Ich habe am Wochenende nach langer Zeit etwas Sport gemacht und festgestellt, dass es durchaus gute Trainingsvideos gibt und dass ich meine Mutation zum Couchpotatoe vielleicht doch noch umkehren kann.
Dem Online-Handel sei Dank konnte ich mich kleidungsmäßig neu eindecken und bin sehr zufrieden.
Meine ältere Nachbarin ist echt eine gute Seele, weshalb ich bereitwillig ihren Putzdienst für den Gemeinschaftsflur übernommen habe, obwohl ich den Putzdienst an sich nicht leiden kann. Meine Nachbarin hat es derzeit im Rücken. Wir verstehen uns gut, ohne uns gegenseitig durch zu viel Kontakt und Nähe auf die Nerven zu gehen.
Es ist nun quasi fest geklärt, dass ich Mitinhaber werde, gemeinsam mit meinem anderen jungen Kollegen. Wir sind dann zu Dritt als Gesellschafter. Mein Kollege und ich werden außerdem die Notarausbildung machen. Leider muss man am Ende die Notarprüfung, quasi ein 3. Staatsexemen, absolvieren, was mit meiner Prüfungsangst ungut ist. Aber gleichwohl ist das eine für mich sehr reizvolle Sache, nicht nur, weil die Notartätigkeit lukrativ ist. Es ist auch eine gute Abwechslung zur Anwaltstätigkeit. Trotzdem habe ich jetzt schon etwas Angst vor dem Lernen und der Prüfung am Ende, aber es fühlt sich trotzdem richtig an, diesen Schritt zu gehen. Meine Eltern haben mir freundlicherweise ihre volle Unterstützung zugesagt, und freuen sich mit mir über die jüngsten Entwicklungen. Ich freue mich, bin aber auch noch etwas ungläubig, dass das alles real ist. Das hätte ich mir nie träumen lassen.
Ich habe das Spiel „This War of Mine“ am PC sogar schon im 3. Anlauf erfolgreich durchgezockt … nachdem meine Spielfiguren bei den vorherigen Versuchen allesamt nach langem Leiden verstorben sind. Gut, bei dem erfolgreichen Durchlauf ist eine Spielfigur erfroren, der andere ist einfach trotz aller Zuwendung abgehauen, um dann an der Grenze erschossen zu werden, und die Dritte erlag ihren schweren Verletzungen … und die 4. Überlebende ist tief traumatisiert, aber sie hat den Krieg überlebt!^^
Ansonsten zocke ich aktuell gerne an Gemeinschaftsspielen Back4Blood mit meinem Bruder, seiner Freundin und einem gemeinsamen Kumpel. Manchmal spielen wir auch DeadByDaylight. Mit dem einen Kumpel zocke ich ab und zu auch „It Takes Two“ – kann ich als Koop-Spiel sehr empfehlen, ebenso wie das Spiel „A Way Out„.
Hellraiser: Revelations – Die Offenbarung hat mich nicht vom Hocker gerissen. Eigentlich wollte ich mir ja „Judgment“ aus der Reihe anschauen, aber das gab es bei Amazon Prime Video nicht zum Leihen. Dafür war „I Spit On Your Grave 2“ gar nicht schlecht. Der erste Teil hat mir schon gut gefallen. Ich sollte öfter solche Videoabende machen. Als nächstes werde ich mir „Ein Mann namens Ove“ anschauen. Wenn der vom schwarzen Humor her so gut wird, wie „The Guard“ , wäre das super. … Und irgendwann 2022 werde ich auch wieder Filmabende mit meinen beiden Kumpels machen. Ja, das habe ich mir fest vorgenommen.
Mit meinem neuen robust-empfindlichen Mitbewohner bin ich äußerst zufrieden; er hat das eckige Herz am rechten Fleck und funktioniert tadellos. Ich habe ihn schon in mein Herz geschlossen.
Final habe ich mich für folgende Komponenten entschieden und kann insbesondere den Tower sehr empfehlen für alle, die sich ihr Hardwaresystem selbst zusammenstellen möchten und sich offen halten möchten, irgendwann auf Wasserkühlung umzusteigen. Das Gehäuse ist aber auch mit Airflow super.
So viel Geld habe ich noch nie für einen PC ausgegeben, aber es hat sich absolut gelohnt. Die Grafikkarte ist mittlerweile an die 100,00 € teurer geworden; Glück gehabt. Und obwohl ich sehr kritisch war, bevor ich mich für eine Komponente entschieden habe, habe ich an keinem der Teile etwas auszusetzen.
Festplatten habe ich meine alten beiden SATA-Festplatten sowie die drei SSDs genommen, die anders als im alten Tower im neuen Gehäuse wunderbar mühelos Platz finden.
Das Zusammenbauen, Windows neu installieren und die Festplatten mal sinnvoll ganz neu aufteilen etc. hat ganz ernsthaft Spaß gemacht. Nun bin ich wirklich zufrieden. … Wobei mir natürlich auf Anhieb noch diverse andere „offene Aufgaben“ einfallen würden (u.a. meine restlichen Umzugskisten aufräumen, eine noch übrig gebliebene freiwillige Steuererklärung etc.), aber das werde ich sukzessive angehen.
Ich bin noch etwas unschlüssig, was ich mit meinem alten PC-System mache. Eigentlich würde ich es meinem Kumpel B. schenken; ein neues für die dortige CPU passendes Mainboard wäre schnell und kostengünstig besorgt; ebenso eine SSD, evtl. auch ein neuer PC-Bildschirm … und ja auch Windows^^.
Das würde ich auch für ihn machen, weil er sich damit nicht auskennt. Meinen alten – nach wie vor guten und recht großen – Bildschirm habe ich vor ein paar Monaten an meinen Bekannten A. verschenkt. Sein kleiner Bildschirm hat mich gedauert und joa irgendwie hänge ich an manchen Gegenständen wie u.a. dem Bildschirm, obwohl ich nicht bereue, ihn ausgetauscht zu haben. Bei A. ist er in guten Händen und der hat sich wiederum sehr gefreut. Die beiden haben viel Freude miteinander. Win Win.
Vielleicht wäre es insofern ähnlich bei B. und meinem alten PC; B. und ich sind immerhin seit über 10 Jahren befreundet, den PC-Tower habe ich seit etwa meinem 16. Lebensjahr. Das waren noch Zeiten … gefühlte Ewigkeiten her. Seitdem schwöre ich auf LianLi-Gehäuse; die sind zeitlos und sehr zukunftstauglich. Sowohl den alten PC, als auch B. mag ich auf ihre Weise. Nur weiß ich nicht, ob es deplatziert wäre, B. den PC anzubieten.
Natürlich könnte ich den PC auch verkaufen; der Restpreis beläuft sich auf ca. 400,00 €, evtl. auch etwas mehr. Mir ist das Geld ehrlich gesagt egal. Ich schätze nur, dass B. auch ohne in PC-Dingen bewandert zu sein, das Geschenk als „zu viel des Guten“ empfinden wird. Ich würde ihm den durchaus gerne schenken, wenn er ihn haben möchte, aber ich möchte ihm damit auch nicht vor den Kopf stoßen. Außerdem weiß ich trotz seiner Begeisterung über die Leistungsfähigkeit meines alten PCs nicht, ob er überhaupt Lust hat, von Laptop auf PC umzusteigen zum Zocken. Mal ganz davon abgesehen, dass er bald irgendwann in den nächsten Wochen seine mündliche Examensprüfung machen dürfte oder evtl. schon hinter sich hat (hoffe ich jedenfalls für ihn, andernfalls wäre er nämlich durch das schriftliche Examen durchgefallen). Insofern hat er derzeit sicher andere Sachen im Kopf.
Ich werde noch etwas darüber nachdenken. Immerhin: Bei A. war ich mir auch sehr unsicher, wie der das Angebot aufnehmen wird, und er hat sich einfach nur sehr gefreut.
Eigentlich hätte auch ein schwarzes Bild gut gepasst, aber wo Schatten ist, findet man bekanntlich auch Licht. Sonst hätte ich mich schon vor langer Zeit umgebracht.
Letzte Woche kam die Absage, mit der neuen Stelle wird es folglich nichts. Und weil das Leben einen eigenwilligen Sinn für Humor hat, lief es bei meiner aktuellen Stelle dafür besser. Der Stellenmarkt ist derzeit sehr überschaubar bzgl. Stellen, die für mich infrage kämen. Mein Gefühl hat mir deutlich gesagt, dass es die weitere Stellensuche momentan für Unsinn hält und ich es eher bis auf Weiteres weiter mit meiner aktuellen Stelle versuchen sollte. Immerhin kenne ich den Laden inzwischen. In eine andere Anwaltskanzlei zu wechseln, würde meine Situation wahrscheinlich kaum verbessern. Wenn würde sich der Wechsel in den öffentlichen Dienst lohnen. Passende Stellen vor Ort sind allerdings Mangelware. Ich werde weiter die Augen offen halten, aber bis auf Weiteres werde ich mit der Diva, dem Familienrecht & Co. weiterleben müssen.
Diese Woche hatte ich Urlaub, wovon ich aus verschiedenen Gründen etwa die Hälfte bei meinen Eltern und den Katzen verbracht habe. War angenehm, bis auf das Essen. Bei dem Wetter hätte mir eher der Sinn nach kaum etwas essen gestanden. Mit der Histaminintoleranz gab es ein paar Probleme, wodurch ich zwei Tage recht ausgeknockt war. An zwei anderen Tagen war meine Galle beleidigt, auch wieder zurück in meinen eigenen vier Wänden, weshalb mir insbesondere einen Tag ziemlich anhaltend schlecht war, worüber sich wiederum meine Waage gefreut hat. Immerhin: Übergeben habe ich mich nicht. Schon seit Ende Mai nicht mehr.
Ansonsten habe ich ausgiebig Red Dead Redemption 2 plus ein wenig Dead By Daylight gezockt und heute dann endlich mal meine Unterlagen aus dem Studium weitgehend weggeworfen. Zeitschriften, Mitschriften, Falllösungen, Schemata usw., weg damit. Ich mag es eigentlich nicht, solche Sachen wegzuwerfen, aber hinterher geht es mir immer besser und ehrlicherweise schaue ich in diese Sachen eh nie wieder rein. Für die Berufspraxis kann ich die Unterlagen ohnehin nicht gebrauchen. Das ganze Zeug wegzuwerfen, war gut. Eigentlich sollte ich noch viel mehr entsorgen. Freiheit für die Seele, weg mit dem Ballast.
Leider kann ich es nie ganz verhindern, dass beim Aussortieren meine Gedanken in die Vergangenheit abdriften. Ungünstigerweise sind damit auch untrennbar die alten Gefühle verknüpft. Zwar nur als schwacher Abglanz, trotzdem zieht mich das jedes Mal zuverlässig runter. Egal, ob es Erinnerungen an die Kindheit, an die Schule, an das Studium, an das Referendariat oder anderes aus der Vergangenheit sind, mich deprimiert das alles.
Dabei habe ich in der Vergangenheit durchaus auch viele schöne Erlebnisse gehabt. Außerdem ist die Vergangenheit für mich immer irgendwie, wie aus einem anderen Leben; fast wie das Leben einer anderen Person, die ich zufällig etwas näher kennengelernt habe, bevor sich der Kontakt verlaufen hat.
Meinem Gefühlsleben ist das offenbar völlig egal. Wenn ich an die Vergangenheit denke, schwanke ich zwischen der Sehnsucht, am besten einfach nicht mehr existent sein zu müssen und dem Wunsch, zurückzureisen und irgendetwas anders zu machen. Was genau, ist auch mir unklar. Klar, mit dem Wissen von Heute hätte ich das ein oder andere anders gemacht, aber ex ante aus der damaligen Situation heraus, gibt es eigentlich nichts, das ich ausschließlich bereue. Trotzdem ist bei der Erinnerung an Teile meines früheren Lebens da dieser Gefühlsschlamm, der sich zuverlässig auf meine Seele legt und mein Gefühlsleben verdunkelt, wie früher schon so oft.
… außer eine menschenfressende Riesenspinne nähert sich.^^
Meistens ist es aber so, wie mein erster Arbeitstag am Dienstag:
Zu sagen, dass ich mich unwohl gefühlt habe, als ich zur Arbeit gefahren bin, wäre untertrieben gewesen. Andererseits bin ich jemand, der sich bereits als Kind um alles Mögliche und Unmögliche den Kopf zerbrochen und dadurch unnötig irgendwelche Angstszenarien erschaffen hat, von denen in der Realität kein einziges Szenario je so schlimm eingetreten ist, wie ich es mir vorgestellt hatte. Hätten meine Eltern geahnt, was ich alles mitbekommen und über was ich mir alles Gedanken gemacht habe, wären sie wohl ihrerseits beunruhigt gewesen. Sensibel zu sein ist imho für’n Arsch.
Bevor ich weiter ablenke zurück zu meinem Arbeitstag: Nach dem Betreten der Kanzlei registrierte ich, dass im besten Sinn alles wie immer zu sein schien; später sollte ich feststellen, dass die generelle „Laune“ sowohl der Angestellten, als auch der Chefs sogar etwas besser als sonst war; die Leute wirkten deutlich entspannter. Vermutlich lag es an dem guten Wetter und dem langen Wochenende vorher.
Unbehelligt konnte ich mein Büro betreten, nachdem ich routinemäßig im Vorbeigehen an den anderen Büros die üblichen Grußworte samt Lächeln und passender Stimmlage abgespult hatte. Dass mich niemand aufgehalten hatte, war schon mal ein gutes Zeichen.
Ich habe es eigentlich nicht so mit Sozialkram und all den dortigen ungeschriebenen, für mich bis heute teils etwas mysteriösen bis verwirrenden Regeln, die für andere Menschen kein Problem zu sein scheinen. Solche Routinen wie dieses „Begrüßungsritual“ finde ich daher gar nicht schlecht. Ich hoffe nur, dass ich nie beim Einkaufen oder so auf meine Kollegen treffe, denn dann könnte es sein, dass ich sie ansehe aber ggf. gar nicht als Kollegen erkenne und betriebsblind an ihnen vorbeilaufe, weil ich sie nicht im Supermarkt erwartet hätte und der ein oder andere Kollege für mich nicht soo leicht wiederzuerkennen wäre in anderer Kleidung etc..
Früher in der Schule oder auch im Studium ist mir das tatsächlich das ein oder andere Mal passiert, was das Gegenüber bestenfalls nur sehr irritiert, schlechtestenfalls verstimmt. Eine langjährige alles andere als unauffällige Freundin hatte sich in der Schule mal die Haare von dunkelbraun auf blond gefärbt. Wie soll ich sagen – ich habe ihr direkt ins Gesicht gesehen, mich gewundert, warum diese vermeintliche 6.-Klässlerin so groß ist und bin unmittelbar an ihr vorbeigegangen, grußlos. … Joa, sie hat es immerhin mit Fassung getragen. Ähnlich auch meine Kumpels später, wenn ich Anstalten gemacht hatte in größeren Menschenmengen wie der Mensa an ihnen vorbeizulaufen, obwohl ich wußte, dass sie irgendwo dort sind. Aus der Nähe habe ich sie immerhin dann doch erkannt (aus der Ferne allerdings nicht bzw. war ich mir nicht sicher – wenn ich sie überhaupt wahrgenommen habe). Zum Glück sind mir in meiner Freizeit bislang keine Mandanten über den Weg gelaufen; dass fehlte mir noch. … Den einen Vereinskollegen vom Kampfsport habe ich immerhin im Supermarkt gerade noch rechtzeitig wiedererkannt und das erlernte Sozialskript „Begrüßung 02“ abspulen können. *stolzaufmichbin*
Vielleicht schreibe ich irgendwann einmal einen Blogbeitrag über all die Sachen, die u.a. meine Eltern halb-ernst an leichten Autismus bei mir haben denken lassen. (Mein Bruder war in die Richtung auch auffällig, aber ist so wie ich nie getestet worden; früher war das auch einfach nicht so bekannt wie heuzutage). Als Kind war ich da aber deutlich auffälliger als später. Man lernt ja sehr viel durch Beobachten und Imitieren. Außerdem kann man sich vieles über den Verstand erschließen und durch Übung etc. den eigenen Tarnmodus optimieren. Ich würde nicht so weit gehen zu behaupten, dass meine Mimikry nicht löchrig wäre, aber sie reicht, um allermeistens als normal durchzugehen und selbst Momente, in denen sie versagt, noch drehen zu können, so dass ich lediglich als etwas eigen rüberkomme, z.B. wenn ich vergesse, bei meiner Mimik schauspielerisch nachzuhelfen. Keine Ahnung, ob man mir als Kind Asperger Autismus o.Ä. diagnostiziert hätte und ob das überhaupt zutreffend gewesen wäre – ich kann es nicht beurteilen, zumal es fast wieder normal ist, sich gerade als Kind etc. als andersartig zu fühlen und all der Rest – aber heutzutage bin ich zum Glück ausreichend sozialkompetent geworden und habe mich genügend angepasst/geändert, um definitiv nicht als Autist diagnostiziert zu werden. Außerdem könnte ich ja auch einfach nur recht introvertiert usw. oder schlicht anderweitig bekloppt sein.
So, zurück ins Büro (sorry fürs Abschweifen): Beim Anblick meines Schreibtisches war ich sehr positiv überrascht, denn dieser war sogar deutlich leerer, als ich ihn verlassen hatte. Mein einer Chef hatte zwei Akten kurzerhand selbst erledigt und mir so Arbeit abgenommen. Außerdem konnte ich beruhigt feststellen, dass sowohl auf die ReNos, als auch auf meinen einen Chef als Urlaubsvertretung Verlass ist. Es ist nicht so, dass ich ihnen das nicht zugetraut hätte, nur ist mir bei sowas nie ganz wohl, bis ich sehe, dass es funktioniert. Die noch zu bearbeitenden Neueingänge waren überschaubar; zum Teil waren dort auch Sachen bei, auf die ich schon gewartet hatte.
Ein Blick in den virtuellen Kalender meines anderen Chefs verriet mir, dass dieser bis Nachmittags noch wegen eines Gerichtstermins außer Haus sein würde. Die bevorstehende Begegnung mit ihm und der Umstand, dass er zuletzt ziemlich angesäuert war, wegen einer Sache, für die ich teilweise etwas kann, waren der Hauptgrund, warum ich mich sowohl an meinem ersten Urlaubstag, als auch am Pfingswochenende nicht wohl gefühlt und ein schlechtes Gewissen gehabt hatte. Dass er darauf zurückkommen würde, war sicher, aber scharf darauf war ich nicht.
So war es vielleicht ganz gut, dass er just gegen Mittag auftauchte, als ich noch gar nicht mit ihm gerechnet hatte und durch die Arbeit gut von meiner Sorge abgelenkt war. Zu meiner großen Erleichterung war er gar nicht so angefressen wie befürchtet, sondern sogar recht gut gelaunt. Nach dem üblichen Small Talk kam er dann auch wie es seine Art ist direkt auf die Sache zu sprechen und ließ durchblicken, dass er darüber noch einmal mit mir reden müsse und nicht zufrieden damit sei, wie die Sache gelaufen ist (Anmerkung: Es ging dabei mehr um den internen Ablauf). Erstaunlich entspannt meinte er noch, dass ich aber erst einmal wieder ankommen solle und wir die Tage darüber reden würden.
Es sollte aber doch schneller gehen, was gut war, da ich das nun nicht mehr die Woche über weiter mit mir rumschleppen muss. Nachmittags klingelte er bei mir durch, fragte (mehr der Form halber), ob ich gerade Zeit hätte, und so stand ich kurz darauf in seinem Büro. Meiner Persönlichkeit kommt sehr entgegen, dass er irgendwie das Talent hat, seine Kritik einerseits stets so zu verpacken, dass deutlich wird, dass er das so nicht haben will, und wie er es sich wünscht, ggf. sagt er auch so wie am Dienstag, dass er angefressen war und warum (gut, dass ich ihm nicht vorletzten Montag über den Weg gelaufen bin^^) – wie er selbst einräumt, ist er auch perfektionistisch und anspruchsvoll sowie manchmal ein klein wenig „launisch“, wenn er seine Erwartungen nicht 1:1 umgesetzt sieht – aber er gestaltet derlei Gespräche zugleich so, dass das Gespräch im Ergebnis konstruktiv ist, sich gar nicht sooo sehr wie ein „Kritikgespräch“ anfühlt und „ein gutes Miteinander“ bewahrt bleibt.
Auch wenn ich solche Gespräche nie mögen werde, hat dieses Gespräch letztlich sogar das gegenseitige Verständnis gefördert und ich habe nun bzgl. der künftigen Handhabung ein wichtiges Fragezeichen weniger im Kopf.
Selbstverständlich bleiben für mein (über-)selbstkritisches Ich noch genügend andere Sachen, wegen der ich mir auch weiterhin im Grunde täglich vorsorglich Sorgen machen und Angstszenarien entwerfen werde, um „vorbereitet“ zu sein und nicht eiskalt erwischt zu werden (wird man im Zweifel trotzdem, nur anders, als erwartet). Sonst wäre das Leben ja auch viel zu stressfrei und angenehm.
Die meisten verstrahlten Mitmenschen begegnen mir insbesondere beim Einkaufen. So auch heute:
An der Kasse war vor mir eine Kundin mit ihrem ca. 5-jährigen Kind, die zwar sich und dem Kind brav Handschuhe angezogen hatte, allerdings hatte sie das Kind trotz seiner Größe in den Einkaufswagen verfrachtet, wo es munter an den Griffen des Einkaufswagens und anschließend an seinem Gesicht rumpatschte. An der Stelle habe ich noch wohlwollend in Betracht gezogen, dass sie die Griffe vorher desinfiziert haben könnte.
Sie hatte einen Großeinkauf gemacht und sah sich anschließend nach dem Bezahlen nicht in der Lage, ihre Einkäufe in einigermaßen zumutbarer Geschwindigkeit einzupacken. Da sie alles blockierte und regelrecht zu trödeln anfing, platzte der Kassiererin dann auch der Kragen. Daraufhin fing die Dame an, dass ich – als nächster Kunde – ja schon einmal zu ihr ans Kassenende kommen könne, sie würde ihre Sachen einfach etwas beiseite schieben. Dass das so wegen der Abstandsregelung nicht geht, haben ihr dann die Kassiererin und ich gemeinsam erklärt. Außerdem hingen im Eingangsbereich ja auch nur diverse Hinweisschilder, ausweislich derer jeder zu anderen Kunden einen Abstand von 2 m einhalten sollte.
Die Kassiererin war inzwischen ziemlich genervt, völlig nachvollziehbar, weil die Kundin die Situation genutzt hatte, um beim Einpacken eine kleine Pause einzulegen und ein bisschen mit ihrem Kind zu plaudern. Wartete ja nur jeder auf sie … . Auf unseren Hinweis hin, war die Frau ziemlich eingeschnappt und setzte das Einpacken nun fast in Zeitlupe fort. Ich spreche der Kassiererin an dieser Stelle meinen Respekt für ihre Contenance aus.
Währenddessen war an der Kasse nebenan eine Frau, die mit fremden Akzent die Kassiererin angiftete, weil die ihr eine Ware nicht wegen Nichtgefallens „umtauschen“ wollte, welche die Frau ganz woanders gekauft hatte; irgendwelche Kaufbelege hatte sie natürlich auch nicht dabei. Alle Erklärungen der Kassiererin führten zu noch mehr Pampereien der Frau, bis sie endlich missmutig von dannen zog….
Immer wenn man denkt, es geht nicht bekloppter … .
… so kommt es mir jedenfalls ein bisschen vor angesichts des Shutdowns und des Schneeregens Draußen.
Meine Robe wird länger im Schrank hängenbleiben, so viel steht nun fest. Sämtliche Gerichtstermine in nächster Zeit sind wegen der Virus-Situation aufgehoben. Das ist mir insoweit recht, schließlich habe auch ich kein Interesse an einer Infektion.
Privat mache ich mir ein bisschen Sorgen um meinen Kumpel B.. Genervt bin ich dagegen von manchen anderen sozialen Kontakten, mit denen ich teils keinen Kontakt mehr haben möchte oder nur einen rein bekanntschaftlichen Kontakt.
Bisher hatte das auch einigermaßen funktioniert, nur scheint denen durch die aktuelle Situation die Decke auf den Kopf zu fallen und so strecken sie ihre Fühler wieder verstärkt nach mir aus. Es mag für Außenstehende nicht nachvollziehbar und übertrieben sein, aber ich hasse sowas. Zumal wenn ich meine Grenzen bereits deutlich abgesteckt habe in dem einen Fall – oder sie wie in dem anderen Fall zumindest mit etwas gutem Willen deutlich zu erkennen wäre. Vorausgesetzt, man ist bereit zu akzeptieren, dass das Gegenüber keinen Kontakt möchte.
Der eine Witzbold schlägt gar vor, dass wir uns doch derzeit gut zum Spazierengehen treffen könnten, nachdem ich seine vorgeschobenen anderen Anfragen wie ein Lotusblatt habe abgleiten und ihn damit ins Leere laufen lassen. … Ohne Worte! Sowohl der Vorschlag selbst in diesen Zeiten, als auch seine Motivation dahinter.
Ich bin mir inzwischen sicher, dass der immer noch verknallt in mich ist und meine insofern deutliche Grenzziehung immer noch nicht kapieren will, auch wenn er sich nicht traut, das offen zu kommunizieren – und sich eine weitere direkte Absage einzufangen. Stattdessen versucht man(n) es lieber unter falscher Flagge mit regelmäßigen Fragen per WhatsApp, die allesamt unter diversen Vorwänden darauf abzielen, mich irgendwie zu einem realen Treffen zu bewegen.
Mich macht das ehrlich aggressiv. Eben dieses „sich unter Vorwänden wieder an einen heranwanzen“, obwohl bereits ein deutliches Nein von mir zu einer sexuellen oder partnerschaftlichen Beziehung zwischen uns steht.
Noch einmal falle ich bei dem auf die auch anfangs vorgetäuschte „Kumpelschiene“ nicht herein. Zumal einem das ja noch später verdreht wird, dass man ja auch freundlich reagiert habe und sich der andere daher berechtigt Hoffnungen auf mehr gemacht hätte (obwohl ich mich alles andere als flirtend verhalten habe; eben tatsächlich rein kumpel-bekanntschaftsmäßig; da ich kein weitergehendes Interesse an anderen habe, ist das mein genuines Verhalten).
Was läuft bei solchen Menschen eigentlich verkehrt? Sind das die Hormone? Ist das der Sexualtrieb? Was ist bitte so schwer daran zu akzeptieren, wenn jemand keinen (vertieften) Kontakt mit einem möchte? Schon gar nicht mit partnerschaftlichen bzw. sexuellen Absichten. Davon hängt doch echt nicht das eigene Wohlergehen ab. Dann lässt man denjenigen eben in Ruhe und fertig.
Wenn das so weitergeht, werde ich irgendwann höchst unfreundlich werden (müssen). Nach den typischen ungeschriebenen Spielregeln bin ich dann das Arschloch, das man dann noch zu allem Überfluss vollzujammern versucht. Alles schon gehabt. Verliebte haben Narrenfreiheit bei Grenzüberschreitungen und wehe man wehrt sich als Gegenüber irgendwann härter, weil alles andere vorher nicht erhört worden ist.
Ganz generell, nicht nur auf die beiden bezogen, obwohl sie zu diesem Personenkreis zählen: Mir gehen diese Mitmenschen so auf die Nerven, die mit sich selbst nichts anzufangen wissen und sich dann an einen zu kletten versuchen, weil sie soziale Bespaßer suchen. Im Moment drehen die besonders am Rad, weil sie auf Entzug sind.
Am liebsten hätte ich real, wie auch im übertragenen Sinne einen Zorbing Ball. Damit wäre die soziale Distanz gewahrt, auch gegen aufdringliche Mitmenschen sowie Viren, und man könnte sogar über’s Wasser laufen.
Eigentlich ist mein Arbeitsalltag wie immer, es ist nur deutlich leerer auf den Straßen morgens und abends auf dem Arbeitsweg. Ideal für einzelgängerische Menschen, die gerne Abstand zu anderen haben. Gefällt mir an sich gut und es vermittelt viel mehr Ruhe, als sonst (ich bin da sehr reizsensibel) – auch wenn der Grund natürlich unerfreulich ist.
Mal sehen, ob die Richterin den Termin aufheben wird. Verdenken könnte ich es ihr nicht. Die Richter können sich das jeweils selbst kraft ihrer richterlichen Unabhängigkeit überlegen. Immerhin verlangt hier niemand Mundschutz und Handschuhe für seine Verhandlungen; sähe bestimmt skurril aus – da reißen die Roben auch nichts mehr raus^^. Andererseits würde ich die Angelegenheit gerne abschließen. Gut, dass wenigstens die anderen Verhandlungen soweit noch stattgefunden haben. Ich bin über alles froh, das erledigt ist und hinter das ich einen Haken setzen kann.
Am Freitag oder Samstag werde ich wie üblich einkaufen gehen; ich kaufe idR meine üblichen Sachen nach, sobald die sich leeren, und hole lieber mit einem Beutezug alles, was ich so die nächste Zeit brauche, als jeden 3. Tag oder jede Woche loszumüssen. Und das wohlgemerkt lange vor Corona. Allerdings käme es mir nicht in den Sinn, kiloweise Mehl etc. zu kaufen; sind eher haushaltsübliche Mengen oder weniger.
Ich bin mal gespannt, wie es hier inzwischen im Supermarkt aussieht; meine Eltern haben mir aus ihren Jagdgebieten dazu wenig Erbauliches berichtet. Aus irgendeinem Grund reißen sich die Leute ausgerechnet um Toilettenpapier und bestimmte Konserven (man erkennt die Ladenhüter nun gleich viel besser). Können die nicht stattdessen lieber mal sämtliche Süßigkeiten, ungesunde Backwaren und alles andere, das ich prinzipiell mag, aber besser nicht essen sollte, aufkaufen?
Bin eh mal gespannt, weil ich meiner älteren Nachbarin angeboten habe, für sie miteinkaufen zu gehen; sie wird mir einen Zettel schreiben. Ich habe keine Ahnung, was und wo sie üblicherweise so kauft, aber notfalls werde ich wohl verschiedene Supermärkte ansteuern müssen.
Sport mache ich derzeit nicht, die Hallen sind zu; wobei ich zumindest kommendes Wochenende Laufen gehen möchte. Abends nach der Arbeit schaffe ich das seit Monaten derzeit energietechnisch unter der Woche nicht. Das wird aber sicher besser im Sommer. Falls man da noch rausgehen darf. Und ich habe momentan viel um die Ohren, wobei der gesellschaftliche kollektive Shutdown wenigstens etwas entlastet. Das muss ich unbedingt so gut wie möglich nutzen.
Das Wochenende bei meinen Eltern war sehr angenehm, nur das Essen ist mir etwas viel geworden – ich esse durchaus gerne an einem Tag mehr, aber dann habe ich am Folgetag automatisch weniger und noch später Hunger.; das funktioniert aber nicht bei meinen Eltern, da die einen anderen Essensrhythmus haben, als ich. Samstag gab es mittags Lasagne mit Mozzarella + als Dessert Eierlikörkuchen, abends frische Brötchen mit Rindersalami und als Nachtisch Kokos-Mochi – die Dinger liebe ich.
Die zwei kleinen Aufbackcrossaints + Marmelade zum Frühstück am Sonntag waren auch noch ok, aber hätten nicht sein müssen => wenn ich meine Eltern besuche, frühstücke ich aus Gewohnheit und Höflichkeit mit ihnen, mit manchmal gemischten Gefühlen; mir ist morgens noch nicht nach Essen und ich würde lieber warten, bis ich wirklich Hunger hätte. Sonntagmittag gab es panierten Fisch mit Kartoffeln + Kräuterbutter und Salat, als Dessert wieder Eierlikörkuchen. Nichts gegen Kuchen generell, aber es wäre mir lieber gewesen, meine Mutter hätte meinen Besuch nicht zum Anlass genommen, diesen blöden Kuchen zu backen. Die Reste sollte ich mitnehmen. Klar, ich hätte auch ablehnen können; ebenso beim Dessert. Zwingt mich ja niemand. Aber Jasagen war irgendwie einfacher, ebenso wie das hinterher Erbrechen wieder zurück in meinen eigenen vier Wänden. Das könnte auch daran gelegen haben, dass mir bereits nach dem Dessert minimal übel war, weil es einfach mit dem Kuchen dazu zuviel bzw. zu fettig und Essen zur falschen Uhrzeit gewesen ist; meine Galle und Leber sind da sehr empfindlich – ist genetisch bedingt.
Ich weiß gar nicht mehr, wann ich mich davor zuletzt übergeben habe, könnte so vor ca. 10 Tagen gewesen sein. Es ist eh wieder deutlich seltener, als in den einzelnen Phasen, die ich zwischendurch sporadisch hatte. Mir geht es insgesamt besser, seitdem ich fast keine Süßigkeiten mehr esse und den – größtenteils selbstproduzierten- Alltagsstress etwas reduzieren konnte (ist aber noch nicht im grünen Bereich). Oder es liegt am hormonellen Zyklus? Dann kann es ja nicht mehr lange dauern, bis der Mist wieder von vorne anfängt. Scheiß PMS, scheiß überflüssige Körperfunktionen und Organe.
Jedenfalls habe ich den Eindruck, dass ich im Moment auf keinem allzu schlechten Weg bin. Gestern und Heute war ich beim Aufwachen viel erholter, als sonst. Und das an Arbeitstagen! Um den Haushalt habe ich mich die Tage auch gekümmert (v.a. um die Wäsche), wobei da noch einiges zu tun ist – ich muss irgendwie mal die letzten Umzugskisten und anderen Kleinkram entrümpeln. Sehr gut gefallen mir nach wie vor der neue Kühlschrank und der Herd; das hat sich echt gelohnt.
Wer in virenverseuchten Zeiten noch Geschenke für seine Lieben sucht, bitte: Süße Stofftiere
Ernährungstipps für die Quarantäne: Einfach Knäckebrot oder Brötchen mit Camembert belegen und mit Wildpreiselbeergelee bestreichen, kurz in die Mikrowelle – und fertig. Eines meiner Lieblings(fertig)gerichte.
Das Ganze geht auch super mit Pizzakäse – ich bevorzuge da Mozzarella wegen des geringen Histamingehalts. Den Käse dann am besten mit Oregano, Basilikum, Thymian bestreuen und vorher etwas Ketchup auf das Knäckebrot geben, darauf dann den Käse und die Kräuter => Mikrowelle. Man kann natürlich auch noch Thunfisch oder Schinken etc. dazutun. Quasi „Pizza“ für extrem kochfaule Menschen, wie ich es oft bin.
Ebenfalls sehr zu empfehlen: Tiefkühl-Gemüse in allen Variationen. Dazu Fisch (z.B. tiefgekühlt) oder Fleisch <- kann man auch gut in Mehl wälzen oder panieren. So äh „koche“ ich meistens – also eigentlich brate ich das Ganze letztlich in der Pfanne; dazu nach Geschmack Gewürze geben.
Allen hoffentlich gute Gesundheit – und wer nun frei hat: Viel Spaß! Ich wüsste da diverse Filme/Games, mit denen man die Zeit genießen könnte. ^^
Manchmal wüßte ich gerne, was Menschen, die nicht von einer Essstörung betroffen sind, eigentlich denken, wenn sie z.B. wie hier in der Blogwelt von essgestörten Verhaltensweisen lesen? Kann man das überhaupt nachvollziehen, wenn man dieses Denken und Empfinden nicht aus eigenem Erleben kennt? … Schließlich kann auch eine hohe emotionale Intelligenz aka „Empathie“ nicht alle Verständnishürden zwischen den Innenwelten der einzelnen Menschen kompensieren.
Ist man überhaupt ernsthaft essgestört, wenn man nicht deutlich untergewichtig und arbeitsfähig ist, einen Job hat, sich nicht ritzt, kein Blut beim Erbrechen spukt, weitgehend normal und mit Genuss isst, seinen Körper an sich mag und sich eh nur alle paar Wochen mal übergibt? Muss man dafür mindestens einen stationären Klinikaufenthalt in einer Abteilung für Essgestörte als „Meilenstein“ erreicht haben? Muss man mindestens einmal eine Nasensonde bekommen haben? Muss man in therapeutischer Behandlung sein, um krank zu sein, oder mindestens einen Therapeuten bereits verschlissen haben? Ist man nie wirklich krank gewesen, wenn man ohne Therapie und Klinik aus einer Essstörung herausfindet? … Schließlich heißt es oft: „Eine Essstörung hat man lebenslang.“ und dass eine Selbstheilung ohne fremde, professionelle Hilfe nicht möglich sei.
Was denken gesunde Menschen, wenn ich erwähne, Essen absichtlich erbrochen zu haben? Sind sie angeekelt? Sind sie gelangweilt, von all den banal-destruktiven Einblicken in ein anderes Leben? Schütteln sie den Kopf, wie jemanden das Gewicht und das Äußere nur so wichtig sein kann? Denken sie, dass es Jammern auf hohem Niveau ist, wenn ich mich hier an 3kg+ störe, obwohl ich sehr schlank bin? Verdrehen sie genervt die Augen, wenn ich Texte mit Überlänge schreibe, die sich um Ereignisse in meinem Leben drehen, die für mich bedeutsam sind, aber für Mitmenschen geradezu trivial und langweilig sein dürften? Denken sie „Deine Sorgen möchte ich haben! Immer diese vom Leben verwöhnten un dennoch lebensunfähigen, für ihr Glück undankbaren Menschen, die online wegen nichts schriftlich rumheulen.“?
Was denken Ärzte, bspw. Kinder- oder Hausärzte, über ihre essgestörten Patienten? Halten sie die für im wahrsten Sinn des Wortes „bescheuert“? Was denken sie bei sehr schlanken/etwas untergewichtigen Patienten, bei denen unbekannt ist, ob sie eine Essstörung haben oder nicht? Glauben sie denen, wenn sie eine Essstörung verneinen oder denken sie: „Typisch, fehlende Krankheitseinsicht!“?
Was denken Eltern über ihr essgestörtes Kind? Was denken Eltern über ihr lebensmüdes Kind, dem die Begeisterung für das Leben abgeht, obwohl sie sich so viel Mühe gegeben haben, ihrem Kind ein angenehmes Leben zu ermöglichen und es zu unterstützen?
Ich finde meine Figur und Körperzusammensetzung eigentlich nicht so exotisch, trotzdem gibt es gerade beim Vereinssport immer wieder erstaunte Reaktionen.
Keine Ahnung, ob ich genetisch Glück gehabt habe oder einfach noch die Gnade habe, von meiner früheren sportlichen Vergangenheit aus Kindheit und Jugend zu zehren. Möglicherweise sind viele in meiner Alters- und Geschlechtsklasse auch schlicht derart untrainiert und äh „verfettet“, dass man unter den Blinden gewissermaßen als Einäugiger König ist. Sonderlich trainiert bin ich nämlich für meine Verhältnisse seit Längerem nicht mehr gewesen. Ich fühle mich auch eher unsportlich und „spackig“.
Gleichwohl räume ich ein, dass mein Oberkörper relativ fettfrei ist, egal in welcher Gewichtsklasse. Dort findet man primär sich abzeichnende Knochen und Muskeln, selbst wenn ich lange keinerlei Sport mache. Meine Schwachstelle sind eher die Beine; obwohl die wohlwollend betrachtet auch schlank plus muskulös sind.
Wie viel schwerer die Beine insgesamt in Relation zum Oberkörper sind fällt mir immer bei einer Übung beim Sport auf: Bei diesen Übungen, bei denen man die Beine gerade gestreckt möglichst flach über den Boden hält, während man auf dem Rücken liegt, rutsche ich immer unerbittlich ins Hohlkreuz, weil das Gewicht der Beine den restlichen Körper mitzieht. Um das zu verhindern, müsste ich mir Gewichte auf den Oberkörper legen.
Zu den Kommentaren: Vielleicht ist es der Oberkörper, der mir diese Kommentare einbringt; es sind ja teilweise durchaus positiv gemeinte Bemerkungen.
„Krass! Du hast für deine Größe echt viel Muskelkraft.„
(Nee, habe ich eigentlich nicht; allerdings wundert mich oft, wie wenig Kraft die meisten meiner Geschlechtsgenossinnen haben. Irgendwie erschreckend.)
„Sind das Knochen oder Muskeln?„
(berechtigte Frage …)
„Ihh, bist du knochig!„ „Du bist ja dünn!„
(kommt ausschließlich von anderen Frauen. Von Männern kommen komischerweise immer Komplimente. Ich kann damit nichts anfangen, weil für mich wichtig ist, ob mir mein Körper gefällt. Natürlich sind Komplimente einfacher zu händeln, als die vorherigen Kommentare, die darauf abzielen, dass man ungesund dünn aussähe.)
„Du bist viel schwerer, als du aussiehst.„
(Das könnte hiermit zu tun haben:)
„Du wiegst doch keine 50 kg!„
(Ich wiege sogar deutlich mehr. Solche Kommentare höre ich öfter, spätestens dann, wenn man nach seinem konkreten Gewicht gefragt wird. Der Spruch kam übrigens von jemand anderem schon, als ich an die 60 kg gewogen habe. Im Gewichtschätzen sind Menschen echt miserabel.)
„Ich hätte nicht gedacht, dass du so viel isst, so wie du aussiehst.„
(Tss, und ich habe in Gesellschaft oft Sorge, aus Sicht anderer verdächtig zu wenig zu essen – „so wie ich aussehe“. Das kommt davon, wenn man mal lange im Fokus besorgter Mitmenschen stand in punkto Essensmenge und einem die Bissen tatsächlich in den Mund gezählt wurden.)
Mein Bruder: „Dein Körper sieht aus, als wäre er halbverhungert und hätte dann beschlossen, nur noch Muskeln zu produzieren.„
(Ha, schön wär’s! … Hätte ich mal die Fotos noch mit 40 kg …)
Persönlich mag ich sich unter der Haut abzeichnende Knochen und von mir aus könnte mein ganzer Körper herzlich gerne fast nur aus Muskeln, Knochen und etwas braunem Körperfett bestehen. Ich habe es noch nie gemocht, wenn sich der Körper weich anfasst. Wenngleich ich weiß, dass einige das eher eklig finden. Deshalb fühle ich mich beim Sport je nach Körperkontakt mit anderen unwohl, weil sich das ja für den anderen eklig anfühlen könnte.
Andererseits gefällt mir mein derzeitiges Gewicht absolut nicht, schon gar nicht die Tendenz nach oben im Vergleich zum März 2019 sowie das „unstraffe“ Gefühl durch die Wassereinlagerungen. Das sind gute 3 kg +, die ich zugenommen habe. (Mein Körperfettanteil ist von 12/13% auf ca. 15% gestiegen; ca. 1 kg sind wohl Fettzunahme.)
Selbst wenn ich 1 kg von den +3kg auf Wassereinlagerungen durch die überflüssigste Körperfunktion meines Körpers schiebe, auf die Periode, bleiben 2 kg+.
Außerdem habe ich nie sonderlich zu PMS-Beschwerden geneigt. Wenn ich nach den Wassereinlagerungen gehe, müsste ich 3 von 4 Wochen PMS haben; das kann ja auch nicht sein.
Ich muss mich wohl einfach mehr bewegen und weniger + gesünder essen. Dann friere ich auch weniger. Gerade Zucker bekommt mir eigentlich nicht, was man unter anderem am Hautbild sieht.
Hoffentlich wird es bald deutlich wärmer und länger hell abends. Das Wetter hier ist für Eulen wie mich ähnlich ungünstig wie die normalen Arbeitszeiten.