This fire …

is out of control. I’m going to burn this city, burn this city …

Seit einer Weile fühle ich mich oft erschöpft und habe auch einige Probleme mit chronischen Wassereinlagerungen nebst einem deutlichen Gewichtsanstieg von ca. 4 kg. Es schwankt etwas, aber die Tendenz geht leider nach oben, ohne dass das an einer zu hohen Kalorienzufuhr liegen würde. Ich habe mir eine persönliche Deadline gesetzt, bis zu der ich es mit eigenen Mitteln versuchen werde und ansonsten werde ich mir eine ärztliche Zweitmeinung zur Behandlung meiner Schilddrüsenerkrankung/der Wassereinlagerungen einholen. Leider gibt es hier praktisch keine Endokrinologen in der Nähe, am ehesten bin ich noch bei einer Praxis fündig geworden, die aber nur Privatpatienten nimmt, wobei ich im Zweifel eben selbst zahlen würde. Ich bin bei jener Praxis aber noch etwas unschlüssig, ob sich das wirklich lohnt und hält, was es verspricht. Es gibt leider auch viele schwarze Schafe in dem Bereich.

Vielleicht liegt es auch nicht an der Schilddrüse, so schlecht waren die Werte im Februar 2023 nun nicht. Wie auch immer, die Baustelle „Körper“ ist leider mal wieder sehr präsent im Alltag. In den letzten Wochen habe ich in meiner Freizeit an den Wochenenden viel geschlafen und kaum etwas geschafft. Auf der Arbeit ist es durch die Notarausbildung auch sehr stressig, weil ich die dadurch fehlenden Tage immer quasi „vor- und nacharbeiten“ muss, was ich konkret in Form von unbezahlten Überstunden mache. Wenn ich das nicht tun würde, hätte ich nur noch mehr Stress. Zum Glück geht der Theorieunterricht aber nur noch bis Juli, dann entfällt dieses Problem.

Hinzu kommt, dass mich mein psychisch kranker Bruder vermehrt nervt. Natürlich mal wieder bevorzugt, wenn ich eh schon auf dem Zahnfleisch gehe. Ich habe weder Lust noch Energie, um mich mit ihm auseinanderzusetzen. Möge er mich einfach in Ruhe lassen, am besten für den Rest unseres Lebens. Er ist ein Energievampir sondergleichen und mich belastet sein Verhalten/seine Art seit Jahrzehnten, weil er persönlichkeitsgestört und extrem schwierig ist charakterlich, inklusive Ausrastern und Fremdaggressionen, die er bevorzugt innerfamiliär auslebt. Dazu kommt, dass er verlogen, cholerisch, suchtkrank und manipulativ ist. Dass er temporär auch sehr charmant und mitreißend auftreten kann, nützt da leider nichts, zumal das idR aus reiner Berechnung seinerseits erfolgt und genau solange anhält, wie man „ihm zu Willen ist “ bzw. bis seine Stimmung mal wieder von jetzt auf gleich kippt. Verläßlich ist er in keiner Weise; er ist so jemand, der mit einem gemeinsam lacht und einem dann ohne erkennbaren Grund im nächsten Moment ein Messer in den Rücken rammt … einfach weil ihm gerade danach war.

Im Moment macht er gerade auf „freundlich“ und sucht Kontakt zu mir, was ich aber nicht möchte. Außerdem finde ich ihn mit seiner aufgesetzten „Freundlichkeits-Masche“ noch ätzender, als wenn er offen aggressiv auftritt.

Es ist müßig, aber früher als Kind und Jugendlicher habe ich oft andere Gleichaltrige beneidet, die keine Geschwister oder eben recht normale Geschwister hatten, während mich mein Bruder 24/7 jahrelang regelrecht terrorisiert hat. Letzte Weihnachten hatten meine Eltern und ich erstmalig friedliche Weihnachten, weil mein Bruder sich erstmalig zum Glück dafür entschieden hat, nicht zu kommen. Das sollte er unbedingt dieses Jahr wiederholen.

Na ja, egal, draußen ist schönes Wetter und ich möchte lieber an was Schönes denken. Ich versuche auch, hier künftig wieder mehr zu schreiben bzw. überhaupt wieder zu schreiben.

Heute bin ich über diesen Song gestolpert und habe seitdem einen Ohrwurm davon. Daher sollt ihr auch was davon haben:

Lebenszeichen

Endlich Sommer. Alles in allem meine Lieblingsjahreszeit.

Wie ihr gemerkt habt, hat mir in den letzten Monaten die Zeit und Lust zum Bloggen gefehlt. In der Zwischenzeit hat sich Einiges getan. Ein kurzer Überblick:

  • Nach insgesamt 4 Fahrten zur Werkstatt ist mein Wagen endlich wieder ok. Es lag am Steuergerät. Beim ersten Termin hat mich die Werkstatt nicht recht ernst genommen, aber danach lief es besser. Allerdings war dann auch das neue Steuergerät beim ersten Versuch irgendwie defekt, so dass nochmal ein weiteres Steuergerät bestellt werden musste und dann hat endlich alles geklappt. Rückblickend war es schon ätzend, vor Fahrtantritt nie zu wissen, ob der Wagen auf Anhieb anspringt oder erstmal ca. 20 Minuten warten mit anschließendem Neustart angesagt ist.
  • Ich habe endlich meine Fallliste und den Antrag für den Fachanwaltstitel fertiggestellt und alles vor ein paar Wochen bei der Rechtsanwaltskammer eingereicht.
  • Ich hatte 1,5 Wochen Urlaub im Juni und das hat mir gut getan. Außerdem werde ich noch Urlaub im September nehmen und den Resturlaub etwas verteilen. Wie ich gelernt habe, ist es nämlich schlecht, Ende November/Anfang Dezember Urlaub zu nehmen, weil da idR mehr zu tun ist.
  • Die Urlaubsvertretung für meinen Chef ist halb rum, noch eine Woche.
  • Nachdem gerade auch die letzten zwei Wochen vom Arbeitspensum her nochmal richtig blöd waren, konnte ich mir auf der Arbeit für kommende Woche etwas Luft erkämpfen und mit etwas Glück kann ich dann gut was abarbeiten, um mal auf einen grünen Zweig zu kommen.
  • Meine Schilddrüsenwerte sind mal richtig gut gewesen laut Ergebnis von Anfang Juni 2022 🙂
  • Nicht so gut ist, dass ich nach wie vor unter der Woche meistens zu wenig schlafe. Der Sommer verbessert das leider nicht, aber ich mache immerhin kleine Fortschritte und zum Glück nimmt mein Körper mir das Schlafdefizit nicht allzu übel. Wenn ich dahin komme, regelmäßig pünktlich Feierabend zu machen und es von der Arbeitsverdichtung her besser ist, wird das sicher auch besser. Erfahrungsgemäß korreliert das nämlich ein Stück.
  • Trotz schlechter und sehr süßigkeitenlastiger Ernährung liegt mein Gewicht so zwischen 53-54 kg, mit Tendenz zu 53,0 kg. Das freut mich natürlich auch, wobei ich mich gleichwohl bemühe, doch wieder etwas mehr Gemüse, Fisch und Fleisch zu essen und mehr zu kochen.

Außerdem habe ich mich letztes Wochenende zu einer Radtour (ca. 25 km) überreden lassen und es nicht bereut. Mein selten genutztes Fahrrad hat sich vermutlich auch gefreut.

Mit dem Taekwondo-Verein hat alles gut geklappt und ich gehe jetzt jeden Dienstag und Freitag direkt nach der Arbeit zum Training. Dadurch bin ich auch sozusagen gezwungen, pünktlich Feierabend zu machen, was mich im Büro erst noch etwas gestört hat, sich aber danach gut angefühlt hat. Man muss sich eben manchmal einfach selbst etwas austricksen.

Die Leute dort sind auch sehr ok, wobei dort zum Teil eher die allgemeine Pro-Impfen-Haltung herrscht. Ich musste mich bisher zum Glück nicht outen. Am Anfang musste ich laut Vorstand mal einen tagesaktuellen Bürgertest vorlegen, aber den Trainer vor Ort hat das schon gar nicht interessiert. 🙂
Bin mal gespannt, wie das im Herbst wird. Der Klabautermann erträgt es ja jetzt schon nicht, wenn die Menschen sich mal für kurze Zeit wieder etwas entspannen. Egal, mir macht das Training jedenfalls sehr viel Spaß, passt auch gut von den Menschen soweit und es war genau richtig, H.apkido hinzuwerfen letzten Sommer.

Ich habe es sogar geschafft, endlich mal Red Dead Redemption 2 durchzuspielen. Eines der besten Spiele, die ich je gespielt habe.

Und außerdem habe ich es endlich mal hinbekommen, mich mit meinem Kumpel T. für kommendes Wochenende zu verabreden.

Sehr schade ist, dass meine Nachbarin, eine ältere Dame mit dem Herz am rechten Fleck, von ihren Ärzten nur noch eine Lebenserwartung von etwa einem bis anderhalb Jahren bekommen hat. Sie hatte ihre Krebserkrankung vor ein paar Jahren gut überstanden, es war laut Kontrolluntersuchung etc. alles weg, aber irgendwann in den letzten Monaten ist der Krebs völlig überraschend zurückgekehrt und die Ärzte sind selbst erstaunt, wie stark und schnell der Krebs gewachsen ist in ihrer Wirbelsäule, mit Streuung in die Lunge.
Ich werde ihr das natürlich nicht sagen – nützt ihr ja auch eh nichts mehr – aber ich hatte schon so ein schlechtes Gefühl, als sie mir letztes Jahr erzählt hat, dass sie gegen Corona geimpft ist und die 2. und 3. Impfung hat sie auch bekommen auf Anraten ihrer Ärzte. Da es jedenfalls ähnliche Fälle wie ihren nach diesen Impfungen zu geben scheint, halte ich es für durchaus möglich, dass die Impfungen das Wachstum des Krebses zumindest befeuert haben. Aber das wird natürlich nie aufgeklärt werden, weil daran kein politisches Interesse besteht bzw. ein politisches Interesse besteht, dass solche Fälle nicht abgeklärt werden.

Wie auch immer, sie trägt ihr Schicksal jedenfalls mit großer Fassung und lässt sich immerhin von der Klinik nicht zu Medikamenten bequatschen, die sie anfangs ausprobiert hat, von denen sie aber unter anderem bettlägerig und völlig matschig im Kopf wird und als Dreingabe auch noch Halluzinationen bekommt. Ihr Hausarzt unterstützt sie darin. Sie bekommt stattdessen Infusionen und etwas gegen die Schmerzen. Das klappt soweit gut und sie kann dadurch eigenständig in ihrer Wohnung leben und noch Spaziergänge machen, mit Gehstock.
Die Medikamente sollen den Fortschritt des Krebses etwas verzögern, wobei das wohl auch nicht sicher ist, ob die insoweit anschlagen. Ihre voraussichtliche Lebenserwartung wäre auch mit den Medikamenten kurz. Es geht bei ihr im Grunde nur noch um die Lebensqualität, die mit den Medikamenten schlecht ist. Die Klinik lässt aber nichts unversucht, um ihr ständig die Medikamente aufzudrängen. Wie sagte sie so treffend: Besser ein Jahr mit möglichst viel Lebensqualität leben, als eineinhalb bis zwei Jahre bettlägerig dahinsiechen. Recht hat sie.

Entspannung

Was warmes, sonniges Wetter so ausmacht … fast alle haben bessere Laune. Außerdem mag ich am Sommer, dass es noch so lange hell bleibt.

Gestern war ich beim ersten Kampfsporttraining seit dem Corona-Lookdown. Wir haben nun noch einmal Training nächste Woche, bevor die Hallen aufgrund der Schulferien wieder zu sind. Ganz toll!
Zum Glück hatte ich mich letzten Freitag nach der Arbeit mit einem Bekannten vom Kampfsportverein auf einer Wiese zum Trainieren getroffen, denn sonst hätte ich alle Schrittfolgen bei den Choreografien vergessen. Erst war ich skeptisch, ob die Verabredung eine gute Idee war, aber das Ganze war unkompliziert und hat mir gefallen. Vielleicht sollten wir vom Verein aus unser Training im Sommer auf Wiesen verlagern. Das hätte was.
Die Grenzen mit jenem Bekannten sind erfreulicherweise auch transparent und verlässlich festgesteckt. Auf dieser Basis mag dann auch ich Sozialkontakte.^^

Beim gestrigen Vereinstraining waren wir gerade mal zu fünft. Etwas affig war die Maskenpflicht für das Treppenhaus in der Turnhalle; wenigstens reichte es, beim Trainieren in der Halle Abstand zu halten. Normalerweise machen wir viel mit Körperkontakt, wobei ich den immer etwas gewöhnungsbedürftig finde; daher hat mir das „Training auf Distanz“ gut gefallen. Nachteilig war nur, dass wir keine Matten benutzen durften. Wenn man wenig Polstermasse hat, vor allem an der Wirbelsäule und den Füßen, weiß man Wiesen und Matten sehr zu schätzen, im Gegensatz zu bloßen Hallenböden.

Apropos Polsterung:
Erfreulicherweise hat sich mein Gewicht auf 53/54 kg eingependelt. Zu verdanken habe ich das dem Umstand, dass ich derzeit nicht sonderlich Hunger und Appetit habe – sicher auch aufgrund des ganzen subjektiven Stresses der letzten Zeit.

Was mich weiter zur Stressquelle Nr. 1 in meinem Leben bringt:
Die Arbeit war erstaunlich ruhig heute, was mir sehr entgegenkam. Selbst Chef 1 war freundlich-geschäftig. Da ich ihm in einer recht umfangreichen Angelegenheit zugearbeitet, die diversen Unterlagen des Mandaten sowie seine vielfältigen Begehren ausgewertet und das recht lange Forderungsschreiben für ihn entworfen hatte, wollte er den Entwurf noch mit mir besprechen. In dem Gespräch war Chef 1 erstaunlich gutmütig; erkannte ungefragt von sich aus an, dass ich damit viel Arbeit gehabt hatte und war insgesamt sehr ruhig.

Freundlichkeit ist bei ihm zum Glück ja kein bis dato unbekannter Zustand, aber irgendetwas war neu. Erst viel später nach dem Gespräch fiel mir das passende Wort für seinen Zustand ein: Abgekämpft.

Normalerweise strahlt Chef 1 immer eine gewisse Grundenergie aus, die sich nochmal steigert, wenn er einen „guten Tag“ hat. Dann kann er äußerst charmant-strahlend + unterhaltsam sein. Gestresst oder etwas müde habe ich ihn zwar auch schon oft genug erlebt, aber selbst da war diese Grundenergie sichtbar. Von dieser Grundenergie war heute so gut wie nichts übrig. … Ich hoffe, er erholt sich.

So, jetzt ist erst einmal Wochenende. Mit viel Sonnenschein! 🙂

… oder auch nicht

Falls das ein wahrer fall sein sollte, was ich etwas bezweifle: Von mir hätte der Student die volle Punktzahl bekommen. ^^

Der Geburtstag und die Zeit bei meinen Eltern waren ganz ok, wäre der Zeitpunkt nicht so ungünstig für mich gewesen. Nachdem ich bei meiner Familie fast drei Tage nach einem für mich eher schlechten Essensrhythmus essen musste, noch dazu diverse Sachen, die ich just derzeit nicht hätte essen wollen, war mein eigener Essensrhythmus sowie mein eigenes Hunger-Satt-Gefühl schlicht erodiert. Dazu kam ein äußerst schlechtes Körpergefühl, ein bisschen wie ein Marshmallow; leider kann man seinen Körper nicht wie ein Kleidungsstück einfach ausziehen. Bevor ich zu meiner Familie gefahren war, ist mein Körpergefühl bereits mäßig gewesen, war aber gerade auf dem Weg der Besserung.

Damit es überhaupt etwas besser werden konnte, brauchte es eine gewisse Disziplin und Selbstbeherrschung, auch um die Antriebslosigkeit und das Gefühl unendlicher Sinnlosigkeit zu überwinden. Das ist mir überhaupt nicht leicht gefallen.
Als ich am Samstagabend wiedergekommen bin und festgestellt habe, dass alles für die Katz‘ gewesen und mein Körpergefühl so mies wie schon lange nicht mehr ist und ich noch dazu bald wieder zur Arbeit gehen muss (wo mich evtl. ein immer noch angefressener Chef erwartet) mag das wohl in der Summe der Grund gewesen sein, warum die Zeit bis heute sehr destruktiv verlaufen ist.

Anstatt es mit wenig und gesunder + histaminarmer Ernährung sowie Sport zu versuchen, habe ich so ziemlich das Gegenteil davon getan und mich zusätzlich mehrfach übergeben. Seitdem sind die Wassereinlagerungen, die mein Körper vorher schon hatte, natürlich nicht besser geworden. Außerdem ist seit Sonntagmorgen mein linkes oberes Augenlid gerötet, schmerzt minimal und ist deutlich geschwollen. Außer der Rötung kann ich kein Anzeichen für eine Entzündung entdecken; es wird irgendwie Wasser im Gewebe sein, mehr als ich sonst regelmäßig habe, wenn ich mich nicht histaminarm oder salzig ernähre oder meine Schilddrüsenwerte absinken. Ich freue mich schon total auf morgen; irgendwie habe ich es bis jetzt fast immer geschafft, nach meinem Urlaub fertiger auszusehen, als vorher.

Dass mit dem Körper wird sich wohl wieder einrenken, wenn ich mich die nächsten Tage vernünftig ernähre und eher wenig esse, vor allem nichts histaminhaltiges, und wieder regelmäßig Sport mache. Brennesseltee und Kaliumtabletten habe ich zwar auch genommen, aber ich bin mir unschlüssig, ob das in meinen Fall bzgl. der Wassereinlagerungen hilft. Nur bleiben können die Wassereinlagerungen schon deshalb nicht, weil sie mir in den Beinen spätestens abends schmerzen und weil ich mit ihnen immer phlegmatischer werde und fast jedes Gefühl für mich verliere.

Na ja, egal. De facto bin ich ja selbst schuld und immerhin sind die Familienfeiern und Feiertage damit soweit erst einmal abgeschlossen.

Außerdem habe ich es wenigstens geschafft, mich bei meinen Freunden zu melden und mich für einen Monitor zu entscheiden, der mir sehr gut gefällt. Für privat eher phlegmatisch-antriebsschwache und entscheidungsunfreudige Menschen wie mich ist das eine gewisse Leistung. *duckundweg*

Müder Ostermontag

Gestern abend bin ich wieder zurück in meine Wohnung gefahren. Kurz vorm Ziel hat mich ein sehr zügig fahrendes Fahrzeug auf der ansonsten völlig leeren Autobahn überholt. Beim Wiedereinscheren vor mir hat das andere Fahrzeug einen Stein (?) aufgeschleudert, der just mit meiner Frontscheibe kollidierte. Das Geräusch war sehr hässlich.

Sehr schön, am Freitag habe ich einen TüV-Termin, vor dem ich nun die Scheibe austauschen lassen muss. Mal sehen was die Werkstatt morgen sagt, sonst werde ich den TüV-Termin verschieben müssen. Ich bin ja schon erleichtert, dass auch die Werkstatt, in der die Scheibe ausgetauscht wird, Öffnungszeiten hat, die mit meinen Arbeitszeiten harmonieren.

Sonntagnacht habe ich kurzentschlossen endlich mal meinen Blog überarbeitet, weil ich den seit Längerem übersichtlicher gestalten wollte. Mit dem Ergebnis bin ich recht zufrieden. Allerdings sollte ich nicht immer so lange Beiträge schreiben, das würde auch das Einsortieren in die Kategorien erleichtern und die nötigen Schlagwörter begrenzen. Diesen lästigen Anzeigefehler bei den Anführungsstrichen konnte ich allerdings nicht beheben; manchmal wird in den Beiträgen am Wortende ein tiefes Anführungszeichen angezeigt, obwohl in dem Beitrag im Bearbeitungsmodus alles richtig angegeben wird. Mhm … .
Edit: Ah, habe die Ursache gefunden.

Ansonsten habe ich heute meinen Bruder zurückgerufen, weil er eine rechtliche Frage hatte. Heute hatte er erfreulicherweise sowas wie einen lichten Moment (ich nenne das immer scherzhaft für mich bei ihm „luzides Intervall“, weil er dann vorübergehend quasi recht normal und vernünftig tickt, aber das hält nicht allzu lange an und man muss als Gegenüber seine Worte nach wie vor sehr gut abwägen).

Da ich es trotz allem für ihn selbst und aus eigennützigen Gründen begrüßen würde, wenn er sein Leben doch geordnet bekäme und zufrieden leben würde, habe ich mich sogar ca. 30 min mit ihm unterhalten. Na ja, also er hat davon etwa 27 min. über sein Leben geredet, aber immerhin mal nicht aggressiv, fordernd und cholerisch. Andererseits heißt das bei ihm nichts; schon gar nicht, dass er umsetzen würde, was er selbst in seinen lichten Momenten für sein Leben für sinnvoll erachtet. …

Es ist immer so ein Balanceakt: Einerseits ist es konstruktiv, ihn dann zu unterstützen. Das ist für ihn sehr wichtig – man kann da also viel kaputt machen, wenn man ihn in solchen Momenten abweist. Andererseits darf man ihm bei seinen Überlegungen aber „nicht zu sehr“ gut zureden. Man muss ihn in dem Gefühl bestätigen, dass alle (vernünftigen, konstruktiven) Erwägungen, die er äußert, seine ureigenen Ideen sind (nicht, dass wir ihm diese als Familie vorher seit Jahren schon empfohlen haben, wenn er einen Rat haben wollte^^).
Zu viel darf man ihm auch nicht „gut zureden“, auch am besten keine Kritik äußern, sonst macht er aus einer Art Trotz das exakte Gegenteil; im Zweifel bekommt man dann die volle Breitseite an Aggressionen ab. Wer cholerische Menschen kennt, die hoch empfindlich sind, dürfte eine Vorstellung davon haben, was ich meine. … Joa, heute hat das alles soweit geklappt. Hoffentlich lässt er mich die nächsten Tage in Ruhe.

Insgesamt ist der heutige Tag komisch und sehr „lahm“ gewesen. Relativ gut war nur mein Gewicht mit 54,6 kg; am Freitag waren es noch 55,3 kg. Heute habe ich im Grunde nichts gemacht, stand neben mir und konnte mich auch zu fast nichts aufraffen. Dabei habe ich mehr als ausreichend geschlafen, pah!

Gerade dieses „neben sich stehen“ ist sehr hinderlich. Man ist irgendwie anwesend, aber zugleich auch abwesend und „gar nicht richtig da“. Ein bisschen als wäre man in einem Wachtraum, als Beobachter. In diesem Zustand habe ich mehr aus verpeilter Routine heute nachmittag quasi mein Mittagessen gegessen, ohne Hunger zu haben. Ein bisschen hatte ich auch die Hoffnung, dass mein Körper dadurch noch richtig wach werden würde und dieser blöde innere Zustand enden würde. Das hat nicht funktioniert.

Warum ich danach dachte, dass etwas Zucker für mehr Wachheit sorgen könnte, weiß ich nicht recht; ich habe zumindest mal aufgeschnappt, dass auch Unterzuckerungszustände oder niedriger Blutdruck sowas auslösen können. (Mein Blutdruck war zuletzt btw wieder niedrig-normal bzw. mit irgendwas von 93:60 sogar niedrig … warmes Wetter am Samstag/Sonntag eben).
Jedenfalls habe ich den Osterhasen komplett gegessen. Im Anschluss war mir schlecht, welch‘ Überraschung. Erst wollte ich das ignorieren, aber nach kurzer Abwägung habe ich mich übergeben und war danach dann endlich mal etwas mehr beisammen. Schade um das Essen.

Wahrscheinlich bin ich heute Abend dann richtig wach, wenn ich ins Bett müsste. Was für ein verpennter Tag. Ob Koffeinspritzen helfen würden?

Ich mag die Stimme/Sängerin; der Song und das Video erinnern an Billie Eilish:

Sonniger Samstag

Der heutige Samstag war weitgehend schön. Endlich wärmere Temperaturen und viel Sonnenschein. Bis mittags hatte ich auch ausgeschlafen, da ich erst morgens gegen 6 Uhr ins Bett gegangen bin. Schuld daran war der fesselnde Online-Modus von Red Dead Redemption 2, den ich erstmalig begeistert ausprobiert hatte. Das Spiel ist sowohl im Singleplayer-, als auch im Multiplayer super.

Erfreulicherweise war ich ausnahmsweise hochmotiviert und habe ein paar bislang liegengebliebene Aufgaben erledigt. Danach gab es selbstgemachte „Kräuterkartoffeln“ mit ebenfalls selbstgemachten Kräuterquark. Die Zubereitung ist denkbar einfach und die Kartoffeln schmecken mir noch besser, als die Fertigvariante aus dem Tiefkühlfach (die auch nicht schlecht ist):
Kartoffeln kochen, in Scheiben oder „Stifte“ schneiden und in eine Marinade aus Kräutern (frischer Schnittlauch, Rosmarin, Thymian, etwas Chiliflocken) + geschmolzene Kräuterbutter + Olivenöl einlegen. Ganz ähnlich beim Quark, nur dass ich für den Pfeffer, etwas Zucker und Limettensaft + geschmolzene Knoblauchbutter + die anderen Kräuter genommen habe. Die marinierten Kartoffeln kommen anschließend noch eine Weile in den Backofen, bis sie knusprig-braun sind.

Das Ganze hatte ich spontan „frei Schnauze“ gemacht, insbesondere bzgl. der Dosierung der Kräuter etc., und war insofern erleichtert, dass es am Ende erstaunlich gut geschmeckt hat.

Später am Tag, gegen Abend, bin ich tatsächlich Laufen gegangen. Spaß gemacht haben die Trittübungen an einer beschaulichen Stelle im Wald; ich bin mal gespannt, wie das wird, wenn das Kampfsporttraining irgendwann in drei Monaten oder so wieder anfängt. Nur teilweise Spaß gemacht hat das Laufen selbst, weil mir währenddessen übel war. Deshalb ist es auch eher eine Mischung aus Laufen und Spazierengehen geworden.

Nach dem Laufen musste ich mich etwas beeilen mit Duschen etc., um noch schnell einkaufen gehen zu können. Auch nach dem Einkaufen war mir noch übel. Meiner Galle hat mein Mittagessen offensichtlich nicht gepasst.

Leider habe ich eine etwas überempfindliche Galle, die manchmal „angefressen“ reagiert. Mediziner nennen das Gallenwegsdyskinesie. Die genetische Disposition habe ich von meiner Mutter, die das gleiche Problem mit ihrer Galle hat.
Meistens habe ich keine akuten Probleme damit, außer einmal im letzten Sommer sehr stark, so dass ich eine Weile kaum etwas vertragen habe ohne quasi gleich wieder Gallenkoliken zu bekommen. Meistens äußert sich diese Überempfindlichkeit aber nur vereinzelt und in milder Form, so wie heute.

Zum Glück hilft mir ein Medikament recht gut dagegen, das ähnlich wie Gallenflüssigkeit schmeckt. Aber bekanntlich schmecken die wirksamsten Medikamente ja besonders scheußlich.^^
(kleiner Scherz! )

Wochenrückblick:
Mittwochabend hatte ich mich noch mal übergeben, natürlich wieder mit Nasenbluten. Mir war da schon nach dem insoweit normalen Abendessen latent übel, weil ich versehentlich ranziges Kürbiskernöl verwendet hatte. Das Weingummi, das ich danach gegessen habe, war grundsätzlich keine schlechte Idee, da das irgendwie magenberuhigend wirkt und gegen die Übelkeit hilft. Allerdings gilt das natürlich nicht, wenn man dann so wie ich aus einer „Scheißegal-Laune“ heraus spontan viel zu viel davon isst, bis einem von dem ganzen Weingummi erst recht schlecht ist. … Wie auch immer, nach dem Übergeben ging es mir immerhin deutlich besser.

Der Donnerstag und der Freitag sind dagegen soweit recht gut verlaufen, auch wenn ich an beiden Tagen abends nach der Arbeit weder Sport, noch einen Spaziergang gemacht habe. Am Donnerstag hatte ich mir -einer spontanen Laune folgend- für die Mittagspause drei Brötchen, zwei Schokobrötchen und so einen teilweise schokolierten Osterhasen mitgebracht, der aus dem gleichen Teig war, wie diese „Amerikaner“, die man in Bäckereien kaufen kann. Die Schokobrötchen und der Osterhase sind zu meinem Mittagessen geworden, die Brötchen gab es abends mit Käse bzw. Rübenkraut/Zuckerrübensirup.

Keine Ahnung, warum eigentlich Rübenkraut; das mag ich zwar, aber eigentlich esse ich das höchst selten (und eigentlich meistens nur zu Reibeplätzchen, die ich noch seltener esse). Genauso auch mit so Sachen wie den Schokobrötchen oder gar dem Osterhasen(teig).
Vielleicht werde ich mir zukünftig häufiger diese „Amerikaner“ kaufen; der Geschmack und die Konsistenz von dem Teig ist echt lecker. Ansonsten sind mir die meisten Sachen vom Bäcker tendenziell zu süß und klebrig; gerade wenn da so viel Zuckerguss drauf ist; auch die Sachen mit Sahne vertrage ich nur bedingt; je nachdem wird mir davon übel – das war bei mir immer schon so. Eigentlich schade, denn z.B. die Puddingplätzchen wären ohne den Zuckerguss ziemlich gut.

Freitag hatte ich nicht wirklich Hunger und heute auch nicht (heute vermutlich vor allem wegen der Gallensache bzw. der latenten Übelkeit). Gewichtstechnisch hat sich der Donnerstag offenbar bis zum Samstag wieder ausgeglichen. Das Gewicht ist zwar nach wie vor für meinen Geschmack etwas zu hoch und ein bisschen Wassereinlagerungen habe ich nach wie vor, aber ich hätte wirklich Schlimmeres erwartet. Zumal nach dem Übergeben an zwei Tagen hintereinander, der ungünstigen Zyklusphase und den ganzen leeren Kohlenhydraten (<= binden Wasser im Körper) vom Donnerstag hätte ich mit mehr Gewicht bzw. stärkeren Wassereinlagerungen gerechnet. Sollte sich der Wasserhaushalt meines Körpers etwa allmählich wieder normalisieren? … Auf jeden Fall bekommt mir die weitgehende, wenngleich nicht strikte Süßigkeitenabstinenz gut. Auch das Laufen heute war eine gute Idee.

Kristallfüchse und andere Merkwürdigkeiten

Am Wochenende habe ich Star Wars: Die letzten Jedi gesehen und muss meine bisherige schlechte Meinung über die neue Triologie revidieren; so schlecht war der Film gar nicht. Gerade auch nicht im direkten Vergleich zu den allerersten Filmen, die mir in etwas verklärter Erinnerung aus Kindheitstagen sind. Und so niedliche Wesen wie die Kristallfüchse stimmen mich zusätzlich gnädig.
Das ist wie bei Katzen, da bin ich machtlos.

Machtlos fühle ich mich im negativen Sinne derzeit auch bezüglich meines Alltags. Die letzte Sporteinheit ist mehrere Wochen her und obwohl ich mir fast täglich neu vornehme, den nächsten Abend (oder am Wochenende tagsüber) aber wirklich Laufen zu gehen Draußen, bekomme ich das nicht hin.

Gründe könnte ich viele aufzählen, angefangen davon, dass ich abends nach einem Tag voll mit Aufgaben und Anforderungen einfach am Ende meiner Selbstdisziplin angelangt bin. Bis auf wenige Ausnahmen haben sich meine Beine beim Laufen wie Blei angefühlt, abgesehen von der schlechten Kondition, die mittlerweile im Keller angelangt sein dürfte.

Im Moment ist es abends zudem arschkalt, mir sind am Samstagabend beim erstmaligen Spazierengehen als spärlicher Ersatz zum Laufen trotz der Handschuhe die Hände fast abgefallen; außerdem habe ich selten solche Schmerzen nur durch Kälte in den Händen gehabt. Zuletzt hatte ich das einmal beim Skifahren in den Alpen vor zig Jahren. … Das Blöde ist auch, dass die Schmerzen auch nach dem Reinkommen ins Warme erst so richtig fies werden, bevor es besser wird.
Ob einem eigentlich unter solchen Umständen die Finger abfrieren können? Ist das medizinisch möglich? Und warum unternimmt mein unfähiger Körper nichts dagegen?! Reserven hätte er genügend, die er für die Wärmeproduktion verwenden könnte – macht er nur nicht, blöd wie er ist.

Ich verstehe meinen Körper nicht. Noch bis vor etwas über einem Jahr dachte ich, mein Körper würde endlich mal normal funktionieren, so nach Jahren mit mehr oder weniger ausgeprägter Schilddrüsenunterfunktion, und ich könnte ihm vertrauen.
Also das Vertrauen ist jedenfalls inzwischen wieder so ziemlich weitgehend dahin.

Mein Körper funktioniert zumindest nach meinem subjektiven Eindruck nicht wie ein normaler Körper und baut immer weiter ab.
Nicht einmal der Wasserhaushalt funktioniert normal; während der 2. Zyklushälfte ist es nochmals schlimmer seit etwa einem 3/4 Jahr, seitdem überhaupt die ganzen Beschwerden angefangen haben, mit denen ich mich seitdem chronisch herumschlage. Die Ursache finde ich einfach nicht und später kam dann auch noch diese auf Dauer etwas lästige Sache mit dem sporadischen Übergeben hinzu. Gut, dass ich meine Gene nicht weitergeben werde. Soll sich das bessere Genmaterial anderer Menschen durchsetzen.

Irgendwie habe ich auch aus dem Grunde keine richtige Lust, mich mehr als notwendig um meinen Körper zu kümmern. Warum etwas pflegen, das so defizitär ist? Dann doch besser den Gnadenschuss geben.
Dass ich mich überhaupt um ihn kümmere liegt an einer Mischung aus Pflichtbewusstsein und dem Bestreben, vor anderen Menschen – vor allem auf der Arbeit – nicht negativ aufzufallen bzw. kränklich zu wirken; gerade in diesen Zeiten nicht.

Das Positive am Virus ist immerhin, dass ich nun ohne aufzufallen mit Latexhandschuhen einkaufen gehen kann. Ich wollte immer schon mal Professor T im Supermarkt spielen. Außerdem hat sich die Richterin noch gemeldet und den einen Termin kurzfristig abgesagt. Auch andere Gerichtstermine sind kurzerhand mit Verweis auf das berühmte Virus auf den Sommer verlegt worden, mit zwei Ausnahmen, aber ich denke, dass auch die Termine vermutlich noch verlegt werden.

Wahrscheinlich wird sich die Virus-Sache noch weiter ziehen und auch hier schlimmer werden, denke ich. Italien, Spanien, der Schweiz und all den anderen betroffenen Ländern drücke ich die Daumen.

Man soll ja immer etwas Positives schreiben. Andererseits bin ich derzeit eigentlich fast nur erschöpft, komme privat zu fast nichts und bin von mir selbst und meinen Mitmenschen genervt, obwohl ich beruflich meinen Umsatz deutlich steigern konnte und eigentlich im Moment erfreulicherweise etwas entlastet bin und die immer noch genügend vorhandenden Angelegenheiten abarbeiten kann; dem Virus sei Dank.

Ein bisschen merkwürdig finde ich die Klagen einiger Mitmenschen über den verordneten sozialen Rückzug. So lebe ich quasi immer schon. Bei mir ist lediglich der Vereinssport weggefallen, aber alle anderen empfohlenen Maßnahmen wie Abstand zu anderen, sich nicht mit anderen verabreden und möglichst in den eigenen vier Wänden aufhalten etc. pflege ich in meinem Alltag seit Jahren. Es ist eine absolute Ausnahme im Jahr, wenn ich mich privat verabrede. Es ist aktuell doch sogar schöner, als normal, da man beim Spazierengehen im Feld und Wald nun wirklich fast keine anderen Menschen mehr trifft; auch auf den Straßen hier sind so gut wie keine Menschen mehr. Paradiesisch!
Zu hören, wie schlimm nicht wenige so ein Leben bereits nach wenigen Tagen finden, macht mich etwas ratlos. Ich würde denen gerne etwas Freundliches und Ermunterndes sagen, fürchte aber, dass einfach nur mein geballtes Unverständnis ankommen wird.

Wenn ich mir was wünschen könnte, wäre das ein Impfstoff gegen Corona, Sommer mit Wärme und langen, hellen Abenden für Eulen wie mich und eine Katze. … Wobei die Katze vielleicht doch lieber nicht; diese Miniatur-Tiger sind so anspruchsvoll und inkompatibel zu meiner berufsbedingten häuslichen Abwesenheit tagsüber. Ein im benachbarten Wald freilebender Polar- oder Kristallfuchs, eine Wildkatze, ein Luchs und ein Rabe wären besser.

So viele sinnlose Fragen …

Manchmal wüßte ich gerne, was Menschen, die nicht von einer Essstörung betroffen sind, eigentlich denken, wenn sie z.B. wie hier in der Blogwelt von essgestörten Verhaltensweisen lesen?
Kann man das überhaupt nachvollziehen, wenn man dieses Denken und Empfinden nicht aus eigenem Erleben kennt? … Schließlich kann auch eine hohe emotionale Intelligenz aka „Empathie“ nicht alle Verständnishürden zwischen den Innenwelten der einzelnen Menschen kompensieren.

Ist man überhaupt ernsthaft essgestört, wenn man nicht deutlich untergewichtig und arbeitsfähig ist, einen Job hat, sich nicht ritzt, kein Blut beim Erbrechen spukt, weitgehend normal und mit Genuss isst, seinen Körper an sich mag und sich eh nur alle paar Wochen mal übergibt?
Muss man dafür mindestens einen stationären Klinikaufenthalt in einer Abteilung für Essgestörte als „Meilenstein“ erreicht haben? Muss man mindestens einmal eine Nasensonde bekommen haben? Muss man in therapeutischer Behandlung sein, um krank zu sein, oder mindestens einen Therapeuten bereits verschlissen haben?
Ist man nie wirklich krank gewesen, wenn man ohne Therapie und Klinik aus einer Essstörung herausfindet? … Schließlich heißt es oft: „Eine Essstörung hat man lebenslang.“ und dass eine Selbstheilung ohne fremde, professionelle Hilfe nicht möglich sei.

Was denken gesunde Menschen, wenn ich erwähne, Essen absichtlich erbrochen zu haben? Sind sie angeekelt? Sind sie gelangweilt, von all den banal-destruktiven Einblicken in ein anderes Leben? Schütteln sie den Kopf, wie jemanden das Gewicht und das Äußere nur so wichtig sein kann? Denken sie, dass es Jammern auf hohem Niveau ist, wenn ich mich hier an 3kg+ störe, obwohl ich sehr schlank bin?
Verdrehen sie genervt die Augen, wenn ich Texte mit Überlänge schreibe, die sich um Ereignisse in meinem Leben drehen, die für mich bedeutsam sind, aber für Mitmenschen geradezu trivial und langweilig sein dürften?
Denken sie „Deine Sorgen möchte ich haben! Immer diese vom Leben verwöhnten un dennoch lebensunfähigen, für ihr Glück undankbaren Menschen, die online wegen nichts schriftlich rumheulen.“?

Was denken Ärzte, bspw. Kinder- oder Hausärzte, über ihre essgestörten Patienten?
Halten sie die für im wahrsten Sinn des Wortes „bescheuert“?
Was denken sie bei sehr schlanken/etwas untergewichtigen Patienten, bei denen unbekannt ist, ob sie eine Essstörung haben oder nicht? Glauben sie denen, wenn sie eine Essstörung verneinen oder denken sie: „Typisch, fehlende Krankheitseinsicht!“?

Was denken Eltern über ihr essgestörtes Kind?
Was denken Eltern über ihr lebensmüdes Kind, dem die Begeisterung für das Leben abgeht, obwohl sie sich so viel Mühe gegeben haben, ihrem Kind ein angenehmes Leben zu ermöglichen und es zu unterstützen?

Parentale Ernährung (PE)

Ja, das heißt wirklich so und meint, dass man Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate (in Form von Zuckerlösungen) per Infusion über einen Zentralen Venenkatheder (ZVK) bekommt.

Für Menschen die Zugänge z.B. beim Blutabnehmen so sehr mögen wie ich, also die verkappten Spritzenphobiker unter uns: Der ZVK kommt in die Halsvene.

Bei mir sah das so aus:

Was mir dieses zweifelhafte Erlebnis verschafft hat?

Nein, keine Essstörung. Zu dem Zeitpunkt war ich seit ca. 5 Jahren komplett essstörungsfrei. Und mit komplett meine ich komplett, wenngleich es immer „nette Mitmenschen“ gibt, die eine Essstörung für eine Gewichtserkrankung halten und der Ansicht sind, dass man weiterhin essgestört/anorektisch sei, wenn man nach wie vor sehr schlank bzw. sogar leicht untergewichtig ist (trotz normaler Ernährung und Bewegung). Dabei ist es primär das Denken und Empfinden, das den Unterschied zwischen gesund und essgestört ausmacht.

Den ZVK und die PE hatte ich meinem Blinddarm, präziser gesagt meiner Appendix an selbigem zu verdanken.

Eines schönen Sonntags im Herbst war mir bereits morgens komisch zumute, so als ob man krank wird, und das Frühstück samt selbstgebrautem Saft, den mein Besuch mitgebracht hatte, ekelte mich komischerweise an. Zu dem Zeitpunkt dachte ich noch, es sei irgendwie „psychogen“ und eigentlich ein gewisser Selbst- wie Fremdekel gegenüber meinem Gast (lange Geschichte!), der sich zum Glück bald darauf verabschiedete.

War aber nicht die Psyche. Der Spuk hielt bis Dienstags an: Ich hatte absolut null Appetit, Widerwillen gegen die meisten Speisen, war müde und schwitzte nachts. Arglos ging ich von einem harmlosen Infekt aus, den ich mir bestimmt bei meinem Besuch eingefangen hätte. Komisch war nur, dass meine Augenlider total zugeschwollen waren. Körpertemperatur: unter 37 Grad.

Dienstagabends ging es mir wieder besser, und da mir Sport oft bei kleineren gesundheitlichen Beschwerden geholfen hat und ich mich wieder relativ fit fühlte, ging ich zum Taekwondo-Training. Im Training ging es entspannter zu, als sonst. Mir tat die Bewegung gut und in der Umkleidekabine erfuhr ich von den Karate-Frauen, dass derzeit Erkältungsmist im Umlauf sei. Da es mir weiterhin besser ging, hatte ich das Ganze damit schon innerlich abgehakt.

Ich schlief bis zum Mittag am Mittwoch, bildete mir ein, diese Nacht etwas weniger geschwitzt zu haben. Ist ja auch gut, wenn der Körper schwitzt, wenn er mit irgendwelchen Bazillen kämpft.

Endgültig wieder gesund wähnte ich mich, als ich sogar wieder Appetit hatte. Es gab Hähnchenfrikassee und ich erwähne es auch nur deshalb, weil sich mir noch Monate danach beim Anblick von Hähnchenfrikassee im Supermarkt der Magen umdrehte.

Es wurde spätnachmittags und mir war komisch zumute. Unschlüssig, vermutete ich, dass es von dem wenigen Essen kommen könnte, das ich die letzten Tage herunterbekommen hatte (im Wesentlichen Milchbrötchen). So aß ich den Sojajoghurt, den mein Gast mir überlassen hatte. Ein Fehler! … Gegen Abend ging es mir dreckig. Die geplante Online-Zockerrunde mit den anderen sagte ich ab und wälzte mich die nächsten Stunden im Bett herum, auf der Suche nach einer Position, in der mir nicht so abartig übel wäre. Vergebens.

Das Übergeben war ich so gar nicht mehr gewöhnt und ja irgendwie war es mir seinerzeit wichtig, mich nicht zu übergeben, glaubte ich doch mit diesem Thema für den Rest meines Lebens abgeschlossen zu haben.

Sich aufgrund einer organischen Erkrankung übergeben zu müssen, ist anders, als wenn man sich geplant absichtlich übergibt; eben kontrolliert im Rahmen einer Essstörung erbricht. Bei mir jedenfalls.
Um es kurz zu machen: Ich musste mich an jenem Mittwochabend zweimal übergeben, wobei mir ein Blutgefäß im Auge geplatzt ist.
(Später im Krankenhaus bin ich wiederholt auf mein „blutiges Auge“ angesprochen worden; sah aber nur schlimm aus.)

Nach dem Übergeben bin ich irgendwann eingeschlafen, zunehmend stärker schwitzend und mit einer Körpertemperatur von ca. 37,5 Grad. Überhaupt: Ich hatte die klassische Kombi aus Schwitzen und Frieren.

Nachdem ich Donnerstagmittag benommen aufgewacht bin, mich das x.-te Mal umgezogen habe, nur um darauf wieder zu schwitzen und zu frieren, habe ich mich schon ein bisschen gewundert, weil ich irgendwie auch ohne neuer Selbstversuche intuitiv wußte, dass ich gerade kein Essen vertragen würde. Ich habe es mit Saft versucht und das dann schnell nach zwei, drei kleinen Schlücken gelassen.

Magenschmerzen in dem Sinne hatte ich aber nicht! Dabei sollen das ja angeblich die typischen Symptome sein. Pah!

Körpertemperatur: 38,5 Grad. Telefonat mit meiner Mutter gegen 14/15 Uhr, um meinen Eltern fürs anstehende Wochenende abzusagen. Vorschlag meiner Mutter, dass ich doch die 2h-stündige Fahrt zu ihnen jetzt gleich machen solle, damit ich bei meinen Eltern freitagmorgens direkt zu meinem Hausarzt gehen könnte.
Ich war nicht so angetan von der Idee, da ich meinen Hausarzt wegen der „kleineren Magenverstimmung“ nun echt nicht belästigen wollte. „Einfach viel schlafen, das ganze Wochenende, den Körper „die Krankheit ausschwitzen lassen“ und fertig, am Montag bin ich wieder fit!“, so dachte ich.

Es wurde Nachmittags, irgendwie war ich in einem seltsamen geistigen Zustand. Im Nachhinein würde ich ja sagen, dass ich etwas „eingetrübt“ war, außerdem war ich komisch kurzatmig und bekam subjektiv gefühlt nicht ausreichend Luft, ohne echte Atemnot zu haben, dafür atmete ich schneller als sonst und hatte einen Puls von 100 in Ruhe statt wie üblich von 60/70. Aber da sich von den behandelnden Ärzten dafür später niemand interessiert hat, denke ich, dass das wohl nichts Besonderes war. (Lag bestimmt an den später festgestellten hohen Entzündungswerten.).

Solche Symptome kannte ich bislang allerdings nicht. Körpertemperatur: 39,3 Grad. Ich habe die nächsten Stunden damit verbracht, mein Geschirr zu spülen (von Hand), wofür ich ewig gebraucht habe, weil ich immer wieder Pausen machen musste; das Gleiche beim Packen meines Autos für das WE bei meinen Eltern. Damals lebte ich noch im 4. Stock und musste mehrmals hoch und runter, wobei ich kaum Luft bekommen, fast gehechelt und wie ein Schwein geschwitzt habe, obwohl mir das Treppensteigen sonst nie etwas ausgemacht hat.

Nassgeschwitzt ins Auto, Musik an und los. Im Kaff nicht mehr weit von meinem Elternhaus entfernt geblitzt und herausgewunken worden. Es war wenige Meter vor der Ortsausfahrt, wo man erst 50 km/h und ziemlich direkt dann 70 km/h fahren darf; seit einer Weile gab es dort noch für wenige Meter eine 30er-Zone, in der die meisten 40 km/h fahren; die „neue“ 30er-Zone war mir aber entgangen, weil ich noch gewöhnt war, dass dort durchgängig innerorts 50 km/h erlaubt wären. Die Frage des Polizisten habe ich dann auch komplett versemmelt:

„Wie schnell dürfen Sie hier fahren?“. „Ich nehme den 50:50-Joker.“
„… 50 km/h?!“ … „50 km/h?! Hier sind 30 km/h erlaubt!“, blaffte es mir entgegen. Danach folgten Fragen und Vorhaltungen, dass die „neu-alte“ 30er-Zone schon seit 4 Monaten eingerichtet sei; dazu fiel mir innerlich nur ein, dass ich meine Eltern doch ganz schön lange nicht mehr besucht hatte. Aufgrund meines Kennzeichens hielt mich der Polizeibeamte dummerweise für einheimisch. Er bekam sich gar nicht mehr ein, ich schwieg wohlweislich und gab mich vorsorglich schuldbewusst, obwohl mir alles so egal war, weil ich gerade ganz andere akute Probleme hatte. Das wollte ich aber besser nicht sagen; nicht dass er noch auf den Trip käme, ich sei fahruntüchtig.

So wie der Typ sich aufführte, musste ich wohl mindestens 60 km/h gefahren und in seinen Augen ein elender Raser sein, der kleine Kinder vor den hier nicht vorhandenen Schulen abends tot fuhr… aber es stellte sich heraus, dass ich nur sagenhafte 8 km/h zu schnell gewesen war. Zum Glück hatte ich aus Verpeiltheit die Innenbeleuchtung im Pkw nicht angemacht und es ist mir bis heute ein Rätsel, wie der Polizist übersehen konnte, dass ich geistig verpeilt und körperlich extrem verschwitzt war, mir lief der Schweiß so runter im Gesicht, trotz der Kälte, und meine Wohnorte habe ich auch bunt durcheinandergeworfen etc..
Ich hätte an seiner Stelle mit mir sämtliche Drogentests durchgeführt, aber dort herrschte Massenabzocke Hochbetrieb und so wollte er nach seiner Standpauke und dem üblichen Procedere nichts weiter von mir. Die kalte Luft, die durch das geöffnete Fenster hereinkam, ließ mich schwitzen und frieren. Ich wollte nur irgendwie zu meinen Eltern und dort ins Bett.

Endlich da. Meine Eltern handhaben Erkrankungen auch recht nüchtern, wenngleich nicht unherzlich. So gab mir meine Mutter ein Körnerkissen und ließ mich ansonsten auf dem Sofa wie auch später in Ruhe. Es war klar, dass ich morgens zum Arzt gehen würde. Inzwischen hatte ich eine komische Mischung aus Appetitlosigkeit mit Widerwille gegen Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr sowie ein diffuses Unwohlsein im Bauch, aber keine richtigen Schmerzen. Meinen Eltern konnte ich nicht recht begreiflich machen, dass mein Körper wirklich besser keine Nahrung haben wollte. Ich hätte es nicht mit etwas Konkretem begründen können, aber mein Körpergefühl hat mir das deutlich gesagt.
Dem elterlichen Drängen habe ich letztlich nachgegeben und eine kleine Portion Apfelmus gegessen. Keine gute Idee.

Ich fühlte mich nicht gut, aber gleichzeitig hatte ich die Sorge, dass mich mein Hausarzt auslachen würde, was ich denn wegen eines etwas verstimmten Körpers bei ihm wollen würde und dass ich mich aus seiner Sicht nur anstellen würde.

Nachts konnte ich nicht schlafen und wälzte mich erneut hin- und her; richtige Bauchschmerzen hatte ich immer noch nicht und sollte ich auch nicht bekommen
(kleiner Exkurs: Lustigerweise stand später im Entlassbrief vom Krankenhaus trotzdem, dass ich massive Bauchschmerzen beklagt hätte, obwohl ich meine Schmerzen in der Notaufnahme mit 1, evtl. maximal 2 -also praktisch keine bzw. nur sehr leichte Schmerzen- angegeben hatte auf der 10er-Schmerzskala. Selbst die Ärztin tat so, als würde mir das Herumdrücken auf dem Bauch große Schmerzen bereiten, als sie danach fragte, ob es ok sei, dass ihr Kollege auch mal tastet. „Ich weiß, dass Ihnen das sehr weh tut …darf mein Kollege trotzdem …. das kann man bei Ihnen so gut ertasten.“ <= Nö, tat nicht weh; hatte ich auch nie gesagt dort. Passte als klassisches Symptom wohl einfach zu gut, um auf mich zu hören, was ich wirklich empfand^^).

Gleichwohl war Liegen etc. im Bett in jener Nacht auf Freitag unangenehm. Daher habe ich mich mit Online-Surfen abgelenkt. Da ich immer schon wissbegierig war und Wissen am besten gegen Ängste hilft, googelte ich meine Symptome. Paradoxerweise, weil ich Angst vor dem Gespräch mit meinem Hausarzt hatte und dass er mich endgültig für einen Hypochonder halten würde. Dr. Google behauptete mit verblüffender Übereinstimmung, dass ich es wahrscheinlich „am Blinddarm“ hätte.
Ich war gleichwohl skeptisch: Als Hauptsymptom wurden dort bei einem entzündeten Blinddarm/Wurmfortsatz starke Bauchschmerzen in der rechten unteren Körperhälfte beschrieben. Die hatte ich nicht; einzig das komisch-diffuse Gefühl war in den letzten Stunden von der Körpermitte etwas nach rechts unten gewandert, aber keine Ahnung, ob ich das zutreffend wahrnahm – unter starken Schmerzen stellte ich mir auch etwas gänzlich anderes vor; deshalb verwarf ich Dr. Googles Diagnose und schlief irgendwann ein.

Nächster Akt: Freitagmorgen. Mir ging es schlechter, das Schwitzen war aber etwas weniger. Eigentlich wollte ich meine Eltern fragen, ob sie mich fahren könnten. Als ich im Badezimmer war, hörte ich, wie sie sich über mich unterhalten haben; meine Mutter überlegte laut, ob sie mich nicht besser zum Arzt fahren solle, mein Vater erwiderte, dass das Unsinn sei, das könnte ich doch selbst machen, da [alt genug, soll sich nicht so anstellen, hat doch nichts Schlimmes usw.].
Sie wußten nicht, dass ich alles mitangehört hatte (wie so oft). Ich kam mir erst recht wehleidig + doof vor und fuhr selbst zum Arzt. Dort wartete ich brav ca. 2 h+, denn ich wollte mit meiner Lappalie keinen Aufstand machen; mir war das eh schon unangenehm genug. Freitagmorgens war dort erst recht viel los.

Zu meiner Verwunderung hat mich mein Hausarzt nicht ausgelacht, sondern mir nach einem Ultraschall eröffnet, dass er mich ins Krankenhaus überweist und es sein könnte, dass ich dort ein paar Tage bleiben muss, mein Blinddarm sei entzündet, das sei deutlich zu sehen. Passenderweise bekam ich just einen der Schweißausbrüche auf der Untersuchungsliege, nachdem er festgestellt hatte, dass ich kein Fieber habe (Körpertemperatur: Ca. 36,5 Grad). Ich solle sofort in die Notaufnahme des Krankenhauses, und auch nichts mehr essen, weil ich möglicherweise operiert werden würde.

Kurz mit meinen Eltern telefoniert, damit sie schon einmal eine Tasche packen, zurück gefahren. Beim Gehen ein dumpfer minimaler Schmerz in der rechten unteren Bauchhälfte.

Von Eltern in die Notaufnahme gebracht werden, dort zu meiner 2. Verwunderung fast direkt drankommen und erklärt bekommen, dass ich eine schwere Entzündung hätte, unbedingt in den nächsten Stunden operiert werden müsse und danach auf die Intensivstation käme.

Joa, ich fand das recht übertrieben; ist zwar so herum besser, als dass die Ärzte sauer auf mich gewesen wären, dass ich ihnen Zeit stehlen würde und nichts hätte, aber gleich so ein Aufheben?

Nach der OP habe ich von meinen Eltern und später von den Ärzten erfahren, dass ich eine sehr schwere Entzündung (gehabt) hätte, die Appendix war bereits durchgebrochen, gangränös und mein Bauchfell entzündet. Außerdem waren die Entzündungswerte im Blut wohl auch für eine Appendizitis sehr hoch. Da ich aber nach der OP stabiler als erwartet gewesen sei etc., ist mir die Intensivstation erspart geblieben.

Andererseits haben die Ärzte insbesondere gegenüber meinen Eltern nach der OP (als ich noch nicht wieder wach war) deutlich gemacht, dass ich das Wochenende nicht mehr überlebt hätte. … Mein Vater hat sich deshalb sehr kleinlaut bei mir entschuldigt für seine Worte vom Freitagmorgen, nachdem er erfahren hat, dass ich sie gehört hatte. Dabei waren seine Worte ja durchaus berechtigt ex ante.

Gewurmt hat mich etwas ganz anderes nach der OP:
Es wäre so einfach gewesen: Einfach im Bett in meinem kleinen Appartment liegenbleiben, immer mehr wegdämmern, schlafen, schwitzen … irgendwann ganz Wegsein. … Es wäre ein echter Unfall gewesen, mit dem meine Eltern noch am ehesten hätten leben und eines Tages wieder glücklich werden können. Anders, als bei einem Suizid.

Es ist nicht so, dass ich undankbar bin, dass mir die Ärzte (und indirekt meine Mutter mit ihrem Rat zum Hausarzt zu gehen) das Leben gerettet haben, ich bin nur so chronisch ambivalent bzgl. des Weiterlebens und wenn man erfährt, so dicht am Ziel gewesen zu sein, wie man es nicht mehr sein wird, ist die Ambivalenz extrem. So wie es auch an jenem Abend mit den knapp über 40 kg und den (eingebildeten?) „Herzproblemen“ gewesen ist. Nur war es bei der Blinddarmsache noch viel näher und es wäre auf jeden Fall erfolgreich gewesen.
Es betrübt mich bis heute manchmal, dass ich meine bislang auf lange Sicht beste und einzige Chance nicht erkannt und genutzt habe.

Was man mir vor der OP übrigens nicht gesagt hatte und worin ich nicht explizit eingewilligt hätte:
Ich bin mit einem ZVK im Hals aufgewacht und wurde parental ernährt. Wäre ich noch anorektisch gewesen, wäre das grausam gewesen.

Auch ohne Essstörung fand ich es nicht gut; ich möchte einfach nicht, dass man so etwas ohne höchste Notwendigkeit mit mir macht und derart negativ über meinen Körper bestimmt (diese unmittelbare Fremdbestimmung endet insofern erst, wenn auch die parentale Ernährung beendet wird).

Die parentale Ernährung habe ich ca. 4 Tage bekommen und nicht vertragen. Ganz am Anfang hatte man mir zu hohe Glukoseinfusionen fast rund um den Tag gegeben; mir war durchgängig schlecht, mein Urin roch wie Honig, mein Gehirn war matschig und ich hing wie ein Schluck Wasser in der Kurve im Stuhl an dem Sonntagmittag, als man dann feststellte, das mein Blutzucker bei knapp 400 mg/dl (statt der normalen ca. 100-200(?) mg/dl) lag.
(Überwacht worden war der Blutzuckerwert nicht; die Messung habe ich einer aufmerksamen Krankenschwester zu verdanken gehabt, die sich spontan nach der Blutzuckermesung bei meiner diabetischen Zimmernachbarin entschlossen hatte, ausnahmsweise auch bei mir zu messen).

Kein Grund, die PE zu beenden. Stattdessen hat man mir nach einer kleinen Pause einfach etwas weniger Glukose gegeben, die ich aber trotzdem nicht vertragen habe. Ich habe drei Kreuze gemacht, als die PE beendet wurde. Zudem waren meine Leberwerte mies; keine Ahnung, ob das von der Infektion oder von den Segnungen der parentalen Ernährung gekommen war.

Zusätzlich zur PE musste/sollte ich auch Schonkost essen. Das bedeutet am 1. Post-OP-Tag Fresubin. Ich hatte von dem Zeug ironischerweise in Blogs von Essgestörten viel gehört.
(Selbst bin ich wegen der Anorexie -zum Glück- nur eine Weile in der hausärztlichen ambulanten Behandlung gewesen. Das hat mir Fresubin & Co. sowie die ihrerseits körperlichen Bedürfnissen entfremdeten Essenspläne auf der Essgestörtenabteilung erspart.)

Von dem Fresubin sollte ich drei Flaschen zu mir nehmen, habe aber nur eine morgens geschafft, nach der ich mich fast hätte übergeben müssen. Ansonsten gab es ab dem 2. Tag Suppe, Weißbrot und Marmelade.
Essen, das ich überhaupt nicht vertragen habe und von dem mir auch gesund schlecht geworden wäre. Das hat neben der tollen Essensinfusionen auch zur durchgängigen Übelkeit tagsüber beigetragen. Ich hätte am liebsten keine PE und ein normales Brötchen mit Käse gehabt oder was es sonst so gab. Das war dort aber keine Schonkost. Daher: Pech gehabt.

Leider habe ich versäumt nach dem Grund für die parentale Ernährung zu fragen; ich hatte damals einen BMI von 18, war nicht unterernährt und hätte auch einen größeren, vorübergehenden Gewichtsverlust verkraften können. Außerdem ist mein Körper zäh. Warum also gleich eine PE?

Als ich nach knapp einer Woche aus dem Krankenhaus entlassen worden bin, hatte ich ca. 6/7 kg zugenommen. Alles Wasser; ich habe meine Fußknöchel nicht mehr gesehen, so aufgeschwemmt war mein Körper, obwohl ich mich in der Klinik im Rahmen meiner Möglichkeiten viel bewegt habe, z.B. im Treppenhaus. Persönlich denke ich, dass das so nicht normal ist mit so starken Wassereinlagerungen und dass man mir die PE gut hätte ersparen können.

Bevor das so einseitig negativ endet und einen falschen Eindruck hinterlässt: Doch, ich bin den Ärzten und Pflegern im Krankenhaus, meinem Hausarzt, und meinen Eltern insgesamt durchaus dankbar, sehr sogar.