
Das tolle sauber-glatte Gefühl an den Zähnen nach der professionellen Zahnreinigung hat mich heute auch von der immer mal wieder auftauchenden Versuchung abgehalten, mich erneut zu übergeben.
Eigentlich doof: Wenn man erst einmal wieder damit anfängt, ist es so schnell wieder als „eine realistische Möglichkeit“ im Bewusstsein und flackert immer mal wieder auf, z.B. wenn meine Mutter mir reichlich Kuchen oder andere Sachen, die ich derzeit eigentlich sicherheitshalber besser gar nicht erst essen möchte und froh bin, mich davon an sich entwöhnt zu haben, mitgeben will.
Das Kuchenproblem ließ sich noch unproblematisch lösen: Heute Mittag gab es Kotelett bzw. für mich Schnitzel, dazu Brokkoli, Kartoffeln und Soße. Ich liebe Brokkoli – und der Rest war auch sehr lecker. Den Kuchen habe ich mir dann mit meinem Vater als Nachtisch geteilt. Mein Vater liebt Kuchen. Von ihm habe ich leider die Vorliebe für Süßigkeiten & Co. „geerbt“. Mein Bruder mag Kuchen und Süßigkeiten dagegen so gut wie gar nicht. Beneidenswert. … Ich kann zwar einen „Entzug“ von solchen Sachen machen und verliere nach einer zähen Weile auch den Appetit auf Süßigkeiten & Co., nur bin ich schnell wieder „angefixt“.
Von meinen Eltern habe ich dann neben den Resten vom Mittagessen noch etwas (nicht fettreduzierten) Käse und Salami, Wraps, etwas Skyr, Gelee, ein paar kleine Schokohohlfiguren etc. mitgenommen.
Infolgedessen habe ich heute Abend wieder zurück in meinen eigenen vier Wänden an sich kalorientechnisch zu viel gegessen, aber in einem Rahmen, den ich ausnahmsweise ok finde, sprich ich habe mich danach nicht erbrochen.
Das ist auch besser so. Abgesehen von den gesundheitlichen Nachteilen dadurch und meinen gerade frisch beim Zahnarzt gereinigten Zähnen, versaut das Erbrechen als Möglichkeit auch jeden Rest an Disziplin beim Essen und bei der Bewegung und verhindert auch dadurch eine sinnvolle Abnahme.
Eine Abnahme, die auch zu mehr Gesundheit führen würde, wenn sie auf Sport und besserer Ernährung basieren würde, als darauf, ernährungsphysiologischen Schrott zu essen, den man hinterher wieder erbricht. Zumal gerade der Zucker etc. teilweise ja gleichwohl aufgenommen wird. Außerdem mag ich es nicht, an sich gesunde und eher gewichtsfreundliche Lebensmittel/Mahlzeiten zwangsläufig mitzuerbrechen, wie das heutige Mittagessen, den Kuchen ausgenommen, hätte ich mich jetzt heute Abend übergeben.
Am Samstag besuchen mich meine Eltern mittags. Wir werden wahrscheinlich an der hiesigen Pommesbude einkehren. Abends sind meine Eltern ihrerseits eingeladen und ich selbst könnte an sich zur nachträglichen Weihnachtsfeier vom Kampfsport gehen. Allerdings habe ich keinen Bock auf die Feier (auch nicht auf das Training an sich derzeit, bin da irgendwie blockiert – das dürfte sich aber wieder legen).
Ich werde auch nicht zu der Weihnachtsfeier gehen, aber ich will das nicht als Grund nutzen a la „Super, freie Bahn.“, um den Nachmittag nach dem Besuch meiner Eltern doch zu kotzen. (Lohnt sich ja dann mit der Pommesbude vorher … und ich könnte noch entsprechend einkaufen gehen.)
Wenn ich lange genug nicht mehr erbreche, verschwindet dieses aufploppende innere Gedankenfenster a la :“Ist ja egal, ich kann es ja wieder auskotzen.“, zum Glück wieder. Es ist einfach eine Frage der Konditionierung. Die geht auch in die positive Richtung z.B. in punkto regelmäßig Sport machen, zeitig ins Bett gehen, sich meistens gesund ernähren.
Ich traue mir nur nicht so ganz bzgl. Samstag; ich argwöhne eben dass ich es mir dann spontan doch anders überlege (wie in der Vergangenheit). Es ist einfach eine hohe Versuchung, es gleich miteinzuplanen („nur ein letztes Mal noch.“).
Andererseits weiß ich nur allzu gut, dass der subjektive Gewinn gering und sehr flüchtig ist. Es mag sich komisch anhören für Außenstehende: Mir macht das Essen & Erbrechen (auch jetzt) insgesamt weit überwiegend keinen Spaß mehr. Das war auch der Grund vor über 5/6 Jahren, damit aufzuhören, nachdem ich es noch vereinzelt wiederholt hatte.
Ich habe auch den Verdacht, dass mich das Selbstdestruktive daran am meisten gereizt hat die meiste Zeit; nicht nur der Aspekt mit dem „Essen, was man möchte, ohne zuzunehmen“ oder „Von anderen aufgedrängtes Essen wieder loswerden“.
Am besten plane ich für Samstagnachmittag irgendwas anderes, so dass ich zu verplant bin für dieses destruktive persönliche Hobby.
Am besten nutze ich Samstag das Tageslicht, um erst Laufen zu gehen und danach sollte ich mich mal eh dringend bei meinen Kumpels melden; und ich wollte auch noch die 8. Staffel von Game Of Thrones zu Ende sehen, obwohl ich es unendlich doof finde, dass die Drachen alle wegsterben.
Ferner könnte ich außerdem entweder alleine oder mit besagten Kumpel(s) zocken – evtl. ja auch mit meinem Bruder, aber das ist heikel und für mich schnell seelisch stressig aufgrund seiner Art. Das sollte ich besser lassen. Er hat vorhin eh wieder angerufen, was ich glücklicherweise gar nicht mitbekommen hatte, weil mein Handy auf lautlos war. Zurückrufen werde ich eher nicht, auch wenn er in mir immer noch mit sowas ein schlechtes Gewissen auslöst – aber ich weiß nur zu gut, wie das endet, wenn ich zurückrufe => er wird mich nach Vorwürfen, dass er mich nie(!) erreichen könnte und ich nie(!) zurückrufen würde (obwohl ich gerade zurückrufe) mit ewig langen Monologen über sein Leben und seine Bedürfnisse aggressiv zutexten und früher oder später anschreien, weil ich nicht wie gewünscht funktioniere im Telefonat (=zuhöre und ihm das spiegel, was er hören möchte).
Oder er ist vergleichsweise gut drauf und textet mich ohne Anschreien zu + möchte mit mir Zocken oder am nächsten Tag „weitertelefonieren“ und wird ungehalten, wenn ich nicht begeistert zusage.
Nee, das gebe ich mir nicht (mehr). … Ich zocke entweder alleine oder allenfalls mit T.. Falls der überhaupt Zeit hat. Leider habe ich Idiot mir nirgends notiert, wann er im Frühling Geburtstag hat, obwohl ich auf mehreren seiner Geburtstagsfeiern war und mit ihm seit über 10 Jahren eng befreundet bin. .. Verdammt, irgendwo muss ich noch die Einladungen haben. Ich weiß selbst nicht, warum ich sowas aufhebe, aber jetzt ist es praktisch. Hoffentlich hat er sein Geburtsdatum reingeschrieben … .
Ansonsten sollte ich auch noch Aufräumen – ich muss unbedingt mein Regal anders sortieren und alten Krempel entsorgen (auch noch aus den Umzugskisten, die seit fast einem Jahr im Keller stehen, weil ich mich mit meinen Uni- & Referendariatsunterlagen nicht beschäftigen mag, weil mich das immer direkt in jene Zeit zurückkatapultiert und das möchte ich nicht. Andererseits will ich die meisten Sachen entsorgen – bis auf ein paar Lehrbücher, Mitschriften/Unterlagen und die drei so oft händisch aktuell gehaltenen Gesetzestexte, die ich nicht wegwerfen will. Ich bin da sentimental, selbst wenn ich da ehrlicherweise nie wieder reinschaue und die Sachen für meinen Beruf auch nicht mehr brauche.)
Aufräumen, dabei einen Film oder eine Doku laufen lassen oder Musik hören, finde ich eigentlich total entspannend; mir fehlt nur oft solange der Elan, damit anzufangen, bis sich keine Zeit mehr dafür habe. … Am besten geht das, wenn ich den nächsten Tag frei habe und dann nachts solange rumwerkel, bis ich mit der geänderten Einrichtung und Sortierung in den Schubladen etc. zufrieden bin und gefühlt das (fast) „perfekte“ System für mich gefunden habe für meine Unterlagen etc.. Sortieren macht zufrieden.^^
Ich liebe auch aufgeräumte Wohnungen, in denen nicht so viel herumsteht. … Meine Wohnung sieht gleichwohl oft anders aus. Am Ordnungszustand kann ich erstaunlich gut Rückschlüsse auf mein inneres Befinden ziehen: Sehr unaufgeräumt ist schlecht, und sehr ordentlich ist meist überkompensatorisch nach einer längeren antriebslosen Phase, in der viel liegengeblieben ist.











