
… so kommt es mir jedenfalls ein bisschen vor angesichts des Shutdowns und des Schneeregens Draußen.
Meine Robe wird länger im Schrank hängenbleiben, so viel steht nun fest. Sämtliche Gerichtstermine in nächster Zeit sind wegen der Virus-Situation aufgehoben. Das ist mir insoweit recht, schließlich habe auch ich kein Interesse an einer Infektion.
Privat mache ich mir ein bisschen Sorgen um meinen Kumpel B.. Genervt bin ich dagegen von manchen anderen sozialen Kontakten, mit denen ich teils keinen Kontakt mehr haben möchte oder nur einen rein bekanntschaftlichen Kontakt.
Bisher hatte das auch einigermaßen funktioniert, nur scheint denen durch die aktuelle Situation die Decke auf den Kopf zu fallen und so strecken sie ihre Fühler wieder verstärkt nach mir aus. Es mag für Außenstehende nicht nachvollziehbar und übertrieben sein, aber ich hasse sowas. Zumal wenn ich meine Grenzen bereits deutlich abgesteckt habe in dem einen Fall – oder sie wie in dem anderen Fall zumindest mit etwas gutem Willen deutlich zu erkennen wäre. Vorausgesetzt, man ist bereit zu akzeptieren, dass das Gegenüber keinen Kontakt möchte.
Der eine Witzbold schlägt gar vor, dass wir uns doch derzeit gut zum Spazierengehen treffen könnten, nachdem ich seine vorgeschobenen anderen Anfragen wie ein Lotusblatt habe abgleiten und ihn damit ins Leere laufen lassen. … Ohne Worte! Sowohl der Vorschlag selbst in diesen Zeiten, als auch seine Motivation dahinter.
Ich bin mir inzwischen sicher, dass der immer noch verknallt in mich ist und meine insofern deutliche Grenzziehung immer noch nicht kapieren will, auch wenn er sich nicht traut, das offen zu kommunizieren – und sich eine weitere direkte Absage einzufangen. Stattdessen versucht man(n) es lieber unter falscher Flagge mit regelmäßigen Fragen per WhatsApp, die allesamt unter diversen Vorwänden darauf abzielen, mich irgendwie zu einem realen Treffen zu bewegen.
Mich macht das ehrlich aggressiv. Eben dieses „sich unter Vorwänden wieder an einen heranwanzen“, obwohl bereits ein deutliches Nein von mir zu einer sexuellen oder partnerschaftlichen Beziehung zwischen uns steht.
Noch einmal falle ich bei dem auf die auch anfangs vorgetäuschte „Kumpelschiene“ nicht herein. Zumal einem das ja noch später verdreht wird, dass man ja auch freundlich reagiert habe und sich der andere daher berechtigt Hoffnungen auf mehr gemacht hätte (obwohl ich mich alles andere als flirtend verhalten habe; eben tatsächlich rein kumpel-bekanntschaftsmäßig; da ich kein weitergehendes Interesse an anderen habe, ist das mein genuines Verhalten).
Was läuft bei solchen Menschen eigentlich verkehrt? Sind das die Hormone? Ist das der Sexualtrieb?
Was ist bitte so schwer daran zu akzeptieren, wenn jemand keinen (vertieften) Kontakt mit einem möchte? Schon gar nicht mit partnerschaftlichen bzw. sexuellen Absichten. Davon hängt doch echt nicht das eigene Wohlergehen ab. Dann lässt man denjenigen eben in Ruhe und fertig.
Wenn das so weitergeht, werde ich irgendwann höchst unfreundlich werden (müssen). Nach den typischen ungeschriebenen Spielregeln bin ich dann das Arschloch, das man dann noch zu allem Überfluss vollzujammern versucht. Alles schon gehabt. Verliebte haben Narrenfreiheit bei Grenzüberschreitungen und wehe man wehrt sich als Gegenüber irgendwann härter, weil alles andere vorher nicht erhört worden ist.
Ganz generell, nicht nur auf die beiden bezogen, obwohl sie zu diesem Personenkreis zählen:
Mir gehen diese Mitmenschen so auf die Nerven, die mit sich selbst nichts anzufangen wissen und sich dann an einen zu kletten versuchen, weil sie soziale Bespaßer suchen. Im Moment drehen die besonders am Rad, weil sie auf Entzug sind.
Am liebsten hätte ich real, wie auch im übertragenen Sinne einen Zorbing Ball. Damit wäre die soziale Distanz gewahrt, auch gegen aufdringliche Mitmenschen sowie Viren, und man könnte sogar über’s Wasser laufen.

Hmm, warum brichst du den Kontakt nicht einfach ab mit den Leuten, die dir nicht gut tun? Radikaler Frühjahrsputz in der Kontaktliste! 😀
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An sich handhabe ich das so, dass ich solche Kontakte auslaufen lasse. An sich verstehen das die meisten auch, es gibt aber leider hartnäckige Fälle.
Ich finde es immer etwas blöd für beide Seiten, wenn der andere einen gewissermaßen zwingt, ihm erst ins Gesicht sagen zu müssen, dass man keinen Kontakt mehr möchte. Das führt auch nur zu verletzten und teils beleidigten Reaktionen, egal wie man es formuliert.
Bei den beiden aus meinem Text ist es insgesamt doof von der Konstellation, weil beide wiederum mit anderen „sozialen Kreisen“ verbandelt sind, mit denen ich regelmäßig zu tun habe:
Der eine ist im selben kleinen Sportverein, so dass man sich da nicht aus dem Weg gehen kann und mindestens 2x die Woche sieht regulär (jetzt im Moment eben wegen der Pandemie nicht). Der hat von mir auch wie gesagt bereits einen direkten, unmissverständlichen Korb bekommen. Es schien auch erst, als hätte er das verstanden, aber so penetrant, wie der derzeit wieder drauf ist, fürchte ich, dass er sich immer noch Chancen ausrechnet.
Ursprünglich wäre ich mit einer losen Bekanntschaft einverstanden gewesen – darauf hatten wir uns beim Korb verständigt – aber inzwischen bin ich ehrlicherweise nur noch genervt, weil er mich im Grunde „nötigt“ ihm regelmäßig Absagen zu erteilen und dann immer so auf „ich habe es ja nur gut gemeint“ macht; das Ganze eben immer so, dass man ihm formal keinen Vorwurf machen kann oder eine direkte Ansage übertrieben wäre, auch wenn ich wette, dass er sich gegenüber seinen männlichen Kumpels nicht so verhält. Eben so amöbenhaft und stets unter diesem „Kumpeldeckmantel“. Der ist irgendwie wie ein großes Kind vom Gemüt her.
Ich glaube ich frage ihn mal, ob er mit seinen männlichen Kumpels auch spazierengeht. … Verarschen kann er sich nämlich selbst.
Der andere ist blöderweise ein Freund von meinem Kumpel/Freund, auch wenn er zum Glück weiter weg in einer anderen Stadt wohnt. Den habe ich auch erst mal aus der Steam-Freundesliste gekickt etc., auch wenn ich kurz danach gleich wieder eine Freundschaftsanfrage von ihm drin hatte (die ich seitdem ignoriere).
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