Verkatertes Wochenende

Kennt das jemand, wenn man am Samstag völlig verkatert nachmittags gegen vier aufwacht und sich fühlt, als hätte man die Nacht durchgesoffen?

Bei mir lag es heute nicht am Alkohol, sondern daran, dass ich a) mal wieder erst um vier Uhr morgens ins Bett gegangen bin, wie so oft gerade am Samstag und b) doch hartnäckiger erkältet bin, als gedacht.

Das erste Mal musss ich heute gegen 10 Uhr wach geworden sein – gestellt hatte ich mir die 10 Wecker/Alarmtöne für verschiedene Zeiten zw. 9-10 Uhr, da ich immer ewig brauche, um richtig wach zu werden. Danach muss ich wie so oft wieder eingeschlafen sein und bin erst um kurz vor 4 Uhr nachmittags aufgewacht, mit tierischen Kopfschmerzen, juckenden Ohren und dem Gefühl, dass meine Nasennebenhöhlen „platzen“; es fühlt sich jedenfalls sehr unangenehm an und das Sekret daraus – sorry – erweckt auch nicht den Eindruck, dass der Erkältungsspuk so bald vorbei wäre. Dabei ging es mir Freitagabend besser und ich dachte naiverweise, die Erkältung ausgestanden zu haben – und wollte heute eigentlich vormittags in der Wohnung was aufräumen/putzen und danach Laufen gehen; das kann ich so vergessen, auf eine Entzündung meines Herzmuskels bin ich nicht so scharf, außerdem werde ich in meinem momentanen Zustand eh nicht weit kommen, schon Dank der Atemprobleme durch die verstopfte Nase.

Zu meiner weiteren Freude musste ich feststellen, dass die Apotheken in dieser Kleinstadt, in die ich vor etwa einem Jahr umgezogen bin, anders als an meinem vorherigen Wohnort, samstags bereits gegen mittags schließen. Neues Sinupret werde ich mir daher erst Montag holen können.

Seit einer Weile bin ich Besitzer einer dieser Fitnesstracker, die derzeit so im Trend liegen, nachdem Apple mit seiner Apple-Watch angefangen hat. Meiner ist sehr simpel und war ein spontaner Einkauf im Supermarkt, da ich irrtümlich dachte, das Gerät könnte nicht nur die Schritte, sondern auch den Puls messen. Da er der letzte seiner Art war und der Fitnesstracker, den ich eigentlich dort kaufen wollte, bereits ausverkauft war, habe ich in einem Anfall geistiger Umnachtung mir ein fitbit flex 2 für ca. 20 € gekauft und brav die dazugehörige App auf meinem Handy installiert.

Nachdem ich bald darauf die Sinnhaftigkeit dieses Einkaufs bezweifelt hatte, muss ich sagen, dass ich das Gerät inzwischen sehr zu schätzen weiß. Es motiviert mich sogar teilweise, mich mehr zu bewegen, und irgendwie ist es nett, dass wenigstens dem Gerät nicht egal ist, wie viel ich mich bewege. Der Tracker lässt sich auch unauffällig zusätzlich zur Armbanduhr gut bei der Arbeit tragen.

So, ich muss mich jetzt irgendwie in einen Zustand versetzen, in dem ich es zumindest heute bis zum Aldi schaffe. An sich gehe ich generell lieber zu Fuß, aber heute werde ich das Fahrrad brauchen, da ich auch Getränke besorgen muss – und den PKW ausnahmsweise nicht dafür nutzen möchte, weil ich mich sonst heute gar nicht mehr bewegen werde.

Edit: Meine Erkältung ist leider eine Nasennebenhöhlenentzündung; das hatte mir noch gefehlt. Außerdem nervt mein Bruder wieder – es ärgert mich, dass ich überhaupt ans Handy gegangen bin. Es ist mit ihm immer das Gleiche und Weihnachten mit ihm war schon ätzend und belastend genug, wie jedes Jahr und wie jedes Mal dazwischen bei Kontakt mit ihm. Die Bezeichnung als „Energievampir“ wäre für ihn noch untertrieben. Wahrscheinlich hat seine neueste Bekanntschaft gerade keine Zeit und der cholerisch-egozentrische Herr leidet an fehlenden mitmenschlichen Wirten, die er anzapfen kann, sonst hätte der mich gar nicht angerufen. (Ich als Person interessiere ihn eh nicht wirklich, im Grunde sind andere für ihn austauschbar.) Jetzt macht er wieder wie üblich gerade auf „Es tut mir sooo Leid mit Weihnachten und wie ich zu dir war blabla“ – und wehe ich bin nach so einer tollen Entschuldigung und reflektorischen Glanzleistung nicht bereit, ab so sofort mindestens einmal pro Woche mit ihm zu telefonieren (und mir seinen Seelenballast reinzuziehen als ewigen Monolog), dann sieht er sich wieder als Opfer von mir bzw. bin ich dann aus seiner Sicht böse und liebe ihn nicht, wo es ihm doch sooo schlecht geht blabla. Psychodrama vom Feinsten, kenne ich mit ihm schon seit Jahrzehnten.

Und wenn er so schleimig-aggressiv drauf ist, weil er was von einem möchte (dabei aber wie eine scharfe Handgranate jeden Moment explodieren kann), ist er noch ätzender, als wenn er offen feindselig-aggressiv ist. Ob ich überhaupt Kontakt zu ihm möchte bzw. dass ich – wie bereits ihm gegenüber inzwischen offen erklärt – derzeit keinen Kontakt haben möchte, auch gesundheitlich schlecht zurecht bin etc., interessiert ihn nicht => ER möchte Kontakt, das ist das einzige, was für ihn relevant ist: Seine Bedürfnisse. Arschloch.

Es lebe die Biologie

Gestern habe ich ausnahmsweise nach dem späten Aufstehen nichts gegessen und (erneut) festgestellt, dass ich zu körperlichen Verrichtungen viel motivierter werde, wenn ich länger nichts esse. Kurz: Ich bekomme plötzlich nach mehreren Stunden Nichtsessens Antrieb. Am effektivsten, wenn ich gleich den Tag mit Nichtsessen bis abends beginne.

Dieser biologische Effekt ist mir zwar längst bekannt, allerdings etwas in Vergessenheit geraten. Ein bisschen bin ich auch davor zurückgeschreckt, weil es für mich persönlich mit ein Inbegriff der positiv-suchtartigen Erfahrungen während der Essstörung war. Dort natürlich noch mal intensiver aufgrund Dauerhungerns. Ich habe dann auch nach einer Weile eine stärker werdende Abneigung dagegen, überhaupt etwas zu essen. Die Hürde wird umso höher, doch etwas zu essen, je länger das Nichtessen anhält. Auch ohne Essstörung; es dürfte irgendwie biologisch erklärbar sein.
(Anmerkung: Den Tag über nichts zu essen und erst abends etwas ohne akribisches Kalorienzählen, aber keine Unmengen, würde ich nicht als Hungern bezeichnen, auch nicht als Fasten, wie es zuletzt als Trend gepriesen wurde.)

Wie auch immer, ich werde mir diesen vorgeschriebenen Effekt ab sofort gezielt moderat zu Nutze machen, um meine ansonsten vorherrschende Antriebslosigkeit zu bekämpfen. Abnehmen und Essen mehr zu wertschätzen, wären als Nebeneffekte auch sehr willkommen. Quasi mehrere Fliegen mit einer Klappe.

Ich werde das ab sofort an den Wochenenden machen, erst ab ca. 8 Uhr die anstehenden Aufgaben erledigen, u. a. auch immer je einen Raum putzen etc. und Essen gibt es erst nachmittags bzw. wenn die Aufgaben erledigt sind.

Unter der Woche werde ich nichts ändern, da frühstücke ich auf dem Arbeitsweg eine Banane oder einen Früchteriegel oder eine belegte Brothälfte. Für die anstehende geistige Arbeit, bei ständiger Ansprechbarkeit & Aufnahmebereitschaft, parallel zur eigentlichen Kernarbeit, ist das so besser.

Dezentes Miniaturfasten am Tag verhilft zu mehr körperlichem Antrieb, aber bereichert nicht die höheren kognitiven Fähigkeiten. Letztere brauche ich aber bei der Arbeit (beim Putzen, Um- und Aufräumen etc. dagegen nicht; auch zum Zocken und Chillen ist der dezente Trancezustand ideal).

Silvester wird gechillt, vorhin gab es Raclette mit meinen Eltern. Putzen und Aufräumen hat Dank des gestrigen erst spät Essens endlich geklappt. Auf 2020.

Antriebslosigkeit

Meine Wohnung müsste geputzt werden. Das musste sie auch schon vor zwei Monaten.

Ich verstehe nicht, warum mir inzwischen wieder die einfachsten Tätigkeiten so unendlich schwer fallen. Zwischendurch hatte ich mal den Putzlappen in der Hand und sogar mit Putzen angefangen, mich nach wenigen Minuten aber wieder hingesetzt, weil ich mich irgendwie zu schlapp fühlte.

Die Küchenarbeitsplatte und das Geschirr sind neben Einkaufen das einzige, was ich derzeit haushaltstechnisch hinbekomme.

Im Moment würde ich am liebsten jeden Tag verschlafen bzw. mache das auch teilweise, leider. Die Wassereinlagerungen sind derzeit auch wieder sehr schlimm. Da hilft auch Brennesseltee nicht.
Ich verstehe die Wassereinlagerungen bzw. Gewichtssprünge nach oben in diesem Jahr beim besten Willen nicht. Auch wenn alles für Wassereinlagerungen spricht, bin ich mir nicht sicher, ob ich nicht – evtl. als weiteres Problem – einfach zu viel esse. Jedenfalls kann weniger Essen und regelmäßig Sport machen nicht schaden, so oder so.

Asexualität und Sex

Asexualität bedeutet in diesem Sinne, dass man sexuell nicht auf Mitmenschen steht, von diesen sexuell nicht angezogen wird, diese nicht geil findet, und das einfach von Natur aus so ist und nicht bspw. an einer Störung der Sexualpräferenz, sexuellen Traumata etc. liegt.

Als Allosexuelle werden die quasi „normal“-sexuellen Menschen tituliert. Normal bezieht sich hierbei auf die Mehrheit. Und das sind eben die Menschen, die sexuell grundsätzlich sexuelle Anziehung zu ihren Mitmenschen empfinden (können), also bspw. Heterosexuelle, die auf das andere Geschlecht stehen, Homosexuelle, die auf das selbe Geschlecht stehen, Bisexuelle und Pansexuelle, die gewissermaßen geschlechtsunabhängig in ihrer Sexualpräferenz sind.

Wie das immer so ist bei Minderheitengruppen, gibt es inzwischen seit einigen Jahren sogar Online-Foren, die sich primär an Asexuelle richten. Von der Grundidee her gut gemeint, leider tritt auch dort ein ebenso in Homosexuellen-Communities & Co beobachtbares Phänomen auf:
Das „Du bist nicht true, nur wir sind wahre [Minderheit xyz]“-Phänomen.

Eine Minderheit will den anderen vorschreiben, wer „ein wahrer Schwuler“, „eine wahre Lesbe“ oder eben „ein wahrer Asexueller“ ist. Einem harten Kern der Asexuellen-Community ist es sehr wichtig, dass bitte nur Menschen als asexuell gelten, die Sex generell negativ (oder maximal neutral) bewerten und (oft nicht nur) für sich ablehnen, und bitte schön am besten gar nicht oder nur quasi unter zumindest inneren Zwang praktiziert haben. Bei allen anderen Asexuellen könnten ja die so fein gepflegten Grenzen zu den (verdorbenen) Allosexuellen verwischt werden, und das wäre schrecklich, weil man sich doch von denen abgrenzen möchte.

Asexuell sei diesen Stimmen nach vermeintlich nur der, der Sex maximal in braver, ehelicher Pflichterfüllung über sich ergehen lässt.

Abgesehen davon, wie bizarr ich es finde, Sex nur mit jemanden zu haben, weil man mit dem zusammen ist und Sex als Teil einer Pflicht gegenüber dem anderen zu sehen:
Nö, es gibt auch eine meinetwegen kleinere Gruppe Asexueller, die an Sex generell nichts Schlechtes sieht, dem auch positive Aspekte abgewinnen kann und bisweilen selbst praktiziert, freiwillig und eher aus intrinsischen Motiven wie Neugier, denn extrinsischen Motiven wie dem vorgenannten Motiv der vermeintlichen „Pflichterfüllung“ bzw. um den anderen nicht zu vergrätzen.

Ist man noch dazu aromantisch, verliebt sich also generell nie und hat kein Interesse an Partnerschaften, bietet sich als „Experiementierfeld“ sowohl das Internet, als auch sonstige Kontakte an, um passende Mitmenschen für gemeinsamen Sex aufzutreiben.

Ich habe das so gemacht und werde zwar nach wie vor nie verstehen, was an Sex nun so wichtig ist für andere, geschweige denn, was an einem menschlichen Körper erotisch sein soll beim Sex, aber die gemachten Erfahrungen waren nicht uninteressant, teils auch körperlich angenehm, wobei mir durchaus die Unterschiede im sexuellen Empfinden aufgefallen sind; das ist eben der Punkt mit der generellen Nichtanziehung.
Ebenso waren auch die so etwas kennengelernten Mitmenschen jeweils ganz ok, wobei die nichts von meiner Asexualität wußten, aufgefallen ist es insofern glücklicherweise auch nicht – ich war immer schon gut im Imitieren der sozialen Verhaltensweisen meiner Umwelt, auch wenn ich mich oftmals innerlich mehr als Autist gefühlt und manches soziale Ritual lange nicht verstanden habe.

Dass meinerseits keinerlei Interesse an dem Aufbau einer Partnerschaft bzw. festen Beziehung bestand, wußten dagegen alle.
(Trotzdem einziges Manko: Menschen, mit denen man Sex hat, werden furchtbar anhänglich und sind bereits währenddessen so komisch drauf; vermutlich irgendeine Störung der höheren Gehirnfunktionen aufgrund der ausgeschütteten Hormone. Zumindest bei Männern habe ich das so beobachtet. Mit Frauen müsste ich es mal testen.)

Bis auf Weiteres ist meine Neugier diesbzgl. gestillt und das Thema Sex ad acta gelegt, aber ich würde weitere Versuche irgendwann nicht per se ausschließen.

Dummerweise wird man als derart „sex positiver“ Asexueller sowohl von den anderen Asexuellen angefeindet, als auch von all denen, die Sex just4fun außerhalb einer Partnerschaftsanbahnung eh für moralisch verkommen halten.

Aber egal, was soll’s. … Viel Feind‘, viel Ehr‘ oder so.

Frohe Weihnachten

Es ist keine frohe Weihnacht, so wie jede Begegnung mit meinem Bruder im besten Fall nur unerfreulich ist. Sein Verhalten seit seiner Kindheit würde ich als cholerisch-narzisstisch und hochverletzbar sowie extrem leicht kränkbar beschreiben.

Er tickt auch heutzutage regelmäßig aus, wenn man ihm nicht in allem zustimmt (egal, ob er gerade behauptet, dass die gelbe Wand schwarz wäre und wie dämlich man sei, das nicht zu sehen etc.) und sein Sozialverhalten ist inzwischen seit ein paar Jahren auch außerhalb unserer Familie gelinde gesagt sehr verhaltensauffällig; ganz böse gesagt geben sich Menschen, die ihre Sinne halbwegs beisammen haben, mit ihm gar nicht mehr ab.

Zu seinen halbwegs guten Zeiten konnte er sehr (oberflächlich) charmant gegenüber Dritten sein und andere mitreißen mit seiner Euphorie (auf Feiern z.B.). Das konnte aber jederzeit kippen und mein Bruder verachtet insgeheim so ziemlich jeden und pflegt ohne Not einen ständigen Konkurrenzkampf mit anderen, selbst wenn sich das alles nur in seinem Kopf abspielt.

Er merkt es auch inzwischen gar nicht mehr, wie weit weg sein Verhalten von dem ist, was in unserer Gesellschaft als normal gilt, und wie befremdlich bis verstörend dies auf Dritte wirkt, gerade wenn er seine üblichen Monologe hält (für ihn ist das ein Gespräch mit dem anderen, Dialoge in dem Sinne kann er tatsächlich gar nicht mehr führen, so mein Eindruck).

Was er wiederum merkt ist, dass er sich einsam fühlt und keinen Vertrauten hat. Ganz früher hat er mich paradoxerweise in diese Rolle zu zwingen versucht, bis ich mich dem nach und nach zum Glück entzogen habe. Allerdings versucht er das bis heute immer wieder, sehr penetrant zum Teil.
Es war immer schon schräg, wenn er mich wenige Stunden vorher noch massiv verbal bis tätlich angegriffen hatte und mir danach zu allem Überfluss noch seinen sämtlichen Seelenballast vor die Füße gelegt und mein Mitgefühl eingefordert hat. Ich war dummerweise generell sensibel-empathisch drauf als Kind, viel zu mitfühlend – meine Achillesferse-, und am Ende tat er mir noch Leid (sein subjektives Leid war ja echt; er war früh innerlich unglücklich, hat sich abgelehnt/ungeliebt und ungerecht behandelt gefühlt, obwohl dem weder von meiner Seite, noch von Seiten unserer Eltern so war).

Irgendwann ist er als Jugendlicher auf den Tripp gekommen, dass Frauen an all seinem Unglück und Misserfolg schuld wären, es denen generell zu gut gehen würde, und insbesondere unsere Mutter schuld an seinen Problemen sei.
Wer das Familienleben hier mitbekommen hat, weiß, wie verdreht diese Sichtweise ist, aber in seinen Augen ist das DIE WAHRHEIT. (Sonst müsste er sich ja auch eingestehen, dass er sein Leben selbst teilweise vor die Wand gefahren hat und sowohl Gestalter der Gegenwart, als auch seiner Zukunft ist).

Was er insbesondere unserer Mutter nahezu hasserfüllt schon alles für Beleidigungen und Vorwürfe (oft völlig frei konstruiert) an den Kopf geworfen hat, überschreitet das zwischenmenschlich hinnehmbare Maß. Zumal er ihr Handlungen vorgeworfen hat, die er selbst (nicht sie) begangen hat … so falsch kann man sich eigentlich gar nicht erinnern, aber er scheint das wirklich zu glauben in dem Moment.

Geldschulden im dreistelligen Bereich hat er auch, sowohl bei unseren Eltern, als auch bei mir. Einen anderen ebenfalls dreistelligen Geldbetrag von mir hat er nachweislich unterschlagen und dies mit seinen üblichen Schreianfällen, gepaart mit aggressiven Auftreten und Drohungen in meine Richtung, abgestritten.

All dies ist aber noch das geringste Problem mit ihm. Das Geld ist mir egal, auch die Unterschlagung kratzt mich nicht, da Geld ersetzbar ist; anderes Eigentum von mir, an dem ich hing und das unersetzbar war, hat er absichtlich zerstört.
Das Aufwachsen unter einem Dach mit ihm war schlimm; ein friedliches Familienleben war kaum möglich und jederzeit von seinen Stimmungsschwankungen, Eifersüchteleien und Ausrastern bedroht, die meistens mir (später auch oft unserer Mutter, am Ende mit unserem Vater allen Dreien) galten, da er schon als Kleinkind extrem eifersüchtig war und es nicht ertragen hat, wenn er mal kurz nicht im allgemeinen Mittelpunkt stand. Das ist später nicht besser geworden, trotz aller Grenzsetzungen, sowohl von Seiten unserer Eltern, als auch von meiner Seite aus.

Unsere Eltern hat er verbal angegriffen, mich bis in die Pubertät hinein regelmäßig auch körperlich, zwar habe ich mich gewehrt, aber spätestens wenn er zu unterliegen drohte, wurde er skrupellos, hat mir einmal auch in so einer Situation die Nase mit einem gezielten Kopfstoß ins Gesicht gebrochen, mich hinterher direkt bedroht sowie einzuschüchtern und mir einzureden versucht, dass ich und meine allzu nachgiebige Nase schuld wären, damit ich nicht zu unseren Eltern gehe. Ein anderes Mal bin ich ohnmächtig geworden – ob er mich gewürgt hatte dabei (hatte er schon mal gemacht), weiß ich nicht mehr, weil mir dazu schon alsbald danach Teile der Erinnerung gefehlt haben. Als ich wieder zu mir kam, hat er mir einzureden versucht, dass ich an Epilepsie leiden würde, einen Krampfanfall erlitten hätte und deshalb ohnmächtig geworden wäre – komplett erlogen von ihm, aber um kreative und absolut überzeugt vorgetragene Ausreden war er nie verlegen. Natürlich wurde ich von ihm prompt beschimpft, als ich die Epilepsie-„Erklärung“ verneinte; ich wäre lieber ohnmächtig geblieben damals.

Als ich anorektisch war und gerade auf dem Wege einer gewissen Besserung mit dem Essen, lauerte er mir in der Küche auf und versuchte mir grinsend gewaltsam ein Marmeladentoastbrot in den Mund zu stopfen. Das Ganze endete auf dem Küchenboden, meine Mundwinkel waren blutig und mein Gesicht sowie die Zähne mit Marmeladentoastbrotresten verschmiert. Gegenüber unseren Eltern behauptete er danach, er habe sich sooo Sorgen um mich gemacht und ich hätte in der Küche verkündet, dass ich heute nichts essen werde (das stimmte alles nicht und war komplett erlogen). Ich muss nicht sagen, dass sich die Besserung mit dem Essen danach ins Gegenteil verkehrte und ich mich selten so gedemütigt gefühlt habe. Zumal ich mir von unseren erfolgreich manipulierten Eltern noch Vorwürfe anhören musste – dass er mir das Toastbrot in den Mund zu stopfen versucht hatte, haben sie mir nicht geglaubt und für eine essgestörtentypische Ausrede gehalten, um nicht essen zu müssen.

Es gab noch weitere Sachen, die mir in Erinnerung geblieben sind, die aber nichts für die Öffentlichkeit sind. Manches hatte ich komplett vergessen, obwohl es einschneidende Erlebnisse waren; just kurz vor meinen Examensprüfungen setzte nach und nach die Erinnerung wieder ein – gutes Timing! Außerdem hätte es ruhig vergessen bleiben können.

Auf der anderen Seite hat er mich gerade als wir Kinder waren, oft zu manipulieren und gewissermaßen als eine Art untergeordneten Komplizen einzuspannen versucht, was eine falsche Nähe suggerierte und mich als Kind glauben ließ, es gäbe einen guten Kern in ihm, auf den man aufbauen könnte.
Oft hatten diese Komplizen-Aktionen mit ihm aber irgendeinen verborgenen Haken für mich oder er hat mich hinterher in irgendeiner Weise gelinkt; ihm war auch wichtig, einen Keil zwischen unsere Eltern und mir zu treiben. Unseren Eltern hat er wiederum gezielt durchaus nicht unplausibel klingende Lügen über mich erzählt, und dies grinsend unter vier Augen eingeräumt mir gegenüber, ohne jeden Funken Reue.

Unser Verhältnis, sofern man das überhaupt noch so nennen kann, ist inzwischen weitgehend zerstört. Mir geht es so viel besser, seitdem ich nur noch den unvermeidlichen Kontakt mit ihm habe.
Auch unsere Eltern sind gesundheitlich sehr durch ihn belastet.

Mich interessiert inzwischen nicht mehr, warum er so geworden ist. Außenstehende würden reflexhaft eh darauf tippen, dass die bösen Eltern schuld seien, am schlimmsten Schuld hat vermutlich die Mutter, die das Kind zu wenig geliebt habe oder so … . Mit guter Erziehung gerate vermeintlich jedes Kind gesund und zu einem sozialverträglichen, empathischen Erwachsenen, so wird es selbst von manchen Experten indirekt vermittelt.
Es macht daher erfahrungsgemäß überhaupt keinen Sinn, mit Außenstehenden darüber zu reden; sie verstehen es nicht und machen sich die Erklärung einfach.

Wenn ich davon lese, dass Geschwisterrivalität und Raufereien sowie die Eifersucht des Erstgeborenen auf das jüngere Geschwister normal seien, ist das wie ein verzerrter Abklatsch aus einer ähnlich klingenden, jedoch völlig anderen Welt.

Mein langjähriger Kumpel, dem ich mit am meisten vertraue, weiß, dass mein Bruder „etwas speziell“ ist. Das reicht, dass er dessen gegenwärtiges Verhalten, welches mein Kumpel auszugsweise mitbekommen hatte, einordnen konnte, aber eigentlich hat mein Kumpel keine Ahnung; das möchte ich auch nicht anders. Ich will nicht, dass mein Bruder meine Sozialkontakte tangiert. Vom Gefühl her habe ich keinen Bruder.

Politisches …

„Wer halb Kalkutta aufnimmt, rettet nicht Kalkutta, sondern der wird selbst Kalkutta.“

– Peter Scholl-Latour –

An sich ist zur Zukunft Deutschlands mit diesem weisen Satz des Herrn Scholl-Latour alles Wesentliche gesagt. Mir ist es unbegreiflich, wie man die innere Sicherheit und weitere Erungenschaften unserer Gesellschaft derart bereitwillig über Bord wirft, aber so soll es wohl sein.

Mal sehen, wann die Letzten merken, welchen Preis wir alle für diesen Irrsinn zahlen. So viele Einzelfälle … so viel Steuergeld, das nicht den Steuerzahlern zugute kommt, sondern de facto in der Welt verteilt wird. Weder die PKS, noch andere Statistiken können derart geschönt werden, dass man die Folgen nicht auch dort bereits ablesen könnte (wenn man denn möchte). Die Sozialabgaben werden auch steigen bzw. die sozialen Leistungen für alle gekürzt werden mittelbar, ist nur eine Frage der Zeit. Mal sehen, wann auch bei den – idR selbst nicht negativ betroffenen – „Gutmenschen“ das Geheule anfängt … .

Es läuft so viel verkehrt, aber gerne nehmen wir unter dem Deckmantel der Humanität noch mehr auf, anstatt jene Staaten, wie u. a. die afrikanischen Staaten ihre kollektive Unvernunft wie insbesondere das klimaschädliche und aberwitzige Bevölkerungswachstum selbst ausbaden zu lassen.
Ich bin ja dafür, die ganzen seit Jahrzehnten gefühlt ins Nichts versackenden Entwicklungshilfen für den Kontinent ganz einzustellen, die fließen eh eher in die Kassen der korrupten lokalen Machthaber. Es sollten nur die Staaten gezielt belohnt werden durch tatsächliche (möglichst nicht finanzielle) Hilfe, die es hinbekommen, eine vernünftige Bevölkerungspolitik zu betreiben. Nicht zu vergessen auch weitere wichtige Säulen einer humanen Gesellschaft wie u. a. (echte) Demokratie, Bekämpfung der Korruption, des Aberglaubens (egal ob der islamisch, christlich etc. ist) in Form von Aufklärung und konsequenter Trennung von „Kirche & Staat“.
(Bei Letzterem müssen wir auch noch einiges tun … ).

Egal, es wird weiterlaufen, wie bisher. Die aktuelle Politik geht auch zu Lasten der gut integrierten Mitbürger mit Migrationshintergrund, mit deren Bleibe kein vernünftiger Mensch ein generelles Problem hätte. Angesichts der Verteilung des Nachwuchses und der wachsenden Nichtintegration, wird das eine spannende Zukunft, in der „die Regeln des Zusammenlebens (auch weiterhin) täglich neu ausgehandelt werden müssen.“

„A-sozial“

Wenn man unerwartet ein Geschenk in seinem Briefkasten findet und denkt: „Och nö, bitte nicht, muss das sein?!“, hat man entweder Geburtstag oder es steht mal wieder Weihnachten vor der Tür.

Das Geschenkt ist von einem langjährigen guten Freund und eigentlich total nett von ihm ausgesucht, wie so oft bei verschiedenen Anlässen.
Nach der ersten Abwehr überwog das innere schlechte Gewissen, denn abgesehen von meiner spontanen überwältigenden „Freude“ angesichts des Geschenks, ist es mir nicht einmal für eine Sekunde in den Sinn gekommen, ihm ein Präsent zu schicken (und vernachlässigt habe ich den Kontakt in diesem Jahr eh). Das schlechte Gewissen nagt ein bisschen an mir … .

Zum Glück handhabt es wenigstens meine erfreulicherweise gottlose, ketzerische Familie bzgl. Geschenke sehr entspannt; der Grundsatz ist, dass wir uns nichts schenken, andererseits – und das muss man als Außenstehender nicht verstehen, ich verstehe es nicht mal als Insider so richtig – schenken wir uns dann trotzdem oft etwas (es ist nur eben keine Pflicht).

Letztes Jahr habe ich z. B. ein paar sinnvolle Geschenke gefunden, dieses Jahr nicht.

Ganz normal gestörte Geschwister …

Ich habe einen ca. 3 Jahre älteren Bruder, weitere Geschwister sind nicht vorhanden. Zum Glück, denn ich fand meinen Bruder energieraubend und für mich psychisch wie physisch gesundheitsschädlich genug.

Das liegt vor allem daran, dass er bereits als Kleinkind starke Gefühlsschwankungen und Wutausbrüche hatte, sobald er nicht im Mittelpunkt stand oder etwas nicht nach seinem Willen ging. (Natürlich haben unsere Eltern – und auch ich zum Teil- ihm gleichwohl Grenzen gesetzt.) Hinzu kam seine extreme, irrationale Eifersucht auf mich, teils auch auf die Haustiere. Man musste gar nichts machen, um Ziel seiner Wut zu werden, es reichte, körperlich anwesend zu sein im Raum.

Positiv ausgedrückt ist er emotional sehr lebhaft und begeisterungsfähig, sehr extravertiert sowie sehr durchsetzungfähig, konkurrenz- und dominanzorientiert, im Gegensatz zu mir.

Es würde zu weit führen, im Detail all seine physischen wie psychischen Attacken auf mich aufzuzählen, vor allem wenn wir alleine waren, es also keine Zeugen gab.
Das ist auch nichts für die Öffentlichkeit. Ich mag mir auch nicht die hilflos-bagatellisierenden Kommentare Dritter dazu anhören, die etwas davon faseln, dass Eifersucht, „Raufereien“ und „Sich-Ärgern“ unter Geschwistern eben normal seien.

Seinetwegen hätte ich als Kind fast mein Augenlicht verloren, dagegen mutet die gebrochene Nase fast harmlos an. Als die Nase noch von seinem Kopfstoß in mein Gesicht gebrochen war, hat er mir wenige Tage darauf erneut draufgehauen, so dass ich Sorge hatte, dass die Nase nun wirklich schief sei und doch noch gerichtet werden müsste – seit dem Kopfstoß bekam ich eh schlecht Luft durch die Nase und fand sie im Gegensatz zu dem Arzt, der sich rein nach dem Röntgenbild gerichtet hatte, optisch auf dem Nasensteg leicht schief und etwas breiter, als vorher; er fand das alles lustig und ich solle mich gefälligst nicht so anstellen. Ich fühlte mich noch sehr lange durch diese Sache etwas entstellt, wobei ich mit dem etwas schiefen Nasensteg inzwischen Frieden gemacht habe, aber davor sah meine Nase nicht so aus und gefiel mir. Wirklich schlimm waren aber andere Dinge, vor allem das absichtlich-planvolle Handeln auf seiner Seite dabei, und das penetrante Untergraben meines Selbstwertgefühls und Selbstvertrauens von seiner Seite aus – das konnten auch meine Eltern bereits nicht mehr auffangen, als ich klein war, und von vielem wissen sie gar nicht.

Mein Bruder mag evtl. psychiatrisch betrachtet noch als normal durchgehen oder Therapeuten zumindest mit seinem ihm trotz seiner Empathieschwächen eigenen Charme blenden, aber ich persönlich finde seine Persönlichkeit nicht normal im Sinne von „psychisch gesund“.

Paradoxerweise gab es auch fast komplizenhaft anmutende, an sich durchaus interessante gemeinsame Aktionen, auch wenn die fast immer einen Haken oder andere negative Konsequenzen hatten, teils auch illegal waren. Oft hat er mich dabei auch entweder später vor anderen gelinkt oder schlichtweg mit seinen endlosen egozentrischen Monologen totgequatscht, so dass ich es alsbald bereut habe.

Heutzutage finde ich ihn nur noch anstrengend, vor allem seine Versuche, mich wieder einseitig als „Nutzobjekt“ für seine Bedürfnisse verfügbar zu machen; Manipulation von Mitmenschen beherrscht er fließend, nur habe ich zu lange mit ihm zusammengelebt als Kind und später, um darauf noch hereinzufallen.

Immerhin hat er vor Jahren schon auch unseren Eltern gegenüber gelegentlich fast sämtliche Masken fallen lassen, so dass diese nach dem ersten Schock inzwischen relativ gefasst sind und nicht auf dieses Spiel reinfallen. Trotzdem ist das natürlich für Eltern nicht leicht, zumal er zu ihnen auch oft arschig und übergriffig gewesen ist; wie er sie wiederholt verbal beleidigt hat, ist nicht zitierfähig.

Mein Streßpegel ist vor Zusammenkünften wie zu Weihnachten bereits jetzt höher, auch wenn ich das verdränge, dass ich ihn die Feiertage ertragen muss. Dazu kommt, dass ich es generell hasse, meinen freien Tagesablauf dem meiner Familie zu unterwerfen. Das klingt sicher schlimmer, als es ist, weil meine Eltern an sich recht entspannt sind, nur für mich ist das schon spürbar freiheitsraubend und nimmt den Erholungseffekt des Urlaubs, der dafür draufgeht. Dazu noch mein unberechenbarer Bruder. Für mich ist er auf emotionaler Ebene ein Fremder. Am liebsten hätte ich gar keinen Kontakt.

p.s.
Irgendwie scheinen Misshandlungen unter Geschwistern generell kaum thematisiert zu werden. Und wenn, dann wird es unter den an sich auch durchaus normalen Geschwisterstreitigkeiten verortet oder die Schuld wird bei den Eltern gesucht, die angeblich ein Kind bevorzugen würden, was aber wiederum an Konstellationen wie der zwischen meinem Bruder und mir vorbeigeht. Kann auch sein, dass man sowas gar nicht explizit thematisieren muss, nur werden die Lehrbuchbeispiele von misshandelnden Eltern, übergriffigen Nachbarn etc. dem einfach nicht gerecht; unter Geschwistern ist es eben in meinen Augen nochmal anders.

Dysfunktionaler Körper und Kommunikationsprobleme

Mein ft3-Wert und mein Stoffwechsel waren schon mal deutlich besser, im Moment sind beide gefühlt niedrig und die letzte Messung im Oktober hat einen niedrig-normalen ft3-Wert bestätigt.

Allerdings war gleichzeitig der ft4-Wert im oberen Normalbereich, bei zu niedrigem TSH, weshalb ich dem Rat meines Hausarztes gefolgt bin und seitdem nur noch 88 Mikrogramm Euthyrox nehme, statt wie zuvor 100 Mikrogramm.
Anfang dieses Jahres hatte ich noch 75 Mikrogramm Eferox eingenommen, aufgrund von Beschwerden aber in Absprache mit dem Arzt auf 100 Mikrogramm Euthyrox gesteigert; mein Körper ist an sich recht unempfindlich bzgl. Steigerungen. Warum ich Euthyrox anstelle von Eferox bekommen habe, weiß ich nicht, vermutlich aufgrund von geänderten Rabattverträgen meiner Krankenkasse.

Da sich der Körper wohl bei einem hohen ft4-Wert gegen eine drohende Überfunktion zu schützen versucht, vereinfacht ausgedrückt, wird aus ft4/T4 mehr rt3 anstelle von T3 gebildet. rt3 wiederum konkurriert mit T3 um die Andockstellen in den Zellen. Die Folge ist, dass der ft3 Wert fällt bzw. niedrig ist und es zu Unterfunktionssymptomen kommt.

Das scheint wohl auch bei mir vorzuliegen und leuchtet mir soweit ein, deshalb bin ich bzgl. der Dosisreduzierung auch kooperativ.

Was mich aber stört ist, dass ich weiterhin Unterfunktionssymptome habe, die sich eben auch auf das Gewicht auswirken; störend ist auch die Antriebslosigkeit, das ständige Frieren trotz ausreichend Essen usw. und die Schlafprobleme => in meiner Freizeit schlafe ich wieder 12h+ und werde ums Verrecken nicht wach, wie in besten Unterfunktionszeiten.
Andererseits ging es mir ohne Tabletten früher schlechter, deshalb möchte ich nicht undankbar sein.

Wenn ich es mir frei aussuchen könnte, würde ich ein Kombipräparat aus T4 und T3 testen wollen, weil ich aufgrund der Beschwerden den Verdacht habe, dass mein Körper von sich aus einfach – relativ für meinen Körper betrachtet – zu wenig ft3 bildet, auch wenn der Wert gerade noch in der Norm des Labors liegt.

Problem: Mein Hausarzt ist der Ansicht, dass ich alles in allem gut eingestellt sei (von einer Umwandlungsstörung von T4 zu T3 geht er eh nicht aus, dafür sprach in den Jahren zuvor auch nichts), und ich neige irgendwie bei jedem Besuch dazu, deutlich fitter und munterer zu wirken, als ich bin bzw. mich auf die positiven Aspekte zu konzentrieren, als die Sachen anzusprechen, die gemäß meines Körpergefühls nicht ok sind, weil ich mir dabei immer sehr dumm & wehleidig vorkomme und nicht wieder anschließend dafür belächelt werden möchte, auch wenn das von Seiten des Arztes nicht böse gemeint ist. So lief es auch im Oktober.

Ehrlich gesagt weiß ich bislang nicht, wie ich ihm meinen Wunsch, zumindest versuchsweise zu einem Kombipräparat wechseln zu wollen, am geschicktesten unterbreite.
Da im neuen Quartal 2020 ohnehin nochmal die aktuellen Blutwerte erhoben werden (also eben der TSH-Wert alleine, wohl aus Budgetgründen), werde ich ft3 und ft4 erneut selbst bezahlen und schauen, wie die Werte konkret sind. Paradoxerweise wäre es für mein Vorhaben gut, wenn ft3 möglichst zu niedrig ist, weil noch normgerechte, niedrige Werte zwar auch Beschwerden auslösen können, aber für Ärzte eben normgerecht und damit gesund sind.

Speziell bei meinem Hausarzt kommt hinzu, dass er erst mein Hausarzt geworden ist, weil meiner Mutter/meinen Eltern meine damalige Essstörung nicht unverborgen geblieben war. Einerseits rechne ich ihm insbesondere aus der Zeit vieles hoch an, was in Kliniken ganz anders (und für mich schlimm) gelaufen wäre; wäre ich in einer Klinik behandelt worden, wäre ich sicher immer noch essgestört; anderes kann ich dagegen nicht vergessen und bin da wohl recht nachtragend bzw. streng.

Kurz gesagt gibt es viel, das für ihn als Arzt spricht, auch menschlich, andererseits bin ich zugegeben skeptisch bzgl. seiner Kompetenz in punkto Schilddrüse; das liegt auch daran, dass ich mir noch vor wenigen Jahren anhören durfte, dass diese und jene Beschwerden nicht an der Schilddrüse liegen könnten. Komischerweise sind diese Beschwerden aber mit der Behandlung der Schilddrüse verschwunden.

Das alles – nicht nur seine Kommentare – hat eben auch dazu beigetragen, dass ich irgendwann in meiner Selbstwahrnehmung völlig verunsichert war und mich bis heute bei Beschwerden, egal wie deutlich, unwillkürlich frage, ob ich mir die nicht bloß einbilde. Letztes Jahr hätte mich das nach Meinung der Chirurgen im Krankenhaus fast mein Leben gekostet und hat mir eine Not-OP eingebracht. => Das wäre es gewesen; manchmal denke ich, dass ich damals einfach hätte liegenbleiben sollen, dann hätte ich es hinter mir gehabt und müsste mich nicht mehr mit dem Leben rumschlagen. Andererseits haben die Ärzte vermutlich übertrieben … So schlimm kam es mir nicht vor.

Hinsichtlich der Kommunikation mit meinem Hausarzt kommt weiter hinzu, dass ich schon damals, als ich aufgrund von Gewichtszunahme und relativ normalen Essens fälschlicherweise als geheilt galt, für meine Familie und Arzt, es irgendwie nicht über’s Herz gebracht habe, ihnen die Wahrheit zu sagen, nämlich dass ich nach wie vor essgestört und von meinem Befinden her schlechter dran war, als vorher.
Zum einen wollte ich sie nicht enttäuschen, zum anderen wäre ich dann wieder kontrolliert worden – es hätten sich wieder Mitmenschen in Privatbereiche meines Lebens eingemischt, die sie imho nichts angingen, weder damals, noch aktuell.
Wenn es eines gibt, das ich zutiefst verabscheue und unerträglich finde, dann ist das Fremdbestimmung auf dem ureigensten Terrain. Egal durch wen und aus welchem Zweck. Gut gemeint kommt in der Hinsicht gleich nach schlecht gemacht.

Mein Hausarzt wiederum fand meine Blutwerte damals am Ende gut, die kleine Schilddrüse mit dem – nach heutigen Erkenntnissen – viel zu hohen TSH nicht weiter erwähnenswert, gleiches galt bzgl. des zuvor während der offiziellen Akutphase der Essstörung zu niedrigen ft3, da man auch bei einer Essstörung einen (zu) niedrigen ft3-Wert haben kann (funktioniert ebenfalls über die Mehrbildung von rt3).

So ist meine Autoimmunerkrankung mit der dadurch primär ausgelösten Schilddrüsenfehlfunktion dann über 10 Jahre unendeckt geblieben … bis sie mein Hausarzt anlässlich einer banalen Routine-OP zufällig festgestellt hat. Meine Werte waren „glücklicherweise“ mal pünktlich zur Blutentnahme auch für dessen Labor zu schlecht und ich gehöre zu denen, deren Antikörperwerte zu hoch sind.
(Es gibt noch die armen Schweine, die zwar Hashimoto haben, aber deren Antikörperwerte nicht erhöht sind, weshalb ihnen die meisten Ärzte nicht glauben bzw. deren Beschwerden für psychisch bedingt halten. … War bei mir auch so, zum Teil, bzw. wird man damit eben von vielen Ärzten nicht ernstgenommen, wenn man sich über Unterfunktionssymptome beklagt. Das liegt fairerweise gesagt auch daran, dass die Beschwerden größtenteils recht unspezifisch sind, auch denen von psychischen Erkrankungen ähneln wie z. B. denen einer Depression und andererseits Ärzte in der Hinsicht schlecht ausgebildet werden.)

Erschwerend in punkto „Kommunikation mit meinem Hausarzt“ kommt hinzu, dass das gesamte Thema Körpergewicht ein Bereich ist, den ich ihm gegenüber eben aufgrund seiner Kenntnis von meiner ehemaligen Magersucht nie thematisiere; ich argwöhne einfach, dass er mich dann wieder für essgestört hält bzw. meine Beschwerden als „essgestörte Denke/Wahrnehmung“, also als (krankhaft) eingebildet, einordnet, wenn ich ihm von meinen Problemen mit den wieder zunehmenden Wassereinlagerungen, dem verquollenen Gesicht bzw. Augenlidern morgens, den schweren, durch das Wasser wabbeligen (an sich aber im Normalzustand straff-muskulösen) Beinen und der für mich anhand meines Essens nicht erklärlichen Gewichtszunahme dieses Jahr erzähle.

Zumal ich – das will ich nicht leugnen – auch mit der Zunahme noch sehr schlank bin, auch weil mein Körperfettanteil niedrig ist und ich von Natur aus relativ „drahtig-zierlich“ gebaut bin.

Das erhöht bei mir aber eher die Hemmungen, über das Thema überhaupt mit anderen zu sprechen, denn als schlanker Mensch hat man in den Augen vieler Menschen bei einer derartigen Gewichtszunahem eh bloß ein absolutes Luxusproblem und kein Recht, sich darüber zu beschweren; manche sind auch schadenfroh. Und aus ärztlicher Sicht muss man eh erstmal im zweistelligen Bereich zunehmen oder übergewichtig sein, damit solche Gewichtszunahmen als pathologisch ernstgenommen werden, so mein persönlicher Eindruck.

Mir ist auch bewusst, dass für viele Menschen eine Gewichtszunahme von 3-4 kg irrelevant ist, egal wie wenig diese durch das Essen erklärbar ist oder nicht. Ich habe diese Zunahme aber, obwohl ich mich essenstechnisch insgesamt einschränke; eigentlich müsste ich abnehmen oder zumindest nicht zunehmen. Und da wären wir wieder beim ft3-Wert und den weiteren Unterfunktionssymptomen, die ich neben dieser Gewichts- und Wassereinlagerungssache habe … .

Ich will auch gar nicht ausschließen, dass es bei mir aktuell auch eine Mischung aus mäßig bis schlecht eingestellter Schilddrüse, generell Stress und Beschwerden durch die Histaminintoleranz sein könnte, aber ich weiß, dass mein Körper Anfang dieses Jahres sehr viel besser funktioniert hat und eben normal auf viel/mittelmäßig/wenig-Essen reagiert hat vom Gewicht her. Wassereinlagerungen waren da auch normal, wenn ich mal salziger gegessen habe, und sind nicht chronisch gewesen bzw. so, dass der Körper die kaum mehr hergibt. Außerdem hatte ich da die anderen Unterfunktionsbeschwerden nicht, die eben auch die Lebensqualität und das Leistungsvermögen deutlich mindern. Ich komme abseits der Arbeit zu fast gar nichts und muss mich selbst für die einfachsten Tätigkeiten erst über Stunden aufraffen und dem Drang widerstehen, gar nicht mehr aufzustehen.
Das alles hatte ich (naiverweise?) gehofft, endgültig hinter mir gelassen zu haben, nachdem ich mal gut eingestellt war mit der Schilddrüse und plötzlich so viel Motivation und Energie im Alltag hatte. Jetzt herrscht (wieder) Antriebslosigkeit und gleichzeitig diese fatale gefühlte Indifferenz dem allen gegenüber, die ab und zu durch ein „luzides Intervall“ durchbrochen wird.

Dass meine Beschwerden an den (neuen) Hilfsstoffen in Euthyrox liegen (die in Eferox nicht enthalten waren), bezweifle ich. Mir ist zumindest nicht bekannt, dass ich auf diese Hilfsstoffe reagieren würde und die Dosis sollte ja sehr gering sein pro Tablette. Selbst bei täglicher Einnahme sollte es insofern keine Probleme geben.