Urlaubsende – Fazit

Toll, mein Urlaub ist vorbei, in ein paar Stunden geht es wieder los. Wenn ich an all die offenen Arbeiten auf meinem Schreibtisch denke, wird mir anders. Bevor ich meinen Urlaub angetreten habe, war viel zu tun und nach dem Urlaub ist es nochmals schlimmer. Vor allem bin ich insgesamt nicht so weit gekommen vor dem Urlaub, wie gehofft und trotz Überstunden.

Besonders belastend finde ich drei Arbeiten, zu denen ich beim besten Willen nicht gekommen bin, die aber nicht nur gefühlt längst hätten erledigt sein sollen, auch wenn sich bislang zum Glück noch niemand offiziell bei meinen Chefs oder mir beschwert hat. Trotzdem nagt das an meiner Seele.

Ich ziehe mal ein Fazit meines Urlaubs:

  • Sport habe ich genau einmal gemacht, das restliche Training ist wegen *keine Lust oder Terminskollisionen ausgefallen. Laufen war ich genau einmal, siehe den letzten Beitrag.
  • Mein Gewicht ist beschissener, als vorher
  • mein Tag-Nacht-Rhythmus ist hinüber
  • gezockt habe ich genau zweimal, die meiste Zeit habe ich verschlafen – ich hasse es
  • in meinem Haushalt habe ich nichts von den vorgenommen Aufgaben erledigt
  • ich war drei Tage in der Mitte meines Urlaubs bei meinen Eltern – das ist keine verlorene Zeit, aber ich habe nun meine letzten beiden Urlaubstage damit verbracht, hier in meinen eigenen vier Wänden mich erst wieder „einzupendeln“/“zu mir zu kommen“, bin damit nicht fertig und heute geht es wieder los mit der Arbeitsbelastung. Ich bin ein Gewohnheitsmensch und konnte mich durch das ganze Pendeln zwischen verschiedenen Orten gefühlt hier noch nicht richtig in einen eigenen Rhythmus einleben, es fehlt immer an Freizeit. Die Besuche bei meinen Eltern hatten zwar idR organisatorische Gründe und waren insofern auch nicht zu meinem Nachteil, gefühlt hat mich das aber zurückgeworfen, objektiv betrachtet bekomme ich auch nach mehreren freien Tagen mein Leben nicht zufriedenstellend auf die Reihe – ich bin so phlegmatisch.
  • nächstes WE wollte ich absolut nicht schon wieder zu meinen Eltern, aber jetzt ist das aufgrund veränderter Umstände doch erforderlich. Es ist zum …
  • Und das übernächste WE muss ich eh auch zu ihnen, weil dort das blöde Vorweihnachtstreffen mit Patentante etc. stattfindet. An sich wäre das auch ok, wenn mein Gewicht und alles nicht so doof wäre. Ich möchte mal endlich hier zu Ruhe kommen können, mein Gewicht in den Griff bekommen ohne ständig irgendwo essen gehen zu müssen/bekocht zu werden etc. und endlich mal regelmäßig zum Sport kommen. Und danach ist ja schon wieder Weihnachten, wo ich erst vorher Essengehen muss von der Arbeit aus und die Weihnachtsfeiertage ist auch Besuch bei den Eltern angesagt. Unter der Woche bin ich 90% der Zeit bei der Arbeit, und so habe ich nicht einmal das kostbare WE für mich.
    Oh man … Fremdbestimmung pur also die nächsten Wochen.

Nachtaktiv

Heute Abend bin ich nach vielem innerlichen Hin- und Her zum Glück doch noch Laufen gegangen … um 22:13 Uhr. Nach Hause gekommen bin ich gegen ca. 23:18 Uhr – ich laufe aber nicht die ganze Zeit durch, sondern gehe ab und zu ein paar Schritte, bleibe auch mal kurz Stehen, um nachzudenken (das geht „beim Laufen“ am besten). Dafür laufe ich recht schnell, sobald ich wieder in Bewegung bin; ich kann schlecht langsam laufen, auch wenn ich schnelles Laufen nicht so lange durchhalte.

Am meisten lag mir die Bewegung beim Handball: Schnelle Sprints, Stoppen, Körpertäuschung/Zweikampf, Springen, Werfen, Stehen, Fangen/Passen usw..

Was ich beim Laufen auch sehr mag, sind Waldwege, bei denen man auch mal über Hindernisse springen kann. Gibt es nur leider selten.

Es war weniger kühl, als befürchtet und ich war eh warm angezogen. Sobald ich Draußen war, funktionierte alles wie gewohnt, außer dass ich dringend regelmäßiger Laufen gehen möchte, weil meine Kondition leider wenig überraschend sehr abgebaut hat.

Es war schön menschenleer und selbst auf den Feldwegen gar nicht so dunkel, wie befürchtet. Der Weg lag im Nebel, fast wie aus einer anderen Welt. Sehr bezaubernd!

Zudem habe ich mir eine Leuchte für den Oberkörper bestellt. Das wird mich noch unabhängiger machen beim Laufen.
Mein uralter mp3-Player von Lidl hat allerdings den Geist aufgegeben – die Batterie entleert sich binnen wenigen Minuten komplett. Ich werde bis auf Weiteres meinen ebenfalls älteren, etwas größeren mp3-Player verwenden. Eigentlich war der eine Fehlanschaffung und ich habe ihn Jahre nicht benutzt.

Innenkälte

Die Zimmertemperatur beträgt angeblich 22,6 Grad, Luftfeuchtigkeit 54%, und trotzdem fühlt es sich an wie maximal 17 Grad. Ich friere, obwohl ich mehr als genug gegessen und getrunken habe. Auch die warme Kleidung hilft kaum dagegen. Nur unter der Wolldecke wird mir allmählich etwas zu warm (und ohne nachher wahrscheinlich wieder kalt). … Komischer Körper.

Normalerweise habe ich das Problem mit dem starken Frieren auch bei Zimmertemperaturen nur in Unterfunktion der Schilddrüse. Eisenmangel etc. kann ich als weitere mögliche Faktoren an sich ausschließen.

Cutscenes

Was macht man, wenn einen die Spielstory fesselt und man unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht, man leider aber zu wenig Zeit hat?

Richtig – man schaut sich auf yt die Spielcutscenes an, möglichst PC-Grafik und in HD, wahlweise in deutscher oder englischer Vertonung.

Zuletzt habe ich das bei Tomb Raider: Shadow Of The Tomb Raider und Mortal Kombat 11 gemacht, ebenso bei The Witcher 1-3. Tomb Raider und The Witcher 3 zocke ich parallel und werde beide Spiele vermutlich auch durchspielen. Gerade jetzt, nachdem ich die gesamte Story kenne.

Schaut ihr euch Spiele-Cutscenes an und wie geht ihr mit dem „Spoiler-Effekt“ um?

Habt ihr auch zu wenig Zeit, um all eure Lieblingsspiele durchzuzocken?

Und zuletzt: Wer möchte auch wissen, wie es nach Mortal Kombat 11 mit Shinnok weitergeht?
(Ich finde die ambivalenten, unangepassten „bösen“ Charaktere ja oft am interessantesten in Filmen, Büchern und Spielen; die „guten“ Hauptcharaktere interessieren mich dagegen kaum. Wobei es auch da erfreulicherweise mit Charakteren wie Gerald von Riva etc. vielschichtige Persönlichkeiten gibt. Mein Favorit ist da allerdings Vernon Roche, die Scoia’tael und die bösen Elfen ähm ich meine die wilde Jagd.^^)

Zu Besuch bei den Eltern

Die letzten drei Tage war ich zu Besuch bei meinen Eltern. An sich bin ich gerne bei ihnen und den beiden Katzen. Nur meine Gewichtszunahme bzw. die gegenwärtige Neigung meines dysfunktionalen Körpers, chronisch Wasser einzulagern, verleidet mir den Aufenthalt seit einer Weile ein bisschen.

Wenn man selbst dann Wasser einlagert und nicht wieder verliert, wenn man sich salz- und kohlenhydratarm ernährt, kann sich jeder denken, wie das erst ist, wenn man sich salzig und kohlenhydratreich bei den Eltern ernährt.

Na ja, ich hoffe ja, dass sich mein Körper wieder einrenkt und das etwas rätselhafte Problem mit den Wassereinlagerungen bzw. der sukzessiven Gewichtszunahme der letzten Monate auch wieder verschwindet.

Mal sehen, ob sich das nicht wenigstens mit wenig essen und viel Sport in den Griff bekommen lässt. Wenn es sich irgendwie verhindern lässt, möchte ich nicht zu den Hashimoto-Patienten gehören, die 7, 10, 20 kg usw. zunehmen im Verlauf ihrer Erkrankung.

Auch abgesehen von den Gewichtsproblemen bin ich ca. nach einem Tag bei meinen Eltern immer sehr stark hin- und hergerissen zwischen dem Bedürfnis, wieder in meinen eigenen vier Wänden zu sein und meinen Hobbys zu frönen, und der Freude (?), Zeit mit meinen Eltern und den Katzen verbringen zu können. Man weiß ja auch nicht, wie viel gemeinsame Zeit einem noch verbleibt. Ich verdränge immer, dass sowohl meine Eltern, als auch die Katzen wahrscheinlich vor mir sterben werden.

Eigentlich macht mich die gemeinsame Zeit so gesehen traurig, ebenso, dass ich gleichwohl seit jeher im Zusammenleben mit Mitmenschen eher früher als später das starke Bedürfnis habe, endlich wieder alleine und mein eigener Herr sein zu können.

Für mich wäre es daher unvorstellbar, in einer Partnerschaft zu leben und jemand anderen derart verpflichtet zu sein bzw. jemanden derart viel gemeinsame Zeit zu schulden. Am liebsten ist mir, alle paar Monate mal Freunde zu treffen, aber bitte nicht länger als maximal einen Tag.

~Kleiner~ Exkurs

Frauen, die sich sehr schlank ästhetischer finden und besser gefallen, wird gerne auch von psychologischer Seite aus unterstellt und eingeredet, dass sie bloß ihre „Weiblichkeit“ (was auch immer das ist) ablehnen würden, Frauen hätten nun einmal Rundungen und wären nicht gertenschlank, so der gerne in dem Kontext vermittelte Tenor.

Ich warte auf den Tag, an dem man Männern, die sich sehr schlank und sportlich trainiert optisch besser gefallen, ebenso unterstellt und einredet, dass sie bloß ihre „Männlichkeit“ ablehnen würden und Fettpolster, ein Bierbauch etc. eben zu einem Mann gehören würden.

Gibt es nicht. … Warum wohl?
Provokant geantwortet: Weil bei Frauen jeder Körper natürlich schön ist und weiblich, außer der dünne Körper. Der ist pfui-bäh, unweiblich, krankhaft. Wer das schön findet, ist bereits von der ominösen Gesellschaft verdorben oder – noch schlimmer – Modedesigner.

Zudem wären da noch die gerne bei dem Geblubber von der Weiblichkeit ignorierten Frauen, die einfach von Natur aus so gut wie keine Oberweite haben, keinen Hüftspeck etc.. Was ist mit denen?
Dürfen die ihren „unweiblichen“ Körper mögen – was an sich als gesund gepredigt wird – oder ist das bei denen etwas anderes, weil sie ja keine „weiblichen Rundungen“ haben und auch noch zufrieden damit sind, was wiederum als patholgisch gewertet wird?

Ich lehne dieses unlogische Mantra von der vermeintlich abgelehnten Weiblichkeit ebenso ab, wie ich es ablehne und nicht nachvollziehen kann, Essstörungen Namen wie „Ana“ oder „Mia“ zu geben.
Wie man sich so kindisch und von seinem eigenen Verhalten selbst entfremdet verhalten kann, dass man diese Mädchennamen bemüht, so als wären das Personen, die von einem Besitz ergriffen hätten, habe ich auch nicht nachvollziehen können, als ich selbst anorektisch gewesen bin.

In meinen Augen macht es ernsthafte Erkrankungen auch ein Stück weit lächerlich. Würde jemand Krebserkrankungen derart darstellen („da war plötzlich wieder mein Freund Canci, der sich von mir ernähren wollte …„), die Empörung wäre gewiss.

Für mich persönlich war und ist meine Essstörung zudem einfach ein Teil meines Ichs gewesen. Psychologen nennen das „ich-synton“ und werten das als eher ungünstig, weil es einer Krankheits- und Behandlungseinsicht entgegenstehen würde.
Es mag pathologisch gewesen sein aus medizinischer Sicht, vieles ist auch durch biologische Prozesse erklärbar im Rahmen der Unterernährung, gleichwohl war das auch ich, der da gehandelt hat, kein Dämon, keine komische Person namens „Ana“.

Offen gesagt hat mir die Essstörung auch geholfen in punkto Selbstbestimmung vs. Fremdbestimmungsgefühl. Es hatte nichts mit Models, gesellschaftlich gepredigten Schönheitsidealen, GNTM, Size Zero – oder was auch immer so klischeemäßig herangezogen wird als Erklärung – zu tun.
BTW: Die Models, die ich damals am Rande mitbekommen hatte, waren sanduhrförmige Frauen mit Doppel-D, großem Hintern, keine Muskeln, die kaum anders als ich selbst hätten aussehen können. Da wäre jedoch niemand auf die Idee gekommen zu behaupten, dass solche Modeltypen schuld daran wären, wenn anders gebaute und aussehende Frauen sich körperlich unwohl fühlen sollten.

Was die sehr schlanken Models von den Laufstegen oder sehr berühmte, sehr dünne Frauen angeht:
Mir haben die später geholfen mehr Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit bzgl. meines Körpers anderen gegenüber zu entwickeln und ich habe in einem gewissen Sinn Leidensgefährten in ihnen gesehen, denn auch ich kenne skinny shaming, wie sich das neudeutsch schimpft.

Aus unerfindlichen Gründen denken manche beschränkten Menschen, dass man Essstörungen vorbeugen oder heilen könnte, indem man Frauen erzählt, wie scheiße dünne Frauen aussähen, wie ungesund das sei, dass die doch sicher alle krank wären, dass Männer sowas hässlich fänden (ist ja immer seeehr wichtig, was das andere Geschlecht vom eigenen Körper hält, eben der fuckability-score *ironie*) etc. und animiert dünne Frauen dazu, entgegen ihres natürlichen Hunger- und Sättigungsgefühls „doch noch was zu essen“, weil sie ja so dünn wären einseinself!

Wenn man selbst gerade akut anorektisch und ohnehin verunsichert ist, hilft es besonders, wenn man beim gemeinschaftlichen Essen regelrecht gescannt und oft mehr oder weniger unverhohlen darauf hingewiesen wird, dass man sich mit seinem (von halbtot bis hart zurück ins leichte Untergewicht erkämpften) Körper aber auf keinen Fall schön finden und selbst annehmen dürfe, nicht dass man noch magersüchtig werden würde, man habe da neulich erst so einen Fall im Verwandtenkreis gehabt … schön finden dürfe man sich erst – so die Logik desjenigen – wenn man in dessen Augen gefälligst wieder „fickbar“ aussieht, also irgendwie so BMI 20+, weil man dann angeblich ja größere Titten, einen größeren Hintern etc. hätte, aber bitte nicht zu dick an den Beinen und am Bauch etc., weil das dann „nicht so geil“ aussähe.
(Man erkennt den wahren Menschenfreund … ^^)

Abgesehen davon, dass man sich natürlich aussuchen kann, wo und wie man zunimmt:
Ob man sich selbst schön findet, auch wenn man aufgrund des Untergewichts und der eher „knabenhaften“ Erscheinung in punkto „weibliche Kurven“ nicht dem angepriesenen Schönheitsideal entspricht? => scheißegal, Hauptsache andere finden einen schön (und können sich Geschlechtsverkehr mit einem vorstellen, weil man dann deren Beuteschema erfüllt), das bedeutet dann Gesundsein. Deshalb bedeutet Gesundsein auch automatisch, Normalgewicht zu erreichen und zu halten.
So aussehen, wie man sich selbst schön findet und es gesundheitlich vertretbar ist? Nein, das zählt nicht, wenn man damit nicht das Beuteschema anderer bedienen kann und andere Frauen sich neben einem dick vorkommen. Schäm dich!/zynismus

Ich fand mich auch während meiner Anorexie nicht dick im eigentlichen Sinn. Ebenso habe ich durchaus gesehen, wie sich mein Körper verändert hat. Es wird ja in den Diagnosemanuals etc. immer proklamiert, dass die Betroffenen das nicht sehen könnten und sich irrationalerweise optisch verzerrt wahrnähmen und daher zu dick/dicker sähen. Quasi salopp gesagt so, als hätten sie einen BMI von 16, würden sich aber wie mit einem BMI von 26 sehen.

Persönlich kann ich das nicht bestätigen. Man fühlt sich sicher oft dick, aber dass ich deutlich dünner als mein gesamtes Umfeld war, mein Körper sich verändert hat, dünner geworden ist, teils erschreckend dünn, das habe ich durchaus gesehen.
Problem: Mich hat das fasziniert und mir hat das gefallen; man sieht immer mehr vom Inneren des Körpers, fast so, als würde man sein Inneres herausarbeiten bzw. auf verdrehte Weise eine Art Obduktion an sich vornehmen.
(ich wollte lange aufgrund einer immer schon vorhanden gewesenen Neugier und Faszination Gerichtsmediziner werden, weil ich das einfach sehr interessant finde, wie sich der Körper zusammensetzt, wie er beschaffen ist, wie er von Innen aussieht, wie er auf physische Einwirkungen von Außen reagiert. Erstmalig ist mir das bei den getöteten Mäusekadavern unserer Hauskatze aufgefallen – ich kann das schwer erklären.).

Und zierlich-drahtige, fast androgyne Mädchen/Jungen sowie Erwachsene fand ich in ästhetischer Hinsicht immer schon ideal. Ganz ohne dass mich Medien etc. beeinflusst hätten, denn auch dort gibt es dieses spezielle Schönheitsideal garantiert nicht, schon gar nicht auch bzgl. Männerkörper! Im Gegenteil, dort würde das als hässlich gelten, sowohl für Frauen, und erst recht für Männer.

Zurück zur Faszination und meinem Gefallen an meiner körperlichen Veränderung mit immer größer werdenden Untergewicht: DAS war das eigentliche Problem, wenn überhaupt. Sowas wird aber nirgends thematisiert.

Darüber hinaus geht es auch um Leistung, schließlich ist die Abnahme hart erarbeitet. Warum sollte man also seine eigene Leistung/seinen eigenen Erfolg wieder zunichte machen, nur weil Ärzte, Mitmenschen, Arbeitgeber, die Familie – sprich „die wahre Gesellschaft, die einen im Gegensatz zu fernen Models, Modedesignern, Stars und Sternchen etc. tatsächlich sehr weit beeinflussen kann,“ – das so will?!

Ein weiteres, ebenfalls kaum erwähntes Problem und Mitursache:
Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto ab der Pubertät und damit einhergehende Schilddrüsenfehlfunktionen und entsprechende Symptome, die auch von Ärzten übersehen und allenfalls mit „Pubertät“ abgetan werden.

Ich hatte damals aufgrund der eingeschränkten Schilddrüsenfunktion sowas wie Depressionen, auch mit suizidalen Gedanken, die ich mir nie erklären konnte. Auch Probleme mit Wassereinlagerungen in den Beinen, zu denen mir immer erklärt wurde, dass das eben „normal so wäre bei Frauen“ und ich „keine richtig schlanken Beine haben könnte“. Das Wabbelige vom Wasser wurde mir noch als angebliche Muskelmasse verkauft, ja nee is klar!
Was für ein Unsinn, das alles, wie ich Jahre später festgestellt habe, nachdem die Schilddrüse endlich behandelt wurde. Plötzlich hatte ich super-schlanke (von den krankhaften Wassereinlagerungen befreite) Beine, die sich trotz viel höheren Gewichts und weniger Sport straff angefühlt haben, anstatt wabbelig.

Also bitte liebe Mitmenschen und ganz besonders auch Ärzte: Nur weil jemand schlank ist, kann derjenige trotzdem pathologisch aufgedunsene Beine haben bzw. krankhafte Wassereinlagerungen haben. Derjenige braucht dann eine Behandlung der zugrundeligenden (physischen) Erkrankung und sicher keine Gehirnwäsche dahingehend, dass er sich das einbilden würde bzw. das nun einmal eben so wäre und ja auch überhaupt kein Problem sei bzw. das einzige Problem ein vermeintlich übertriebenes Schlankheitsidela desjenigen sei.

Nach Behandlung der Schilddrüsenfehlfunktion sind sogar die Suizidgedanken binnen kürzester Zeit verschwunden, genauso plötzlich, wie sich gekommen waren. Ich hatte plötzlich wieder Lust, etwas zu machen, kaum noch Antriebsprobleme und viel mehr Energie. Wer weiß, wäre die Hashimoto-Erkrankung nebst Schilddrüsenunterfunktion gleich erkannt und richtig therapiert worden, wäre ich wohl niemals an einer Essstörung erkrankt und mehr von meiner Jugend (Pubertät, Schule, Studium und Referendariat) gehabt.

Damals, als ich noch unerkannt unter der Schilddrüsenunterfunktion sowie den weiteren Symptomen der Autoimmunerkrankung litt, entstand der Einstieg in die spätere Essstörung vor allem hieraus:
Mit dem Hungern ist die ständige Müdigkeit, die Lustlosigkeit, die Lebensmüdigkeit, die depressive Stimmung etc. besser geworden, unter denen ich vorher bereits kurz nach Eintritt in die Pubertät unerklärlicherwiese litt, was auch nie ernstgenommen worden ist, weil … Pubertät eben, da sind Kinder/Mädchen eben komisch, zurückgezogener, melancholischer etc.. Es wurde für mcih als normal angesehen, dass ich eben so war – und ich hielt es irgendwann auch für normal, ständig müde zu sein etc..

Anfangs hat das Hungern also geholfen, um überhaupt halbwegs sinnvoll am Leben teilnehmen zu können; später war es ein guter Weg, sich ratenweise umzubringen, ohne sich final entscheiden zu müssen. Ein Abnehmziel in dem Sinne hatte ich nicht. Ich wollte lediglich wissen, wo das Ende/die Grenze ist und wie der Körper mit 46 kg, 44 kg, 42 kg, 40 kg, 38 kg etc. aussieht – wie er sich dann weiter verändert, bis man es hinter sich hat. Vage hatte ich einmal den Entschluss gefasst, sofort aufzuhören, sobald ich (endlich) mal umkippen sollte, aber das ist nie eingetreten. Faszinierend, was der Körper aushält.
Gewissermaßen hat die Essstörung mir ironischerweise das Leben gerettet, denn anders als beim Sprung vom Hochhaus oder anderen direkten Suizidmethoden hat sie mir Zeit verschafft, um letztlich einen anderen Weg einzuschlagen. Man lernt sich selbst auch besser kennen, und das meine ich gar nicht mal so bitterböse/zynisch, wie es evtl. klingt.

Bis heute mag ich das einsetzende Trancegefühl, wenn ich über viele Stunden nichts gegessen habe. Es gibt Menschen, denen geht es dann schlecht, mir geht es dann besser; das Hungergefühl nimmt auch ab bzw. verschwindet; man fühlt sich komisch leicht und irgendwie wie in Watte gepackt, aber auf angenehme Weise. Das hat genetische Ursachen und ist auch ein weiterer Punkt, der einen anfälliger für Anorexie macht.

Kampfsport

Ich bin mit meiner sportlichen Freizeitgestaltung (haha) schon seit Längerem unzufrieden. Früher habe ich sehr viel Sport gemacht und es gerade auch gemocht, mich dabei richtig zu verausgaben, mich zu spüren und an Grenzen zu kommen. Hinterher war ich müde und glücklich.

Den Wettkampf brauche ich nicht mehr, ich bin an sich sogar erleichtert, diesen Stress nicht mehr zu haben, mich hat das oft belastet als Kind/Jugendlicher – auch Dank eines toxischen Trainers in einer zwischenmenschlich miesen Handballmannschaft. Aber was ich vermisse ist ein ordentliches Training im Verein, bei dem man sich körperlich verausgaben muss und bei dem alle mitmachen.

Dank Berufstätigkeit und Umzug bin ich bezüglich Sport eingeschränkter, war jedoch gleichwohl zunächst positiv überrascht, als ich hier auf ein Angebot für H.apkido gestoßen bin. (Ich schreibe es an der Stelle mal absichtlich mit dem Punkt, weil ich nicht darüber gefunden werden möchte.)
Seitdem gehe ich dorthin zum Training, habe Trainingslager mitgemacht und Kontakte geschlossen. Die Leute sind sehr freundlich.

Leider liegt der Trainingsschwerpunkt absolut nicht auf körperlicher Verausgabung, sondern auf schweißfreies Wiederholen und Einüben von Techniken. Ich habe mir erst eingeredet, dass mich das nicht stört, ich ja zusätzlich regelmäßig Laufen gehen kann und mich dafür die Vielseitigkeit im H.apkido entschädigt.

Dummerweise ist H.apkido für Anfänger wie mich im Training nicht auf Vielseitigkeit ausgelegt, weil wir – verständlicherweise – erst mal die Basics üben müssen. Ausbildung mit den Kurzstöcken, Verteidigung gegen Messerangriffe etc. – der „coole Stoff“^^ – ist den höheren Gürtelgraden vorbehalten.
(Und ich weiß, dass ich da nie hinkommen werde … .)

Mir geht das Einüben der ganzen Handtechniken derzeit auf den Geist. Ja, es ist interessant, und ja, es interessiert mich grundsätzlich. ABER: Ich möchte beim Sport schwitzen, mich körperlich anstrengen müssen – und das nicht, weil ich aufgrund des Größen- und Gewichtsunterschieds den dummen Hüftwurf nicht so elegant hinbekomme und aufgrund von Hemmungen die Bodenrollen noch zu oft technisch unsauber sind.

Ich vermisse sogar das Taekwondo-Training in meiner alten Heimatstadt, obwohl auch das nicht allzu fordernd war körperlich in punkto Ausdauer. Allerdings habe ich dabei wenigstens geschwitzt!

Gestern habe ich erneut nach Kampfsportangeboten in meiner Umgebung gesucht, die auch mit meinen langen Arbeitszeiten (und idealerweise auch mit dem H.apkido-Training) vereinbar sind …
Das Ergebnis ist ernüchternd:
Offenbar arbeiten auch Erwachsene im Durchschnitt maximal bis 17 Uhr, sodass man gearscht ist, wenn man selbst erst irgendwann zwischen 18:10 – 18:40 Uhr aus dem Büro kommt und dann (direkt, natürlich ohne Zeit zum Essen, immerhin gab es 5h vorher ja etwas Mittagessen muhaha) zum Training in eine andere Stadt fährt, um es vielleicht bis 19 Uhr in den Trainingsraum zu schaffen. Viele Angebote fangen auch bereits um 18 Uhr an, völlig utopisch, mein Chef würde mir was husten. Soweit reicht meine inoffizielle Vertrauensarbeitszeit nun auch wieder nicht.

Wenigstens gibt es sehr wenige Angebote, die evtl. zeittechnisch passen könnten. … An sich hätte ich Lust auf Thai-Boxen, evtl. auch Kung-Fu, weil ich Treten im Kampfsport am liebsten mag und wie gesagt etwas machen möchte, bei dem das Training gerade auch die Ausdauer/Kondition trainiert und man in der Hinsicht ruhig gerne etwas gedrillt wird.
Das ist viel besser als im schluffig-relaxten H.apkido-Training, bei dem jeder selbstverantwortlich machen darf/soll, wie er mag, mit dem Ergebnis, dass man selbst kaum was Forderndes machen kann, weil der Sparringspartner keine Lust auf Anstrengung hat. Man ist da aufgeschmissen mit der Erwartung.
Knicken kann ich Taekwondo, weil alle Angebote bereits gegen 17/18 Uhr anfangen, auch die für Erwachsene.

Andererseits habe ich ehrlich gesagt auch etwas Angst bzgl. eines neuen Sportvereins bzw. Sportcenters, weil viele Angebote im Kampfsport offensichtlich ausweislich der eingestellten Bilder auf den Homepages fast ausschließlich von gut trainierten, großen Männern wahrgenommen werden, mit denen ich körperlich beim besten Willen nicht mithalten kann.
Ich bin drahtig-zierlich gebaut und locker einen bis zwei Köpfe kleiner. Sobald die ernsthaft ihre Körperkraft einsetzen im Training, habe ich keine Chance – und ich kenne diese „Missstimmung“, wenn die Kerle sich ihrerseits verständlicherweise austoben möchten, sich stattdessen aber gegenüber ihrem körperlich unterlegenen Sparringspartner zurücknehmen müssen, weil der sonst im Krankenhaus landen würde.
Aufgrund des Geschlechtsmalus‘ nehmen sich die Herren ganz generell im Sport einem selbst gegenüber mehr zurück, als sie müssten. Das ist alles blöd imho und ich habe mir früher oft gewünscht, mit einem männlichen Körper zur Welt gekommen zu sein, um all dem zu entgehen und weil ein weiblicher Körper viele biologische Nachteile hat während ich wiederum von den angeblichen Vorteilen nichts habe.
Ich hasse meinen Körper nicht, immerhin ist er auch Dank eines sehr niedrigen Körperfettanteils und genetischen Glücks nicht allzu blöd gebaut, aber wenn ich es mir frei aussuchen könnte, würde ich einen Körper nehmen, der die Vorteile eines männlichen Körpers (keine Cellulite, keinen Hang zur Wassereinlagerungen, mehr Muskeln, besserer Fettabbau etc.) mit denen eines untergewichtigen weiblichen Körpers kombiniert, ohne Brüste und ohne Fortpflanzungsorgane. Ich brauche keine Gebärmutter und all den Kram, ebensowenig fände ich es vorteilhaft, einen Penis und Hoden zu haben – das Gehenge würde mich sehr stören.

Zurück zum Sportproblem: Was tun?
Ich muss mir das nochmal gut überlegen. H.apkido bzw. Sport so wie bisher möchte ich nicht fortsetzen, es muss sich was ändern.

Auf Laufen in der Freizeit kann ich nicht setzen, weil es bereits dunkel ist, wenn ich nach Hause komme. Das schränkt meine Laufstrecken erheblich ein; ich kann nur an den völlig unatttraktiven Straßen in der Stadt laufen, weil die noch beleuchtet sind. Allerdings möchte ich nicht gesehen werden beim Laufen. Der Ort ist hier auch eher kleiner, also nicht anonym. Zudem laufen die Asis am ehesten dort herum; im Wald oder auf den Feldwegen hat man abends/nachts seine Ruhe. Paradiesisch!
Am liebsten laufe ich ganz generell alleine im Wald bzw. in den Feldern. Gerne auch zu später Stunden – im Sommer ging das prima. Da bin ich auch motiviert. Stadt ist mir dagegen unangenehm, mit der Folge, dass ich die letzten Monate so gut wie gar nicht mehr Laufen gewesen bin. Ich Idiot!

Ich muss mir unbedingt so eine Laufbrustlampe besorgen, damit ich auch im Dunkeln nach der Arbeit wieder im Feld/Wald laufen gehen kann.

Erster Schritt …

Geh‘ mit der zeit, aber komm‘ von Zeit zu Zeit zurück

– Stanislaw Jerzy Lec –

Nachtgänger

Ziel: – 3 kg
erreicht: –

Die Nacht hat ihren ganz eigenen Reiz und das liegt nicht nur daran, dass ich von meinem Biorhythmus her eine (anpassungsfähige) Eule bin.

Derzeit habe ich Urlaub und theoretisch damit genügend Zeit, um all die Spiele bei Steam, Uplay, Origin zu zocken, die ich seit Längerem „mal wieder“ oder überhaupt mal spielen wollte.

Dummerweise stehe ich mir selbst im Weg:
Kurz gesagt macht es mir bei Weitem nicht mehr so viel Spaß als berufstätiger casual gamer gerade in den kompetitiven oder sehr grindlastigen Spielen das Nachsehen zu haben. Es fehlt einfach die Zeit. Das Leben ist zu kurz, um den Charakter und die Skills zu perfektionieren bzw. in allen an sich interessanten Spielen auf ein zufriedenstellendes Niveau zu bringen.

Immerhin ist meine „Sinnkrise“ gegenüber dem Zocken längst nicht mehr so ganzeinheitlich „depressiv-lustlos“ wie vor wenigen Jahren, als mir so gar nichts mehr Spaß gemacht hat.
Was eine halbwegs funktionierende Schilddrüse so alles ausmacht. …

Allerdings fühle ich mich angesichts der Fülle und der in Relation dazu wiederum knapp bemessenen Zeit überfordert und unter Druck:
Da wäre das gute alte Titanfall 2, ebenso das viel zu wenig gewürdigte Battlefield 5 und Star Wars Battlefront 2 … just ist auch endlich Lost Ember erschienen. Ein wirklich fesselndes Spiel mit einem ganz eigenem, fast mediativen Charme – ähnlich wie Subnautica: Below Zero, Shelter, Paws.

Selbst Rainbow Six Siege, das ich mangels Zeit und Dank der stressig-feindseligen Mitspieler schon abgeschrieben hatte (=> das eigene Team ist dort der größte Feind), ist gar nicht mehr so schlimm. Es gibt nun selbst einen Modus für Neulinge. Das hätte ich mir früher sehr gewünscht. Leider ist mein Rank mit ca. 63 zu hoch dafür, dabei habe ich das seit über zwei Jahren nicht mehr gespielt, entsprechend moderat ist mein Skill, von meinen Reaktionen als inzwischen knapp ü-30-Jähriger ganz zu schweigen. Ich fühle mich oft alt in der Zockerwelt in solchen Momenten.

Bisher habe ich auch die Definitive-Editionen von AoE I und II kaum gespielt, das habe ich nun nachgeholt und bin sehr zufrieden. Ein bisschen wehmütig macht es aber schon. Früher als Kind habe ich AoE regelrecht gesuchtet, ich will gar nicht wissen, wie viel Stunden ich da rein gesteckt habe. Schöne Stunden!

Außerdem wären da noch:
Aassassins Creed: Origins, Tomb Raider: SOTTR, Dead By Daylight, Far Cry: Primal, Thief, Vampyr,