Vereinte Gegensätze

Die vegane Zucchini-Bulgur-Pfanne (Tiefkühlkost) wurde durch die 300g gebratenes Rinderhackfleisch mit Ketchup gut ergänzt.

Anderes hat sich bei mir nicht so gut zusammengefügt:
Die gesamte Woche habe ich bislang jede Nacht viel zu wenig geschlafen. Andererseits halten die körpereigenen Drogen aka Endorphine und Adrenalin mich tagsüber auf der Arbeit wunderbar wach und aktiv. Nur abends nach der Arbeit kommt die Quittung.

Als ich gestern gegen 18:20 Uhr gerade durch die Tür in den Feierabend schlüpfen wollte, wollte mein einer Chef noch „kurz“ mit mir sprechen. (Der Ausgang liegt an seinem Büro und ich hatte ihm gerade Tschüss gesagt und die Türklinke bereits in der Hand … )

Wie soll ich sagen: Wir haben uns dann noch glatt ca. 40 Minuten bis 19 Uhr wie immer bei derartigen Gesprächen gut unterhalten und dabei alle möglichen anliegenden beruflichen Fragen etc. abgekaspert.

Lustigerweise saß er bereits selbst in seiner Jacke am Arbeitsplatz, bereit zu gehen, als es 18:20 Uhr war. So saß er noch in seiner Jacke da, als wir fertig waren. … Als ich mich um 19 Uhr dann endgültig verabschiedet habe, hat er noch irgendwas weitergearbeitet (wobei ich nicht glaube, dass das noch allzu lange gedauert hat; er wird irgendwann kurz nach mir gegangen sein.) … Er wollte eigentlich 2020 weniger arbeiten. So viel zu seinen guten Vorsätzen.^^ … Irgendwie macht hier jeder Überstunden. Wobei er ja für sich selbst arbeitet, im Gegensatz zu den Angestellten.

Schlecht war nur, dass ich durch das Gespräch zu spät zum Kampfsporttraining gewesen wäre. Das wäre an sich kein echtes Problem für die Leute dort, aber ich mag Zuspätkommen nicht. Gerade oder obwohl ich in meiner Freizeit zu den eher chronisch unpünktlichen Menschen zähle, weil ich aufgrund von Motivationsproblemen und inneren Ambivalenzen gegenüber der jeweiligen Verabredung dazu neige, zu spät aufzubrechen.

Das ist ein Grund, warum ich mich privat ungerne verabrede bzw. das spätestens kurz vor dem Termin immer ein Stück weit bereue. Und das, obwohl es dabei fast nur um Traininstermine beim Kampfssport oder um Verabredungen mit guten Freunden geht. Also an sich Verabredungen, an denen ich ein eigenes Interesse habe. Aber ich habe dann gleichwohl andererseits keinen Bock auf die Verabredung und „Kontakt mit Mitmenschen“.

Wie hoch mein Widerwillen ist, hängt auch sehr von meinen Energiereserven ab, die leider regelmäßig schnell erschöpft sind. … Wenn ich erst einmal auf dem Weg zum Termin bin, sind diese Ambivalenzen meistens verschwunden; die Termine gefallen mir dann auch idR gut vor Ort. Aber bis dahin ist es immer ein zäher Kampf mit mir selbst.

Beruflich bin ich dagegen frei von derartigen inneren Konflikten und pünktlich.

Ironischerweise bin ich bei regelmäßigen privaten Terminen wie dem Sporttraining einer der Menschen, die dadurch pünktlich unpünktlich kommen, also bspw. immer ca. 5 Minuten zu spät. Das fällt auch dem jeweiligen Umfeld irgendwann auf <= eigentlich finde ich das (ständige) Zuspätkommen unangenehm und auch „blöd“ von mir, andererseits resigniere ich da auch oft, solange es bei irgendwas um die 5 Minuten Zuspätsein bleibt.

Gerade beim Sporttraining verzögert sich das Training für die Kinder unmittelbar vorher auch oft etwas, so dass ich dann de facto glücklicherweise doch noch gerade so pünktlich zum tatsächlichen Trainingsbeginn bin.

Na ja, gestern wäre ich jedenfalls eher so 15 Minuten zu spät gewesen und hatte auch davon ab keine Lust auf das Training. (Hinterher wird das Training wieder so, wie letzten Freitag. Das brauche ich nicht nochmal und dafür sind mir die kostbaren Abendstunden unter der Woche zu schade.) So bin ich nicht hingegangen.

Da ich recht erledigt war, eigentlich eine absolut sinnvolle Entscheidung, wenn ich den Abend konstruktiv genutzt hätte und mal früh ins Bett gegangen wäre. Aber es gab noch so viel, das mich interessiert hat und ich wurde dann gegen 21 Uhr wieder deutlich wacher, als ich kurz nach Feierabend gewesen war.

Außerdem habe ich mich gestern letztlich erneut seit dem letzten Mal Anfang Januar übergeben. Auslöser war das übliche Muster. Ich halte dieses Verhalten nicht für sinnvoll, aber es tut mir auch nicht Leid. Es ist dann eben so. Es sollte nur nicht wieder zur festen Gewohnheit werden.

Für akut problematisch erachte ich dagegen meinen Tag-Nacht-Rhythmus und den Schlafmangel. Es hat sich so eingeschlichen, dass ich gerade unter der Woche meine Freizeitstunden sehr weit in die Nachtstunden ausdehne. Sicher auch als Ausgleich zum relativ langen und intensiven Arbeitstag.

So sehr ich die Arbeit insgesamt mag und dazu intrinsich motiviert bin, so sehr mag und brauche ich auf der anderen Seite viel „unverplante“ Zeit für mich, in der ich meinen anderen Interessen nachgehen und den Arbeitstag reizmäßig verarbeiten kann. Blöde Introversion.

Jedenfalls hat sich bereits gegen Ende 2019 eine Art Teufelskreislauf eingeschlichen, der folgendermaßen aussieht:

Unter der Woche gehe ich jeden Tag zu spät ins Bett. Bis zum Freitag lässt sich das kompensieren. Den Freitagabend mache ich nach dem Kampfsporttraining bis 4 Uhr morgens oder länger durch, weil ich einfach so wach bin, von der Zeit Montag-Freitag Nachholbedarf habe und ich ja am nächsten Tag nicht zur Arbeit muss.

Zwar nehme ich mir jedes Wochenende neu vor, diesen Freitag mal früh ins Bett zu gehen, aber das klappt nie, weil ich dann Freitagnacht keinerlei Lust dazu habe. Selbst wenn ich sogar recht früh um Mitternacht ins Bett gehe, verschlafe ich jeden Samstag. Ich kann mir Wecker stellen, wie ich will, ich penne über 12 h von Freitag auf Samstag.

Entsprechend stehe ich Samstags nachmittags auf, brauche Stunden, um richtig wach zu werden (wie in besten Unterfunktionszeiten früher; nur da eben täglich) und gehe natürlich von Samstag auf Sonntag ebenfalls erst spätnachts ins Bett.

Dann geht das Spiel mit den Weckern und dem Verschlafen Sonntags weiter, so dass sich mein Tag-Nacht-Rhythmus weiter Richtung „nachtaktiv“ verschiebt.

Ich weiß nicht, ob das nicht auch biologische Mitursachen hat, weil ich seit der Schulzeit in allen Ferien binnen ein, zwei Tagen so einen Tag-Nacht-Rhythmus hatte, der sich immer weiter nach hinten verschoben hat (so dass ich irgendwann sogar wieder in der „Normalzeit“ war vorübergehend. Eben mehr so 26-h-Rhythmus statt 24-h.)

Es kostet mich jeden Tag Disziplin, nicht in so einen Tagesrhythmus abzugleiten.

Man muss kein Hellseher sein, um zu wissen, dass es in der Nacht von Sonntag auf Montag dann auch nicht viel besser läuft. Außer dass ich da immerhin den echten Vorsatz habe, möglichst vor Mitternacht ins Bett zu gehen. … Letztlich funktioniert das aber mehr schlecht, als recht, und zuletzt gar nicht.

Was unter der Woche funktioniert ist, dass ich durch die Wecker wach werde und es irgendwie Dank fester Routinen schaffe, pünktlich und wach zur Arbeit zu kommen und dort (gut) zu funktionieren.

Sobald Feierabend ist und ich Zuhause bin, fühle ich mich sehr gleichgültig + benommen und stehe ein bisschen neben mir (vielleicht tue ich das schon auf der Arbeit ohne es mitzubekommen, man ist da so dichtgetaktet beschäftigt ?)… Disziplin in meiner Freizeit bzgl. Sport, „Pünktlich-Ins-Bett-Gehen“ und teils auch Essen (nicht zu viel oder zu wenig), funktioniert nicht.

Genaugenommen funktioniere ich mit steigendem Schlafmangel privat gar nicht mehr. Ich habe auch z. B. seit Sonntag hier gewaschene Wäsche auf dem Wäscheständer, die ich einfach nur zusammenfalten und in den Schrank einsortieren müsste. Dauert vielleicht maximal 15 Minuten. => Ich bekomme das nicht hin.

Ich hoffe, dass ich es wenigstens heute vor Mitternacht ins Bett schaffe. Morgen früh habe ich auch noch einen Arzttermin vor der Arbeit. Das wird eh eng.

Übermüdet

Gestern bin ich viel zu spät ins Bett gekommen. Ansonsten lief es heute aber gut. So 90% meiner Befürchtungen sind gar nicht eingetreten. Hätte ich das mal gestern gewusst – ich wäre pünktlich ins Bett gegangen.
Selbst das berufliche Wortgefecht mit der Vertreterin der Gegenseite hat irgendwie Spaß gemacht. Zumal sich mal wieder eine gute schriftliche Vorarbeit sowie vorausschauendes Mitdenken (auch psychologisch) in der Sache ausgezahlt haben.

Heute fühlte ich mich tatsächlich kurz wie für den Beruf gemacht und war für einen Moment fast glücklich, also mehr als zufrieden. Es war das gleiche Gefühl, wie es immer wieder während der praktischen Ausbildung aufgeblitzt ist. So eine Art Flow+.

(Meistens ist es eher indifferent; ganz am Anfang habe ich mich wie ein schlechter Schauspieler gefühlt, der den „offiziellen Beruf“, in dem ich tätig bin eigentlich nur schauspielert.
So als würde man einen Ärztekittel in die Hand gedrückt bekommen, mit den Worten: „Hier, für Sie. Sie sind jetzt der Arzt. Versorgen Sie mal die Patienten!“ – und dann geht man zu den Patienten hin, stellt sich als Arzt vor und macht, was Ärzte so machen, ohne einer zu sein.

Heute habe ich sogar seit Monaten einen Teil meiner Mittagspause Draußen in der Sonne verbracht. Meine Haut sieht sonst das Tageslicht in den Wintermonaten praktisch nicht.
(Auch ein Grund, warum ich wenigstens an den Wochenenden tagsüber im Hellen Laufen gehen oder zumindest Spazierengehen wollte. Geklappt hat das in 99% der möglichen Fälle nicht; mangels Motivation oder oft auch, weil ich erst Nachmittags aus dem Bett gekommen bin. … Das ist der Vorteil am Sommer, man hat auch abends noch Sonne.)

Wie auch immer, jedenfalls bin ich sehr müde; das merke ich erst jetzt so richtig. Während der Arbeit bin ich immer so fokussiert und beschäftigt, dass ich Müdigkeit, Hunger etc. nicht wahrnehme bzw. so gut wie nicht. Sehr praktisch!

Ich werde versuchen, nicht das Zeitfenster zum Schlafengehen etwa gegen 23 Uhr zu verpassen. Danach werde ich nämlich wieder wach und erst gegen 2/3 Uhr morgens wieder müde.

Gewicht ist auch weiterhin blöd; die Wassereinlagerungen sind wieder mehr geworden. Andererseits muss ich mich wohl auch einfach mehr bewegen, weniger Zucker konsumieren und regelmäßig (mehr) Sport machen. Und viel zu wenig schlafen, ist sicher auch nicht gut. Angeblich soll dadurch mehr Cortisol (?) ausgeschüttet werden und irgendwie – die genaue Erklärung habe ich wieder vergessen – verursachen diese Stresshormone mittelfristig ebenfalls Wassereinlagerungen. Ansonsten könnte es bei mir wie gesagt an der Schilddrüsenerkrankung liegen. Bin mal auf die aktuellen Blutwerte gespannt Ende Januar.

In einem anderen Blog schrieb die dortige Bloggerin, dass sie sich wünschen würde, introvertiert zu sein. Ich bin überascht gewesen. So einen Wunsch höre ich zum ersten Mal. Bislang kannte ich es nur umgekehrt, dass sich Introvertierte extravertierter wünschen; oder dass die positiven Seiten an Introversion beleuchtet werden, um „uns Introvertierten“ mehr Mut und Selbstakzeptanz zuzusprechen.
Am ausgewogensten dürften die ambivertierten Menschen sein. Die sind uns allen über, egal ob Intro oder Extro^^.

Mhm … schaue ich mir die neue Wilsberg-Folge an oder zocke ich Red Dead Redemption 2 ? Mal sehen … .