Geht doch …

Nachdem ich schon wieder davon geträumt hatte, dass ich unbedingt noch das Paket zur Post bringen muss, habe ich es tatsächlich gegen 11 Uhr aus dem Bett geschafft, mich um Haushaltskram gekümmert und irgendwann gegen 14 Uhr zu Mittag gegessen.
Das Gericht ist denkbar einfach: Man nehme eine Tiefkühl-Mischung asiatischer Gemüsesorten, Reis, frischen Pak Choi und Hähnchenfleisch, das zuerst in Mehl gewälzt und dann gebraten wird. Als Sauce reicht die fertige Süß-Sauer-Sauce eines namhaften Produzenten, zu der ich immer etwas Wildpreiselbeergelee gebe. Dazu gab es Brennesseltee, weil ich was anderes als zuckerfreie Cola trinken und zudem gerne wieder normale Augenlider haben wollte.

Anschließend habe ich mir einen Spieletest zu dem Spiel Maneater angeschaut. Leider ist die Umsetzung der an sich interessanten Spieleidee sehr enttäuschend ausgefallen und die Grafik ist verdammt mies. Dabei hätte es so viel Spaß machen können, als weißer Hai durch die Gewässer zu schwimmen und an Traumstränden Menschen zu massakrieren.

Hoffentlich erfüllen wenigstens Vampire – Bloodlines 2 und Cyberpunk 2077 die Erwartungen; in beide Spiele setze ich große Hoffnungen.

Außerdem möchte ich mich bis dahin wieder mehr Battlefield 5, Star Wars Battlefront 2, Dead By Daylight, Titanfall 2 und Rainbow Six Siege zuwenden. Diese Spiele haben mir jeweils große Freude bereitet als ich sie noch regelmäßig gezockt habe. Allerdings machen sie mir weniger Spaß, wenn ich sie nur mal kurz anspiele und lediglich feststellen muss, dass meine Skills auch mal deutlich besser waren und ich keine Zeit habe, mir all die zig Spielefortschritte zu erspielen.

Immerhin profitiere ich bei Titanfall 2 und Dead By Daylight noch von meinen früheren exzessiven Spielphasen; bei den anderen Spielen sieht es dagegen düster aus. Gerade bei den Ego-Shootern habe ich den unguten Eindruck, dass meine Reflexe deutlich abgebaut haben; die ganzen Jugendlichen und Arbeitslosen, die das rund um die Uhr zocken und keine anderen Lebensinteressen haben, sind mir da irgendwie über. Und das, obwohl ich einst mal ziemlich gut bei Ego-Shootern war. Pah, welch‘ Schande! Wahrscheinlich brauche ich inzwischen die Seniorenvariante für Berufstätige … .^^

Als nächstes werde ich mir allerdings erst einmal einen neuen Monitor besorgen; der bisherige hat mir über 6 Jahre gute Dienste geleistet, hat aber inzwischen ausgedient. Ähnliches gilt für mein Motherboard, die CPU und meine Grafikkarte. Außerdem werde ich bei der Gelegenheit meinen über 10 Jahre alten Lian Li-Tower gegen ein neues Gehäuse austauschen, und zwar eines mit Glasfront an der Seite. Gut wäre nicht zuletzt bzgl. der Wärmeentwicklung auch, wenn der Tower etwas größer als der bisherige wäre. (Auf Wasserkühlung mag ich nicht umsteigen.)
Beim Monitor favorisiere ich einen sog. curved-Monitor, also einen etwas gebogenen Bildschirm, der dadurch an die menschliche Sehverarbeitung angepasst ist.
Das alles eilt jedoch nicht so sehr; ich werde das so nach und nach angehen. Als erstes ist der Monitor dran.

Aus lauter Übermut bin ich heute später noch mit dem Fahrrad zur Post gefahren und habe endlich das Paket aufgegeben, damit ich wieder von anderen Sachen träumen kann. Die Sonne war schön und selbst das Fahrradfahren war angenehm. Gestört haben wie immer nur meine Mitmenschen, wobei auch die fairerweise betrachtet noch relativ gesittet waren.

Dank eines halben Liters Energy Drink fühle ich mich nicht nur insgesamt deutlich besser, sondern auch bereit, noch etwas im Wald spazierenzugehen. Es gibt kaum etwas Schönes, als das Licht bei Sonnenauf- bzw. -untergang; das hat so eine eigene Stimmung – ähnlich wie Sommergewitter, die ich sehr mag.

Urlaubschaos

Endlich eine Woche Urlaub. Gute Vorsätze hatte ich in weiser Selbsterkenntnis erst gar nicht gemacht, denn ich hätte sie eh allesamt binnen kürzester Zeit gebrochen.

Den Einstieg in den Urlaub habe ich Freitagabend typischerweise damit begonnen, dass ich die Nacht mit Red Dead Redemption online durchgezockt und anschließend bis Samstagnachmittags geschlafen und alles Mögliche geträumt habe.

Es mag ein gewisser unvernüftiger Trotz dabei gewesen sein, weil mich in meinem offiziellen normalen Leben insbesondere beruflich das ein oder andere gestört hatte; zu allem Überfluss durfte ich mich an meinem letzten Arbeitstag noch unverdient mit der Zickigkeit meines einen Chefs rumschlagen, weshalb ich mich total auf meinen ersten Arbeitstag nächste Woche freue. Nützt zwar nichts, aber jedenfalls konnte mich mein bürgerliches Leben vorübergehend mal, wofür ich prompt die Quittung bekam – verdient.

An mein Wochenende habe ich darum auch ohne Alkohol oder anderen Drogen kaum Erinnerungen, außer dass ich die Nacht zum Tag gemacht und reichlich chaotisch gelebt habe. Das hat sich auch auf mein Essverhalten erstreckt; dass ich mich je am Sonntag und am Montag einmal übergeben habe, hat da auch nichts besser gemacht. Ich könnte nicht einmal sagen, wo da eigentlich der Sinn gelegen haben sollte. Zumal meine anderen Mahlzeiten nicht besser waren, auch sehr histaminhaltig, ohne dass ich sie erbrochen hätte. Man erkennt also die Unlogik.

Dank zu viel falschem Essen (zu salzig, zu zuckerhaltig etc.), Erbrechen, meiner Histaminintoleranz, Essen ohne Hunger, kaum Bewegung und einer maximal günstigen Zyklusphase habe ich es geschafft mir ein Donnerstag noch recht gutes Körpergefühl sowie konstruktive Tagesstrukturen binnen kürzester Zeit zu ruinieren.

Nun bleiben mir zwei Tage, in denen ich den Schaden so gut wie möglich beheben kann (oder auch nicht), bevor ich anlässlich eines Geburtstages meine Familie „besuchen darf“. Zu meiner großen Freude hat sich auch kurzfristig mein Bruder angekündigt; immer wenn man denkt, es könnte nicht schlimmer kommen … .

Dort kann ich Sport und alles andere, das bei mir einem guten Körpergefühl zuträglich wäre, vergessen. Aber wie die letzten Tage gezeigt haben, schaffe ich es im Zweifel auch alleine sehr gut mir Selbiges zu nehmen. Klassischer Fall von selbst schuld. Irgendwie müsste ich diese selbstdestruktiven Impulse in mir mal endgültig loswerden.

Immerhin positiv: Ich habe es endlich mal geschafft die 4. Staffel von The Last Kingdom zu schauen und meinem Stromanbieter bezüglich meines Guthabens zu antworten.

Wenn ich wieder ein besseres Funktionslevel erreicht habe, schaffe ich es möglicherweise sogar, meine Fenster zu putzen und meinen Schreibtisch aufzuräumen. Eigentlich sollte ich auch noch meinen sozialen Kontakten ein Lebenszeichen senden, sonst haben die sich bald erledigt. Das Problem ist nur, dass ich so überhaupt keinen Antrieb in die Richtung habe; wenn ich soziale Kontakte wenigstens vermissen würde, aber das ist so nie der Fall.

Wenn ich es mir frei aussuchen könnte, würde ich am liebsten mindestens einen Monat niemanden sehen oder treffen müssen, sondern vor mich hinvegetieren mich in irgendwelche Fantasywelten oder noch besser gleich ins Bett zum Dauerschlafen verkriechen. Es lebe die Verdrängung.

Aber so funktioniert das Leben nicht und danach hat man nur noch mehr Unannehmlichkeiten, mit denen man sich rumschlagen muss. Daher werde ich es am heutigen Dienstag mal wieder mit einer halbwegs normalen Tagesstruktur und Sport versuchen. … Nicht, dass ich mir das bereits für Montag vorgenommen hatte – wie man lesen kann höchst erfolgreich.

Singende Drachen

Die Lieder von Halsey haben mir schon vorher gut gefallen, aber seitdem ich den Kommentar eines Youtube-Nutzers gelesen habe, dass er sich bei dem Song „Castle“ einen Drachen vorstellt, der das singt, bekomme ich bei Halseys Songs das Bild eines vor sich hin singenden Drachens nicht mehr aus dem Kopf; das passt einfach zu gut.^^

Katzenhai II

Allmählich mache ich mich beruflich, insbesondere vor Gericht. Das habe ich heute ein wenig überrascht im Nachhinein festgestellt.

Der Tag fing mit einem Gerichtstermin gegen 9 Uhr bei meinem Stammgericht an, der mit ca. 90 Minuten zum Glück nicht so lange gedauert hatte, wie befürchtet, da ich pünktlich zu einem weiteren Termin bei einem auswärtigen Gericht aufbrechen musste.

Der andere Termin ging nicht nur wie absehbar über meine Mittagspause, sondern sollte auch bis ca. 15:30 Uhr dauern. Bis ich wieder in meinem Büro angekommen war, war es kurz nach 16 Uhr, trotz freier Straßen. Im Büro konnte ich immerhin noch schnell etwas zuckerfreie Cola trinken, bevor mein einer Chef hereinkam und wissen wollte, wie es so gelaufen ist. Das hat mich fast 15 Minuten gekostet, bis er wieder verschwunden ist, aber immerhin hatte er noch zwei gute Tipps bzgl. des weiteren Procederes und war mit meiner Arbeit zufrieden.

Danach habe ich noch in einer anderen Sache kurz wie versprochen mit dem Mandanten telefoniert und danach die restliche Zeit mit Diktieren verbracht. Außerdem habe ich mich dazu durchgerungen, recht pünktlich Feierabend zu machen, was mir immer etwas schwerfällt, wenn ich so vertieft in die Arbeit bin. Nach Hause gegangen bin ich mit einem zufriedenen Gefühl.

Da meine Mittagspause ausgefallen ist, habe ich bis jetzt ziemlich genau 300 kcal in Form von drei Obstriegeln gegessen.
Der erste Riegel war mein Standardfrühstück auf dem Weg zur Arbeit, da ich morgens noch keinen Hunger & Appetit habe, aber die Zeit bis zur regulären Mittagspause zu lange dauert, um nicht irgendwann zumindest mit knurrendem Magen dazusitzen, was lästig ist (Hunger habe ich dann dagegen nicht so sehr).
Die beiden anderen Obstriegel habe ich während der Fahrt zum 2. Gerichtstermin gegessen.

Eigentlich wollte ich dann nach Feierabend zu Abend essen, aber ich hatte keinen rechten Hunger und null Appetit auf irgendetwas. Inzwischen habe ich diesen angenehmen, etwas körperlosen („tranceähnlichen“) Zustand, in den ich zuverlässig immer reinrutsche, wenn ich einige Stunden (ca. 9 h+) nichts esse und auch davor nicht sonderlich viel gegessen habe. Keine Ahnung, wie ich das gut beschreiben könnte.

Ich werde das noch etwas genießen, etwas zocken oder Musik hören + Lesen und es morgen mal wieder mit Essen versuchen.

Maskerade

Allmählich lerne ich die Vorteile der Maskenpflicht zu schätzen. Gerade beim Einkaufen mag ich die „Teilanonymität“, die einem die Maske verleiht. Fehlt nur noch der Tarnumhang, um es perfekt zu machen.

Einzig bei meinem Stammgericht habe ich die Maske im bislang ersten Termin seit den Umwälzungen infolge der Pandemie nicht benötigt. Demnächst stehen weitere Gerichtstermine an, bei denen das möglicherweise anders gehandhabt werden wird. Auf jeden Fall legen die Gerichte hier sehr viel Wert auf die Einhaltung der Sicherheitsabstände im Gerichtssaal.

Privat habe ich Corona fast vergessen mich an die unsichtbare mögliche Präsenz des Virus‘ vollständig gewöhnt. Mir wird die Idee immer sympathischer, mir den Virus als niedliches Stofftier nach Hause zu holen (=> siehe auch).

Bei meinen guten Vorsätzen in punkto Abschalten und persönliche „Gesundheitsfürsorge“ wie Sport/Bewegung, Sonnenlicht, ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung & Gewichtsreduktion etc. habe ich nur wenig Fortschritte gemacht, wenn überhaupt.

Mein Hauptproblem ist der schlechte Kreislauf aus Müdig- und Antriebslosigkeit direkt nach der Arbeit abends, die sich später verringert, so dass ich dazu neige, meine Abendstunden zu weit auszudehnen „um noch etwas von meiner Freizeit zu haben + abzuschalten“ und letztlich viel zu spät ins Bett gehe. Dadurch steigt wiederum das Erholungsbedürfnis am Folgeabend; idR lande ich mangels Energie und Lust auf garnichts dann erst recht vor dem PC anstatt noch aktiv etwas zu machen, das meine Freizeitqualität erhöhen würde, wie z.B. Sport, Zocken, Netflixen oder Aufräumen. Dadurch gehe ich auch nicht früher ins Bett etc..

Dieser „Teufelskreislauf“ wird durch das lange Ausschlafen an den Samstagen unterbrochen, wodurch zwar der Schlafmangel ausgeglichen wird. Allerdings stehe ich dadurch auch erst entsprechend spät gegen mittags oder später auf und werde noch später müde abends. Im Grunde entfaltet sich mein sonst mehr oder weniger erfolgreich in Schach gehaltener „Eulen“-Tag-Nacht-Rhythmus auf diese Weise erst recht und die Gefahr ist groß, Sonntagabends auch wieder zu spät einzuschlafen. Zynisch ausgedrückt kämpfe ich dadurch praktisch täglich in irgendeiner Form gegen die tickende Zeit und meine Biologie. Es ist auch nicht gerade zufriedenstellend, wenn man sein Wochenende halb verschläft, halb aufgrund von Antriebslosigkeit „verplempert“ und gegen Sonntagabend feststellt, was man eigentlich alles hätte machen wollen (was unter der Woche zeitlich nicht gepasst hat nach der Arbeit).

Ich müsste zunächst im 1. Schritt einerseits pünktlich ins Bett gehen, an jedem Tag, und andererseits irgendwie den Arbeitsstress reduzieren plus besser abschalten anstatt zu grübeln, weil sonst die Regeneration in der Freizeit nicht ausreicht, um die Batterien wieder aufzuladen. Das sind so die Kernpunkte. Gut wäre auch im 2. Schritt der Rest wie Sport und Sonnenlicht wenigstens abends, gesunde Ernährung usw..

Im 3. Schritt würde ich dann wohl auch wieder Motivation zur und Freude an meiner Freizeitgestaltung entwickeln, die ich die meiste Zeit nicht habe. Ironischerweise deprimiert mich das wiederum zusätzlich, obwohl das ja alles im Grunde selbst gemachte und aufrechterhaltende Probleme sind.

Alles wie immer …

nur noch viel schlimmer.^^
Ok, Letzteres ist etwas übertrieben. Meine schlechten Gewohnheiten sind mir weitgehend treu geblieben. Nur Übergeben habe ich mich seit dem einen Mal Ostermontag nicht mehr. Schätze, das hat sich wohl final wieder erledigt.

Mein Umgang mit den üblichen Alltagsstressoren ist gleichwohl nicht viel besser geworden. Meine Hauptstressquelle ist meine Arbeit und all die üblichen Sorgen, die sich darum drehen. Bald werde ich meine Fachanwaltsausbildung beginnen, was objektiv betrachtet gut ist und mir nützt, andererseits meine Freizeit weiter beschneidet, da die Ausbildung neben der Erwerbstätigkeit erfolgt. Das ist ganz wunderbar, da ich ja auch derzeit schon so gut mit meiner Freizeit hinkomme. Auch die Abschlussprüfungen hat man freundlicherweise auf ein Wochenende gelegt. Als prüfungsängstliche Person bin ich äußerst angetan von den nächsten Monaten und kann es kaum erwarten bis zur Prüfung. Immerhin soll das Ganze Procedere bei Weitem nicht so schlimm wie die Examensprüfungen sein; andererseits heißt das im Zweifel nichts.

Auf der Arbeit selbst läuft es äußerlich eigentlich gut; meine Chefs und meine „Kunden“ sind alles in allem zufrieden und ich habe derzeit gehäuft vertrauensvoll zusätzlich ein paar „Sondersachen“ von meinem einen Chef übertragen bekommen, die inhaltlich lehrreich und interessant sind und eine gewisse Zusatzverantwortung bedeuten. Außerdem bestätigt das seine Rückmeldung, dass er mit meiner Arbeit inhaltlich (sehr) zufrieden ist.

Eigentlich soweit alles gut, wäre da nicht der Punkt, dass ich nicht nur gefühlt immer der Zeit hinterherlaufe, privat wie beruflich. Es ist generell erschreckend, wie schnell die Tage, Wochen, Monate, Jahre verfliegen. Das Arbeitspensum ist nicht gerade niedrig; verantwortlich dafür ist zum einen mein Perfektionismus und mein relativ weit gestecktes Aufgabenfeld, das ich größtenteils freiwillig gemäß meiner eigenen Interessen (sowie der meiner Chefs) so „mitgewählt“ habe, weil ich mich u.a. nie endgültig zwischen Zivilrecht und Strafrecht entscheiden konnte.

Insofern bin ich hin- und hergerissen, weil ich genau die Vielfalt meiner Aufgabengebiete sehr mag und mich sogar mit einem ursprünglich vor dem Berufseinstieg verhassten Rechtsgebiet anfreunden konnte => amüsierter O-Ton meines anderen Chefs, der Fachanwalt für ***recht ist und das bei uns betreut:
„Als ich Berufsanfänger war, habe ich auch immer gesagt, ich mache kein ***recht.“

=> Joa, das hatte ich bei meiner Bewerbung auch gesagt. Umgedacht habe ich später, nachdem ich erkannt hatte, dass jenes verschmähte Rechtsgebiet zum einen lukrativ sein kann und zum anderen in vielen Teilbereichen in der Praxis gar nicht so schlimm ist. Was ich nicht auf dem Schirm hatte war, dass es ein Rechtsgebiet mit hohen Fallzahlen ist. Zusammen mit den anderen Rechtsgebieten, in denen ich tätig bin, kommt da einiges zusammen. Mein junger Kollege, Berufsanfänger wie ich, der mit mir angestellt worden ist, hat sich dagegen (unbeabsichtigt) für andere Rechtsgebiete im Zivilrecht entschieden, in denen quantitativ weniger anfällt (qualitativ ist es gleich). Und Strafrecht war auch nicht sein Fall. Insofern ist mein Aufgabengebiet größer und arbeitsträchtiger; dafür bin ich inhaltlich damit an sich (sehr) zufrieden und finde es so angenehm vielseitig – ich würde mit meinem Kollegen nicht tauschen wollen bzgl. der Verteilung, auch wenn ich ihn manchmal um das etwas niedrigere Arbeitspensum beneide.

Letzteres liegt daran, dass ich mich von dem in meinen Bereichen anfallenden Pensum regelmäßig überfordert fühle. Es ist im Grunde immer sehr viel „gleichzeitig“ zu machen und da das natürlich nicht geht, muss man stark priorisieren, die Sachen möglichst effektiv „abarbeiten“ und damit leben lernen, dass vieles erst einmal liegenbleiben muss. Letztlich sortiert und erledigt sich alles irgendwie, aber es erzeugt bei mir permanent Stress und ein schlechtes Gewissen, selbst wenn sich niemand beschwert.
Der Kreislauf schließt sich mit den – zum Glück – immer wiederkehrenden vorübergehenden Lichtblicken, in denen der Arbeitsberg deutlich geschrumpft ist und der Eindruck nachlässt, immer mit der Bearbeitung irgendeiner Sache im Rückstand zu sein.

Ich weiß nicht recht, ob das auf Dauer nennenswert besser wird. Auf der anderen Seite lässt sich mit steigender Routine und Berufserfahrung wiederum viel Zeit sparen, so dass es wirklich besser werden könnte in punkto Zeitknappheit und Stress durch „Arbeitsverdichtung“.

Insgesamt gefällt mir mein Beruf durchaus und es gibt viele Aspekte, in denen ich diesbezüglich (sehr) zufrieden bin. Sorgen bereiten mir wie gesagt die anderen Faktoren, allen voran die Gretchenfrage, ob ich dem Arbeitspensum auf Dauer gewachsen bin (auch physisch-psychisch) und am Ende aus Sicht meiner Chefs genügend Einnahmen generiere … und fast vergessen: Ob ich überhaupt auf Dauer so leben möchte?