Neues aus Absurdistan

Die Bürovorsteherin hat es sich heute nicht nehmen lassen, mich erneut darauf hinzuweisen, dass die Schnelltests ja angeblich ganz schrecklich unzuverlässig wären. Eigentlich geht das bei mir ins eine Ohr rein und ins andere Ohr raus, heute aber schilderte sie mir fast schon freudig-erschrocken zwei angebliche Fälle, in denen die Kandidaten symptomlos (und geimpft) waren und letztlich per PCR-Test positiv getestet wurden, obwohl der böse Schnelltest negativ gewesen sei. In dem einen Fall ging es um unsere Auszubildende, die symptomlos und putzmunter Zuhause sitzt und eigentlich mit dem negativen Schnelltest wieder hätte arbeiten können. Allerdings hat die Bürovorsteherin sie verdonnert, auch gegen Ende der Quarantäne zusätzlich zum Schnelltest einen PCR-Test zu machen, der dann positiv gewesen sein soll, weshalb unsere Auszubildende ’ne Woche dranhängen musste und aktuell auf das Ergebnis ihres weiteren PCR-Tests wartet, von dem abhängt, ob sie weiter in Quarantäne bleiben muss oder nicht. Es kann sich also nur noch um wenige Wochen handeln, bis sie uns wieder beehren darf. Solange sitzt sie quasi gesund, aber eben virenpositiv daheim rum.

Eigentlich eine super Idee … . Wir sollten das System auch für herkömmliche Grippe- und Erkältungsviren einführen. Am besten auch noch für HPV-Viren und alle sonstigen Keime. Nur wer Dank täglicher Tests nachweist, dass sein Körper 100%ig keimfrei ist und insofern keine Belastung für die Immunsysteme anderer darstellt, darf sein Zuhause verlassen. Es zählt nicht mehr die altmodische Herangehensweise danach, ob man Krankheitssymptome hat, wie objektiv gefährlich der Virustyp bzw. der Krankheitserreger ist und wie man sich fühlt, sondern nur noch, was ein Test sagt. Wenn ich mir überlege, wie fahrlässig wir das bisher all die Jahrzehnte gehandhabt haben in der Erkältungszeit … wie konnten wir uns bloß mehrheitlich auf unser Immunsystem verlassen, sofern keine besonderen Vorerkrankungen bestanden. Was waren wir dumme Neandertaler.

Dass die Impfung nicht so zuverlässig schützt, wie einst von der Regierung, ihrem Leibarzt Drostadamus und den fleißigen medialen Helfern suggeriert, und auch Geimpfte virenverseucht sein können, hat inzwischen auch das Gehirn der Bürovorsteherin erreicht. Eigentlich ja ein gewisser Lichtblick an Vernunft, aber ihre Panik verdrehte wieder alles zu der komischen Schlussfolgerung, dass das ja so nicht mehr weitergehen könne mit meinen täglichen Schnelltests, das sei viel zu unsicher, da „müssen wir uns was überlegen!“ .
Sprach’s mit drohendem Unterton und ließ mich mit einer Mischung aus psychosomatischer Übelkeit und zunehmender Wut zurück. Das Ganze pünktlich kurz vor der Mittagspause, so dass ich anschließend mein Mittagessen ausfallen ließ, weil mir beim besten Willen nicht nach Essen zumute war; ich habe dann aus reinen Vernunftgründen zwei Früchteriegel runtergewürgt.

Natürlich ist es ihr nach wie vor ein extremer Dorn im Auge, dass ich nicht mit einem dieser ganz super effizienten Corona-Impfstoffen geimpft bin, die so gut schützen, dass sie als geboosterte Person nach wie vor Todesangst vor dem Virus hat. Dabei ist sie in ihrer Haltung so eine elende Heuchlerin, die aus übergriffigen Egoismus ihre Mitmenschen drangsaliert. Ich hasse solche Verhaltensweisen, eben diese Doppelmoral und dieses Heuchlerische. Das Folgende hätte ich ohne ihren heutigen Auftritt nicht geschrieben, weil ich anderen ungern ihre Maske vom Gesicht reiße, da ich sehr viel Verständnis für das Maskentragen habe, aber was zu viel ist, ist zu viel.

Auf die Idee, das zu tun, was sie selbst tun könnte, um ihr individuelles Risikoprofil zu verbessern, ist sie trotz Todesangst nicht gekommen – mehr als sich dreimal eine Spritze geben zu lassen, ist ihr nicht in den Sinne gekommen. Stattdessen in den inzwischen ca. 2 Jahren der Pandemie ihren BMI, der sich im schwer adipösen Bereich bewegt, zu senken, gesünder zu leben etc. und so ihr Gesundheitsrisiko deutlich zu senken, auf diese banale Idee ist sie nicht gekommen. Auch ihr Verständnis für andere ist bemerkenswert und sie selbst nimmt für sich in Anspruch, überall in der Kanzlei ohne Maske rumzulaufen, obwohl wir hier Maskenpflicht haben.

Zu meiner Schilddrüsenerkrankung (wegen der ich in Kombination mit meiner Autoimmunerkrankung u.a. Bedenken gegen die x.-fach Impfungen habe, weil ich ganz froh bin, dass mein Immunsystem sich nach Jahren weitgehend beruhigt hat) durfte ich mir anhören, dass eine Schilddrüsenerkrankung doch halb so wild sei, ihr Mann habe auch eine Schilddrüsenerkrankung, der nehme einfach Tabletten und fertig, und er habe sich auch impfen lassen, das sei doch kein Grund, sich nicht impfen zu lassen.
(Gut, von der Autoimmunerkrankung habe ich schon nichts gesagt, weil das die Dame echt nichts angeht und weil ich sie insofern auch für gänzlich ungeeignet als Gesprächspartnerin halte, trotzdem bin ich immer etwas pikiert innerlich über so viel fehlendes Einfühlungsvermögen und Wunsch, Mitmenschen vorschreiben zu wollen, wie sie über ihren Körper entscheiden sollen. Ich maße mir doch auch nicht an, über die Schilddrüsenerkrankung ihres Mannes, seinen Leidensdruck und seine persönliche Impfentscheidung zu befinden. Das ist seine Sache und sein Körper, fertig, geht mich nichts an.)

Diese übergriffigen Begehrlichkeiten gegenüber Mitmenschen, wie jetzt mit der Forderung danach, dass andere sich impfen lassen sollen, kann ich einfach nicht nachvollziehen. Wie meine Eltern zu sagen pflegen: Jeder paddelt sein Kanu selbst.
Wenn jeder auf seiner Spielwiese bleiben würde, anstatt unberechtigt in den höchstpersönlichen Lebensbereich anderer eingreifen zu wollen, um sich selbst besser zu fühlen oder anderweitig Vorteile verschaffen zu wollen, würde es der Menscheit besser gehen.

Die Bürovorsteherin selbst hat pathologisches Übergewicht und Asthma, weshalb sie eine ärztliche Befreiung von der Maskenpflicht bekommen hat. Da hätte ich in der gleichen Manier sagen können, dass das doch kein Grund sei, keine Maske zu tragen (und uns alle mit ihrer Atemluft zu gefährden^^), selbst schwer Lungenkranke tragen schließlich Maske ohne zu jammern.
Natürlich habe ich das nicht gesagt, sie hätte die Retourkutsche eh nicht verstanden und als miesen, unfairen Angriff gewertet, und im Grunde ist es mir egal, ob sie nun wirklich – zumindest subjektiv so empfunden – keine Luft unter einer Maske bekommt, ggf. aufgrund von Panik + Übergewicht + Asthma, oder ob das bloß „Anstellerei“ von ihr ist. Soll sie machen, wie sie meint. Ich habe auch durchaus etwas Mitgefühl, dass man nur extrem limitiert am gesellschaftlichen Leben teilhaben kann in den heutigen Zeiten, wenn man keine Maske tragen kann, und dass das sicherlich belastend für sie ist. Das ärztliche Attest nützt ihr im Alltag nichts, sie wird ja trotzdem dann angefeindet, muss sich erklären etc.. (Sollte sie dann nicht umso mehr Sensibilität bzgl. der Schattenseiten der Ausgrenzung anderer haben? )

Sie soll einfach aufhören, wegen ihrer Corona-Panik Menschen wie mich zu terrorisieren und sich in meine höchstpersönlichen „Körperangelegenheiten“ einzumischen und sich immer wieder neue Ansatzpunkte auszudenken, um mir den Büroalltag unnötig und bar jeder vernünftigen Grundlage schwer zu machen. Bevorzugt dann, wenn der Arbeitsalltag eh schon stressig und empathiefordernd genug ist.

Soll sie Homeoffice oder am besten gleich eine Psychotherapie machen, wenn sie in der Kanzlei um ihr Leben fürchtet, weil ich im Nebentrakt in meinem Büro sitze, extra auch wegen ihr schon überall FFP2-Maske anstelle einer OP-Maske trage, mit ihr so keinen Kontakt habe, gesund und ungeimpft bin. Aber nee, stattdessen bin ich in ihrer Welt damit automatisch das größte Virensicherheitsrisiko, eine ständige Gefährdung ihres Lebens, völlig egal wie vorsichtig ich mich verhalte, wie zurückgezogen ich privat lebe und wie viel Rücksicht ich bereits auf ihre Verfassung nehme. An sich bin ich fast ungut für mich selbst rücksichtsvoll gegenüber anderen, aber wenn sie so weitermacht, dann mag ich auf sie keine Rücksicht mehr nehmen. (Ob ich es wirklich über’s Herz bringe, darf bezweifelt werden. Sie hat auch gute Seiten, so wie eben auch der Illuminat, trotzdem … .)

Ich will auch keine Bürofehde. Außer unwiderbringlich zerschlagenem Porzellan und frostiger Stimmung kommt da nichts bei rum. … Eigentlich möchte ich einfach in Ruhe arbeiten können. Bei der Bürovorsteherin habe ich an Tagen wie heute beinah den Eindruck, dass sie genau das verhindern will.
Mal sehen, welchen Unsinn sie sich nun ausdenkt. Da bekomme ich echt ’n Hals.

Egal, ich nutze ordnungsgemäß zugelassene Schnelltests und halte mich an die gesetzlichen Vorgaben, nicht mehr und nicht weniger. Am besten gar nicht irgendwie versuchen, ihr meine Seite zu erklären, das führt erfahrungsgemäß nur zur Sinnlos-Diskussionen bzw. gesteigertem Bedrohungsgefühl und Missmut bei ihr. Einfach Schallplatte spielen, kurz und höflich angebunden sein und es aussitzen. Freiwillig ohne Risikokontakt bzw. Krankheitssymptome oder positiven Schnelltest dackel‘ ich jedenfalls nicht zum Schnelltestzentrum für einen PCR-Test, nur weil sie am Rad dreht. Zumal ich mir in dem hiesigen Schnelltestzentrum womöglich noch am ehesten irgendeine der Virenmutanten einfange.

Filmtipps

Wer Filme im Stil von „The Guard“ mag, dem empfehle ich wärmstens den Film „Three Billboards Outside Ebbing Missouri“ .
Ich war erst skeptisch, aber der Film hat mir sogar so gut gefallen, dass ich mich seit Langem mal wieder bestens unterhalten gefühlt habe und den Film sogar ohne Reue nochmal anschauen würde. Der Film hat imho verdient 8.1 von 10 Punkten bei imdb bekommen.

Auch nicht schlecht finde ich „Taffe Mädels“ . Melissa McCarthy, die in dem Film die Bostoner Polizistin Shannon Mullins spielt, erinnert mich in der Rolle verblüffend an eine gewisse Richterin, mit der ich bisher zum Glück nur zweimal in einem für mich eher exotischen Rechtsgebiet als Vertretung für einen Kollegen das Vergnügen hatte. Jene Richterin zeichnet sich aus durch eine unnachahmliche Art aus schlechter Laune allen Prozessbeteiligten gegenüber – da bekommt jeder sein Fett weg-, Bärbeißigkeit und einer guten Seele unter der rauen Schale. Im Ergebnis kamen dann auch gute Ergebnisse raus, aber der Ablauf der Verhandlung war jeweils echt etwas gewöhnungsbedürftig und slapstickmäßig. Lag nicht nur an der Richterin, aber sie war die absolute Krönung und ich muss bis heute lachen, wenn ich an die Verhandlungen zurückdenke.
Also im Nachhinein … damals im Gerichtssaal war das gerade bei der ersten Begegnung mit ihr als gerade erst frisch zugelassener Anwalt nicht so lustig, obwohl ich für die Mandantin den erhofften Vergleich herausschlagen konnte, aber ich war bis nach der Verhandlung noch etwas verstört. Meinem jungen Kollegen erging es ein paar Wochen später nicht besser.^^

Was sonst noch war

  • Ich habe am Wochenende nach langer Zeit etwas Sport gemacht und festgestellt, dass es durchaus gute Trainingsvideos gibt und dass ich meine Mutation zum Couchpotatoe vielleicht doch noch umkehren kann.
  • Dem Online-Handel sei Dank konnte ich mich kleidungsmäßig neu eindecken und bin sehr zufrieden.
  • Meine ältere Nachbarin ist echt eine gute Seele, weshalb ich bereitwillig ihren Putzdienst für den Gemeinschaftsflur übernommen habe, obwohl ich den Putzdienst an sich nicht leiden kann. Meine Nachbarin hat es derzeit im Rücken. Wir verstehen uns gut, ohne uns gegenseitig durch zu viel Kontakt und Nähe auf die Nerven zu gehen.
  • Es ist nun quasi fest geklärt, dass ich Mitinhaber werde, gemeinsam mit meinem anderen jungen Kollegen. Wir sind dann zu Dritt als Gesellschafter. Mein Kollege und ich werden außerdem die Notarausbildung machen. Leider muss man am Ende die Notarprüfung, quasi ein 3. Staatsexemen, absolvieren, was mit meiner Prüfungsangst ungut ist. Aber gleichwohl ist das eine für mich sehr reizvolle Sache, nicht nur, weil die Notartätigkeit lukrativ ist. Es ist auch eine gute Abwechslung zur Anwaltstätigkeit. Trotzdem habe ich jetzt schon etwas Angst vor dem Lernen und der Prüfung am Ende, aber es fühlt sich trotzdem richtig an, diesen Schritt zu gehen. Meine Eltern haben mir freundlicherweise ihre volle Unterstützung zugesagt, und freuen sich mit mir über die jüngsten Entwicklungen. Ich freue mich, bin aber auch noch etwas ungläubig, dass das alles real ist. Das hätte ich mir nie träumen lassen.
  • Ich habe das Spiel „This War of Mine“ am PC sogar schon im 3. Anlauf erfolgreich durchgezockt … nachdem meine Spielfiguren bei den vorherigen Versuchen allesamt nach langem Leiden verstorben sind. Gut, bei dem erfolgreichen Durchlauf ist eine Spielfigur erfroren, der andere ist einfach trotz aller Zuwendung abgehauen, um dann an der Grenze erschossen zu werden, und die Dritte erlag ihren schweren Verletzungen … und die 4. Überlebende ist tief traumatisiert, aber sie hat den Krieg überlebt!^^
  • Ansonsten zocke ich aktuell gerne an Gemeinschaftsspielen Back4Blood mit meinem Bruder, seiner Freundin und einem gemeinsamen Kumpel. Manchmal spielen wir auch DeadByDaylight. Mit dem einen Kumpel zocke ich ab und zu auch „It Takes Two“ – kann ich als Koop-Spiel sehr empfehlen, ebenso wie das Spiel „A Way Out„.
  • Hellraiser: Revelations – Die Offenbarung hat mich nicht vom Hocker gerissen. Eigentlich wollte ich mir ja „Judgment“ aus der Reihe anschauen, aber das gab es bei Amazon Prime Video nicht zum Leihen. Dafür war „I Spit On Your Grave 2“ gar nicht schlecht. Der erste Teil hat mir schon gut gefallen.
    Ich sollte öfter solche Videoabende machen. Als nächstes werde ich mir „Ein Mann namens Ove“ anschauen. Wenn der vom schwarzen Humor her so gut wird, wie „The Guard“ , wäre das super. … Und irgendwann 2022 werde ich auch wieder Filmabende mit meinen beiden Kumpels machen. Ja, das habe ich mir fest vorgenommen.

Freie Fahrt für freie Bürger …

… oh wait, wir sind ja keine freien Bürger mehr. In der Unfreiheit sind manche zwar gleicher, als andere, aber unfrei sind wir am Ende alle.

Wie das so ist, wenn die Lebensrealität mit absurden Regelungen kollidiert, musste ich vor wenigen Tagen schmerzlich erfahren, als ich einen Werkstatttermin für mein Auto ausmachen wollte. Mein neues Auto hat zwei „Macken“, die kommen und gehen und die leider nicht nur nervig sind, sondern deren Ursache mal möglichst zeitnah überprüft gehört. Zumal für das Fahrzeug noch Garantie gilt. Damit die Garantie nicht vorzeitig entfällt, muss ich das Fahrzeug allerdings in einer Vertragswerkstatt untersuchen lassen. „Kein Problem“ , dachte ich naiverweise, da die nächste Vertragswerkstatt nicht allzu weit entfernt in der Nachbarstadt liegt.

Telefonisch war alles schnell geklärt mit der Werkstatt bis ich auf Nachfrage erfuhr, dass auch für Werkstattkunden ausnahmslos 2G gilt in der Vertragswerkstatt. Eine Abgabe des Fahrzeuges durch eine ungeimpfte Person sei nicht möglich, es täte ihr Leid, erklärte mir die Dame am Telefon. Das Bedauern klang aufrichtig, tröstete mich aber nicht. Wer denkt sich denn so einen Schwachsinn aus?! Ich bin gesund und darf jetzt nicht einmal mein Fahrzeug in die Werkstatt geben?!

In meiner Empörung verriet mir meine kurze Online-Recherche, dass an sich für Werkstätten zwar keine Zugangsbeschränkung gilt, aber für Autohäuser in den Verkaufsräumen gilt wiederum 2G. Autohäusern, die auch Werkstätten angebunden haben, (= sogenannte Mischbetriebe) wurde offenbar empfohlen, doch einfach überall 2G vorzuschreiben, auch für reine Werkstattkunden. Super Idee! … Dass es dadurch Menschen gibt, die vor die Wahl gestellt werden, auf eine freie Werkstatt auszuweichen und so ihre Garantieansprüche zu verlieren, oder eben das Fahrzeug nicht untersuchen bzw. reparieren zu können – wer braucht schon ein Fahrzeug als Berufstätiger!!! – , war wohl egal, sind ja auch bloß dumme ungeimpfte Staatsfeinde, die es trifft, also trifft es die Richtigen. … Wenn das so weitergeht, dann hätte ich große Lust, zum Staatsfeind zu werden. So viel Dämlichkeit ist echt unfassbar. Ich bin gesund und darf mein Auto nicht in die Vertragswerkstatt bringen, weil die Leute nur noch bescheuert sind. Wie haben wir eigentlich all die Jahre die Grippewellen so schulterzuckend überstanden?!

Um die tägliche Realsatire hier in Absurdistan abzurunden, wurde unsere inzwischen im Dezember 2021 erstgeimpfte Auszubildende positiv getestet, was vor allem für die Bürovorsteherin sehr negativ war. Die Auszubildende war Anfang Dezember 2021 eingeknickt, und erfolgreich mit untergriffigen Mitteln von der Bürovorsteherin bearbeitet worden, sich impfen zu lassen. An mir hatte sich die Bürovorsteherin dagegen die Zähne ausgebissen, ich habe sie immer wieder aalglatt auflaufen lassen. Eigentlich wollte musste ich mich an dem Tag wie immer morgens bei der Bürovorsteherin testen – muss ja kontrolliert werden, damit ich keinen Unsinn anstelle. Die Bürovorsteherin war aber leicht panisch und erklärte lapidar, dass sie mich nicht mehr in ihrem Büro sehen wolle wegen eines etwaigen Ansteckungsrisikos; das mit dem Testen müsse anders geregelt werden. Schließlich bin ich ja ungeimpft, weshalb ich irgendwie auch gesund eine krankmachende Außenwirkung haben könnte oder so. Mit Logik muss man es bei dem Corona-Thema nicht versuchen. Unschuldig bot ich an, dass ich dann besser morgens gleich in mein Büro gehe und dort den Test mache und ihr anschließend das Ergebnis telefonisch sage. Sie war erleichtert einverstanden.

Noch kurz vor Weihnachten hatte sie diese Regelung – da nur für die eine Woche ihres Urlaubs – entschieden abgelehnt, das käme nicht in Frage. Jetzt ging das auf einmal. Was Ängste so alles bewirken können … . Na, mir soll es recht sein. Ich muss nicht wie ein kleines Kind beaufsichtigt werden, geschweige denn, dass ich qua Ungeimpften-Status angeblich per se eine Virenschleuder bin, die sich täglich nur aufgrund eines medizinisch unhaltbaren, politisch konstruierten Generalverdachts gegenüber Ungeimpften als einzige von allen Kollegen testen muss, nur um ihre Gesundheit täglich immer wieder neu zu beweisen, um arbeiten zu dürfen.

Als ich zu meinem Büro ging, stieg meine Laune immer mehr. Endlich nicht mehr diese tägliche Demütigung am Arbeitsplatz. Ich hatte den Soundtrack von Django im Ohr, als ich lächelnd über die Büroflure schwebte.

Innere Freiheit

Eigentlich wollte ich einen Beitrag über innere Freiheit schreiben, ein wichtiges Thema und ein äußerst positives Gefühl, wenn man sich innerlich frei fühlt, aber dann kam alles ganz anders. Und das alles nur wegen eines Titelbilds … .

Erst wollte ich einen Traumstrand mit weißem Sand, Palmen, Sonne und klarem türkis-grünen Meer posten, so als Symbol innerer Freiheit. Sowas hier:

Da gibt es sehr viele paradiesische Bilder, die gleich Lust auf Urlaub machen. Nun ist Urlaub aber nicht unbedingt mit innerer Freiheit vergleichbar. Deshalb suchte ich weiter nach einem passenderen Bild.

Bei der Bildersuche stieß ich dann auf Bilder von Base-Jumpern und fliegenden Vögeln, im Grunde ja ein Inbegriff von Freiheit, man denke nur an den Seeadler. Sehr ansprechende Fotos. Aber irgendwie trafen all diese Bilder es nicht so ganz. Über das nachfolgende Bild eines springenden Tigers, der so schön über den Dingen schwebt, landete ich glatt am Ende bei Schneeleoparden – und ja, ab da war ich verloren.

Deshalb zur Aufmunterung in diesen Zeiten und als Appell, sich seine innere Freiheit nicht nehmen zu lassen, statt abgenutzter, so oder so ähnlich oft bemühter pathetischer Worte lieber ein paar Fotos von Schneeleoparden, diesen würdevollen und verspielten Tieren, in die ich mich verguckt habe.

Familienglück
Schau mal, ich kann fliegen!
Ok, ich versuch’s auch mal.
Manchmal muss man zum Kuscheln eben nehmen, was da ist. Egal, ob Schnee …
… Artgenossen …
… oder Steine.
Nichts kann einen echten Schneeleoparden aufhalten …
… außer diese verfluchte Frühjahrsmüdigkeit, die nahtlos in die Sommermüdigkeit übergeht, bevor sich die Herbstmüdigkeit anschließt, die dann aber bald auch wieder von der Wintermüdigkeit abgelöst wird.
Hier die vielversprechenden Nachwuchstalente für den nächsten Film
House Of The Flying Snow Claw
Manchmal ist es schöner alleine.
Ähnlich wie Menschen haben auch sie allerhand Unsinn im Kopf.^^
Geschwisterliebe … .^^
Grünspan ist auch für Schneeleoparden ein Thema.
Besser nicht ärgern … .
Manchmal hilft ein Spaziergang alleine, um den Kopf frei zu bekommen.
Ein eingespieltes Profi-Team.

Frohes Neues!

Seid ihr gut ins neue Jahr gekommen?

2022 steht im Zeichen des Tigers. Nach dem chinesischen Horoskop beginnt am 01.02.2022 das Jahr des schwarzen Wasser-Tigers, das mit Ablauf des 21.01.2023 endet. Der Tiger steht für Energie, Stärke, Durchsetzungskraft, Mut, Optimismus, Risikobereitschaft und Abenteuer. Dieses Jahr wird das Tierkreiszeichen des Tigers vom Element Wasser getragen, das für Reinigung steht.

Das klingt vielversprechend und stimmt mich positiv, da mein Herz für Raubkatzen schlägt. Indes glaube ich als typischer Löwe natürlich nicht an Horoskope.^ ^

Wegbeschreibung

Es gibt so ein paar Erinnerungen aus meiner Kindheit, die mir im Gedächtnis geblieben sind. Hier ist eine davon:

Eines schönen Tages waren meine Eltern (oder auch nur meine Mutter, das weiß ich nicht mehr genau) mit mir in der Nachbarstadt einkaufen. Damals gab es in unserem Einzugsgebiet den Online-Handel, wie man ihn heutzutage kennt, noch nicht. Ich meine, dass auch meine Patentante mit ihrem Lebensgefährten dabei war. Zu dem Zeitpunkt war ich irgendwas um die ca. 9-10 Jahre alt, keineswegs älter.

Dass es fremde Menschen gab, vor denen man sich als Kind hüten sollte, war mir vage bekannt. Allerdings nur in der Form, dass man nicht zu Fremden ins Auto steigen sollte. Später als Jugendlicher wird dagegen gerade für den nächtlichen Heimweg von Feiern empfohlen, sich zu völlig Fremden ins Auto zu setzen, nämlich zu Taxifahrern. Das verstehe, wer will.

Meine Eltern hatten mir als Kind zu der „Steig nicht zu Fremden ins Auto“ -Regel ergänzend erklärt, dass sie immer jemanden schicken würden, den ich gut kenne bzw. jemanden aus der Familie, falls sie mal verhindert sein sollten, mich von irgendwo abzuholen.
Konsequenterweise bin ich nach der Schule nicht in das Auto der Schulfreundin gestiegen, als die Mutter mit ihrem Pkw auf meinem Fußweg neben mir anhielt und anbot, mich mit zunehmen nach Hause. Zwar kannte ich die Mutter und hatte bei der Schulfreundin auch mal übernachtet, aber sie fiel nicht in diese engere Kategorie von vertrauten Menschen; sie war kein Familienmitglied. Daher war sie als „fremd“ im Sinne dieser Regel einzustufen.

Meine Eltern hatten sehr großen Wert auf diese Regel gelegt und auch im Kindergarten war uns das mal von einem Polizisten eingeschärft worden. Es war also eine wichtige Regel, warum auch immer die Erwachsenen das so wollten.
So richtig verstanden hatte ich den Hintergrund der Regel nicht, weil es sich doch gar nicht gelohnt hätte, mich zu entführen. Meine Eltern waren nicht vermögend. Warum nun aber trotzdem fremde Menschen mich und andere Kinder in ihr Auto locken wollten, erschloss sich mir nicht. Meine Eltern waren bei dem Thema etwas empfindlich und wenig auskunftsbereit; immerhin konnte ich von ihnen und aus Zeitungsberichten irgendwann so viel erfahren, dass diese fremden Menschen irgendwas Böses mit Kindern machen und sie ggf. umbringen, nachdem sie einen ins Auto bekommen haben. Nicht jeder fremde Autofahrer, der eine Mitfahrgelegenheit anbietet, tut so etwas, aber manche von ihnen. Deshalb steigt man als Kind nicht zu Fremden ins Auto. Pech für die Mutter meiner Schulfreundin.

Zurück zu jenem Stadtbummel:
Es ergab sich irgendwie, dass meine Eltern/meine Mutter mit der Patentante und Lebensgefährten in irgendeinem Geschäft noch kurz was erledigen mussten. Das Geschäft war mitten am Markplatz, es war recht gutes Wetter, es waren viele Leute unterwegs und das Geschäft ödete mich an. Auf meine Bitte hin durfte ich draußen warten.

Es dauerte nicht lange, als mich plötzlich ein „älterer Mann“ ansprach. Für mich als Kind waren alle Menschen ab ca. 30 alt, aber ich denke, er dürfte so um die ca. 50-60 Jahre alt gewesen sein, eher älter als jünger. Er wollte eine Wegbeschreibung zu einem recht bekannten Parkplatz in der Nähe. Der Parkplatz war nur zwei Straßen weiter, der Weg war einfach. Höflich und hilfsbereit wie ich als Kind war, erklärte ich ihm den Weg. Zu meiner Überraschung war die Sache damit aber nicht erledigt. Er ließ nicht locker, gab sich hilfsbedürftig und wollte, dass ich ihm den Weg „kurz zeige“.
Da es wirklich nicht weit war, fing ich an zu überlegen, ob ich kurz mitgehe. Andererseits hatte ich meinen Eltern versprochen, vor dem Geschäft auf sie zu warten. Wobei ich ja schnell wieder zurück sein könnte, wenn ich mich beeilen würde. Meine Eltern hätten gewiss Verständnis dafür. Der Mann bemerkte mein Zögern und beging dann einen Fehler: Er versuchte noch mehr, mich zu überreden, stellte mir irgendeine Belohnung in Aussicht (Süßigkeiten oder so) und zeigte dabei einen winzig kleinen Anflug von Ungeduld und Missfallen. Nicht stark, nur ganz kurz, in all seiner Freundlichkeit.
Mich störte das irgendwie, ich fühlte mich komisch beunruhigt und so lehnte ich seine Bitte ab. Der Mann gab schließlich auf und entfernte sich. Ich blieb grübelnd zurück und überlegte, ob ich dem Mann mit meinem Gefühl unrecht getan hatte oder nicht.

Als meine Eltern wieder da waren, versuchte ich ihnen von der Begegnung zu erzählen, aber irgendwie schien sie das Ganze nicht zu bekümmern. Rückblickend vermute ich, dass sie mir damals (mal wieder) gar nicht richtig zugehört haben; vielleicht habe ich mich als Kind für sie auch zu unverständlich ausgedrückt, so dass bei ihnen nur angekommen ist, dass mich ein Mann nach dem Weg gefragt hat – banales Geplapper, was Kinder eben so erzählen. Als Kind schlussfolgerte ich aus ihrer (Nicht-)Reaktion, dass der Mann sich wohl normal verhalten hatte und ich zu misstrauisch gewesen war, wenngleich ich mich in der Situation am Ende beunruhigt gefühlt hatte und darüber gerne mit meinen Eltern gesprochen hätte. Letztlich erklärte ich mir meine Reaktion mit meiner generellen Verstörtheit.

Die Erkenntnis, wie wenig Sinn es ergab, dass er ausgerechnet ein Kind wie mich anspricht in der belebten Fußgängerzone, nach dem nun wirklich nicht schwierig zu findenden Parkplatz fragt und verlangt nachdrücklich darum bittet, dass das Kind ihn auch noch dorthin begleitet, kam mir erst viele Jahre später.

Realer Irrsinn

Skeptisch beobachte ich meinen Spuckefaden, der sich weigert, nach unten in die Testlösung zu laufen. Unter dem gestrengen Blick der Bürovorsteherin helfe ich mit dem Stäbchen nach und verrühre das Spucke-Testgemisch vorbildlich, bevor ich das Zeug auf die Testkarte tropfe. Anschließend ordne ich mein Fixerbesteck Testbesteck und warte. Was man eben morgens im Büro so macht … .

Die Bürovorsteherin kann es auch an diesem Tag nicht lassen anzumerken, dass diese Schnelltests ja ganz schrecklich unzuverlässig wären und gerne auch mal falsch-negativ seien. Ich kann es mir diesmal nicht verkneifen zu erwidern, dass die tägliche Testpflicht dann ja wenig sinnvoll sei. Natürlich sieht die Bürovorsteherin das anders. Nach 10 Minuten fragt sie nach dem Ergebnis, das (natürlich) negativ ist. Sie meint, dass ich gehen könnte. Pflichtbewusst weise ich darauf hin, dass wir eigentlich noch 5 Minuten warten müssten, damit die 15 Minuten Wartezeit voll sind. Aber zu meiner Überraschung sagt sie doch glatt, dass ich ruhig schon mal in mein Büro gehen solle und mich ja bei ihr melden könne, wenn der Test wider Erwarten noch was anderes anzeigen sollte. Eine gewisse Schadenfreude breitet sich in mir aus, während ich innerlich grinsend in mein Büro gehe. Sie wollte es ja nicht anders, sonst hätten wir uns das Ganze sparen können.

Es war nämlich die Bürovorsteherin, die darauf bestanden hat, dass ich den Test morgens unter ihrer Aufsicht mache. Damit auch alles seine Ordnung habe. Somit hatte sich die deutlich pragmatischere Idee meines Chefs erledigt. „Na gut, so sei es eben“, dachte ich Mittwochmittag, als ich mich brav bei ihr einfand, um den Test zu machen.

Vorher war ich auswärts bei Gericht gewesen und musste feststellen, dass wenigstens bei den Gerichten die Welt noch halbwegs in Ordnung war. Klar, Corona-Lüften, Abstand, Maske und Desinfektionsmittel gab es auch dort, aber wenigstens wollte niemand den Impfstatus der Besucher wissen.
Während ich so durch die ehrwürdigen Gänge des Amts- und des daran angeschlossenen Landgerichts schritt, musste ich ernüchtert feststellen, dass so gar keine sentimentalen Gefühle aufkommen wollten. Es war einfach nur ein Gebäudekomplex, in dem ich mich noch gut auskannte, mehr nicht. Genauso verhielt es sich mit der Stadt und dem Gebäude der Staatsanwaltschaft, das hässlich wie immer aussah. Der freundliche Oberstaatsanwalt, bei dem ich als Referendar gelandet war und dem ich sehr dankbar bin, war längst pensioniert. Es gab hier nichts mehr, das mich gefühlsmäßig mit dem Ort verband. Einzig die Schlangenskulptur beim Eingang ließ mich etwas lächeln. Die Schlange als Wahrzeichen dieser Behörde traf genau meinen schwarzen Humor.

Zurück zur Bürovorsteherin:
Mittwochs und Donnerstags machte ich einen selbst gekauften Schnelltest für die Nase, am Freitag nutzte ich den Arbeitgebertest, leider ein Spucktest. Es ist übrigens gar nicht so einfach, in so ein Behältnis zu spucken … . Noch dazu vor Arbeitskollegen.
Joa, künftig werde ich 2x den vom Arbeitgeber gestellten Spucktest nutzen und die anderen 3 Tage meine eigenen Tests. Was für eine Geld- und Materialverschwendung.

An jenem Mittwoch zeigte sich die Bürovorsteherin offener, als mir lieb war. „Ob ich ihr auch wirklich nicht böse sei?“, fragte sie mich schon zum 2. Mal. Erneut verneinte ich, während ich mit dem Testbesteck hantierte. Wenige Minuten vorher hatte sie mir ihre Panik und ja Todesangst vor dem Corona-Virus gestanden; sie sei Risikokandidatin, habe sich seit der Pandemie eingeigelt mit ihrem Mann und habe sich so auf halbwegs normale Weihnachten gefreut, aber jetzt werde es sicher wieder einen Lockdown geben; sie bekäme ihre 3. Impfung nächste Woche und verstünde einfach nicht, warum sich die Leute nicht impfen lassen würden, es müsse eine Impfpflicht geben und sie habe große Angst, dass es hier noch Bilder wie aus Bergamo geben würde, ob ich das noch vor Augen hätte, mit all den Leichen auf der Straße … Das werde auch hier so kommen, wenn sich die Leute nicht impfen lassen würden.

Ein wenig ratlos verließ ich ihr Büro. Immerhin hatte ich jetzt eine Erklärung für ihr – ja auch teils barsches Verhalten die Tage mir gegenüber, und wie sie da so aufgelöst an ihrem Schreibtisch saß, tat sie mir Leid, aber was kann ich für die Ängste meiner Mitmenschen? Und gibt ihnen ihre Angst das Recht, Schikanen gegenüber anderen zu befürworten?
Ich hoffe, sie beruhigt sich, wenn sie immerhin eine gewisse Kontrolle dadurch bekommt, dass sie meine täglichen Tests höchstpersönlich beaufsichtigt.

Sehr gute Laune hatte dagegen Scharfzahn. Auch Scharfzahn kann Impfverweigerer wie mich nicht ab und glaubt wohl auch nicht an die Zuverlässigkeit der Schnelltests, aber seit 3G am Arbeitsplatz und 2G in der Freizeit geht es ihr richtig gut. Na, so freut sich wenigstens einer hier.

G wie Gesellschaftsterror

Ich bin ein Gesellschafts-Terrorist! Jawohl, niemand Geringeres als der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes, Herr Frank Ulrich Montgomery, hat mein dunkles Wesen durchschaut.

In seiner unendlichen Weisheit hat Herr Montgomery messerscharf erkannt, dass ich und meinesgleichen die Gesellschaft tyrannisieren, als er in der Talkshow bei Anne will feststellte: „(…) denn momentan erleben wir eine Tyrannei der Ungeimpften, die über das 2/3 der Geimpften bestimmen und uns diese ganzen Maßnahmen aufoktroyieren.“ .

Na, klar. So sind wir Ungeimpften eben. Über unser böses, verkommenes Wesen kommen wir einfach nicht hinweg. Da hilft auch keine Booster-Spritze gegen Asozialität. Herr Montgomery, von Haus aus Radiologe, hat uns mit seinem Röntgenblick glasklar durchschaut.

Wie wir – ja wie ich das mache mit dem Terrorisieren?
=> Ganz einfach: Ich gehe arbeiten wie immer, trage dort die Maske, halte Abstand, desinfiziere mir die Hände, lüfte und gehe abends nach Hause, und bleibe dort.
Alle paar Wochen mal besuche ich meine Eltern, und insgesamt dreimal habe ich meinen Bruder plus dessen Freundin sowie einen gemeinsamen Kumpel plus in einem Fall davon zusätzlich einen weiteren Bekannten in diesem Jahr besucht (= 3 Treffen zu Dritt bzw. ein Treffen davon war zu viert, darunter ein Geimpfter).
Und dann war ich doch glatt ab und zu durchschnittlich alle zwei Wochen im Supermarkt sowie Tanken und bin vielleicht 6x Joggen gegangen in diesem Jahr (erschreckend, ich weiß).

Und ja, ich bekenne mich weiter schuldig:
Ich habe ein paar Mittagspausen alleine im etwas abseits gelegenen Park verbracht und mich zweimal mit einer geimpften Kollegin/guten Bekannten von der lokalen Konkurrenz freundschaftlich auf einen Kaffee getroffen auf einer Bank in der Innenstadt. Meine Nachbarn wollten mir dagegen trotz hartnäckiger Bemühungen leider nur sehr selten über den Weg laufen, obwohl ich mich pflichtschuldigst trotz meiner sozialen Scheu ab und zu abends runter zu meinem Keller geschlichen habe.

Wie man sieht, ist das Terrorisieren von 2/3 der Gesellschaft also ganz schön schwierig und ein echter Full-Time-Job.

Leider neidet man mir nicht nur in der Regierung und Ärzteschaft, sondern teilweise auch auf der Arbeit meine Macht über die Gesellschaft. Dank 3G ab dem 24.11.2021 am Arbeitsplatz musste ich meinem Chef und der Bürovorsteherin meine Verderbtheit offenbaren. Proaktiv habe ich dies letzten Freitag erledigt; mit silberner Zunge, unschuldiger Miene und kurzem Text während mir innerlich kotzübel war.

Ein Moment der staatlich erzwungenen Demütigung. Ich wollte immer schon mal meinem Arbeitgeber meine Schilddrüsenerkrankung nebst einer privaten Entscheidung, wie sie die Impffrage betrifft, offenbaren. Künftig sollten Arbeitgeber doch gleich die eigene Patientenakte nebst Interview mit dem Hausarzt bekommen, um ihrer Fürsorgepflicht und dem Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz effizienter nachkommen zu können. Wer nichts zu verbergen hat, hat ja nichts zu befürchten.

Leider habe ich sehr wohl etwas zu verbergen: Meine Vorerkrankungen und mein kritisches Wesen; auch meine Katzenhaiseele ist nichts, was in die Öffentlichkeit gezerrt und von allen Seiten betatscht gehört.

Zwar wurde ich nach meiner Beichte nicht zur Inquisition geschleift, aber die Hexenjäger sammeln sich und würden mich am liebsten zu Haifischflossensuppe verarbeiten.

Als Suppe habe ich für meinen Chef keinen Nutzen, weshalb ich von ihm einen gewissen Schutz bekomme. Zum Glück ist mein Chef politisch bemerkenswert desinteressiert, weshalb ihn die Aufgeregtheit und Wut der Hexenjäger mit ihren Mitläufern nicht erreicht und angesteckt hat. Dass politisches Desinteresse noch mal meine Rettung sein wird … . Sein Kommentar zu meiner Verderbtheit bestand dann auch in einem überraschten: „Wie 3G am Arbeitsplatz???“ und nach kurzer Erläuterung meinerseits (mein Chef verfolgt wohl auch keine Nachrichten) einem pragmatisch statt moralisch gemeinten: „Lassen Sie sich doch impfen, ist doch einfacher.“

Es ließ sich mit ihm alles leichter bereden, als gedacht. Auch Dank meines zurechtgelegten Textes und einer kleinen Notlüge. Wie die Diva aka der Illuminat mal kurzerhand mangels echter Argumente in einer denkwürdigen Situation 2021 zu sagen pflegte: „Sind ja schließlich keine normalen Zeiten.“ Joa, wo der Illuminat Recht hat … . Die Frechheit der Behauptung ersetzt manchmal eben doch den Mangel an Beweis. Das habe ich vom Illuminaten gelernt. ^^
Die Idee meines Chefs, auf die ich insgeheim gehofft hatte, ihm aber nicht selbst vorschlagen wollte, kam ihm von alleine. So wird es zwar lästig mit der täglichen Testung, aber nicht so extrem schikanös und bloßstellend, wie die Alternativen.

Im völligen Gegensatz zu meinem pragmatisch wirtschaftlich tickenden Chef sowie der mir sehr wohlgesonnenen Empfangsdame bei uns gäbe die Bürovorsteherin hier einen tollen Politkommissar ab. Selbstverständlich war sie bereits über 3G sowie die täglichen staatlichen Propagandameldungen Nachrichten informiert, als ich sie im Nachgang Freitag ebenfalls aufsuchte, um ihr mitzuteilen, dass ich an der Weihnachtsfeier wegen 2G im Restaurant nicht teilnehmen kann. Die Weihnachtsfeier wird vermutlich allerdings eh abgesagt, da vor mir schon viele Absagen kamen. Ganz der Moralrichter bestand ihre Reaktion in einem leicht vorwurfsvollen: „Wie Sie sind nicht geimpft?! Das hätte ich nicht gedacht. Ich dachte sie wären geimpft!“ .
Mein Beschwichtigungsversuch stimmte sie nur wenig milde; die Testpflicht nur für Ungeimpfte fand sie klasse und als verdiente Strafe, ebenso steht für sie fest, dass alles Übel bei den Ungeimpften liege.

Als ich von ihr wegging, hatte ich nicht den Eindruck, dass meine Silberzunge mich bei ihr hat retten können. Da sind Hopfen und Malz verloren. Ich war gleichwohl ein wenig menschlich enttäuscht. Sie sollte mich doch nach all der Zeit kennen und ich habe keinen Virus angeschleppt. Infiziert hat sich bei uns nur der doppelt und dreifach geimpfte Anwalt, der primär im Homeoffice arbeitet. Und mein jüngerer, ebenfalls geimpfter Kollege war 2020 mal eine Woche in Quarantäne. Der feiert auch so vereinzelt mal den ein oder anderen Tag krank, damit er nicht krank wird, weshalb ich ihn insgeheim etwas spöttisch Schneeflocke nenne (ich kann ihn aber an sich durchaus gut leiden). Als Geimpfter ist er natürlich stets geschützt, weshalb Urlaubsflüge nach Griechenland im Sommer 2021 und regelmäßige vielfältige Sozialkontakte, auch durch den Sportverein, pandemisch kein Problem sind. Als Ungeimpfter wäre das gleiche Verhalten natürlich ein Sakrileg. Außerdem waren noch zwei Angestellte aufgrund der Nebenwirkungen der Impfung Pardon Impfreaktionen zwischendurch arbeitsunfähig krank. Mehr war an Coronaeinschlägen bisher nicht bei uns. Nun kommt 3G, dessen gesellschaftliche Sprengkraft hier den größten Einschlag verursacht.

Ich war noch keinen einzigen Tag krank oder z.B. wegen Quarantäne fehlend. Aber natürlich bin ich der potentiell gefährliche Seuchenherd bei uns, der jeden Tag auch ganz ohne Risikokontakt oder Krankheitssymptome neu per Test beweisen muss, dass er nicht virenverseucht ist. Für unsere Bürovorsteherin ist das alles logisch und folgerichtig. So viel zum Thema Solidarität und Vernunft.

Um das Ganze richtig absurd zu machen, rief sie mich diesen Montag an, um mich anzugiften, dass sie umgehend meinen Impfnachweis bräuchte wegen der 3-G-Pflicht am Arbeitsplatz, die ab sofort gelten würde. … Perplex über so viel Bescheuertheit wies ich höflich auf meinen Ungeimpften-Status, unser Gespräch vom Freitag und auf den Umstand hin, dass 3-G erst ab Mittwoch gelte. Daraufhin pampte sie mich abermals an, dass 3-G ab heute (Montag) gelten würde. Ich habe ihr höflich-bestimmt widersprochen und letztlich hat sie wütend aufgelegt, nur um anschließend nebenan bei Scharfzahn anzurufen, die treu-doof meinte, dass 3-G natürlich ab heute gelten würde. Mir kamen kurz Mordfantasien. Einen Tag später meinte Scharfzahn zu ihrer anderen Kollegin, dass 3-G ja erst ab Mittwoch gelten würde, manche dächten, dass hätte schon ab Montag gegolten.
Manche Menschen … . Meine Arbeitsstelle ist leider zwischenmenschlich ein Hort des geballten Irrsinns. Ich habe mir mühsam weitgehend abgewöhnt, über die Logik der komischen Verhaltensweisen meiner Umgebung dort nachzudenken und einen Sinn darin zu suchen, aber am Montag war ich echt wütend. Dieser Tonfall und die ganze Art und Weise. Dass erwachsene Menschen sich so wenig im Griff haben am Arbeitsplatz. Eine Entschuldigung fürs unberechtigte Anpampen wird natürlich nicht kommen.

So, morgen früh (bzw. eher inzwischen heute) kommt der Moment der Wahrheit. Boah, mich stresst dieser 3-G-Quatsch hier echt sehr. Aber zum Impfen lasse ich mich so sicher nicht nötigen. Dann bleibe ich lieber das personifizierte Übel der Gesellschaft.

Ich weiß nicht, wie weit der Schutz durch meinen Chef reicht und wie verlässlich der vorläufige Kompromiss ist. Das werde ich in ein paar Stunden live testen „dürfen“. Einen gewissen Aufschub bekomme ich noch, weil ich erst auswärts zu einer Gerichtsverhandlung fahre (meinem alten Ausbildungsort als Referendar, an dem ich seitdem nicht mehr war), bevor ich mich dem realen politischen und menschlichen Irrsinn an meiner Arbeitsstelle stellen muss. Mir ist seit Tagen schlecht bzw. habe ich sozusagen „Bauchschmerzen“, mal wieder – wie so oft seit meiner Einstellung.

Ein kleiner Lichtblick dürfte aber das Wiedersehen meiner alten Ausbildungsstelle werden. An den Ort sind so viele Erinnerungen und viele Gefühle geknüpft (bei mir ist das sehr stark an Orte gebunden). Mir ging es im Referendariat meistens dreckig; Zukunftssorgen und Prüfungsängste waren mein ständiger Begleiter. Ab und zu gab es Lichtblicke, wobei das drohende Staatsexamen alles überschattet hat.

Nun kehre ich dorthin zurück als Anwalt, mit anderen Sorgen und in gänzlich anderer Rolle. Das fühlt sich merkwürdig an, aber vielleicht kann ich so endgültig von jenem Ort Abschied nehmen. Vielleicht fahre ich an meinem alten Wohnort vorbei. So viele Jahre … .
Ob der eine Richter und der Rechtspfleger noch beim Gericht arbeiten? Die beiden waren gemeinsam mit ein paar anderen sehr in Ordnung menschlich.

Auch das hässliche Gebäude der Staatsanwaltschaft gegenüber mit dem Schlangensymbol werde ich wiedersehen. Ob es dort im Eingangsbereich immer noch nach Cannabis riecht?
Genialerweise hatte man dort nämlich die Entlüftung für die im Keller liegende Verbrennungsanlage über den Haupteingangsbereich nach Draußen geführt, so dass jeder Besucher der StA, der zu richtigen Zeit vor Ort war, den süßlichen „Schweißgeruch“ in der Nase hatte. *fg*
Es gab aber inzwischen wohl größere Umbaumaßnahmen, sodass ich gespannt bin, was mich dort erwartet.