Perfektionismus Pragmatismus

Dass Perfektionismus in einem ständigen Spannungsfeld zur Effizienz in punkto (reiner) Aufgabenerledigung steht, ist mir leider nur allzu gut bewusst. Ebenso ist mir das Pareto-Prinzip bekannt, wenngleich es mir schwerfällt, es wirklich zu verinnerlichen. Nicht bewusst war mir jedoch, wie negativ das Image perfektionistischer Mitarbeiter in der Arbeitswelt ist, wenn man den verschiedenen Online-Quellen dazu glauben kann.

Besonders betroffen hat mich der Umstand gemacht, dass perfektionistische Mitarbeiter unisono als eigenwillig-kritikresistent beschrieben werden; eben als Mitarbeiter, die bei Kritik von Vorgesetzten an ihrer Arbeitsweise eher gekränkt reagieren und/oder „ihren Stiefel“ erst recht durchziehen. Dazu komme ein chronisches Zeitproblem, weil die Bearbeitung der Aufgaben (bei denen auch 80% reichen würden) viel zu lange braucht. Alles in allem sei die Zusammenarbeit mit derartigen Mitarbeitern äußerst schwierig.

Gekränkt bin ich von Kritik an sich nicht. Schon gar nicht bei dem Thema, wo sie mir ja selbst bestens einleuchtet. Mir ist das eher unangenehm. Dass ich erst recht (quasi aus Trotz) eine gewisse zu perfektionistisch orientierte Arbeitsweise trotz Kritik und Änderungsappellen durchziehen würde, ist auch nicht der Fall – das würde ich selbstkritisch verneinen; ich fürchte nur, es wirkt bisweilen so nach Außen?

Was ich definitiv habe, ist das oben erwähnte Zeitproblem. Dieses gehe ich derzeit halb-freiwillig, halb-unfreiwillig unter veränderten Rahmenbedingungen an.
Der unfreiwillige Teil bezieht sich darauf, dass ich mit meinen Arbeiten eigentlich erst dann mit vorübergehend halbwegs gutem Gewissen abschließen kann, wenn ich sie auch ausreichend in die Tiefe bearbeitet und mir ggf. Zusatzwissen beschafft habe, die Formulierungen passen etc.. Die Arbeitsaufgabe ist für mich irgendwie erst dann wirklich (vorübergehend) erfüllt, wenn das alles passt. Das fertige „Werk“ hat in dem Fall eine Art eigene Vollkommenheit/Harmonie aus sich heraus, die über allem steht und die mich anspricht solange bis zuverlässig weitere Optimierungsideen auftauchen. Allerdings ist das Ganze natürlich so bei vielen Arbeiten nicht effektiv; das merke ich selbst tagtäglich und leuchtet mir absolut ein. Die Umsetzung bei den besonders wichtigen Arbeiten fällt mir leider schwer.

Natürlich habe ich auch Arbeiten, an die ich pragmatischer herangehe und versuche auch generell trotz allem, mir unnötige Arbeit zu sparen. Manches geht auch schnell von der Hand. Bei manchen Sachen weiß ich auch inzwischen, dass nur ein Bruchteil meiner ursprünglichen Arbeit zur Erledigung bereits ausreicht und das habe ich auch im Anschluss dankbar umgesetzt. Mit steigender Berufserfahrung ist dieser Bereich auch größer geworden; er müsste jedoch deutlich ausgebaut werden. Ich müsste vieles gewissermaßen weniger in die Tiefe und mehr „oberflächlich“ bearbeiten (oberflächlich ist hier auch von mir nicht negativ gemeint).

Ganz ehrlich gesagt weiß ich gar nicht genau, wie man eigentlich oberflächlich und trotzdem ordentlich arbeiten kann? Ob man das erlernen kann? … Zumal die Sachen inhaltlich ja doch zumindest laut meines Chefs 95% erreichen sollten und inhaltliche Fehler schnell erhebliche finanzielle Auswirkungen haben können (wobei sicher nicht jeder Fehler derart folgenschwer ist oder überhaupt auffällt; manches kann im Nachhinein korrigiert werden). So ganz ohne Nachdenken und Einarbeiten geht es idR nicht.

Irgendwie bin ich auch der Typ Mensch, der die konkrete Ausarbeitung und Lösung für das bekannte Ziel beim Arbeiten entwickelt. Es ist ähnlich, als wenn man etwas zeichnet und sich das Bild beim Zeichnen nach und nach herausschält und entwickelt; wo am Anfang nur eine leere Leinwand gewesen ist.

Kann sein, dass ich einfach von meinen geistigen Fähigkeiten her zu dumm und unkonzentriert bzw. zu „chaotisch“ im Denken bin. Irgendwie, als könnte ich nicht richtig geordnet denken. Das fällt mir besonders in Situationen auf, in denen ich etwas, das ich sagen möchte, jemandem verbal zu erklären versuche und mir irgendwie keine passenden Worte für das einfallen, was ich innerlich auf irgendeiner anderen -nicht verbalen- Ebene „weiß“. Dieses „andersartige“ Wissen nützt mir nur leider in dem Moment nichts, weil ich es nicht in Worte transformiert bekomme und somit verbal nicht vermitteln kann. Es ist, als würde man versuchen, Wasser mit bloßen Händen zu schöpfen oder jemandem seine Gefühle so zu beschreiben, wie man sie fühlt anstatt erlernte Standard-Übersetzungen in Wörter wie „unangenehm“, „traurig“, „fröhlich“ etc. zu verwenden. Solche Momente frustrieren mich besonders.

Wo ich viel Zeit sparen kann ist aber bei der Entscheidungsfindung, eben entschlussfreudiger werden, mit dem Risiko, dass ich doch etwas übersehen bzw. nicht bedacht habe etc.. Und bestimmte (eher optische) Detailarbeiten, sollte ich ab sofort delegieren, wenngleich mir das aus folgendem Grund schwerfällt: Wenn ich das gleich selbst miterledige, weiß ich, dass es nicht vergessen wird später von den Sekretärinnen, obwohl die das eigentlich standardmäßig beachten und erledigen sollten; das funktioniert nur nicht unbedingt.
Diesbezüglich werde ich wohl lernen müssen, das einfach auszuhalten, wenn es vergessen wird – oder eben die Sekretärin anweisen, das zu korrigieren, auch wenn ich damit eines der größten Negativklischees über Perfektionisten bediene und mir das darüber hinaus auch unangenehm ist, weil ich weiß, dass das für die doof ist, wenn sie den Schriftsatz noch einmal ändern muss.

Mein Chef hat sich diese Woche eine „tolle neue“ Änderung für mich überlegt, weshalb ich derzeit viel Streß habe. Die Erfüllung seiner neuen Idee hat bislang noch nicht geklappt. Eigentlich habe ich jetzt noch mehr Arbeit auf dem Schreibtisch, wovon jeden Tag eine weitere dazukommt, von der mein Chef möchte, das ich die direkt für ihn fertigstelle. Eben zusätzlich zu dem regulären Arbeitsaufkommen und egal, was sonst so anliegt.

Ich hoffe dass die jüngste Idee meines Chefs für mich nicht darauf beruht, dass er auch diese Artikel zur Mitarbeiterführung für Problembären wie den perfektionistischen Mitarbeitertypus gelesen hat. (Mir ist das eh schon peinlich genug.)

Ausweislich seiner Erklärung verstehe ich seine Idee so, dass er mich gewissermaßen dazu „zwingen“ möchte, dass ich die Arbeiten oberflächlicher pragmatischer angehe und dadurch eben deutlich effizienter bzgl. der wirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Rechnung. … Den ersten Erfolg habe ich auch schon bei gewissen einzelnen Entscheidungsaspekten gemerkt und mich da nach minimaler Kurzrecherche direkt entschieden (gefühlt: geraten), um eben schnellstmöglich fertig zu werden.

Ansonsten hat seine Idee – und ein aus mehreren äußeren wie in meiner Person liegenden Gründen denkbar beschissener Startzeitpunkt dafür – jetzt erst einmal dafür gesorgt, dass ich ihm morgen vormittag die Ausarbeitungen von gestern, von heute und von morgen schulde. Ich war nämlich anderweitig dringlicher und umfangreicher als gewöhnlich eingespannt. *Zack – so schnell geht das mit dem Verzug; gleich mal zu Beginn direkt versagt. Und das, obwohl ich dazu tatsächlich nur ca. zu 50% etwas konnte; die anderen 50% lagen ausnahmsweise just in dieser Woche an äußeren Rahmenfaktoren für die ich beim besten Willen nichts konnte. Damit kann ich meinem Chef natürlich nicht kommen und ich hätte die Sonder-Sachen für ihn auch lieber alle pünktlich am jeweiligen Tag fertiggestellt, hätte ich Zeit dafür erübrigen können).

Die insofern aufwendigste Ausarbeitung von Dienstag habe ich heute nach den Fristensachen vom „Tagesgeschäft“ und anderen unaufschiebbaren Sachen fertiggestellt. Mit ihm gesprochen habe ich gestern und heute; er ist insofern über den äh (Nicht-)Bearbeitungsstand seiner „Hausaufgaben“ im Bilde; die konkrete Bearbeitungsreihenfolge der nächsten Arbeiten morgen Vormittag ist auch mit ihm abgestimmt. Das erleichtert mich etwas und ich hoffe, dass ich die Sachen morgen vormittag alle erledigen kann, plus ein paar Sachen meiner regulären Aufgaben, ohne dass irgendwas Besonderes ist (z.B. technische Probleme, irgendwelche an mich delegierten „Notfälle“ z.B. von meinen anderen Chefs usw..).

Ich finde seine Idee nicht unbedingt schlecht, in einem gewissen Sinne ist das von ihm auch eher als Hilfe gemeint (wenngleich dahinter natürlich auch eigennützige wirtschaftliche Interessen seinerseits stehen; trotzdem … ). Und so unangenehm und stressig es zunächst für mich ist -zumal der Startzeitpunkt beschissen gewählt worden ist, so dass ich direkt wieder im Minus starte und hinterherlaufe- einen gewissen äußeren Druck brauche ich bei der Sache vermutlich, um über meinen Schatten zu springen. … Überraschenderweise war mein Chef gestern und heute gar nicht sauer, obwohl ich seine neuen Aufgaben bzw. seine neue Idee gleich zum Einstieg versemmelt habe, da ich die ja jeweils an dem Tag erledigen soll. Und weil das so gut geklappt hat, mache ich morgen nicht eine, sondern drei dieser Sonderaufgaben zusätzlich. Yeah, strike, das wird super!

Mhm, entweder bekomme ich die Kurve oder ich werde demnächst endgültig absaufen. Ich weiß nicht, ob ich schnell genug so effizient wie gewünscht werden und meine Fehler abstellen kann. Anregungen und Tipps habe ich insgesamt von meinen Chefs durchaus bekommen; das Problem liegt unbestritten bei mir. Um meine Änderungsziele und neuen Werte in den Schlagworten meiner Chefs auszudrücken: Wirtschaftlichkeit – Effizienz – Dominanz.

Tja, wie praktisch, dass ich neben dem perfektionistischen Antreiber auch noch den „Mach es allen recht„-Antreiber habe. Perfekt! => „Sieg oder Sibirien!

Songs als Gefühlstablette

Irgendwo in einem Forum aus einer weit entfernten Galaxie hatte ein User die ermutigende Signatur „Lass dich nicht hängen, häng‘ dich rein!“ gewählt. <= Das sollte ich besser auch beherzigen und umsetzen, denn ich habe ja sogar sehr viel, für das ich diesbezüglich kämpfen würde … auch wenn ich es gerade nicht fühlen kann. Das, was ich just empfinde, ist alles andere als hilfreich.

Um in eine andere Stimmung zu kommen, finde ich ja Musikhören am besten. Das ist wie eine Kapsel einzuwerfen, die mit beliebig auswählbaren Emotionen gefüllt ist, mit denen sich das eigene Empfinden idR zumindest vorübergehend etwas in die gewünschte Richtung manipulieren lässt.

Für irgendwas muss es ja wenigstens nützlich sein, dass ich auf Emotionen (v.a. in der Stimme) bei anderen so „überaufmerksam“ reagiere und dafür irgendwie so „durchlässig“ bin, dass ich erst lernen musste, davon nicht ungut „überflutet“ zu werden innerlich. Ähnlich mit der unsichtbaren Stimmung in Räumen oder je nachdem unterwegs in der Natur. Meistens ist das energiefressend, teilweise verschwimmen da Grenzen verwirrend bis unschön; manchmal kann es sehr schön sein.

Mir persönlich kommt es für den vorgenannten Zweck im Grunde kaum auf den Text an; entscheidend sind die transportierten Emotionen, die bei mir ankommen.
Insofern funktionieren Songs am besten, in denen die Stimme/der Gesang auf mich irgendwie „überzeugend“ bzw. authentisch wirkt. Sehr gut sind Songs, denen man anhört, dass der Sänger Freude beim Singen hatte oder das ganzeinheitlich simulieren kann.

Im Laufe der Zeit nutzen sich manche ehemaligen „Lieblingssongs“ bei mir ab und wirken emotional nicht mehr so gut, also muss etwas Neues her. Zuletzt bin ich über Billie Eilish gestolpert. … Von der hatte ich vorher nie gehört. Das kommt davon, wenn man andere Genres bevorzugt und daher meistens mp3 hört anstatt Radio.

(Text und Video sind mir egal bzw. finde ich beides eher etwas kitschig, aber ich finde die transportierte Stimmung irgendwie positiv:)

U. a. der Song von LP funktioniert auch gut:

So gesehen noch besser ist der von Vaya con dios (der hatte sich mal vorübergehend bei mir ziemlich abgenutzt; ebenso wie von ASP – „Wer sonst“ oder von Lord Of The Lost – „Loreley“):

Den Song von IAMX mag ich, aber der ist zum Aufmuntern nicht ganz so hilfreich:

Ähnlich geht es mir mit den Songs von einem Künstler, dessen Künstlernamen ich selten bescheuert finde, was meinem Gefallen an manchen seiner Songs keinen Abbruch tut:

Das Lied „In My Mind“ mag ich und hatte ich hier schon mal gepostet, aber ich kann die Stimmung davon schlecht mit Worten beschreiben: „melancholisch“ trifft es nicht richtig, „tröstlich“ oder „zuversichtlich“ passt auch nicht ganz.

Zu guter Letzt ein ziemlich fröhlich-eigenwilliges Lied von Tones And I:

p.s.
Mit dem neuen Herd und Kühlschrank bin ich sehr zufrieden, auch wenn ich mich damit heute noch nicht viel beschäftigt habe und zu Gefühlen wie Freude fähig war – freuen werde ich aber in ein paar Tagen bestimmt. Das ist bei mir auch ohne akute „Schockstarre“ oft sehr zeitverzögert.

Endlich ist der scheußliche Einbauschrank mitsamt des alten Kühlschranks sowie der hoffnungslos verschmutzte Billigherd ohne Umluft etc. weg (stammte alles noch vom Vorvormieter). Die Küche sieht jetzt sogar richtig einladend aus.

Mit meinen Eltern war ich ironischerweise nachmittags just in dem Imbiss (nochmal) Curry-Wurst-Pommes essen, wo wir auch letztes Mal gegessen hatten. Irgendwie fand ich es heute trotz allem leckerer.

Möglicherweise, weil ich beim letzten Mal schon wußte, dass ich mich später übergeben werde. Außerdem hatte ich heute soweit noch nichts – und gestern auch nicht viel – gegessen mangels Appetit und Hunger, weil mir die Sache von Freitagnachmittag nachhaltig aufs Gemüt geschlagen ist. Diese Sache wird mich auch noch die kommenden Wochen bis Monate weiterbeschäftigen und stressen, da davon meine berufliche unmittelbare Zukunft und für mich persönlich noch viel mehr abhängt – es soll aber hier nicht weiter Thema sein. … In zwei Jahren lache ich vielleicht darüber (hoffentlich nicht frustriert und verbittert).

Später waren wir noch in einem Cafe, weil mein Vater natürlich ein Stück Kuchen und Kaffee haben wollte, bevor sie dann auch wieder abreisen wollten. Zwar in einem besseren Zustand, als gestern, aber noch neben mir stehend, habe ich mich bei meiner Bestellung vertan: Das „Stück“ Apfel-Zimt-Flammkuchen war ein ganzer Flammkuchen. … So war das nicht gedacht, aber war mir in meinem Zustand auch egal. Der Flammkuchen war auch durchaus gut und anders als herkömmlicher Kuchen nicht so im Magen liegend. … Zum Abendessen habe ich noch die vom Imbiss mitgebrachte Frikadelle mit Senf und eine Scheibe Käse gegessen; später kam dann eine (sehr) kleine Portion Porridge hinzu.

So richtig Appetit habe ich aber gleichwohl nicht. Morgen werde ich es mit Laufen versuchen – das erste Mal wieder seit zig Wochen. Das wird bitter^^ – aber womöglich geht es mir danach besser.
Noch besser wird der Sonntag, wenn ich diese eine berufliche Sache angehe und hoffentlich nicht aufschiebe bzw. morgen davor den Kopf in den Sand stecke; das werde ich nämlich spätestens Montag bereuen. Warum muss morgen das Wochenende bloß schon wieder vorbei sein; ich fühle mich für den Montag nicht gewappnet. Na wenigstens ist mir nicht zum Kotzen sondern nur zum Verschwinden zumute. … Als Fortschritt würde ich das nicht unbedingt bezeichnen.

Selbstzweifel

Beneidenswert, wer kaum welche hat. Bei mir sind sie systemimmanent.

Im Grunde gibt es kaum (soziale oder leistungsbezogene) Situationen, in denen ich mich und mein Verhalten nicht auf einer Parallelebene hinterfrage. Man könnte mich auch getrost als zutiefst verunsichert im Kontakt mit anderen Menschen beschreiben, auch wenn diese Verunsicherung die meiste Zeit gut versteckt ist unter einem eher funktionalen Alltagsmodus, wie ihn jeder Mensch mehr oder weniger hat.

Wenn ich als Kind Konfliktsituationen mit anderen hatte, bei denen ich nicht weiter wußte oder die mich geärgert/belastet/verunsichert etc. hatten, konnte ich damit durchaus zu meinen Eltern gehen und sie um Rat fragen. Da meine Eltern ihrerseits im Grunde sehr warmherzig-empathisch sind, habe ich auch von ihnen emotionale Unterstützung und praktischen Rat bekommen.

Andererseits waren sie immer schon besorgt, wollten mir ihre Erfahrungen ersparen und haben sowas eben teils auch zum Anlass genommen, mich in bester Absicht darin zu bestärken, dass ich schaue, was denn mein Anteil/Beitrag zu dem Konflikt gewesen ist und was ich zukünftig ändern sollte bzw. was ich anders machen sollte/könnte.

Da ich von mir aus bereits bemüht war, auf Mitmenschen empathisch-emotional einzugehen, rücksichtsvoll zu sein, anderen zu helfen, recht friedfertig-gutmütig und um „richtiges Verhalten“ bemüht war etc., fiel solche Kritik meiner Eltern natürlich auf fruchtbaren Boden. Mich als kritiksensibel zu bezeichnen, wäre hoffnungslos untertrieben. Kritik sog ich ungefiltert auf wie ein Schwamm und nahm sie mir (zu sehr) zu Herzen. Irgendwie hatte ich auch früh wenig Selbstvertrauen und war schnell verunsichert unter Menschen, die ich irgendwie für automatisch fehlerfrei hielt im Vergleich zu mir.

Dass ich von mir aus schlecht über diese Sache mit meinen Eltern reden konnte und darum bemüht war, ihnen keinen Anlass zur Sorge zu geben, hat lange verhindert, dass meine Eltern überhaupt eine Ahnung davon hatten. … So richtig mit ihnen darüber gesprochen habe ich vor einer Weile. Da sind sie aus allen Wolken gefallen. Seitdem verstehen sie vieles auch besser und sind sehr bemüht, mich zu unterstützen. Über alles möchte ich mit ihnen gleichwohl nicht reden, denn ich fühle mich dann erst recht doof etc., auch wenn es hinterher etwas besser ist.

Irgendwie ist es früh zum Automatismus geworden, dass ich bei Konflikten zwar im Außen hin zB auch durchaus (pseudo?-)selbstsicher agiere, eher verstandesgesteuert, aber ich fange spätestens bei berechtigter oder unberechtigter Kritik an meinem Verhalten je nachdem an, lange darüber nachzudenken und nach dem Fehler bei mir zu suchen.

Wenn es sehr schlecht läuft – zB weil die Kritik einen wesentlichen wunden Punkt trifft und berechtigt ist- falle ich in eine Art innere Schockstarre, fühle mich unendlich blöd, lebensunwert und -unfähig. Der Appetit ist dann auch weg und man kann sich das ungefähr so vorstellen, dass ich grübelnd die Wand anstarre oder irgendwelche Seiten im Internet anklicke während ich eigentlich ganz woanders bin.

Je nachdem löst es auch den Wunsch aus, den Fehler meiner Existenz final zu korrigieren; für die Umsetzung bin ich allerdings gewissermaßen auch zu unfähig und selbstzweifelnd – ein bisschen so wie der Depressive, der sich nicht umbringt, weil ihm ironischerweise die Entschlusskraft und der Antrieb dazu fehlen (so wirkt die Depression paradoxerweise suizidauslösend und -verhindernd zugleich).

Zum Glück ist das in dem Ausmaß eine Ausnahme. Dafür ist es umso unangenehmer. So wirklich drüber weg bin ich immer noch nicht. Die Ursache der Kritik von Dritter Stelle werde ich zwar später angehen, nur im Moment bin ich noch nicht wieder ganz aus dieser inneren Lähmung raus. … Meine Eltern waren heute zu Besuch da und haben mir auch sehr geholfen, nur bin ich danach wieder schleichend abgerutscht.

Warum ist meine Persönlichkeitsstruktur so lebensbehindernd und fehlerhaft konzipiert? Jedes Tier ist lebensfähiger, als ich es bin.

Ein Hobby, keine Sucht

Zugegeben, der Titel mag etwas provokant klingen, ist aber nicht so gemeint.

Ein Hobby ist eine Freizeitbeschäftigung, nach der man ein Bedürfnis hat und für die man sich freiwillig entscheidet. Vielleicht vermisst man ein bestimmtes Hobby, wenn man aus eigenem Wunsch/freiwillig damit aufhört oder das pausiert, aber man verspürt dabei keinen nennenswerten Leidensdruck.

Eine Sucht ist dagegen unfreiwillig, sehr innerlich getrieben bzw. zwanghaft anmutend und wird trotz aller Abstumpfung im Laufe der Zeit von einem hohen Leidensdruck geprägt, der typischerweise mehr oder weniger verdrängt wird (idR durch eine Steigerung des Suchtverhaltens).

Dass mit dem manchmal zu viel zu essen in den letzten Monaten ist bei mir ein Hobby, wenngleich ein destruktives Hobby – aber keine Sucht oder Krankheit.

Übergeben habe ich mich nicht mehr und auch keinen Impuls in die Richtung gehabt bzw. in Richtung zu viel vom Falschen zu essen. Ich weiß aber nicht, ob das gerade abends auch so gewesen wäre, wenn ich Eis etc. vorrätig gehabt hätte. Das hätte mich in Versuchung gebracht, davon zu essen und ich hätte nicht unbedingt widerstehen wollen.
Und ab da ist der Schritt zu der Entscheidung hin, davon dann zu viel zu essen und sich hinterher zu übergeben, klein. Jedenfalls, wenn man dieses Muster erst einmal wieder eingeübt hat. Es ist quasi der akut „bequeme, einfache Weg“ mit kurzer oberflächlicher Zufriedenheit, aber alsbaldiger Reue, während es zunächst „anstrengender“ anmutet, sich zum Widerstehen zu entscheiden; dafür ist das der langfristig in die Tiefe zufriedenstellendere Weg ohne echte Reue.

Es ist mit dem zu viel Essen & Übergeben davon ab nicht so, wie Früher. Eben kein Suchtstadium, mehr im „Hobbybereich“.

Früher vor ein paar Jahren – gefühlten Ewigkeiten – war das nochmals anders, da war es mehr Sucht. Und ich hätte damals nicht gedacht, einmal ohne diesen Kreislauf und das fast ständige, nahezu zwanghafte Kreisen darum leben zu können; noch dazu recht zufrieden leben zu können. Diesen inneren, äußerst schwer zu kontrollierenden Druck von damals habe ich seitdem in all den Jahren bis dato nicht wieder gehabt. Auch jetzt nicht. Das aus den letzten Monaten ist im Vergleich mehr Spielerei, eine Art Hobby eben. Mehr wie ein Ausprobieren, kein Getriebensein. Ich kann es ohne ernsthafte Probleme auch lassen, wenn ich ernsthaft will.

Ungünstig ist höchstens, dass es manchmal dauern kann, bis einen etwas so ernsthaft stört, dass man es wirklich im tiefsten Inneren über hat bzw. zu anderen alternativen Verhaltensweisen motiviert ist.

Bei der Anorexie z.B. war ich nie innerlich motiviert, gesund zu werden. Ich sehe es auch im Nachhinein so, dass es einfach ein bestimmtes Denk-und Verhaltensmuster von mir war, das ich ausgelebt habe. Das war genauso ich bzw. ein Teil meiner Persönlichkeit und (für mich innerlich) keine Krankheit, wie andere Denk- und Verhaltensweisen von mir im Leben (z.B. gerne bestimmte Musik zu hören, gerne Handball zu spielen, nachdenklich zu sein usw.; was einen eben zu einem bestimmten Zeitpunkt im Leben so ausmacht als Persönlichkeit bzw. ist man einfach „man selbst“ – so fühlt es sich an).

Entsprechend habe ich nie einen Sinn darin gesehen, wenn es hieß, dass man gesund werden und diese Krankheit bekämpfen solle. Welche Krankheit denn? Und warum sich selbst bekämpfen?

Wenn es das ist, was ich will und wofür ich mich entscheide, dann ist das so und nicht zu bekämpfen von mir. Wenn ich es irgendwann nicht mehr will – da kein echtes Bedürfnis mehr nach verspüre – dann fange ich an, etwas am bisherigen Verhalten zu ändern. Das passiert gewissermaßen automatisch, wenn ein gewisses Umdenken bzw. „Andersempfinden“ eingesetzt hat. Der Rest sind dann bewusste Entscheidungen. … Ich weiß nicht genau, wie ich das verständlicher beschreiben könnte.

Jedenfalls denke ich, dass man innerlich intuitiv spürt, was man möchte und wann man etwas über hat bzw. etwas anderes will.

Bei der Anorexie war es z.B. so, dass ich tatsächlich einmal den Punkt hatte, an dem mich meine Entwicklung selbst befremdet hat und nicht das war, was ich wollte. Deshalb war ich da motiviert, wieder mehr Lebensmittel zu essen etc.; weiter abnehmen wollte ich gleichwohl. Das habe ich auch weiter durchgezogen. Ging mit etwas mehr und vielseitiger Essen sogar besser.

Ich habe solange weiter abgenommen, bis ich einen Punkt erreicht hatte, an dem ich nicht mehr unbedingt weiter abnehmen wollte, sondern davor sogar teilweise ein bisschen zurückgeschreckt bin. Es gab nicht den einen Moment, ab den sich in mir etwas verändert hat, sondern das war eher eine sukkzessive Entwicklung. Und es ist nicht so, dass ich damals nicht sehr ambivalent gewesen wäre. Ein bisschen bin ich das manchmal heutzutage noch in seltenen Momenten, wobei ich mein derzeitiges Leben nicht dafür hergeben wollen würde.

Dazu kommt, dass ich auch da nicht diesen Wunsch hatte, gesund zu werden, sondern ich hatte lediglich mit Erreichen meines letztendlichen Tiefgewichts festgestellt, dass es mit dem Sterben auf diese Weise noch ein längerer Weg werden dürfte, höchstwahrscheinlich gespickt mit Krankenhausaufenthalten und verzweifelten Eltern, die sich davon nie wieder seelisch erholen werden würden. Das Leben von zwei bis drei Mitmenschen zu versauen, war für mich eine deutliche Hürde. Dazu kam, dass ich da noch keine bleibenden körperlichen Schäden erlitten hatte. Für mich war es so: Entweder ziehe ich das mit allen – auch den ungewollten – Konsequenzen bis zum Ableben durch, oder ich nehme davon Abstand und muss mir als Alternative ein Dasein einrichten, mit dem es sich leben lässt.

Untergewicht gehört als ein Baustein von vielen so eines lebenswerten Daseins für mich dazu. Und ich war und bin nach wie vor überzeugt, dass es entgegen all der Unkenrufe aus meinem Umfeld und von ärztlicher Seite, die von einem „natürlichen Setpoint“ (und anderen falschen Mythen rund um die Themen Körpergewicht, Figur und Ernährung) sprachen, doch möglich sein müsste, sich gesundheitlich nicht zu ruinieren, relativ normal zu essen und trotzdem ein gewisses Untergewicht zu halten.
Früher hatte ich überhaupt keine Sicherheit, ob das klappt, und nur Menschen um mich herum, welche die Vereinbarkeit von Untergewicht mit Gesundheit und normaler Ernährung bzw. Nichthungern etc. für unmöglich erklärten (nicht, dass ich über meine Vision mit anderen geredet hätte, aber ich bekam ja ungefragt entsprechende Kommentare und Aufforderungen, weiter zuzunehmen bis ins Normalgewicht).

Ursprünglich war das angepeilte Ziel ein recht niedriger BMI, sagen wir so um einen BMI von ca. 15-16 rum. Im Laufe der Zeit fand ich den BMI-Bereich um 17-18 gut.
(Darüber hinaus ist es nie gegangen, auch wenn ich nicht tot umfalle, wenn ich einen BMI von knapp 19 habe; mögen tue ich das allerdings nicht).

Mir gefällt Normalgewicht einfach nicht bzw. gefällt mir mein Körper besser, wenn er etwas untergewichtig ist. Das ist eben so. Ich habe nie einen Sinn darin gesehen, gesund zu werden in dem Sinne, dass ich normalgewichtig werden und das toll finden müsse, nur weil die meisten Menschen in unserer Gesellschaft normal- bis übergewichtig sind und Normalgewicht als ein BMI von 18,5 aufwärts, oft sogar erst ab einem BMI von 19 aufwärts, definiert wird.

Genauso mit dem Frühstücken oder nie zu wenig essen: Mir ist morgens nicht nach frühstücken. Und ich mag das Körpergefühl bzw. leichte Trancegefühl, wenn ich lange nichts esse. Es ist ein eigener, durchaus angenehmer Zustand auf seine Weise. Warum sollte ich das leugnen und mir einreden, dass das ein krankes Empfinden wäre, das ich nicht genießen, sondern stoppen müsse?

Zumal ich anders als früher in anorektischen Zeiten keine Notwendigkeit dahingehend verspüre, den Zustand des Nichtsessens extrem auszudehnen, mit einer fast gewissen Phobie vor dem Essen bei ständiger Ambivalenz, welches Essen und welche Menge noch vertretbar sind oder einen schon zunehmen lassen könnten.

Dass mit dem manchmal Essen-Kotzen während letzten Monate ist ein viel geringerer Schweregrad; eher auf Spielniveau. Wenngleich dieses Verhalten bzgl. der Sachen, die mir mittelfristig wichtig(er) sind, trotzdem dumm und destruktiv gewesen ist. Neben dem kurzfristigen persönlichen Gewinn, den man aus solchen Verhaltensweisen zieht. (Sonst würde man das ja nicht machen.^^).

Ich finde es so wie die letzten Tage an sich besser, weiß aber nicht definitiv, ob ich innerlich wirklich komplett damit aufhören möchte. Mal sehen, welches Bedürfnis sich da in nächster Zeit herauskristallisiert. In der Vergangenheit war es sehr schwankend und wenig entschlossen in die ein, oder andere Richtung. Ambivalent eben.

Im Moment überwiegt eher der Impuls, diese Episode abzuschließen und andere, alt-neue Gewohnheiten aufzunehmen bzw. auszubauen und (erneut) im Alltag zu festigen. Dazu gehört u.a., dass ich regelmäßiger selbst koche anstatt zu Broten zu greifen, regelmäßig körperlich anstrengenden Sport wie Laufen zu machen und mich insgesamt mehr den konstruktiven sowie den harmlosen destruktiven Hobbys zuzuwenden. Ein bisschen was Destruktiv- Unangepasst-Unvernünftiges brauche ich als Ausgleich, aber da gehen auch harmlose Sachen.

Something Different

Something black, something light, something different
Something wrong, something right, something missing …

Der Refrain trifft es sehr gut. Das Leben ist nicht schwarz-weiß oder nur schön bzw. nur schlimm. Meistens ist es eine Mischung aus ganz verschiedenen, durchaus gegensätzlichen Elementen. Ich finde, es ist wie bei einem Kaleidoskop.

Manchmal sind es Kleinigkeiten, die dazu führen, dass sich die einzelnen Teilchen neu anordnen und sich ein ganz anders Bild ergibt. Das gilt auch bezogen auf die eigene Stimmung, die eigenen Gedanken, Empfindungen etc.. Im Guten, wie im Schlechten.

Dazu kommt der ständige Empfindungsmischmasch im Hintergrund, bei dem selten kurz ein Gefühl besonders heraussticht wie bspw. Freude. Es ist mehr so ein Grundrauschen insgesamt mit kleineren kurzen Ausschlägen in die ein oder andere Richtung.

Die Tage seit meinem letzten Eintrag sind gut verlaufen. Am Samstag bekomme ich einen neuen Kühlschrank nebst Herd geliefert – eine zwar länger vage geplante, aber letztlich in der Umsetzung relativ kurzentschlossene Aktion.

Seitdem bin ich bemüht, meinen Kühlschrank zu leeren, vor allem das Gefrierfach. Das hat mir die nötige Motivation verliehen, endlich mal all die Gemüse- und Fischsorten daraus anzugehen. Jetzt koche ich abends für das Abendessen und gewissermaßen zugleich für das Mittagessen am nächsten Tag im Büro. … Meinem Körper scheint das gut zu bekommen. Seitdem esse ich auch de facto auch kein/kaum Brot mehr, ebenso wenig Käse oder gar Süßigkeiten.

Es wäre sicher gut, sich dauerhaft so zu ernähren. Das beseitigt so viele Baustellen mit einem Schlag. Außerdem mag ich Gemüse, Fisch, Fleisch etc. ja durchaus gerne, so ist das nicht. Gerade nach der Arbeit war ich in der Vergangenheit nur fast immer zu faul und müde, um noch richtig kochen zu wollen.

Die Wassereinlagerungen sind auch schon etwas besser geworden, aber sind insgesamt noch recht hoch. Schätze, ich sollte mich da in mehr Geduld und vor allem auch dauerhafter, lebenslanger Disziplin in punkto Ernährung, Bewegung und Schlafen üben, um die ganz loszuwerden und neue Einlagerungen zu vermeiden.

Was noch nicht geklappt hat war, abends Laufen zu gehen oder zumindest Spazieren, an den Tagen, an denen ich kein Kampfsporttraining habe. Dazu war ich dann doch zu müde und faul.
Eigentlich wollte ich im Gegenzug dann wenigstens eher ins Bett gehen, mal vor weit nach Mitternacht. Das hat nicht geklappt, aber ich fand die letzten Abende viel entspannter als sonst und habe erholter geschlafen.

Sehr gut ist auch, dass ich auf der Arbeit eine sehr wichtige Sache fertiggestellt habe und mein Chef, der da eigentlich üblicherweise nochmal drüberschauen möchte – zumal es eine persönliche Angelegenheit von ihm ist – mir wortwörtlich gesagt hat, dass er mir da voll vertraut, er den Entwurf nicht sehen möchte/braucht und ich das schon machen werde.

Das hat mich irgendwie gefreut und ich bin eher neugierig, als ängstlich, wie die Sache ausgeht und das Gericht entscheiden wird. Noch vor ein paar Monaten hätte mich das innerlich geängstigt und für mich die Sorge aufgeworfen, ob ich womöglich totalen Schrott geschrieben habe, über den sich die Gegenseite und das Gericht scheckig lachen.

Gerade zu Beginn der Arbeit an dieser Sache war mir alles andere als wohl zumute. Es ist eine inhaltlich und juristisch anspruchsvoll bis komplizierte Sache und es hat recht viel Zeit in Anspruch genommen, mich da reinzufuchsen. Andererseits bin ich mit dem Entwurf nun soweit zufrieden, der kann so rausgehen. Blöd ist nur die Ungewissheit bis auf Weiteres. Gut, dass ich mit all den anderen Akten in der Zwischenzeit bestens beschäftigt und abgelenkt bin.

Gar nicht mal so schlecht sind auch die aktuellen Schilddrüsenwerte, wobei sich ft3 noch nicht ganz erholt hat. Immerhin geht die Vermutung auf, dass die L-Thyroxin-Dosis vorher etwas zu hoch war, wodurch ft4 bis an die Obergrenze gestiegen ist und der Körper zu viel rt3 gebildet hat, als Gegenspieler zum ft3 bzw. T3. Dadurch sinkt dann der ft3-Spiegel. Dazu passt, dass sich nun nach der Reduzierung von L-Thyroxin seit Oktober 2019 ft4 und ft3 wieder etwas angenähert haben; ft4 ist gesunken, und ft3 etwas gestiegen, wenngleich immer noch im unteren Drittel des Normbereichs. ft4 ist noch deutlich höher, als ft3. Wie auch immer, mich erleichtern die Werte und die daraus abzulesende Entwicklung. Wenn ft3 in den nächsten 6-10 Monaten wieder die alten Wohlfühlwerte von alleine erreicht, wäre das sehr gut und am einfachsten.

Ganz ok

Der heutige Tag war ganz ok. In der Mittagspause bin ich ausnahmsweise ca. 20 Minuten Draußen „an der frischen Luft“ gewesen und Spazierengegangen. Es war auch eine gute Idee, vorgekochtes Gemüse mitzunehmen, das ich nur in der Mikrowelle erwärmen musste. Zum Nachtisch gab es Skyr und eine Fruchtschnitte.
Auf der Arbeit war viel los, was etwas nervig war, weil ich immer wieder neu unterbrochen wurde bei der Arbeit an einem wichtigen und nicht unkomplizierten Schriftsatz. Später war es kurz vor Feierabend endlich ruhiger. Den Schriftsatz habe ich allerdings nicht mehr geschafft; den werde ich morgen mit neuen Kräften fertigstellen. (Und all die anderen Sachen.)

Gut war auch nach kurzem Zögern Zuhause direkt die Sportsachen zu schnappen und zum Kampfsportraining zu gehen. War sogar pünktlich und das Training war gut. Heute eine nette kleine Runde mit einem von seiner Art her sehr angenehmen Trainer, der sein Wissen gut vermitteln kann. Sparringspartner war auch ganz ok; nach ein paar Würfen hatte er es auch raus, wie man Menschen besser nicht zu Boden werfen soll.^^
Mein Brustkorb hat es ihm gedankt. Auch eine Art, sich beim Sport zu spüren.

Das Wetter hier ist unentschlossen und pendelt zwischen milden Temperaturen und Regen + Kälte. Gerade diese nasse Kälte ist unangenehm und sorgt schnell für diesen Effekt, sich wie ein halb aufgetautes Tiefkühlfischstäbchen zu fühlen. Dagegen hilft eigentlich nur lange heiß duschen, was ich nach dem Training entsprechend gemacht und mich danach unter eine Decke aufs Sofa verkrochen habe.

Heute Morgen habe ich mich gewogen und bestätigt bekommen, was mir mein Körpergefühl und meine Augen vorher schon mitgeteilt haben: Kurz gesagt habe ich ziemliche Wassereinlagerungen im gesamten Körper verteilt, mit ein paar Schwerpunkten in den Beinen und im Gesicht. Ich schätze aufgrund der bisherigen Erfahrungen, dass es dauern wird, bis das Wasser verschwindet. Falls es überhaupt vollständig verschwindet; es fällt mir schwer, daran zu glauben. Im Grunde habe ich diese Einlagerungen sukzessive seit etwa Frühling 2019 mit besseren und schlechteren Tagen. Vollständig verschwunden waren die allenfalls einmal im Sommer 2019 für wenige Tage.

Andererseits wird mein Lebenswandel der letzten Zeit bzw. strenggenommen seit ca. Spätsommer 2019 dieses generelle Problem nicht verbessert haben. Objektiv betrachtet kommen insgesamt mehrere Gründe in Betracht:
Schlecht eingestellte Schilddrüse, Histaminintoleranz, kohlenhydratreiche Nahrung, chronischer Schlafmangel, insgesamt im Durchschnitt zu wenig Bewegung, teilweise zu salzige Ernährung und evtl. irgendwie eine direkte Reaktion nach Übergeben, die nicht bereits auf die anderen vorgenannten Ursachen zurückzuführen ist (einen Kaliummangel kann ich aber zB sicher ausschließen). Theoretisch würde ich auch einen Progesteronmangel für nicht abwegig halten, aber ich weiß das eben nicht und habe auch wenig Lust auf Selbstexperimente in die Richtung.

Falls ich es schaffe, bin ich mal gespannt, ob das Problem nach ca. 4-6 Wochen durchgängig ausreichend schlafen, sich täglich bewegen bzw. Sport machen nach der Arbeit und besserer Ernährung, also u.a. möglichst kaum Zucker (auch nicht in Form von Fruchtzucker) zu essen, nicht zusammen mit anderen Symptomen verschwunden ist.

Mal sehen, wie die Schilddrüsenwerte von letzter Woche waren. Hoffentlich ist der ft3-Wert diesmal endlich wieder höher, als im Oktober 2019. Das wäre am einfachsten.

Aus der Hand gegeben und verloren


Es gibt Dinge, die sollte man nicht aus der Hand geben, sonst verliert man sie; für immer.

Kennt ihr das, wenn man Sachen verleiht und wirklich in 90% aller Fälle dem anderen entweder erst selbst hinterherlaufen muss oder die Sache nicht wiederbekommt?

Und wenn man so wie ich eher geduldig ist, steht man hinterher nach Monaten da und stellt fest, dass der andere einem die Sache immer noch nicht zurückgegeben hat. Dooferweise ist dann aber so viel Zeit über die Angelegenheit gewachsen und man hat evtl. auch keinen Kontakt mehr, so dass man dann anfängt abzuwägen, ob sich der Aufwand einer Kontaktaufnahme zu dem anderen überhaupt lohnt. Eigentlich lohnt es sich für mich nicht, andererseits stört es mich als Ergebnis der „guten Tat“, weil man jemandem beim Sport spontan ein Handtuch geliehen hat, weil der seines vergessen hatte etc..

Mich nervt das inzwischen unendlich und ich glaube zukünftig verleihe ich echt nichts mehr. Höchstens noch an meine drei Kumpels. An sich komme ich eh schon selten in die Situation, etwas zu verleihen, aber es ist gleichwohl wenn weit überwiegend negativ von der Erfahrung her … Geld verleihe ich daher schon seit Langem nicht mehr, habe aber bislang noch Gegenstände verliehen … .

Es ist nicht einmal böse Absicht bei dem anderen, aber ich verstehe diese Mentalität dabei nicht, dass man die Sachen nie mehr zurück gibt, außer der andere ist da hinterher wie ein Habicht.

Persönlich achte ich darauf, wenn mir etwas geliehen worden ist, dass der andere die Sache baldmöglichst zurückbekommt. Auch wenn es mal ein paar Monate dauern sollte, habe ich als Verleiher noch Verständnis, aber dass aus Monaten automatisch nie wird bzw. der Entleiher überhaupt keine Eigeninitative zum Rückgeben zeigt, so dass man entweder darauf verzichtet oder selbst hinterherlaufen muss, nehme ich ehrlich gesagt durchaus etwas übel.

Einmal lief es auch letzten Endes eigentlich sogar erfreulich und der Kommilitonin habe ich umgehend verziehen:
Sie hatte sich von mir ein Lehrbuch für Steuerrecht ausgeliehen. Es kamen mehrere Bekundungen, mir das Buch „bald“ zurückzugeben. Irgendwann nach über einem Jahr hatten wir uns aus den Augen verloren, da sie auch in einem anderen Studiengang war und sich nur die ersten Semestervorlesungen überschnitten hatten. Dass sie das Buch ja immer noch hatte, fiel mir ein, als ich es ausnahmsweise für eine Klausur im Steuerrecht benötigte (ansonsten waren die Berührungspunkte mit dem Steuerrecht marginal, vom Steuerstrafrecht abgesehen).
Sie hatte noch ihre alte Handynr., entschuldigte sich aufrichtig unter Übergabe von Weihnachtsgebäck und lieh mir für die Klausur sogar noch ihren aktuellen steuerrechtlichen Gesetzestext aus (meiner war veraltet und nur für die eine Klausur hätte sich die Anschaffung eines neuen Gesetztestextes, der bald darauf seinerseits veraltet gewesen wäre, nicht gelohnt). Sie hat den Gesetzestext natürlich mit herzlichem Dank nach der Klausur zurückbekommen.

Von meinem Kumpel T. habe ich nach fast 2 Jahren ein Lehrbuch zurückbekommen, das ich komplett vergessen hatte.

Am schlimmsten war mein Bruder in punkto Ausleihen:
Ihm hatte ich dummerweise mein Lehrbuch bzgl. einer bestimmten Programmiersprache ausgeliehen. Definitiv ein Fehler.

Wie es dazu kam? => In der Oberstufe hatte ich als einziger „Quereinsteiger“ ohne jedwede Vorkenntnisse den Informatikkurs gewählt, da dieser eigentlich auch keine Programmiervorkenntnisse verlangte, wie mir der zuständige Lehrer vorher versicherte. Die anderen Kursteilnehmer hatten dagegen bereits ein Schuljahr Informatik hinter sich und waren auch privat größtenteils hobbymäßig mit Programmieren beschäftigt. Der Vater eines dieser Mitschüler arbeitete in der Sicherheits-IT an einem sehr namhaften Institut.

Gewählt hatte ich den Kurs, weil ich das Programmieren interessant fand, wenn mein Bruder sich dabei mal über die Schulter schauen ließ. Andererseits war er zusammen mit den meisten Mitschülern und Mitschülerinnen ein hartnäckiger Vertreter der These, dass Mädchen/Frauen Informatik, Physik und Mathematik qua Geschlecht von ihren geistigen Fähigkeiten her nicht so gut könnten und gute Noten bei Mädchen einfach nur auf ganz viel Fleiß zurückzuführen wären während die echten Talente bei den männlichen Schülern zu finden wären*.

Mich hatte dieser Unsinn damals sehr lange nachhaltig verunsichert, obwohl ich ohne Anstrengung oder sonderliches Lernen in Physik und Mathematik all die Schuljahre stets eine eins hatte und mir der Unterricht Spaß machte. Mich interessierte einfach die „innere Struktur“/das Grundmuster dahinter und, was als Ergebnis herauskam. Ähnlich wie bei Latein und Chemie. (Diese Neugier motivierte mich später auch bei Jura.)

Trotzdem hielt ich mich in Mathe, Physik und ganz besonders in Informatik für unendlich dumm und hoffnungslos untalentiert. Meine guten Noten waren ganz bestimmt nur auf Glück und den Fleiß von 2h Lernen am Tag vor der Klausur etc. zurückzuführen all die Jahre, so glaubte ich. Das gab auch den Ausschlag, auf keinen Fall ein Studium in die Richtung einzuschlagen, denn dafür wäre ich bestimmt viel zu dumm gewesen.

*= mein Bruder hat mir später mal gestanden, dass er diesen Unsinn nur deshalb so entschieden behauptet und mir gegenüber vertreten hat, weil er damals Angst hatte, dass ich ihn in Informatik überflügeln könnte. Eine unbegründete Sorge.

Dass ich als einziges Mädchen gleichwohl auch noch als „Quereinsteiger“ aufgrund meines Interesses am Programmieren den Informatikkurs gewählt hatte, bereute ich alsbald. Es war nicht der Umstand, dass mir Mitschülerinnen ungefragt mitteilten, dass das „etwas nur für Jungen“ sei, aber ich wäre ja eh etwas „komisch„, weil ich ja auch gerne Mathe mache und gut in Physik sei; zu mir würde das daher wieder passen. (Das war von denen sogar auf ihre Weise respektvoll gemeint, aber wenn man sich eh schon sehr alienhaft und falsch auf der Welt gefühlt hat, wird das dadurch nicht besser.)

Gesteigert wurde mein Unbehagen dadurch, dass der Kurs sehr klein war und ca. 30-40% meiner Mitschüler dort sehr deutlich machten, dass „ein Mädchen!“ da nichts verloren hätte und sie sich von meiner bloßen Anwesenheit gestört fühlten. Von den anderen kam höfliches Desinteresse, was mir am liebsten war.

Ich bin nicht schikaniert worden, es kamen nur Kommentare über Frauen und technisches Untalent, Gelächter, Blicke untereinander, Grinsen etc., besonders wenn der Lehrer betonte, dass auch Frauen programmieren könnten oder in den seltenen Fällen, in denen ich eine Antwort auf die Frage des Lehrers nicht wußte.

Noch mehr verunsichert und mich sehr unwohl fühlend, stellte ich bald fest, dass der Kurs einerseits mehr eine „Freizeit-AG“ ohne jede lehrerliche Autorität war, aber der Lehrer auch kaum Grundlagen vermittelte, sondern irgendwie davon ausging, dass alle eh schon auf Fortgeschrittenenlevel seien und Erklärungen bzgl. der Theorie nicht notwendig seien, wir sollten quasi mehr oder weniger drauflosprogrammieren, was er als Ziel vorgab, während dann jeder irgendwas machte die Stunde. Quasi Learning-By-Doing in Reinform.

Grausam für mich. Ich bin seit jeher der Mensch gewesen, der im Unterricht durch Zuhören/Lesen und Verstehen erst die Theorie und danach die Praxis gelernt hat (ohne Notwendigkeit, Zuhause sonderlich zu lernen), so dass es für mich eine große Umstellung war. Noch dazu, wo hämisch seitens eines Teils des Kurses auf Fehler meinerseits gewartet wurde während ich von jeher sehr fehleraversiv war und eh chronisch Angst hatte, mich vor anderen zu blamieren und als absolut dumm und unfähig zu outen.

Am Anfang war ich im Informatikkurs noch trotz allem sehr motiviert, das Programmieren machte irgendwie Spaß und es war alles so logisch aufgebaut, wie Latein (oder auch Jura^^). Und so kaufte ich mir in der Uni-Bibliothek bei meinem Bruder, der da schon studierte, ein Lehrbuch für die Programmiersprache. Das Buch war super, endlich mal die Theorie und die Grundstrukturen dahinter erklärt! Ich hätte damals auch so gerne endlich studiert, nachdem ich meinen Bruder mal zu Vorlesungen begleitet hatte. Dort wurde das Wissen ganz anders und viel intensiver behandelt, im Vergleich zur Schule, wo eine Unterrichtsstunde immer schon nach 45 min. vorbei war und es maximal eine Doppelstunde gab. Aber ich musste erst noch ein paar Jahre weiter zur Schule gehen und Abitur machen (das ich fast nicht mehr gemacht hätte, weil ich da längst schwer essgestört war und nicht mehr leben wollte).

Im Informatikkurs lief es kurz gut, bis mein Bruder, der selbst Informatik studierte, sich das Buch von mir ausleihen wollte. Ich wollte mir eigentlich mit Hilfe des Buches in meiner trotz viel Sport reichlichen Freizeit richtig Programmieren beibringen in Eigenregie, eben da weitermachen, wo der Informatikkurs aufhörte inhaltlich. Naiverweise verlieh ich meinem Bruder gleichwohl das Buch, mit der Bitte um baldige Rückgabe. … Das Buch habe ich über 10 Jahre nicht mehr sehen sollen. Mein Bruder behauptete zwischendurch gar, dass er es mir längst zurückgegeben hätte etc..

Den Informatikkurs habe ich nicht verlängert. Auch nie wieder programmiert. Der Kurs war zu den Sommerferien beendet und man hätte ihn im darauffolgenden Schuljahr erneut wählen und fortsetzen können. Da war ich aber längst sehr essgestört, stark untergewichtig und sah in der Schule sowie in allem anderen keinerlei Sinn mehr; mich interessierte da außer der Essstörung absolut gar nichts mehr. 24/7.

Als das Buch nach all den Jahren wieder den Weg von meinem Bruder zurück in das elterliche Wohnhaus gefunden hat, war das ein merkwürdiges Gefühl. Kurz hatte ich überlegt, es an mich zu nehmen, aber ganz ehrlich: Für mich ist der Bereich irgendwie fast wie vergiftet; ich möchte mit dem Buch und Programmieren in dem Sinne nie wieder etwas zu tun haben. Ebenso wenig mit Physik und Mathematik, der Schule, ehemaligen Mitschülern und überhaupt, allem was mich an damals erinnert.

Auf Ehemaligentreffen bin ich ein einziges Mal ein Jahr nach dem Abitur gegangen und zwischen den Leuten und mir war die gleiche unsichtbare Glasscheibe, wie immer schon im tiefsten Inneren. Danach ist mir dieses Übel von Ehemaligentreffen zum Glück erspart geblieben. Ein Vorteil, wenn man nicht bei facebook & Co. ist.

Ich passe nicht dazu und mit mir stimmt etwas nicht im Vergleich zu anderen Gleichaltrigen, von grundauf. (Wie ein Mitschüler mal so treffend sagte: „Du denkst komisch!„; mein Bruder hat es mir von kleinauf regelmäßig wahlweise ins Gesicht geschrien, wie dumm ich bin etc., später als er mal gute Laune hatte, hat er es folgendermaßen charmant umschrieben: „Manchmal wüßte ich gerne, wo du eigentlich dein Raumschiff versteckt hast.“). Am besten bin ich als Kind und Jugendlicher mit Älteren zurecht gekommen; für die habe ich nicht so komisch gedacht bzw. habe ich irgendwann zum Glück gelernt, meine möglicherweise komischen Gedanken weitgehend für mich zu behalten und durch Beobachten und Imitation zu lernen, wie man halbwegs normal wirkt. Die Rolle meines Lebens.

Irgendwo, nirgendwo

Eigentlich wollte ich erst schriftlich festhalten, was die letzten Tage destruktiv und was konstruktiv war, aber ich will darüber lieber doch gar nicht so genau nachdenken.

Daher nur angerissen:

Gut war, aus dem Schweinefilet, dem Pak Choi, zwei Äpfeln, der Mikrowellen-Linsen-Gerste-Mischung und der Fertigsauce „Ajam Pajang“ (oder so ähnlich) – sowie Wildpreiselbeerengelee – sowas wie ein asiatisches Gericht zu kochen am Sonntagabend. Die Reste gab es heute Mittag im Büro. Eigentlich ist so ein Mittagessen besser, als belegte Brote wie sonst.

Als Nachtisch gab es Skyr, weil ich davon etwas zu viel gekauft habe und Zuhause davon zu selten etwas esse; keine Ahnung warum genau. Wenn ich den Skyr mit ins Büro nehme, esse ich ihn dagegen eher.

Außerdem habe ich gestern endlich mal meine Schuhe geputzt. Erstaunlich, wie gut sich Schuhe halten, wenn man sie einfach regelmäßig alle paar Monate putzt und pflegt. Ich hänge an all meinen Schuhen und trage gerade Freizeitschuhe auch bis zu ca. 6 Jahre oder deutlich länger, bis sie auseinanderfallen bzw. komplett abgelaufen sind, ohne sinnvolle Chance, dass ein Schuster sie retten könnte.

Außerdem habe ich mich gestern nicht übergeben, aber heute abend. Zu viel Weingummi (immerhin sind die Vorräte jetzt leer). Dabei finde ich ja, dass Weingummi mit zu den Sachen zählt, die besonders blöd zu erbrechen sind; Eis wäre deutlich einfacher gewesen (ok, es gibt auch deutlich schlimmeres beim Kotzen, als Weingummi: Fleisch oder Käse z.B. <= falls ich irgendwann beim Übergeben ersticken sollte, dann garantiert daran). Darf man das überhaupt schreiben?

Keine Ahnung, ob das nun unter positiv oder negativ zu verbuchen ist. Es ist vor allem irgendwie überflüssig und dumm. Andererseits rutsche ich regelmäßig bei der Sache (und auch in punkto Sport, Kampfsporttraining, frische Luft, Sonne, pünktlich ins Bett gehen etc.) in eine fatale innere Gleichgültigkeit ab.
Irgendwie so, als ob ich auf etwas warten würde, das nicht eintritt. Wie Zeit meines Lebens. Wahrscheinlich die Apokalypse oder so, wobei ich mir die eigentlich nicht ernsthaft herbeiwünschen würde.^^

Selbst eine etwaige Zunahme motiviert mich nicht, z.B. zu überhaupt etwas Sport oder zumindest einem Spaziergang abends; mir ist in diesen Phasen alles sehr gleich und irgendwie möchte ich mir fast aktiv schaden. Keine Ahnung warum.

Nach dem Übergeben bin ich dann wieder motivierter, mich ab sofort konstruktiver zu verhalten. Das hält dann eher kürzer als länger an.