Endlich Sommer. Alles in allem meine Lieblingsjahreszeit.
Wie ihr gemerkt habt, hat mir in den letzten Monaten die Zeit und Lust zum Bloggen gefehlt. In der Zwischenzeit hat sich Einiges getan. Ein kurzer Überblick:
Nach insgesamt 4 Fahrten zur Werkstatt ist mein Wagen endlich wieder ok. Es lag am Steuergerät. Beim ersten Termin hat mich die Werkstatt nicht recht ernst genommen, aber danach lief es besser. Allerdings war dann auch das neue Steuergerät beim ersten Versuch irgendwie defekt, so dass nochmal ein weiteres Steuergerät bestellt werden musste und dann hat endlich alles geklappt. Rückblickend war es schon ätzend, vor Fahrtantritt nie zu wissen, ob der Wagen auf Anhieb anspringt oder erstmal ca. 20 Minuten warten mit anschließendem Neustart angesagt ist.
Ich habe endlich meine Fallliste und den Antrag für den Fachanwaltstitel fertiggestellt und alles vor ein paar Wochen bei der Rechtsanwaltskammer eingereicht.
Ich hatte 1,5 Wochen Urlaub im Juni und das hat mir gut getan. Außerdem werde ich noch Urlaub im September nehmen und den Resturlaub etwas verteilen. Wie ich gelernt habe, ist es nämlich schlecht, Ende November/Anfang Dezember Urlaub zu nehmen, weil da idR mehr zu tun ist.
Die Urlaubsvertretung für meinen Chef ist halb rum, noch eine Woche.
Nachdem gerade auch die letzten zwei Wochen vom Arbeitspensum her nochmal richtig blöd waren, konnte ich mir auf der Arbeit für kommende Woche etwas Luft erkämpfen und mit etwas Glück kann ich dann gut was abarbeiten, um mal auf einen grünen Zweig zu kommen.
Meine Schilddrüsenwerte sind mal richtig gut gewesen laut Ergebnis von Anfang Juni 2022 🙂
Nicht so gut ist, dass ich nach wie vor unter der Woche meistens zu wenig schlafe. Der Sommer verbessert das leider nicht, aber ich mache immerhin kleine Fortschritte und zum Glück nimmt mein Körper mir das Schlafdefizit nicht allzu übel. Wenn ich dahin komme, regelmäßig pünktlich Feierabend zu machen und es von der Arbeitsverdichtung her besser ist, wird das sicher auch besser. Erfahrungsgemäß korreliert das nämlich ein Stück.
Trotz schlechter und sehr süßigkeitenlastiger Ernährung liegt mein Gewicht so zwischen 53-54 kg, mit Tendenz zu 53,0 kg. Das freut mich natürlich auch, wobei ich mich gleichwohl bemühe, doch wieder etwas mehr Gemüse, Fisch und Fleisch zu essen und mehr zu kochen.
Außerdem habe ich mich letztes Wochenende zu einer Radtour (ca. 25 km) überreden lassen und es nicht bereut. Mein selten genutztes Fahrrad hat sich vermutlich auch gefreut.
Mit dem Taekwondo-Verein hat alles gut geklappt und ich gehe jetzt jeden Dienstag und Freitag direkt nach der Arbeit zum Training. Dadurch bin ich auch sozusagen gezwungen, pünktlich Feierabend zu machen, was mich im Büro erst noch etwas gestört hat, sich aber danach gut angefühlt hat. Man muss sich eben manchmal einfach selbst etwas austricksen.
Die Leute dort sind auch sehr ok, wobei dort zum Teil eher die allgemeine Pro-Impfen-Haltung herrscht. Ich musste mich bisher zum Glück nicht outen. Am Anfang musste ich laut Vorstand mal einen tagesaktuellen Bürgertest vorlegen, aber den Trainer vor Ort hat das schon gar nicht interessiert. 🙂 Bin mal gespannt, wie das im Herbst wird. Der Klabautermann erträgt es ja jetzt schon nicht, wenn die Menschen sich mal für kurze Zeit wieder etwas entspannen. Egal, mir macht das Training jedenfalls sehr viel Spaß, passt auch gut von den Menschen soweit und es war genau richtig, H.apkido hinzuwerfen letzten Sommer.
Ich habe es sogar geschafft, endlich mal Red Dead Redemption 2 durchzuspielen. Eines der besten Spiele, die ich je gespielt habe.
Und außerdem habe ich es endlich mal hinbekommen, mich mit meinem Kumpel T. für kommendes Wochenende zu verabreden.
Sehr schade ist, dass meine Nachbarin, eine ältere Dame mit dem Herz am rechten Fleck, von ihren Ärzten nur noch eine Lebenserwartung von etwa einem bis anderhalb Jahren bekommen hat. Sie hatte ihre Krebserkrankung vor ein paar Jahren gut überstanden, es war laut Kontrolluntersuchung etc. alles weg, aber irgendwann in den letzten Monaten ist der Krebs völlig überraschend zurückgekehrt und die Ärzte sind selbst erstaunt, wie stark und schnell der Krebs gewachsen ist in ihrer Wirbelsäule, mit Streuung in die Lunge. Ich werde ihr das natürlich nicht sagen – nützt ihr ja auch eh nichts mehr – aber ich hatte schon so ein schlechtes Gefühl, als sie mir letztes Jahr erzählt hat, dass sie gegen Corona geimpft ist und die 2. und 3. Impfung hat sie auch bekommen auf Anraten ihrer Ärzte. Da es jedenfalls ähnliche Fälle wie ihren nach diesen Impfungen zu geben scheint, halte ich es für durchaus möglich, dass die Impfungen das Wachstum des Krebses zumindest befeuert haben. Aber das wird natürlich nie aufgeklärt werden, weil daran kein politisches Interesse besteht bzw. ein politisches Interesse besteht, dass solche Fälle nicht abgeklärt werden.
Wie auch immer, sie trägt ihr Schicksal jedenfalls mit großer Fassung und lässt sich immerhin von der Klinik nicht zu Medikamenten bequatschen, die sie anfangs ausprobiert hat, von denen sie aber unter anderem bettlägerig und völlig matschig im Kopf wird und als Dreingabe auch noch Halluzinationen bekommt. Ihr Hausarzt unterstützt sie darin. Sie bekommt stattdessen Infusionen und etwas gegen die Schmerzen. Das klappt soweit gut und sie kann dadurch eigenständig in ihrer Wohnung leben und noch Spaziergänge machen, mit Gehstock. Die Medikamente sollen den Fortschritt des Krebses etwas verzögern, wobei das wohl auch nicht sicher ist, ob die insoweit anschlagen. Ihre voraussichtliche Lebenserwartung wäre auch mit den Medikamenten kurz. Es geht bei ihr im Grunde nur noch um die Lebensqualität, die mit den Medikamenten schlecht ist. Die Klinik lässt aber nichts unversucht, um ihr ständig die Medikamente aufzudrängen. Wie sagte sie so treffend: Besser ein Jahr mit möglichst viel Lebensqualität leben, als eineinhalb bis zwei Jahre bettlägerig dahinsiechen. Recht hat sie.
Vor ein paar Wochen als ich zu Besuch bei meinen Eltern war, kam das Gespräch auf ein mit meinen Eltern befreundetes Ehepaar und deren zwei Söhne.
Beiden Söhne ist vor vielen Jahren Asperger-Autismus diagnostiziert worden. Neu ist mir das nicht. Ebenso wenig, dass es die ein oder andere Ähnlichkeit zwischen Eigenarten bei ihnen und bei mir gibt; Dinge, von denen ich sonst niemanden kennengelernt habe, der das von sich kennt. Andererseits muss das nichts bedeuten. Umgangssprachlich gilt man schnell als „autistisch“ . Ein wenig scherzhaft haben mich meine Eltern früher so tituliert. Das war keineswegs abwertend gemeint und die Alternativbezeichnung für sagen wir mal „auffällig abweichendes Verhalten“ meinerseits war ansonsten das Zauberwort „introvertiert“, gerne gepaart mit „sensibel“ . Also jetzt von den liebevoll gemeinten Ausrücken meiner Eltern dafür. ^ ^
Mein Vater hatte dafür teils auch andere Bezeichnungen, wie „verstört“ , „unnormal“ , „soll sich nicht so anstellen!“ oder auch „verhalt‘ dich doch mal wie andere in deinem Alter!“ . Ihm ist zugute zu halten, dass hinter diesen Sätzen paradoxerweise seine Sorge stand, dass ich in der Gesellschaft zum „merkwürdigen“ Außenseiter heranreifen und es gerade auch bei Gleichaltrigen schwer haben könnte, wenn ich zu sehr auffalle als „anders“ .
Ab Volljährigkeit habe ich Dank der mir da erst so richtig uneingeschränkt offenstehenden Möglichkeiten über viele Jahre immer mal für mich versucht herauszufinden, ob und was denn nun mit mir von Grund auf verkehrt ist. Asperger Autismus war mit eines der ersten Möglichkeiten, neben banaler Introversion und Verträumtheit. Autismus zog ich in die engere Auswahl, verwarf dies jedoch später wieder, weil ich mir dafür einfach insgesamt zu unauffällig unter Menschen vorkam. Was noch passte war die Möglichkeit, dass ich einfach einen etwas ausgeprägteren schizoiden Persönlichkeitsstil habe, aber auch da bin ich mir heutzutage nicht mehr so sicher. Gut möglich, dass ich auch einfach ganz normal bin. Irgendwann habe ich die Suche nach Antworten auch zu den Akten gelegt. Es war für mich nicht mehr von so entscheidender Wichtigkeit, eine Antwort zu finden, was möglicherweise sogar als Zeichen von Heilung alter Verletzungen und Verunsicherungen gewertet werden kann. Allerdings hatte es auch pragmatische Gründe. Nach dem Studium verschiedener Fachliteratur war ich zu dem unbefriedigenden Ergebnis gelangt, dass man es bei mir wohl auch nicht mehr genau feststellen könne, was es nun ist (oder war). Dazu kommt, dass ich die Skepsis und „natürliche Scheu“ meiner Eltern gegenüber Therapien und Therapeuten teile; mir ist das einfach zu privat und letztlich muss man sich im Leben eh selbst helfen.
Als nun bei meinen Eltern das Gespräch auf diese beiden autistischen Söhne fiel, habe ich meine Mutter zu meiner eigenen Überraschung zum ersten Mal in meinem Leben einfach direkt gefragt, ob ich ihrer Meinung nach Asperger-Autismus haben könnte. Als wäre das die selbstverständlichste Frage überhaupt, erwiderte meine Mutter nüchtern: „Du hast da auf jeden Fall etwas von, aber du hast das nicht so ausgeprägt wie meine ehemalige Arbeitskollegin.“
Besagte Arbeitskollegin ist naheliegenderweise (erst spät) diagnostizierte Asperger-Autistin und hatte es am Arbeitsplatz zwischenmenschlich etwas schwer, mit meiner Mutter hat sie sich wiederum auf Anhieb gut verstanden; die beiden sind inzwischen befreundet.
Nachdem ich die Antwort meiner Mutter vernommen hatte, fiel mir wieder ein, warum ich es so oft von vorneherein sinnlos finde, meinen Eltern zu bestimmten Themen Fragen zu stellen. Danach bin ich nämlich regelmäßig noch verwirrter und habe nur noch mehr Fragen, auf die ich keine ergiebige Antwort erhalte. So auch hier: Auch mit Nachfragen wurde ich nicht schlauer. Meine Mutter wiederum fand, dass es doch völlig egal sei, ob ich nun Autist sei oder nicht, ich sei als Kind schon auffällig gewesen, aber sie habe keinen Sinn darin gesehen, mich testen zu lassen, da ich ja alles in allem klargekommen sei (bin ich nicht wirklich) und sie meine Auffälligkeiten nicht schlimm fand, getreu dem Motto: Jeder ist anders. Eine Diagnose würde bei mir heutzutage auch keinen Sinn ergeben, so meine Mutter weiter, das sei etwas für Härtefälle wie ihre Kollegin, welche die Diagnostik wegen ihrer beruflichen Einschränkungen/Probleme benötigt habe und nun frühverrentet sei.
Nachdem ich noch eine Weile darüber gegrübelt habe, ob ich nicht doch einfach besser jetzt als nie oder in späteren Jahren eine Diagnostik anstreben sollte, um nur für mich Gewissheit zu haben, habe ich es verworfen. Vielleicht ein Fehler. Vielleicht erspart es mir auch unnötiges Leid.
Im schlechtesten Fall im Nachhinein zu erfahren, dass eine Vielzahl meiner Probleme von klein an sozusagen nicht so hätten verlaufen müssen, würde mich auch nachträglich frustrieren. Das habe ich ja nicht einmal bzgl. meiner jahrelang von Ärzten übersehenen Hashimoto-Erkrankung mit Schilddrüsenunterfunktion vollständig verwunden. Bei der Hashimoto-Sache komme ich damit solange bestens klar, wie ich nicht über die Vergangenheit mit dem Wissen von Heute nachdenke. So viel dazu. Man soll eben nach vorn schauen, nicht zurück.
Und umgekehrt würde mir das Ergebnis, dass kein Autismus vorliege, auch nur wenig weiterhelfen, weil es geradezu der Klassiker ist, dass erwachsene Asperger-Frauen oft zu unauffällig (geworden) sind, um erkannt zu werden. Das würde mir auch immer dabei im Hinterkopf rumspuken. Zumal ich Zeit meines Lebens enorm viel Energie in das „Imitieren“ und „Anpassen“ bzgl. dieses ganzen zwischenmenschlichen Verhaltens gesteckt habe. Meine Familie hat darauf ihrerseits großen Wert gelegt. Ich könnte gar nicht mehr sagen, wie ich ursprünglich war. Es wäre auch irgendwie peinlich, wenn all meine Bemühungen normal zu sein nach Außen hin letztlich selbst im Erwachsenenalter doch nicht ausreichend wären. Und sofern es zutreffend wäre, dass kein Autismus bei mir vorliegt (was durchaus sein kann), wäre der Aufwand irgendwie überflüssig.
Über den heutigen Tag schweige ich mal besser. Arbeit war an sich sogar gut – bis auf die letzten 2h, in denen ich deutlich langsamer vorangekommen bin, als von mir geplant. Aufgehalten hatte mich das umfangreich auszuwertende psychologische Sachverständigengutachten in einer leidigen rechtlichen Angelegenheit. Ist zwar nicht schlimm und ließ sich eh nicht groß ändern, aber mich stört sowas trotzdem.
Ganz ähnlich verlief auch der Abend Zuhause, der an sich sogar gut anfing Ich habe ein, zwei Sachen anders als sonst gemacht, konstruktiver; das hat gleichwohl nichts daran geändert, dass es alsbald destruktiv wurde => Hallo Samstagabend, schön dich wiederzusehen. Ich sollte damit aufhören, mir nicht nur in dem Bereich mein Leben regelmäßig unnötig schwieriger zu machen und in einem gewissen Rahmen immer dazu zu neigen, das zu sabotieren, was ich mir an konstruktiven Dingen aufgebaut habe. Irgendwie neige ich sehr stark dazu; das Spiel heißt: Me vs. Me. Gewinner wird es keine geben.
Mal weg von der Gegenwart – Vorsicht, der nachfolgende Text hat Überlänge: Am Wochenende bin ich über Mr. Snape aus dem Harry Potter-Universum gestolpert. Nicht, dass mich die Potter-Welt je interessiert hätte, nur erinnert sie mich immer an zwei Personen, von denen ich bei mindestens einer gerne wüßte, wie es ihr heutzutage geht, was sie so macht etc..
Die Rede ist von einer Mitschülerin, die mit mir von der Grundschule bis hin zum Abitur in einer Klasse (bzw. später in einer Stufe) gewesen ist. Sie wurde von den meisten Mitschülern nicht beachtet, immerhin nicht schikaniert, und war oft bemüht, Anschluss zu finden. Ich weiß nicht genau, sie tat mir irgendwie Leid, weil sie auf mich einen freundlichen sowie durchaus patenten Eindruck gemacht hat und ich damals noch nicht gelernt hatte, mich emotional von dem Leid anderer besser abzugrenzen (heutzutage geht das, nur Tiere sind nach wie vor bis zu einem gewissen Grad meine Achillesferse).
Es gab an sich keinen rationalen Grund, warum unsere Mitschüler sie im Kollektiv links liegen ließen. So einige andere Mädchen mit durchaus miesen Charakterzügen waren dagegen beliebt. Merke: Je zickiger, desto umschwärmter von Jungen wie Mädchen. Das war auch so im Sportverein. Muss man das verstehen? Das war mit etwas, warum ich offen gesagt meine Mitschüler als Gruppe ein Stück weit verachtet habe.
Wie so Schafe, die unbedingt jemanden über sich brauchen, egal wie schlecht der sie behandelt. Warum nicht stattdessen als freier Mensch sein eigener Herr sein?!
Trotz einer kurzen Phase, in der jenes Mädchen und ich uns das ein oder andere Mal privat getroffen hatten, reichte die Passung irgendwie nie so recht zu einer engeren Bekanntschaft; der Kontakt verlief sich schnell wieder. Trotzdem mag ich ihre Person von damals bis heute – so wie mir jeder in Erinnerung ist als Persönlichkeit, mit dem ich näher zu tun hatte. Wie so eine Art Abdruck desjenigen als intuitive Erinnerung an denjenigen in meinem Bewusstsein.
Darüber hinaus wäre da noch meine „frenemy-Freundin“ S. aus der Schulzeit, bei der ich mich seltener frage, was aus ihr geworden und was für ein Mensch sie heute ist.
Unsere Freundschaft war insgeheim, später deutlicher, davon überschattet, dass sie neidisch bis missgünstig auf mich und von verschiedenen Komplexen zerfressen war. Lange hat sie die ein oder andere vergiftete Bemerkung im Anschluss gleich wieder als Scherz abgetan, so dass ich öfters verwirrt war, weil das, was ich aus ihrer Stimme, Mimik etc. zuerst wahrzunehmen geglaubt hatte, nicht dazu passte, was sie später sagte.
Damals war ich aufgrund ungünstiger Entwicklungsprozesse generell schnell dabei, an meiner Wahrnehmung zu zweifeln und die anderen für normal, und mich für unnormal zu halten. Auf der anderen Seite – ich kann es schlecht beschreiben – war der „intuitive“ (richtige) Eindruck von jemanden bei mir immer schon sehr stark ausgeprägt.
S. und ich haben uns in der 7. Klasse kennengelernt, da die Klassen je nach Wahlfach (Latein oder Französisch) neu zusammengelegt wurden. Der Zufall wollte es, dass wir nebeneinander saßen. Mir war an sich egal, wer neben mir saß, Hauptsache, derjenige störte mich nicht. In der 5. und 6. Klasse hatte ich endgültig einsehen müssen, dass ich meine drei – vier langjährigen „Freundschaften“ aus dem Kindergarten und der Grundschule an den Nagel hängen konnte. Der Grund im Außen waren vordergründig meine zu guten Noten und mein Interesse am Schulstoff, an denen sich meine „Freunde“ (2x m, 2x w) plötzlich störten, nachdem sie in der Grundschule davon profitiert hatten, da ich sie regelmäßig hatte abschreiben lassen und ihnen auch anderweitig mit dem Schulstoff geholfen hatte. Das Ganze lief unschön ab.
Ok, es war sicher nicht gerecht, dass sie tagelang für Arbeiten lernen mussten, während ich für die Schule kaum etwas getan habe; ich hatte oft ein schlechtes Gewissen, dass mir der Schulstoff eher leicht fiel, da andere das irgendwie als Makel zu sehen schienen.
Dazu kamen meine interessierten ergänzenden Fragen im Unterricht, die den ein oder anderen Lehrer aus dem Konzept brachten und meine Mitschüler genervt haben, weil es sie nicht interessiert hat. Am Ende musste ich mir die Antwort Zuhause eh selbst suchen, daher habe ich irgendwann gar nicht mehr gefragt (Standardantwort im Unterricht (sinngemäß): „Deine Frage sprengt den Unterrichtsrahmen; das ist im Schulstoff nicht vorgesehen, dass wir uns vertiefter damit beschäftigen.“ oder auch: „Darüber habe ich noch nie nachgedacht, das kann ich dir auch nicht sagen.“). … Es gab nur ca. zwei Lehrer, die wirklich inhaltlich auf diese Fragen eingegangen sind. (Und nein, ich habe nicht ständig gefragt, aber warum behandeln wir überhaupt ein Thema im Unterricht, wenn es dann nur grob, manchmal auch unvollständig bis falsch angerissen wird? Wo ist da der Sinn?).
Unangenehmerweise stand ich auch anderweitig unfreiwillig in der Schule im Mittelpunkt, spätestens vor allen Mitschülern, wenn am Ende des Schuljahres die notenmäßig besten Schüler die Zeugnisse vor der gesamten Stufe überreicht bekamen. Ich weiß nicht, welcher pädagogische Vollidiot sich das ausgedacht hat; so war mein sozialer Ruf am Gymnasium in den Augen meiner Mitschüler bereits in der 5. Klasse ruiniert. Wer gute Noten hat, gehört nicht dazu.
Gleichwohl bin ich nie schikaniert worden, sicher auch, weil ich sehr sportlich war und durchaus sowas wie Schulfreundschaften hatte, im Zweifel eben im großen Kreis der irgendwie „Uncoolen“, was dann schon wieder als cool galt (Merke: Das gibt soziale Pluspunkte); es kam mal die ein oder andere Bemerkung a la „Scheiß Streber“ etc., aber am Ende des Gymnasiums stellte sich heraus, dass ich viel respektierter gewesen war, als ich das immer so empfunden hatte. Es gab sogar mal eine Phase etwa ab der 10. Klasse, in der ich von dem ein oder anderen fast bewundert worden bin, weil gute Noten da auf einmal als „cool“ galten und ausgerechnet die, die vorher so auf die „Streber“ geschimpft hatten, ihrerseits zu echten Strebern mutiert sind, weil sie einen guten Abischnitt haben wollten. Solche Leute habe ich ja besonders gerne.
Allerdings nützte mir meine plötzliche unfreiwillige Beliebtheit nichts mehr, hatte ich doch zu dem Zeitpunkt längst innerlich mit meinen Mitschülern und der Heuchelei in der Schulführungsetage abgeschlossen; ich pflegte den ein oder anderen bekanntschaftlichen Kontakt in der Schule zu den nicht ganz so mitläufermäßigen Mitschülern und blieb für mich; alleine ist man immer in guter Gesellschaft, unter anderen Menschen nicht unbedingt.
Darüber hinaus habe ich mich seit jeher unter Älteren wohler gefühlt; die Denkweise war irgendwie anders und mir näher. So ist u. a. der bis heute andauernde Kontakt mit dem gemeinsamen Kumpel meines Bruder entstanden, mit dem ich gemeinsam mit meinem Bruder auch damals schon viel unternommen habe, wenn ich mal etwas geselliger drauf war oder mein Bruder mich erfolgreich zu „Partybesuchen“ überredet hatte, die regelmäßig damit endeten, dass wir beide zu Fuß frühmorgens längere Fußwege von bis zu über einer Stunde nach Hause zurückgelegt haben. Ich fand das mit die schönsten Momente, wenn alles so ruhig und menschenleer war, die Morgendämmerung bevorstand und wir am Wald entlangliefen; Dorf und ländliche Gegend eben. Da fuhr zu der Zeit längst kein Bus mehr. Auch alleine gehe ich bis heute nachts am liebsten zu Fuß nach Hause von Treffen/Partys; egal ob in der Großstadt oder anderswo. Meine Eltern sind lange tausend Tode gestorben, weil ich nachts so gerne alleine unterwegs war und kein Taxi nehmen oder mich anderen für den Rückweg anschließen wollte.
Ich führte ca. ab der 8./ 9. Klasse eine Art Doppelleben: In der Schule galt ich als brav, verträumt und intelligent, mit bisweilen höchst komischen Ideen, wenn ich z.B. im Religionsunterricht die Meinung vertrat, dass doch jeder die Art von Beziehung/Partnerschaft führen solle, die für ihn passt, und wenn dann eben drei zusammen sind in einer Partnerschaft oder man eine lose Sexbeziehung unterhält. Solange das für alle Beteiligten passt, sei daran aus meiner Sicht nichts auszusetzen und von anderen abzuwerten. Das hatte ich auch nur deshalb im Unterricht in der 8. Klasse ausgesprochen, weil sich die ein oder andere Mitschülerin abfällig über derlei verkommene Lebensführungen geäußert hatte, unter allgemeiner Zustimmung, auch des Lehrers. Das Unterrichtsthema lautete ironischerweise irgendwas mit „Liebe und Beziehung“.
Für meine Mitschüler, die das klassische 1-Mann mit einer Frau-Modell als für alle einzig richtig ansahen, war das so, als hätte ich behauptet, die Erde sei eine Scheibe. Für die echten Gläubigen unter ihnen war es so, als hätte ich zum Gruppensex aufgefordert mit meiner Idee. Der Reli-Lehrer, der recht konservative Ansichten vertrat und dem meine ketzerischen Ideen eh ein Dorn im Auge waren, sah sich daraufhin veranlasst, mich im Unterricht zum Abschuss freizugeben und meine Mutter zum Elterngespräch einzuladen, da er angeblich Sorge um meine sittliche Entwicklung hatte.
Das einzige Elterngespräch, das meine Eltern wegen mir je mit Lehrern führen mussten. Meine Mutter hat mich gut vertreten; leider durfte ich selbst nicht daran teilnehmen. Da ich in Reli gleichwohl ebenfalls stets ein „sehr gut“ bekam, da ich mich ja auch generell als einer der wenigen am Unterricht beteiligte (auch nicht nur mit solch‘ „ketzerischen“ Ansichten^^) war dem Lehrer der Vorschlag meiner Mutter nicht recht, dass ich in Reli für das laufende Schuljahr auf eine Benotung verzichte und den Kurs abwähle. Hätte ja seinen Schnitt runtergezogen. Arschloch.
Jener Lehrer hat immer so auf „Schülerkumpel“ gemacht und sich locker-humorvoll gegeben, war aber mit einer der linkesten Lehrer, dem der ein oder andere Mitschüler zum Opfer gefallen ist. Seiner Beliebtheit hat das keinen Abbruch getan und er war lange aufgrund seiner Beliebtheit unter den Schülern Vertrauenslehrer, ausgerechnet.
Meine allgemein gemeinten Ideen z.B. zu Partnerschaften etc. wurden von ihm und manchen Mitschülern so verdreht, dass ich diese Art von Beziehungen selbst eingehen wollen würde, dabei hatte ich das eher von einem allgemeinen, mehr ethischen Standpunkt aus gemeint. Kleingeister. Dass hat mich an der Schule und den Leuten dort immer schon angekotzt menschlich. Dieses ganze Spiel hinter den Kulissen, gepaart mit dieser Engstirnigkeit und sich als gute Menschen aufspielen, während andere Schüler tatsächlich unter die Räder gekommen sind, weil sie irgendwie aus dem Rahmen fielen oder anderen Mitschülern (mit Vitamin B) missgünstig waren.
Etwa ab dem 9. Schuljahr kiffte ich in meiner Freizeit sporadisch je nach Lust und Laune entweder mit meinem Bruder oder gemeinsam mit dessen Clique und lernte einige schräge Gestalten kennen. Der Reiz des Verbotenen hat mich immer schon fasziniert. Wir haben auch viel gezockt; das habe ich auch sehr gerne alleine gemacht. Daneben bin ich verschiedenen Sportarten nachgegangen, denn Freizeit hatte ich mehr als genug, da mich der Schulstoff mäßig bis kaum forderte. Ich wage zu behaupten, dass das am Schulstoff lag und nicht an mir. Sonderlich intelligent war ich für meinen Eindruck nie; ich habe mich eher oft dumm gefühlt.
Zurück zu S.: Während unsere Freundschaft im 7. Schuljahr noch recht intakt war und wir gemeinsam mit einem Kumpel oft zu dritt abhingen, später auch mit zwei weiteren Mitschülerinnen, entwickelte sie zunehmend fiese Züge: Sie stand immer schon gerne im Mittelpunkt, ganz im Gegensatz zu mir, selbst wenn sie dafür erfundene Geschichten erzählen musste. Irgendwann im 1. Schulhalbjahr des 8. Schuljahres fing sie an, auf einer der beiden Mitschülerinnen, C., herumzuhacken. Der Grund war banal, auch wenn sie es nie zugegeben hätte: S. war auch nach ihrer Crash-Diät etwas übergewichtig und gegenüber allen weiblichen Wesen, die irgendwie hätten attraktiver sein können aus S.‘ Sicht, höchst missgünstig; sie fühlte sich denen unterlegen.
C. beklagte sich zwar und litt unter den Verbalattacken von S., wehrte sich jedoch nicht. Als ich C. in Schutz genommen hatte, erklärte C. vor der Clique, dass alles ok sei, sie fände S.‘ (giftige) Kommentare angeblich lustig. Dabei war sie es, die danach oft den Tränen nahe war und sich unter vier Augen bei mir beklagt hatte (da S. und ich sowas wie die äh „Tonangeber“ in der Kleingruppe waren). Mir war das Ganze dann zu dumm, zumal ich Verhältnisse auf Augenhöhe bevorzugte, und ich mochte mir das Spiel von S. nicht länger geben. Der gemeinsame Kumpel war inzwischen zur Realschule gewechselt.
Danach verbrachte ich die Pausen lieber alleine, wenngleich S. und ich weiterhin nebeneinander saßen im Unterricht. Ich ignorierte sie, soweit möglich. Zumal sie dann auch erfolglos versuchte, Mitschüler gegen mich aufzubringen und öfters stichelte, während sie sich weiter veränderte. Auch ihr waren meine Noten verhasst. Sie fing irgendwann an, sihc zu ritzen. Einmal auch fast provokativ, als wir uns verabredet hatten, und sie sich von mir nicht ausreichend beachtet fühlte. Bis dahin hatte ich gar nicht gewusst, dass es Ritzen gibt und was das ist.
Im 2. Schulhalbjahr der 8. Klasse versuchte S., sich umzubringen. Die Ernsthaftigkeit dahinter habe ich immer bezweifelt, weil sie es mit Leichtigkeit so hätte anstellen können, dass es geklappt hätte. Sicher ist gleichwohl auch ein Appellsuizidversuch ernstzunehmen und deutet auf größere Probleme hin.
Während sie eine Weile in der Kinder- & Jugendpsychiatrie verbrachte, appellierte die damalige Vertrauenslehrerin während des Unterrichts vor allen Mitschülern explizit an mich, dass ich nun besonders für S. da sein müsse. Leider hat mich das aus idiotischem Mit- und Pflichtgefühl bewogen, die „Freundschaft“ mit S. fortzusetzen. Ein Fehler, der bei mir zu Schäden geführt hat, denn S. hatte doch gravierendere Persönlichkeitsprobleme, die sie u. a. an mir verdeckt ausgelebt hat.
Darüber hinaus hielt die Vertrauenslehrerin es für eine gute Idee, eine weitere, verhaltensauffällige neue Mitschülerin aus der Parallelklasse neben mich zu setzen, da sie hoffte, dass ich mit meiner Art einen guten und stabilisierenden Einfluss auf diese haben würde. Jene Mitschülerin quatschte mich ständig im Unterricht von der Seite an, versuchte meine Sachen zu bekritzeln und wollte mir irgendwelche Fotos etc. von ihren Selbstverletzungen zeigen und dass ich mir ihre „Psycho-Scheiße“ anhöre, die sie geradezu genüsslich ungefragt ausbreitete. Als wäre ich ihr kostenloser Seelenmülleimer. Verbat ich mir derartiges ihr gegenüber, wurde ich von der Lehrerin angemacht, dass ich den Unterricht stören würde. Ich verstand die Welt nicht mehr und war schnell gehemmt, mich überhaupt noch zu wehren.
Als ich mich aufgrund der ständigen Störungen etc. wegsetzen wollte -mir ging es zu der Zeit selbst nicht gut- versuchte jene Lehrerin, mir ein schlechtes Gewissen zu machen, angeblich sei ich anderen von der Reife her voraus und könnte der Mitschülerin daher doch helfen etc.; dabei tat die Lehrerin so, als wäre mein Verhalten absolut unerklärlich/seltsam, ja fast kaltherzig, da ich der Mitschülerin ja offenbar nicht helfen wolle. Dabei war sie über jene Mitschülerin bestens im Bilde, wie hinterher herauskam.
Mir kam in der Zeit vieles surreal vor und ich traute meiner eigenen Wahrnehmung noch weniger, als vorher. Es gibt natürlich Schlimmeres, aber das alles hätte nicht sein müssen. Es ist neben einem anderweitig bescheuerten Trainer im Handballverein das letzte Mal in meinem Leben gewesen, dass ich mich unter dem Druck von „wohlmeinenden Dritten“ derart selbstschädigend habe manipulieren lassen.
Später habe ich dann bis ca. zum 10. Schuljahr den endgültigen Absprung sowohl von S., als auch von jenem Handballtrainer geschafft. Die andere Mitschülerin hatte zu meinem Glück nach einem sehr anstrengenden Schulhalbjahr mit ihr einen anderen Kurs gewählt und später die Schule ganz verlassen.
Später, in der Oberstufe, hatte ich zwar die ein oder andere Schulbekanntschaft mit anderen Mitschülern, die ganz ok war, aber eigentlich war ich auch in der Schule (wieder) am liebsten für mich alleine. Möglicherweise hat das zu einem guten Teil an mir und nicht an jenen Erlebnissen – oder eben an meiner sich bis dahin entwickelten „depressiven Verstimmung“, wohl durch die lange übersehene Schilddrüsenunterfunktion, später dann auch der Essstörung gelegen, weil ich trotz aller temporären Geselligkeit im Herzen stets einzelgängerisch veranlagt war und mich unter Gleichaltrigen nie recht zugehörig gefühlt hatte; daran haben auch die Freundschaften mit anderen nie etwas geändert.
Im Kern ist das bis heute so, auch wenn mir der ein oder andere irgendwo durchaus nahe ist und ich seit vielen Jahren drei solide (echte) Freundschaften habe.
Am Ende des Tages lebt man sein Leben alleine und mangels Telepathie ist niemand in der Lage, die jeweilige individuelle innere Welt des anderen wahrhaftig zu erfassen; man sieht immer nur Ausschnitte von der inneren Landkarte des anderen. Es stirbt insofern auch jeder für sich alleine, egal wie viele nahe Menschen dabei versuchen, Unterstützung zu spenden. Das, was ich als „innere Glasscheibe zu anderen“ beschreiben würde, bringt das Kafka-Zitat auf den Punkt:
Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von den Deinen. Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüßtest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich.
Der Refrain trifft es sehr gut. Das Leben ist nicht schwarz-weiß oder nur schön bzw. nur schlimm. Meistens ist es eine Mischung aus ganz verschiedenen, durchaus gegensätzlichen Elementen. Ich finde, es ist wie bei einem Kaleidoskop.
Manchmal sind es Kleinigkeiten, die dazu führen, dass sich die einzelnen Teilchen neu anordnen und sich ein ganz anders Bild ergibt. Das gilt auch bezogen auf die eigene Stimmung, die eigenen Gedanken, Empfindungen etc.. Im Guten, wie im Schlechten.
Dazu kommt der ständige Empfindungsmischmasch im Hintergrund, bei dem selten kurz ein Gefühl besonders heraussticht wie bspw. Freude. Es ist mehr so ein Grundrauschen insgesamt mit kleineren kurzen Ausschlägen in die ein oder andere Richtung.
Die Tage seit meinem letzten Eintrag sind gut verlaufen. Am Samstag bekomme ich einen neuen Kühlschrank nebst Herd geliefert – eine zwar länger vage geplante, aber letztlich in der Umsetzung relativ kurzentschlossene Aktion.
Seitdem bin ich bemüht, meinen Kühlschrank zu leeren, vor allem das Gefrierfach. Das hat mir die nötige Motivation verliehen, endlich mal all die Gemüse- und Fischsorten daraus anzugehen. Jetzt koche ich abends für das Abendessen und gewissermaßen zugleich für das Mittagessen am nächsten Tag im Büro. … Meinem Körper scheint das gut zu bekommen. Seitdem esse ich auch de facto auch kein/kaum Brot mehr, ebenso wenig Käse oder gar Süßigkeiten.
Es wäre sicher gut, sich dauerhaft so zu ernähren. Das beseitigt so viele Baustellen mit einem Schlag. Außerdem mag ich Gemüse, Fisch, Fleisch etc. ja durchaus gerne, so ist das nicht. Gerade nach der Arbeit war ich in der Vergangenheit nur fast immer zu faul und müde, um noch richtig kochen zu wollen.
Die Wassereinlagerungen sind auch schon etwas besser geworden, aber sind insgesamt noch recht hoch. Schätze, ich sollte mich da in mehr Geduld und vor allem auch dauerhafter, lebenslanger Disziplin in punkto Ernährung, Bewegung und Schlafen üben, um die ganz loszuwerden und neue Einlagerungen zu vermeiden.
Was noch nicht geklappt hat war, abends Laufen zu gehen oder zumindest Spazieren, an den Tagen, an denen ich kein Kampfsporttraining habe. Dazu war ich dann doch zu müde und faul. Eigentlich wollte ich im Gegenzug dann wenigstens eher ins Bett gehen, mal vor weit nach Mitternacht. Das hat nicht geklappt, aber ich fand die letzten Abende viel entspannter als sonst und habe erholter geschlafen.
Sehr gut ist auch, dass ich auf der Arbeit eine sehr wichtige Sache fertiggestellt habe und mein Chef, der da eigentlich üblicherweise nochmal drüberschauen möchte – zumal es eine persönliche Angelegenheit von ihm ist – mir wortwörtlich gesagt hat, dass er mir da voll vertraut, er den Entwurf nicht sehen möchte/braucht und ich das schon machen werde.
Das hat mich irgendwie gefreut und ich bin eher neugierig, als ängstlich, wie die Sache ausgeht und das Gericht entscheiden wird. Noch vor ein paar Monaten hätte mich das innerlich geängstigt und für mich die Sorge aufgeworfen, ob ich womöglich totalen Schrott geschrieben habe, über den sich die Gegenseite und das Gericht scheckig lachen.
Gerade zu Beginn der Arbeit an dieser Sache war mir alles andere als wohl zumute. Es ist eine inhaltlich und juristisch anspruchsvoll bis komplizierte Sache und es hat recht viel Zeit in Anspruch genommen, mich da reinzufuchsen. Andererseits bin ich mit dem Entwurf nun soweit zufrieden, der kann so rausgehen. Blöd ist nur die Ungewissheit bis auf Weiteres. Gut, dass ich mit all den anderen Akten in der Zwischenzeit bestens beschäftigt und abgelenkt bin.
Gar nicht mal so schlecht sind auch die aktuellen Schilddrüsenwerte, wobei sich ft3 noch nicht ganz erholt hat. Immerhin geht die Vermutung auf, dass die L-Thyroxin-Dosis vorher etwas zu hoch war, wodurch ft4 bis an die Obergrenze gestiegen ist und der Körper zu viel rt3 gebildet hat, als Gegenspieler zum ft3 bzw. T3. Dadurch sinkt dann der ft3-Spiegel. Dazu passt, dass sich nun nach der Reduzierung von L-Thyroxin seit Oktober 2019 ft4 und ft3 wieder etwas angenähert haben; ft4 ist gesunken, und ft3 etwas gestiegen, wenngleich immer noch im unteren Drittel des Normbereichs. ft4 ist noch deutlich höher, als ft3. Wie auch immer, mich erleichtern die Werte und die daraus abzulesende Entwicklung. Wenn ft3 in den nächsten 6-10 Monaten wieder die alten Wohlfühlwerte von alleine erreicht, wäre das sehr gut und am einfachsten.
Der heutige Tag war ganz ok. In der Mittagspause bin ich ausnahmsweise ca. 20 Minuten Draußen „an der frischen Luft“ gewesen und Spazierengegangen. Es war auch eine gute Idee, vorgekochtes Gemüse mitzunehmen, das ich nur in der Mikrowelle erwärmen musste. Zum Nachtisch gab es Skyr und eine Fruchtschnitte. Auf der Arbeit war viel los, was etwas nervig war, weil ich immer wieder neu unterbrochen wurde bei der Arbeit an einem wichtigen und nicht unkomplizierten Schriftsatz. Später war es kurz vor Feierabend endlich ruhiger. Den Schriftsatz habe ich allerdings nicht mehr geschafft; den werde ich morgen mit neuen Kräften fertigstellen. (Und all die anderen Sachen.)
Gut war auch nach kurzem Zögern Zuhause direkt die Sportsachen zu schnappen und zum Kampfsportraining zu gehen. War sogar pünktlich und das Training war gut. Heute eine nette kleine Runde mit einem von seiner Art her sehr angenehmen Trainer, der sein Wissen gut vermitteln kann. Sparringspartner war auch ganz ok; nach ein paar Würfen hatte er es auch raus, wie man Menschen besser nicht zu Boden werfen soll.^^ Mein Brustkorb hat es ihm gedankt. Auch eine Art, sich beim Sport zu spüren.
Das Wetter hier ist unentschlossen und pendelt zwischen milden Temperaturen und Regen + Kälte. Gerade diese nasse Kälte ist unangenehm und sorgt schnell für diesen Effekt, sich wie ein halb aufgetautes Tiefkühlfischstäbchen zu fühlen. Dagegen hilft eigentlich nur lange heiß duschen, was ich nach dem Training entsprechend gemacht und mich danach unter eine Decke aufs Sofa verkrochen habe.
Heute Morgen habe ich mich gewogen und bestätigt bekommen, was mir mein Körpergefühl und meine Augen vorher schon mitgeteilt haben: Kurz gesagt habe ich ziemliche Wassereinlagerungen im gesamten Körper verteilt, mit ein paar Schwerpunkten in den Beinen und im Gesicht. Ich schätze aufgrund der bisherigen Erfahrungen, dass es dauern wird, bis das Wasser verschwindet. Falls es überhaupt vollständig verschwindet; es fällt mir schwer, daran zu glauben. Im Grunde habe ich diese Einlagerungen sukzessive seit etwa Frühling 2019 mit besseren und schlechteren Tagen. Vollständig verschwunden waren die allenfalls einmal im Sommer 2019 für wenige Tage.
Andererseits wird mein Lebenswandel der letzten Zeit bzw. strenggenommen seit ca. Spätsommer 2019 dieses generelle Problem nicht verbessert haben. Objektiv betrachtet kommen insgesamt mehrere Gründe in Betracht: Schlecht eingestellte Schilddrüse, Histaminintoleranz, kohlenhydratreiche Nahrung, chronischer Schlafmangel, insgesamt im Durchschnitt zu wenig Bewegung, teilweise zu salzige Ernährung und evtl. irgendwie eine direkte Reaktion nach Übergeben, die nicht bereits auf die anderen vorgenannten Ursachen zurückzuführen ist (einen Kaliummangel kann ich aber zB sicher ausschließen). Theoretisch würde ich auch einen Progesteronmangel für nicht abwegig halten, aber ich weiß das eben nicht und habe auch wenig Lust auf Selbstexperimente in die Richtung.
Falls ich es schaffe, bin ich mal gespannt, ob das Problem nach ca. 4-6 Wochen durchgängig ausreichend schlafen, sich täglich bewegen bzw. Sport machen nach der Arbeit und besserer Ernährung, also u.a. möglichst kaum Zucker (auch nicht in Form von Fruchtzucker) zu essen, nicht zusammen mit anderen Symptomen verschwunden ist.
Mal sehen, wie die Schilddrüsenwerte von letzter Woche waren. Hoffentlich ist der ft3-Wert diesmal endlich wieder höher, als im Oktober 2019. Das wäre am einfachsten.
Heute hatte ich mir frei genommen, um Mittwochsabends zu meinen Eltern rüberzufahren und dort meinem Hausarzt und meiner Zahnärztin einen Besuch abzustatten.
Beim Hausarzt stand zwar nur Blutabnehmen zur Kontrolle der Schilddrüsenwerte an, aber Blutabnahmen werden nie meine Lieblingsuntersuchung werden. Zahnarztbesuche finde ich dagegen immer sehr entspannt, egal ob es um die Entfernung der Weisheitszähne ging oder um die jährliche Routinekontrolle.
Sämtliche Vampire Blutabnehmer loben zu Beginn meine „wunderbaren Venen“. Ok, Dank Sport, Muskeln und kaum Körperfett sind meine Venen in der Armbeuge gut zu sehen und bieten wohl gute „Stechbedingungen“.
Das war es aber auch schon an günstigen Ausgangsvoraussetzungen bei mir. Ansonsten habe ich mit dem Thema Blutabnehmen eine „lebhafte“ Vergangenheit, wenngleich Blutabnehmen bei mir technisch an sich gut funktioniert und ich auch alles brav mitmache.
In der Vergangenheit hatte ich oft mal mehr, mal weniger starke Kreislaufprobleme, wenn mir im Sitzen Blut abgenommen wurde. Da die ersten Blutabnahmen damals mit ca. 17 erfolgten, als ich stark untergewichtig, mangelernährt und anorektisch war, hatte ich die Probleme erst darauf zurückgeführt, musste aber später feststellen, dass mein vegetatives Nervensystem einfach überempfindlich reagiert.
Warum mir das Blut damals idR ausgerechnet im Sitzen abgenommen worden war, weiß ich nicht. Es war dort bei fast allen Patienten wohl einfach so üblich. Aus jener Zeit kann ich von interessanten Erlebnissen berichten, wie den Tag, als die sehr gut stechende Praxismitarbeiterin sowohl links, als auch rechts mehrfach stechen musste und offenbar auch traf – nur es kam kein Blut.
Irgendwann nach erneuten Versuchen kam dann doch noch etwas Lebenssaft. Nur floss das Ganze sehr langsam und es fühlte sich regelrecht zäh und merkwürdig an im Arm. Das Gefühl war ehrlich gesagt auf schwer zu beschriebende Weise eklig und am liebsten hätte ich die Nadel aus dem Arm gerissen. Zum Glück ließ mich die Dame eine Weile alleine während sich das Blut durch den Schlauch wand.
Außer mir war niemand im Raum, was auch besser war. Ich weiß bis heute nicht, wie ich es geschafft habe, den sich von den Rändern her ausbreitenden schwarzen Schleier vor meinen Augen zu stoppen, mich von den schwankenden Fliesenfugen nicht irritieren zu lassen und nicht vom Stuhl zu kippen.
Damals wollte ich auf keinen Fall Aufsehen erregen und mir höchstwahrscheinlich vorhalten lassen müssen, dass die Kreislaufschwäche ja hausgemacht sei und ein Zeichen, dass ich mehr essen, mehr trinken und zunehmen müsse. So war ich heilfroh, dass niemand etwas mitbekommen hatte.
Für andere bemerkbare Kreislaufschwächen hatte ich trotz allen Raubbaus am Körper nie in der gesamten Zeit. Mein Geist und Körper waren damals irgendwie deutlich zäher, obwohl gesundheitlich objektiv betrachtet deutlich kränker.
Als ich Jahre später regelmäßig mit mehreren Monaten Abstand zur Blutabnahme musste, fing es an, dass ich beim Blutabnehmen im Sitzen entweder gegen Ende der Blutabnahme oder direkt danach, wenn man nur noch das Pflaster auf die Einstichstelle drücken soll, deutliche Kreislaufprobleme entwickelte.
Mir wurde zunächst innerlich plötzlich total heiß und dann übel. Außerdem wurde mir kurz mal mehr, mal weniger schwarz vor Augen und der Körper irgendwie „schlaffer“, ohne dass ich jedoch umgekippt wäre. Die Hände blieben kalt und wurden etwas bläulicher, als ohnehin; vor allem an dem Arm, an dem das Blut abgenommen worden ist. Der ganze Spuk war (bis auf die blauen Hände) binnen Sekunden auch wieder vorbei und ich wieder ganz normal fit. Am einfachsten war es, wenn es niemandem auffiel und ich noch kurz etwas sitzen bleiben konnte, z. B., weil die Praxismitarbeiterin eh noch etwas anderes erledigen musste. Das waren die unproblematischsten Blutabnahmen im Sitzen.
Äußerlich betrachtet bin ich während dieser kurzen Kreislaufeinbrüche wohl auch etwas blasser geworden. Da ich aber immer sehr blass bin, fiel das zum Glück nur (mit Heute) zweimal auch dem Praxispersonal auf.
Beim ersten Mal wurde ich mit den Worten: „Legen Sie sich erst einmal hier hin“ zur Liege geführt, wobei mir dann wirklich kurz durch das abrupte Aufstehenmüssen komplett schwarz vor Augen wurde, so dass ich vorübergehend blind zur Liege mitging, mich dort brav hinlegte und binnen weniger Sekunden wieder munter war. Allerdings bestand die Mitarbeiterin darauf, dass ich noch länger liegen sollte und ich wurde bis zum Verlassen der Praxis skeptisch beäugt, obwohl es mir wirklich wieder ganz normal ging, mit stabilem Kreislauf.
Mir war das alles sehr unangenehm, da ich absolut nicht gerne mit Beschwerden im Mittelpunkt stehe. Zumal es mir nicht gelang, die Mitarbeiter davon zu überzeugen, dass ich nur ganz kurz diesen „Kreislaufeinbruch“ habe und das Körpersystem danach binnen Sekunden wieder hochfährt, wie beim PC, und dann alles wieder stabil läuft.
Ich verstehe ja, dass die Leute sich schon aus Haftungsgründen um sowas kümmern und niemand Bock hat, einen kollabierten Patienten vom Boden aufzusammeln oder gar Sturzverletzungen verarzten zu müssen. Aber mich hat das wiederum sehr gestresst, psychisch, weil ich es einfach hasse, wenn sich Leute allzu sehr um mich sorgen. Noch dazu, wenn ich nichts ernsthaftes habe.
Nach meinem einen unfreiwilligen Auftritt war ich beim nächsten Mal Blutabnehmen daher umso motivierter, mir bloß nichts von meinem „Makel“ anmerken zu lassen. Das gelang mir auch, weil ich direkt nach dem Blutabnehmen geradezu fluchtartig die Praxis verließ, bevor noch jemand etwas hätte merken und mich wieder dabehalten wollen. Draußen außer Sichtweite musste ich mich dann erst einmal kurz auf einen Stein setzen. Dann ging es auch wieder. Wie immer.
Später bin ich nach ersten Hemmungen dazu übergegangen, mir das Blut im Liegen abnehmen zu lassen. Am Anfang habe ich mich erst ziemlich doof und losermäßig gefühlt, weil ich irgendwie immer der einzige Patient war, der liegen wollte beim Blutabnehmen, obwohl ich jeweils rein von den (mutmaßlichen) Befunden her noch der gesündeste und altersmäßig der jüngste Patient von allen Anwesenden im Abnahmeraum war.
Es kam noch lange jedes Mal die irritierte Frage: „Sie können sich doch auch hier auf den Stuhl setzen … – oder müssen Sie liegen?“, wenn ich die Liege ansteuerte.
Mich stürzte das regelmäßig in kurze Grübeleien, ob ich die Definition von „muss liegen“ erfüllte oder nicht. Die Abnahme war ja auch im Sitzen möglich, nur eben subjektiv unangenehm(er), als im Liegen. Also musste ich strenggenommen nicht liegen – aber so haarspalterisch konnte die Frage sicher nicht gemeint sein (oder etwa doch?)?! => Regelmäßige Antwort meinerseits, weil ich nicht lügen und einfach die Frage bejahen wollte: „Äh ich muss eigentlich nicht liegen, aber mir wäre das lieber … „.
Man fühlt sich natürlich gleich viel besser, wenn selbst die ältere, multi-morbide Dame mit katastrophalen Venen stoisch ohne Kreislaufprobleme die diversen Stechversuche im Sitzen erträgt während mein Körper da schon bei einem perfekten Stich rumzickt.
Im Liegen gestaltete sich das Blutabnehmen dagegen absolut reibungslos. Ich musste nur damit leben, dass man aus Sicht des Personals als „Risikokandidat“ fürs Umkippen gilt, wenn man selbst schon auf das Liegen besteht. Immerhin wurde ich nicht ernsthaft aufgehalten, wenn ich zügig direkt nach der Abnahme aufspringen und gehen wollte – die Mitarbeiterin ließ sich nur – gaaanz zufällig – ein bisschen mehr Zeit, um das Pflaster zu holen während ich liegenbleiben sollte, was ich ignorierte und mich zumindest auf die Liege setzte. Man wurde ein bisschen wie ein rohes Ei behandelt, weshalb ich mich anfangs immer doppelt doof fühlte. Aber damit konnte ich nach einer Weile relativ gut leben.
Ich weiß nicht warum, heute morgen bin ich nicht zur Liege gegangen, sondern dachte, dass es doch auch im Sitzen klappen müsste.
Ein Fehler! Klassischer Fall von selbst schuld. (Ich könnte es natürlich darauf schieben, dass ich zweimal gestochen werden musste und zum ersten Mal eine andere Vene an dem Arm genommen worden ist, aber ich glaub nicht, dass das der Hauptauslöser für mein vegetatives Nervensystem gewesen ist.)
Wie soll ich sagen … mir wurde innerlich schrecklich heiß, mir wurde übel und mir brach sogar ausnahmsweise sichtbar der Schweiß am ganzen Körper aus. Es fiel mir zunehmend aufgrund der abnehmenden Muskelspannung etwas schwer, das Pflaster auf die Einstichstelle zu drücken. Der Schweiß verriet mich leider.
Mein Zustand fiel prompt auf, obwohl ich vergeblich um Contenance bemüht war, und so landete ich auf der Liege. Ca. 10 Sekunden Liegen, einmal schnell das Gesicht trockentupfen und alles war wieder gut, für mich (bis auf die angeschwitzte Kleidung – die war unangenehm und später auf dem Parkplatz war mir deshalb arschkalt).
Es wurde noch der Blutdruck gemessen: 105:70 – ich hätte mit weniger gerechnet. Ok, als die Messung war, lag ich ja bereits ca. eine Minute oder länger und mir ging es bereits wieder gut. Evtl. kam daher der relativ hohe bzw. normale Wert.
Den freundlich aufgedrängten Traubenzucker habe ich natürlich trotzdem genommen, um die Mitarbeiter zu beruhigen. Nur das Glas Wasser hätte ich beim besten Willen nicht runterbekommen und konnte ich ebenso freundlich meinerseits wieder loswerden.
Alles in allem habe ich auch Glück gehabt: Wenige Sekunden vorher wäre ich in den zweifelhaften Genuß der leibhaftigen ärztlichen Sorge meines Hausarztes gekommen. Gottseidank war er just am Abnahmeraum vorbei, als mein vegetatives Nervensystem es für eine gute Idee hielt, das System doch einfach mal abrupt neu zu starten. Auf einen Tropf oder ein Arztgespräch wäre ich echt nicht scharf gewesen.
Es reichte, dass ich den freundlichen Spott meiner Eltern für den Rest des Tages ertragen musste. Nächstes Mal nehme ich wieder gleich die Loser-Liege.^^
(Ich könnte auch noch von „Schwester Rabiata“ erzählen, die bei mir als Kind das erste Mal Blut abgenommen hat. Das würde aber selbst mir hier zu ausufernd.^^)
Erfreulich war der Zahnarzttermin 2h später: Die Ärztin hat die abgesplitterte Ecke quasi ersetzt und der Schneidezahn sieht wieder tadellos aus. Außerdem finde ich die professionelle Zahnreinigung immer sehr angenehm, vor allem das sehr saubere und glatte Gefühl an den Zähnen danach.
Gestern bin ich viel zu spät ins Bett gekommen. Ansonsten lief es heute aber gut. So 90% meiner Befürchtungen sind gar nicht eingetreten. Hätte ich das mal gestern gewusst – ich wäre pünktlich ins Bett gegangen. Selbst das berufliche Wortgefecht mit der Vertreterin der Gegenseite hat irgendwie Spaß gemacht. Zumal sich mal wieder eine gute schriftliche Vorarbeit sowie vorausschauendes Mitdenken (auch psychologisch) in der Sache ausgezahlt haben.
Heute fühlte ich mich tatsächlich kurz wie für den Beruf gemacht und war für einen Moment fast glücklich, also mehr als zufrieden. Es war das gleiche Gefühl, wie es immer wieder während der praktischen Ausbildung aufgeblitzt ist. So eine Art Flow+.
(Meistens ist es eher indifferent; ganz am Anfang habe ich mich wie ein schlechter Schauspieler gefühlt, der den „offiziellen Beruf“, in dem ich tätig bin eigentlich nur schauspielert. So als würde man einen Ärztekittel in die Hand gedrückt bekommen, mit den Worten: „Hier, für Sie. Sie sind jetzt der Arzt. Versorgen Sie mal die Patienten!“ – und dann geht man zu den Patienten hin, stellt sich als Arzt vor und macht, was Ärzte so machen, ohne einer zu sein.
Heute habe ich sogar seit Monaten einen Teil meiner Mittagspause Draußen in der Sonne verbracht. Meine Haut sieht sonst das Tageslicht in den Wintermonaten praktisch nicht. (Auch ein Grund, warum ich wenigstens an den Wochenenden tagsüber im Hellen Laufen gehen oder zumindest Spazierengehen wollte. Geklappt hat das in 99% der möglichen Fälle nicht; mangels Motivation oder oft auch, weil ich erst Nachmittags aus dem Bett gekommen bin. … Das ist der Vorteil am Sommer, man hat auch abends noch Sonne.)
Wie auch immer, jedenfalls bin ich sehr müde; das merke ich erst jetzt so richtig. Während der Arbeit bin ich immer so fokussiert und beschäftigt, dass ich Müdigkeit, Hunger etc. nicht wahrnehme bzw. so gut wie nicht. Sehr praktisch!
Ich werde versuchen, nicht das Zeitfenster zum Schlafengehen etwa gegen 23 Uhr zu verpassen. Danach werde ich nämlich wieder wach und erst gegen 2/3 Uhr morgens wieder müde.
Gewicht ist auch weiterhin blöd; die Wassereinlagerungen sind wieder mehr geworden. Andererseits muss ich mich wohl auch einfach mehr bewegen, weniger Zucker konsumieren und regelmäßig (mehr) Sport machen. Und viel zu wenig schlafen, ist sicher auch nicht gut. Angeblich soll dadurch mehr Cortisol (?) ausgeschüttet werden und irgendwie – die genaue Erklärung habe ich wieder vergessen – verursachen diese Stresshormone mittelfristig ebenfalls Wassereinlagerungen. Ansonsten könnte es bei mir wie gesagt an der Schilddrüsenerkrankung liegen. Bin mal auf die aktuellen Blutwerte gespannt Ende Januar.
In einem anderen Blog schrieb die dortige Bloggerin, dass sie sich wünschen würde, introvertiert zu sein. Ich bin überascht gewesen. So einen Wunsch höre ich zum ersten Mal. Bislang kannte ich es nur umgekehrt, dass sich Introvertierte extravertierter wünschen; oder dass die positiven Seiten an Introversion beleuchtet werden, um „uns Introvertierten“ mehr Mut und Selbstakzeptanz zuzusprechen. Am ausgewogensten dürften die ambivertierten Menschen sein. Die sind uns allen über, egal ob Intro oder Extro^^.
Mhm … schaue ich mir die neue Wilsberg-Folge an oder zocke ich Red Dead Redemption 2 ? Mal sehen … .
Gestern konnte ich mich nach etwa 5h endlich dazu aufraffen, das Gemeinschaftstreppenhaus zu wischen, da ich laut Plan mal wieder dran war … nachtaktiv wie ich bin habe ich das so gegen 20:40 Uhr erledigt. Es hat eine gewisse Komik, dass meine spärlichen Reserven dafür draufgehen, dass ohnehin recht saubere Treppenhaus zu putzen, während ich es nicht einmal hinbekomme, meine eigene Wohnung zu putzen. Hauptsache das blöde Treppenhaus ist sauber.
Meine unmittelbare Nachbarin kontrolliert jeden, ob er wischt. (Ihre menschlichen Qualitäten liegen woanders. Alles in allem ist sie aber ganz ok und durchaus ehrlich-freundlich!)
Normalerweise versuche ich aufgrund der nachbarlichen Kontrolle, das Treppenhaus möglichst zu einer gesellschaftskonformen Tageszeit zu putzen und dabei laut genug zu sein, dass diese Nachbarin meine Pflichterfüllung auch ja mitbekommt. Immer, wenn ich abends gewischt hatte, leise, klingelt sie wenige Tage später bei mir und fragt unter irgendeinem Vorwand, ob ich denn gar nicht gewischt hätte. …
Schön ist auch, dass sie just dann klingelt, wenn ich nach 10h/11h gerade von der Arbeit komme, die Tür hinter mir zuziehe, einfach meine Ruhe will und froh wäre, mit niemanden mehr sprechen zu müssen. … Beim ersten Mal, als sie bei mir geklingelt hat, dachte ich, es wäre irgendwas Wichtiges, ein Notfall oder so …
Manchmal klingelt sie auch, um mir empört mitzuteilen, dass die andere Nachbarin, die jeweils vor mir dran ist mit Wischen, nichts gemacht habe. … In der Sache hat meine Nachbarn ja völlig recht, dass es nicht ok ist, den Putzaufgaben für die Gemeinschaft einfach nicht nachzukommen.
Nur ist das für mich immer nach der Arbeit wie aus einem komischen Paralleluniversum, wenn sie vor mir steht und in verschwörerisch-empörten Tonfall von dem Putzvergehen der Nachbarin erzählt. Bei ihr hört es sich wie ein Verbrechen an. ^^ Ich versuche dann immer, die Reste meiner Selbstbeherrschung zusammenzukratzen, an den passenden Stellen möglichst ebenfalls empört zu schauen (oder besser gesagt nicht ganz so desinteressiert) und ihr das Gefühl zu geben, dass ich sie ernst nehme, obwohl mir oft eher nach Lachem zumute gewesen ist.
Ich habe ein bisschen Angst, dass ich eines Tages meine Selbstbeherrschung vergesse, wenn sie wieder bei mir klingelt.
Aber ich möchte die gute Frau wirklich nicht verletzen; es ist für sie eine sehr wichtige Angelegenheit, da sie gewissermaßen die gute Seele im Haus ist und mit die einzige, die sich kümmert, die die Putzpläne für die Vermieterin erstellt, den neuen Mietern den Gang der Dinge im Haus erklärt (und natürlich die Putzpläne, Streupläne etc.^^) und zu der man jederzeit mit Fragen bzgl. des Hauses usw. kommen kann. … Ich mag sie irgendwie auf ihre Weise. Sie ist ehrlich und hat das Herz am rechten Fleck.
Der Rest meines Samstages war unproduktiv: Ich habe Red Dead Redemption 2 am PC gezockt und den Fehler begangen, dabei zu essen. Es gab gebratenes Hähnchenfilet mit Zucchini und Steaksauce. Sehr lecker, aber ich hätte dabei nicht parallel lesen sollen (nur essen, ohne etwas anderes dabei tun zu können, finde ich zu langweilig). Das rächte sich prompt, indem ich kraftvoll mit dem Schneidezahn auf die Gabel gebissen habe, in einem ziemlich blöden Winkel. Das ist mir so noch nie passiert.
Ich weiß nicht, ob ich erleichtert oder betrübt sein sollte: Eine kleine Ecke des Schneidezahns ist abgesplittert. So wie sich das angehört hat, sollte ich froh sein, dass nichts Schlimmeres mit dem Zahn passiert ist. Man sieht es kaum, der Zahn tut minimal weh an der Kante und es dürfte reichen, ihn etwas beizuschleifen. Außerdem wollte ich eh dieses Jahr zum Zahnarzt, kann den Termin gleich nach dem Termin beim Hausarzt legen und habe nur einmal Aufwand mit dem Urlaubsantrag. Sehr praktisch! Andererseits hänge ich an meinen Zähnen (und anderen Bestandteilen meines Körpers) und mag es gar nicht, wenn etwas daran beschädigt wird, schon gar nicht so vermeidbar.
Mein Bruder hatte Samstag zum Glück selbst keine Zeit. Da ich außer dem Treppenhaus nichts Sinnvolles gemacht und danach die Nacht über gezockt habe, werde ich mich jetzt ein, zwei Stunden hinlegen und bis ca. 11 Uhr die Wohnung aufräumen, putzen, duschen usw.; bevor meine Eltern eintreffen müsste ich fertig sein. Im Moment bin ich nur körperlich fertig.
Wenigstens habe ich diesen Samstag mal keine Kopfschmerzen beim Aufwachen gehabt. Trotzdem verschiebt sich von Freitag auf Samstag immer mein kompletter (mühsam antrainierter) Tagesrhythmus … meine innere Uhr tickt im 26/27-Stunden-Rhythmus, nicht in dem von der Normalwelt vorgegebenen und erwarteten 24-Stunden-Rhythmus.
Die vage Idee mit dem Übergeben habe ich mangels echtem Bedürfnis danach wieder verworfen.
Bin mal gespannt, was Ende des Monats bei den Schilddrüsenwerten herauskommt. Ich glaube meinen Hausarzt bzgl. eines Kombipräparates aus T3 und T4 zu fragen, bekomme ich nicht hin. Andererseits würde ich das sehr gerne mal ausprobieren … ft3 war bei mir nie sonderlich hoch, außer einmal eine Zeit lang mal im oberen Normbereich nach Behandlungsbeginn, da war ich wie ausgewechselt und war so lebendig.
Ich weiß nicht, wie meine Schilddrüse mit ihrer (zu) kleinen Größe das alles schaffen soll; sie tut mir irgendwie Leid. Mein Immunsystem wird meine Schilddrüse bis zum Lebensende bekämpfen und weiter zerstören; das ist nicht heilbar. Wenigstens habe ich nicht mehr diese fiesen nadelstichartigen Missempfindungen in der Schilddrüse/im Hals. Die scheinen bei mir nur bei größeren Entzündungsschüben aufzutreten.
Mein ft3-Wert und mein Stoffwechsel waren schon mal deutlich besser, im Moment sind beide gefühlt niedrig und die letzte Messung im Oktober hat einen niedrig-normalen ft3-Wert bestätigt.
Allerdings war gleichzeitig der ft4-Wert im oberen Normalbereich, bei zu niedrigem TSH, weshalb ich dem Rat meines Hausarztes gefolgt bin und seitdem nur noch 88 Mikrogramm Euthyrox nehme, statt wie zuvor 100 Mikrogramm. Anfang dieses Jahres hatte ich noch 75 Mikrogramm Eferox eingenommen, aufgrund von Beschwerden aber in Absprache mit dem Arzt auf 100 Mikrogramm Euthyrox gesteigert; mein Körper ist an sich recht unempfindlich bzgl. Steigerungen. Warum ich Euthyrox anstelle von Eferox bekommen habe, weiß ich nicht, vermutlich aufgrund von geänderten Rabattverträgen meiner Krankenkasse.
Da sich der Körper wohl bei einem hohen ft4-Wert gegen eine drohende Überfunktion zu schützen versucht, vereinfacht ausgedrückt, wird aus ft4/T4 mehr rt3 anstelle von T3 gebildet. rt3 wiederum konkurriert mit T3 um die Andockstellen in den Zellen. Die Folge ist, dass der ft3 Wert fällt bzw. niedrig ist und es zu Unterfunktionssymptomen kommt.
Das scheint wohl auch bei mir vorzuliegen und leuchtet mir soweit ein, deshalb bin ich bzgl. der Dosisreduzierung auch kooperativ.
Was mich aber stört ist, dass ich weiterhin Unterfunktionssymptome habe, die sich eben auch auf das Gewicht auswirken; störend ist auch die Antriebslosigkeit, das ständige Frieren trotz ausreichend Essen usw. und die Schlafprobleme => in meiner Freizeit schlafe ich wieder 12h+ und werde ums Verrecken nicht wach, wie in besten Unterfunktionszeiten. Andererseits ging es mir ohne Tabletten früher schlechter, deshalb möchte ich nicht undankbar sein.
Wenn ich es mir frei aussuchen könnte, würde ich ein Kombipräparat aus T4 und T3 testen wollen, weil ich aufgrund der Beschwerden den Verdacht habe, dass mein Körper von sich aus einfach – relativ für meinen Körper betrachtet – zu wenig ft3 bildet, auch wenn der Wert gerade noch in der Norm des Labors liegt.
Problem: Mein Hausarzt ist der Ansicht, dass ich alles in allem gut eingestellt sei (von einer Umwandlungsstörung von T4 zu T3 geht er eh nicht aus, dafür sprach in den Jahren zuvor auch nichts), und ich neige irgendwie bei jedem Besuch dazu, deutlich fitter und munterer zu wirken, als ich bin bzw. mich auf die positiven Aspekte zu konzentrieren, als die Sachen anzusprechen, die gemäß meines Körpergefühls nicht ok sind, weil ich mir dabei immer sehr dumm & wehleidig vorkomme und nicht wieder anschließend dafür belächelt werden möchte, auch wenn das von Seiten des Arztes nicht böse gemeint ist. So lief es auch im Oktober.
Ehrlich gesagt weiß ich bislang nicht, wie ich ihm meinen Wunsch, zumindest versuchsweise zu einem Kombipräparat wechseln zu wollen, am geschicktesten unterbreite. Da im neuen Quartal 2020 ohnehin nochmal die aktuellen Blutwerte erhoben werden (also eben der TSH-Wert alleine, wohl aus Budgetgründen), werde ich ft3 und ft4 erneut selbst bezahlen und schauen, wie die Werte konkret sind. Paradoxerweise wäre es für mein Vorhaben gut, wenn ft3 möglichst zu niedrig ist, weil noch normgerechte, niedrige Werte zwar auch Beschwerden auslösen können, aber für Ärzte eben normgerecht und damit gesund sind.
Speziell bei meinem Hausarzt kommt hinzu, dass er erst mein Hausarzt geworden ist, weil meiner Mutter/meinen Eltern meine damalige Essstörung nicht unverborgen geblieben war. Einerseits rechne ich ihm insbesondere aus der Zeit vieles hoch an, was in Kliniken ganz anders (und für mich schlimm) gelaufen wäre; wäre ich in einer Klinik behandelt worden, wäre ich sicher immer noch essgestört; anderes kann ich dagegen nicht vergessen und bin da wohl recht nachtragend bzw. streng.
Kurz gesagt gibt es viel, das für ihn als Arzt spricht, auch menschlich, andererseits bin ich zugegeben skeptisch bzgl. seiner Kompetenz in punkto Schilddrüse; das liegt auch daran, dass ich mir noch vor wenigen Jahren anhören durfte, dass diese und jene Beschwerden nicht an der Schilddrüse liegen könnten. Komischerweise sind diese Beschwerden aber mit der Behandlung der Schilddrüse verschwunden.
Das alles – nicht nur seine Kommentare – hat eben auch dazu beigetragen, dass ich irgendwann in meiner Selbstwahrnehmung völlig verunsichert war und mich bis heute bei Beschwerden, egal wie deutlich, unwillkürlich frage, ob ich mir die nicht bloß einbilde. Letztes Jahr hätte mich das nach Meinung der Chirurgen im Krankenhaus fast mein Leben gekostet und hat mir eine Not-OP eingebracht. => Das wäre es gewesen; manchmal denke ich, dass ich damals einfach hätte liegenbleiben sollen, dann hätte ich es hinter mir gehabt und müsste mich nicht mehr mit dem Leben rumschlagen.Andererseits haben die Ärzte vermutlich übertrieben … So schlimm kam es mir nicht vor.
Hinsichtlich der Kommunikation mit meinem Hausarzt kommt weiter hinzu, dass ich schon damals, als ich aufgrund von Gewichtszunahme und relativ normalen Essens fälschlicherweise als geheilt galt, für meine Familie und Arzt, es irgendwie nicht über’s Herz gebracht habe, ihnen die Wahrheit zu sagen, nämlich dass ich nach wie vor essgestört und von meinem Befinden her schlechter dran war, als vorher. Zum einen wollte ich sie nicht enttäuschen, zum anderen wäre ich dann wieder kontrolliert worden – es hätten sich wieder Mitmenschen in Privatbereiche meines Lebens eingemischt, die sie imho nichts angingen, weder damals, noch aktuell. Wenn es eines gibt, das ich zutiefst verabscheue und unerträglich finde, dann ist das Fremdbestimmung auf dem ureigensten Terrain. Egal durch wen und aus welchem Zweck. Gut gemeint kommt in der Hinsicht gleich nach schlecht gemacht.
Mein Hausarzt wiederum fand meine Blutwerte damals am Ende gut, die kleine Schilddrüse mit dem – nach heutigen Erkenntnissen – viel zu hohen TSH nicht weiter erwähnenswert, gleiches galt bzgl. des zuvor während der offiziellen Akutphase der Essstörung zu niedrigen ft3, da man auch bei einer Essstörung einen (zu) niedrigen ft3-Wert haben kann (funktioniert ebenfalls über die Mehrbildung von rt3).
So ist meine Autoimmunerkrankung mit der dadurch primär ausgelösten Schilddrüsenfehlfunktion dann über 10 Jahre unendeckt geblieben … bis sie mein Hausarzt anlässlich einer banalen Routine-OP zufällig festgestellt hat. Meine Werte waren „glücklicherweise“ mal pünktlich zur Blutentnahme auch für dessen Labor zu schlecht und ich gehöre zu denen, deren Antikörperwerte zu hoch sind. (Es gibt noch die armen Schweine, die zwar Hashimoto haben, aber deren Antikörperwerte nicht erhöht sind, weshalb ihnen die meisten Ärzte nicht glauben bzw. deren Beschwerden für psychisch bedingt halten. … War bei mir auch so, zum Teil, bzw. wird man damit eben von vielen Ärzten nicht ernstgenommen, wenn man sich über Unterfunktionssymptome beklagt. Das liegt fairerweise gesagt auch daran, dass die Beschwerden größtenteils recht unspezifisch sind, auch denen von psychischen Erkrankungen ähneln wie z. B. denen einer Depression und andererseits Ärzte in der Hinsicht schlecht ausgebildet werden.)
Erschwerend in punkto „Kommunikation mit meinem Hausarzt“ kommt hinzu, dass das gesamte Thema Körpergewicht ein Bereich ist, den ich ihm gegenüber eben aufgrund seiner Kenntnis von meiner ehemaligen Magersucht nie thematisiere; ich argwöhne einfach, dass er mich dann wieder für essgestört hält bzw. meine Beschwerden als „essgestörte Denke/Wahrnehmung“, also als (krankhaft) eingebildet, einordnet, wenn ich ihm von meinen Problemen mit den wieder zunehmenden Wassereinlagerungen, dem verquollenen Gesicht bzw. Augenlidern morgens, den schweren, durch das Wasser wabbeligen (an sich aber im Normalzustand straff-muskulösen) Beinen und der für mich anhand meines Essens nicht erklärlichen Gewichtszunahme dieses Jahr erzähle.
Zumal ich – das will ich nicht leugnen – auch mit der Zunahme noch sehr schlank bin, auch weil mein Körperfettanteil niedrig ist und ich von Natur aus relativ „drahtig-zierlich“ gebaut bin.
Das erhöht bei mir aber eher die Hemmungen, über das Thema überhaupt mit anderen zu sprechen, denn als schlanker Mensch hat man in den Augen vieler Menschen bei einer derartigen Gewichtszunahem eh bloß ein absolutes Luxusproblem und kein Recht, sich darüber zu beschweren; manche sind auch schadenfroh. Und aus ärztlicher Sicht muss man eh erstmal im zweistelligen Bereich zunehmen oder übergewichtig sein, damit solche Gewichtszunahmen als pathologisch ernstgenommen werden, so mein persönlicher Eindruck.
Mir ist auch bewusst, dass für viele Menschen eine Gewichtszunahme von 3-4 kg irrelevant ist, egal wie wenig diese durch das Essen erklärbar ist oder nicht. Ich habe diese Zunahme aber, obwohl ich mich essenstechnisch insgesamt einschränke; eigentlich müsste ich abnehmen oder zumindest nicht zunehmen. Und da wären wir wieder beim ft3-Wert und den weiteren Unterfunktionssymptomen, die ich neben dieser Gewichts- und Wassereinlagerungssache habe … .
Ich will auch gar nicht ausschließen, dass es bei mir aktuell auch eine Mischung aus mäßig bis schlecht eingestellter Schilddrüse, generell Stress und Beschwerden durch die Histaminintoleranz sein könnte, aber ich weiß, dass mein Körper Anfang dieses Jahres sehr viel besser funktioniert hat und eben normal auf viel/mittelmäßig/wenig-Essen reagiert hat vom Gewicht her. Wassereinlagerungen waren da auch normal, wenn ich mal salziger gegessen habe, und sind nicht chronisch gewesen bzw. so, dass der Körper die kaum mehr hergibt. Außerdem hatte ich da die anderen Unterfunktionsbeschwerden nicht, die eben auch die Lebensqualität und das Leistungsvermögen deutlich mindern. Ich komme abseits der Arbeit zu fast gar nichts und muss mich selbst für die einfachsten Tätigkeiten erst über Stunden aufraffen und dem Drang widerstehen, gar nicht mehr aufzustehen. Das alles hatte ich (naiverweise?) gehofft, endgültig hinter mir gelassen zu haben, nachdem ich mal gut eingestellt war mit der Schilddrüse und plötzlich so viel Motivation und Energie im Alltag hatte. Jetzt herrscht (wieder) Antriebslosigkeit und gleichzeitig diese fatale gefühlte Indifferenz dem allen gegenüber, die ab und zu durch ein „luzides Intervall“ durchbrochen wird.
Dass meine Beschwerden an den (neuen) Hilfsstoffen in Euthyrox liegen (die in Eferox nicht enthalten waren), bezweifle ich. Mir ist zumindest nicht bekannt, dass ich auf diese Hilfsstoffe reagieren würde und die Dosis sollte ja sehr gering sein pro Tablette. Selbst bei täglicher Einnahme sollte es insofern keine Probleme geben.
Die Zimmertemperatur beträgt angeblich 22,6 Grad, Luftfeuchtigkeit 54%, und trotzdem fühlt es sich an wie maximal 17 Grad. Ich friere, obwohl ich mehr als genug gegessen und getrunken habe. Auch die warme Kleidung hilft kaum dagegen. Nur unter der Wolldecke wird mir allmählich etwas zu warm (und ohne nachher wahrscheinlich wieder kalt). … Komischer Körper.
Normalerweise habe ich das Problem mit dem starken Frieren auch bei Zimmertemperaturen nur in Unterfunktion der Schilddrüse. Eisenmangel etc. kann ich als weitere mögliche Faktoren an sich ausschließen.