Freude

Es ist verdammt lange her, dass ich hier zuletzt geschrieben habe. Ab und zu habe ich an den Blog gedacht und überlegt, etwas zu schreiben, aber es dann wieder aufgeschoben und ja auch aufgehoben.

Seit dem letzten Beitrag hier hat sich in meinem Leben eine ganze Menge getan, sehr zum Positiven hin. Ich mache es mal lieber kurz, bevor mich die Schreibmotivation wieder verlässt:

  • Ich habe meine notarielle Fachprüfung (aka das Notarexamen) überstanden bestanden.

    Die mündliche Prüfung, bei der es mir in der Nacht davor aus Angst vor der Prüfung absolut dreckig ging, ist sogar recht gut gelaufen. Improvisieren rulez! Die schriftliche Prüfung ist sehr gemischt ausgefallen. Ich habe mal wieder wie ein Kaninchen vor der Schlange mit dem Lernen (ja, dem Anfangen zu lernen) in Schockstarre bis knapp 2 Wochen vor Beginn der Prüfung gewartet, um dann erst recht festzustellen, dass ich natürlich nichts kann und ab da täglich gegen die nicht mehr verdrängbare innere Panik anzukämpfen und irgendwie den scheiß Prüfungsstoff in den Kopf zu bekommen, innerlich immer so kurz vorm Verzweifeln.

    Wenn ihr mich berechtigterweise fragt, was zum Teufel ich eigentlich in all den Wochen/Monaten vorher getrieben habe, kann ich euch sagen, dass ich in all den Monaten davor versucht habe, mit dem Lernen anzufangen. Jeden Tag neu, und jeden Tag habe ich dabei neu versagt. Nach der Arbeit konnte ich mich abends einfach nicht zum Lernen aufraffen, obwohl ich den ganzen Abend daran gedacht habe, dass ich jetzt gleich aber wirklich noch lernen muss, und an den Wochenenden lief es auch nicht besser. Meine Freizeit konnte ich so natürlich auch nicht genießen, denn ich wollte ja eigentlich lernen. Das wachsende schlechte Gewissen hing all die Monate als immer größer werdende, erdrückende Gewitterwolke über mir. Die letzten drei Wochen vor der Prüfung hatte ich zum Glück Urlaub genommen. Wobei ich trotzdem noch rund eine Woche gebraucht habe, um wirklich loszulegen. Nicht, dass ich es nicht auch da jeden Tag bereits ab der ersten Urlaubswoche versucht hätte, nur es hat einfach nicht geklappt. Ich kann das leider nicht besser erklären und natürlich verstehe ich rational jeden, der mein Verhalten in der Zeit als bescheuert einstuft.

    Einerseits waren die Crashkursskripte meine Rettung, aber gleichzeitig waren die natürlich immer noch zu umfangreich, um mir den ganzen Stoff innerhalb kürzester Zeit ins Hirn zu saugen. Immerhin ist ein bisschen was hängegeblieben und irgendwie habe ich dann offenbar doch was gelernt. Wobei ich immer noch nicht kapiert habe, wie man lernt. Ich finde das Lernen zu lernen sauschwer. Ohne Scheiß! … Auf der Arbeit, in der Praxis, muss ich irgendwie nicht (bewusst) lernen, um dazuzulernen => ich tue einfach, was ich tue. Es passiert einfach, so wie früher in der Schule und zum Teil auch im Studium und Referendariat. Bei Prüfungsstoff funktioniert das leider nicht. So gar nicht. Es ist auch bei der notariellen Fachprüfung im Grunde wieder alles so (selbstsabotierend) gelaufen, wie damals bei meiner „Vorbereitung“ für das 1. und 2. Staatsexamen. Auch wenn ich am Ende mal wieder das nötige Glück hatte. Aber der Stress bis dahin … .

    Aber egal, der Mist liegt glücklicherweise hinter mir. Nie wieder Examensprüfungen! Juhu! Endlich bin ich ein freier Mensch.

  • Ich bin auch beruflich endlich mein eigener Herr. Und zwar bin ich bei meinem (jetzt Ex-)Chef 2, mit dem ich von Anfang an mit Abstrichen am besten ausgekommen bin, in der Kanzlei als Teilhaberin/Mitgesellschafterin eingestiegen. Fortan werde ich ihn hier liebevoll einfach Kompagnon nennen. Wir sind zu zweit, als Team – Triumvirate haben sich nicht nur in der Kanzleigeschichte nicht so gut bewährt. ^^

    Jetzt bin ich tatsächlich selbstständig, habe keinen Chef mehr über mir, und bin Gesellschafterin. Das hätte ich mich nie zu träumen gewagt. Mich hat auch der enorme Zuspruch der „Belegschaft“ in der Kanzlei sehr gefreut. Die haben sich fast mehr gefreut, als ich. Und ich kann endlich auch bei der Gestaltung des „zwischenmenschlichen Umgangs“ zwischen Führung und Belegschaft die Dinge so handhaben und (mit-)entscheiden, wie ich sie menschlich fair finde. Das hat sogar positiv auf meinen Kompagnon abgefärbt. Es harmoniert sehr gut mit uns beiden. Wir haben inzwischen sogar eine Rechtsanwältin angestellt, was auch wiederum vieles verbessert hat und mit der es ebenfalls menschlich und fachlich sehr gut passt.

  • Nach sehr bestärkender und tatkräftiger Ermunterung durch meine Eltern, vor allem durch meinen Vater, habe ich eine wunderschöne Eigentumswohnung erworben. Da war sehr viel glücklicher Zufall und Hilfe meiner Eltern im Spiel und ich freue mich total, dass es alles genau so gelaufen ist. Auch der Schritt war etwas, auf das ich von selbst nicht gekommen wäre.

    Mein Vater hatte das insgeheim schon seit einer Weile im Hinterkopf und heimlich immer mal wieder nach passenden Wohnungen für mich geschaut, ohne dass ich das geahnt hätte. Nachdem er zunächst eine Wohnung in der Nachbarstadt gefunden und mir das Ganze schmackhaft gemacht hatte, hat sich die erste Wohnung bei der Besichtigung als Flopp entpuppt. Ich hatte die Idee dann auch wieder für mich abgehakt, aber mein Vater hat abends direkt nachdem wir wieder Zuhause waren an dem Tag, nochmals online geschaut und dann diese für mich traumhafte Wohnung entdeckt.

    In der Nacht vor der Besichtigung habe ich noch gedacht, dass da bestimmt irgendein Haken sein muss und mir absichtlich keine Hoffnungen gemacht, um nachher nicht zu enttäuscht zu sein. Aber als wir vor Ort waren, war die Wohnung genauso toll, wie auf den Bildern. Und mit den beiden Verkäufern passte auch menschlich einfach alles auf Anhieb. Beim Kaufpreis waren wir uns direkt einig. Nach guter Tradition habe ich den Kauf mit ihnen dann auch direkt vor Ort per Handschlag besiegelt. Meine Vorfahren waren eben Bauern, bei denen ein Handschlag noch was wert war. Das kann auch ich nicht ablegen und ich finde es eine schöne Tradition, Juristerei hin oder her. Und wirtschaftlich fahre ich hier mit der Eigentumswohnung nebst Darlehenstilgung, Hausgeld etc. besser, als mit der alten Mietwohnung und den dort immer weiter steigenden Mietzahlungen. Zumal meine neue Nachbarschaft menschlich wunderbar ist.

  • Sportlich läuft es auch gut. Beim Taekwondo machen wir inzwischen mehr Wettkampftraining, was ich am liebsten mag. Auch wenn meine Kondition besser sein könnte, aber ich sitze ja auch den ganzen Tag und schlafe chronisch zu wenig bin ja auch nicht mehr so jung. Es ist einfach ein schöner Ausgleich zur Arbeit. Und ich kann die Trainingsgruppen dort von den Leuten und Trainern her gut leiden. Auch als Einzelgänger hat man ja so seine geselligen Momente.

  • Tatsächlich hat sich das Verhältnis zwischen meinem Bruder und mir (sowie das Verhältnis zwischen meinem Bruder und unseren Eltern) gebessert. Mein Bruder verhält sich seit ca. einem Jahr -toitoitoi – deutlich friedlicher und wirkt ausgeglichener. Allerdings bin ich ehrlicherweise etwas skeptisch, wie lange das diesmal anhält. Von mir aus könnte es ja ein Dauerzustand sein, aber da spielt mein Bruder nicht mit. Und in Gesprächen hält er immer noch gerne eher Monologe, als sich zu unterhalten. Wir zocken aber ab und zu wieder was zusammen online per Teamspeak, z.B. Counterstrike, und kürzere „Gespräche“ sind immerhin wieder drin. Seine Freundin zockt ebenfalls mit. Ich rechne es ihr hoch an, dass sie insgesamt einen ausgleichenden positiven Einfluss auf meinen Bruder hat, auch wenn ich mich wundere, wie sie das eigentlich aushält mit ihm (und die beiden haben natürlich auch so ihre Streitigkeiten untereinander). Aber ok, das ist ihre Sache.


    Joa, das war es erstmal soweit. Ich möchte heute Abend noch etwas zocken. Aktuell bin ich wieder bei Total War: Warhammer 3 und Assassin’s Creed: Shadows und Origins hängengeblieben. AC-Spiele finde ich, wenn sie neu sind, erst toll und anschließend immer öder, je länger ich das einzelne Spiel spiele. Deshalb war ich von der Spielreihe lange Zeit abgekommen, bevor ich sie wieder neu für mich entdeckt habe. Auch ältere Titel davon. Der Trick bei AC besteht wohl einfach darin, dass man die verschiedenen Spiele davon einfach parallel im ständigen Wechsel spielen sollte. Wenn man ein Spiel davon die ganze Zeit am Stück spielt, wird es schnell öde und die optisch schöne Spielwelt fühlt sich leblos an.

    Außerdem kann ich das Spiel „Schedule I“ sehr empfehlen. Das macht sehr viel Spaß, am besten gemeinsam mit anderen. Und dazu am besten von South Park die Folge schauen, in der Randy auf Ketamin mit Hilfe von Chat-GPT eine Cannabisfarm hochzieht. xD

    Allen einen entspannten Abend.

Durchhaltevermögen

Ich habe hier lange nicht mehr geschrieben, weil ich sehr viel um die Ohren hatte, beruflich auf der Arbeit, mit der Notarausbildung, aber auch privat. Das ist auch weiterhin so, weshalb ich auch künftig in den nächsten Monaten wahrscheinlich nicht oder kaum bloggen werde. Am meisten kämpfe ich mit meiner Lernblockade, da die Prüfung in wenigen Wochen ansteht. Das kenne ich leider schon alles von meinen beiden Staatsexamen. Ein wenig Hoffnung gibt mir, dass ich die Staatsexamina damals gleichwohl irgendwie geschafft habe. Und ich versuche mich auch damit zu motivieren, dass das Notarexamen die letzte Examensprüfung ist, die ich in meinem Leben machen muss. Danach mache ich nur noch freiwillige Prüfungen, auf die ich selbst Lust habe (ich möchte z.B. nach dem Ganzen mal Spanisch lernen).
Vom Verstand her ist mir das „Muster“ bei meiner Prüfungsangst klar, aber bei der Umsetzung, dagegen anzugehen und konsequent zu lernen, statt das Lernen immer wieder neu aufzuschieben und mich am liebsten irgendwo vergraben zu wollen, bis das Unheil vorbei ist, versage ich täglich neu.

Immerhin habe ich mich in den letzten Wochen zumindest beim Aufschieben mit Lerntechniken auseinandergesetzt. Da gibt es einige interessante Youtube-Videos, die ich mir beim Prokrastinieren angeschaut habe. Schließlich habe ich weder in der Schule, noch im Studium und Referendariat gelernt, wie man sinnvoll lernt. Das ist vielleicht ein Fortschritt im Vergleich zu Früher und gibt mir etwas Motivation und Hoffnung, aber das Lernen des Prüfungsstoffes ersetzt es leider nicht.

Na ja, ich werde mich schon irgendwie durchkämpfen und habe nicht vor, vorzeitig zu resignieren, auch wenn es mir immer wieder schwer fällt.

Sehr unterstützend sind meine Eltern. Das weiß ich wirklich sehr zu schätzen.

Gar nicht hilfreich ist dagegen mein Bruder, der trotz Erklärung meinerseits dauerbeleidigt ist, dass ich mich auf meine Baustellen konzentrieren muss und im Kampf mit mir selbst bzgl. des Anfangens mit dem Lernen keine Zeit und Lust (und auch keine Energie) habe, um mit ihm zu zocken, geschweige denn, ihn zu besuchen oder sonstwie zu bespaßen bzw. mir seine ewigen Monologe und Stimmungsschwankungen nebst cholerischen Ausbrüchen reinzuziehen. Das ist leider nichts Neues. Er hat das schon immer gemacht, egal, ob ich gerade Abiturprüfungen oder meine Staatsexamen hatte.

Auch kürzlich zu Weihnachten hat er einen bizarren, filmreifen Auftritt hingelegt. Leider war er Weihnachten nämlich mit seiner Freundin zu Besuch bei unseren Eltern. Schon beim Reinkommen durch die Haustür hat er mich angepampt, da ich ja keine Zeit für ihn gehabt hätte dieses Jahr und der werte Narzisst sich dadurch von mir bösartig herabgesetzt fühlt. Nachdem er bereits das gemeinsame Raclette-Essen sabotiert und mit seiner Aggression für alle ruiniert hat, ging es mit mir weiter. Ich kann das gar nicht wiedergeben, was mir dieser gestörte Mensch an Gehässigkeiten, krassen Verdrehungen nebst schrägen Vorwürfen so alles ins Gesicht geschrien hat. Einfach so, ohne erkennbaren Anlass und ohne vorherigen Streit. Auch das ist typisch für ihn. Auch seine offenen Gewaltandrohungen sind mir bereits hinlänglich vertraut. Neu ist, dass ich ihm diesmal klipp und klar mit der Polizei „gedroht“ habe. Joa, so kann man Weihnachten auch verbringen. Auch unsere Eltern hat er krass beschimpft und beleidigt. Unserer Mutter hat er indirekt mit Suizid gedroht, weil er denkt, dass er sie so am besten verletzen kann. Unser Vater ist kurz vor Weihnachten am Herzen operiert worden und chronisch sehr krank, nicht nur am Herzen. Er sollte eigentlich Stress vermeiden, weil das schlecht für sein Herz ist. Sowas ist meinem Bruder scheißegal. Unser Vater hat von meinem Bruder ebenfalls die volle Breitseite an Aggressionen abbekommen. Das Ganze wohlgemerkt, ohne dass wir meinem Bruder objektiv irgendetwas getan hätten.

Letztes Jahr Weihnachten, bei dem mein Bruder nicht erschienen ist, war das einzige friedliche Weihnachten in meinem Leben, an das ich mich erinnern kann. Mein Bruder hat so ziemlich jedes Weihnachtstreffen in irgendeiner Weise „plattgemacht“ mit seinen Ausbrüchen. Anschließend kommt er später an und will sich „entschuldigen“, wobei er dabei erneut jederzeit wieder austicken kann, wenn man da anders reagiert, als er das will. Seine Reue ist immer nur sehr oberflächlich und flüchtig. Unserer Mutter ist er dabei z.B. gleich wieder aggressiv-pampig über den Mund gefahren, als sie etwas dazu sagen wollte. Außerdem ist er dann auch sehr anstrengend und belastend, weil er einem dabei vorheult, was für ein schlechter Mensch er sei und er aber auch nicht anders könne etc. (es kommen dann auch wieder Abfälligkeiten, die er einem reindrückt, und merkwürdige Verdrehungen von ihm, so dass er die Verantwortung für sein Verhalten zum Teil wieder bei anderen sucht). So war es auch diesmal.

Mein Bruder ist ein absolutes Arschloch und ich fand es sehr belastend mit ihm, auch dass er so schlimm psychisch krank ist und das wohl auch lebenslang bleiben wird. Das tut mir einfach nur noch weh zu sehen, was aus ihm geworden ist. Früher war er zwar auch oft ein Arsch, aber da war er zugänglicher und es gab noch gute Momente mit ihm.

Ich habe den Kontakt mit ihm bis auf Weiteres abgebrochen, weil ich das mit ihm nicht mehr ertrage und derzeit wirklich genug eigene Baustellen habe. Das hatte ich ihm verbal, aber auch später schriftlich mitgeteilt und kurz erklärt. So wirklich respektieren tut er das nicht, heute hatte ich z.B. wieder anonyme Anrufe von ihm. Ich bin nicht drangegangen.

Mir ging es nach Weihnachten wirklich nicht gut. Gleichzeitig musste ich zwischen den Feiertagen wieder arbeiten. Der ganze Erholungseffekt vom Urlaub war binnen Stunden zerstört. Vor Weihnachten war ich eine Woche im Urlaub, ich bin in den sonnigen Süden geflogen und hatte einen schönen Urlaub. Das Fliegen war echt interessant, weil ich bisher nur einmal nach England geflogen bin als Jugendlicher. Meinem Bruder habe ich von meinem Urlaub nichts erzählt, weil er mir den sonst nur wieder kaputtzumachen versucht hätte. Der Hinflug war aber doch etwas gewöhnungsbedürftig für mich, weil es sich einfach für mich unnatürlich anfühlt, so hoch über dem Boden zu sein und zu wissen, dass es das war, wenn das Flugzeug abstürzen sollte, ohne dass man selbst noch etwas tun könnte. Aber auf dem Rückflug fand ich diese Situation bereits viel vertrauter. Wir mussten wieder zurück nach Deutschland durch dieses Sturmtief fliegen und sind bei starkem Regen und Wind etwas holprig gelandet. Das war irgendwie angenehm aufregend. Vielleicht stelle ich hier mal Fotos rein, die ich während des Flugs aus dem Fenster gemacht habe.

Ich wünsche allen einen guten Rusch ins neue Jahr und alles Gute für eure Wünsche für das neue Jahr. 2024 steht nach dem chinesischen Tierkalender im Zeichen des Holz-Drachen, der für Wohlstand und Glück steht sowie aufgrund des Holzelements auch Durchhaltevermögen und Ehrgeiz fördert. Na, wenn das nicht mal ein Lichtblick für meine Prüfungsvorbereitung ist.^^

Lebenszeichen

Endlich Sommer. Alles in allem meine Lieblingsjahreszeit.

Wie ihr gemerkt habt, hat mir in den letzten Monaten die Zeit und Lust zum Bloggen gefehlt. In der Zwischenzeit hat sich Einiges getan. Ein kurzer Überblick:

  • Nach insgesamt 4 Fahrten zur Werkstatt ist mein Wagen endlich wieder ok. Es lag am Steuergerät. Beim ersten Termin hat mich die Werkstatt nicht recht ernst genommen, aber danach lief es besser. Allerdings war dann auch das neue Steuergerät beim ersten Versuch irgendwie defekt, so dass nochmal ein weiteres Steuergerät bestellt werden musste und dann hat endlich alles geklappt. Rückblickend war es schon ätzend, vor Fahrtantritt nie zu wissen, ob der Wagen auf Anhieb anspringt oder erstmal ca. 20 Minuten warten mit anschließendem Neustart angesagt ist.
  • Ich habe endlich meine Fallliste und den Antrag für den Fachanwaltstitel fertiggestellt und alles vor ein paar Wochen bei der Rechtsanwaltskammer eingereicht.
  • Ich hatte 1,5 Wochen Urlaub im Juni und das hat mir gut getan. Außerdem werde ich noch Urlaub im September nehmen und den Resturlaub etwas verteilen. Wie ich gelernt habe, ist es nämlich schlecht, Ende November/Anfang Dezember Urlaub zu nehmen, weil da idR mehr zu tun ist.
  • Die Urlaubsvertretung für meinen Chef ist halb rum, noch eine Woche.
  • Nachdem gerade auch die letzten zwei Wochen vom Arbeitspensum her nochmal richtig blöd waren, konnte ich mir auf der Arbeit für kommende Woche etwas Luft erkämpfen und mit etwas Glück kann ich dann gut was abarbeiten, um mal auf einen grünen Zweig zu kommen.
  • Meine Schilddrüsenwerte sind mal richtig gut gewesen laut Ergebnis von Anfang Juni 2022 🙂
  • Nicht so gut ist, dass ich nach wie vor unter der Woche meistens zu wenig schlafe. Der Sommer verbessert das leider nicht, aber ich mache immerhin kleine Fortschritte und zum Glück nimmt mein Körper mir das Schlafdefizit nicht allzu übel. Wenn ich dahin komme, regelmäßig pünktlich Feierabend zu machen und es von der Arbeitsverdichtung her besser ist, wird das sicher auch besser. Erfahrungsgemäß korreliert das nämlich ein Stück.
  • Trotz schlechter und sehr süßigkeitenlastiger Ernährung liegt mein Gewicht so zwischen 53-54 kg, mit Tendenz zu 53,0 kg. Das freut mich natürlich auch, wobei ich mich gleichwohl bemühe, doch wieder etwas mehr Gemüse, Fisch und Fleisch zu essen und mehr zu kochen.

Außerdem habe ich mich letztes Wochenende zu einer Radtour (ca. 25 km) überreden lassen und es nicht bereut. Mein selten genutztes Fahrrad hat sich vermutlich auch gefreut.

Mit dem Taekwondo-Verein hat alles gut geklappt und ich gehe jetzt jeden Dienstag und Freitag direkt nach der Arbeit zum Training. Dadurch bin ich auch sozusagen gezwungen, pünktlich Feierabend zu machen, was mich im Büro erst noch etwas gestört hat, sich aber danach gut angefühlt hat. Man muss sich eben manchmal einfach selbst etwas austricksen.

Die Leute dort sind auch sehr ok, wobei dort zum Teil eher die allgemeine Pro-Impfen-Haltung herrscht. Ich musste mich bisher zum Glück nicht outen. Am Anfang musste ich laut Vorstand mal einen tagesaktuellen Bürgertest vorlegen, aber den Trainer vor Ort hat das schon gar nicht interessiert. 🙂
Bin mal gespannt, wie das im Herbst wird. Der Klabautermann erträgt es ja jetzt schon nicht, wenn die Menschen sich mal für kurze Zeit wieder etwas entspannen. Egal, mir macht das Training jedenfalls sehr viel Spaß, passt auch gut von den Menschen soweit und es war genau richtig, H.apkido hinzuwerfen letzten Sommer.

Ich habe es sogar geschafft, endlich mal Red Dead Redemption 2 durchzuspielen. Eines der besten Spiele, die ich je gespielt habe.

Und außerdem habe ich es endlich mal hinbekommen, mich mit meinem Kumpel T. für kommendes Wochenende zu verabreden.

Sehr schade ist, dass meine Nachbarin, eine ältere Dame mit dem Herz am rechten Fleck, von ihren Ärzten nur noch eine Lebenserwartung von etwa einem bis anderhalb Jahren bekommen hat. Sie hatte ihre Krebserkrankung vor ein paar Jahren gut überstanden, es war laut Kontrolluntersuchung etc. alles weg, aber irgendwann in den letzten Monaten ist der Krebs völlig überraschend zurückgekehrt und die Ärzte sind selbst erstaunt, wie stark und schnell der Krebs gewachsen ist in ihrer Wirbelsäule, mit Streuung in die Lunge.
Ich werde ihr das natürlich nicht sagen – nützt ihr ja auch eh nichts mehr – aber ich hatte schon so ein schlechtes Gefühl, als sie mir letztes Jahr erzählt hat, dass sie gegen Corona geimpft ist und die 2. und 3. Impfung hat sie auch bekommen auf Anraten ihrer Ärzte. Da es jedenfalls ähnliche Fälle wie ihren nach diesen Impfungen zu geben scheint, halte ich es für durchaus möglich, dass die Impfungen das Wachstum des Krebses zumindest befeuert haben. Aber das wird natürlich nie aufgeklärt werden, weil daran kein politisches Interesse besteht bzw. ein politisches Interesse besteht, dass solche Fälle nicht abgeklärt werden.

Wie auch immer, sie trägt ihr Schicksal jedenfalls mit großer Fassung und lässt sich immerhin von der Klinik nicht zu Medikamenten bequatschen, die sie anfangs ausprobiert hat, von denen sie aber unter anderem bettlägerig und völlig matschig im Kopf wird und als Dreingabe auch noch Halluzinationen bekommt. Ihr Hausarzt unterstützt sie darin. Sie bekommt stattdessen Infusionen und etwas gegen die Schmerzen. Das klappt soweit gut und sie kann dadurch eigenständig in ihrer Wohnung leben und noch Spaziergänge machen, mit Gehstock.
Die Medikamente sollen den Fortschritt des Krebses etwas verzögern, wobei das wohl auch nicht sicher ist, ob die insoweit anschlagen. Ihre voraussichtliche Lebenserwartung wäre auch mit den Medikamenten kurz. Es geht bei ihr im Grunde nur noch um die Lebensqualität, die mit den Medikamenten schlecht ist. Die Klinik lässt aber nichts unversucht, um ihr ständig die Medikamente aufzudrängen. Wie sagte sie so treffend: Besser ein Jahr mit möglichst viel Lebensqualität leben, als eineinhalb bis zwei Jahre bettlägerig dahinsiechen. Recht hat sie.

Neues aus Absurdistan

Die Bürovorsteherin hat es sich heute nicht nehmen lassen, mich erneut darauf hinzuweisen, dass die Schnelltests ja angeblich ganz schrecklich unzuverlässig wären. Eigentlich geht das bei mir ins eine Ohr rein und ins andere Ohr raus, heute aber schilderte sie mir fast schon freudig-erschrocken zwei angebliche Fälle, in denen die Kandidaten symptomlos (und geimpft) waren und letztlich per PCR-Test positiv getestet wurden, obwohl der böse Schnelltest negativ gewesen sei. In dem einen Fall ging es um unsere Auszubildende, die symptomlos und putzmunter Zuhause sitzt und eigentlich mit dem negativen Schnelltest wieder hätte arbeiten können. Allerdings hat die Bürovorsteherin sie verdonnert, auch gegen Ende der Quarantäne zusätzlich zum Schnelltest einen PCR-Test zu machen, der dann positiv gewesen sein soll, weshalb unsere Auszubildende ’ne Woche dranhängen musste und aktuell auf das Ergebnis ihres weiteren PCR-Tests wartet, von dem abhängt, ob sie weiter in Quarantäne bleiben muss oder nicht. Es kann sich also nur noch um wenige Wochen handeln, bis sie uns wieder beehren darf. Solange sitzt sie quasi gesund, aber eben virenpositiv daheim rum.

Eigentlich eine super Idee … . Wir sollten das System auch für herkömmliche Grippe- und Erkältungsviren einführen. Am besten auch noch für HPV-Viren und alle sonstigen Keime. Nur wer Dank täglicher Tests nachweist, dass sein Körper 100%ig keimfrei ist und insofern keine Belastung für die Immunsysteme anderer darstellt, darf sein Zuhause verlassen. Es zählt nicht mehr die altmodische Herangehensweise danach, ob man Krankheitssymptome hat, wie objektiv gefährlich der Virustyp bzw. der Krankheitserreger ist und wie man sich fühlt, sondern nur noch, was ein Test sagt. Wenn ich mir überlege, wie fahrlässig wir das bisher all die Jahrzehnte gehandhabt haben in der Erkältungszeit … wie konnten wir uns bloß mehrheitlich auf unser Immunsystem verlassen, sofern keine besonderen Vorerkrankungen bestanden. Was waren wir dumme Neandertaler.

Dass die Impfung nicht so zuverlässig schützt, wie einst von der Regierung, ihrem Leibarzt Drostadamus und den fleißigen medialen Helfern suggeriert, und auch Geimpfte virenverseucht sein können, hat inzwischen auch das Gehirn der Bürovorsteherin erreicht. Eigentlich ja ein gewisser Lichtblick an Vernunft, aber ihre Panik verdrehte wieder alles zu der komischen Schlussfolgerung, dass das ja so nicht mehr weitergehen könne mit meinen täglichen Schnelltests, das sei viel zu unsicher, da „müssen wir uns was überlegen!“ .
Sprach’s mit drohendem Unterton und ließ mich mit einer Mischung aus psychosomatischer Übelkeit und zunehmender Wut zurück. Das Ganze pünktlich kurz vor der Mittagspause, so dass ich anschließend mein Mittagessen ausfallen ließ, weil mir beim besten Willen nicht nach Essen zumute war; ich habe dann aus reinen Vernunftgründen zwei Früchteriegel runtergewürgt.

Natürlich ist es ihr nach wie vor ein extremer Dorn im Auge, dass ich nicht mit einem dieser ganz super effizienten Corona-Impfstoffen geimpft bin, die so gut schützen, dass sie als geboosterte Person nach wie vor Todesangst vor dem Virus hat. Dabei ist sie in ihrer Haltung so eine elende Heuchlerin, die aus übergriffigen Egoismus ihre Mitmenschen drangsaliert. Ich hasse solche Verhaltensweisen, eben diese Doppelmoral und dieses Heuchlerische. Das Folgende hätte ich ohne ihren heutigen Auftritt nicht geschrieben, weil ich anderen ungern ihre Maske vom Gesicht reiße, da ich sehr viel Verständnis für das Maskentragen habe, aber was zu viel ist, ist zu viel.

Auf die Idee, das zu tun, was sie selbst tun könnte, um ihr individuelles Risikoprofil zu verbessern, ist sie trotz Todesangst nicht gekommen – mehr als sich dreimal eine Spritze geben zu lassen, ist ihr nicht in den Sinne gekommen. Stattdessen in den inzwischen ca. 2 Jahren der Pandemie ihren BMI, der sich im schwer adipösen Bereich bewegt, zu senken, gesünder zu leben etc. und so ihr Gesundheitsrisiko deutlich zu senken, auf diese banale Idee ist sie nicht gekommen. Auch ihr Verständnis für andere ist bemerkenswert und sie selbst nimmt für sich in Anspruch, überall in der Kanzlei ohne Maske rumzulaufen, obwohl wir hier Maskenpflicht haben.

Zu meiner Schilddrüsenerkrankung (wegen der ich in Kombination mit meiner Autoimmunerkrankung u.a. Bedenken gegen die x.-fach Impfungen habe, weil ich ganz froh bin, dass mein Immunsystem sich nach Jahren weitgehend beruhigt hat) durfte ich mir anhören, dass eine Schilddrüsenerkrankung doch halb so wild sei, ihr Mann habe auch eine Schilddrüsenerkrankung, der nehme einfach Tabletten und fertig, und er habe sich auch impfen lassen, das sei doch kein Grund, sich nicht impfen zu lassen.
(Gut, von der Autoimmunerkrankung habe ich schon nichts gesagt, weil das die Dame echt nichts angeht und weil ich sie insofern auch für gänzlich ungeeignet als Gesprächspartnerin halte, trotzdem bin ich immer etwas pikiert innerlich über so viel fehlendes Einfühlungsvermögen und Wunsch, Mitmenschen vorschreiben zu wollen, wie sie über ihren Körper entscheiden sollen. Ich maße mir doch auch nicht an, über die Schilddrüsenerkrankung ihres Mannes, seinen Leidensdruck und seine persönliche Impfentscheidung zu befinden. Das ist seine Sache und sein Körper, fertig, geht mich nichts an.)

Diese übergriffigen Begehrlichkeiten gegenüber Mitmenschen, wie jetzt mit der Forderung danach, dass andere sich impfen lassen sollen, kann ich einfach nicht nachvollziehen. Wie meine Eltern zu sagen pflegen: Jeder paddelt sein Kanu selbst.
Wenn jeder auf seiner Spielwiese bleiben würde, anstatt unberechtigt in den höchstpersönlichen Lebensbereich anderer eingreifen zu wollen, um sich selbst besser zu fühlen oder anderweitig Vorteile verschaffen zu wollen, würde es der Menscheit besser gehen.

Die Bürovorsteherin selbst hat pathologisches Übergewicht und Asthma, weshalb sie eine ärztliche Befreiung von der Maskenpflicht bekommen hat. Da hätte ich in der gleichen Manier sagen können, dass das doch kein Grund sei, keine Maske zu tragen (und uns alle mit ihrer Atemluft zu gefährden^^), selbst schwer Lungenkranke tragen schließlich Maske ohne zu jammern.
Natürlich habe ich das nicht gesagt, sie hätte die Retourkutsche eh nicht verstanden und als miesen, unfairen Angriff gewertet, und im Grunde ist es mir egal, ob sie nun wirklich – zumindest subjektiv so empfunden – keine Luft unter einer Maske bekommt, ggf. aufgrund von Panik + Übergewicht + Asthma, oder ob das bloß „Anstellerei“ von ihr ist. Soll sie machen, wie sie meint. Ich habe auch durchaus etwas Mitgefühl, dass man nur extrem limitiert am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann in den heutigen Zeiten, wenn man keine Maske tragen kann, und dass das sicherlich belastend für sie ist. Das ärztliche Attest nützt ihr im Alltag nichts, sie wird ja trotzdem dann angefeindet, muss sich erklären etc.. (Sollte sie dann nicht umso mehr Sensibilität bzgl. der Schattenseiten der Ausgrenzung anderer haben? )

Sie soll einfach aufhören, wegen ihrer Corona-Panik Menschen wie mich zu terrorisieren und sich in meine höchstpersönlichen „Körperangelegenheiten“ einzumischen und sich immer wieder neue Ansatzpunkte auszudenken, um mir den Büroalltag unnötig und bar jeder vernünftigen Grundlage schwer zu machen. Bevorzugt dann, wenn der Arbeitsalltag eh schon stressig und empathiefordernd genug ist.

Soll sie Homeoffice oder am besten gleich eine Psychotherapie machen, wenn sie in der Kanzlei um ihr Leben fürchtet, weil ich im Nebentrakt in meinem Büro sitze, extra auch wegen ihr schon überall FFP2-Maske anstelle einer OP-Maske trage, mit ihr so keinen Kontakt habe, gesund und ungeimpft bin. Aber nee, stattdessen bin ich in ihrer Welt damit automatisch das größte Virensicherheitsrisiko, eine ständige Gefährdung ihres Lebens, völlig egal wie vorsichtig ich mich verhalte, wie zurückgezogen ich privat lebe und wie viel Rücksicht ich bereits auf ihre Verfassung nehme. An sich bin ich fast ungut für mich selbst rücksichtsvoll gegenüber anderen, aber wenn sie so weitermacht, dann mag ich auf sie keine Rücksicht mehr nehmen. (Ob ich es wirklich über’s Herz bringe, darf bezweifelt werden. Sie hat auch gute Seiten, so wie eben auch der Illuminat, trotzdem … .)

Ich will auch keine Bürofehde. Außer unwiderbringlich zerschlagenem Porzellan und frostiger Stimmung kommt da nichts bei rum. … Eigentlich möchte ich einfach in Ruhe arbeiten können. Bei der Bürovorsteherin habe ich an Tagen wie heute beinah den Eindruck, dass sie genau das verhindern will.
Mal sehen, welchen Unsinn sie sich nun ausdenkt. Da bekomme ich echt ’n Hals.

Egal, ich nutze ordnungsgemäß zugelassene Schnelltests und halte mich an die gesetzlichen Vorgaben, nicht mehr und nicht weniger. Am besten gar nicht irgendwie versuchen, ihr meine Seite zu erklären, das führt erfahrungsgemäß nur zur Sinnlos-Diskussionen bzw. gesteigertem Bedrohungsgefühl und Missmut bei ihr. Einfach Schallplatte spielen, kurz und höflich angebunden sein und es aussitzen. Freiwillig ohne Risikokontakt bzw. Krankheitssymptome oder positiven Schnelltest dackel‘ ich jedenfalls nicht zum Schnelltestzentrum für einen PCR-Test, nur weil sie am Rad dreht. Zumal ich mir in dem hiesigen Schnelltestzentrum womöglich noch am ehesten irgendeine der Virenmutanten einfange.

Freie Fahrt für freie Bürger …

… oh wait, wir sind ja keine freien Bürger mehr. In der Unfreiheit sind manche zwar gleicher, als andere, aber unfrei sind wir am Ende alle.

Wie das so ist, wenn die Lebensrealität mit absurden Regelungen kollidiert, musste ich vor wenigen Tagen schmerzlich erfahren, als ich einen Werkstatttermin für mein Auto ausmachen wollte. Mein neues Auto hat zwei „Macken“, die kommen und gehen und die leider nicht nur nervig sind, sondern deren Ursache mal möglichst zeitnah überprüft gehört. Zumal für das Fahrzeug noch Garantie gilt. Damit die Garantie nicht vorzeitig entfällt, muss ich das Fahrzeug allerdings in einer Vertragswerkstatt untersuchen lassen. „Kein Problem“ , dachte ich naiverweise, da die nächste Vertragswerkstatt nicht allzu weit entfernt in der Nachbarstadt liegt.

Telefonisch war alles schnell geklärt mit der Werkstatt bis ich auf Nachfrage erfuhr, dass auch für Werkstattkunden ausnahmslos 2G gilt in der Vertragswerkstatt. Eine Abgabe des Fahrzeuges durch eine ungeimpfte Person sei nicht möglich, es täte ihr Leid, erklärte mir die Dame am Telefon. Das Bedauern klang aufrichtig, tröstete mich aber nicht. Wer denkt sich denn so einen Schwachsinn aus?! Ich bin gesund und darf jetzt nicht einmal mein Fahrzeug in die Werkstatt geben?!

In meiner Empörung verriet mir meine kurze Online-Recherche, dass an sich für Werkstätten zwar keine Zugangsbeschränkung gilt, aber für Autohäuser in den Verkaufsräumen gilt wiederum 2G. Autohäusern, die auch Werkstätten angebunden haben, (= sogenannte Mischbetriebe) wurde offenbar empfohlen, doch einfach überall 2G vorzuschreiben, auch für reine Werkstattkunden. Super Idee! … Dass es dadurch Menschen gibt, die vor die Wahl gestellt werden, auf eine freie Werkstatt auszuweichen und so ihre Garantieansprüche zu verlieren, oder eben das Fahrzeug nicht untersuchen bzw. reparieren zu können – wer braucht schon ein Fahrzeug als Berufstätiger!!! – , war wohl egal, sind ja auch bloß dumme ungeimpfte Staatsfeinde, die es trifft, also trifft es die Richtigen. … Wenn das so weitergeht, dann hätte ich große Lust, zum Staatsfeind zu werden. So viel Dämlichkeit ist echt unfassbar. Ich bin gesund und darf mein Auto nicht in die Vertragswerkstatt bringen, weil die Leute nur noch bescheuert sind. Wie haben wir eigentlich all die Jahre die Grippewellen so schulterzuckend überstanden?!

Um die tägliche Realsatire hier in Absurdistan abzurunden, wurde unsere inzwischen im Dezember 2021 erstgeimpfte Auszubildende positiv getestet, was vor allem für die Bürovorsteherin sehr negativ war. Die Auszubildende war Anfang Dezember 2021 eingeknickt, und erfolgreich mit untergriffigen Mitteln von der Bürovorsteherin bearbeitet worden, sich impfen zu lassen. An mir hatte sich die Bürovorsteherin dagegen die Zähne ausgebissen, ich habe sie immer wieder aalglatt auflaufen lassen. Eigentlich wollte musste ich mich an dem Tag wie immer morgens bei der Bürovorsteherin testen – muss ja kontrolliert werden, damit ich keinen Unsinn anstelle. Die Bürovorsteherin war aber leicht panisch und erklärte lapidar, dass sie mich nicht mehr in ihrem Büro sehen wolle wegen eines etwaigen Ansteckungsrisikos; das mit dem Testen müsse anders geregelt werden. Schließlich bin ich ja ungeimpft, weshalb ich irgendwie auch gesund eine krankmachende Außenwirkung haben könnte oder so. Mit Logik muss man es bei dem Corona-Thema nicht versuchen. Unschuldig bot ich an, dass ich dann besser morgens gleich in mein Büro gehe und dort den Test mache und ihr anschließend das Ergebnis telefonisch sage. Sie war erleichtert einverstanden.

Noch kurz vor Weihnachten hatte sie diese Regelung – da nur für die eine Woche ihres Urlaubs – entschieden abgelehnt, das käme nicht in Frage. Jetzt ging das auf einmal. Was Ängste so alles bewirken können … . Na, mir soll es recht sein. Ich muss nicht wie ein kleines Kind beaufsichtigt werden, geschweige denn, dass ich qua Ungeimpften-Status angeblich per se eine Virenschleuder bin, die sich täglich nur aufgrund eines medizinisch unhaltbaren, politisch konstruierten Generalverdachts gegenüber Ungeimpften als einzige von allen Kollegen testen muss, nur um ihre Gesundheit täglich immer wieder neu zu beweisen, um arbeiten zu dürfen.

Als ich zu meinem Büro ging, stieg meine Laune immer mehr. Endlich nicht mehr diese tägliche Demütigung am Arbeitsplatz. Ich hatte den Soundtrack von Django im Ohr, als ich lächelnd über die Büroflure schwebte.

Innere Freiheit

Eigentlich wollte ich einen Beitrag über innere Freiheit schreiben, ein wichtiges Thema und ein äußerst positives Gefühl, wenn man sich innerlich frei fühlt, aber dann kam alles ganz anders. Und das alles nur wegen eines Titelbilds … .

Erst wollte ich einen Traumstrand mit weißem Sand, Palmen, Sonne und klarem türkis-grünen Meer posten, so als Symbol innerer Freiheit. Sowas hier:

Da gibt es sehr viele paradiesische Bilder, die gleich Lust auf Urlaub machen. Nun ist Urlaub aber nicht unbedingt mit innerer Freiheit vergleichbar. Deshalb suchte ich weiter nach einem passenderen Bild.

Bei der Bildersuche stieß ich dann auf Bilder von Base-Jumpern und fliegenden Vögeln, im Grunde ja ein Inbegriff von Freiheit, man denke nur an den Seeadler. Sehr ansprechende Fotos. Aber irgendwie trafen all diese Bilder es nicht so ganz. Über das nachfolgende Bild eines springenden Tigers, der so schön über den Dingen schwebt, landete ich glatt am Ende bei Schneeleoparden – und ja, ab da war ich verloren.

Deshalb zur Aufmunterung in diesen Zeiten und als Appell, sich seine innere Freiheit nicht nehmen zu lassen, statt abgenutzter, so oder so ähnlich oft bemühter pathetischer Worte lieber ein paar Fotos von Schneeleoparden, diesen würdevollen und verspielten Tieren, in die ich mich verguckt habe.

Familienglück
Schau mal, ich kann fliegen!
Ok, ich versuch’s auch mal.
Manchmal muss man zum Kuscheln eben nehmen, was da ist. Egal, ob Schnee …
… Artgenossen …
… oder Steine.
Nichts kann einen echten Schneeleoparden aufhalten …
… außer diese verfluchte Frühjahrsmüdigkeit, die nahtlos in die Sommermüdigkeit übergeht, bevor sich die Herbstmüdigkeit anschließt, die dann aber bald auch wieder von der Wintermüdigkeit abgelöst wird.
Hier die vielversprechenden Nachwuchstalente für den nächsten Film
House Of The Flying Snow Claw
Manchmal ist es schöner alleine.
Ähnlich wie Menschen haben auch sie allerhand Unsinn im Kopf.^^
Geschwisterliebe … .^^
Grünspan ist auch für Schneeleoparden ein Thema.
Besser nicht ärgern … .
Manchmal hilft ein Spaziergang alleine, um den Kopf frei zu bekommen.
Ein eingespieltes Profi-Team.

Wegbeschreibung

Es gibt so ein paar Erinnerungen aus meiner Kindheit, die mir im Gedächtnis geblieben sind. Hier ist eine davon:

Eines schönen Tages waren meine Eltern (oder auch nur meine Mutter, das weiß ich nicht mehr genau) mit mir in der Nachbarstadt einkaufen. Damals gab es in unserem Einzugsgebiet den Online-Handel, wie man ihn heutzutage kennt, noch nicht. Ich meine, dass auch meine Patentante mit ihrem Lebensgefährten dabei war. Zu dem Zeitpunkt war ich irgendwas um die ca. 9-10 Jahre alt, keineswegs älter.

Dass es fremde Menschen gab, vor denen man sich als Kind hüten sollte, war mir vage bekannt. Allerdings nur in der Form, dass man nicht zu Fremden ins Auto steigen sollte. Später als Jugendlicher wird dagegen gerade für den nächtlichen Heimweg von Feiern empfohlen, sich zu völlig Fremden ins Auto zu setzen, nämlich zu Taxifahrern. Das verstehe, wer will.

Meine Eltern hatten mir als Kind zu der „Steig nicht zu Fremden ins Auto“ -Regel ergänzend erklärt, dass sie immer jemanden schicken würden, den ich gut kenne bzw. jemanden aus der Familie, falls sie mal verhindert sein sollten, mich von irgendwo abzuholen.
Konsequenterweise bin ich nach der Schule nicht in das Auto der Schulfreundin gestiegen, als die Mutter mit ihrem Pkw auf meinem Fußweg neben mir anhielt und anbot, mich mit zunehmen nach Hause. Zwar kannte ich die Mutter und hatte bei der Schulfreundin auch mal übernachtet, aber sie fiel nicht in diese engere Kategorie von vertrauten Menschen; sie war kein Familienmitglied. Daher war sie als „fremd“ im Sinne dieser Regel einzustufen.

Meine Eltern hatten sehr großen Wert auf diese Regel gelegt und auch im Kindergarten war uns das mal von einem Polizisten eingeschärft worden. Es war also eine wichtige Regel, warum auch immer die Erwachsenen das so wollten.
So richtig verstanden hatte ich den Hintergrund der Regel nicht, weil es sich doch gar nicht gelohnt hätte, mich zu entführen. Meine Eltern waren nicht vermögend. Warum nun aber trotzdem fremde Menschen mich und andere Kinder in ihr Auto locken wollten, erschloss sich mir nicht. Meine Eltern waren bei dem Thema etwas empfindlich und wenig auskunftsbereit; immerhin konnte ich von ihnen und aus Zeitungsberichten irgendwann so viel erfahren, dass diese fremden Menschen irgendwas Böses mit Kindern machen und sie ggf. umbringen, nachdem sie einen ins Auto bekommen haben. Nicht jeder fremde Autofahrer, der eine Mitfahrgelegenheit anbietet, tut so etwas, aber manche von ihnen. Deshalb steigt man als Kind nicht zu Fremden ins Auto. Pech für die Mutter meiner Schulfreundin.

Zurück zu jenem Stadtbummel:
Es ergab sich irgendwie, dass meine Eltern/meine Mutter mit der Patentante und Lebensgefährten in irgendeinem Geschäft noch kurz was erledigen mussten. Das Geschäft war mitten am Markplatz, es war recht gutes Wetter, es waren viele Leute unterwegs und das Geschäft ödete mich an. Auf meine Bitte hin durfte ich draußen warten.

Es dauerte nicht lange, als mich plötzlich ein „älterer Mann“ ansprach. Für mich als Kind waren alle Menschen ab ca. 30 alt, aber ich denke, er dürfte so um die ca. 50-60 Jahre alt gewesen sein, eher älter als jünger. Er wollte eine Wegbeschreibung zu einem recht bekannten Parkplatz in der Nähe. Der Parkplatz war nur zwei Straßen weiter, der Weg war einfach. Höflich und hilfsbereit wie ich als Kind war, erklärte ich ihm den Weg. Zu meiner Überraschung war die Sache damit aber nicht erledigt. Er ließ nicht locker, gab sich hilfsbedürftig und wollte, dass ich ihm den Weg „kurz zeige“.
Da es wirklich nicht weit war, fing ich an zu überlegen, ob ich kurz mitgehe. Andererseits hatte ich meinen Eltern versprochen, vor dem Geschäft auf sie zu warten. Wobei ich ja schnell wieder zurück sein könnte, wenn ich mich beeilen würde. Meine Eltern hätten gewiss Verständnis dafür. Der Mann bemerkte mein Zögern und beging dann einen Fehler: Er versuchte noch mehr, mich zu überreden, stellte mir irgendeine Belohnung in Aussicht (Süßigkeiten oder so) und zeigte dabei einen winzig kleinen Anflug von Ungeduld und Missfallen. Nicht stark, nur ganz kurz, in all seiner Freundlichkeit.
Mich störte das irgendwie, ich fühlte mich komisch beunruhigt und so lehnte ich seine Bitte ab. Der Mann gab schließlich auf und entfernte sich. Ich blieb grübelnd zurück und überlegte, ob ich dem Mann mit meinem Gefühl unrecht getan hatte oder nicht.

Als meine Eltern wieder da waren, versuchte ich ihnen von der Begegnung zu erzählen, aber irgendwie schien sie das Ganze nicht zu bekümmern. Rückblickend vermute ich, dass sie mir damals (mal wieder) gar nicht richtig zugehört haben; vielleicht habe ich mich als Kind für sie auch zu unverständlich ausgedrückt, so dass bei ihnen nur angekommen ist, dass mich ein Mann nach dem Weg gefragt hat – banales Geplapper, was Kinder eben so erzählen. Als Kind schlussfolgerte ich aus ihrer (Nicht-)Reaktion, dass der Mann sich wohl normal verhalten hatte und ich zu misstrauisch gewesen war, wenngleich ich mich in der Situation am Ende beunruhigt gefühlt hatte und darüber gerne mit meinen Eltern gesprochen hätte. Letztlich erklärte ich mir meine Reaktion mit meiner generellen Verstörtheit.

Die Erkenntnis, wie wenig Sinn es ergab, dass er ausgerechnet ein Kind wie mich anspricht in der belebten Fußgängerzone, nach dem nun wirklich nicht schwierig zu findenden Parkplatz fragt und verlangt nachdrücklich darum bittet, dass das Kind ihn auch noch dorthin begleitet, kam mir erst viele Jahre später.

G wie Gesellschaftsterror

Ich bin ein Gesellschafts-Terrorist! Jawohl, niemand Geringeres als der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes, Herr Frank Ulrich Montgomery, hat mein dunkles Wesen durchschaut.

In seiner unendlichen Weisheit hat Herr Montgomery messerscharf erkannt, dass ich und meinesgleichen die Gesellschaft tyrannisieren, als er in der Talkshow bei Anne will feststellte: „(…) denn momentan erleben wir eine Tyrannei der Ungeimpften, die über das 2/3 der Geimpften bestimmen und uns diese ganzen Maßnahmen aufoktroyieren.“ .

Na, klar. So sind wir Ungeimpften eben. Über unser böses, verkommenes Wesen kommen wir einfach nicht hinweg. Da hilft auch keine Booster-Spritze gegen Asozialität. Herr Montgomery, von Haus aus Radiologe, hat uns mit seinem Röntgenblick glasklar durchschaut.

Wie wir – ja wie ich das mache mit dem Terrorisieren?
=> Ganz einfach: Ich gehe arbeiten wie immer, trage dort die Maske, halte Abstand, desinfiziere mir die Hände, lüfte und gehe abends nach Hause, und bleibe dort.
Alle paar Wochen mal besuche ich meine Eltern, und insgesamt dreimal habe ich meinen Bruder plus dessen Freundin sowie einen gemeinsamen Kumpel plus in einem Fall davon zusätzlich einen weiteren Bekannten in diesem Jahr besucht (= 3 Treffen zu Dritt bzw. ein Treffen davon war zu viert, darunter ein Geimpfter).
Und dann war ich doch glatt ab und zu durchschnittlich alle zwei Wochen im Supermarkt sowie Tanken und bin vielleicht 6x Joggen gegangen in diesem Jahr (erschreckend, ich weiß).

Und ja, ich bekenne mich weiter schuldig:
Ich habe ein paar Mittagspausen alleine im etwas abseits gelegenen Park verbracht und mich zweimal mit einer geimpften Kollegin/guten Bekannten von der lokalen Konkurrenz freundschaftlich auf einen Kaffee getroffen auf einer Bank in der Innenstadt. Meine Nachbarn wollten mir dagegen trotz hartnäckiger Bemühungen leider nur sehr selten über den Weg laufen, obwohl ich mich pflichtschuldigst trotz meiner sozialen Scheu ab und zu abends runter zu meinem Keller geschlichen habe.

Wie man sieht, ist das Terrorisieren von 2/3 der Gesellschaft also ganz schön schwierig und ein echter Full-Time-Job.

Leider neidet man mir nicht nur in der Regierung und Ärzteschaft, sondern teilweise auch auf der Arbeit meine Macht über die Gesellschaft. Dank 3G ab dem 24.11.2021 am Arbeitsplatz musste ich meinem Chef und der Bürovorsteherin meine Verderbtheit offenbaren. Proaktiv habe ich dies letzten Freitag erledigt; mit silberner Zunge, unschuldiger Miene und kurzem Text während mir innerlich kotzübel war.

Ein Moment der staatlich erzwungenen Demütigung. Ich wollte immer schon mal meinem Arbeitgeber meine Schilddrüsenerkrankung nebst einer privaten Entscheidung, wie sie die Impffrage betrifft, offenbaren. Künftig sollten Arbeitgeber doch gleich die eigene Patientenakte nebst Interview mit dem Hausarzt bekommen, um ihrer Fürsorgepflicht und dem Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz effizienter nachkommen zu können. Wer nichts zu verbergen hat, hat ja nichts zu befürchten.

Leider habe ich sehr wohl etwas zu verbergen: Meine Vorerkrankungen und mein kritisches Wesen; auch meine Katzenhaiseele ist nichts, was in die Öffentlichkeit gezerrt und von allen Seiten betatscht gehört.

Zwar wurde ich nach meiner Beichte nicht zur Inquisition geschleift, aber die Hexenjäger sammeln sich und würden mich am liebsten zu Haifischflossensuppe verarbeiten.

Als Suppe habe ich für meinen Chef keinen Nutzen, weshalb ich von ihm einen gewissen Schutz bekomme. Zum Glück ist mein Chef politisch bemerkenswert desinteressiert, weshalb ihn die Aufgeregtheit und Wut der Hexenjäger mit ihren Mitläufern nicht erreicht und angesteckt hat. Dass politisches Desinteresse noch mal meine Rettung sein wird … . Sein Kommentar zu meiner Verderbtheit bestand dann auch in einem überraschten: „Wie 3G am Arbeitsplatz???“ und nach kurzer Erläuterung meinerseits (mein Chef verfolgt wohl auch keine Nachrichten) einem pragmatisch statt moralisch gemeinten: „Lassen Sie sich doch impfen, ist doch einfacher.“

Es ließ sich mit ihm alles leichter bereden, als gedacht. Auch Dank meines zurechtgelegten Textes und einer kleinen Notlüge. Wie die Diva aka der Illuminat mal kurzerhand mangels echter Argumente in einer denkwürdigen Situation 2021 zu sagen pflegte: „Sind ja schließlich keine normalen Zeiten.“ Joa, wo der Illuminat Recht hat … . Die Frechheit der Behauptung ersetzt manchmal eben doch den Mangel an Beweis. Das habe ich vom Illuminaten gelernt. ^^
Die Idee meines Chefs, auf die ich insgeheim gehofft hatte, ihm aber nicht selbst vorschlagen wollte, kam ihm von alleine. So wird es zwar lästig mit der täglichen Testung, aber nicht so extrem schikanös und bloßstellend, wie die Alternativen.

Im völligen Gegensatz zu meinem pragmatisch wirtschaftlich tickenden Chef sowie der mir sehr wohlgesonnenen Empfangsdame bei uns gäbe die Bürovorsteherin hier einen tollen Politkommissar ab. Selbstverständlich war sie bereits über 3G sowie die täglichen staatlichen Propagandameldungen Nachrichten informiert, als ich sie im Nachgang Freitag ebenfalls aufsuchte, um ihr mitzuteilen, dass ich an der Weihnachtsfeier wegen 2G im Restaurant nicht teilnehmen kann. Die Weihnachtsfeier wird vermutlich allerdings eh abgesagt, da vor mir schon viele Absagen kamen. Ganz der Moralrichter bestand ihre Reaktion in einem leicht vorwurfsvollen: „Wie Sie sind nicht geimpft?! Das hätte ich nicht gedacht. Ich dachte sie wären geimpft!“ .
Mein Beschwichtigungsversuch stimmte sie nur wenig milde; die Testpflicht nur für Ungeimpfte fand sie klasse und als verdiente Strafe, ebenso steht für sie fest, dass alles Übel bei den Ungeimpften liege.

Als ich von ihr wegging, hatte ich nicht den Eindruck, dass meine Silberzunge mich bei ihr hat retten können. Da sind Hopfen und Malz verloren. Ich war gleichwohl ein wenig menschlich enttäuscht. Sie sollte mich doch nach all der Zeit kennen und ich habe keinen Virus angeschleppt. Infiziert hat sich bei uns nur der doppelt und dreifach geimpfte Anwalt, der primär im Homeoffice arbeitet. Und mein jüngerer, ebenfalls geimpfter Kollege war 2020 mal eine Woche in Quarantäne. Der feiert auch so vereinzelt mal den ein oder anderen Tag krank, damit er nicht krank wird, weshalb ich ihn insgeheim etwas spöttisch Schneeflocke nenne (ich kann ihn aber an sich durchaus gut leiden). Als Geimpfter ist er natürlich stets geschützt, weshalb Urlaubsflüge nach Griechenland im Sommer 2021 und regelmäßige vielfältige Sozialkontakte, auch durch den Sportverein, pandemisch kein Problem sind. Als Ungeimpfter wäre das gleiche Verhalten natürlich ein Sakrileg. Außerdem waren noch zwei Angestellte aufgrund der Nebenwirkungen der Impfung Pardon Impfreaktionen zwischendurch arbeitsunfähig krank. Mehr war an Coronaeinschlägen bisher nicht bei uns. Nun kommt 3G, dessen gesellschaftliche Sprengkraft hier den größten Einschlag verursacht.

Ich war noch keinen einzigen Tag krank oder z.B. wegen Quarantäne fehlend. Aber natürlich bin ich der potentiell gefährliche Seuchenherd bei uns, der jeden Tag auch ganz ohne Risikokontakt oder Krankheitssymptome neu per Test beweisen muss, dass er nicht virenverseucht ist. Für unsere Bürovorsteherin ist das alles logisch und folgerichtig. So viel zum Thema Solidarität und Vernunft.

Um das Ganze richtig absurd zu machen, rief sie mich diesen Montag an, um mich anzugiften, dass sie umgehend meinen Impfnachweis bräuchte wegen der 3-G-Pflicht am Arbeitsplatz, die ab sofort gelten würde. … Perplex über so viel Bescheuertheit wies ich höflich auf meinen Ungeimpften-Status, unser Gespräch vom Freitag und auf den Umstand hin, dass 3-G erst ab Mittwoch gelte. Daraufhin pampte sie mich abermals an, dass 3-G ab heute (Montag) gelten würde. Ich habe ihr höflich-bestimmt widersprochen und letztlich hat sie wütend aufgelegt, nur um anschließend nebenan bei Scharfzahn anzurufen, die treu-doof meinte, dass 3-G natürlich ab heute gelten würde. Mir kamen kurz Mordfantasien. Einen Tag später meinte Scharfzahn zu ihrer anderen Kollegin, dass 3-G ja erst ab Mittwoch gelten würde, manche dächten, dass hätte schon ab Montag gegolten.
Manche Menschen … . Meine Arbeitsstelle ist leider zwischenmenschlich ein Hort des geballten Irrsinns. Ich habe mir mühsam weitgehend abgewöhnt, über die Logik der komischen Verhaltensweisen meiner Umgebung dort nachzudenken und einen Sinn darin zu suchen, aber am Montag war ich echt wütend. Dieser Tonfall und die ganze Art und Weise. Dass erwachsene Menschen sich so wenig im Griff haben am Arbeitsplatz. Eine Entschuldigung fürs unberechtigte Anpampen wird natürlich nicht kommen.

So, morgen früh (bzw. eher inzwischen heute) kommt der Moment der Wahrheit. Boah, mich stresst dieser 3-G-Quatsch hier echt sehr. Aber zum Impfen lasse ich mich so sicher nicht nötigen. Dann bleibe ich lieber das personifizierte Übel der Gesellschaft.

Ich weiß nicht, wie weit der Schutz durch meinen Chef reicht und wie verlässlich der vorläufige Kompromiss ist. Das werde ich in ein paar Stunden live testen „dürfen“. Einen gewissen Aufschub bekomme ich noch, weil ich erst auswärts zu einer Gerichtsverhandlung fahre (meinem alten Ausbildungsort als Referendar, an dem ich seitdem nicht mehr war), bevor ich mich dem realen politischen und menschlichen Irrsinn an meiner Arbeitsstelle stellen muss. Mir ist seit Tagen schlecht bzw. habe ich sozusagen „Bauchschmerzen“, mal wieder – wie so oft seit meiner Einstellung.

Ein kleiner Lichtblick dürfte aber das Wiedersehen meiner alten Ausbildungsstelle werden. An den Ort sind so viele Erinnerungen und viele Gefühle geknüpft (bei mir ist das sehr stark an Orte gebunden). Mir ging es im Referendariat meistens dreckig; Zukunftssorgen und Prüfungsängste waren mein ständiger Begleiter. Ab und zu gab es Lichtblicke, wobei das drohende Staatsexamen alles überschattet hat.

Nun kehre ich dorthin zurück als Anwalt, mit anderen Sorgen und in gänzlich anderer Rolle. Das fühlt sich merkwürdig an, aber vielleicht kann ich so endgültig von jenem Ort Abschied nehmen. Vielleicht fahre ich an meinem alten Wohnort vorbei. So viele Jahre … .
Ob der eine Richter und der Rechtspfleger noch beim Gericht arbeiten? Die beiden waren gemeinsam mit ein paar anderen sehr in Ordnung menschlich.

Auch das hässliche Gebäude der Staatsanwaltschaft gegenüber mit dem Schlangensymbol werde ich wiedersehen. Ob es dort im Eingangsbereich immer noch nach Cannabis riecht?
Genialerweise hatte man dort nämlich die Entlüftung für die im Keller liegende Verbrennungsanlage über den Haupteingangsbereich nach Draußen geführt, so dass jeder Besucher der StA, der zu richtigen Zeit vor Ort war, den süßlichen „Schweißgeruch“ in der Nase hatte. *fg*
Es gab aber inzwischen wohl größere Umbaumaßnahmen, sodass ich gespannt bin, was mich dort erwartet.

Jump for joy!

Mir geht es heute wie dem Alligator (?), und so konnte mich nicht einmal meine Histaminintoleranz, die wie üblich samstags mal wieder zugeschlagen hat, daran hindern vorhin durch meine Wohnung zu tanzen hüpfen, mit den Armen herumzuwedeln und auf Zehenspitzen herumzutänzeln. 🙂

Gut, dass mich meine Nachbarn dabei nicht gesehen haben. Für Beobachter muss das ziemlich bekloppt aussehen, aber es ist meine Art, meine Freude auszudrücken. Meistens bin ich nur zu gehemmt dafür und mache das nur privat, wenn ich mich unbeobachtet glaube.

Ich bin total erleichtert und ja glücklich, dass sich beruflich und privat alles nun so gut entwickelt hat.

Selbst mit meinem Bruder läuft es gut und ich werde höchstwahrscheinlich mit ihm, seiner Freundin (die ich sehr gut leiden kann) und einem gemeinsamen Bekannten Halloween bei ihm feiern. Da ich meinen Bruder und seine Freundin im August in ihrer Wohnung besucht und dort ein sehr angenehmes Wochenende mit ihnen verbracht habe, freue ich mich tatsächlich darauf. Und den Bekannten von den beiden habe ich auch dabei kennengelernt; der scheint auf positive Weise freakig/nerdig und in Ordnung zu sein. Halloween wird also gut.

Außerdem hat sich die Sache mit dem Übergeben höchstwahrscheinlich final erledigt. Das letzte Mal muss schon ein paar Monate her sein, ich weiß das gar nicht mehr. Und obwohl ich so gut wie keinen Sport gemacht und mich nach Lust und Laune auch durchaus alles andere als gesund und kalorienarm ernährt habe, (wenngleich mir der Berufsstress unter der Woche oft tagsüber auf den Appetit geschlagen ist, abends habe ich aber v.a. auch viele Süßigkeiten gegessen), scheint sich mein Körper wieder normalisiert zu haben.
Rätselhafte Wassereinlagerungen mit komischen Gewichtssprüngen, wie gerade 2019 und 2020 sehr stark, die auch 2021 nicht ganz weg waren, und auch teils aufploppende komische Gelüste nach viel Süßem aufeinmal, sind verschwunden. Mein Gewicht hat sich sogar auf mein ursprüngliches Gewicht eingependelt, das ich vor dem Berufseinstieg konstant hatte, also auf 52 – 53 kg. Im Moment sind es gar 52 kg glatt. Natürlich schwankt das Gewicht auch im Normalfall immer etwas, aber der Schwankungsbereich aktuell und die Entwicklung insgesamt dazu, finde ich sehr beruhigend, was mein Körpervertrauen angeht. Da bin ich nämlich aus früheren Zeiten ein wenig gebranntes Kind.

Das einzige, was aktuell noch „psychosomatisch“ (?) geblieben ist, ist dass ich jede Nacht von Freitag auf Samstag u.a. starken Heuschnupfen von meiner Histaminintoleranz bekomme und bis Samstagnachmittags mehr oder weniger ausgeknockt bin. Es sind schon schwerere Histaminanfälle, die ich dann habe. Kann man sich fast wie bei Migräneattacken vorstellen und ich verbringe dann auch notgedrungen viel Zeit im Bett oder auf dem Sofa, weil ich dann so ko bin.
Erst habe ich das auf falsches Essen und zu wenig Schlaf unter der Woche geschoben, aber das allein kann es nicht sein. So richtig habe ich die Ursache noch nicht raus – es ist auch keine Allergie – aber ich tippe darauf, dass es auch irgendwie in einem Zusammenhang mit dem bisherigen Berufsstress steht. Ich habe auch mal gelesen, dass Stress die Histaminempfindlichkeit erhöhen kann. Daher bin ich zuversichtlich, dass sich auch diese Histaminanfälle in absehbarer Zeit legen werden.

Trotz des heutigen Histaminanfalls bin ich aber wie gesagt insgesamt sehr glücklich, und auch der Anfall an sich hat sich inzwischen weitgehend wieder gelegt. Ich habe vorhin sogar angefangen, endlich mal meine alten Unterlagen aufzuräumen, und habe mir fest vorgenommen, auch noch vor Sonnenuntergang an die frische Luft zu gehen.

Kryptonite

Die Zeit vergeht so schnell … .

Derzeit schlage ich mich unverhofft wieder mit meiner Prüfungsangst herum, da die Klausuren für die Fachanwaltsausbildung bevorstehen und ich wie bereits im Examen schon lange vorher beim Lernen blockiert bin, das dann komplett vor mir herschiebe und mich in einem sinnlosen unsichtbaren Kampf mit mir selbst aufreibe, so dass ich bis zu den Prüfungen selbst in gewisser Hinsicht psychisch erschöpft sowie von mir selbst angenervt und enttäuscht bin, außerdem kommt da immer dieses lähmende Ohnmachtsgefühl hinzu. Schlafstörungen könnte ich auch noch ergänzen, aber die habe ich eh chronisch auch in Nicht-Prüfungszeiten. Dass mir kognitiv die ganzen Mechanismen und Gründe für Prokrastination bestens bekannt sind, nützt mir leider wenig.

Dazu kommt der Weggang der Diva, der auch kanzleiintern wieder einiges umgeworfen sowie meinen Kollegen und mir reichlich Zusatzarbeit beschert hat; die Diva wird uns noch zu Ende des Monats endgültig verlassen, nachdem erst der Oktober als Deadline angekündigt war. Ich bin ein Gewohnheitsmensch, brauche lange bis ich mich an Menschen, Abläufe etc. so richtig gewöhnt habe und mag danach weder ständige Änderungen, noch endgültige Abschiede.

Viel Zeit zum Abschiednehmen wird mir nicht bleiben, da der Monat bei mir mit vielen Terminen und immerhin einer Woche Urlaub belegt ist. Im Moment sehne ich mir in dem gefühlten „Teilchaos“ sowas wie eine verlässliche, gute Alltagsroutine herbei, aber das wird noch dauern. Immerhin wird es ohne die Diva und ihre Art bei uns deutlich ruhiger ablaufen. Die Diva hat so ziemlich jeden bei uns regelmäßig gestresst, vermutlich auch sich selbst, und hatte bekanntlich auch so ihre speziellen Launen. Von daher hält sich meine Trauer in Grenzen, aber ein wenig traurig bin ich doch, weil ich sie trotz allem irgendwie gut leiden konnte.

Allerdings scheine ich da bei uns der Einzige zu sein; die meisten sind froh, dass sie geht, und teils auch sauer auf sie, da die Diva eine unnachahmliche Art hat, anderen bis zuletzt menschlich vor den Kopf zu stoßen, ohne es zu merken. Und da sie als (ehemaliger) Chef und Inhaber ganz oben in der Hackordnung steht, sagt es ihr natürlich niemand. Personalführung ist weder die Stärke der Diva, noch von Chef 2. Da gab es schon diverse Situationen der 3. Art. Manches ist hier echt geradezu wie Slapstick, kann man keinem erzählen.

Na ja, ich werde mich schon irgendwie durchschlagen und auch die blöden Klausuren überstehen. Vielleicht komme ich später nach all dem ganzen Kram auch wieder mehr dazu, hier zu schreiben. Außerdem habe ich mir eine Liste gemacht mit all den Dingen, die ich nach all dem mal machen möchte. Mir hilft das mit der Liste immer, um den Impuls, mich vom Lernen abzulenken, zumindest bzgl. einiger Teilbereiche auf null reduzieren zu können (zB bzgl. PC-Spiele). Allerdings bleibt leider noch genug, das mich auch weiterhin vom Lernen abgehalten hat bzw. auf das ich stattdessen ausgewichen bin, um dem Lernen aus dem Weg zu gehen. Mein vernünftiges Ich würde meinem Chillout-Ich dafür gerne in die Fresse hauen, während Letzteres mir zuflüstert, dass ich doch erst mal etwas Schönes machen soll und ja danach noch lernen kann … . Irgendwie muss ich mir mal unabhängig von den anstehenden Klausuren einen sinnvollen Kompromiss zwischen den beiden überlegen.

Mein Lieblingslied derzeit: