Die Wirklichkeit ist meistens nicht so schlimm, wie das eigene Kopfkino meint

… außer eine menschenfressende Riesenspinne nähert sich.^^

Meistens ist es aber so, wie mein erster Arbeitstag am Dienstag:

Zu sagen, dass ich mich unwohl gefühlt habe, als ich zur Arbeit gefahren bin, wäre untertrieben gewesen. Andererseits bin ich jemand, der sich bereits als Kind um alles Mögliche und Unmögliche den Kopf zerbrochen und dadurch unnötig irgendwelche Angstszenarien erschaffen hat, von denen in der Realität kein einziges Szenario je so schlimm eingetreten ist, wie ich es mir vorgestellt hatte. Hätten meine Eltern geahnt, was ich alles mitbekommen und über was ich mir alles Gedanken gemacht habe, wären sie wohl ihrerseits beunruhigt gewesen. Sensibel zu sein ist imho für’n Arsch.

Bevor ich weiter ablenke zurück zu meinem Arbeitstag:
Nach dem Betreten der Kanzlei registrierte ich, dass im besten Sinn alles wie immer zu sein schien; später sollte ich feststellen, dass die generelle „Laune“ sowohl der Angestellten, als auch der Chefs sogar etwas besser als sonst war; die Leute wirkten deutlich entspannter. Vermutlich lag es an dem guten Wetter und dem langen Wochenende vorher.

Unbehelligt konnte ich mein Büro betreten, nachdem ich routinemäßig im Vorbeigehen an den anderen Büros die üblichen Grußworte samt Lächeln und passender Stimmlage abgespult hatte. Dass mich niemand aufgehalten hatte, war schon mal ein gutes Zeichen.

Ich habe es eigentlich nicht so mit Sozialkram und all den dortigen ungeschriebenen, für mich bis heute teils etwas mysteriösen bis verwirrenden Regeln, die für andere Menschen kein Problem zu sein scheinen. Solche Routinen wie dieses „Begrüßungsritual“ finde ich daher gar nicht schlecht.
Ich hoffe nur, dass ich nie beim Einkaufen oder so auf meine Kollegen treffe, denn dann könnte es sein, dass ich sie ansehe aber ggf. gar nicht als Kollegen erkenne und betriebsblind an ihnen vorbeilaufe, weil ich sie nicht im Supermarkt erwartet hätte und der ein oder andere Kollege für mich nicht soo leicht wiederzuerkennen wäre in anderer Kleidung etc..

Früher in der Schule oder auch im Studium ist mir das tatsächlich das ein oder andere Mal passiert, was das Gegenüber bestenfalls nur sehr irritiert, schlechtestenfalls verstimmt. Eine langjährige alles andere als unauffällige Freundin hatte sich in der Schule mal die Haare von dunkelbraun auf blond gefärbt. Wie soll ich sagen – ich habe ihr direkt ins Gesicht gesehen, mich gewundert, warum diese vermeintliche 6.-Klässlerin so groß ist und bin unmittelbar an ihr vorbeigegangen, grußlos. … Joa, sie hat es immerhin mit Fassung getragen. Ähnlich auch meine Kumpels später, wenn ich Anstalten gemacht hatte in größeren Menschenmengen wie der Mensa an ihnen vorbeizulaufen, obwohl ich wußte, dass sie irgendwo dort sind. Aus der Nähe habe ich sie immerhin dann doch erkannt (aus der Ferne allerdings nicht bzw. war ich mir nicht sicher – wenn ich sie überhaupt wahrgenommen habe).
Zum Glück sind mir in meiner Freizeit bislang keine Mandanten über den Weg gelaufen; dass fehlte mir noch. …
Den einen Vereinskollegen vom Kampfsport habe ich immerhin im Supermarkt gerade noch rechtzeitig wiedererkannt und das erlernte Sozialskript „Begrüßung 02“ abspulen können. *stolzaufmichbin*

Vielleicht schreibe ich irgendwann einmal einen Blogbeitrag über all die Sachen, die u.a. meine Eltern halb-ernst an leichten Autismus bei mir haben denken lassen. (Mein Bruder war in die Richtung auch auffällig, aber ist so wie ich nie getestet worden; früher war das auch einfach nicht so bekannt wie heuzutage). Als Kind war ich da aber deutlich auffälliger als später. Man lernt ja sehr viel durch Beobachten und Imitieren. Außerdem kann man sich vieles über den Verstand erschließen und durch Übung etc. den eigenen Tarnmodus optimieren.
Ich würde nicht so weit gehen zu behaupten, dass meine Mimikry nicht löchrig wäre, aber sie reicht, um allermeistens als normal durchzugehen und selbst Momente, in denen sie versagt, noch drehen zu können, so dass ich lediglich als etwas eigen rüberkomme, z.B. wenn ich vergesse, bei meiner Mimik schauspielerisch nachzuhelfen.
Keine Ahnung, ob man mir als Kind Asperger Autismus o.Ä. diagnostiziert hätte und ob das überhaupt zutreffend gewesen wäre – ich kann es nicht beurteilen, zumal es fast wieder normal ist, sich gerade als Kind etc. als andersartig zu fühlen und all der Rest – aber heutzutage bin ich zum Glück ausreichend sozialkompetent geworden und habe mich genügend angepasst/geändert, um definitiv nicht als Autist diagnostiziert zu werden. Außerdem könnte ich ja auch einfach nur recht introvertiert usw. oder schlicht anderweitig bekloppt sein.

So, zurück ins Büro (sorry fürs Abschweifen):
Beim Anblick meines Schreibtisches war ich sehr positiv überrascht, denn dieser war sogar deutlich leerer, als ich ihn verlassen hatte. Mein einer Chef hatte zwei Akten kurzerhand selbst erledigt und mir so Arbeit abgenommen. Außerdem konnte ich beruhigt feststellen, dass sowohl auf die ReNos, als auch auf meinen einen Chef als Urlaubsvertretung Verlass ist. Es ist nicht so, dass ich ihnen das nicht zugetraut hätte, nur ist mir bei sowas nie ganz wohl, bis ich sehe, dass es funktioniert. Die noch zu bearbeitenden Neueingänge waren überschaubar; zum Teil waren dort auch Sachen bei, auf die ich schon gewartet hatte.

Ein Blick in den virtuellen Kalender meines anderen Chefs verriet mir, dass dieser bis Nachmittags noch wegen eines Gerichtstermins außer Haus sein würde. Die bevorstehende Begegnung mit ihm und der Umstand, dass er zuletzt ziemlich angesäuert war, wegen einer Sache, für die ich teilweise etwas kann, waren der Hauptgrund, warum ich mich sowohl an meinem ersten Urlaubstag, als auch am Pfingswochenende nicht wohl gefühlt und ein schlechtes Gewissen gehabt hatte. Dass er darauf zurückkommen würde, war sicher, aber scharf darauf war ich nicht.

So war es vielleicht ganz gut, dass er just gegen Mittag auftauchte, als ich noch gar nicht mit ihm gerechnet hatte und durch die Arbeit gut von meiner Sorge abgelenkt war. Zu meiner großen Erleichterung war er gar nicht so angefressen wie befürchtet, sondern sogar recht gut gelaunt. Nach dem üblichen Small Talk kam er dann auch wie es seine Art ist direkt auf die Sache zu sprechen und ließ durchblicken, dass er darüber noch einmal mit mir reden müsse und nicht zufrieden damit sei, wie die Sache gelaufen ist (Anmerkung: Es ging dabei mehr um den internen Ablauf). Erstaunlich entspannt meinte er noch, dass ich aber erst einmal wieder ankommen solle und wir die Tage darüber reden würden.

Es sollte aber doch schneller gehen, was gut war, da ich das nun nicht mehr die Woche über weiter mit mir rumschleppen muss. Nachmittags klingelte er bei mir durch, fragte (mehr der Form halber), ob ich gerade Zeit hätte, und so stand ich kurz darauf in seinem Büro.
Meiner Persönlichkeit kommt sehr entgegen, dass er irgendwie das Talent hat, seine Kritik einerseits stets so zu verpacken, dass deutlich wird, dass er das so nicht haben will, und wie er es sich wünscht, ggf. sagt er auch so wie am Dienstag, dass er angefressen war und warum (gut, dass ich ihm nicht vorletzten Montag über den Weg gelaufen bin^^) – wie er selbst einräumt, ist er auch perfektionistisch und anspruchsvoll sowie manchmal ein klein wenig „launisch“, wenn er seine Erwartungen nicht 1:1 umgesetzt sieht – aber er gestaltet derlei Gespräche zugleich so, dass das Gespräch im Ergebnis konstruktiv ist, sich gar nicht sooo sehr wie ein „Kritikgespräch“ anfühlt und „ein gutes Miteinander“ bewahrt bleibt.

Auch wenn ich solche Gespräche nie mögen werde, hat dieses Gespräch letztlich sogar das gegenseitige Verständnis gefördert und ich habe nun bzgl. der künftigen Handhabung ein wichtiges Fragezeichen weniger im Kopf.

Selbstverständlich bleiben für mein (über-)selbstkritisches Ich noch genügend andere Sachen, wegen der ich mir auch weiterhin im Grunde täglich vorsorglich Sorgen machen und Angstszenarien entwerfen werde, um „vorbereitet“ zu sein und nicht eiskalt erwischt zu werden (wird man im Zweifel trotzdem, nur anders, als erwartet). Sonst wäre das Leben ja auch viel zu stressfrei und angenehm.

Omnimar

Beim ersten Mal Reinhören haben mich die beiden Lieder von Omnimar nicht angesprochen, obwohl ich z.B. den Song „Assassin’s Creed“ sehr mag. Nachdem ich später erneut über diese beiden Lieder gestolpert bin, musste ich meine Meinung revidieren.

(Ätzend finde ich nur, dass gefühlt seit Corona viel mehr Werbung bei youtube ist.)

… oder auch nicht

Falls das ein wahrer fall sein sollte, was ich etwas bezweifle: Von mir hätte der Student die volle Punktzahl bekommen. ^^

Der Geburtstag und die Zeit bei meinen Eltern waren ganz ok, wäre der Zeitpunkt nicht so ungünstig für mich gewesen. Nachdem ich bei meiner Familie fast drei Tage nach einem für mich eher schlechten Essensrhythmus essen musste, noch dazu diverse Sachen, die ich just derzeit nicht hätte essen wollen, war mein eigener Essensrhythmus sowie mein eigenes Hunger-Satt-Gefühl schlicht erodiert. Dazu kam ein äußerst schlechtes Körpergefühl, ein bisschen wie ein Marshmallow; leider kann man seinen Körper nicht wie ein Kleidungsstück einfach ausziehen. Bevor ich zu meiner Familie gefahren war, ist mein Körpergefühl bereits mäßig gewesen, war aber gerade auf dem Weg der Besserung.

Damit es überhaupt etwas besser werden konnte, brauchte es eine gewisse Disziplin und Selbstbeherrschung, auch um die Antriebslosigkeit und das Gefühl unendlicher Sinnlosigkeit zu überwinden. Das ist mir überhaupt nicht leicht gefallen.
Als ich am Samstagabend wiedergekommen bin und festgestellt habe, dass alles für die Katz‘ gewesen und mein Körpergefühl so mies wie schon lange nicht mehr ist und ich noch dazu bald wieder zur Arbeit gehen muss (wo mich evtl. ein immer noch angefressener Chef erwartet) mag das wohl in der Summe der Grund gewesen sein, warum die Zeit bis heute sehr destruktiv verlaufen ist.

Anstatt es mit wenig und gesunder + histaminarmer Ernährung sowie Sport zu versuchen, habe ich so ziemlich das Gegenteil davon getan und mich zusätzlich mehrfach übergeben. Seitdem sind die Wassereinlagerungen, die mein Körper vorher schon hatte, natürlich nicht besser geworden. Außerdem ist seit Sonntagmorgen mein linkes oberes Augenlid gerötet, schmerzt minimal und ist deutlich geschwollen. Außer der Rötung kann ich kein Anzeichen für eine Entzündung entdecken; es wird irgendwie Wasser im Gewebe sein, mehr als ich sonst regelmäßig habe, wenn ich mich nicht histaminarm oder salzig ernähre oder meine Schilddrüsenwerte absinken. Ich freue mich schon total auf morgen; irgendwie habe ich es bis jetzt fast immer geschafft, nach meinem Urlaub fertiger auszusehen, als vorher.

Dass mit dem Körper wird sich wohl wieder einrenken, wenn ich mich die nächsten Tage vernünftig ernähre und eher wenig esse, vor allem nichts histaminhaltiges, und wieder regelmäßig Sport mache. Brennesseltee und Kaliumtabletten habe ich zwar auch genommen, aber ich bin mir unschlüssig, ob das in meinen Fall bzgl. der Wassereinlagerungen hilft. Nur bleiben können die Wassereinlagerungen schon deshalb nicht, weil sie mir in den Beinen spätestens abends schmerzen und weil ich mit ihnen immer phlegmatischer werde und fast jedes Gefühl für mich verliere.

Na ja, egal. De facto bin ich ja selbst schuld und immerhin sind die Familienfeiern und Feiertage damit soweit erst einmal abgeschlossen.

Außerdem habe ich es wenigstens geschafft, mich bei meinen Freunden zu melden und mich für einen Monitor zu entscheiden, der mir sehr gut gefällt. Für privat eher phlegmatisch-antriebsschwache und entscheidungsunfreudige Menschen wie mich ist das eine gewisse Leistung. *duckundweg*

Geht doch …

Nachdem ich schon wieder davon geträumt hatte, dass ich unbedingt noch das Paket zur Post bringen muss, habe ich es tatsächlich gegen 11 Uhr aus dem Bett geschafft, mich um Haushaltskram gekümmert und irgendwann gegen 14 Uhr zu Mittag gegessen.
Das Gericht ist denkbar einfach: Man nehme eine Tiefkühl-Mischung asiatischer Gemüsesorten, Reis, frischen Pak Choi und Hähnchenfleisch, das zuerst in Mehl gewälzt und dann gebraten wird. Als Sauce reicht die fertige Süß-Sauer-Sauce eines namhaften Produzenten, zu der ich immer etwas Wildpreiselbeergelee gebe. Dazu gab es Brennesseltee, weil ich was anderes als zuckerfreie Cola trinken und zudem gerne wieder normale Augenlider haben wollte.

Anschließend habe ich mir einen Spieletest zu dem Spiel Maneater angeschaut. Leider ist die Umsetzung der an sich interessanten Spieleidee sehr enttäuschend ausgefallen und die Grafik ist verdammt mies. Dabei hätte es so viel Spaß machen können, als weißer Hai durch die Gewässer zu schwimmen und an Traumstränden Menschen zu massakrieren.

Hoffentlich erfüllen wenigstens Vampire – Bloodlines 2 und Cyberpunk 2077 die Erwartungen; in beide Spiele setze ich große Hoffnungen.

Außerdem möchte ich mich bis dahin wieder mehr Battlefield 5, Star Wars Battlefront 2, Dead By Daylight, Titanfall 2 und Rainbow Six Siege zuwenden. Diese Spiele haben mir jeweils große Freude bereitet als ich sie noch regelmäßig gezockt habe. Allerdings machen sie mir weniger Spaß, wenn ich sie nur mal kurz anspiele und lediglich feststellen muss, dass meine Skills auch mal deutlich besser waren und ich keine Zeit habe, mir all die zig Spielefortschritte zu erspielen.

Immerhin profitiere ich bei Titanfall 2 und Dead By Daylight noch von meinen früheren exzessiven Spielphasen; bei den anderen Spielen sieht es dagegen düster aus. Gerade bei den Ego-Shootern habe ich den unguten Eindruck, dass meine Reflexe deutlich abgebaut haben; die ganzen Jugendlichen und Arbeitslosen, die das rund um die Uhr zocken und keine anderen Lebensinteressen haben, sind mir da irgendwie über. Und das, obwohl ich einst mal ziemlich gut bei Ego-Shootern war. Pah, welch‘ Schande! Wahrscheinlich brauche ich inzwischen die Seniorenvariante für Berufstätige … .^^

Als nächstes werde ich mir allerdings erst einmal einen neuen Monitor besorgen; der bisherige hat mir über 6 Jahre gute Dienste geleistet, hat aber inzwischen ausgedient. Ähnliches gilt für mein Motherboard, die CPU und meine Grafikkarte. Außerdem werde ich bei der Gelegenheit meinen über 10 Jahre alten Lian Li-Tower gegen ein neues Gehäuse austauschen, und zwar eines mit Glasfront an der Seite. Gut wäre nicht zuletzt bzgl. der Wärmeentwicklung auch, wenn der Tower etwas größer als der bisherige wäre. (Auf Wasserkühlung mag ich nicht umsteigen.)
Beim Monitor favorisiere ich einen sog. curved-Monitor, also einen etwas gebogenen Bildschirm, der dadurch an die menschliche Sehverarbeitung angepasst ist.
Das alles eilt jedoch nicht so sehr; ich werde das so nach und nach angehen. Als erstes ist der Monitor dran.

Aus lauter Übermut bin ich heute später noch mit dem Fahrrad zur Post gefahren und habe endlich das Paket aufgegeben, damit ich wieder von anderen Sachen träumen kann. Die Sonne war schön und selbst das Fahrradfahren war angenehm. Gestört haben wie immer nur meine Mitmenschen, wobei auch die fairerweise betrachtet noch relativ gesittet waren.

Dank eines halben Liters Energy Drink fühle ich mich nicht nur insgesamt deutlich besser, sondern auch bereit, noch etwas im Wald spazierenzugehen. Es gibt kaum etwas Schönes, als das Licht bei Sonnenauf- bzw. -untergang; das hat so eine eigene Stimmung – ähnlich wie Sommergewitter, die ich sehr mag.

Urlaubschaos

Endlich eine Woche Urlaub. Gute Vorsätze hatte ich in weiser Selbsterkenntnis erst gar nicht gemacht, denn ich hätte sie eh allesamt binnen kürzester Zeit gebrochen.

Den Einstieg in den Urlaub habe ich Freitagabend typischerweise damit begonnen, dass ich die Nacht mit Red Dead Redemption online durchgezockt und anschließend bis Samstagnachmittags geschlafen und alles Mögliche geträumt habe.

Es mag ein gewisser unvernüftiger Trotz dabei gewesen sein, weil mich in meinem offiziellen normalen Leben insbesondere beruflich das ein oder andere gestört hatte; zu allem Überfluss durfte ich mich an meinem letzten Arbeitstag noch unverdient mit der Zickigkeit meines einen Chefs rumschlagen, weshalb ich mich total auf meinen ersten Arbeitstag nächste Woche freue. Nützt zwar nichts, aber jedenfalls konnte mich mein bürgerliches Leben vorübergehend mal, wofür ich prompt die Quittung bekam – verdient.

An mein Wochenende habe ich darum auch ohne Alkohol oder anderen Drogen kaum Erinnerungen, außer dass ich die Nacht zum Tag gemacht und reichlich chaotisch gelebt habe. Das hat sich auch auf mein Essverhalten erstreckt; dass ich mich je am Sonntag und am Montag einmal übergeben habe, hat da auch nichts besser gemacht. Ich könnte nicht einmal sagen, wo da eigentlich der Sinn gelegen haben sollte. Zumal meine anderen Mahlzeiten nicht besser waren, auch sehr histaminhaltig, ohne dass ich sie erbrochen hätte. Man erkennt also die Unlogik.

Dank zu viel falschem Essen (zu salzig, zu zuckerhaltig etc.), Erbrechen, meiner Histaminintoleranz, Essen ohne Hunger, kaum Bewegung und einer maximal günstigen Zyklusphase habe ich es geschafft mir ein Donnerstag noch recht gutes Körpergefühl sowie konstruktive Tagesstrukturen binnen kürzester Zeit zu ruinieren.

Nun bleiben mir zwei Tage, in denen ich den Schaden so gut wie möglich beheben kann (oder auch nicht), bevor ich anlässlich eines Geburtstages meine Familie „besuchen darf“. Zu meiner großen Freude hat sich auch kurzfristig mein Bruder angekündigt; immer wenn man denkt, es könnte nicht schlimmer kommen … .

Dort kann ich Sport und alles andere, das bei mir einem guten Körpergefühl zuträglich wäre, vergessen. Aber wie die letzten Tage gezeigt haben, schaffe ich es im Zweifel auch alleine sehr gut mir Selbiges zu nehmen. Klassischer Fall von selbst schuld. Irgendwie müsste ich diese selbstdestruktiven Impulse in mir mal endgültig loswerden.

Immerhin positiv: Ich habe es endlich mal geschafft die 4. Staffel von The Last Kingdom zu schauen und meinem Stromanbieter bezüglich meines Guthabens zu antworten.

Wenn ich wieder ein besseres Funktionslevel erreicht habe, schaffe ich es möglicherweise sogar, meine Fenster zu putzen und meinen Schreibtisch aufzuräumen. Eigentlich sollte ich auch noch meinen sozialen Kontakten ein Lebenszeichen senden, sonst haben die sich bald erledigt. Das Problem ist nur, dass ich so überhaupt keinen Antrieb in die Richtung habe; wenn ich soziale Kontakte wenigstens vermissen würde, aber das ist so nie der Fall.

Wenn ich es mir frei aussuchen könnte, würde ich am liebsten mindestens einen Monat niemanden sehen oder treffen müssen, sondern vor mich hinvegetieren mich in irgendwelche Fantasywelten oder noch besser gleich ins Bett zum Dauerschlafen verkriechen. Es lebe die Verdrängung.

Aber so funktioniert das Leben nicht und danach hat man nur noch mehr Unannehmlichkeiten, mit denen man sich rumschlagen muss. Daher werde ich es am heutigen Dienstag mal wieder mit einer halbwegs normalen Tagesstruktur und Sport versuchen. … Nicht, dass ich mir das bereits für Montag vorgenommen hatte – wie man lesen kann höchst erfolgreich.

Singende Drachen

Die Lieder von Halsey haben mir schon vorher gut gefallen, aber seitdem ich den Kommentar eines Youtube-Nutzers gelesen habe, dass er sich bei dem Song „Castle“ einen Drachen vorstellt, der das singt, bekomme ich bei Halseys Songs das Bild eines vor sich hin singenden Drachens nicht mehr aus dem Kopf; das passt einfach zu gut.^^

Katzenhai II

Allmählich mache ich mich beruflich, insbesondere vor Gericht. Das habe ich heute ein wenig überrascht im Nachhinein festgestellt.

Der Tag fing mit einem Gerichtstermin gegen 9 Uhr bei meinem Stammgericht an, der mit ca. 90 Minuten zum Glück nicht so lange gedauert hatte, wie befürchtet, da ich pünktlich zu einem weiteren Termin bei einem auswärtigen Gericht aufbrechen musste.

Der andere Termin ging nicht nur wie absehbar über meine Mittagspause, sondern sollte auch bis ca. 15:30 Uhr dauern. Bis ich wieder in meinem Büro angekommen war, war es kurz nach 16 Uhr, trotz freier Straßen. Im Büro konnte ich immerhin noch schnell etwas zuckerfreie Cola trinken, bevor mein einer Chef hereinkam und wissen wollte, wie es so gelaufen ist. Das hat mich fast 15 Minuten gekostet, bis er wieder verschwunden ist, aber immerhin hatte er noch zwei gute Tipps bzgl. des weiteren Procederes und war mit meiner Arbeit zufrieden.

Danach habe ich noch in einer anderen Sache kurz wie versprochen mit dem Mandanten telefoniert und danach die restliche Zeit mit Diktieren verbracht. Außerdem habe ich mich dazu durchgerungen, recht pünktlich Feierabend zu machen, was mir immer etwas schwerfällt, wenn ich so vertieft in die Arbeit bin. Nach Hause gegangen bin ich mit einem zufriedenen Gefühl.

Da meine Mittagspause ausgefallen ist, habe ich bis jetzt ziemlich genau 300 kcal in Form von drei Obstriegeln gegessen.
Der erste Riegel war mein Standardfrühstück auf dem Weg zur Arbeit, da ich morgens noch keinen Hunger & Appetit habe, aber die Zeit bis zur regulären Mittagspause zu lange dauert, um nicht irgendwann zumindest mit knurrendem Magen dazusitzen, was lästig ist (Hunger habe ich dann dagegen nicht so sehr).
Die beiden anderen Obstriegel habe ich während der Fahrt zum 2. Gerichtstermin gegessen.

Eigentlich wollte ich dann nach Feierabend zu Abend essen, aber ich hatte keinen rechten Hunger und null Appetit auf irgendetwas. Inzwischen habe ich diesen angenehmen, etwas körperlosen („tranceähnlichen“) Zustand, in den ich zuverlässig immer reinrutsche, wenn ich einige Stunden (ca. 9 h+) nichts esse und auch davor nicht sonderlich viel gegessen habe. Keine Ahnung, wie ich das gut beschreiben könnte.

Ich werde das noch etwas genießen, etwas zocken oder Musik hören + Lesen und es morgen mal wieder mit Essen versuchen.

Maskerade

Allmählich lerne ich die Vorteile der Maskenpflicht zu schätzen. Gerade beim Einkaufen mag ich die „Teilanonymität“, die einem die Maske verleiht. Fehlt nur noch der Tarnumhang, um es perfekt zu machen.

Einzig bei meinem Stammgericht habe ich die Maske im bislang ersten Termin seit den Umwälzungen infolge der Pandemie nicht benötigt. Demnächst stehen weitere Gerichtstermine an, bei denen das möglicherweise anders gehandhabt werden wird. Auf jeden Fall legen die Gerichte hier sehr viel Wert auf die Einhaltung der Sicherheitsabstände im Gerichtssaal.

Privat habe ich Corona fast vergessen mich an die unsichtbare mögliche Präsenz des Virus‘ vollständig gewöhnt. Mir wird die Idee immer sympathischer, mir den Virus als niedliches Stofftier nach Hause zu holen (=> siehe auch).

Bei meinen guten Vorsätzen in punkto Abschalten und persönliche „Gesundheitsfürsorge“ wie Sport/Bewegung, Sonnenlicht, ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung & Gewichtsreduktion etc. habe ich nur wenig Fortschritte gemacht, wenn überhaupt.

Mein Hauptproblem ist der schlechte Kreislauf aus Müdig- und Antriebslosigkeit direkt nach der Arbeit abends, die sich später verringert, so dass ich dazu neige, meine Abendstunden zu weit auszudehnen „um noch etwas von meiner Freizeit zu haben + abzuschalten“ und letztlich viel zu spät ins Bett gehe. Dadurch steigt wiederum das Erholungsbedürfnis am Folgeabend; idR lande ich mangels Energie und Lust auf garnichts dann erst recht vor dem PC anstatt noch aktiv etwas zu machen, das meine Freizeitqualität erhöhen würde, wie z.B. Sport, Zocken, Netflixen oder Aufräumen. Dadurch gehe ich auch nicht früher ins Bett etc..

Dieser „Teufelskreislauf“ wird durch das lange Ausschlafen an den Samstagen unterbrochen, wodurch zwar der Schlafmangel ausgeglichen wird. Allerdings stehe ich dadurch auch erst entsprechend spät gegen mittags oder später auf und werde noch später müde abends. Im Grunde entfaltet sich mein sonst mehr oder weniger erfolgreich in Schach gehaltener „Eulen“-Tag-Nacht-Rhythmus auf diese Weise erst recht und die Gefahr ist groß, Sonntagabends auch wieder zu spät einzuschlafen. Zynisch ausgedrückt kämpfe ich dadurch praktisch täglich in irgendeiner Form gegen die tickende Zeit und meine Biologie. Es ist auch nicht gerade zufriedenstellend, wenn man sein Wochenende halb verschläft, halb aufgrund von Antriebslosigkeit „verplempert“ und gegen Sonntagabend feststellt, was man eigentlich alles hätte machen wollen (was unter der Woche zeitlich nicht gepasst hat nach der Arbeit).

Ich müsste zunächst im 1. Schritt einerseits pünktlich ins Bett gehen, an jedem Tag, und andererseits irgendwie den Arbeitsstress reduzieren plus besser abschalten anstatt zu grübeln, weil sonst die Regeneration in der Freizeit nicht ausreicht, um die Batterien wieder aufzuladen. Das sind so die Kernpunkte. Gut wäre auch im 2. Schritt der Rest wie Sport und Sonnenlicht wenigstens abends, gesunde Ernährung usw..

Im 3. Schritt würde ich dann wohl auch wieder Motivation zur und Freude an meiner Freizeitgestaltung entwickeln, die ich die meiste Zeit nicht habe. Ironischerweise deprimiert mich das wiederum zusätzlich, obwohl das ja alles im Grunde selbst gemachte und aufrechterhaltende Probleme sind.

Alles wie immer …

nur noch viel schlimmer.^^
Ok, Letzteres ist etwas übertrieben. Meine schlechten Gewohnheiten sind mir weitgehend treu geblieben. Nur Übergeben habe ich mich seit dem einen Mal Ostermontag nicht mehr. Schätze, das hat sich wohl final wieder erledigt.

Mein Umgang mit den üblichen Alltagsstressoren ist gleichwohl nicht viel besser geworden. Meine Hauptstressquelle ist meine Arbeit und all die üblichen Sorgen, die sich darum drehen. Bald werde ich meine Fachanwaltsausbildung beginnen, was objektiv betrachtet gut ist und mir nützt, andererseits meine Freizeit weiter beschneidet, da die Ausbildung neben der Erwerbstätigkeit erfolgt. Das ist ganz wunderbar, da ich ja auch derzeit schon so gut mit meiner Freizeit hinkomme. Auch die Abschlussprüfungen hat man freundlicherweise auf ein Wochenende gelegt. Als prüfungsängstliche Person bin ich äußerst angetan von den nächsten Monaten und kann es kaum erwarten bis zur Prüfung. Immerhin soll das Ganze Procedere bei Weitem nicht so schlimm wie die Examensprüfungen sein; andererseits heißt das im Zweifel nichts.

Auf der Arbeit selbst läuft es äußerlich eigentlich gut; meine Chefs und meine „Kunden“ sind alles in allem zufrieden und ich habe derzeit gehäuft vertrauensvoll zusätzlich ein paar „Sondersachen“ von meinem einen Chef übertragen bekommen, die inhaltlich lehrreich und interessant sind und eine gewisse Zusatzverantwortung bedeuten. Außerdem bestätigt das seine Rückmeldung, dass er mit meiner Arbeit inhaltlich (sehr) zufrieden ist.

Eigentlich soweit alles gut, wäre da nicht der Punkt, dass ich nicht nur gefühlt immer der Zeit hinterherlaufe, privat wie beruflich. Es ist generell erschreckend, wie schnell die Tage, Wochen, Monate, Jahre verfliegen. Das Arbeitspensum ist nicht gerade niedrig; verantwortlich dafür ist zum einen mein Perfektionismus und mein relativ weit gestecktes Aufgabenfeld, das ich größtenteils freiwillig gemäß meiner eigenen Interessen (sowie der meiner Chefs) so „mitgewählt“ habe, weil ich mich u.a. nie endgültig zwischen Zivilrecht und Strafrecht entscheiden konnte.

Insofern bin ich hin- und hergerissen, weil ich genau die Vielfalt meiner Aufgabengebiete sehr mag und mich sogar mit einem ursprünglich vor dem Berufseinstieg verhassten Rechtsgebiet anfreunden konnte => amüsierter O-Ton meines anderen Chefs, der Fachanwalt für ***recht ist und das bei uns betreut:
„Als ich Berufsanfänger war, habe ich auch immer gesagt, ich mache kein ***recht.“

=> Joa, das hatte ich bei meiner Bewerbung auch gesagt. Umgedacht habe ich später, nachdem ich erkannt hatte, dass jenes verschmähte Rechtsgebiet zum einen lukrativ sein kann und zum anderen in vielen Teilbereichen in der Praxis gar nicht so schlimm ist. Was ich nicht auf dem Schirm hatte war, dass es ein Rechtsgebiet mit hohen Fallzahlen ist. Zusammen mit den anderen Rechtsgebieten, in denen ich tätig bin, kommt da einiges zusammen. Mein junger Kollege, Berufsanfänger wie ich, der mit mir angestellt worden ist, hat sich dagegen (unbeabsichtigt) für andere Rechtsgebiete im Zivilrecht entschieden, in denen quantitativ weniger anfällt (qualitativ ist es gleich). Und Strafrecht war auch nicht sein Fall. Insofern ist mein Aufgabengebiet größer und arbeitsträchtiger; dafür bin ich inhaltlich damit an sich (sehr) zufrieden und finde es so angenehm vielseitig – ich würde mit meinem Kollegen nicht tauschen wollen bzgl. der Verteilung, auch wenn ich ihn manchmal um das etwas niedrigere Arbeitspensum beneide.

Letzteres liegt daran, dass ich mich von dem in meinen Bereichen anfallenden Pensum regelmäßig überfordert fühle. Es ist im Grunde immer sehr viel „gleichzeitig“ zu machen und da das natürlich nicht geht, muss man stark priorisieren, die Sachen möglichst effektiv „abarbeiten“ und damit leben lernen, dass vieles erst einmal liegenbleiben muss. Letztlich sortiert und erledigt sich alles irgendwie, aber es erzeugt bei mir permanent Stress und ein schlechtes Gewissen, selbst wenn sich niemand beschwert.
Der Kreislauf schließt sich mit den – zum Glück – immer wiederkehrenden vorübergehenden Lichtblicken, in denen der Arbeitsberg deutlich geschrumpft ist und der Eindruck nachlässt, immer mit der Bearbeitung irgendeiner Sache im Rückstand zu sein.

Ich weiß nicht recht, ob das auf Dauer nennenswert besser wird. Auf der anderen Seite lässt sich mit steigender Routine und Berufserfahrung wiederum viel Zeit sparen, so dass es wirklich besser werden könnte in punkto Zeitknappheit und Stress durch „Arbeitsverdichtung“.

Insgesamt gefällt mir mein Beruf durchaus und es gibt viele Aspekte, in denen ich diesbezüglich (sehr) zufrieden bin. Sorgen bereiten mir wie gesagt die anderen Faktoren, allen voran die Gretchenfrage, ob ich dem Arbeitspensum auf Dauer gewachsen bin (auch physisch-psychisch) und am Ende aus Sicht meiner Chefs genügend Einnahmen generiere … und fast vergessen: Ob ich überhaupt auf Dauer so leben möchte?

Mediale Dauerberieselung

„The mobile has taken control of your mind!“, sagte damals der Vater meiner englischen Austauschpartnerin augenzwinkernd zu deren Freundin, als wir gemeinsam am Mittagstisch saßen. Anstatt zu essen, hing besagte Freundin wie hypnotisiert an ihrem Handy. So wie auch die übrige Zeit.

Inzwischen ist die Medienabhängigkeit längst in Fachkreisen bekannt. Persönlich habe auch ich immer mal phasenweise zu exzessiver Mediennutzung geneigt, auch als Kind schon, allerdings auch in jenen Phasen zum Glück immer knapp unterhalb des Suchtbereiches. Und ich habe Zeit meines Lebens auch fast durchgängig Sport gemacht, wodurch ich zumindest den typischen Bewegungsmangel vermieden habe und mal „an die frische Luft“ gekommen bin.

Wobei ich einräume, dass ich auch heutzutage eigentlich viel zu viel Zeit online verbringe in meiner Freizeit, mich damit allzu bereitwillig von anderen Sachen ablenke und dadurch auch vieles aufschiebe, was ich eigentlich auch noch machen wollte. Das ist alles nicht in einem bedenklichen Rahmen, aber so ein bisschen weniger mediale Dauerberieselung in meiner Freizeit wäre gut.