
Die Bürovorsteherin hat es sich heute nicht nehmen lassen, mich erneut darauf hinzuweisen, dass die Schnelltests ja angeblich ganz schrecklich unzuverlässig wären. Eigentlich geht das bei mir ins eine Ohr rein und ins andere Ohr raus, heute aber schilderte sie mir fast schon freudig-erschrocken zwei angebliche Fälle, in denen die Kandidaten symptomlos (und geimpft) waren und letztlich per PCR-Test positiv getestet wurden, obwohl der böse Schnelltest negativ gewesen sei. In dem einen Fall ging es um unsere Auszubildende, die symptomlos und putzmunter Zuhause sitzt und eigentlich mit dem negativen Schnelltest wieder hätte arbeiten können. Allerdings hat die Bürovorsteherin sie verdonnert, auch gegen Ende der Quarantäne zusätzlich zum Schnelltest einen PCR-Test zu machen, der dann positiv gewesen sein soll, weshalb unsere Auszubildende ’ne Woche dranhängen musste und aktuell auf das Ergebnis ihres weiteren PCR-Tests wartet, von dem abhängt, ob sie weiter in Quarantäne bleiben muss oder nicht. Es kann sich also nur noch um wenige Wochen handeln, bis sie uns wieder beehren darf. Solange sitzt sie quasi gesund, aber eben virenpositiv daheim rum.
Eigentlich eine super Idee … . Wir sollten das System auch für herkömmliche Grippe- und Erkältungsviren einführen. Am besten auch noch für HPV-Viren und alle sonstigen Keime. Nur wer Dank täglicher Tests nachweist, dass sein Körper 100%ig keimfrei ist und insofern keine Belastung für die Immunsysteme anderer darstellt, darf sein Zuhause verlassen. Es zählt nicht mehr die altmodische Herangehensweise danach, ob man Krankheitssymptome hat, wie objektiv gefährlich der Virustyp bzw. der Krankheitserreger ist und wie man sich fühlt, sondern nur noch, was ein Test sagt. Wenn ich mir überlege, wie fahrlässig wir das bisher all die Jahrzehnte gehandhabt haben in der Erkältungszeit … wie konnten wir uns bloß mehrheitlich auf unser Immunsystem verlassen, sofern keine besonderen Vorerkrankungen bestanden. Was waren wir dumme Neandertaler.
Dass die Impfung nicht so zuverlässig schützt, wie einst von der Regierung, ihrem Leibarzt Drostadamus und den fleißigen medialen Helfern suggeriert, und auch Geimpfte virenverseucht sein können, hat inzwischen auch das Gehirn der Bürovorsteherin erreicht. Eigentlich ja ein gewisser Lichtblick an Vernunft, aber ihre Panik verdrehte wieder alles zu der komischen Schlussfolgerung, dass das ja so nicht mehr weitergehen könne mit meinen täglichen Schnelltests, das sei viel zu unsicher, da „müssen wir uns was überlegen!“ .
Sprach’s mit drohendem Unterton und ließ mich mit einer Mischung aus psychosomatischer Übelkeit und zunehmender Wut zurück. Das Ganze pünktlich kurz vor der Mittagspause, so dass ich anschließend mein Mittagessen ausfallen ließ, weil mir beim besten Willen nicht nach Essen zumute war; ich habe dann aus reinen Vernunftgründen zwei Früchteriegel runtergewürgt.
Natürlich ist es ihr nach wie vor ein extremer Dorn im Auge, dass ich nicht mit einem dieser ganz super effizienten Corona-Impfstoffen geimpft bin, die so gut schützen, dass sie als geboosterte Person nach wie vor Todesangst vor dem Virus hat. Dabei ist sie in ihrer Haltung so eine elende Heuchlerin, die aus übergriffigen Egoismus ihre Mitmenschen drangsaliert. Ich hasse solche Verhaltensweisen, eben diese Doppelmoral und dieses Heuchlerische. Das Folgende hätte ich ohne ihren heutigen Auftritt nicht geschrieben, weil ich anderen ungern ihre Maske vom Gesicht reiße, da ich sehr viel Verständnis für das Maskentragen habe, aber was zu viel ist, ist zu viel.
Auf die Idee, das zu tun, was sie selbst tun könnte, um ihr individuelles Risikoprofil zu verbessern, ist sie trotz Todesangst nicht gekommen – mehr als sich dreimal eine Spritze geben zu lassen, ist ihr nicht in den Sinne gekommen. Stattdessen in den inzwischen ca. 2 Jahren der Pandemie ihren BMI, der sich im schwer adipösen Bereich bewegt, zu senken, gesünder zu leben etc. und so ihr Gesundheitsrisiko deutlich zu senken, auf diese banale Idee ist sie nicht gekommen. Auch ihr Verständnis für andere ist bemerkenswert und sie selbst nimmt für sich in Anspruch, überall in der Kanzlei ohne Maske rumzulaufen, obwohl wir hier Maskenpflicht haben.
Zu meiner Schilddrüsenerkrankung (wegen der ich in Kombination mit meiner Autoimmunerkrankung u.a. Bedenken gegen die x.-fach Impfungen habe, weil ich ganz froh bin, dass mein Immunsystem sich nach Jahren weitgehend beruhigt hat) durfte ich mir anhören, dass eine Schilddrüsenerkrankung doch halb so wild sei, ihr Mann habe auch eine Schilddrüsenerkrankung, der nehme einfach Tabletten und fertig, und er habe sich auch impfen lassen, das sei doch kein Grund, sich nicht impfen zu lassen.
(Gut, von der Autoimmunerkrankung habe ich schon nichts gesagt, weil das die Dame echt nichts angeht und weil ich sie insofern auch für gänzlich ungeeignet als Gesprächspartnerin halte, trotzdem bin ich immer etwas pikiert innerlich über so viel fehlendes Einfühlungsvermögen und Wunsch, Mitmenschen vorschreiben zu wollen, wie sie über ihren Körper entscheiden sollen. Ich maße mir doch auch nicht an, über die Schilddrüsenerkrankung ihres Mannes, seinen Leidensdruck und seine persönliche Impfentscheidung zu befinden. Das ist seine Sache und sein Körper, fertig, geht mich nichts an.)
Diese übergriffigen Begehrlichkeiten gegenüber Mitmenschen, wie jetzt mit der Forderung danach, dass andere sich impfen lassen sollen, kann ich einfach nicht nachvollziehen. Wie meine Eltern zu sagen pflegen: Jeder paddelt sein Kanu selbst.
Wenn jeder auf seiner Spielwiese bleiben würde, anstatt unberechtigt in den höchstpersönlichen Lebensbereich anderer eingreifen zu wollen, um sich selbst besser zu fühlen oder anderweitig Vorteile verschaffen zu wollen, würde es der Menscheit besser gehen.
Die Bürovorsteherin selbst hat pathologisches Übergewicht und Asthma, weshalb sie eine ärztliche Befreiung von der Maskenpflicht bekommen hat. Da hätte ich in der gleichen Manier sagen können, dass das doch kein Grund sei, keine Maske zu tragen (und uns alle mit ihrer Atemluft zu gefährden^^), selbst schwer Lungenkranke tragen schließlich Maske ohne zu jammern.
Natürlich habe ich das nicht gesagt, sie hätte die Retourkutsche eh nicht verstanden und als miesen, unfairen Angriff gewertet, und im Grunde ist es mir egal, ob sie nun wirklich – zumindest subjektiv so empfunden – keine Luft unter einer Maske bekommt, ggf. aufgrund von Panik + Übergewicht + Asthma, oder ob das bloß „Anstellerei“ von ihr ist. Soll sie machen, wie sie meint. Ich habe auch durchaus etwas Mitgefühl, dass man nur extrem limitiert am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann in den heutigen Zeiten, wenn man keine Maske tragen kann, und dass das sicherlich belastend für sie ist. Das ärztliche Attest nützt ihr im Alltag nichts, sie wird ja trotzdem dann angefeindet, muss sich erklären etc.. (Sollte sie dann nicht umso mehr Sensibilität bzgl. der Schattenseiten der Ausgrenzung anderer haben? )
Sie soll einfach aufhören, wegen ihrer Corona-Panik Menschen wie mich zu terrorisieren und sich in meine höchstpersönlichen „Körperangelegenheiten“ einzumischen und sich immer wieder neue Ansatzpunkte auszudenken, um mir den Büroalltag unnötig und bar jeder vernünftigen Grundlage schwer zu machen. Bevorzugt dann, wenn der Arbeitsalltag eh schon stressig und empathiefordernd genug ist.
Soll sie Homeoffice oder am besten gleich eine Psychotherapie machen, wenn sie in der Kanzlei um ihr Leben fürchtet, weil ich im Nebentrakt in meinem Büro sitze, extra auch wegen ihr schon überall FFP2-Maske anstelle einer OP-Maske trage, mit ihr so keinen Kontakt habe, gesund und ungeimpft bin. Aber nee, stattdessen bin ich in ihrer Welt damit automatisch das größte Virensicherheitsrisiko, eine ständige Gefährdung ihres Lebens, völlig egal wie vorsichtig ich mich verhalte, wie zurückgezogen ich privat lebe und wie viel Rücksicht ich bereits auf ihre Verfassung nehme. An sich bin ich fast ungut für mich selbst rücksichtsvoll gegenüber anderen, aber wenn sie so weitermacht, dann mag ich auf sie keine Rücksicht mehr nehmen. (Ob ich es wirklich über’s Herz bringe, darf bezweifelt werden. Sie hat auch gute Seiten, so wie eben auch der Illuminat, trotzdem … .)
Ich will auch keine Bürofehde. Außer unwiderbringlich zerschlagenem Porzellan und frostiger Stimmung kommt da nichts bei rum. … Eigentlich möchte ich einfach in Ruhe arbeiten können. Bei der Bürovorsteherin habe ich an Tagen wie heute beinah den Eindruck, dass sie genau das verhindern will.
Mal sehen, welchen Unsinn sie sich nun ausdenkt. Da bekomme ich echt ’n Hals.
Egal, ich nutze ordnungsgemäß zugelassene Schnelltests und halte mich an die gesetzlichen Vorgaben, nicht mehr und nicht weniger. Am besten gar nicht irgendwie versuchen, ihr meine Seite zu erklären, das führt erfahrungsgemäß nur zur Sinnlos-Diskussionen bzw. gesteigertem Bedrohungsgefühl und Missmut bei ihr. Einfach Schallplatte spielen, kurz und höflich angebunden sein und es aussitzen. Freiwillig ohne Risikokontakt bzw. Krankheitssymptome oder positiven Schnelltest dackel‘ ich jedenfalls nicht zum Schnelltestzentrum für einen PCR-Test, nur weil sie am Rad dreht. Zumal ich mir in dem hiesigen Schnelltestzentrum womöglich noch am ehesten irgendeine der Virenmutanten einfange.



























