Blutzoll

Ich hoffe das bekommt niemand in den falschen Hals. Es hat auch nichts mit dem Virus zu tun, also keine Sorge. Wer sich schnell ekelt oder gerade isst, sollte besser wegklicken.

Es fing gestern mit dem ersten unschuldigen roten Tropfen an, der plötzlich vor mir auf die Keramik platschte, als ich mich gerade übergab. Ich habe ja schon viel erlebt beim Übergeben, inklusive Beinahe-Ersticken, aber Nasenbluten habe ich davon bislang noch nie bekommen. Nicht einmal in früheren exzessiven Zeiten, in denen es mich beim besten Willen nicht gewundert hätte.

Das gestern hat mich gewundert, weil es für mich nicht wirklich plausibel war. Erbrechen tue ich mich über die letzten Wochen betrachtet etwa 2-3/Monat, mit eher sinkender Tendenz und na ja einfach insgesamt vom Ausmaß her abnehmend; es würde mich nicht wundern, wenn es sich bald wieder final erledigt hat für die nächsten Jahre oder so. Allerdings mag ich mir in der Hinsicht nichts bestimmtes vornehmen, weil ich im Moment zwar Nichtübergeben insgesamt besser finde und das Bedürfnis danach eher gering ist, ich mich aber nicht so 100%ig überzeugt für die Option entscheiden kann, es einfach komplett sein zu lassen.

Außerdem übergebe ich mich je nachdem im Zweifel auch trotz eines gering ausgeprägten Bedürfnisses danach, oder andersherum übergebe ich mich trotz situativ etwas größeren Wunsches danach trotzdem nicht, ohne dass es mir schwerfallen würde. Erklären kann ich das nicht.

Manchmal beschleicht mich eh der Verdacht, dass mein Handeln, Denken und Empfinden generell öfters auseinanderfallen => Ich handel anders, als ich fühle und denke; und ich fühle anders, als ich handel und denke etc..

Immerhin hat das Nasenbluten gestern so schnell wieder aufgehört, wie es angefangen hat. Heute abend habe ich nach dem Abendessen ein paar bislang aufgeschobene Dinge erledigt. Später wieder in Ruhe habe ich erneut Nasenbluten bekommen. … Eigentlich bin ich so der Mensch, der so gut wie nie Nasenbluten bekommt. Die Ursache war schnell gefunden: Mein Blutdruck war zwar noch normal-hoch, aber höher, als gewöhnlich. Vielleicht sollte ich doch mal ein paar chronische (hausgemachte) Stressfaktoren aus meinem Alltag entfernen? Andererseits ist mein Alltagsstress überschaubar, je nach Sichtweise habe ich gar keinen echten Stress bzw. Grund, mich gestresst zu fühlen.

Wer dagegen derzeit richtig Alltagsstress hat, mehr als sonst ohnehin schon, sind mein Hausarzt und dessen Mitarbeiter. Meine Mutter musste heute dorthin und nach dem, was sie von dort berichtet hat, tut mir mein Hausarzt leid. Nicht nur wegen des Massenandrangs gleich an seinem ersten Arbeitstag nach einer Woche Ferien (die ihm aus tiefstem Herzen gegönnt sind), sondern auch, weil er gewissermaßen wie andere aus der Medizinsparte tagtäglich direkt an den (potentiellen) Seuchenquellen sitzt, kümmerlich bewaffnet mit einem Mundschutz (der Rest in der Praxis trägt zusätzlich so eine Art Kunststoffschutz vorm Gesicht). Ich drücke ihm und seinen Angestellten die Daumen.

Btw: Meine Mutter hat eine vorgeschädigte Lunge, den medizinischen Fachbegriff kenne ich nicht, aber von den Symptomen her ist das ein wenig wie Asthma, wobei die akuten Anfälle u.a. durch kalte Luft, Zigarettenqualm usw. ausgelöst werden. Jedenfalls muss sie dann husten, bekommt schlecht Luft und braucht tatsächlich im Zweifel Asthmaspray, weil sich die Lunge wohl verkrampft. Da es heute morgen noch sehr kalt war, bekam sie leider just in der Praxis einen Hustenanfall. In diesen Zeiten ist man damit natürlich direkt ganz weit vorne … in der Liste der spontan im Raum meistgehassten Personen.^^ O-Ton: „Die Leute hätten mich fast gelyncht.“

Wenn ich mir überlege, wie die Leute auf mich zu Zeiten der Schweinegrippe reagiert haben, als ich just im Bus einen Schnupfenanfall bekommen habe (zu viel Histamin eben), glaube ich ihr sofort.

Winterruhe

… so kommt es mir jedenfalls ein bisschen vor angesichts des Shutdowns und des Schneeregens Draußen.

Meine Robe wird länger im Schrank hängenbleiben, so viel steht nun fest. Sämtliche Gerichtstermine in nächster Zeit sind wegen der Virus-Situation aufgehoben. Das ist mir insoweit recht, schließlich habe auch ich kein Interesse an einer Infektion.

Privat mache ich mir ein bisschen Sorgen um meinen Kumpel B.. Genervt bin ich dagegen von manchen anderen sozialen Kontakten, mit denen ich teils keinen Kontakt mehr haben möchte oder nur einen rein bekanntschaftlichen Kontakt.

Bisher hatte das auch einigermaßen funktioniert, nur scheint denen durch die aktuelle Situation die Decke auf den Kopf zu fallen und so strecken sie ihre Fühler wieder verstärkt nach mir aus. Es mag für Außenstehende nicht nachvollziehbar und übertrieben sein, aber ich hasse sowas. Zumal wenn ich meine Grenzen bereits deutlich abgesteckt habe in dem einen Fall – oder sie wie in dem anderen Fall zumindest mit etwas gutem Willen deutlich zu erkennen wäre. Vorausgesetzt, man ist bereit zu akzeptieren, dass das Gegenüber keinen Kontakt möchte.

Der eine Witzbold schlägt gar vor, dass wir uns doch derzeit gut zum Spazierengehen treffen könnten, nachdem ich seine vorgeschobenen anderen Anfragen wie ein Lotusblatt habe abgleiten und ihn damit ins Leere laufen lassen. … Ohne Worte! Sowohl der Vorschlag selbst in diesen Zeiten, als auch seine Motivation dahinter.

Ich bin mir inzwischen sicher, dass der immer noch verknallt in mich ist und meine insofern deutliche Grenzziehung immer noch nicht kapieren will, auch wenn er sich nicht traut, das offen zu kommunizieren – und sich eine weitere direkte Absage einzufangen. Stattdessen versucht man(n) es lieber unter falscher Flagge mit regelmäßigen Fragen per WhatsApp, die allesamt unter diversen Vorwänden darauf abzielen, mich irgendwie zu einem realen Treffen zu bewegen.

Mich macht das ehrlich aggressiv. Eben dieses „sich unter Vorwänden wieder an einen heranwanzen“, obwohl bereits ein deutliches Nein von mir zu einer sexuellen oder partnerschaftlichen Beziehung zwischen uns steht.

Noch einmal falle ich bei dem auf die auch anfangs vorgetäuschte „Kumpelschiene“ nicht herein. Zumal einem das ja noch später verdreht wird, dass man ja auch freundlich reagiert habe und sich der andere daher berechtigt Hoffnungen auf mehr gemacht hätte (obwohl ich mich alles andere als flirtend verhalten habe; eben tatsächlich rein kumpel-bekanntschaftsmäßig; da ich kein weitergehendes Interesse an anderen habe, ist das mein genuines Verhalten).

Was läuft bei solchen Menschen eigentlich verkehrt? Sind das die Hormone? Ist das der Sexualtrieb?
Was ist bitte so schwer daran zu akzeptieren, wenn jemand keinen (vertieften) Kontakt mit einem möchte? Schon gar nicht mit partnerschaftlichen bzw. sexuellen Absichten. Davon hängt doch echt nicht das eigene Wohlergehen ab. Dann lässt man denjenigen eben in Ruhe und fertig.

Wenn das so weitergeht, werde ich irgendwann höchst unfreundlich werden (müssen). Nach den typischen ungeschriebenen Spielregeln bin ich dann das Arschloch, das man dann noch zu allem Überfluss vollzujammern versucht. Alles schon gehabt. Verliebte haben Narrenfreiheit bei Grenzüberschreitungen und wehe man wehrt sich als Gegenüber irgendwann härter, weil alles andere vorher nicht erhört worden ist.

Ganz generell, nicht nur auf die beiden bezogen, obwohl sie zu diesem Personenkreis zählen:
Mir gehen diese Mitmenschen so auf die Nerven, die mit sich selbst nichts anzufangen wissen und sich dann an einen zu kletten versuchen, weil sie soziale Bespaßer suchen. Im Moment drehen die besonders am Rad, weil sie auf Entzug sind.

Am liebsten hätte ich real, wie auch im übertragenen Sinne einen Zorbing Ball. Damit wäre die soziale Distanz gewahrt, auch gegen aufdringliche Mitmenschen sowie Viren, und man könnte sogar über’s Wasser laufen.

Kristallfüchse und andere Merkwürdigkeiten

Am Wochenende habe ich Star Wars: Die letzten Jedi gesehen und muss meine bisherige schlechte Meinung über die neue Triologie revidieren; so schlecht war der Film gar nicht. Gerade auch nicht im direkten Vergleich zu den allerersten Filmen, die mir in etwas verklärter Erinnerung aus Kindheitstagen sind. Und so niedliche Wesen wie die Kristallfüchse stimmen mich zusätzlich gnädig.
Das ist wie bei Katzen, da bin ich machtlos.

Machtlos fühle ich mich im negativen Sinne derzeit auch bezüglich meines Alltags. Die letzte Sporteinheit ist mehrere Wochen her und obwohl ich mir fast täglich neu vornehme, den nächsten Abend (oder am Wochenende tagsüber) aber wirklich Laufen zu gehen Draußen, bekomme ich das nicht hin.

Gründe könnte ich viele aufzählen, angefangen davon, dass ich abends nach einem Tag voll mit Aufgaben und Anforderungen einfach am Ende meiner Selbstdisziplin angelangt bin. Bis auf wenige Ausnahmen haben sich meine Beine beim Laufen wie Blei angefühlt, abgesehen von der schlechten Kondition, die mittlerweile im Keller angelangt sein dürfte.

Im Moment ist es abends zudem arschkalt, mir sind am Samstagabend beim erstmaligen Spazierengehen als spärlicher Ersatz zum Laufen trotz der Handschuhe die Hände fast abgefallen; außerdem habe ich selten solche Schmerzen nur durch Kälte in den Händen gehabt. Zuletzt hatte ich das einmal beim Skifahren in den Alpen vor zig Jahren. … Das Blöde ist auch, dass die Schmerzen auch nach dem Reinkommen ins Warme erst so richtig fies werden, bevor es besser wird.
Ob einem eigentlich unter solchen Umständen die Finger abfrieren können? Ist das medizinisch möglich? Und warum unternimmt mein unfähiger Körper nichts dagegen?! Reserven hätte er genügend, die er für die Wärmeproduktion verwenden könnte – macht er nur nicht, blöd wie er ist.

Ich verstehe meinen Körper nicht. Noch bis vor etwas über einem Jahr dachte ich, mein Körper würde endlich mal normal funktionieren, so nach Jahren mit mehr oder weniger ausgeprägter Schilddrüsenunterfunktion, und ich könnte ihm vertrauen.
Also das Vertrauen ist jedenfalls inzwischen wieder so ziemlich weitgehend dahin.

Mein Körper funktioniert zumindest nach meinem subjektiven Eindruck nicht wie ein normaler Körper und baut immer weiter ab.
Nicht einmal der Wasserhaushalt funktioniert normal; während der 2. Zyklushälfte ist es nochmals schlimmer seit etwa einem 3/4 Jahr, seitdem überhaupt die ganzen Beschwerden angefangen haben, mit denen ich mich seitdem chronisch herumschlage. Die Ursache finde ich einfach nicht und später kam dann auch noch diese auf Dauer etwas lästige Sache mit dem sporadischen Übergeben hinzu. Gut, dass ich meine Gene nicht weitergeben werde. Soll sich das bessere Genmaterial anderer Menschen durchsetzen.

Irgendwie habe ich auch aus dem Grunde keine richtige Lust, mich mehr als notwendig um meinen Körper zu kümmern. Warum etwas pflegen, das so defizitär ist? Dann doch besser den Gnadenschuss geben.
Dass ich mich überhaupt um ihn kümmere liegt an einer Mischung aus Pflichtbewusstsein und dem Bestreben, vor anderen Menschen – vor allem auf der Arbeit – nicht negativ aufzufallen bzw. kränklich zu wirken; gerade in diesen Zeiten nicht.

Das Positive am Virus ist immerhin, dass ich nun ohne aufzufallen mit Latexhandschuhen einkaufen gehen kann. Ich wollte immer schon mal Professor T im Supermarkt spielen. Außerdem hat sich die Richterin noch gemeldet und den einen Termin kurzfristig abgesagt. Auch andere Gerichtstermine sind kurzerhand mit Verweis auf das berühmte Virus auf den Sommer verlegt worden, mit zwei Ausnahmen, aber ich denke, dass auch die Termine vermutlich noch verlegt werden.

Wahrscheinlich wird sich die Virus-Sache noch weiter ziehen und auch hier schlimmer werden, denke ich. Italien, Spanien, der Schweiz und all den anderen betroffenen Ländern drücke ich die Daumen.

Man soll ja immer etwas Positives schreiben. Andererseits bin ich derzeit eigentlich fast nur erschöpft, komme privat zu fast nichts und bin von mir selbst und meinen Mitmenschen genervt, obwohl ich beruflich meinen Umsatz deutlich steigern konnte und eigentlich im Moment erfreulicherweise etwas entlastet bin und die immer noch genügend vorhandenden Angelegenheiten abarbeiten kann; dem Virus sei Dank.

Ein bisschen merkwürdig finde ich die Klagen einiger Mitmenschen über den verordneten sozialen Rückzug. So lebe ich quasi immer schon. Bei mir ist lediglich der Vereinssport weggefallen, aber alle anderen empfohlenen Maßnahmen wie Abstand zu anderen, sich nicht mit anderen verabreden und möglichst in den eigenen vier Wänden aufhalten etc. pflege ich in meinem Alltag seit Jahren. Es ist eine absolute Ausnahme im Jahr, wenn ich mich privat verabrede. Es ist aktuell doch sogar schöner, als normal, da man beim Spazierengehen im Feld und Wald nun wirklich fast keine anderen Menschen mehr trifft; auch auf den Straßen hier sind so gut wie keine Menschen mehr. Paradiesisch!
Zu hören, wie schlimm nicht wenige so ein Leben bereits nach wenigen Tagen finden, macht mich etwas ratlos. Ich würde denen gerne etwas Freundliches und Ermunterndes sagen, fürchte aber, dass einfach nur mein geballtes Unverständnis ankommen wird.

Wenn ich mir was wünschen könnte, wäre das ein Impfstoff gegen Corona, Sommer mit Wärme und langen, hellen Abenden für Eulen wie mich und eine Katze. … Wobei die Katze vielleicht doch lieber nicht; diese Miniatur-Tiger sind so anspruchsvoll und inkompatibel zu meiner berufsbedingten häuslichen Abwesenheit tagsüber. Ein im benachbarten Wald freilebender Polar- oder Kristallfuchs, eine Wildkatze, ein Luchs und ein Rabe wären besser.

Business as usual

Eigentlich ist mein Arbeitsalltag wie immer, es ist nur deutlich leerer auf den Straßen morgens und abends auf dem Arbeitsweg. Ideal für einzelgängerische Menschen, die gerne Abstand zu anderen haben. Gefällt mir an sich gut und es vermittelt viel mehr Ruhe, als sonst (ich bin da sehr reizsensibel) – auch wenn der Grund natürlich unerfreulich ist.

Mal sehen, ob die Richterin den Termin aufheben wird. Verdenken könnte ich es ihr nicht. Die Richter können sich das jeweils selbst kraft ihrer richterlichen Unabhängigkeit überlegen. Immerhin verlangt hier niemand Mundschutz und Handschuhe für seine Verhandlungen; sähe bestimmt skurril aus – da reißen die Roben auch nichts mehr raus^^.
Andererseits würde ich die Angelegenheit gerne abschließen. Gut, dass wenigstens die anderen Verhandlungen soweit noch stattgefunden haben. Ich bin über alles froh, das erledigt ist und hinter das ich einen Haken setzen kann.

Am Freitag oder Samstag werde ich wie üblich einkaufen gehen; ich kaufe idR meine üblichen Sachen nach, sobald die sich leeren, und hole lieber mit einem Beutezug alles, was ich so die nächste Zeit brauche, als jeden 3. Tag oder jede Woche loszumüssen. Und das wohlgemerkt lange vor Corona. Allerdings käme es mir nicht in den Sinn, kiloweise Mehl etc. zu kaufen; sind eher haushaltsübliche Mengen oder weniger.

Ich bin mal gespannt, wie es hier inzwischen im Supermarkt aussieht; meine Eltern haben mir aus ihren Jagdgebieten dazu wenig Erbauliches berichtet. Aus irgendeinem Grund reißen sich die Leute ausgerechnet um Toilettenpapier und bestimmte Konserven (man erkennt die Ladenhüter nun gleich viel besser). Können die nicht stattdessen lieber mal sämtliche Süßigkeiten, ungesunde Backwaren und alles andere, das ich prinzipiell mag, aber besser nicht essen sollte, aufkaufen?

Bin eh mal gespannt, weil ich meiner älteren Nachbarin angeboten habe, für sie miteinkaufen zu gehen; sie wird mir einen Zettel schreiben. Ich habe keine Ahnung, was und wo sie üblicherweise so kauft, aber notfalls werde ich wohl verschiedene Supermärkte ansteuern müssen.

Sport mache ich derzeit nicht, die Hallen sind zu; wobei ich zumindest kommendes Wochenende Laufen gehen möchte. Abends nach der Arbeit schaffe ich das seit Monaten derzeit energietechnisch unter der Woche nicht. Das wird aber sicher besser im Sommer. Falls man da noch rausgehen darf. Und ich habe momentan viel um die Ohren, wobei der gesellschaftliche kollektive Shutdown wenigstens etwas entlastet. Das muss ich unbedingt so gut wie möglich nutzen.

Das Wochenende bei meinen Eltern war sehr angenehm, nur das Essen ist mir etwas viel geworden – ich esse durchaus gerne an einem Tag mehr, aber dann habe ich am Folgetag automatisch weniger und noch später Hunger.; das funktioniert aber nicht bei meinen Eltern, da die einen anderen Essensrhythmus haben, als ich. Samstag gab es mittags Lasagne mit Mozzarella + als Dessert Eierlikörkuchen, abends frische Brötchen mit Rindersalami und als Nachtisch Kokos-Mochi – die Dinger liebe ich.

Die zwei kleinen Aufbackcrossaints + Marmelade zum Frühstück am Sonntag waren auch noch ok, aber hätten nicht sein müssen => wenn ich meine Eltern besuche, frühstücke ich aus Gewohnheit und Höflichkeit mit ihnen, mit manchmal gemischten Gefühlen; mir ist morgens noch nicht nach Essen und ich würde lieber warten, bis ich wirklich Hunger hätte. Sonntagmittag gab es panierten Fisch mit Kartoffeln + Kräuterbutter und Salat, als Dessert wieder Eierlikörkuchen. Nichts gegen Kuchen generell, aber es wäre mir lieber gewesen, meine Mutter hätte meinen Besuch nicht zum Anlass genommen, diesen blöden Kuchen zu backen. Die Reste sollte ich mitnehmen.
Klar, ich hätte auch ablehnen können; ebenso beim Dessert. Zwingt mich ja niemand. Aber Jasagen war irgendwie einfacher, ebenso wie das hinterher Erbrechen wieder zurück in meinen eigenen vier Wänden. Das könnte auch daran gelegen haben, dass mir bereits nach dem Dessert minimal übel war, weil es einfach mit dem Kuchen dazu zuviel bzw. zu fettig und Essen zur falschen Uhrzeit gewesen ist; meine Galle und Leber sind da sehr empfindlich – ist genetisch bedingt.

Ich weiß gar nicht mehr, wann ich mich davor zuletzt übergeben habe, könnte so vor ca. 10 Tagen gewesen sein. Es ist eh wieder deutlich seltener, als in den einzelnen Phasen, die ich zwischendurch sporadisch hatte. Mir geht es insgesamt besser, seitdem ich fast keine Süßigkeiten mehr esse und den – größtenteils selbstproduzierten- Alltagsstress etwas reduzieren konnte (ist aber noch nicht im grünen Bereich).
Oder es liegt am hormonellen Zyklus? Dann kann es ja nicht mehr lange dauern, bis der Mist wieder von vorne anfängt. Scheiß PMS, scheiß überflüssige Körperfunktionen und Organe.

Jedenfalls habe ich den Eindruck, dass ich im Moment auf keinem allzu schlechten Weg bin. Gestern und Heute war ich beim Aufwachen viel erholter, als sonst. Und das an Arbeitstagen! Um den Haushalt habe ich mich die Tage auch gekümmert (v.a. um die Wäsche), wobei da noch einiges zu tun ist – ich muss irgendwie mal die letzten Umzugskisten und anderen Kleinkram entrümpeln. Sehr gut gefallen mir nach wie vor der neue Kühlschrank und der Herd; das hat sich echt gelohnt.

Wer in virenverseuchten Zeiten noch Geschenke für seine Lieben sucht, bitte:
Süße Stofftiere

Ernährungstipps für die Quarantäne:
Einfach Knäckebrot oder Brötchen mit Camembert belegen und mit Wildpreiselbeergelee bestreichen, kurz in die Mikrowelle – und fertig. Eines meiner Lieblings(fertig)gerichte.

Das Ganze geht auch super mit Pizzakäse – ich bevorzuge da Mozzarella wegen des geringen Histamingehalts. Den Käse dann am besten mit Oregano, Basilikum, Thymian bestreuen und vorher etwas Ketchup auf das Knäckebrot geben, darauf dann den Käse und die Kräuter => Mikrowelle.
Man kann natürlich auch noch Thunfisch oder Schinken etc. dazutun. Quasi „Pizza“ für extrem kochfaule Menschen, wie ich es oft bin.

Ebenfalls sehr zu empfehlen: Tiefkühl-Gemüse in allen Variationen. Dazu Fisch (z.B. tiefgekühlt) oder Fleisch <- kann man auch gut in Mehl wälzen oder panieren. So äh „koche“ ich meistens – also eigentlich brate ich das Ganze letztlich in der Pfanne; dazu nach Geschmack Gewürze geben.

Allen hoffentlich gute Gesundheit – und wer nun frei hat: Viel Spaß! Ich wüsste da diverse Filme/Games, mit denen man die Zeit genießen könnte. ^^

Raynaud-Syndrom II

Gut, dass das nass-kalte, windige Wetter der letzten Wochen erst einmal vorbei ist. Es ist etwas unpraktisch, wenn die eigenen Fingerspitzen minderdurchblutet sind. Mir ist dadurch auch das ein oder andere Mal der Schlüsselbund beim Türaufschließen hingefallen; hatte einfach kein Gefühl in den steifen, tauben Fingern.

Bei einem anderen Raynaud-Anfall vor Kurzem war sogar mein Daumen komplett taub und so weiß, wie die Fingerspitzen oben in den Fotos.

Alles in allem ein sehr harmloses, aber lustig anzusehendes körperliches Gimmick.

So viele sinnlose Fragen …

Manchmal wüßte ich gerne, was Menschen, die nicht von einer Essstörung betroffen sind, eigentlich denken, wenn sie z.B. wie hier in der Blogwelt von essgestörten Verhaltensweisen lesen?
Kann man das überhaupt nachvollziehen, wenn man dieses Denken und Empfinden nicht aus eigenem Erleben kennt? … Schließlich kann auch eine hohe emotionale Intelligenz aka „Empathie“ nicht alle Verständnishürden zwischen den Innenwelten der einzelnen Menschen kompensieren.

Ist man überhaupt ernsthaft essgestört, wenn man nicht deutlich untergewichtig und arbeitsfähig ist, einen Job hat, sich nicht ritzt, kein Blut beim Erbrechen spukt, weitgehend normal und mit Genuss isst, seinen Körper an sich mag und sich eh nur alle paar Wochen mal übergibt?
Muss man dafür mindestens einen stationären Klinikaufenthalt in einer Abteilung für Essgestörte als „Meilenstein“ erreicht haben? Muss man mindestens einmal eine Nasensonde bekommen haben? Muss man in therapeutischer Behandlung sein, um krank zu sein, oder mindestens einen Therapeuten bereits verschlissen haben?
Ist man nie wirklich krank gewesen, wenn man ohne Therapie und Klinik aus einer Essstörung herausfindet? … Schließlich heißt es oft: „Eine Essstörung hat man lebenslang.“ und dass eine Selbstheilung ohne fremde, professionelle Hilfe nicht möglich sei.

Was denken gesunde Menschen, wenn ich erwähne, Essen absichtlich erbrochen zu haben? Sind sie angeekelt? Sind sie gelangweilt, von all den banal-destruktiven Einblicken in ein anderes Leben? Schütteln sie den Kopf, wie jemanden das Gewicht und das Äußere nur so wichtig sein kann? Denken sie, dass es Jammern auf hohem Niveau ist, wenn ich mich hier an 3kg+ störe, obwohl ich sehr schlank bin?
Verdrehen sie genervt die Augen, wenn ich Texte mit Überlänge schreibe, die sich um Ereignisse in meinem Leben drehen, die für mich bedeutsam sind, aber für Mitmenschen geradezu trivial und langweilig sein dürften?
Denken sie „Deine Sorgen möchte ich haben! Immer diese vom Leben verwöhnten un dennoch lebensunfähigen, für ihr Glück undankbaren Menschen, die online wegen nichts schriftlich rumheulen.“?

Was denken Ärzte, bspw. Kinder- oder Hausärzte, über ihre essgestörten Patienten?
Halten sie die für im wahrsten Sinn des Wortes „bescheuert“?
Was denken sie bei sehr schlanken/etwas untergewichtigen Patienten, bei denen unbekannt ist, ob sie eine Essstörung haben oder nicht? Glauben sie denen, wenn sie eine Essstörung verneinen oder denken sie: „Typisch, fehlende Krankheitseinsicht!“?

Was denken Eltern über ihr essgestörtes Kind?
Was denken Eltern über ihr lebensmüdes Kind, dem die Begeisterung für das Leben abgeht, obwohl sie sich so viel Mühe gegeben haben, ihrem Kind ein angenehmes Leben zu ermöglichen und es zu unterstützen?

Parentale Ernährung (PE)

Ja, das heißt wirklich so und meint, dass man Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate (in Form von Zuckerlösungen) per Infusion über einen Zentralen Venenkatheder (ZVK) bekommt.

Für Menschen die Zugänge z.B. beim Blutabnehmen so sehr mögen wie ich, also die verkappten Spritzenphobiker unter uns: Der ZVK kommt in die Halsvene.

Bei mir sah das so aus:

Was mir dieses zweifelhafte Erlebnis verschafft hat?

Nein, keine Essstörung. Zu dem Zeitpunkt war ich seit ca. 5 Jahren komplett essstörungsfrei. Und mit komplett meine ich komplett, wenngleich es immer „nette Mitmenschen“ gibt, die eine Essstörung für eine Gewichtserkrankung halten und der Ansicht sind, dass man weiterhin essgestört/anorektisch sei, wenn man nach wie vor sehr schlank bzw. sogar leicht untergewichtig ist (trotz normaler Ernährung und Bewegung). Dabei ist es primär das Denken und Empfinden, das den Unterschied zwischen gesund und essgestört ausmacht.

Den ZVK und die PE hatte ich meinem Blinddarm, präziser gesagt meiner Appendix an selbigem zu verdanken.

Eines schönen Sonntags im Herbst war mir bereits morgens komisch zumute, so als ob man krank wird, und das Frühstück samt selbstgebrautem Saft, den mein Besuch mitgebracht hatte, ekelte mich komischerweise an. Zu dem Zeitpunkt dachte ich noch, es sei irgendwie „psychogen“ und eigentlich ein gewisser Selbst- wie Fremdekel gegenüber meinem Gast (lange Geschichte!), der sich zum Glück bald darauf verabschiedete.

War aber nicht die Psyche. Der Spuk hielt bis Dienstags an: Ich hatte absolut null Appetit, Widerwillen gegen die meisten Speisen, war müde und schwitzte nachts. Arglos ging ich von einem harmlosen Infekt aus, den ich mir bestimmt bei meinem Besuch eingefangen hätte. Komisch war nur, dass meine Augenlider total zugeschwollen waren. Körpertemperatur: unter 37 Grad.

Dienstagabends ging es mir wieder besser, und da mir Sport oft bei kleineren gesundheitlichen Beschwerden geholfen hat und ich mich wieder relativ fit fühlte, ging ich zum Taekwondo-Training. Im Training ging es entspannter zu, als sonst. Mir tat die Bewegung gut und in der Umkleidekabine erfuhr ich von den Karate-Frauen, dass derzeit Erkältungsmist im Umlauf sei. Da es mir weiterhin besser ging, hatte ich das Ganze damit schon innerlich abgehakt.

Ich schlief bis zum Mittag am Mittwoch, bildete mir ein, diese Nacht etwas weniger geschwitzt zu haben. Ist ja auch gut, wenn der Körper schwitzt, wenn er mit irgendwelchen Bazillen kämpft.

Endgültig wieder gesund wähnte ich mich, als ich sogar wieder Appetit hatte. Es gab Hähnchenfrikassee und ich erwähne es auch nur deshalb, weil sich mir noch Monate danach beim Anblick von Hähnchenfrikassee im Supermarkt der Magen umdrehte.

Es wurde spätnachmittags und mir war komisch zumute. Unschlüssig, vermutete ich, dass es von dem wenigen Essen kommen könnte, das ich die letzten Tage herunterbekommen hatte (im Wesentlichen Milchbrötchen). So aß ich den Sojajoghurt, den mein Gast mir überlassen hatte. Ein Fehler! … Gegen Abend ging es mir dreckig. Die geplante Online-Zockerrunde mit den anderen sagte ich ab und wälzte mich die nächsten Stunden im Bett herum, auf der Suche nach einer Position, in der mir nicht so abartig übel wäre. Vergebens.

Das Übergeben war ich so gar nicht mehr gewöhnt und ja irgendwie war es mir seinerzeit wichtig, mich nicht zu übergeben, glaubte ich doch mit diesem Thema für den Rest meines Lebens abgeschlossen zu haben.

Sich aufgrund einer organischen Erkrankung übergeben zu müssen, ist anders, als wenn man sich geplant absichtlich übergibt; eben kontrolliert im Rahmen einer Essstörung erbricht. Bei mir jedenfalls.
Um es kurz zu machen: Ich musste mich an jenem Mittwochabend zweimal übergeben, wobei mir ein Blutgefäß im Auge geplatzt ist.
(Später im Krankenhaus bin ich wiederholt auf mein „blutiges Auge“ angesprochen worden; sah aber nur schlimm aus.)

Nach dem Übergeben bin ich irgendwann eingeschlafen, zunehmend stärker schwitzend und mit einer Körpertemperatur von ca. 37,5 Grad. Überhaupt: Ich hatte die klassische Kombi aus Schwitzen und Frieren.

Nachdem ich Donnerstagmittag benommen aufgewacht bin, mich das x.-te Mal umgezogen habe, nur um darauf wieder zu schwitzen und zu frieren, habe ich mich schon ein bisschen gewundert, weil ich irgendwie auch ohne neuer Selbstversuche intuitiv wußte, dass ich gerade kein Essen vertragen würde. Ich habe es mit Saft versucht und das dann schnell nach zwei, drei kleinen Schlücken gelassen.

Magenschmerzen in dem Sinne hatte ich aber nicht! Dabei sollen das ja angeblich die typischen Symptome sein. Pah!

Körpertemperatur: 38,5 Grad. Telefonat mit meiner Mutter gegen 14/15 Uhr, um meinen Eltern fürs anstehende Wochenende abzusagen. Vorschlag meiner Mutter, dass ich doch die 2h-stündige Fahrt zu ihnen jetzt gleich machen solle, damit ich bei meinen Eltern freitagmorgens direkt zu meinem Hausarzt gehen könnte.
Ich war nicht so angetan von der Idee, da ich meinen Hausarzt wegen der „kleineren Magenverstimmung“ nun echt nicht belästigen wollte. „Einfach viel schlafen, das ganze Wochenende, den Körper „die Krankheit ausschwitzen lassen“ und fertig, am Montag bin ich wieder fit!“, so dachte ich.

Es wurde Nachmittags, irgendwie war ich in einem seltsamen geistigen Zustand. Im Nachhinein würde ich ja sagen, dass ich etwas „eingetrübt“ war, außerdem war ich komisch kurzatmig und bekam subjektiv gefühlt nicht ausreichend Luft, ohne echte Atemnot zu haben, dafür atmete ich schneller als sonst und hatte einen Puls von 100 in Ruhe statt wie üblich von 60/70. Aber da sich von den behandelnden Ärzten dafür später niemand interessiert hat, denke ich, dass das wohl nichts Besonderes war. (Lag bestimmt an den später festgestellten hohen Entzündungswerten.).

Solche Symptome kannte ich bislang allerdings nicht. Körpertemperatur: 39,3 Grad. Ich habe die nächsten Stunden damit verbracht, mein Geschirr zu spülen (von Hand), wofür ich ewig gebraucht habe, weil ich immer wieder Pausen machen musste; das Gleiche beim Packen meines Autos für das WE bei meinen Eltern. Damals lebte ich noch im 4. Stock und musste mehrmals hoch und runter, wobei ich kaum Luft bekommen, fast gehechelt und wie ein Schwein geschwitzt habe, obwohl mir das Treppensteigen sonst nie etwas ausgemacht hat.

Nassgeschwitzt ins Auto, Musik an und los. Im Kaff nicht mehr weit von meinem Elternhaus entfernt geblitzt und herausgewunken worden. Es war wenige Meter vor der Ortsausfahrt, wo man erst 50 km/h und ziemlich direkt dann 70 km/h fahren darf; seit einer Weile gab es dort noch für wenige Meter eine 30er-Zone, in der die meisten 40 km/h fahren; die „neue“ 30er-Zone war mir aber entgangen, weil ich noch gewöhnt war, dass dort durchgängig innerorts 50 km/h erlaubt wären. Die Frage des Polizisten habe ich dann auch komplett versemmelt:

„Wie schnell dürfen Sie hier fahren?“. „Ich nehme den 50:50-Joker.“
„… 50 km/h?!“ … „50 km/h?! Hier sind 30 km/h erlaubt!“, blaffte es mir entgegen. Danach folgten Fragen und Vorhaltungen, dass die „neu-alte“ 30er-Zone schon seit 4 Monaten eingerichtet sei; dazu fiel mir innerlich nur ein, dass ich meine Eltern doch ganz schön lange nicht mehr besucht hatte. Aufgrund meines Kennzeichens hielt mich der Polizeibeamte dummerweise für einheimisch. Er bekam sich gar nicht mehr ein, ich schwieg wohlweislich und gab mich vorsorglich schuldbewusst, obwohl mir alles so egal war, weil ich gerade ganz andere akute Probleme hatte. Das wollte ich aber besser nicht sagen; nicht dass er noch auf den Trip käme, ich sei fahruntüchtig.

So wie der Typ sich aufführte, musste ich wohl mindestens 60 km/h gefahren und in seinen Augen ein elender Raser sein, der kleine Kinder vor den hier nicht vorhandenen Schulen abends tot fuhr… aber es stellte sich heraus, dass ich nur sagenhafte 8 km/h zu schnell gewesen war. Zum Glück hatte ich aus Verpeiltheit die Innenbeleuchtung im Pkw nicht angemacht und es ist mir bis heute ein Rätsel, wie der Polizist übersehen konnte, dass ich geistig verpeilt und körperlich extrem verschwitzt war, mir lief der Schweiß so runter im Gesicht, trotz der Kälte, und meine Wohnorte habe ich auch bunt durcheinandergeworfen etc..
Ich hätte an seiner Stelle mit mir sämtliche Drogentests durchgeführt, aber dort herrschte Massenabzocke Hochbetrieb und so wollte er nach seiner Standpauke und dem üblichen Procedere nichts weiter von mir. Die kalte Luft, die durch das geöffnete Fenster hereinkam, ließ mich schwitzen und frieren. Ich wollte nur irgendwie zu meinen Eltern und dort ins Bett.

Endlich da. Meine Eltern handhaben Erkrankungen auch recht nüchtern, wenngleich nicht unherzlich. So gab mir meine Mutter ein Körnerkissen und ließ mich ansonsten auf dem Sofa wie auch später in Ruhe. Es war klar, dass ich morgens zum Arzt gehen würde. Inzwischen hatte ich eine komische Mischung aus Appetitlosigkeit mit Widerwille gegen Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr sowie ein diffuses Unwohlsein im Bauch, aber keine richtigen Schmerzen. Meinen Eltern konnte ich nicht recht begreiflich machen, dass mein Körper wirklich besser keine Nahrung haben wollte. Ich hätte es nicht mit etwas Konkretem begründen können, aber mein Körpergefühl hat mir das deutlich gesagt.
Dem elterlichen Drängen habe ich letztlich nachgegeben und eine kleine Portion Apfelmus gegessen. Keine gute Idee.

Ich fühlte mich nicht gut, aber gleichzeitig hatte ich die Sorge, dass mich mein Hausarzt auslachen würde, was ich denn wegen eines etwas verstimmten Körpers bei ihm wollen würde und dass ich mich aus seiner Sicht nur anstellen würde.

Nachts konnte ich nicht schlafen und wälzte mich erneut hin- und her; richtige Bauchschmerzen hatte ich immer noch nicht und sollte ich auch nicht bekommen
(kleiner Exkurs: Lustigerweise stand später im Entlassbrief vom Krankenhaus trotzdem, dass ich massive Bauchschmerzen beklagt hätte, obwohl ich meine Schmerzen in der Notaufnahme mit 1, evtl. maximal 2 -also praktisch keine bzw. nur sehr leichte Schmerzen- angegeben hatte auf der 10er-Schmerzskala. Selbst die Ärztin tat so, als würde mir das Herumdrücken auf dem Bauch große Schmerzen bereiten, als sie danach fragte, ob es ok sei, dass ihr Kollege auch mal tastet. „Ich weiß, dass Ihnen das sehr weh tut …darf mein Kollege trotzdem …. das kann man bei Ihnen so gut ertasten.“ <= Nö, tat nicht weh; hatte ich auch nie gesagt dort. Passte als klassisches Symptom wohl einfach zu gut, um auf mich zu hören, was ich wirklich empfand^^).

Gleichwohl war Liegen etc. im Bett in jener Nacht auf Freitag unangenehm. Daher habe ich mich mit Online-Surfen abgelenkt. Da ich immer schon wissbegierig war und Wissen am besten gegen Ängste hilft, googelte ich meine Symptome. Paradoxerweise, weil ich Angst vor dem Gespräch mit meinem Hausarzt hatte und dass er mich endgültig für einen Hypochonder halten würde. Dr. Google behauptete mit verblüffender Übereinstimmung, dass ich es wahrscheinlich „am Blinddarm“ hätte.
Ich war gleichwohl skeptisch: Als Hauptsymptom wurden dort bei einem entzündeten Blinddarm/Wurmfortsatz starke Bauchschmerzen in der rechten unteren Körperhälfte beschrieben. Die hatte ich nicht; einzig das komisch-diffuse Gefühl war in den letzten Stunden von der Körpermitte etwas nach rechts unten gewandert, aber keine Ahnung, ob ich das zutreffend wahrnahm – unter starken Schmerzen stellte ich mir auch etwas gänzlich anderes vor; deshalb verwarf ich Dr. Googles Diagnose und schlief irgendwann ein.

Nächster Akt: Freitagmorgen. Mir ging es schlechter, das Schwitzen war aber etwas weniger. Eigentlich wollte ich meine Eltern fragen, ob sie mich fahren könnten. Als ich im Badezimmer war, hörte ich, wie sie sich über mich unterhalten haben; meine Mutter überlegte laut, ob sie mich nicht besser zum Arzt fahren solle, mein Vater erwiderte, dass das Unsinn sei, das könnte ich doch selbst machen, da [alt genug, soll sich nicht so anstellen, hat doch nichts Schlimmes usw.].
Sie wußten nicht, dass ich alles mitangehört hatte (wie so oft). Ich kam mir erst recht wehleidig + doof vor und fuhr selbst zum Arzt. Dort wartete ich brav ca. 2 h+, denn ich wollte mit meiner Lappalie keinen Aufstand machen; mir war das eh schon unangenehm genug. Freitagmorgens war dort erst recht viel los.

Zu meiner Verwunderung hat mich mein Hausarzt nicht ausgelacht, sondern mir nach einem Ultraschall eröffnet, dass er mich ins Krankenhaus überweist und es sein könnte, dass ich dort ein paar Tage bleiben muss, mein Blinddarm sei entzündet, das sei deutlich zu sehen. Passenderweise bekam ich just einen der Schweißausbrüche auf der Untersuchungsliege, nachdem er festgestellt hatte, dass ich kein Fieber habe (Körpertemperatur: Ca. 36,5 Grad). Ich solle sofort in die Notaufnahme des Krankenhauses, und auch nichts mehr essen, weil ich möglicherweise operiert werden würde.

Kurz mit meinen Eltern telefoniert, damit sie schon einmal eine Tasche packen, zurück gefahren. Beim Gehen ein dumpfer minimaler Schmerz in der rechten unteren Bauchhälfte.

Von Eltern in die Notaufnahme gebracht werden, dort zu meiner 2. Verwunderung fast direkt drankommen und erklärt bekommen, dass ich eine schwere Entzündung hätte, unbedingt in den nächsten Stunden operiert werden müsse und danach auf die Intensivstation käme.

Joa, ich fand das recht übertrieben; ist zwar so herum besser, als dass die Ärzte sauer auf mich gewesen wären, dass ich ihnen Zeit stehlen würde und nichts hätte, aber gleich so ein Aufheben?

Nach der OP habe ich von meinen Eltern und später von den Ärzten erfahren, dass ich eine sehr schwere Entzündung (gehabt) hätte, die Appendix war bereits durchgebrochen, gangränös und mein Bauchfell entzündet. Außerdem waren die Entzündungswerte im Blut wohl auch für eine Appendizitis sehr hoch. Da ich aber nach der OP stabiler als erwartet gewesen sei etc., ist mir die Intensivstation erspart geblieben.

Andererseits haben die Ärzte insbesondere gegenüber meinen Eltern nach der OP (als ich noch nicht wieder wach war) deutlich gemacht, dass ich das Wochenende nicht mehr überlebt hätte. … Mein Vater hat sich deshalb sehr kleinlaut bei mir entschuldigt für seine Worte vom Freitagmorgen, nachdem er erfahren hat, dass ich sie gehört hatte. Dabei waren seine Worte ja durchaus berechtigt ex ante.

Gewurmt hat mich etwas ganz anderes nach der OP:
Es wäre so einfach gewesen: Einfach im Bett in meinem kleinen Appartment liegenbleiben, immer mehr wegdämmern, schlafen, schwitzen … irgendwann ganz Wegsein. … Es wäre ein echter Unfall gewesen, mit dem meine Eltern noch am ehesten hätten leben und eines Tages wieder glücklich werden können. Anders, als bei einem Suizid.

Es ist nicht so, dass ich undankbar bin, dass mir die Ärzte (und indirekt meine Mutter mit ihrem Rat zum Hausarzt zu gehen) das Leben gerettet haben, ich bin nur so chronisch ambivalent bzgl. des Weiterlebens und wenn man erfährt, so dicht am Ziel gewesen zu sein, wie man es nicht mehr sein wird, ist die Ambivalenz extrem. So wie es auch an jenem Abend mit den knapp über 40 kg und den (eingebildeten?) „Herzproblemen“ gewesen ist. Nur war es bei der Blinddarmsache noch viel näher und es wäre auf jeden Fall erfolgreich gewesen.
Es betrübt mich bis heute manchmal, dass ich meine bislang auf lange Sicht beste und einzige Chance nicht erkannt und genutzt habe.

Was man mir vor der OP übrigens nicht gesagt hatte und worin ich nicht explizit eingewilligt hätte:
Ich bin mit einem ZVK im Hals aufgewacht und wurde parental ernährt. Wäre ich noch anorektisch gewesen, wäre das grausam gewesen.

Auch ohne Essstörung fand ich es nicht gut; ich möchte einfach nicht, dass man so etwas ohne höchste Notwendigkeit mit mir macht und derart negativ über meinen Körper bestimmt (diese unmittelbare Fremdbestimmung endet insofern erst, wenn auch die parentale Ernährung beendet wird).

Die parentale Ernährung habe ich ca. 4 Tage bekommen und nicht vertragen. Ganz am Anfang hatte man mir zu hohe Glukoseinfusionen fast rund um den Tag gegeben; mir war durchgängig schlecht, mein Urin roch wie Honig, mein Gehirn war matschig und ich hing wie ein Schluck Wasser in der Kurve im Stuhl an dem Sonntagmittag, als man dann feststellte, das mein Blutzucker bei knapp 400 mg/dl (statt der normalen ca. 100-200(?) mg/dl) lag.
(Überwacht worden war der Blutzuckerwert nicht; die Messung habe ich einer aufmerksamen Krankenschwester zu verdanken gehabt, die sich spontan nach der Blutzuckermesung bei meiner diabetischen Zimmernachbarin entschlossen hatte, ausnahmsweise auch bei mir zu messen).

Kein Grund, die PE zu beenden. Stattdessen hat man mir nach einer kleinen Pause einfach etwas weniger Glukose gegeben, die ich aber trotzdem nicht vertragen habe. Ich habe drei Kreuze gemacht, als die PE beendet wurde. Zudem waren meine Leberwerte mies; keine Ahnung, ob das von der Infektion oder von den Segnungen der parentalen Ernährung gekommen war.

Zusätzlich zur PE musste/sollte ich auch Schonkost essen. Das bedeutet am 1. Post-OP-Tag Fresubin. Ich hatte von dem Zeug ironischerweise in Blogs von Essgestörten viel gehört.
(Selbst bin ich wegen der Anorexie -zum Glück- nur eine Weile in der hausärztlichen ambulanten Behandlung gewesen. Das hat mir Fresubin & Co. sowie die ihrerseits körperlichen Bedürfnissen entfremdeten Essenspläne auf der Essgestörtenabteilung erspart.)

Von dem Fresubin sollte ich drei Flaschen zu mir nehmen, habe aber nur eine morgens geschafft, nach der ich mich fast hätte übergeben müssen. Ansonsten gab es ab dem 2. Tag Suppe, Weißbrot und Marmelade.
Essen, das ich überhaupt nicht vertragen habe und von dem mir auch gesund schlecht geworden wäre. Das hat neben der tollen Essensinfusionen auch zur durchgängigen Übelkeit tagsüber beigetragen. Ich hätte am liebsten keine PE und ein normales Brötchen mit Käse gehabt oder was es sonst so gab. Das war dort aber keine Schonkost. Daher: Pech gehabt.

Leider habe ich versäumt nach dem Grund für die parentale Ernährung zu fragen; ich hatte damals einen BMI von 18, war nicht unterernährt und hätte auch einen größeren, vorübergehenden Gewichtsverlust verkraften können. Außerdem ist mein Körper zäh. Warum also gleich eine PE?

Als ich nach knapp einer Woche aus dem Krankenhaus entlassen worden bin, hatte ich ca. 6/7 kg zugenommen. Alles Wasser; ich habe meine Fußknöchel nicht mehr gesehen, so aufgeschwemmt war mein Körper, obwohl ich mich in der Klinik im Rahmen meiner Möglichkeiten viel bewegt habe, z.B. im Treppenhaus. Persönlich denke ich, dass das so nicht normal ist mit so starken Wassereinlagerungen und dass man mir die PE gut hätte ersparen können.

Bevor das so einseitig negativ endet und einen falschen Eindruck hinterlässt: Doch, ich bin den Ärzten und Pflegern im Krankenhaus, meinem Hausarzt, und meinen Eltern insgesamt durchaus dankbar, sehr sogar.


Die Einschläge kommen näher…^^

Das Pokemon da oben heißt Pangolin und ist mit seinen Artgenossen möglicherweise die Keimschleuder 0.

Was soll ich sagen – letzte Woche die italienische Auszubildende, heute auch noch der junge Kollege, der gleich ganz Zuhause geblieben war, da er „erkältet sei“. Passenderweise wurden in seiner Heimatstadt die meisten Corona-Fälle hier in der Gegend festgestellt.

Ich entdecke eine Gemeinsamkeit: Beide hatten kurz vor ihrer Erkrankung ungewöhnlich viel räumlich-nahen Kontakt mit mir. Wahrscheinlich bin ich insgeheim das Wirtstier und die Seuchenquelle.

Mein einer Chef wollte auch was von dem Virus haben und ist erst einmal ins corona-verseuchte Ausland verreist, zu Fortbildungs- und Freizeitzwecken. Ich fürchte, der Virus überlebt den direkten Kontakt mit ihm nicht; mein Chef ist mit allen Wassern gewaschen und latenter Workaholic, der hat gar keine Zeit zum Krankwerden und besitzt die Spezialfähigkeit, durch Arbeit zu regenerieren. Sieht also schlecht aus für Corona, aber vielleicht reicht es ja als Mitbringsel für andere.

Allen ein corona-freies Wochenende!

Tik Tok …

… meine Zeit läuft ab. Eigentlich renne ich mehrfach am Tag der blöden Zeit hinterher, weil sie immer zu knapp und meine innere Uhr falsch getaktet ist. So versuche ich mir seit der Schulzeit vergeblich beizubringen, dass ich meinen inneren 26/27-Stunden-Rhythmus gefälligst in den 24-Stunden-Tagesrhythmus zwängen muss.

Derzeit frage ich mich mal wieder, wofür eigentlich? Ich bin so müde davon, immer dagegen anzukämpfen, tagtäglich.

Derzeit bin ich nicht nur bei dieser Sache absolut motivationslos; mich frustriert zudem wie so oft mein spärlicher Fortschritt auf der Arbeit. Ich bin so unfähig. Wirtschaftlichkeit, Effizienz, Schnelligkeit und so, you know?

Wenn ich in der Zeit zurückreisen könnte, ich wüßte nicht, ob ich noch einmal diese Berufsrichtung einschlagen würde. Das gleiche Gehalt könnte man auch deutlich entspannter verdienen, auch wenn die Arbeit ja an sich Spaß macht und sehr vielseitig + abwechslungsreich ist. Wenn nur nicht dieser Druck mit der Wirtschaftlichkeit und der Zeitstress immer wie ein Damoklesschwert über einem schweben würde . …

Es würde in meinem Umfeld absolut niemand verstehen – außer mein Bruder eventuell – aber einem Teil von mir wäre das insgeheim ganz recht, würde ich den aktuellen Job verlieren und irgendwo für deutlich weniger Geld, aber mehr Freizeit und weniger Stress arbeiten. Um Prestige oder ein hohes Einkommen unter Selbstausbeutung als Selbstzweck ist es mir nie gegangen und mein Lebensstil ist eher sparsam, mit weiterem Einsparungspotential. … Und bis ich in Rente gehen kann, sind die Rentenkassen eh vollends geplündert, ergo rechne ich nicht damit, eine Rente zu bekommen. Schon gar nicht, wenn ich nicht bis 70 arbeiten gehen möchte.

Was mich hindert von mir aus den Job zu wechseln ist, dass ich einerseits zwar eine hohe Berufsqualifikation erworben habe, andererseits ist es eine sehr berufsspezifische Qualifikation, mit einem begrenzten Berufsfeld.

Eine sinnvolle Nische in einer Schnittstelle, in der ich einerseits mein Ausbildungswissen einbringen könnte (=> wäre auch doof, das wegzuwerfen), mich andererseits nicht in den klassischen Berufsfeldern meiner Zunft bewegen würde, mit all ihren Nachteilen, habe ich bislang nicht entdecken können.

Es hatte schon seine Gründe, dass ich nach dem Abitur und nach dem 2. Staatsexamen jeweils versucht war, mir einen Job auf der niedrigsten Stufe – für Menschen ohne jegliche Berufsqualifikation – zu suchen. Lieber arm und glücklich, als zufriedenstellend verdienen, aber ständig gestresst sein und primär für die Arbeit leben. War klar, dass ich mich nicht getraut habe, das so durchzuziehen, sondern den üblichen Werdegang gewählt habe.

Ok, jetzt weiß ich, wie dieser Job ist, dass er durchaus Spaß machen sowie positiv herausfordern kann und dass ich deutlich mehr kann, als ich mir jemals selbst zugetraut hätte. Aber ob mich das die nächsten Jahre so glücklich macht? Und ob ich jemals schnell genug sein und regelmäßig „große Fische“ für mein Umsatzkonto an Land ziehen können werde, anstatt mit den kleinen Fischen überhäuft zu werden, die viel Arbeit bedeuten, aber wenig Umsatz (was mir an anderer Stelle wieder angekreidet wird)?

Ich weiß, dass das für meine Lebensunfähigkeit spricht, dass ich das alles nicht als positive „Herausforderung“ betrachte, mit der jeder Berufsanfänger mehr oder weniger konfrontiert ist, und das alles zuversichtlich angehe, sondern es mehr wie einen großen Stein erlebe, dem ich noch immer rechtzeitig ausweichen kann, der mich aber irgendwann überrollen wird.

Eigentlich müsste ich auch noch meinen Urlaubsantrag einreichen, auch wenn ich das ebenfalls stressig finde innerlich. (Ich hatte mal darüber geschrieben.) Zumal der Aktenberg nach der Urlaubsrückkehr ja noch höher ist, was schon am Ende des Urlaubs den Erholungseffekt nachhaltig beseitigt. Es wäre stressfreier, durchzuarbeiten, ohne Urlaub zu nehmen. Dann würde ich mehr geschafft bekommen.

Andererseits sagen mir meine Vernunft und Dritte, dass ich dann erst recht mehr Arbeit zugeteilt bekomme und letztlich in einem Teufelskreis lande.

Positiv an dem ganzen alltäglichen Stresslevel ist immerhin, dass ich kaum Muße habe, in passive Suizidwünsche abzugleiten, die sich darin äußern, dass ich mein Leben und das Weitermachen als zutiefst sinnlos empfinde und erleichtert wäre, würde ich bei einem zufälligen (echten) Unfall getötet werden, z.B. bei einem Verkehrsunfall, den ich nicht selbst verursacht hätte. Deshalb halte ich mich auch mitunter sehr ungerne auf Fußgängerüberbrücken über Autobahnen oder Bahnschienen oder Balkonen in größeren Höhen etc. auf. Auch wenn ich nie herunterspringen würde, mag ich diesen Sog dort in die Tiefe nicht, der mich dabei überkommt. Kennt das jemand? .. Ich glaube man muss dafür gar nicht mal passive Todewünsche haben.

Solche Phasen mit der Lebenssinnlosigkeit -ohne aktive Maßnahmen zur Lebensabkürzung- hatte ich immer mal sehr ausgeprägt und ich denke, so ganz wird dieses Empfinden nicht mehr verschwinden. Es begleitet mich seit etwa meinem 5. Lebensjahr und ich habe mich daran quasi gewöhnt. Kommt und geht eben, aber ist nie ganz weg, allenfalls schlummert es im Nebenraum.