Zu Ihren Diensten!

In meinem Beruf bin ich zu einem weiten Teil Dienstleister für die „Kunden“. Zwar bin ich ein relativ freier Dienstleister und insbsondere auch Berater und oft indirekter bis direkter Entscheider für die „Kunden“, aber an sich ist es meine Aufgabe, den Willen des „Kunden“ unter Berücksichtigung der Rechtslage bestmöglich umzusetzen, soweit eben möglich. Kurz: Ich diene den Interessen des „Kunden“ (neben meinen eigenen Interessen und denen meiner Chefs, da wir nicht für lau arbeiten wollen).

An sich liegt mir das und die Arbeit macht mir insgesamt Spaß. Heute bin ich aber an die Grenzen meiner „Servicebereitschaft“ für Mitmenschen gekommen, da ich heute ausnahmsweise nur 10 Minuten Pause insgesamt hatte, ständig irgendwas anderes war und mir u.a. Zeit gestohlen wurde durch einen „Kunden“, der für heute einen Gesprächstermin bei mir vereinbart hatte und bei dem sich herausstellte, dass er mein letztes Schreiben (so wie vermutlich auch alle anderen Schreiben davor) nicht gelesen hatte. Macht ja nichts, ich hatte dort ja nur (mit entsprechendem Zeitaufwand beim Diktieren) alles umfassend und leicht verständlich erklärt, so dass der Gesprächstermin völlig überflüssig war, mich aber trotzdem Zeit gekostet hat.

Bräsig wie diese Klientel ist, wurde noch behauptet, das Schreiben nie erhalten zu haben, man habe nur „dieses Schreiben hier bekommen“ – „Kunde“ hält mir sein Handy hin, und was sehe ich?! => Ja, genau! Exakt das Schreiben war es.

Auf meinen entsprechenden Hinweis hin kommt vom „Kunden“ ein Lächeln und prompt die nächste „Erklärung“ a la „Sorry, ich verstehe die deutsche Sprache nicht gut, deshalb habe ich das Schreiben nicht gelesen.“ … Ja, warum sollte man auch wichtige Post lesen? Noch dazu solche, die doch glatt in der Amtssprache des selbst gewählten neuen Heimatlandes verfasst ist, wo man selbst diese Sprache doch kaum bis gar nicht spricht? … Was für eine Zumutung!

Preisfrage an den „Kunden“, die ich nicht stellen darf, aber die mich immer in den Fingern juckt in solchen Fällen:
So, Sie verstehen also kaum Deutsch und möchten uns in einer Angelegenheit beauftragen, in der wir besonders darauf angewiesen sind, dass die Kommunikation mit Ihnen funktioniert und gerade sprachliche Feinheiten enorm wichtig sind. … . Darüber hinaus sind Sie auch nicht die hellste Kerze auf der Torte und möchten, dass wir Ihnen eine sehr komplexe Angelegenheit solange erklären, bis auch Sie das verstanden haben? …Wo Sie nicht einmal unsere Post an Sie lesen mögen, weil Ihnen das zu umständlich ist und Ihr Gedächtnis besprochene Inhalte gefühlt gerade mal 5 Minuten maximal behalten kann?!
Und die Kosten unserer Tätigkeit für Sie soll der Staat bezahlen, nach Minimalsätzen, so dass wir bei Ihnen aufgrund Ihres „erhöhten Betreuungsbedarfs“ schnell sogar draufzahlen, wenn wir alles ausführen, was Sie sich so vorgestellt haben. Kostet Sie ja nichts!

Ernsthaft?!“

*headdesk*

Genau die Klientel, die sowohl dumm, dreist, bequem, anspruchsvoll und der deutschen Sprache nicht mächtig ist, liebe ich besonders. Vor allem ziehen sie sich im Zweifel immer hinter die angeblichen bis tatsächlichen Sprachprobleme zurück.

(Anmerkung: Es gibt auch noch die Gruppe, die zwar auch Sprach- und Intelligenzprobleme hat, aber wenigstens willig und „kooperativ“ ist. Das ist dann noch einmal was anderes.)

Gegen 18:40 Uhr betrat ich endlich meine Wohnung. Wie gesagt, bis dahin hatte ich 10 Minuten Pause für mich gehabt den ganzen Tag über, was so auch als Ausnahme ok ist.

Dann ging es zum Kampfsporttraining, bei dem ich sogar just um 19:01 Uhr gerade noch pünktlich ankam.

Endlich abschalten!

Dachte ich.

Aber zu früh gefreut. Ausgerechnet der einzige in der Gruppe, der geistig behindert ist und eigentlich keine Übung richtig mitmachen kann, schon gar nicht mit komplexen Bewegungsabläufen, und kaum Sprechen kann, blieb als Sparringspartner für mich über.

Wir haben dann eine Stunde Sparringsübungen gemacht … von denen ich de facto gar nichts hatte und noch unfreiwillig sowas wie Sozialbetreuer für meinen Sparringspartner gespielt habe.

Und ja, ich habe das getan, weil ich ja die Übungen nicht verweigern konnte und weil der Typ ja nichts für seine Behinderung kann. Aber das Training war für mich dafür sowas von ätzend und anstrengend, leider nicht körperlich! … ich möchte auch mal irgendwann empathisch abschalten können anstatt immer noch für den anderen mitdenken und empathisch auf Empfang sein zu müssen, bei null Gegenseitigkeit. Das Ganze umso mehr, je weniger der andere das kann.

Am liebsten hätte ich gleich wieder meine Sachen gepackt und wäre nach Hause gefahren, während ich meinen Sparringspartner mühsam wenigstens etwas im Sinne der jeweiligen Übungen zu aktivieren und zu motivieren versuchte, ohne dabei von ihm versehentlich verletzt zu werden, weil er null Gefühl für seinen Körper hat. Mit so jemanden macht man gerade Kampfsportübungen doch gerne!
Nur einfach wieder abhauen vom Training, kann man ja auch nicht bringen, ohne dass dann alle wissen möchten, was los ist. Da hätte man erst recht nicht seine Ruhe.

Später gab es zwar noch andere Übungen alleine und am Ende kurz noch einen anderen Sparringspartner (der aber mäßig motiviert war, ich aber ebenso wenig bis dahin), aber die 2 h Training hätte ich mir besser erspart und wäre Joggen gegangen. Außerdem wollte einer der Vereinsleiter noch einen Rat und hat natürlich aufgrund meines Berufes mich gefragt.

An sich war das Fragen auch ok, manche würden sich wohl geehrt fühlen für das Vertrauen, aber nun habe ich glatt eine neue Zusatzaufgabe bekommen. Ich kann mich da leider nicht komplett rausziehen. Außerdem interessiert mich die Sache jetzt selbst, ich bin wohl schon angefixt. Gleichzeitig würde ich gerne gerne in roten Lettern an die Wand schreiben, dass mich vorübergehend alle mal können. Wehe jemand will irgendwas am Wochenende von mir!

Ich genieße es gerade, dass niemand hier ist, der irgendwie „bedient“ werden will; niemand, auf den ich reagieren und inhaltlich-empathisch-verstandesgemäß eingehen muss.

Leider tue ich das bis zu einem gewissen Grad automatisch; es ist ein wenig so, als müsste man sich das Denken abgewöhnen. Menschen sind nun einmal lebendige Gegenüber, die im Grunde durch Stimme, Mimik, verbale Laute, „ihre Stimmung“ etc. ständig Signale senden, die mein doofes Gehirn automatisch akribisch und überdeutlich wahrnimmt und auswertet. Das ist leider bei mir ein Automatismus, der sich nur abschaltet, wenn ich sehr erschöpft oder reizüberflutet bin.

Dieser Automatismus und die „übersensible“ Wahrnehmung kann vorteilhaft für mich sein, auch macht es im Sozialleben sehr geschmeidig -geradezu chamäleonartig- oft läuft es aber eher darauf hinaus, dass ich schnell geplättet bin innerlich und meine eigene Gefühlswelt sowie eigene Bedürfnisse unzureichend wahrnehme. Das „Rauschen“ der Signale meiner Mitmenschen übertönt die eigenen, leiseren Signale.

Immerhin kommt ja irgendwann die „Notabschaltung“, wenn meine inneren Energiereserven erschöpft sind.

Und all das ist ein Grund, warum ich mich in meinem Privatleben am liebsten alleine in ruhiger, menschenarmer Umgebung aufhalte und auch mit guten Freunden nur selten privat treffen mag etc..
Solche Treffen sind schön, aber sie entziehen mir auch Energie, die sich nur durch Alleinesein regeneriert. Außerdem müssen all die Eindrücke verarbeitet werden. Dann kann ich auch meine eigenen Signale wieder wahrnehmen und mich um eigene Bedürfnisse kümmern.

Sobald andere Menschen um mich herum sind, kann ich nicht richtig abschalten und bin mehr oder weniger auf Empfang.
Einzige Ausnahme: Ich ziehe mich gedanklich nach innen zurück, träume also quasi mit offenen Augen. Ungünstig daran ist, dass meine Umwelt dabei sehr weit ausgeblendet ist, so dass mich z.B. innerlich andere Spaziergänger beim Joggen kurz „erschrecken“, weil ich die glatt bis zuletzt nicht wahrgenommen habe.

Übermüdet

Gestern bin ich viel zu spät ins Bett gekommen. Ansonsten lief es heute aber gut. So 90% meiner Befürchtungen sind gar nicht eingetreten. Hätte ich das mal gestern gewusst – ich wäre pünktlich ins Bett gegangen.
Selbst das berufliche Wortgefecht mit der Vertreterin der Gegenseite hat irgendwie Spaß gemacht. Zumal sich mal wieder eine gute schriftliche Vorarbeit sowie vorausschauendes Mitdenken (auch psychologisch) in der Sache ausgezahlt haben.

Heute fühlte ich mich tatsächlich kurz wie für den Beruf gemacht und war für einen Moment fast glücklich, also mehr als zufrieden. Es war das gleiche Gefühl, wie es immer wieder während der praktischen Ausbildung aufgeblitzt ist. So eine Art Flow+.

(Meistens ist es eher indifferent; ganz am Anfang habe ich mich wie ein schlechter Schauspieler gefühlt, der den „offiziellen Beruf“, in dem ich tätig bin eigentlich nur schauspielert.
So als würde man einen Ärztekittel in die Hand gedrückt bekommen, mit den Worten: „Hier, für Sie. Sie sind jetzt der Arzt. Versorgen Sie mal die Patienten!“ – und dann geht man zu den Patienten hin, stellt sich als Arzt vor und macht, was Ärzte so machen, ohne einer zu sein.

Heute habe ich sogar seit Monaten einen Teil meiner Mittagspause Draußen in der Sonne verbracht. Meine Haut sieht sonst das Tageslicht in den Wintermonaten praktisch nicht.
(Auch ein Grund, warum ich wenigstens an den Wochenenden tagsüber im Hellen Laufen gehen oder zumindest Spazierengehen wollte. Geklappt hat das in 99% der möglichen Fälle nicht; mangels Motivation oder oft auch, weil ich erst Nachmittags aus dem Bett gekommen bin. … Das ist der Vorteil am Sommer, man hat auch abends noch Sonne.)

Wie auch immer, jedenfalls bin ich sehr müde; das merke ich erst jetzt so richtig. Während der Arbeit bin ich immer so fokussiert und beschäftigt, dass ich Müdigkeit, Hunger etc. nicht wahrnehme bzw. so gut wie nicht. Sehr praktisch!

Ich werde versuchen, nicht das Zeitfenster zum Schlafengehen etwa gegen 23 Uhr zu verpassen. Danach werde ich nämlich wieder wach und erst gegen 2/3 Uhr morgens wieder müde.

Gewicht ist auch weiterhin blöd; die Wassereinlagerungen sind wieder mehr geworden. Andererseits muss ich mich wohl auch einfach mehr bewegen, weniger Zucker konsumieren und regelmäßig (mehr) Sport machen. Und viel zu wenig schlafen, ist sicher auch nicht gut. Angeblich soll dadurch mehr Cortisol (?) ausgeschüttet werden und irgendwie – die genaue Erklärung habe ich wieder vergessen – verursachen diese Stresshormone mittelfristig ebenfalls Wassereinlagerungen. Ansonsten könnte es bei mir wie gesagt an der Schilddrüsenerkrankung liegen. Bin mal auf die aktuellen Blutwerte gespannt Ende Januar.

In einem anderen Blog schrieb die dortige Bloggerin, dass sie sich wünschen würde, introvertiert zu sein. Ich bin überascht gewesen. So einen Wunsch höre ich zum ersten Mal. Bislang kannte ich es nur umgekehrt, dass sich Introvertierte extravertierter wünschen; oder dass die positiven Seiten an Introversion beleuchtet werden, um „uns Introvertierten“ mehr Mut und Selbstakzeptanz zuzusprechen.
Am ausgewogensten dürften die ambivertierten Menschen sein. Die sind uns allen über, egal ob Intro oder Extro^^.

Mhm … schaue ich mir die neue Wilsberg-Folge an oder zocke ich Red Dead Redemption 2 ? Mal sehen … .

Nightwish

Mein täglicher Nachtwunsch ist seit meiner Kindheit, dass die Nacht nie vergehen und kein neuer Tag anbrechen möge. Hoffnungslos, ich weiß, aber man kann es ja mal versuchen als nachtaktives Wesen^^. Nachts ist es einfach anders, als tagsüber. Die Nacht hat ihre ganz eigene Magie; immer schon gehabt.

Kommen wir zu den Realitäten des Tages:
Der Arbeitstag war eigentlich erstaunlich ruhig und alle sehr entspannt; ich habe allerdings sehr lange an einem wichtigen, eiligen Schriftsatz gesessen (der fertiggestellt ist) und bin insgesamt nicht so gut vorangekommen, wie gehofft und geplant. Daran kann ich mich noch nicht recht gewöhnen, dass es immer anders kommt in meinem Beruf, als geplant. Andererseits macht es die Arbeit und den Arbeitstag auch abwechslungreich. Es ist eine sehr gute Mischung aus Routine und Unvorhergesehenes.

Der Schimmel an der Wand ist nicht mehr sichtbar. Zur Sicherheit werde ich die Wand und das Sofa noch einmal mit dem Spiritus behandeln. Ich bin von der Wirkung beeindruckt. Da ich ohne Mundschutz (und nur mit Handschuhen) gearbeitet habe, durfte ich die „benebelnde“ Wirkung der Spiritus-Dämpfe^^ halbfreiwillig an mir testen.

Morgen früh habe ich zwei wichtige berufliche Termine. Noch bin ich nur etwas nervös; auf einem gut ausblendbaren Level, auch wenn ich an meinen Verhaltensweisen merke, dass ich im „Verdrängungsmodus“ bin und aufpassen muss, trotzdem rechtzeitig ins Bett zu gehen. Die letzte Zeit habe ich wie so oft deutlich zu wenig geschlafen.

Mein Gewicht ist gerade auch doof und stagniert auf hohem Level; ich habe mich aber auch von zu vielen Süßigkeiten ernährt die letzten Tage und dürfte auch kalorienmäßig zu viel gegessen haben, obwohl ich mengenmäßig tagsüber bis abends immer gut mit irgendwas zwischen 500 – 800 kcal hinkomme, ohne zu hungern. Auch Zuhause habe ich kaum Hunger, aber eben einen Impuls nach Süßem, um mich zu beruhigen und zu entspannen. Von kleinauf bin ich regelrecht dahingehend konditioniert worden. Ein Wunder, dass ich nicht adipös war als Kind und Jugendlicher.

Gestern kam kurz der Gedanke, dass ich mich ja einfach „nur das eine Mal noch“ mit den letzten Resten an Süßkram vollfressen und zugleich die Süßigkeitenvorräte vernichten könnte, einfach hinterher kotzen, und fertig. Das würde auch funktionieren, aber alleine, dass dieser Impuls nach vorheriger ca. 6-jähriger Abwesenheit bis zum Sommer 2019 wieder kurz ins Bewusstsein zuckt, ist ein Warnsignal.

Ist ja nicht so, dass ich nicht wüßte, dass es ein relativ kurzer (wenngleich nicht zwangsläufiger) Weg zurück in so einen alltäglichen Essen-Kotzen-Kreislauf wäre. Man übt und verfestigt diese Abfolge ja auch mit jedem Mal weiter. Im schlechtesten Fall wird irgendwann wieder ein ausgetretener Pfad daraus, je öfter man ihn geht. Bei mir war er vorher sogar komplett vergessen. Dieser Trampelpfad kann ruhig wieder komplett zuwuchern und erneut in Vergessenheit geraten. Am besten kaufe ich bis auf Weiteres von den Süßigkeiten nichts mehr nach. Der Einkauf am Montag war ein Fehler, der mir unter Zeitstress kurz vor Ladenschluss passiert ist, weil ich da nicht genug nachgedacht habe, als ich die zwei 100g Tafeln RitterSport und die Butterkekspackung, Geschmacksrichtung Kakao, gekauft habe. Die Kekse schmeckten zudem gar nicht mal so gut, eigentlich auch die Schokolade nicht, trotzdem habe ich inzwischen binnen drei Tagen alles komplett gegessen.

Spätestens nach der ersten – zugegebenermaßen etwas willensfordernden – „Entzugsphase“ vermisse ich Süßigkeiten nicht mehr und habe nicht mehr dieses „Verlangen nach mehr“, sobald ich was Süßes esse.

Zu den erfreulichen Dingen:
Ich kann mich noch erinnern, als das Video von Nemo bei MTV lief. Das ist so ewig lange her; wie Überreste aus einer anderen längst vergangenen Welt.

Irgendwie tut das mitunter fast weh, wenn ich mich an die frühere Zeit aus der Schule etc. erinnere, obwohl es eigentlich inhaltlich nicht einmal negative Erinnerungen sind. Sie haben trotzdem einen schalen Beigeschmack, wie früher schon.

Und sich an Vergangenes zu erinnern und sich der Vergänglichkeit allen Seins bewusst zu werden, hat mich schon als Kind immer sehr nachdenklich-melancholisch gemacht. Ich habe als Kind sehr viel darüber nachgedacht, dass alles, was ich jetzt gerade noch liebe und genieße, vergänglich ist, und unsere Haustiere und meine Eltern absehbar sterben werden und die Zeit mit ihnen daher sehr endlich ist.

Mitunter habe ich mich bewusst mit diesem Szenario zu konfrontieren versucht, eben dass ich mir das vorgestellt habe als Kind und später, wie es wäre, würden meine Eltern plötzlich versterben.

Aber ehrlich gesagt habe ich dabei nur festgestellt, dass sie mir unendlich fehlen würden und ich es für sie schade fände, dass sie als Persönlichkeiten mit all ihren Gedanken, Wahrnehmungen, Vorstellungen, Gefühlen und ihrer physischen Hülle vom Tod ausgelöscht wären.

Ich würde ihrer Zeit meines Lebens immer im wahrsten Sinn des Wortes zu gedenken versuchen, so dass sie wenigstens in meinen Gedanken weiterleben könnten. Nur würde sie das auch nicht wieder lebendig machen. Vielleicht würde ich sie sogar irgendwann kaum äußerlich erinnern können und nur verschwommene, schwer konkret zu greifende Erinnerungsfetzen von ihnen in meinem Kopf bleiben?

Wer weiß, möglicherweise würde es mir auch ein bisschen so gehen, wenn mein Bruder vor mir versterben sollte. Es scheint ihm derzeit besser zu gehen. Man weiß bei ihm zwar nie, wie lange das anhält und wie nachhaltig diese „Anwandlungen“ sind, aber im Moment ist er relativ erträglich, fast wie früher in guten Zeiten.
Es tut mir auf der Gefühlsebene ein bisschen Leid, was ich hier über ihn geschrieben habe, auch wenn alles der Wahrheit entspricht und er meine Gesundheit zum Teil erheblich belastet hat. Vom Verstand her weiß ich aber gleichwohl, dass ich nicht ernsthaft auf Besserung bei ihm setzen sollte. … Ewig grüßt das Murmeltier.

Zurück zum Tod:
Mit östlicher Spiritualität habe ich ähnlich wenig am Hut, wie mit dem Christentum etc.. Auch dort ist nicht alles Gold, was hier im Westen glänzt und bewundert wird. Allerdings finde ich es eine interessante und irgendwie tröstliche Vorstellung, dass man sich nach dem Tod ja auch tatsächlich physikalisch-biologisch-chemisch betrachtet auflöst und in „das Universum“ aka die Umwelt eingeht, zerlegt in winzig kleine Moleküle, die wieder Teil eines größeren Ganzen werden und mit allem verbunden sind, anstatt wie zu menschlichen Lebzeiten davon getrennt zu sein. Gewissermaßen das Nirwana, so wie ich mir das vorstellen würde … Zu schade, dass ich davon nichts mehr mitbekommen werde.

Permafrost

und andere körperliche Gimmicks:

Es geht doch nichts über eine lange, heiße Dusche, wenn man spätabends bis auf die Knochen durchgefroren nach Hause kommt.

Kennt jemand das komische Gefühl dabei, wenn der Körper aufgrund der Hitze des Wassers eigentlich die in den Extremitäten zusammengezogenen Blutgefäße erweitern müsste, dies auch teils tut, aber es sich so anfühlt, als würden sich die Blutgefäße gegen diese Erweiterung sperren?

Ich kann mich an dieses Gefühl nie ganz gewöhnen; es fühlt sich fast eklig an.

Ähnlich eklig, wie das Gefühl, wenn man im Sommer aufgrund der Hitze (ohne zu frieren) mit prall gefühlten, hervortretenden Adern unter der Dusche steht und der Wasserstrahl darauf spritzt. … Oder ähnlich, wenn man bspw. in der Kniekehle oder am Handgelenk die Sehnen unter der Haut oder den Puls unter den Fingern spüren kann.

Mir wird davon zwar nicht schwarz vor Augen, aber es löst eine gewisse Übelkeit aus. Mein vegetatives Nervensystem scheint das nicht zu mögen.

Rotten from the inside …

Nein, nicht ich, sondern die Wohnzimmerwand hinter dem Sofa. Es handelt sich hierbei ungünstigerweise um eine Außenwand, die insofern aufgrund der schlecht isolierten Gebäudestruktur erhöht anfällig für Schimmelbefall ist. Das gilt auch, wenn man richtig lüftet, was ich stets so gehandhabt hatte. Mit Schimmel hatte ich davor noch nie Probleme in einer Mietwohnung, obwohl ich meine Wäsche immer in der Wohnung getrocknet habe (aber dafür auch in der Zeit immer extra viel gelüftet habe).


Eigentlich hatte ich nach meinem Einzug sowie professioneller Renovierung der (damals schimmelbefallenen) aktuellen Wohnung extra darauf geachtet, dass das Sofa nicht direkt an dieser Wand steht. Im Verlauf der Zeit hat sich das Sofa durch Benutzung blöderweise unbemerkt bis an die Wand verschoben, so dass sich der Schimmel dahinter bilden konnte. Ich hätte damals besser direkt Holzklötze dazwischen stellen sollen … .

Meine Eltern haben den heimlichen Verfall meiner Behausung heute zufällig entdeckt. Ich hätte selbst mal das Sofa von der Wand weggerückt und mir die Wand dahinter angeschaut, wenn ich das Schimmelproblem nicht naiverweise für erledigt gehalten hätte, da ich als Hauptursache des damaligen Schimmels meinen Vormieter ausgemacht hatte:
Dieser hatte in der Wohnung seinerzeit sämtliche Heizkörper über den Winter abgedreht, um Geld zu sparen. Die Miete hat er gleichwohl nicht bezahlt. … Solche Mieter braucht man als Vermieter!

Na ja, die Wand muss nun erst einmal richtig trocknen und danach geht es dem Schimmel mit Spiritus an den Kragen. … Das Ganze ist nicht dramatisch, wenngleich mich sowas trotzdem etwas ärgert.

Ansonsten war der Tag recht entspannt, obwohl ich heute Vormittag verpennt hatte:
Gegen 11 Uhr wurde ich wach, stellte fest, dass mir noch maximal eine Stunde Zeit blieb, bis meine Eltern eintreffen würden und ich davor noch duschen, putzen und idealerweise noch etwas aufräumen mussste.

Zwar habe ich nicht mehr alles geschafft, aber das Wichtigste. Es gab noch ein paar organisatorische Sachen zu klären sowie das ein und andere zu besprechen und danach sind wir in einem Steakhaus essen gegangen. Der Koch hatte es leicht mit uns, da wir alle Steak in Pfeffersauce mit Pommes wählten.
An sich bin ich bei Steak immer etwas skeptisch, weil ich es absolut nicht mag, wenn Fleisch so durchzogen ist oder so „Sehnen“ da drin sind. Das war mir schon als Kind fies, weshalb ich früh zum reinen Filetesser geworden bin in punkto Fleisch. Irgendwie ekelt es mich bei Fleisch schnell. Das gilt auch bei Aufschnitt, wenn die „Maserung“ mir missfällt, weil da z.B. so „Glibberstücke“ erkennbar sind. Fleisch an sich mag ich sehr.
Das Steak heute war sehr gut!

Vorhin habe ich noch eine Waschmaschine angestellt und werde noch ein bisschen was erledigen, das gestern liegengeblieben ist. Für die Arbeit muss ich auch noch was vorbereiten, sonst dauert mir das Montag zu lange. Außerdem ist montags idR viel los, da komme ich im schlechtesten Fall gar nicht dazu.

Ein bisschen zocken werde ich auch noch und mir evtl. nachher die Simpsons oder South Park anschauen. Gestern habe ich erfahren, dass die Hauptspielfigur Arthur Morgan in Red Dead Redemption 2 am Ende stirbt und man zwar danach die Waffen etc. behält, aber die Pferde sind danach auch alle weg.
Einerseits finde ich es toll, dass die Spielemacher sich das getraut haben, so konsequent waren und es kein Happy End gibt. Andererseits mag ich den Charakter und natürlich auch meine im Spiel liebevoll „hochgelevelten“ Pferde, vor allem die schwarze Araberstute. So ein Mist. Es wird mir schwerfallen, mich nach dem eigentlichen Spielende mit dem neuen Protagonisten samt neuem Gaul anzufreunden, die man danach spielt.

Sport lasse ich dieses Wochenende sein; ich könnte allenfalls ein paar Liegestütz machen. Wenn ich fit bin, schaffe ich davon ca. 50 Stück; sauber ausgeführt bis zum Boden. Im Moment werden es entweder 50 „unsaubere“ Liegestütz, also nicht ganz bis an den Boden, oder eher so ca. 20/30 mit etwas gutem Willen. Dazu kommen noch Sit-Ups => je 30 zur Seite und 40 gerade, also 100 Stück.

Ich gehöre zwar zu den Menschen, die aufgrund eines niedrigen Körperfettanteils, guter Gene und einer sportlichen Vergangenheit einen sichtbaren Sixpack haben mit Anfang 30, obwohl ich dieses Jahr kaum was an Sport gemacht habe und Vollzeit sitzend im Büro arbeite bis ca. 18:30/19 Uhr, aber ich habe körperlich abgebaut.

Innerer Zerfall eben, man wird nicht jünger. Wobei ich recht jung aussehe, da ich nicht die ausgeprägteste Mimik habe, weder zum Rauchen, noch zum Trinken geneigt habe und daher kaum Falten habe. Dazu kommt die sehr schlanke Figur, mit zum Glück leicht „androgynen“ Touch vom Körperbau her.
Je nachdem, welche Kleidung ich anhabe und in welchem Kontext mich Fremde getroffen haben, hielten die mich zunächst für allenfalls gerade mal volljährig – bis ich angefangen habe, zu sprechen bzw. sie auch meine spezielle (unverstellte) Art mitbekommen haben.

Heutzutage kann ich damit in meinem Sinne spielen, als Kind und Jugendliche habe ich unbeabsichtigt teils unheimlich auf andere gewirkt:

Ich war als Kind schon altersuntypisch sehr ernst, introvertiert + höflich-freundlich außerhalb von Privatkontakten, aber auch eigenwillig. Daran hatte auch meine damaligen Kieferorthopädin zu knabbern, die mich lange wie geistig zurückgeblieben behandelt hat, immer erst small talk halten und so viel Privates wissen wollte, bevor sie endlich zur Behandlung der Zähne übergegangen ist.
Ich fand die Termine bei ihr immer sehr anstrengend zwischenmenschlich, weil sie so neugierig auf mein Privatleben war. Was geht das sie an, ob ich mein Zeugnis bekommen habe, welche Noten ich habe, ob wir ein Haustier haben usw. => ich habe als Kind beim besten Willen nicht verstanden, warum sie sowas alles wissen möchte, weil ich ja bei ihr wegen der Behandlung meiner Zähne war und wir ein Dienstleistungsverhältnis hatten, kein Freundschaftsverhältnis.

Wir haben so oft aneinander vorbei kommuniziert, bis es eines Tages zu folgendem denkwürdigen Gespräch kam:
Ärztin: „Gestern war doch Zeugnistag. Hast du auch ein Zeugnis bekommen?“

Ich (gedacht): Warum soll ich kein Zeugnis bekommen haben?! Sie weiß doch, dass ich zur Schule gehe … .
Verwirrt und um eine höfliche Reaktion bedacht, entgegnete ich: „Ja, ich habe ein Zeugnis bekommen.“

Damit sollte die Frage ja beantwortet sein, dachte ich naiverweise.

Doch die Ärztin wirkte irgendwie unzufrieden, als hätte ich falsch geantwortet, seufzte und sagte (sinngemäß): „Aha, also wenn dein Zeugnis nicht so toll war und du deshalb über dein Zeugnis nicht reden möchtest, ist das ok.“

Ich: (gedacht) wtf?

Ich: „Nein, ich bin mit meinem Zeugnis ganz zufrieden.“

Die Ärztin wirkte erneut frustriert, also war meine Antwort wohl wieder falsch? Sie schaut mich erwartungsvoll an, ich schaue verwirrt zurück, bis es schließlich aus der Ärztin herausplatzt:
Ärztin (sinngemäß): „Na jetzt sag‘ schon, wie ist dein Zeugnis denn ausgefallen? Welchen Notendurchschnitt hast du?“

Ich (gedacht): „Ach darum ging es ihr. Warum fragt sie das nicht einfach direkt?“, und nenne ich ihr meinen Notendurchschnitt von 1,3. Die Ärztin wirkt überrascht, strahlt mich an und trällert honigsüß: „Das ist doch ein sehr gutes Zeugnis, das muss dir doch nicht peinlich sein.“

Auf eine Erwiderung verzichtete ich, nun leicht verstimmt, weil ich es immer gehasst habe, wenn man mir etwas Falsches unterstellt hat im persönlichen Bereich. Kurz: Ich fühlte mich sehr missverstanden. Danach ging die Behandlung der Zähne, weshalb ich ja da war, endlich los. Später während der Behandlung setzte die Ärztin nach:

Ärztin: „Dass ist mir eh schon bei dir aufgefallen, du redest kaum und bist so in dich gekehrt. Ich habe hier so viele Patienten in deinem Alter. Die kommen ganz anders in den Behandlungsraum, so fröhlich, und erzählen von sich aus direkt, was sie in den Ferien machen usw., nur du machst das nicht und bist immer so still. Ich möchte mal wissen, ob das einen besonderen Grund bei dir hat?“

So wie sie die Frage nach dem „besonderen Grund“ betont hat und dass angeblich nur ich so (unnormal) sei, klang es eher, als vermutete sie, dass mir mal etwas Schreckliches passiert und ich seitdem traumatisiert oder geistig retardiert sei.

Fieberhaft suchte ich damals nach der rettenden Antwort, da ich mich schlagartig wie ein Alien und irgendwie verkehrt fühlte (mal wieder). Dass ich auch von meinen Interessen her etwas anders, als viele Gleichaltrige war, war mir längst selbst aufgefallen, wobei ich das nicht problematisch fand und soweit auch keine nennenswerten Probleme hatte. Zumal ich auch Freundschaften hatte, die dann eben nicht aus meinen Interessen wie der Antike, das Alte Ägypten oder der nordischen Götterwelt, Thriller (für Erwachsene) und Dokumentationen über alles mögliche bestanden, sondern eben aus Fußballspielen, Herumalbern usw..
Mir fiel ein, dass meine Eltern mein Verhalten gerne liebevoll als „introvertiert“ (und sensibel, überempfindlich, „autistisch“, neugierig, verträumt etc.^^) bezeichneten, weshalb ich in meiner Erklärungsnot zur Ärztin erwiderte:
„Hm … ich bin eben .. introvertiert.“

Ärztin (mehr zu sich selbst): „Ach introvertiert, das ist es!“

Danach hat sie mich normal bis sogar sehr freundlich behandelt und nicht ständig mit ihren gesprächigen anderen Patienten in meinem Alter verglichen. Plötzlich war es ok, dass ich mit ihr vor der Behandlung nicht erst über unsere Haustiere etc. plaudern wollte. Schreckliche Frau, mir war sie auch aufgrund anderer Vorfälle während der Behandlung stets suspekt als Kind.

Gelernt habe ich, dass man nur das Zauberwort treffen muss. … Ganz so, wie in diesem Gedicht. Plötzlich ist es dann ok, wie man ist. Obwohl ich vorher auch nicht verkehrt war, mich nur auch Dank solcher Personen so gefühlt habe.

Im Nachhinein tut sie mir fast etwas Leid. Sie hätte mit mir besser nicht diese komische Art versuchen sollen, in der einige Erwachsene gerne mit Kindern reden, sondern besser so mit mir sprechen, wie sie auch mit erwachsenen Patienten gesprochen hätte. Dann hätten wir uns gut verstanden. Meine Eltern haben auch nie in dieser „Babysprache“ mit mir gesprochen.

Karma is a bitch

Gestern konnte ich mich nach etwa 5h endlich dazu aufraffen, das Gemeinschaftstreppenhaus zu wischen, da ich laut Plan mal wieder dran war … nachtaktiv wie ich bin habe ich das so gegen 20:40 Uhr erledigt.
Es hat eine gewisse Komik, dass meine spärlichen Reserven dafür draufgehen, dass ohnehin recht saubere Treppenhaus zu putzen, während ich es nicht einmal hinbekomme, meine eigene Wohnung zu putzen. Hauptsache das blöde Treppenhaus ist sauber.

Meine unmittelbare Nachbarin kontrolliert jeden, ob er wischt. (Ihre menschlichen Qualitäten liegen woanders. Alles in allem ist sie aber ganz ok und durchaus ehrlich-freundlich!)

Normalerweise versuche ich aufgrund der nachbarlichen Kontrolle, das Treppenhaus möglichst zu einer gesellschaftskonformen Tageszeit zu putzen und dabei laut genug zu sein, dass diese Nachbarin meine Pflichterfüllung auch ja mitbekommt. Immer, wenn ich abends gewischt hatte, leise, klingelt sie wenige Tage später bei mir und fragt unter irgendeinem Vorwand, ob ich denn gar nicht gewischt hätte. …

Schön ist auch, dass sie just dann klingelt, wenn ich nach 10h/11h gerade von der Arbeit komme, die Tür hinter mir zuziehe, einfach meine Ruhe will und froh wäre, mit niemanden mehr sprechen zu müssen. …
Beim ersten Mal, als sie bei mir geklingelt hat, dachte ich, es wäre irgendwas Wichtiges, ein Notfall oder so …

Manchmal klingelt sie auch, um mir empört mitzuteilen, dass die andere Nachbarin, die jeweils vor mir dran ist mit Wischen, nichts gemacht habe. … In der Sache hat meine Nachbarn ja völlig recht, dass es nicht ok ist, den Putzaufgaben für die Gemeinschaft einfach nicht nachzukommen.

Nur ist das für mich immer nach der Arbeit wie aus einem komischen Paralleluniversum, wenn sie vor mir steht und in verschwörerisch-empörten Tonfall von dem Putzvergehen der Nachbarin erzählt. Bei ihr hört es sich wie ein Verbrechen an. ^^
Ich versuche dann immer, die Reste meiner Selbstbeherrschung zusammenzukratzen, an den passenden Stellen möglichst ebenfalls empört zu schauen (oder besser gesagt nicht ganz so desinteressiert) und ihr das Gefühl zu geben, dass ich sie ernst nehme, obwohl mir oft eher nach Lachem zumute gewesen ist.

Ich habe ein bisschen Angst, dass ich eines Tages meine Selbstbeherrschung vergesse, wenn sie wieder bei mir klingelt.

Aber ich möchte die gute Frau wirklich nicht verletzen; es ist für sie eine sehr wichtige Angelegenheit, da sie gewissermaßen die gute Seele im Haus ist und mit die einzige, die sich kümmert, die die Putzpläne für die Vermieterin erstellt, den neuen Mietern den Gang der Dinge im Haus erklärt (und natürlich die Putzpläne, Streupläne etc.^^) und zu der man jederzeit mit Fragen bzgl. des Hauses usw. kommen kann. … Ich mag sie irgendwie auf ihre Weise. Sie ist ehrlich und hat das Herz am rechten Fleck.

Der Rest meines Samstages war unproduktiv: Ich habe Red Dead Redemption 2 am PC gezockt und den Fehler begangen, dabei zu essen. Es gab gebratenes Hähnchenfilet mit Zucchini und Steaksauce. Sehr lecker, aber ich hätte dabei nicht parallel lesen sollen (nur essen, ohne etwas anderes dabei tun zu können, finde ich zu langweilig). Das rächte sich prompt, indem ich kraftvoll mit dem Schneidezahn auf die Gabel gebissen habe, in einem ziemlich blöden Winkel. Das ist mir so noch nie passiert.

Ich weiß nicht, ob ich erleichtert oder betrübt sein sollte: Eine kleine Ecke des Schneidezahns ist abgesplittert. So wie sich das angehört hat, sollte ich froh sein, dass nichts Schlimmeres mit dem Zahn passiert ist. Man sieht es kaum, der Zahn tut minimal weh an der Kante und es dürfte reichen, ihn etwas beizuschleifen. Außerdem wollte ich eh dieses Jahr zum Zahnarzt, kann den Termin gleich nach dem Termin beim Hausarzt legen und habe nur einmal Aufwand mit dem Urlaubsantrag. Sehr praktisch!
Andererseits hänge ich an meinen Zähnen (und anderen Bestandteilen meines Körpers) und mag es gar nicht, wenn etwas daran beschädigt wird, schon gar nicht so vermeidbar.

Mein Bruder hatte Samstag zum Glück selbst keine Zeit. Da ich außer dem Treppenhaus nichts Sinnvolles gemacht und danach die Nacht über gezockt habe, werde ich mich jetzt ein, zwei Stunden hinlegen und bis ca. 11 Uhr die Wohnung aufräumen, putzen, duschen usw.; bevor meine Eltern eintreffen müsste ich fertig sein. Im Moment bin ich nur körperlich fertig.

Wenigstens habe ich diesen Samstag mal keine Kopfschmerzen beim Aufwachen gehabt. Trotzdem verschiebt sich von Freitag auf Samstag immer mein kompletter (mühsam antrainierter) Tagesrhythmus … meine innere Uhr tickt im 26/27-Stunden-Rhythmus, nicht in dem von der Normalwelt vorgegebenen und erwarteten 24-Stunden-Rhythmus.

Die vage Idee mit dem Übergeben habe ich mangels echtem Bedürfnis danach wieder verworfen.

Bin mal gespannt, was Ende des Monats bei den Schilddrüsenwerten herauskommt. Ich glaube meinen Hausarzt bzgl. eines Kombipräparates aus T3 und T4 zu fragen, bekomme ich nicht hin. Andererseits würde ich das sehr gerne mal ausprobieren … ft3 war bei mir nie sonderlich hoch, außer einmal eine Zeit lang mal im oberen Normbereich nach Behandlungsbeginn, da war ich wie ausgewechselt und war so lebendig.

Ich weiß nicht, wie meine Schilddrüse mit ihrer (zu) kleinen Größe das alles schaffen soll; sie tut mir irgendwie Leid. Mein Immunsystem wird meine Schilddrüse bis zum Lebensende bekämpfen und weiter zerstören; das ist nicht heilbar. Wenigstens habe ich nicht mehr diese fiesen nadelstichartigen Missempfindungen in der Schilddrüse/im Hals. Die scheinen bei mir nur bei größeren Entzündungsschüben aufzutreten.

Amotivation

Die Arbeitswoche war stressig und teils etwas frustrierend, wenngleich es auch positive Ereignisse gab. Unter anderem wird mein Arbeitsverhältnis verlängert. … Ich bin etwas erleichtert, wenngleich nicht groß überrascht. Nur Freude verspüre ich nicht. … Muss man sich darüber freuen? Es wäre peinlich gewesen, keinen neuen Arbeitsvertrag zu bekommen; ich habe also lediglich die Soll-Hürde genommen. Außerdem ist der neue Vertrag noch nicht unterschrieben – liegt aber eher daran, dass das für meine Chefs reine Formsache ist. Wenn man mir hätte kündigen wollen, dann in der Probezeit. Jetzt haben sie schon zu viel in mich investiert.

Übergeben habe ich mich noch einmal. Ich habe schon wieder vergessen, wann das überhaupt war. Irgendwie kurz nach meinem letzten Beitrag, aber ist auch egal.

Überhaupt, mir ist wie jeden Samstag gerade alles egal und ich habe schon wieder vergessen, was Freitag eigentlich war; man ist so wie im Nebel: Weder erinnert man sich, was die Tage vorher war, noch, was demnächst anliegt. Ich bin heute kaum aus dem Bett gekommen und es gibt noch so viel, was ich heute erledigen wollte/müsste.

Mit meinem Bruder muss ich mich auch noch beschäftigen. Ich weiß nicht, welche Sentimentalität mich geritten hat vor Kurzem, dass ich mich von ihm habe überreden lassen, heute mit ihm was zu zocken online. … Wenn wir wirklich zocken würden, wäre das auch ok. Früher war das sogar lustig. Nur interessiert ihn das Zocken inzwischen weniger, er sucht jemanden, den er zutexten kann. Am Ende habe ich nach sowas immer Kopfschmerzen gehabt und war genervt/erschlagen/platt während er sich gefreut hat und das bald wiederholen wollte, während ich lieber vom nächsten Hochhaus gesprungen wäre, weil ich mich so tot gefühlt habe innerlich. Dabei ging es mir jeweils vor dem Kontakt mit ihm gut.

Morgen besuchen mich unsere Eltern. Das ist an sich nett, bloß gehen wir essen. Und das, obwohl ich derzeit in einen recht angenehmen appetit- und weitgehend hungerlosen Zustand gerutscht bin die letzten Tage. Zwar habe ich natürlich trotzdem etwas gegessen, auch durchaus darunter Eis und Schokolade, nur eben insgesamt nicht so viel. Das hat auch die Waage honoriert: 54,4 kg heute, obwohl das Gewicht die letzten Tage immer zwischen 55,2 und 54,9 kg schwankte und sich dort hartnäckig hielt.

Ich sollte mich aber nicht zu früh freuen, weil mein Körper sich sicher demnächst wieder unnötig viel Wasser ziehen wird. Freue mich jetzt schon total, nicht. Das Essengehen morgen bedeutet neue Wassereinlagerungen.

Mein Gesicht war auch heute mittag nach dem Aufstehen wieder so verquollen, v. a. die Augenlider. Wie soll das erst morgen werden?! … Ich hasse es so. Immer, wenn ich gewichtsmäßig kleine Fortschritte mache, ist irgendwas (Weihnachten, Besuche etc.), so dass ich wieder bei 0 anfange oder das Gewicht noch höher ist danach. Vielleicht sollte ich mich morgen einfach hinterher nochmal übergeben, dann lassen sich die Wassereinlagerungen durch das salzige Essen wenigstens abmildern und ich muss nicht mit so einem unangenehmen Körpergefühl in die neue Arbeitswoche starten.

Positiv:
Ich habe endlich einen Termin zur Blutentnahme bei meinem (etwas weiter entfernten) Hausarzt Ende Januar und bzgl. des dafür erforderlichen Urlaubstages die Vertretung mit meinem Kollegen geklärt. Jetzt muss ich den Urlaubsantrag nur noch bei meinem einen Chef abgeben, von dem unterschrieben zurückbekommen – mit irgendwelchen nicht böse gemeinten, aber für mich doofen Kommentaren- und sodann bei der Zentrale abgeben, damit die das einträgt. Und die Frau von der Zentrale ist zwar durchaus ok, aber hat immer eine wahnsinnig gestresste Ausstrahlung und jammert einen gerne etwas zu. Diplomatisch, wie ich bin, konnte ich das bisher gut händeln, aber es gibt Momente, in denen sie mich (und die anderen noch mehr) damit nervt.

Boah, wie ich das immer liebe … am liebsten würde ich nie Urlaub nehmen, weil ich das ganze Heckmeck für die Urlaubsbewilligung im Vorfeld immer so anstrengend finde, auch wenn es im Nachhinein gar nicht soo schlimm gewesen ist.

Am liebsten würde ich mich wieder hinlegen und Raum & Zeit vergessen.

Update: Letzten Freitag, den 17.01.2020 habe ich den Urlaubsantrag zum Glück morgens einfach unterschrieben auf meinem Arbeitsplatz gefunden. Selbst die Dame von der Zentrale war gerade nicht an ihrem Platz, als ich den Antrag anschließend dort abgegeben habe bzw. auf ihren Schreibtisch gelegt habe. Und als ich letzten Montag den Antrag beim Chef eingereicht hatte, hat der gar keinen seiner sonst beliebten (wie gesagt nicht ernsthaft böse gemeinten) Kommentare gemach. Ok, lag evtl. daran, dass es nur ein Urlaubstag ist. War doch eigentlich gar nicht so schwer…. Ich sollte nicht immer so pessimistisch sein.

Schatten der Vergangenheit

Dieser Eintrag wird sehr weitschweifig, ich hoffe man kommt inhaltlich einigermaßen mit. Evtl. schreibe ich den nochmal neu und mache mehrere Beiträge daraus, sobald ich mehr Zeit habe. Es ist einfach so viel in meinem Kopf, das dazu aufploppt.

Zum Aldi ging es gestern kurz vor Ladenschluss mit dem PKW, mit dem Fahrrad hätte ich das nicht mehr geschafft und mich stresst es in so einem angeschlagenen Zustand ohnehin, wenn ich „unter Menschen“ muss, obwohl ich mich gerade wenn ich krank bin am liebsten wie ein Wildtier verkriechen und erst wieder gesund aus meiner Höhle hervorkommen möchte.
Zum Glück hatte der Aldi sogar Erkältungsmittel im Angebot, darunter sehr nützliche Eukalyptusöl-Kapseln (im Grunde sowas wie Sinupret). Da ich schon mal auf den Beinen war, bin ich noch Tanken gewesen und dann zum Kaufland gefahren, da der am längsten hier geöffnet hat und ich beim Aldi mehr so durchgerannt und wie ein Eichhörnchen von A nach D und dann nach C durch den Laden gehüpft bin. Beim Einkaufen habe ich nach kurzem Zögern auch etwas Süßigkeiten gekauft, vor allem Eis, und das bisher nicht bereut.

Das Zögern beruhte darauf, dass ich a) abnehmen möchte, b) in Süßigkeiten nun wirklich keine Nährstoffe für den Körper stecken und c) ich manchmal (nicht immer) dazu neige, davon zu viel zu essen, wenn ich erst einmal damit angefangen habe (aus einer Mischung aus Konditionierung und emotionalen Gründen, u. a. um zu entspannen).

Außerdem gibt es da einen weiteren Punkt, der mir nicht groß Kopfzerbrechen bereitet und kein Problem darstellt, aber der nicht hätte sein müssen. Dafür muss ich etwas weiter ausholen:
Im Sommer 2019 hatte ich seit Monaten eine sehr stressige Zeit und war auch aufgrund des Gewichtverhaltens meines Körpers irritiert, da ich kurz vorher im März/April 2019 noch das Problem gehabt hatte, konstant abzunehmen, kaum Hunger zu haben und trotz zT sehr kalorienhaltiger Ernährung gewichtsmäßig wieder tiefer zu rutschen; plötzlich begann ich jedoch, in kurzer Zeit deutlich zuzunehmen, obwohl ich mich dann sogar kompensatorisch recht gesund und eher kalorienarm ernährte, sogar nach meinem Umzug am neuen Wohnort wieder mit Sport anfing, den ich die Monate zuvor wegen der Blinddarmgeschichte weitgehend hatte pausieren müssen.

Einiges sprach für Wassereinlagerungen, aber anders als die normalen Wassereinlagerungen verschwanden diese kaum bzw. nicht vollständig. Sowas hatte ich früher einmal während des Studiums gehabt, als ich nach Beendigung meiner damaligen anorektisch-bulimischen Phase Dank der (mir da unbekannten) Schilddrüsenunterfunktion innerhalb weniger Wochen trotz moderaten Essens ca. 13 kg auf ein zum Glück nie wieder erreichtes Höchstgewicht von 63 kg bei 1,7 m zunahm, was mir damals eine nachhaltigen Schrecken eingejagt hat. (Selbst vor meiner Essstörung habe ich trotz regelrechten Süßigkeiteninhalierens zum normalen, kalorienreichen Essen nie mehr als maximal 60 kg gewogen, meistens eher um die 57 kg.) Bei diesen 13 kg half nichts, weder Wenigessen, noch stundenlang Laufengehen. Es war einfach so, als wenn der Körper ein Eigenleben führte und man jegliche Kontrolle darüber verloren hätte. Für mich damals eine Katastrophe. … Und schlimm fände ich das auch heutzutage noch. Mit vorübergehenden, normalen Gewichtsschwankungen kann ich dagegen umgehen; das belastet mich nicht seelisch.

Sehr mühsam konnte ich damals wieder auf 59/58 kg abnehmen, danach ging wieder nichts mehr runter. Irgendwann kurz vor der Hashimoto-Diagnose, im Zeitraum meines ersten Staatsexamens, ging das Gewicht wieder etwas weiter runter. Aber erst nach der Diagnose & Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion konnte ich relativ normal zunächst von ca. 56/55 kg auf ca. 54 kg abnehmen binnen weniger Tage und das Gewicht auch mit normaler, nicht kalorienarmer Ernährung entspannt halten (im ersten Jahr nur mit Selen als Medikament für die Schilddrüsenerkrankung, weil mein Hausarzt da von der zögerlichen Sorte ist und auch sehr schlechte Schilddrüsenwerte noch nicht allzu behandlungsbedürftig findet). Mir ging es zunächst besser, aber wenige Monate darauf wieder schlechter mit Müdigkeit, Antriebslosigkeit, wenngleich nicht so extrem, wie während meines Studiums und in der Pubertät.
Später bekam ich Eferox verschrieben und entdeckte in der Halbzeit meines Referendariats erstmals seit meiner Kindheit, wie viel Energie man haben kann. Es war sehr ungewohnt; man ist auch ungewohnt lebendiger innerlich; auch der Körper. Man gewöhnt sich ja an viele Unterfunktionssymptome und hält das für seinen Normalzustand.

Außerdem entdeckte ich kurz vor der Diagnose der Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto Anfang 2016, dass ich offensichtlich an einer Histaminintoleranz litt. Später bei histaminärmerer Ernährung und besserer Einstellung der Schilddrüse, weil ich endlich L-Thyroxin verschrieben bekam, ist das Gewicht dann letztlich auf 52/53 kg gesunken, ganz ohne Hungern, ich hatte sogar wieder mehr Appetit und habe mehr gegessen, als vorher. Ein Großteil meiner Gewichtszunahme war offenbar Wasser gewesen, das der Körper wie ein Schwamm gespeichert hatte.
Am Ende stabilisierte sich mein Gewicht mit normalen, intuitiven Essverhalten über Jahre auf ca. 52 kg, was ich geradezu paradiesisch fand. Zumal meine Beine schlank wie nie waren, da ich keine Wassereinlagerungen hatte.

Im Oktober 2018 musste ich aufgrund eines etwas verschleppten Blinddarmdurchbruchs samt Bauchfellentzündung notoperiert werden. In dem Krankenhaus wurde ich zu allem Überfluss nach der OP direkt ein paar Tage parental ernährt, wobei man wohl die Glukoseinfusionen überdosiert hatte. Dank der Infektion (oder den Infusionen?) war meine Leber angegriffen und durch die Glukoseinfusionen hatte ich einen für Nichtdiabetiker eigentlich unerreichbaren Blutzuckerwert kurz vorm Diabeteskoma, mit entsprechenden Beschwerden, die ich unwissenderweise auf die OP und die Infektion schob, kurz ich dachte, das wäre normal so.

Glücklicherweise hatte eine der Krankenschwestern das Problem erkannt, aber auch danach ging es mir während der gesamten parentalen Ernährung schlecht; mein Körper hat die glaube ich einfach nicht vertragen – und selbst essen durfte ich nur Sachen, die mein Körper absolut nicht wollte und vor denen es mich richtiggehend geekelt hat, auch wenn ich sonst nicht so empfindlich bin, so dass ich drei Kreuze nach der Entlassung gemacht habe, als ich endlich wieder normales Essen hatte.

Nach der Entlassung hatte ich derart geschwollene Beine, dass ich keine sichtbaren Knöchel mehr hatte, obwohl diese Stelle selbst bei normalen Wassereinlagerungen bei mir sehr schlank bleibt. Ich hatte durch die Infusionen im Krankenhaus innerhalb einer Woche ca. 6 kg Wasser eingelagert. Im Krankenhaus hat das niemanden gejuckt, persönlich finde ich das nicht sooo normal, zumal ich mich dort auch recht zügig viel bewegt habe im Vergleich zu anderen Patienten, um wieder fit zu werden, aber gut. Wenigstens ging das Wasser Daheim bei meinen Eltern sehr schnell wieder weg binnen weniger Tage.
Das war etwas merkwürdig vom Gefühl her für mich, weil die Waage jeden Tag 1kg oder mehr weniger anzeigte, was mich erfreut hat und irgendwie auch ein bisschen an die Hochphase meiner Magersucht erinnert hat, als es mit dem Abnehmen gerade so gut klappte (und mich meine Eltern just da zum Hausarzt genötigt hatten).

Am Ende landete ich trotz Essensgehens mit meinen Eltern etc. bei 49 kg. Eine Zahl, die ich zuletzt in anorektischen Zeiten auf der Waage gesehen hatte. Ich müsste lügen, dass mir das nicht gefallen hätte, auch wenn mir klar war, dass das nicht für die Ewigkeit wäre und ich so ca. 1-2 kg wieder zunehmen sollte/würde, weil ich die ersten Wochen nach der OP einfach nicht viel essen konnte. In den nächsten Monaten pendelte sich das Gewicht auf ca. 51/52 kg ein, trotz sehr normalen Essens, also auch Süßigkeiten und sehr wenig Bewegung, da ich noch etwas schlapp und durch die bevorstehende Abschlussprüfung gehandicapt war (ich hatte tierische Prüfungsangst, um genau zu sein). Bei 51/52 kg hätte mein Gewicht ruhig bleiben können.

Zurück zu diesem Sommertag 2019:
Um mich vom Arbeitsstress abzulenken und von meinen Zukunftssorgen zu beruhigen, hatte ich Süßigkeiten gegessen; irgendwie kam der Punkt, ab dem ich beschloss, ganz gezielt die restlichen Süßigkeitenvorräte auch noch zu essen und das Ganze wieder zu erbrechen, wie in alten Zeiten. Es war etwas ungewohnt, aber schnell wieder vertraut und das Erbrechen klappte wie eh und je, gelernt ist eben gelernt. Irgendwelche Schäden habe ich auch Früher nie davongetragen, was sicher auch daran liegt, dass meine „Kotzmethode“ recht schonend ist, auch wenn das Ganze natürlich ungesund bleibt und nicht nachahmenswert ist.

Irgendwie hatte ich auch vorher schon eine gewisse Sehnsucht nach meinen essgestörten Zeiten verspürt (also Pubertät, Schule, Studium), einfach weil ich das Gefühl hatte, mich an mein Alter-Ego gar nicht mehr erinnern zu können und irgendwie den Kontakt „zu meinem früheren Ich“ und damit auch die Erinnerungen an Großteile meines Lebens gerade endgültig zu verlieren. Außerdem war ich wie gesagt etwas nachhaltiger frustriert über die chronisch-hartnäckigen Wassereinlagerungen bzw. die etwas rätselhafte Gewichtszunahme bis zum Sommer 2019, trotz meines Gegensteuerns. Ich hatte die Sorge, dass sich das Drama mit der zweistelligen, unaufhaltsamen Zunahme aus dem Studium wiederholen könnte. Dazu kam der anhaltende Arbeitsstress; der Einstieg ins Berufsleben ist mit chronischen Selbstzweifeln und einer Prüfungs- & Bewertungsangst erst recht kein Zuckerschlecken. Zumal der Job sehr anspruchsvoll ist und sowohl die Interessen der Chefs sowie der „Kunden“ oft unter Zeitdruck durch Fristen und die Vielzahl an Akten zu erledigen sind.
Andererseits tut mir die Arbeit trotz allem gut, ich bin gar nicht mehr so unsicher und ängstlich innerlich. Außerdem habe ich vergleichsweise viele Entscheidungsfreiheiten und schwimme nicht mehr so viel, wie ganz am Anfang. Die Kollegen und Chefs sind auch sehr ok, haben aber natürlich auch Erwartungen (wobei ich die an sich erfülle, ich habe trotzdem schnell die Sorge, diesen Erwartungen nicht zu genügen oder jemanden zu enttäuschen, Fehler zu machen & Mist zu bauen etc.). Am Ende vom Urlaub sowie Sonntagnachmittags/-abends werde ich wieder angespannt, ebenso unter der Woche abends. Das hat sich immer noch nicht ganz gelegt, wird aber besser nach und nach.

Vielleicht war es das in der Summe, was den Ausschlag gab, mich zu übergeben. Das hatte ich zuletzt vor ca. 5/6 Jahre getan, nachdem ich mich ganz gezielt nochmal nach einem entsprechenden Einkauf dafür erbrochen hatte und damals final feststellen musste, dass es mir einfach beim besten Willen nichts mehr gab. Ich kann das nicht gut erklären, das Erbrechen war irgendwie langweilig geworden, nicht mal das Essen vorher war mehr, als eine Notwendigkeit, um sich erbrechen zu können. Davor hatte ich das ursprünglich mal gemocht bzw. teils exzessiv suchtartig genutzt, um den Tag rumzubekommen, ohne „anwesend“ sein zu müssen.

Danach habe ich mich im weiteren Verlauf des Jahres 2019 noch das ein oder andere Mal sporadisch übergeben. Das Übergeben war immer im Zusammenhang mit Süßigkeiten (deshalb mein Zögern beim Einkaufen), zuletzt am 1.1.2020, da meine Eltern mir ausgerechnet mehrere 100g Schokolade geschenkt hatten, nachdem ich die ganzen Tage bei ihnen viel mehr, viel öfters und anders gegessen hatte ihnen zuliebe, als ich Hunger & Appetit gehabt hatte (hallo Fremdbestimmung); und das, obwohl mein Gewicht eh schon so doof war und mir eher nach Sport und gesundem Essen gewesen wäre. Allerdings können meine Eltern dafür auch nichts; unter normalen Umständen hätte mir das Essen bei ihnen auch nichts ausgemacht, aber dieses ähm letztes Jahr war einfach mit dem Gewicht völlig blöd. Erstmals wieder.

Aber ich denke, es wird bei diesen Ausflügen in die Vergangenheit bleiben. Das bringt mich auch nicht näher an mein Alter-Ego zurück und besser erinnern kann ich mich dadurch auch nicht. Zum Abnehmen ist das Erbrechen eh kontraproduktiv; abgesehen davon verursacht es bei mir inzwischen sogar eher zusätzlich Wassereinlagerungen.

Mein derzeitiges Gewicht beträgt 55,4 kg. Das ist mir zu viel, auch wenn ich auch damit sehr schlank aussehe etc. und sich das Gewicht immerhin stabilisiert hat – während der Weihnachtsfeiertage hatte ich bei meinen Eltern zwischendurch 57 kg. Das hätte mich früher umgeworfen und toll finde ich es auch heutzutage nicht, aber ich wußte auch, dass davon ca. 2 kg temporäre Wassereinlagerungen sind und noch wenig vorher lag mein Gewicht (wieder) bei 54 kg. Zwischendurch im Sommer 2019 auch mal von 54,5 kg wieder auf 52,3 kg, als das ganze Wasser weg war, bevor das Gewicht wieder stieg und sich bei 54/55 kg eingependelt hat.

Es ist mir persönlich einfach etwas zu viel, insbesondere, weil diese Zunahmen innerhalb kurzer Zeit 2019 von den vorherigen 52 kg, die ich stabil die letzten Jahre hatte, unverdient ist in meinen Augen. Ich wäre wieder mit 52 kg (+/- 1 kg je nach Tagesschwankung) zufrieden. Evtl. wegen der normalen Wassereinlagerungen durch salziges Essen etc. wären 51 kg besser, aber weniger muss es nicht sein. Mir reicht das und ich möchte auch nicht negativ bei der Arbeit auffallen. Fehlte mir, dass man mich dort für essgestört hält.

So, ich werde den Rest des Tages mit Zocken verbringen:
Red Dead Redemption 2 (PC) ist einfach super; das Spiel ist der Wahnsinn, ich könnte damit Tage verbringen. Die lange Wartezeit für uns PC-Spieler hat sich absolut gelohnt.

Mein Bruder hatte mich heute Vormittags/Mittag zwar angerufen (habe ich verschlafen) und mir getextet (eigentlich sogar ganz nett) und ich habe ihm auch nicht unfreundlich geantwortet, aber er hat mich darüber hinaus zum Glück bisher in Ruhe gelassen. Mich stresst das immer mit ihm, wenn er Kontakt will, noch dazu, wenn ich eh Zeitstress habe. Morgen beginnt wieder eine volle Arbeitswoche und die Erkältung ist auch noch da, wenngleich Dank der Eukalyptusölkapseln besser.