Kommentare

Ich finde meine Figur und Körperzusammensetzung eigentlich nicht so exotisch, trotzdem gibt es gerade beim Vereinssport immer wieder erstaunte Reaktionen.

Keine Ahnung, ob ich genetisch Glück gehabt habe oder einfach noch die Gnade habe, von meiner früheren sportlichen Vergangenheit aus Kindheit und Jugend zu zehren. Möglicherweise sind viele in meiner Alters- und Geschlechtsklasse auch schlicht derart untrainiert und äh „verfettet“, dass man unter den Blinden gewissermaßen als Einäugiger König ist. Sonderlich trainiert bin ich nämlich für meine Verhältnisse seit Längerem nicht mehr gewesen. Ich fühle mich auch eher unsportlich und „spackig“.

Gleichwohl räume ich ein, dass mein Oberkörper relativ fettfrei ist, egal in welcher Gewichtsklasse. Dort findet man primär sich abzeichnende Knochen und Muskeln, selbst wenn ich lange keinerlei Sport mache. Meine Schwachstelle sind eher die Beine; obwohl die wohlwollend betrachtet auch schlank plus muskulös sind.

Wie viel schwerer die Beine insgesamt in Relation zum Oberkörper sind fällt mir immer bei einer Übung beim Sport auf:
Bei diesen Übungen, bei denen man die Beine gerade gestreckt möglichst flach über den Boden hält, während man auf dem Rücken liegt, rutsche ich immer unerbittlich ins Hohlkreuz, weil das Gewicht der Beine den restlichen Körper mitzieht. Um das zu verhindern, müsste ich mir Gewichte auf den Oberkörper legen.

Zu den Kommentaren:
Vielleicht ist es der Oberkörper, der mir diese Kommentare einbringt; es sind ja teilweise durchaus positiv gemeinte Bemerkungen.

Krass! Du hast für deine Größe echt viel Muskelkraft.

(Nee, habe ich eigentlich nicht; allerdings wundert mich oft, wie wenig Kraft die meisten meiner Geschlechtsgenossinnen haben. Irgendwie erschreckend.)

Sind das Knochen oder Muskeln?

(berechtigte Frage …)

Ihh, bist du knochig!
Du bist ja dünn!

(kommt ausschließlich von anderen Frauen. Von Männern kommen komischerweise immer Komplimente. Ich kann damit nichts anfangen, weil für mich wichtig ist, ob mir mein Körper gefällt. Natürlich sind Komplimente einfacher zu händeln, als die vorherigen Kommentare, die darauf abzielen, dass man ungesund dünn aussähe.)

Du bist viel schwerer, als du aussiehst.

(Das könnte hiermit zu tun haben:)

Du wiegst doch keine 50 kg!

(Ich wiege sogar deutlich mehr. Solche Kommentare höre ich öfter, spätestens dann, wenn man nach seinem konkreten Gewicht gefragt wird. Der Spruch kam übrigens von jemand anderem schon, als ich an die 60 kg gewogen habe. Im Gewichtschätzen sind Menschen echt miserabel.)

Ich hätte nicht gedacht, dass du so viel isst, so wie du aussiehst.

(Tss, und ich habe in Gesellschaft oft Sorge, aus Sicht anderer verdächtig zu wenig zu essen – „so wie ich aussehe“. Das kommt davon, wenn man mal lange im Fokus besorgter Mitmenschen stand in punkto Essensmenge und einem die Bissen tatsächlich in den Mund gezählt wurden.)

Mein Bruder:
Dein Körper sieht aus, als wäre er halbverhungert und hätte dann beschlossen, nur noch Muskeln zu produzieren.

(Ha, schön wär’s! … Hätte ich mal die Fotos noch mit 40 kg …)

Persönlich mag ich sich unter der Haut abzeichnende Knochen und von mir aus könnte mein ganzer Körper herzlich gerne fast nur aus Muskeln, Knochen und etwas braunem Körperfett bestehen. Ich habe es noch nie gemocht, wenn sich der Körper weich anfasst.
Wenngleich ich weiß, dass einige das eher eklig finden. Deshalb fühle ich mich beim Sport je nach Körperkontakt mit anderen unwohl, weil sich das ja für den anderen eklig anfühlen könnte.

Andererseits gefällt mir mein derzeitiges Gewicht absolut nicht, schon gar nicht die Tendenz nach oben im Vergleich zum März 2019 sowie das „unstraffe“ Gefühl durch die Wassereinlagerungen. Das sind gute 3 kg +, die ich zugenommen habe. (Mein Körperfettanteil ist von 12/13% auf ca. 15% gestiegen; ca. 1 kg sind wohl Fettzunahme.)

Selbst wenn ich 1 kg von den +3kg auf Wassereinlagerungen durch die überflüssigste Körperfunktion meines Körpers schiebe, auf die Periode, bleiben 2 kg+.

Außerdem habe ich nie sonderlich zu PMS-Beschwerden geneigt. Wenn ich nach den Wassereinlagerungen gehe, müsste ich 3 von 4 Wochen PMS haben; das kann ja auch nicht sein.

Ich muss mich wohl einfach mehr bewegen und weniger + gesünder essen. Dann friere ich auch weniger. Gerade Zucker bekommt mir eigentlich nicht, was man unter anderem am Hautbild sieht.

Hoffentlich wird es bald deutlich wärmer und länger hell abends. Das Wetter hier ist für Eulen wie mich ähnlich ungünstig wie die normalen Arbeitszeiten.

Nicht schlecht …

war der heutige Tag. Mehr schlafen macht mehr aus, als ich vermutet hätte. Dabei bin ich immer noch an sich zu spät ins Bett gegangen. Das sollte ich zuerst angehen.

Büroarbeit war ganz ok heute. Da ich in einer Karnevalshochburg lebe, ist hier derzeit fast ein bisschen Ferienstimmung; ein Teil der Kollegen besteht aus eingefleischten Karnevalisten – der andere Teil besteht aus Zugezogenen wie mir und fremdelt etwas mit derartigen Bräuchen^^. Morgen gibt es hier den ersten Umzug nachmittags, weshalb wir eher frei haben. Rosenmontag ist ebenfalls frei.

Heute konnte ich auch eine gute Stunde eher Feierabend machen, da ich einen auswärtigen Termin hatte, der gut gelaufen ist, und nach dem es sich nicht mehr gelohnt hätte, zurück ins Büro zu fahren. Das Wetter war auch angenehm mild, fast sommerlich.

Zuhause habe ich an sich unnötig zu viel gegessen (der neue Herd und der Kühlschrank sind super! Endlich mal keine Platzprobleme mehr im Gefrierfach etc.!), aber es ist nicht weiter ausgeartet und übergeben habe ich mich auch nicht; allerdings habe ich heute auch wieder keinen Sport gemacht und Dienstag war ich ja auch nicht beim Training. Bei der Arbeit habe ich mich zwar bzgl. der erwähnten Kritikpunkte etwas verbessern können, mein Umsatz ist aber zu niedrig und ich bin insgesamt mit den (geplanten) Arbeiten nicht soweit gekommen, wie ich wollte. (Ok, es kommen auch täglich immer ungeplante Arbeiten dazwischen, die teils direkt bzw. am schnellsten zeitnah zu erledigen sind, teils zu geplanten Arbeiten für später werden, trotzdem … ). Gewicht liegt so bei ca. 55,6 kg, wobei etwa geschätzt mindestens ein 1kg einfach Wasser ist, das demnächst wieder verschwunden ist. Das Wasser kommt glaube ich primär von überdurchschnittlich vielen Kohlenhydraten und mangelnder Bewegung.
Nichts von alledem ist dramatisch, zufrieden bin ich mit allem insgesamt nicht. Vor allem der Punkt mit dem Umsatz bereitet mir chronische Kopfschmerzen (manchmal nicht nur im übertragenem Sinne).

Andererseits muss ich mich insgesamt mehr in Geduld üben, alles auf einmal zu ändern, gerade beruflich wie privat, wird nicht funktionieren. Im Moment sind meine Energiereserven zudem recht gering. Es hilft aber, abends wirklich pünktlich Feierabend zu machen und mittags nach Möglichkeit an die frische Luft zu gehen bzw. einmal aus dem Büro raus. Ich denke, dass es mit dem Sport auch wieder besser und regelmäßiger wird, wenn ich energiemäßig wieder mehr im grünen Bereich bin. Auch mit dem Essen und Abnehmen wird es vermutlich besser laufen, wenn sich mein innerer Stresspegel reduziert.

Heute Abend habe ich immerhin seit Langem wieder Lust gehabt, etwas zu zocken (Red Dead Redemption 2). Das Zocken am Wochenende war zwar auch gut, aber eher wegen der Gesamtkonstellation und weil wir in der (guten) Konstellation seit mindestens 1 1/2 Jahren nicht mehr gezockt haben; auf Zocken alleine hätte ich dagegen am Wochenende keine Lust gehabt.

Meinen Bruder habe ich heute ignoriert; der hat sich das Wochenende so gedacht, dass ich ihn besuche (weil der erwähnte gemeinsame Bekannte ihn ab Freitag besucht) und wir zu Dritt lokal bei ihm zocken.
Abgesehen davon, dass ich eigentlich zu einer Geburtstagsfeier eingeladen bin Samstag und allenfalls Lust auf gemeinsames Zocken über Distanz aka online hätte, möchte ich meinen Bruder nicht besuchen. Das ist genau die Art von „Freizeitstress“, die ich gerade jetzt am wenigsten gebrauchen kann, selbst wenn der Montag frei ist. (Es nervt mich, dass ich durch sein Drängen schon wieder anfange zu überlegen, wie sich ein Besuch bei ihm kompromissweise einrichten ließe). … Ich weiß nicht mal, ob ich wirklich zu der Geburtstagsfeier gehen möchte. Eigentlich wäre ein Samstag ohne irgendwelche Verpflichtungen schön. Am schönsten, ohne ein schlechtes Gewissen gegenüber Dritten zu haben.

Übernächstes Wochenende habe ich den halben Samstag eine berufliche Fortbildung, die inhaltlich sehr sinnvoll und bestimmt interessant ist. Das Wochenende danach bin ich mit S. für den Sonntag verabredet.

Gegen all diese einzelnen Termine habe ich an sich nichts bzw. findet ein Teil von mir die ja selbst gut, aber auf der anderen Seite kosten sie mich Energie, die ich in dem Maß nicht oder gerade so erübrigen kann, was mir dann später anderswo nachhängt. (Ich weiß, dass die meisten anderen Menschen das nicht verstehen können; ich verstehe das nicht einmal selbst)

=> möglicherweise zu viele Reize, nicht nur optisch, sondern auch emotional (Stimmungen anderer etc.) und akkustisch. Es nervt mich schon manchmal, dass ich im Büro wie ein Luchs unfreiwillig die Gespräche und Geräusche aus den Nachbarzimmern höre und quasi die Stimmungen im Raum mitbekomme, wobei die Arbeitsumgebung insgesamt zum Glück eher ruhig und unhektisch ist; in einem Großraumbüro hätte ich wohl jeden Tag abends Kopfschmerzen und Tinnitus-Geräusche; früher in der Schule habe ich einmal tatsächlich kurz nichts mehr gehört und den hohen Lärmpegel fand ich dort immer besonders anstrengend, so dass ich nach der Schule ersteinmal in mein Zimmer gegangen bin und gerade auch akkustisch Ruhe bzw. eine reizarme Umgebung brauchte „zum Runterkommen“. Dito nach Familienfeiern, Ausflügen in Städte etc..

p.s.:
Die Kategorien hier müsste ich mal überarbeiten. Das wird aber dauern. Und nein, die Kategorie „Gesundheit“ bleibt. *fg*

Zeitstress & Müdigkeit

Mein Bruder hatte sich gestern noch gemeldet, ungewöhnlich friedlich, und so hatte es sich letztlich spontan ergeben, dass wir mit einem gemeinsamen Bekannten noch gezockt haben bis kurz vor 2 Uhr. War gut.

Bis ich müde war, wurde es fast 6 Uhr morgens. Spontan lange aufzubleiben, geht bei mir als Eule automatisch, leider. Heute am Sonntag bin ich das erste Mal gegen 10 Uhr wachgeworden, danach muss ich wieder eingeschlafen sein und bin um kurz nach 14 Uhr dann richtig aufgewacht.

Bis ich zu irgendwas fähig war, war es kurz vor 16 Uhr. Außer Einkaufen, Laufen und Zocken hatte ich gestern nichts mehr gemacht. Gewicht war gestern noch bei 53,7 kg – die letzten Monate habe ich die 53 nicht mehr vor dem Komma gesehen. Heute dürfte das Gewicht wieder etwas höher sein, aber die Richtung stimmt.

Um in der „realen Welt anzukommen“ und mich noch wenigstens etwas zu bewegen, werde ich jetzt Laufen gehen -dann eben mal wieder nach Sonnenuntergang- , danach Duschen, Wäschewaschen, Putzen (außer die Fenster, die können warten), Aufräumen und noch etwas für morgen vorbereiten.

Ich weiß nicht, ob ich gestern und auch heute zu viel histaminhaltigen Kram gegessen habe, jedenfalls fühle ich mich so (man kann sich das in etwa wie einen schweren Kater vorstellen; als hätte man gesoffen). Gegen diese Vermutung spricht allerdings, dass ich normalerweise bei zu viel Histamin auch Schnupfen bekomme; das habe ich nicht. Die Müdigkeit hat also wohl doch andere Gründe; keine Ahnung, welche das sind. Hätte ich nicht noch was zu erledigen und müsste ich nicht morgen arbeiten, wäre ich einfach im Bett liegengeblieben.

Nach einem Liter zuckerfreien Energiedrink fühle ich mich immerhin in der Lage, mehr als 20 m am Stück zu gehen und einigermaßen fokussiert zu denken. Mir kommt einfach alles so irreal vor, als wenn man irgendwo weit weg wäre. Außerdem ist meine Stimmung irgendwie etwas gedämpft mit den üblichen „alles ist sinnlos in meinem Leben“-Gedanken; das sollte ich irgendwie zügig ändern.

Das reale Leben und die reale Zeit läuft dummerweise währenddessen weiter.

Lichtblicke

Habe ich schon erwähnt, dass ich Wälder liebe? Egal, ob tagsüber, abends oder auch vereinzelt mal nachts/im Dunkeln, im Wald fühle ich mich wohl und sicher. … Das kommt bestimmt davon, wenn man auf dem Land aufgewachsen ist und mit anderen Dorfkindern oder alleine bis zur Dämmerung viel im Wald gespielt hat und später als Jugendlicher von Feiern nachts am Wald entlang nach Hause gelaufen ist. (Ich liebe es generell nachts unterwegs zu sein.) Gesunde Wälder strahlen so eine Ruhe aus. Egal zu welcher Jahreszeit.

Damit schlagen sie selbst wunderschön türkisfarbene Baggerseen.^^

Gestern bin ich zwar gegen 2/3 Uhr ins Bett gegangen, habe aber letztlich bis kurz vor 12 Uhr geschlafen (und bin auch nur richtig wach geworden, weil meine Mutter angerufen hat). Nach einer gewissen Anlaufschwierigkeit, die ich nach dem Aufstehen gerade an freien Tagen immer habe (unter der Woche zwinge ich mich eben, weil ich ja pünktlich bei der Arbeit sein muss), wurde ich aber munterer und bin sogar bis jetzt halbwegs motiviert. Gewicht ist auch relativ gut: 54,0 kg. Na geht doch. Wenn ich mich besser ernähre und regelmäßiger bewege, sind die 52 kg nicht weit entfernt. Ich sollte das nur jetzt so durchhalten und weiter umsetzen + ausbauen, bevor mich künftige Wassereinlagerungen/Gewichtssprünge nach oben wieder frustrieren.

Vorhin hat mein Bruder angerufen; das Telefonat war wie immer (Anmerkung: Er interessiert sich ausschließlich für sein Leben & seine Bedürfnisse), ließ sich aber glücklicherweise kurz halten => nachdem ich nicht begeistert auf sein „Ich habe Bock, mich diesen Monat mit dir zu treffen!“ mit Terminsvorschlägen reagiert habe, war er beleidigt und hat aufgelegt.

Mein schlechtes Gewissen hält sich in Grenzen, dafür habe ich zu viele Jahrzehnte erheblichen Stress mit ihm gehabt, aber es ist trotzdem doof, dass er es immer zuverlässig schafft, einen eigentlich schönen Tag ein bisschen zu trüben. Es hat mich schon gestern abend etwas gestresst, als ich gesehen hatte, dass er mich angerufen hatte während ich beim Training war. Seine Anrufe verheißen für mich nämlich immer etwas Schlechtes. Er will dann immer etwas von mir, das ich ihm nicht geben möchte, weil ich mich dafür selbst aufopfern müsste. Er versucht dann, verschiedene Knöpfe zu drücken, bevorzugt, indem er auf reumütig und leidend macht, und wird am Ende aggressiv, wenn er damit bei mir nicht zu seinem eigentlichen Ziel kommt (und ich bei der Farce, dass wir ein super Geschwisterverhältnis hätten, nicht mitspielen mag). Kurz: Ich funktioniere dann nicht, wie er mir das zugedacht hat auf seiner inneren Bühne.

Klar, wir haben immer für ihn dann ein super Geschwisterverhältnis gehabt, wenn ich unter Selbstverleugnung ganz und gar auf ihn eingegangen bin und meine Sensibilität dafür verwendet habe, quasi-therapeutisch zu erahnen, was er braucht.

Egal, ich gehe jetzt gleich Laufen, solange die Sonne noch so schön scheint. Hoffentlich sind die üblichen Spaziergänger längst weg; das ist das Einzige, was solche Ausflüge trübt => andere Menschen stören dabei durch ihre bloße Anwesenheit. Auch ein Vorteil von großen Wäldern: Man trifft mit etwas Glück niemanden.
Problem: Man muss das Glück haben, dass so ein großes Waldstück in der Nähe des eigenen Wohnortes liegt. Hier gibt es direkt leider kein derartiges Waldstück, aber etwas weiter weg ist ein Waldstück, das ich noch nicht erkundet habe. Es ist recht weit weg, aber evtl. versuche ich mal, bis dahin zu kommen. Wenn es dort gut ist, würde sich der Weg öfters lohnen.

Danach werde ich etwas Aufräumen und Putzen, später Einkaufen gehen und später zocken oder evtl. mir etwas bei netflix & Co. anschauen. (Wenn mein Bruder nicht ständig so einseitig fordernd, egozentrisch und aggressiv wäre, würde ich evtl. sogar mit ihm zocken; nur ist er eben, wie er ist, und das wird dann für mich kein entspannter Abend, sondern zuverlässig frustrierend. Dafür habe ich keine Kapazitäten. Ohne ihn wäre ich möglicherweise gar nicht so schizoid vom Persönlichkeitsstil geworden – oder sollte das einfach nur eine ausgeprägte Introversion und innere Verträumtheit sein?

Unschlüssig bin ich, ob ich meinen Kumpel T. kontaktieren sollte. Er steckt irgendwo in den letzten Zügen seiner Examensvorbereitung und leidet unter ähnlichen Prüfungs- und Zukunftsängsten wie ich damals. Wie er mir zueltzt geschrieben hatte, geht es ihm dementsprechend mies. Da er sich zwar ähnlich wie ich über Monate sehr zurückzieht, aber da eben doch etwas anders als ich strukturiert ist, weiß ich nicht, ob ich ihn besser eher in Ruhe lasse oder ihm zumindest nochmal schreiben oder gar anrufen sollte … .

Bei mir persönlich war das immer eine Mischung aus Genervtheit + „Sozialstress“, etwas Freude und schlechtem Gewissen, wenn mich einer meiner Kumpels in solchen Rückzugsphasen kontaktiert hat. … Hier kann ich es ja schreiben: So sehr ich meine Kumpels/Freunde schätze: Wenn ich Einträge wie „bei T. melden; S. antworten“ etc. nicht auf meine To-Do-Listen schreiben würde, damit ich mich wenigstens alle Wochen bis Monate mal melde/reagiere etc., würde ich keine soziale Kontaktpflege betreiben. Das heißt nicht, dass mir die Kontakte egal sind, im Gegenteil, nur irgendwie ist da in mir dieses Nähebedürfnis nicht, was andere idR deutlich ausgeprägt haben. Ich komme wohl zu gut alleine zurecht und fühle mich alleine auch am wohlsten, wenngleich ich sporadisch gerne gesellig bin mit den richtigen Leuten …. nur ist das eben sehr sporadisch.

Songs als Gefühlstablette

Irgendwo in einem Forum aus einer weit entfernten Galaxie hatte ein User die ermutigende Signatur „Lass dich nicht hängen, häng‘ dich rein!“ gewählt. <= Das sollte ich besser auch beherzigen und umsetzen, denn ich habe ja sogar sehr viel, für das ich diesbezüglich kämpfen würde … auch wenn ich es gerade nicht fühlen kann. Das, was ich just empfinde, ist alles andere als hilfreich.

Um in eine andere Stimmung zu kommen, finde ich ja Musikhören am besten. Das ist wie eine Kapsel einzuwerfen, die mit beliebig auswählbaren Emotionen gefüllt ist, mit denen sich das eigene Empfinden idR zumindest vorübergehend etwas in die gewünschte Richtung manipulieren lässt.

Für irgendwas muss es ja wenigstens nützlich sein, dass ich auf Emotionen (v.a. in der Stimme) bei anderen so „überaufmerksam“ reagiere und dafür irgendwie so „durchlässig“ bin, dass ich erst lernen musste, davon nicht ungut „überflutet“ zu werden innerlich. Ähnlich mit der unsichtbaren Stimmung in Räumen oder je nachdem unterwegs in der Natur. Meistens ist das energiefressend, teilweise verschwimmen da Grenzen verwirrend bis unschön; manchmal kann es sehr schön sein.

Mir persönlich kommt es für den vorgenannten Zweck im Grunde kaum auf den Text an; entscheidend sind die transportierten Emotionen, die bei mir ankommen.
Insofern funktionieren Songs am besten, in denen die Stimme/der Gesang auf mich irgendwie „überzeugend“ bzw. authentisch wirkt. Sehr gut sind Songs, denen man anhört, dass der Sänger Freude beim Singen hatte oder das ganzeinheitlich simulieren kann.

Im Laufe der Zeit nutzen sich manche ehemaligen „Lieblingssongs“ bei mir ab und wirken emotional nicht mehr so gut, also muss etwas Neues her. Zuletzt bin ich über Billie Eilish gestolpert. … Von der hatte ich vorher nie gehört. Das kommt davon, wenn man andere Genres bevorzugt und daher meistens mp3 hört anstatt Radio.

(Text und Video sind mir egal bzw. finde ich beides eher etwas kitschig, aber ich finde die transportierte Stimmung irgendwie positiv:)

U. a. der Song von LP funktioniert auch gut:

So gesehen noch besser ist der von Vaya con dios (der hatte sich mal vorübergehend bei mir ziemlich abgenutzt; ebenso wie von ASP – „Wer sonst“ oder von Lord Of The Lost – „Loreley“):

Den Song von IAMX mag ich, aber der ist zum Aufmuntern nicht ganz so hilfreich:

Ähnlich geht es mir mit den Songs von einem Künstler, dessen Künstlernamen ich selten bescheuert finde, was meinem Gefallen an manchen seiner Songs keinen Abbruch tut:

Das Lied „In My Mind“ mag ich und hatte ich hier schon mal gepostet, aber ich kann die Stimmung davon schlecht mit Worten beschreiben: „melancholisch“ trifft es nicht richtig, „tröstlich“ oder „zuversichtlich“ passt auch nicht ganz.

Zu guter Letzt ein ziemlich fröhlich-eigenwilliges Lied von Tones And I:

p.s.
Mit dem neuen Herd und Kühlschrank bin ich sehr zufrieden, auch wenn ich mich damit heute noch nicht viel beschäftigt habe und zu Gefühlen wie Freude fähig war – freuen werde ich aber in ein paar Tagen bestimmt. Das ist bei mir auch ohne akute „Schockstarre“ oft sehr zeitverzögert.

Endlich ist der scheußliche Einbauschrank mitsamt des alten Kühlschranks sowie der hoffnungslos verschmutzte Billigherd ohne Umluft etc. weg (stammte alles noch vom Vorvormieter). Die Küche sieht jetzt sogar richtig einladend aus.

Mit meinen Eltern war ich ironischerweise nachmittags just in dem Imbiss (nochmal) Curry-Wurst-Pommes essen, wo wir auch letztes Mal gegessen hatten. Irgendwie fand ich es heute trotz allem leckerer.

Möglicherweise, weil ich beim letzten Mal schon wußte, dass ich mich später übergeben werde. Außerdem hatte ich heute soweit noch nichts – und gestern auch nicht viel – gegessen mangels Appetit und Hunger, weil mir die Sache von Freitagnachmittag nachhaltig aufs Gemüt geschlagen ist. Diese Sache wird mich auch noch die kommenden Wochen bis Monate weiterbeschäftigen und stressen, da davon meine berufliche unmittelbare Zukunft und für mich persönlich noch viel mehr abhängt – es soll aber hier nicht weiter Thema sein. … In zwei Jahren lache ich vielleicht darüber (hoffentlich nicht frustriert und verbittert).

Später waren wir noch in einem Cafe, weil mein Vater natürlich ein Stück Kuchen und Kaffee haben wollte, bevor sie dann auch wieder abreisen wollten. Zwar in einem besseren Zustand, als gestern, aber noch neben mir stehend, habe ich mich bei meiner Bestellung vertan: Das „Stück“ Apfel-Zimt-Flammkuchen war ein ganzer Flammkuchen. … So war das nicht gedacht, aber war mir in meinem Zustand auch egal. Der Flammkuchen war auch durchaus gut und anders als herkömmlicher Kuchen nicht so im Magen liegend. … Zum Abendessen habe ich noch die vom Imbiss mitgebrachte Frikadelle mit Senf und eine Scheibe Käse gegessen; später kam dann eine (sehr) kleine Portion Porridge hinzu.

So richtig Appetit habe ich aber gleichwohl nicht. Morgen werde ich es mit Laufen versuchen – das erste Mal wieder seit zig Wochen. Das wird bitter^^ – aber womöglich geht es mir danach besser.
Noch besser wird der Sonntag, wenn ich diese eine berufliche Sache angehe und hoffentlich nicht aufschiebe bzw. morgen davor den Kopf in den Sand stecke; das werde ich nämlich spätestens Montag bereuen. Warum muss morgen das Wochenende bloß schon wieder vorbei sein; ich fühle mich für den Montag nicht gewappnet. Na wenigstens ist mir nicht zum Kotzen sondern nur zum Verschwinden zumute. … Als Fortschritt würde ich das nicht unbedingt bezeichnen.

Ganz ok

Der heutige Tag war ganz ok. In der Mittagspause bin ich ausnahmsweise ca. 20 Minuten Draußen „an der frischen Luft“ gewesen und Spazierengegangen. Es war auch eine gute Idee, vorgekochtes Gemüse mitzunehmen, das ich nur in der Mikrowelle erwärmen musste. Zum Nachtisch gab es Skyr und eine Fruchtschnitte.
Auf der Arbeit war viel los, was etwas nervig war, weil ich immer wieder neu unterbrochen wurde bei der Arbeit an einem wichtigen und nicht unkomplizierten Schriftsatz. Später war es kurz vor Feierabend endlich ruhiger. Den Schriftsatz habe ich allerdings nicht mehr geschafft; den werde ich morgen mit neuen Kräften fertigstellen. (Und all die anderen Sachen.)

Gut war auch nach kurzem Zögern Zuhause direkt die Sportsachen zu schnappen und zum Kampfsportraining zu gehen. War sogar pünktlich und das Training war gut. Heute eine nette kleine Runde mit einem von seiner Art her sehr angenehmen Trainer, der sein Wissen gut vermitteln kann. Sparringspartner war auch ganz ok; nach ein paar Würfen hatte er es auch raus, wie man Menschen besser nicht zu Boden werfen soll.^^
Mein Brustkorb hat es ihm gedankt. Auch eine Art, sich beim Sport zu spüren.

Das Wetter hier ist unentschlossen und pendelt zwischen milden Temperaturen und Regen + Kälte. Gerade diese nasse Kälte ist unangenehm und sorgt schnell für diesen Effekt, sich wie ein halb aufgetautes Tiefkühlfischstäbchen zu fühlen. Dagegen hilft eigentlich nur lange heiß duschen, was ich nach dem Training entsprechend gemacht und mich danach unter eine Decke aufs Sofa verkrochen habe.

Heute Morgen habe ich mich gewogen und bestätigt bekommen, was mir mein Körpergefühl und meine Augen vorher schon mitgeteilt haben: Kurz gesagt habe ich ziemliche Wassereinlagerungen im gesamten Körper verteilt, mit ein paar Schwerpunkten in den Beinen und im Gesicht. Ich schätze aufgrund der bisherigen Erfahrungen, dass es dauern wird, bis das Wasser verschwindet. Falls es überhaupt vollständig verschwindet; es fällt mir schwer, daran zu glauben. Im Grunde habe ich diese Einlagerungen sukzessive seit etwa Frühling 2019 mit besseren und schlechteren Tagen. Vollständig verschwunden waren die allenfalls einmal im Sommer 2019 für wenige Tage.

Andererseits wird mein Lebenswandel der letzten Zeit bzw. strenggenommen seit ca. Spätsommer 2019 dieses generelle Problem nicht verbessert haben. Objektiv betrachtet kommen insgesamt mehrere Gründe in Betracht:
Schlecht eingestellte Schilddrüse, Histaminintoleranz, kohlenhydratreiche Nahrung, chronischer Schlafmangel, insgesamt im Durchschnitt zu wenig Bewegung, teilweise zu salzige Ernährung und evtl. irgendwie eine direkte Reaktion nach Übergeben, die nicht bereits auf die anderen vorgenannten Ursachen zurückzuführen ist (einen Kaliummangel kann ich aber zB sicher ausschließen). Theoretisch würde ich auch einen Progesteronmangel für nicht abwegig halten, aber ich weiß das eben nicht und habe auch wenig Lust auf Selbstexperimente in die Richtung.

Falls ich es schaffe, bin ich mal gespannt, ob das Problem nach ca. 4-6 Wochen durchgängig ausreichend schlafen, sich täglich bewegen bzw. Sport machen nach der Arbeit und besserer Ernährung, also u.a. möglichst kaum Zucker (auch nicht in Form von Fruchtzucker) zu essen, nicht zusammen mit anderen Symptomen verschwunden ist.

Mal sehen, wie die Schilddrüsenwerte von letzter Woche waren. Hoffentlich ist der ft3-Wert diesmal endlich wieder höher, als im Oktober 2019. Das wäre am einfachsten.

Zu Ihren Diensten!

In meinem Beruf bin ich zu einem weiten Teil Dienstleister für die „Kunden“. Zwar bin ich ein relativ freier Dienstleister und insbsondere auch Berater und oft indirekter bis direkter Entscheider für die „Kunden“, aber an sich ist es meine Aufgabe, den Willen des „Kunden“ unter Berücksichtigung der Rechtslage bestmöglich umzusetzen, soweit eben möglich. Kurz: Ich diene den Interessen des „Kunden“ (neben meinen eigenen Interessen und denen meiner Chefs, da wir nicht für lau arbeiten wollen).

An sich liegt mir das und die Arbeit macht mir insgesamt Spaß. Heute bin ich aber an die Grenzen meiner „Servicebereitschaft“ für Mitmenschen gekommen, da ich heute ausnahmsweise nur 10 Minuten Pause insgesamt hatte, ständig irgendwas anderes war und mir u.a. Zeit gestohlen wurde durch einen „Kunden“, der für heute einen Gesprächstermin bei mir vereinbart hatte und bei dem sich herausstellte, dass er mein letztes Schreiben (so wie vermutlich auch alle anderen Schreiben davor) nicht gelesen hatte. Macht ja nichts, ich hatte dort ja nur (mit entsprechendem Zeitaufwand beim Diktieren) alles umfassend und leicht verständlich erklärt, so dass der Gesprächstermin völlig überflüssig war, mich aber trotzdem Zeit gekostet hat.

Bräsig wie diese Klientel ist, wurde noch behauptet, das Schreiben nie erhalten zu haben, man habe nur „dieses Schreiben hier bekommen“ – „Kunde“ hält mir sein Handy hin, und was sehe ich?! => Ja, genau! Exakt das Schreiben war es.

Auf meinen entsprechenden Hinweis hin kommt vom „Kunden“ ein Lächeln und prompt die nächste „Erklärung“ a la „Sorry, ich verstehe die deutsche Sprache nicht gut, deshalb habe ich das Schreiben nicht gelesen.“ … Ja, warum sollte man auch wichtige Post lesen? Noch dazu solche, die doch glatt in der Amtssprache des selbst gewählten neuen Heimatlandes verfasst ist, wo man selbst diese Sprache doch kaum bis gar nicht spricht? … Was für eine Zumutung!

Preisfrage an den „Kunden“, die ich nicht stellen darf, aber die mich immer in den Fingern juckt in solchen Fällen:
So, Sie verstehen also kaum Deutsch und möchten uns in einer Angelegenheit beauftragen, in der wir besonders darauf angewiesen sind, dass die Kommunikation mit Ihnen funktioniert und gerade sprachliche Feinheiten enorm wichtig sind. … . Darüber hinaus sind Sie auch nicht die hellste Kerze auf der Torte und möchten, dass wir Ihnen eine sehr komplexe Angelegenheit solange erklären, bis auch Sie das verstanden haben? …Wo Sie nicht einmal unsere Post an Sie lesen mögen, weil Ihnen das zu umständlich ist und Ihr Gedächtnis besprochene Inhalte gefühlt gerade mal 5 Minuten maximal behalten kann?!
Und die Kosten unserer Tätigkeit für Sie soll der Staat bezahlen, nach Minimalsätzen, so dass wir bei Ihnen aufgrund Ihres „erhöhten Betreuungsbedarfs“ schnell sogar draufzahlen, wenn wir alles ausführen, was Sie sich so vorgestellt haben. Kostet Sie ja nichts!

Ernsthaft?!“

*headdesk*

Genau die Klientel, die sowohl dumm, dreist, bequem, anspruchsvoll und der deutschen Sprache nicht mächtig ist, liebe ich besonders. Vor allem ziehen sie sich im Zweifel immer hinter die angeblichen bis tatsächlichen Sprachprobleme zurück.

(Anmerkung: Es gibt auch noch die Gruppe, die zwar auch Sprach- und Intelligenzprobleme hat, aber wenigstens willig und „kooperativ“ ist. Das ist dann noch einmal was anderes.)

Gegen 18:40 Uhr betrat ich endlich meine Wohnung. Wie gesagt, bis dahin hatte ich 10 Minuten Pause für mich gehabt den ganzen Tag über, was so auch als Ausnahme ok ist.

Dann ging es zum Kampfsporttraining, bei dem ich sogar just um 19:01 Uhr gerade noch pünktlich ankam.

Endlich abschalten!

Dachte ich.

Aber zu früh gefreut. Ausgerechnet der einzige in der Gruppe, der geistig behindert ist und eigentlich keine Übung richtig mitmachen kann, schon gar nicht mit komplexen Bewegungsabläufen, und kaum Sprechen kann, blieb als Sparringspartner für mich über.

Wir haben dann eine Stunde Sparringsübungen gemacht … von denen ich de facto gar nichts hatte und noch unfreiwillig sowas wie Sozialbetreuer für meinen Sparringspartner gespielt habe.

Und ja, ich habe das getan, weil ich ja die Übungen nicht verweigern konnte und weil der Typ ja nichts für seine Behinderung kann. Aber das Training war für mich dafür sowas von ätzend und anstrengend, leider nicht körperlich! … ich möchte auch mal irgendwann empathisch abschalten können anstatt immer noch für den anderen mitdenken und empathisch auf Empfang sein zu müssen, bei null Gegenseitigkeit. Das Ganze umso mehr, je weniger der andere das kann.

Am liebsten hätte ich gleich wieder meine Sachen gepackt und wäre nach Hause gefahren, während ich meinen Sparringspartner mühsam wenigstens etwas im Sinne der jeweiligen Übungen zu aktivieren und zu motivieren versuchte, ohne dabei von ihm versehentlich verletzt zu werden, weil er null Gefühl für seinen Körper hat. Mit so jemanden macht man gerade Kampfsportübungen doch gerne!
Nur einfach wieder abhauen vom Training, kann man ja auch nicht bringen, ohne dass dann alle wissen möchten, was los ist. Da hätte man erst recht nicht seine Ruhe.

Später gab es zwar noch andere Übungen alleine und am Ende kurz noch einen anderen Sparringspartner (der aber mäßig motiviert war, ich aber ebenso wenig bis dahin), aber die 2 h Training hätte ich mir besser erspart und wäre Joggen gegangen. Außerdem wollte einer der Vereinsleiter noch einen Rat und hat natürlich aufgrund meines Berufes mich gefragt.

An sich war das Fragen auch ok, manche würden sich wohl geehrt fühlen für das Vertrauen, aber nun habe ich glatt eine neue Zusatzaufgabe bekommen. Ich kann mich da leider nicht komplett rausziehen. Außerdem interessiert mich die Sache jetzt selbst, ich bin wohl schon angefixt. Gleichzeitig würde ich gerne gerne in roten Lettern an die Wand schreiben, dass mich vorübergehend alle mal können. Wehe jemand will irgendwas am Wochenende von mir!

Ich genieße es gerade, dass niemand hier ist, der irgendwie „bedient“ werden will; niemand, auf den ich reagieren und inhaltlich-empathisch-verstandesgemäß eingehen muss.

Leider tue ich das bis zu einem gewissen Grad automatisch; es ist ein wenig so, als müsste man sich das Denken abgewöhnen. Menschen sind nun einmal lebendige Gegenüber, die im Grunde durch Stimme, Mimik, verbale Laute, „ihre Stimmung“ etc. ständig Signale senden, die mein doofes Gehirn automatisch akribisch und überdeutlich wahrnimmt und auswertet. Das ist leider bei mir ein Automatismus, der sich nur abschaltet, wenn ich sehr erschöpft oder reizüberflutet bin.

Dieser Automatismus und die „übersensible“ Wahrnehmung kann vorteilhaft für mich sein, auch macht es im Sozialleben sehr geschmeidig -geradezu chamäleonartig- oft läuft es aber eher darauf hinaus, dass ich schnell geplättet bin innerlich und meine eigene Gefühlswelt sowie eigene Bedürfnisse unzureichend wahrnehme. Das „Rauschen“ der Signale meiner Mitmenschen übertönt die eigenen, leiseren Signale.

Immerhin kommt ja irgendwann die „Notabschaltung“, wenn meine inneren Energiereserven erschöpft sind.

Und all das ist ein Grund, warum ich mich in meinem Privatleben am liebsten alleine in ruhiger, menschenarmer Umgebung aufhalte und auch mit guten Freunden nur selten privat treffen mag etc..
Solche Treffen sind schön, aber sie entziehen mir auch Energie, die sich nur durch Alleinesein regeneriert. Außerdem müssen all die Eindrücke verarbeitet werden. Dann kann ich auch meine eigenen Signale wieder wahrnehmen und mich um eigene Bedürfnisse kümmern.

Sobald andere Menschen um mich herum sind, kann ich nicht richtig abschalten und bin mehr oder weniger auf Empfang.
Einzige Ausnahme: Ich ziehe mich gedanklich nach innen zurück, träume also quasi mit offenen Augen. Ungünstig daran ist, dass meine Umwelt dabei sehr weit ausgeblendet ist, so dass mich z.B. innerlich andere Spaziergänger beim Joggen kurz „erschrecken“, weil ich die glatt bis zuletzt nicht wahrgenommen habe.

Nightwish

Mein täglicher Nachtwunsch ist seit meiner Kindheit, dass die Nacht nie vergehen und kein neuer Tag anbrechen möge. Hoffnungslos, ich weiß, aber man kann es ja mal versuchen als nachtaktives Wesen^^. Nachts ist es einfach anders, als tagsüber. Die Nacht hat ihre ganz eigene Magie; immer schon gehabt.

Kommen wir zu den Realitäten des Tages:
Der Arbeitstag war eigentlich erstaunlich ruhig und alle sehr entspannt; ich habe allerdings sehr lange an einem wichtigen, eiligen Schriftsatz gesessen (der fertiggestellt ist) und bin insgesamt nicht so gut vorangekommen, wie gehofft und geplant. Daran kann ich mich noch nicht recht gewöhnen, dass es immer anders kommt in meinem Beruf, als geplant. Andererseits macht es die Arbeit und den Arbeitstag auch abwechslungreich. Es ist eine sehr gute Mischung aus Routine und Unvorhergesehenes.

Der Schimmel an der Wand ist nicht mehr sichtbar. Zur Sicherheit werde ich die Wand und das Sofa noch einmal mit dem Spiritus behandeln. Ich bin von der Wirkung beeindruckt. Da ich ohne Mundschutz (und nur mit Handschuhen) gearbeitet habe, durfte ich die „benebelnde“ Wirkung der Spiritus-Dämpfe^^ halbfreiwillig an mir testen.

Morgen früh habe ich zwei wichtige berufliche Termine. Noch bin ich nur etwas nervös; auf einem gut ausblendbaren Level, auch wenn ich an meinen Verhaltensweisen merke, dass ich im „Verdrängungsmodus“ bin und aufpassen muss, trotzdem rechtzeitig ins Bett zu gehen. Die letzte Zeit habe ich wie so oft deutlich zu wenig geschlafen.

Mein Gewicht ist gerade auch doof und stagniert auf hohem Level; ich habe mich aber auch von zu vielen Süßigkeiten ernährt die letzten Tage und dürfte auch kalorienmäßig zu viel gegessen haben, obwohl ich mengenmäßig tagsüber bis abends immer gut mit irgendwas zwischen 500 – 800 kcal hinkomme, ohne zu hungern. Auch Zuhause habe ich kaum Hunger, aber eben einen Impuls nach Süßem, um mich zu beruhigen und zu entspannen. Von kleinauf bin ich regelrecht dahingehend konditioniert worden. Ein Wunder, dass ich nicht adipös war als Kind und Jugendlicher.

Gestern kam kurz der Gedanke, dass ich mich ja einfach „nur das eine Mal noch“ mit den letzten Resten an Süßkram vollfressen und zugleich die Süßigkeitenvorräte vernichten könnte, einfach hinterher kotzen, und fertig. Das würde auch funktionieren, aber alleine, dass dieser Impuls nach vorheriger ca. 6-jähriger Abwesenheit bis zum Sommer 2019 wieder kurz ins Bewusstsein zuckt, ist ein Warnsignal.

Ist ja nicht so, dass ich nicht wüßte, dass es ein relativ kurzer (wenngleich nicht zwangsläufiger) Weg zurück in so einen alltäglichen Essen-Kotzen-Kreislauf wäre. Man übt und verfestigt diese Abfolge ja auch mit jedem Mal weiter. Im schlechtesten Fall wird irgendwann wieder ein ausgetretener Pfad daraus, je öfter man ihn geht. Bei mir war er vorher sogar komplett vergessen. Dieser Trampelpfad kann ruhig wieder komplett zuwuchern und erneut in Vergessenheit geraten. Am besten kaufe ich bis auf Weiteres von den Süßigkeiten nichts mehr nach. Der Einkauf am Montag war ein Fehler, der mir unter Zeitstress kurz vor Ladenschluss passiert ist, weil ich da nicht genug nachgedacht habe, als ich die zwei 100g Tafeln RitterSport und die Butterkekspackung, Geschmacksrichtung Kakao, gekauft habe. Die Kekse schmeckten zudem gar nicht mal so gut, eigentlich auch die Schokolade nicht, trotzdem habe ich inzwischen binnen drei Tagen alles komplett gegessen.

Spätestens nach der ersten – zugegebenermaßen etwas willensfordernden – „Entzugsphase“ vermisse ich Süßigkeiten nicht mehr und habe nicht mehr dieses „Verlangen nach mehr“, sobald ich was Süßes esse.

Zu den erfreulichen Dingen:
Ich kann mich noch erinnern, als das Video von Nemo bei MTV lief. Das ist so ewig lange her; wie Überreste aus einer anderen längst vergangenen Welt.

Irgendwie tut das mitunter fast weh, wenn ich mich an die frühere Zeit aus der Schule etc. erinnere, obwohl es eigentlich inhaltlich nicht einmal negative Erinnerungen sind. Sie haben trotzdem einen schalen Beigeschmack, wie früher schon.

Und sich an Vergangenes zu erinnern und sich der Vergänglichkeit allen Seins bewusst zu werden, hat mich schon als Kind immer sehr nachdenklich-melancholisch gemacht. Ich habe als Kind sehr viel darüber nachgedacht, dass alles, was ich jetzt gerade noch liebe und genieße, vergänglich ist, und unsere Haustiere und meine Eltern absehbar sterben werden und die Zeit mit ihnen daher sehr endlich ist.

Mitunter habe ich mich bewusst mit diesem Szenario zu konfrontieren versucht, eben dass ich mir das vorgestellt habe als Kind und später, wie es wäre, würden meine Eltern plötzlich versterben.

Aber ehrlich gesagt habe ich dabei nur festgestellt, dass sie mir unendlich fehlen würden und ich es für sie schade fände, dass sie als Persönlichkeiten mit all ihren Gedanken, Wahrnehmungen, Vorstellungen, Gefühlen und ihrer physischen Hülle vom Tod ausgelöscht wären.

Ich würde ihrer Zeit meines Lebens immer im wahrsten Sinn des Wortes zu gedenken versuchen, so dass sie wenigstens in meinen Gedanken weiterleben könnten. Nur würde sie das auch nicht wieder lebendig machen. Vielleicht würde ich sie sogar irgendwann kaum äußerlich erinnern können und nur verschwommene, schwer konkret zu greifende Erinnerungsfetzen von ihnen in meinem Kopf bleiben?

Wer weiß, möglicherweise würde es mir auch ein bisschen so gehen, wenn mein Bruder vor mir versterben sollte. Es scheint ihm derzeit besser zu gehen. Man weiß bei ihm zwar nie, wie lange das anhält und wie nachhaltig diese „Anwandlungen“ sind, aber im Moment ist er relativ erträglich, fast wie früher in guten Zeiten.
Es tut mir auf der Gefühlsebene ein bisschen Leid, was ich hier über ihn geschrieben habe, auch wenn alles der Wahrheit entspricht und er meine Gesundheit zum Teil erheblich belastet hat. Vom Verstand her weiß ich aber gleichwohl, dass ich nicht ernsthaft auf Besserung bei ihm setzen sollte. … Ewig grüßt das Murmeltier.

Zurück zum Tod:
Mit östlicher Spiritualität habe ich ähnlich wenig am Hut, wie mit dem Christentum etc.. Auch dort ist nicht alles Gold, was hier im Westen glänzt und bewundert wird. Allerdings finde ich es eine interessante und irgendwie tröstliche Vorstellung, dass man sich nach dem Tod ja auch tatsächlich physikalisch-biologisch-chemisch betrachtet auflöst und in „das Universum“ aka die Umwelt eingeht, zerlegt in winzig kleine Moleküle, die wieder Teil eines größeren Ganzen werden und mit allem verbunden sind, anstatt wie zu menschlichen Lebzeiten davon getrennt zu sein. Gewissermaßen das Nirwana, so wie ich mir das vorstellen würde … Zu schade, dass ich davon nichts mehr mitbekommen werde.