnt). Sie hat den Gesetzestext natürlich mit herzlichem Dank nach der Klausur zurückbekommen.

Von meinem Kumpel T. habe ich nach fast 2 Jahren ein Lehrbuch zurückbekommen, das ich komplett vergessen hatte.

Am schlimmsten war mein Bruder in punkto Ausleihen:
Ihm hatte ich dummerweise mein Lehrbuch bzgl. einer bestimmten Programmiersprache ausgeliehen. Definitiv ein Fehler.

Wie es dazu kam? => In der Oberstufe hatte ich als einziger „Quereinsteiger“ ohne jedwede Vorkenntnisse den Informatikkurs gewählt, da dieser eigentlich auch keine Programmiervorkenntnisse verlangte, wie mir der zuständige Lehrer vorher versicherte. Die anderen Kursteilnehmer hatten dagegen bereits ein Schuljahr Informatik hinter sich und waren auch privat größtenteils hobbymäßig mit Programmieren beschäftigt. Der Vater eines dieser Mitschüler arbeitete in der Sicherheits-IT an einem sehr namhaften Institut.

Gewählt hatte ich den Kurs, weil ich das Programmieren interessant fand, wenn mein Bruder sich dabei mal über die Schulter schauen ließ. Andererseits war er zusammen mit den meisten Mitschülern und Mitschülerinnen ein hartnäckiger Vertreter der These, dass Mädchen/Frauen Informatik, Physik und Mathematik qua Geschlecht von ihren geistigen Fähigkeiten her nicht so gut könnten und gute Noten bei Mädchen einfach nur auf ganz viel Fleiß zurückzuführen wären während die echten Talente bei den männlichen Schülern zu finden wären*.

Mich hatte dieser Unsinn damals sehr lange nachhaltig verunsichert, obwohl ich ohne Anstrengung oder sonderliches Lernen in Physik und Mathematik all die Schuljahre stets eine eins hatte und mir der Unterricht Spaß machte. Mich interessierte einfach die „innere Struktur“/das Grundmuster dahinter und, was als Ergebnis herauskam. Ähnlich wie bei Latein und Chemie. (Diese Neugier motivierte mich später auch bei Jura.)

Trotzdem hielt ich mich in Mathe, Physik und ganz besonders in Informatik für unendlich dumm und hoffnungslos untalentiert. Meine guten Noten waren ganz bestimmt nur auf Glück und den Fleiß von 2h Lernen am Tag vor der Klausur etc. zurückzuführen all die Jahre, so glaubte ich. Das gab auch den Ausschlag, auf keinen Fall ein Studium in die Richtung einzuschlagen, denn dafür wäre ich bestimmt viel zu dumm gewesen.

*= mein Bruder hat mir später mal gestanden, dass er diesen Unsinn nur deshalb so entschieden behauptet und mir gegenüber vertreten hat, weil er damals Angst hatte, dass ich ihn in Informatik überflügeln könnte. Eine unbegründete Sorge.

Dass ich als einziges Mädchen gleichwohl auch noch als „Quereinsteiger“ aufgrund meines Interesses am Programmieren den Informatikkurs gewählt hatte, bereute ich alsbald. Es war nicht der Umstand, dass mir Mitschülerinnen ungefragt mitteilten, dass das „etwas nur für Jungen“ sei, aber ich wäre ja eh etwas „komisch„, weil ich ja auch gerne Mathe mache und gut in Physik sei; zu mir würde das daher wieder passen. (Das war von denen sogar auf ihre Weise respektvoll gemeint, aber wenn man sich eh schon sehr alienhaft und falsch auf der Welt gefühlt hat, wird das dadurch nicht besser.)

Gesteigert wurde mein Unbehagen dadurch, dass der Kurs sehr klein war und ca. 30-40% meiner Mitschüler dort sehr deutlich machten, dass „ein Mädchen!“ da nichts verloren hätte und sie sich von meiner bloßen Anwesenheit gestört fühlten. Von den anderen kam höfliches Desinteresse, was mir am liebsten war.

Ich bin nicht schikaniert worden, es kamen nur Kommentare über Frauen und technisches Untalent, Gelächter, Blicke untereinander, Grinsen etc., besonders wenn der Lehrer betonte, dass auch Frauen programmieren könnten oder in den seltenen Fällen, in denen ich eine Antwort auf die Frage des Lehrers nicht wußte.

Noch mehr verunsichert und mich sehr unwohl fühlend, stellte ich bald fest, dass der Kurs einerseits mehr eine „Freizeit-AG“ ohne jede lehrerliche Autorität war, aber der Lehrer auch kaum Grundlagen vermittelte, sondern irgendwie davon ausging, dass alle eh schon auf Fortgeschrittenenlevel seien und Erklärungen bzgl. der Theorie nicht notwendig seien, wir sollten quasi mehr oder weniger drauflosprogrammieren, was er als Ziel vorgab, während dann jeder irgendwas machte die Stunde. Quasi Learning-By-Doing in Reinform.

Grausam für mich. Ich bin seit jeher der Mensch gewesen, der im Unterricht durch Zuhören/Lesen und Verstehen erst die Theorie und danach die Praxis gelernt hat (ohne Notwendigkeit, Zuhause sonderlich zu lernen), so dass es für mich eine große Umstellung war. Noch dazu, wo hämisch seitens eines Teils des Kurses auf Fehler meinerseits gewartet wurde während ich von jeher sehr fehleraversiv war und eh chronisch Angst hatte, mich vor anderen zu blamieren und als absolut dumm und unfähig zu outen.

Am Anfang war ich im Informatikkurs noch trotz allem sehr motiviert, das Programmieren machte irgendwie Spaß und es war alles so logisch aufgebaut, wie Latein (oder auch Jura^^). Und so kaufte ich mir in der Uni-Bibliothek bei meinem Bruder, der da schon studierte, ein Lehrbuch für die Programmiersprache. Das Buch war super, endlich mal die Theorie und die Grundstrukturen dahinter erklärt! Ich hätte damals auch so gerne endlich studiert, nachdem ich meinen Bruder mal zu Vorlesungen begleitet hatte. Dort wurde das Wissen ganz anders und viel intensiver behandelt, im Vergleich zur Schule, wo eine Unterrichtsstunde immer schon nach 45 min. vorbei war und es maximal eine Doppelstunde gab. Aber ich musste erst noch ein paar Jahre weiter zur Schule gehen und Abitur machen (das ich fast nicht mehr gemacht hätte, weil ich da längst schwer essgestört war und nicht mehr leben wollte).

Im Informatikkurs lief es kurz gut, bis mein Bruder, der selbst Informatik studierte, sich das Buch von mir ausleihen wollte. Ich wollte mir eigentlich mit Hilfe des Buches in meiner trotz viel Sport reichlichen Freizeit richtig Programmieren beibringen in Eigenregie, eben da weitermachen, wo der Informatikkurs aufhörte inhaltlich. Naiverweise verlieh ich meinem Bruder gleichwohl das Buch, mit der Bitte um baldige Rückgabe. … Das Buch habe ich über 10 Jahre nicht mehr sehen sollen. Mein Bruder behauptete zwischendurch gar, dass er es mir längst zurückgegeben hätte etc..

Den Informatikkurs habe ich nicht verlängert. Auch nie wieder programmiert. Der Kurs war zu den Sommerferien beendet und man hätte ihn im darauffolgenden Schuljahr erneut wählen und fortsetzen können. Da war ich aber längst sehr essgestört, stark untergewichtig und sah in der Schule sowie in allem anderen keinerlei Sinn mehr; mich interessierte da außer der Essstörung absolut gar nichts mehr. 24/7.

Als das Buch nach all den Jahren wieder den Weg von meinem Bruder zurück in das elterliche Wohnhaus gefunden hat, war das ein merkwürdiges Gefühl. Kurz hatte ich überlegt, es an mich zu nehmen, aber ganz ehrlich: Für mich ist der Bereich irgendwie fast wie vergiftet; ich möchte mit dem Buch und Programmieren in dem Sinne nie wieder etwas zu tun haben. Ebenso wenig mit Physik und Mathematik, der Schule, ehemaligen Mitschülern und überhaupt, allem was mich an damals erinnert.

Auf Ehemaligentreffen bin ich ein einziges Mal ein Jahr nach dem Abitur gegangen und zwischen den Leuten und mir war die gleiche unsichtbare Glasscheibe, wie immer schon im tiefsten Inneren. Danach ist mir dieses Übel von Ehemaligentreffen zum Glück erspart geblieben. Ein Vorteil, wenn man nicht bei facebook & Co. ist.

Ich passe nicht dazu und mit mir stimmt etwas nicht im Vergleich zu anderen Gleichaltrigen, von grundauf. (Wie ein Mitschüler mal so treffend sagte: „Du denkst komisch!„; mein Bruder hat es mir von kleinauf regelmäßig wahlweise ins Gesicht geschrien, wie dumm ich bin etc., später als er mal gute Laune hatte, hat er es folgendermaßen charmant umschrieben: „Manchmal wüßte ich gerne, wo du eigentlich dein Raumschiff versteckt hast.“). Am besten bin ich als Kind und Jugendlicher mit Älteren zurecht gekommen; für die habe ich nicht so komisch gedacht bzw. habe ich irgendwann zum Glück gelernt, meine möglicherweise komischen Gedanken weitgehend für mich zu behalten und durch Beobachten und Imitation zu lernen, wie man halbwegs normal wirkt. Die Rolle meines Lebens.

Schwerelos durch Raum & Zeit

Wie fange ich an … kurz gesagt stehe ich ein bisschen neben mir, weder im guten, noch schlechten Sinne.

Das ist jetzt sehr aussagekräftig, ich weiß. Wie ich das anders beschreiben könnte, weiß ich dagegen nicht.

Sowohl der Freitag, als auch der Samstag waren einerseits sehr positiv, andererseits auch negativ. Meine guten Vorsätze haben nicht ganz gehalten, andererseits ist es weder Freitagabend, noch heute so ausgeartet, wie es auch hätte enden können.

Der Besuch meiner Eltern war ganz entspannt und nett, nur das gemeinsame Essen, bestehend aus Curry-Wurst-Pommes und später noch Kuchen hat mich zurückgeworfen. Andererseits hat es die Entscheidung auch sehr leicht gemacht. Um dieses Essen ist es nicht schade, sowas braucht kein Körper.

Also man kann sowas ja manchmal essen – natürlich auch ohne anschließendes Erbrechen – aber es ist für mich in meiner derzeitigen anfälligen Situation eine schlechte Idee gewesen.
Möglicherweise hätte ich meine Eltern zu etwas anderem überreden oder zumindest den Kuchen ablehnen können, aber ich finde das innerlich immer etwas schwierig. Es ist zwar bei Weitem nicht mehr so wie früher, dass meine Eltern überbesorgt reagieren, sobald ich bei gemeinsamen Mahlzeiten nicht oder nicht so viel mitessen möchte, aber zuverlässig absolut stressfrei ist das Thema bis heute nicht.

Leider ist es auch bis heute so, dass ich nur allzu gut mitbekomme, dass es sie immer noch erleichtert bis freut, wenn ich mitesse – viel mitesse und vor allem auch kalorienreiche, ungesunde Sachen mitesse, obwohl ich da just dann nicht einmal richtig Appetit drauf habe.

Es ist bei meinen Eltern nicht ganz so extrem wie bei meinen inzwischen verstorbenen Großmüttern, die immer geradezu enttäuscht reagiert haben, wenn ich keinen Nachschlag haben wollte, da ich einfach satt war. Sie haben das nie akzeptiert und mir immer noch irgendwas Essbares geradezu aufgedrängt, das ich – da ich ihnen ja keine schlechten Gefühle bereiten wollte – auch gegessen habe, woraufhin meine Großmütter sichtbar erfreut reagiert haben.

Meine zaghaften Widerstandsversuche („Danke, aber ich bin wirklich satt.“) wurden regelmäßig übergangen. … Dass ich nicht völlig gemästet wurde, habe ich den Interventionen meiner Mutter zu verdanken.

Sie fand das Ganze zwar auch nicht gut, aber hätte natürlich weder 24/7 den Kontakt zwischen Enkelkind und Großmutter überwachen und begleiten können, noch wollten unsere Eltern einen Keil zwischen die Generationen treiben, reichte es doch, dass sie selbst mit ihren Eltern/meinen Großeltern mit einer Ausnahme ein sehr belastetes Verhältnis hatten. Das sollte nicht zwischen Großeltern und Enkelkindern stehen, weshalb sich meine Eltern da viele Jahre zu wenig durchgesetzt haben, auch Dank einer gewissen Harmoniebedürftigkeit, die ich gut nachvollziehen kann.

Kleiner Zeitsprung:
Meine eine Großmutter hatte es in meiner Kindheit mal völlig auf die Spitze getrieben:
Meine Mutter, mein Bruder und ich hatten just gut zu Mittag gegessen, als sie erschien und Plätzchen vom Bäcker mitbrachte. Meine damaligen Lieblingsplätzchen!

Meine Mutter musste noch zu einem beruflichen Termin und so nahm das Schicksal seinen Lauf. Meine Großmutter hatte sich in den Kopf gesetzt, dass ich Dankbarkeit zeigen und das von ihr mitgebrachte Plätzchen genau jetzt vor ihr essen sollte … damit sie sich gut fühlen konnte; so als tolle Großmutter und so.
(So war sie eben Zeit ihres Lebens. Als sie später verstarb, war ich erst ungläubig, dann erleichtert. Das führt an dieser Stelle aber zu weit.)

Höflich wie ich als Kind war, habe ich viele lange Minuten meiner Großmutter meinen Dank für das mitgebrachte Plätzchen bekundet und bedauernd darauf hingewiesen, dass ich noch satt sei vom gerade verzehrten Mittagessen, aber das Plätzchen später essen werde.

Normale Menschen hätten das akzeptiert, meine Großmutter war aber nicht normal.

Ich habe kein Zeitgefühl dafür, wie lange sie unter den feixenden Bemerkungen meines sichtlich schadenfrohen Bruders auf mich eingeredet hat, aber es war sehr lange. Inhaltlich forderte sie mich immer wieder auf, das Plätzchen jetzt (!) zu essen und versuchte es wahlweise mit missmutigen Blicken und einer sehr leidenden Miene sowie Äußerungen dahingehend, dass ich sie nicht lieben würde, weil ich das Plätzchen ja nicht essen wollen würde, wo sie sich doch extra die Mühe gemacht habe. Mein Bruder bekräftigte sie grinsend.
Es hat keine Logik gehabt, dass ich mich damals wie der kaltherzigste Mensch, der seine Großmutter nicht lieben würde, gefühlt habe.

Irgendwann habe ich schuldbewusst das Plätzchen runtergewürgt, was mir strahlende Blicke meiner Großmutter einbrachte. Mein Körper fand das Ganze alles andere als strahlend; physikalisch-biologisch betrachtet wenig überraschend war mir speiübel.

Während ich da so wenige Meter von meiner immer noch am Tisch sitzenden Großmutter und meinem – nun höchst amüsierten – Bruder kotzend über Küchenspüle hing (weiter hatte ich es nicht mehr geschafft), kam meine Mutter zurück.

Auf ihre irritierte Frage, was denn hier los sei, erwiderte mein Bruder sinngemäß, dass ich aus Dummheit und Verfressenheit zu viel gegessen hätte. Meine Großmutter tat, was sie immer getan hat, wenn sie Mist gebaut hatte: Sie erklärte, dass sie jetzt gehen müsse und ging, als ob sie das Ganze nichts angehen und sie nichts damit zu tun haben würde.

Ich fühlte mich unendlich dumm, tatsächlich verfressen und irgendwie gedemütigt.
Immerhin war mir das eine Lehre. Danach entwickelte ich im Laufe der Jahre eine Gefühlosigkeit und erstarrte Kälte in Person, wenn jene Großmutter – oder nochmal später – andere Menschen mir mit solchen emotionalen Erpressungsspielen kamen oder sonstwie versuchten, mich „emotional zu bedrängen“.

Kleiner Zeitsprung in das Ende meiner Pubertät (<= ehrlich gesagt finde ich das Wort doof, aber Teenagerzeit klingt auch nicht besser.)

Es war abends kurz vor dem Handballtraining. Ich wohnte noch bei meinen Eltern, war anorektisch, recht untergewichtig und zwar in einem gewissen Rahmen bzgl. des Essens „kooperativer“, aber nur begrenzt. Ein paar wenige Monate vorher hatte ich so gut wie gar nichts mehr gegessen (und auch kaum etwas getrunken); für meine Eltern war das eine sehr harte Zeit gewesen.

Seitdem waren das Thema Essen und gemeinsame Mahlzeiten ein Dauerstressthema sowohl für meine besorgten Eltern, als auch für mich.

An diesem Abend brachten sie mir von einem Ausflug einen Döner mit und wollten, dass ich den noch vorm Handballtraining esse. Ihre Sorge war, dass ich ihn ansonsten gar nicht mehr essen würde, während ich – in dem Moment zumindest ehrlich gemeint – anbot, den Döner nach dem Training zu essen, meinetwegen unter ihren Augen, damit sie sicher sein können. … Ich habe es immer schon gehasst, Essen aufgenötigt zu bekommen, in jener Zeit natürlich nochmals intensiver. Dass ich den Döner vor dem Training essen sollte, ging mir völlig gegen den Strich.

Andererseits war ich damals irgendwie die ständigen Diskussionen um das Thema Essen und die Gefühle (Sorge, Verärgerung, Missstimmungen im Raum unter den Anwesenden etc.) Leid. Eigentlich bin ich nämlich sehr harmonieliebend.

Daher habe ich diesen Döner damals gegessen. Beim anschließenden Handballtraining kam mir selbiger – sorry – teilweise wieder hoch, mir ging es sehr elendig; aber ich hatte damals noch keinerlei Erfahrung mit selbstinduziertem Erbrechen und hielt irgendwie das Training durch.

Ich weiß nicht mehr genau, ob ich auf der Rückfahrt angehalten habe, weil ich mich übergeben musste. An sich meine ich, dass es damals so gewesen ist – und dass es mir nach dem ersten Ekel ganz recht war, weil a) die quälende Übelkeit weg war, b) die unnötigen Kalorien entsorgt waren und c) ich mich wieder selbstbestimmter gefühlt habe (wenn mir Essen aufgenötigt worden ist, habe ich mich gerade damals extrem fremdbestimmt gefühlt; das war ein sehr schwer aushaltbares Gefühl).

Danach habe ich mich zwar noch lange nicht absichtlich erbrochen, aber es hatte da irgendwie im Hinterkopf bei mir *Klick* gemacht.

Irgendwann nach einer größeren Familienfeier – bei der ich aus meiner Sicht zu viel und zu kalorienreich hatte essen müssen – habe ich mich das erste Mal absichtlich übergeben. … Das war gar nicht so einfach und über Tipps wie den, mittels Zahnbürstenstiele den Würgereflex auszulösen, kann ich seitdem herzlich lachen.^^ Aber irgendwann hatte ich den Dreh raus, die Waage zeigte sogar eine deutliche Abnahme an, und im Laufe der Zeit verfeinerte ich meine Technik.

Und geradezu paradiesisch:
Es gab endlich keinen Streit und Missstimmungen mehr um das Thema Essen mit meiner Familie, da ich brav alles gegessen habe ohne mich wegen der Kalorien bzw. persönlichen No-Go-Lebensmittel (z.B. Crossaints etc.) anzustellen, da ich es ja wieder hinterher erbrach. Meine Eltern freuten sich ob meiner vermeintlichen Genesung und Freude am Essen – und ich war heilfroh, mich gleichwohl dann später beim Kotzen wieder mit mir im Reinen zu fühlen und nicht zunehmen zu müssen.

Endlich waren die gemeinsamen Mahlzeiten bzw. das Thema Essen überhaupt mit meinen Eltern kein ständiges Streit- und Sorgenthema mehr.

Natürlich entwickelte das ganze bald eine sehr ungute Eigendynamik und irgendwann war ich soweit, dass mein Körper es überhaupt nicht mehr gewohnt war, Mahlzeiten ernsthaft verdauen zu müssen, da ich so ziemlich jede Mahlzeit hinterher erbrach. … Außerdem ging es mir körperlich und seelisch irgendwie bald deutlich bzw. anders schlechter, als während der rein anorektischen Zeit. Das Erbrechen hat meinem Körper irgendwie schneller weit stärker zugesetzt, bei höherem Gewicht, als es tiefstes Untergewicht und restriktives Essen vermocht hatten.

Zumindest hatte ich mich nur mit restriktivem Verhalten nicht so schlecht gefühlt, auch wenn ich mich später auf Fotos mal erschrocken habe. Und einmal nach dem Handballtraining hatte ich mich körperlich sehr anders als sonst gefühlt, schlechter, und hatte feststellen musste, dass ich wider Erwarten glatt weiter abgenommen hatte und nur noch 300,1 g davon entfernt war, unter 40 kg zu kommen.

Das war das einzige Mal, dass ich über eine Abnahme nicht aussschließlich erfreut war, sondern irgendwie auch etwas erschrocken, hatte ich doch fest mit einer Zunahme gerechnet. Mir war wohl die Kontrolle entglitten, andererseits war es ja quasi sowas wie das Ziel, einfach immer weiter abzunehmen, um zu schauen, wie es damit ist bzw. war das immer weiter Abnehmen als Weg schon das Ziel selbst … .

Ich weiß nicht, ob man das als Suche nach Grenzen und sich selbst besser spüren können beschreiben kann.

Es war auch so, dass dieser innere Sog in die Tiefe, also konkret umgesetzt dann in Richtung immer weiterer Abnahme bis man es hinter sich hat, mit immer niedrigeren Gewicht immer stärker geworden ist. Ich war mir damals intuitiv sicher, dass ich etwas Unumkehrbares mache, wenn ich unter 40 kg rutschen sollte:
Noch hatte ich keine bleibenden körperlichen Schäden erlitten und unter 40 kg kommt ja auch schon die nächste Zehnerkette, mit ihrem magischen Reiz: 39, 38, 37, 36 … 30 kg – und evtl. noch die 20er kg-Reihe – quasi die ungekrönte Eliteliga – wenn man bis dahin kommen sollte => ich habe weit eher versagt, so dicht wie mit 40,3 kg bin ich nie wieder an das äh „Ziel der Auflösung“ gekommen.

Noch Jahre später habe ich damit gehadert, das nicht durchgezogen zu haben. … Typisch eben, Zielstrebigkeit war Dank meiner chronischen inneren Ambivalenzen und anderen Hindernissen noch nie meine Stärke.

Außerdem hatte ich mir damals an jenem Abend eingebildet, dass mein Herz komisch geschlagen hätte, viel zu langsam. Das ging auch durch das Duschen nicht weg. Naiverweise glaubte ich, möglicherweise nach dem Einschlafen wegen eines Herzstillstandes nicht mehr aufzuwachen, tat es aber natürlich trotzdem am nächsten Tag.
Meine Eltern und mein Hausarzt hatten mir insbesondere wegen des Herzmuskels, der beim Hungern irgendwann auch abgebaut wird, hartnäckig in den Ohren gelegen. Das hatte mich wohl unfreiwillig verunsichert und an akute Herzprobleme glauben lassen an jenem Abend, pah.

Destruktive persönliche Hobbys

Das tolle sauber-glatte Gefühl an den Zähnen nach der professionellen Zahnreinigung hat mich heute auch von der immer mal wieder auftauchenden Versuchung abgehalten, mich erneut zu übergeben.

Eigentlich doof: Wenn man erst einmal wieder damit anfängt, ist es so schnell wieder als „eine realistische Möglichkeit“ im Bewusstsein und flackert immer mal wieder auf, z.B. wenn meine Mutter mir reichlich Kuchen oder andere Sachen, die ich derzeit eigentlich sicherheitshalber besser gar nicht erst essen möchte und froh bin, mich davon an sich entwöhnt zu haben, mitgeben will.

Das Kuchenproblem ließ sich noch unproblematisch lösen: Heute Mittag gab es Kotelett bzw. für mich Schnitzel, dazu Brokkoli, Kartoffeln und Soße. Ich liebe Brokkoli – und der Rest war auch sehr lecker. Den Kuchen habe ich mir dann mit meinem Vater als Nachtisch geteilt. Mein Vater liebt Kuchen. Von ihm habe ich leider die Vorliebe für Süßigkeiten & Co. „geerbt“. Mein Bruder mag Kuchen und Süßigkeiten dagegen so gut wie gar nicht. Beneidenswert. … Ich kann zwar einen „Entzug“ von solchen Sachen machen und verliere nach einer zähen Weile auch den Appetit auf Süßigkeiten & Co., nur bin ich schnell wieder „angefixt“.

Von meinen Eltern habe ich dann neben den Resten vom Mittagessen noch etwas (nicht fettreduzierten) Käse und Salami, Wraps, etwas Skyr, Gelee, ein paar kleine Schokohohlfiguren etc. mitgenommen.

Infolgedessen habe ich heute Abend wieder zurück in meinen eigenen vier Wänden an sich kalorientechnisch zu viel gegessen, aber in einem Rahmen, den ich ausnahmsweise ok finde, sprich ich habe mich danach nicht erbrochen.

Das ist auch besser so. Abgesehen von den gesundheitlichen Nachteilen dadurch und meinen gerade frisch beim Zahnarzt gereinigten Zähnen, versaut das Erbrechen als Möglichkeit auch jeden Rest an Disziplin beim Essen und bei der Bewegung und verhindert auch dadurch eine sinnvolle Abnahme.

Eine Abnahme, die auch zu mehr Gesundheit führen würde, wenn sie auf Sport und besserer Ernährung basieren würde, als darauf, ernährungsphysiologischen Schrott zu essen, den man hinterher wieder erbricht. Zumal gerade der Zucker etc. teilweise ja gleichwohl aufgenommen wird. Außerdem mag ich es nicht, an sich gesunde und eher gewichtsfreundliche Lebensmittel/Mahlzeiten zwangsläufig mitzuerbrechen, wie das heutige Mittagessen, den Kuchen ausgenommen, hätte ich mich jetzt heute Abend übergeben.

Am Samstag besuchen mich meine Eltern mittags. Wir werden wahrscheinlich an der hiesigen Pommesbude einkehren. Abends sind meine Eltern ihrerseits eingeladen und ich selbst könnte an sich zur nachträglichen Weihnachtsfeier vom Kampfsport gehen. Allerdings habe ich keinen Bock auf die Feier (auch nicht auf das Training an sich derzeit, bin da irgendwie blockiert – das dürfte sich aber wieder legen).

Ich werde auch nicht zu der Weihnachtsfeier gehen, aber ich will das nicht als Grund nutzen a la „Super, freie Bahn.“, um den Nachmittag nach dem Besuch meiner Eltern doch zu kotzen. (Lohnt sich ja dann mit der Pommesbude vorher … und ich könnte noch entsprechend einkaufen gehen.)

Wenn ich lange genug nicht mehr erbreche, verschwindet dieses aufploppende innere Gedankenfenster a la :“Ist ja egal, ich kann es ja wieder auskotzen.“, zum Glück wieder. Es ist einfach eine Frage der Konditionierung. Die geht auch in die positive Richtung z.B. in punkto regelmäßig Sport machen, zeitig ins Bett gehen, sich meistens gesund ernähren.

Ich traue mir nur nicht so ganz bzgl. Samstag; ich argwöhne eben dass ich es mir dann spontan doch anders überlege (wie in der Vergangenheit). Es ist einfach eine hohe Versuchung, es gleich miteinzuplanen („nur ein letztes Mal noch.“).

Andererseits weiß ich nur allzu gut, dass der subjektive Gewinn gering und sehr flüchtig ist. Es mag sich komisch anhören für Außenstehende: Mir macht das Essen & Erbrechen (auch jetzt) insgesamt weit überwiegend keinen Spaß mehr. Das war auch der Grund vor über 5/6 Jahren, damit aufzuhören, nachdem ich es noch vereinzelt wiederholt hatte.
Ich habe auch den Verdacht, dass mich das Selbstdestruktive daran am meisten gereizt hat die meiste Zeit; nicht nur der Aspekt mit dem „Essen, was man möchte, ohne zuzunehmen“ oder „Von anderen aufgedrängtes Essen wieder loswerden“.

Am besten plane ich für Samstagnachmittag irgendwas anderes, so dass ich zu verplant bin für dieses destruktive persönliche Hobby.

Am besten nutze ich Samstag das Tageslicht, um erst Laufen zu gehen und danach sollte ich mich mal eh dringend bei meinen Kumpels melden; und ich wollte auch noch die 8. Staffel von Game Of Thrones zu Ende sehen, obwohl ich es unendlich doof finde, dass die Drachen alle wegsterben.

Ferner könnte ich außerdem entweder alleine oder mit besagten Kumpel(s) zocken – evtl. ja auch mit meinem Bruder, aber das ist heikel und für mich schnell seelisch stressig aufgrund seiner Art. Das sollte ich besser lassen. Er hat vorhin eh wieder angerufen, was ich glücklicherweise gar nicht mitbekommen hatte, weil mein Handy auf lautlos war. Zurückrufen werde ich eher nicht, auch wenn er in mir immer noch mit sowas ein schlechtes Gewissen auslöst – aber ich weiß nur zu gut, wie das endet, wenn ich zurückrufe => er wird mich nach Vorwürfen, dass er mich nie(!) erreichen könnte und ich nie(!) zurückrufen würde (obwohl ich gerade zurückrufe) mit ewig langen Monologen über sein Leben und seine Bedürfnisse aggressiv zutexten und früher oder später anschreien, weil ich nicht wie gewünscht funktioniere im Telefonat (=zuhöre und ihm das spiegel, was er hören möchte).

Oder er ist vergleichsweise gut drauf und textet mich ohne Anschreien zu + möchte mit mir Zocken oder am nächsten Tag „weitertelefonieren“ und wird ungehalten, wenn ich nicht begeistert zusage.

Nee, das gebe ich mir nicht (mehr). … Ich zocke entweder alleine oder allenfalls mit T.. Falls der überhaupt Zeit hat. Leider habe ich Idiot mir nirgends notiert, wann er im Frühling Geburtstag hat, obwohl ich auf mehreren seiner Geburtstagsfeiern war und mit ihm seit über 10 Jahren eng befreundet bin. .. Verdammt, irgendwo muss ich noch die Einladungen haben. Ich weiß selbst nicht, warum ich sowas aufhebe, aber jetzt ist es praktisch. Hoffentlich hat er sein Geburtsdatum reingeschrieben … .

Ansonsten sollte ich auch noch Aufräumen – ich muss unbedingt mein Regal anders sortieren und alten Krempel entsorgen (auch noch aus den Umzugskisten, die seit fast einem Jahr im Keller stehen, weil ich mich mit meinen Uni- & Referendariatsunterlagen nicht beschäftigen mag, weil mich das immer direkt in jene Zeit zurückkatapultiert und das möchte ich nicht. Andererseits will ich die meisten Sachen entsorgen – bis auf ein paar Lehrbücher, Mitschriften/Unterlagen und die drei so oft händisch aktuell gehaltenen Gesetzestexte, die ich nicht wegwerfen will. Ich bin da sentimental, selbst wenn ich da ehrlicherweise nie wieder reinschaue und die Sachen für meinen Beruf auch nicht mehr brauche.)

Aufräumen, dabei einen Film oder eine Doku laufen lassen oder Musik hören, finde ich eigentlich total entspannend; mir fehlt nur oft solange der Elan, damit anzufangen, bis sich keine Zeit mehr dafür habe. … Am besten geht das, wenn ich den nächsten Tag frei habe und dann nachts solange rumwerkel, bis ich mit der geänderten Einrichtung und Sortierung in den Schubladen etc. zufrieden bin und gefühlt das (fast) „perfekte“ System für mich gefunden habe für meine Unterlagen etc.. Sortieren macht zufrieden.^^

Ich liebe auch aufgeräumte Wohnungen, in denen nicht so viel herumsteht. … Meine Wohnung sieht gleichwohl oft anders aus. Am Ordnungszustand kann ich erstaunlich gut Rückschlüsse auf mein inneres Befinden ziehen: Sehr unaufgeräumt ist schlecht, und sehr ordentlich ist meist überkompensatorisch nach einer längeren antriebslosen Phase, in der viel liegengeblieben ist.